Die Langeweile ist fruchtbar für Erfindungen

Friedrich Nietzsche schreibt: „Für den Denker und für alle empfindsamen Geister ist Langeweile jene unangenehme „Windstille“ der Seele, welche der glücklichen Fahrt und der lustigen Winde vorangeht. Nietzsche hatte damit wahrscheinlich recht. James Suzman erklärt: „Der einzige auf der Hand liegende Selektionsvorteil der Langeweile liegt in ihrem Vermögen, jene Kreativität, Neugierde und Rastlosigkeit zu animieren, die uns Lust macht, auf Entdeckungstour zu gehen, neue Erfahrungen zu sammeln und Risiken einzugehen.“ Im Übrigen lehren Psychologen, dass die Langeweile eine fruchtbarere Mutter von Erfindungen ist als die Not, und dass sie sowohl höchst unnietzscheanische sozialethische Gedanken hervorbringen kann als auch ein geschärftes Ichbewusstsein, ein Aspekt, der im Zen-Buddhismus seinen theologischen Niederschlag gefunden hat. James Suzman ist Direktor des anthropologischen Thinktanks Anthropos und Fellow am Robinson Collage der Cambridge University.

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