Manche Menschen können sich selbst und andere aufgrund einer psychischen Erkrankung in Gefahr bringen. Im Fachjargon heißt das: Sie sind selbst- oder fremdgefährdend. Diese Menschen können auch gegen ihren Willen über das zuständige Ordnungsamt in die örtliche Psychiatrie eingewiesen werden. So etwas kommt jedoch vergleichsweise selten vor. Manfred Lütz warnt: „Die Psychiatrie darf sich nicht dazu verleiten lassen, das Außergewöhnliche, das Exzentrische durch Diagnosen ruhig zu stellen. Wir alle turnen mehr oder weniger kunstvoll am Abgrund des sicheren Todes entlang.“ Normalerweise schauen Menschen da nicht hinein. Das heißt zwar nicht, dass man alle diese Menschen einfach für kurzsichtig erklären darf. Aber man darf diejenigen, die immer mal wieder in diesen Abgrund starren und dann etwas anders wirken als die meisten, deswegen nicht für verrückt erklären. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe.