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Entscheidungen der reinen Vernunft sind oft nicht die richtigen

Viel zu lange konnte ein riesiger Irrtum sein Unwesen treiben, der da hieß: Emotionen behindern eine vernünftige Entscheidungsfindung. Inzwischen haben Wissenschaftler aber bewiesen, dass es eine enge und unbedingte Zusammenarbeit zwischen kognitiven und emotionalen Vorgängen bei der Beurteilung von Situationen und Aufgaben gibt. Alexander Goebel erklärt: „Entscheidungen werden von beiden Gehirnen getroffen, dem emotionalen und dem kognitiven.“ David Tucker beschreibt in seinem Buch „Die verborgenen psychologischen Dimensionen der Finanzmärkte“, wie emotional beeinflusst die Entscheidungen der Verantwortlichen im Finanzskandal 2008 waren, als sie sich weit mehr von den Vorstellungen des Erfolges…

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Die Gesprächstherapie hat im sokratischen Dialog ihren Ursprung

Von Sokrates, der von 469 bis 399 vor Christus lebte, gibt es keine schriftlichen Überlieferungen. Deshalb wird er gerne als der „sprechende Philosoph“ bezeichnet. Über seine Gedanken und sein Leben wissen wir durch seinen Schüler Platon. Sokrates wandte in seiner Philosophie als zentrale Methode nicht die Lehre eines systematischen Denkens an, das den Gesetzmäßigkeiten der Logik und Kausalität folgt, sondern er benutzte eine dialogische Technik, die den Gesprächspartner selbst durch die Fragen des Philosophen zu den richtigen Erkenntnissen führt. Den Prozess der Erkenntnisgewinnung machen dabei die Antworten und weitere Fragen…

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Bei einer Therapie verliert der Patient auf keinen Fall seine Würde

Es kann geschehen, dass Menschen in ihrem Leben plötzlich in eine seelische Sackgasse geraten. Die Probleme mit der Familie, den Kindern, dem Lebenspartner, vielleicht auch mit den Kollegen am Arbeitsplatz, werden immer bedrückender und die Zahl der Freunde wird immer weniger. Peter Bieri, geboren 1944 in Bern, studierte Philosophie und Klassische Philologie und lehrte als Professor für Philosophie in Bielefeld, Marburg und an der Freien Universität Berlin.

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Die Menschen leben heute in einer industriellen Oralphase

Der Philosoph Günther Anders hat schon vor rund einem halben Jahrhundert festgestellt, dass der zentrale Leitbegriff der Kultur, nach dem die Menschen ihr Verhältnis zur Welt organisiert ist, die Oralität ist: „Modell der Sinnesaufnahme ist heute weder, wie in der griechischen Tradition, das Sehen; noch wie in der jüdisch-christlichen Tradition das Hören, sondern das Essen. Wir sind in eine industrielle Oralphase hineinlaviert worden, in der der Kulturbrei glatt hinuntergeht.“ Günther Anders spielt hier ganz bewusst auf einen bedeutenden Begriff der Psychoanalyse von Sigmund Freud an. Sigmund Freud unterschied verschiedene Phasen…

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Viele Menschen unterschätzen die wahren Werte des Lebens

Sigmund Freud schreibt zu Beginn seiner Abhandlung über das Unbehagen in der Kultur: „Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Menschen mit falschen Maßstäben messen und Macht, Erfolg und Reichtum für sich anstreben und bei anderen bewundern. Die wahren Werte des Lebens aber würden sie unterschätzen.“ Diese wahren Werte waren für Plato das Schöne und das Gute. Rotraud A. Perner erklärt: „Was man darunter versteht, beruht letztlich auf subjektiven Lustempfindungen und allenfalls gesellschaftlicher Vereinbarung einer Mehrheit Gleichgesinnter. Dieses Lustempfinden ist erlernt wie jedes Wahrnehmen und Reagieren und meist…

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Abscheuliche Empfindungen erzeugen auch eine rätselhafte Lust

Die Lust an der Scham hat für Ulrich Greiner noch eine andere, eine dunklere Seite. Sie besteht ganz allgemein gesprochen in einer Faszination am Abscheulichen: „Das Abscheuliche, Beschämende, Angsterregende und ähnliche widrige Empfindungen haben nicht nur eine abstoßende Kraft, sondern auch eine anziehende.“ Søren Kierkegaard schreibt in seiner Abhandlung „Der Begriff Angst“ folgendes dazu: „Das Leben bietet überdies Erscheinungen genug dar, bei denen das Individuum nahezu begehrlich auf die Schuld starrt, und gleichwohl sie fürchtet. Schuld hat für des Geistes Auge die Macht, die der Blick der Schlange hat, die…

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Werner Bartens erklärt den Zugang zu den eigenen Gefühlen

Die Seele, die Psyche, die Emotionen – das ist wie eine „Black Box“ für manchen Menschen. Werner Bartens erklärt: „Sie wissen, dass da irgendetwas jenseits ihrer rationalen Welt ist, sie spüren es auch irgendwie, doch in den Griff bekommen sie ihre Gefühle nicht.“ Zwar spüren viele Menschen, wenn sie gestresst und leer sind und irgendwie bedürftig – doch was ihnen in dieser Situation fehlt, was ihnen guttut und welche negativen Gefühle sie gerade haben und welche positiven sie wieder hervorrufen könnten und sollten, ist den meisten nicht mehr bewusst. Werner…

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Jeder Mensch befindet sich im Strom seiner Familiengeschichte

Ob es die Menschen wollen oder nicht, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, sie befinden sich mitten im Strom ihrer Familiengeschichte. Dabei ist es äußerst spannend und wichtig zu erfahren, welche Ereignisse, Erlebnisse, welche Kräfte der Gefühle und welche Personen aus der Tiefe der Vergangenheit auf den jeweiligen Menschen Einfluss genommen haben könnten. Uwe Böschemeyer fügt hinzu: „Wir können dann selbst entscheiden, ob wir dieses Erbe weiterleben wollen oder nicht.“ Dass jedes Individuum der Gattung Mensch angehört, bezweifelt bekanntlich niemand. Dass jeder Mensch einzigartig ist, bejaht jeder gerne. Im…

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Zehn Dinge machen die Menschen glücklich

Katastrophen, Kriege und Krisen vermiesen den Alltag. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die eine oder andere Hiobsbotschaft auf einen niederprasselt. Trotzdem sollten die Menschen versuchen, die vielen positiven Dinge in ihrem Leben die entsprechende Beachtung zu schenken. Die persönliche Einstellung zum Glück beeinflusst, wie viele glückliche Momente man erlebt. Wer mehr Aufmerksamkeit auf das Schöne und das Gute legt, erlebt es auch intensiver. Glück ist Ansichtssache, egal ob es sich dabei um den blühenden Baum vor dem Fester oder den duftenden Kaffee handelt. Im Übrigen ist das Glück…

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Wilhelm Schmid erforscht die Beziehung zwischen Geschwistern

Die Beziehungen zwischen Geschwistern sind immer schon da und können auch das ganze Leben hindurch erhalten bleiben. Wechselseitiger Beistand und Solidarität kann dieses geschwisterliche Band auszeichnen. In den modernen Familien der Gegenwart ist es allerdings n und mit Leben zu erfüllen, sie zu bejahen oder eben nicht.“ Wilhelm Schmid lebt als freier Autor in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt.

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