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Beim Denken gibt es Abkürzungen

Um sich schnell orientieren zu können, hat das Denken Abkürzungen entwickelt, damit sich Menschen in einer neuen Umgebung schnell zurechtfinden können. Diese Abkürzungen bezeichnet man auch als Heuristiken. Nach Daniel Kahneman ist eine Heuristik „ein einfaches Verfahren, das uns hilft, adäquate, wenn auch oftmals unvollkommene Antworten auf schwierige Fragen zu finden“. Eine sehr häufige Heuristik ist die Substitutionsheuristik. Thorsten Havener erläutert: „Hier ersetzen wir zu komplexe Fragen durch Fragen, die sich einfacher und auch schneller beantworten lassen.“ Der Mentalist gibt zu, dass die Grenzen zwischen Heuristik, dem Primen und dem Halo-Effekt nicht so einfach zu ziehen sind. Oft greift im menschlichen Denken eine Kombination aus mehreren dieser Methoden. In jedem Fall ist erwiesen, dass Menschen, wenn sie aufgefordert werden, die Wahrscheinlichkeit von etwas zu beurteilen, das jedoch nur schwer einzuschätzen ist, in vielen Fällen etwas ganz anderes beurteilen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist.

Eine gute Stimmung steigert de Zustimmung

Sie unterliegen dabei jedoch der Illusion, sie hätten die Wahrscheinlichkeit beurteilt. Als Faustregel gilt: je besser die Stimmung, desto eher die Zustimmung. Das ist eine sehr gute Methode, um Harmonie herzustellen und Mitmenschen dazu zu bringen, den eigenen Ideen zuzustimmen. Thorsten Havener ergänzt: „Die Reihenfolge, in der uns Informationen zugänglich gemacht werden, ist entscheidend.“ Eine weitere Abkürzung zum Irrtum ist die Verfügbarkeitsheuristik.

Sie besagt, dass man eine starke Tendenz hat, Ereignisse zu überschätzen, von denen man besonders oft hört und die man uns besonders stark eingeprägt hat. Da ist sie wieder, die Wiederholung. Häufige Wiederholung in den Medien oder häufiges Erinnern an diese Ereignisse sorgt also dafür, dass man genau diese Ereignisse überbewertet. Auch hier ersetzt man gedanklich eine Kategorie durch eine andere. Anstatt zu bewerten, wie oft ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist, beantwortet man vielmehr die Frage, wie leicht es einem fällt, entsprechende Beispiele abzurufen.

Rund 16 Prozent der Deutschen haben Flugangst

Thorsten Havener weiß: „Dieser Austausch der Kategorien sorgt für Fehler. So denken die meisten Menschen, dass Politiker und Superstars besonders häufig in Sex- und Drogenaffären verwickelt sind. In Wirklichkeit fallen uns aufgrund der entsprechenden Berichterstattung einfach mehr Beispiele ein.“ Dadurch überschätzt man die Häufigkeit solcher Skandale bei Politikern und Hollywoodstars. Der Klassiker der Verfügbarkeitsheuristik ist der Flugzeugabsturz.

Wenn man ins Auto oder ein Taxi steigt, denkt man gewöhnlich nicht weiter über die Gefahren der anstehenden Autofahrt nach. Beim Flugzeug ist das bei vielen Menschen ein wenig anders. Laut eines Artikels der „WELT“ wurden 2014 zehn Millionen Flugreisen aus Angst storniert. Rund 16 Prozent der Deutschen haben Flugangst und weitere 22 Prozent fühlen sich beim Betreten eines Flugzeugs unwohl. Es gibt Geschäftsleute, die sogar den Beruf gewechselt haben, um nicht in ein Flugzeug steigen zu müssen. Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener

Von Hans Klumbies

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