Selbststeuerung soll dem Menschen dienen, ein gutes Leben zu führen, sie ist kein Selbstzweck. Zu ihren mächtigsten Potentialen zählt ihr Einfluss auf die biologischen Systeme und damit auf die körperliche Gesundheit des Menschen. Joachim Bauer erklärt: „Beim Einfluss der Selbststeuerung auf die Gesundheit sind zwei Mechanismen im Spiel. Ein offensichtlicher, sozusagen äußerer, und ein verborgener, innerer.“ Unmittelbar einleuchtend ist das erste der beiden Wirkprinzipien. Es beruht darauf, dass ein gesunder Lebensstil Krankheitsrisiken vermindert. Beim zweiten Wirkmechanismus geht es um eine innere Grundhaltung, ein gutes Selbstgefühl, um Vertrauen in die eigenen Kräfte. Man könnte von Selbstkräften sprechen und so etwas wie einen inneren Mut. Hier steht also nicht das konkrete gesundheitliche Verhalten im Vordergrund, sondern etwas Tiefergehendes. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer lehrt an der Universität Freiburg.
Psyche
Die Konsumgesellschaft schadet der Psyche
Mit der Massenproduktion im Industriezeitalter hat auch eine seelische Deformation begonnen. Wolfgang Schmidbauer weiß: „Arbeit verliert an Wert und Würde, wenn sie allein dem schnellen Nutzen dienen muss und Menschen ebenso wie Waren austauschbare Glieder einer Produktionskette werden.“ Der persönliche Bezug zu den Dingen geht dabei verloren. Es ist ein Teufelskreis. Je weniger Bindung sich zu den der Mode unterworfenen Massenprodukten entwickelt, desto schneller werden sie ersetzt. Das strahlt wiederum aus in die emotionalen Beziehungen. Es herrscht ein anonymes Geschehen von Produktion und Vertrieb, in dem kalt kalkuliert wird, wie weit man gehen kann, um dem Kunden neue Waren aufzuzwingen. Schon Karl Marx hat diese Entwicklung treffend beschrieben. Seine Kritik hat sich in vielen Punkten bestätigt und bestätigt sich noch. Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer ist Autor zahlreicher Fach- und Sachbücher, die sich millionenfach verkauften.
So funktioniert die Psychologie im Alltag
Das Autorenteam des Buchs „Psychologie im Alltag“ erläutern leicht verständlich, wie die menschliche Psyche funktioniert, welche seelischen Krankheiten entstehen können und wie man diese behandelt. Sie zeigen außerdem, wie man psychologische Kenntnisse auf den Alltag anwendet – vom Arbeitsplatz bis zum Sportwettkamp. Mithilfe anschaulicher Grafiken und faszinierender Fakten erklären die Autoren, wie der Mensch denkt, fühlt und wie er in der Realität handelt. Es ist das zentrale Anliegen der Psychologie, das Verhalten auf Basis seiner Gedanken und Gefühle zu erklären. Ebenso analysiert sie grundsätzlich, wie die menschliche Psyche arbeitet, und ermöglicht so dem Menschen eine bessere Selbstwahrnehmung, was seine Gedanken und Handlungen angeht. Das vorliegende Buch betrachtet sämtliche Aspekte der Psychologie – von den Theorien bis zu den Therapien, von persönlichen Aspekten bis zu praktischen Anwendungen –, sie alle sind auf detaillierte Weise dargestellt.
Nach innen schauend sah Augustinus eine unermessliche Welt
Mit Ende zwanzig hatte Augustinus das Gefühl, von sich selbst entfremdet zu sein. Er führte ein beschwerliches Leben, und es verschaffte ihm nicht jene tiefere Sättigung, die er sich wünschte. Er hatte Begierden, deren Befriedigung ihn nicht glücklich machte, und dennoch folgte er weiterhin seinen Lüsten. Augustinus reagierte auf diese Lebenskrise, indem er seinen Blick nach innen richtete. Eigentlich sollte man meinen, dass jemand, der über seine Ichbezogenheit entsetzt ist, nach Selbstvergessenheit strebt. David Brooks fügt hinzu: „Sei Rat wäre: Sieh von dir selbst ab und wende deine Aufmerksamkeit anderen zu.“ Aber Augustinus unternahm zunächst eine beinahe wissenschaftliche Entdeckungsreise in sein Inneres. David Brooks arbeitet als Kommentator und Kolumnist bei der New York Times. Sein Buch „Das soziale Tier“ (2012) wurde ein internationaler Bestseller.