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Angsterkrankungen sollten frühzeitig behandelt werden

Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Die gute Nachricht ist: im Regelfall lassen sie sich gut behandeln. Zu den häufigsten Phobien zählt die Angst vor Spinnen. Die betrifft rund zehn Prozent der Deutschen. Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass solche Phobien nicht nur eine ängstliche Veranlagung, sondern auch ganz konkrete Phobien vererbt werden können. Professor Rainer Rupprecht, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Regensburg am Bezirksklinikum Regensburg, bestätigt diese Forschungsergebnisse: „Umwelteinflüsse können das Erbgut beeinflussen und die Aktivität von Genen verändern. Bei der Entstehung von Angsterkrankungen spielen aber auch die Lebensumstände und traumatische Erlebnisse eine Rolle.“

Zwanzig Prozent der Deutschen leiden in ihrem Leben einmal an einer Phobie

Im Normalfall ist Angst eine sinnvolle Reaktion, die schon oft Leben gerettet hat. Denn bei akuter Gefahr schüttet der menschliche Körper Stresshormone aus, die zu Angriff oder Flucht befähigen. Zu einer Krankheit entwickelt sich die Angst erst dann, wenn sie ohne erkennbaren Grund immer wieder in Erscheinung tritt und die Betroffenen in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. Rund zwanzig Prozent der Deutschen sind im Lauf ihres Lebens von einer krankhaften Phobie betroffen. Doch nur die Hälfte davon sucht einen Arzt auf. Bis zur Diagnose vergehen durchschnittlich fünf bis sechs Jahre.

Für die Betroffenen hat die späte Behandlung oft gravierende Folgen. Sie engen sich in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld zunehmend ein. Rainer Rupprecht betont: „Schlimmer als die Angst ist das Vermeidungsverhalten. Im Extremfall können die Patienten hr aus dem Haus gehen.“ Daher ist es seiner Meinung nach so wichtig, krankhafte Phobien möglichst frühzeitig zu behandeln. Rainer Rupprecht fügt hinzu: „Da Angst chronisch werden kann, sind die Erfolgschancen umso größer, je früher man beginnt. Außerdem entwickeln die Patienten oft zusätzlich eine Depression oder Suchterkrankung.“

Regelmäßiger Sport verbessert den Erfolg einer Psychotherapie

Viele Ängste werden durch konkrete Objekte und Situationen ausgelöst: zum Beispiel durch Spinnen oder Schlangen, enge Räume oder Höhe, Blut oder Spritzen. Professor Andreas Ströhle, Leiter der Angstambulanz an der Berliner Charité, warnt: „Solche spezifischen Phobien treten oft schon bei Kindern auf und können den Boden für weitere psychische Erkrankungen bereiten. Deshalb sollte man sie n einer Verhaltenstherapie werden die Patienten mit den jeweiligen Auslösern der Angst konfrontiert.

Psychotherapeut Andreas Ströhle erläutert: „Wenn sie sehen, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt, legt sich die Angst, ohne dass sie die Situation verlassen müssen. Bei den nächsten Konfrontationen fällt die Angstreaktion dann schon etwas schwächer aus.“ Am Ende der Therapie können zum Beispiel Spinnenphobiker ohne Probleme eine Spinne in der Hand halten und Klaustrophobiker ohne Panikgefühle mit dem Aufzug fahren. Andreas Ströhle gibt noch einen wichtigen Hinweis: „Regelmäßiger Sport verbessert den Erfolg einer Psychotherapie.“ Quelle: Apotheken Umschau

Von Hans Klumbies

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