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	<title>Resonanz &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Kinder brauchen liebevolle Resonanz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 May 2024 01:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Joachim Bauer betont: „Liebevolle Spiegelung und Resonanz in den ersten Lebensmonaten. Inspirierende Angebote und Vorbilder in den Kinderjahren. Schließlich die in den Jahren der Adoleszenz an Heranwachsende adressierte Ermutigung, sich etwas abzufordern und sich anzustrengen, sind das Gelée royale für den sich entwickelnden jungen Menschen.“ Die elterliche Fürsorge kümmert sich nicht um die Entstehung eines ... <a title="Kinder brauchen liebevolle Resonanz" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/kinder-brauchen-liebevolle-resonanz.html" aria-label="Mehr Informationen über Kinder brauchen liebevolle Resonanz">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer betont: „Liebevolle Spiegelung und Resonanz in den ersten Lebensmonaten. Inspirierende Angebote und Vorbilder in den Kinderjahren. Schließlich die in den Jahren der Adoleszenz an Heranwachsende adressierte Ermutigung, sich etwas abzufordern und sich anzustrengen, sind das Gelée royale für den sich entwickelnden jungen Menschen.“ Die elterliche Fürsorge kümmert sich nicht um die Entstehung eines kindliches Selbst per se. Eltern und andere Bezugspersonen geben diesem Selbst über den Weg des vertikalen Selbst-Transfers auch einen Inhalt. Sie adressieren das Kind mit unzähligen Signalen, insbesondere solchen des Willkommenseins, der Distanz oder der Ablehnung. Diese Signale sagen dem Kind, wer es ist. Darüber hinaus geben Bezugspersonen ihre impliziten Grund- und Wertehaltungen an das Kind weiter. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-5415"></span></p>
<p><strong>Liebevolle Zuwendung aktiviert ein Anti-Stress-Gen</strong></p>
<p>Früh internalisierte Botschaften führen im Kind, je nach Inhalt, zur Aktivierung oder Inaktivierung der genetischen Klaviatur. Joachim Bauer weiß: „Ein Beispiel von vielen: Kinder, die in den ersten Lebensmonaten in eine von ihnen als sicher und liebevoll erlebte Umgebung hineinwachsen, aktivieren ein für das gesamte spätere Leben bedeutsames Anti-Stress-Gen, welches das spätere Risiko vermindert, eine Depression zu erleiden.“ Die an den einzelnen Säugling, das Kleinkind oder den Jugendlichen adressierten Resonanzen sind das Gelée royale des Menschen. </p>
<p>Kinder, die bereits in den ersten Lebensmonaten kein hinreichendes Maß an dyadischer Ansprache erhalten, sondern emotional unterversorgt oder gar gänzlich vernachlässigt werden, entwickeln kein stabiles – insbesondere kein empathisches – Selbst. Joachim Bauer fügt hinzu: „Manche dieser Kinder entwickeln sich später zu Einzelgängern, andere neigen zu schwachem Selbstbewusstsein oder zu Depressionen, wiederum andere entwickeln Abhängigkeits- und Suchttendenzen.“ Allen gemeinsam ist, dass sie keine tiefen emotionalen Bindungen zu anderen Menschen eingehen können und sich innerlich einsam fühlen.</p>
<p><strong>Das Internet ist für Kinder in großen Teilen verheerend</strong></p>
<p>Die Welt bleibt ihnen auf eine für sie nicht erklärbare Weise fremd. Joachim Bauer kritisiert: „Die Erwartung, Kinder entwickelten von alleine eine Persönlichkeit, wenn ihre körperliche Grundversorgung  und eine hinreichende Aufsicht gesichert sind, entspringt einer immer noch verbreiteten, aber gefährlichen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen diametral widersprechenden Ideologie.“ Denn Kinder und Jugendliche bedürfen einer weit über das Säuglingsalter hinausrechenden, sich bis zur Volljährigkeit erstreckenden Investition an Unterstützung und Förderung. </p>
<p>Kinder müssen die Gelegenheit erhalten, interessante kognitive, sportliche und musikalische Angebote und Anregungen zu prüfen, um deren Nutzung gegebenenfalls zu einem Teil ihres Selbst werden zu lassen. Joachim Bauer erläutert: „Zugleich sollten sie lernen, nicht alles kritiklos in sich aufzunehmen, was ihnen angeboten wird. Was Kindern und Jugendlichen heute im Internet begegnet, ist in großen Teilen verheerend.“ Die Resonanzerfahrungen, die junge Menschen im Internet machen, öffnen keine Möglichkeitsräume für die individuelle Weiterentwicklung. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch sehnt sich nach Vereinigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2024 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm schreibt: „Sich mit anderen Lebewesen zu vereinigen, zu ihnen in Beziehung zu treten, ist ein gebieterisches Bedürfnis, von dessen Befriedigung die seelische Gesundheit des Menschen abhängt.“ Die tiefste und stärkste Sehnsucht im Leben eines Menschen ist also die nach dem Erleben einer liebevollen Vereinigung, insbesondere mit anderen Menschen, sei es in körperlicher, geistiger ... <a title="Der Mensch sehnt sich nach Vereinigung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-sehnt-sich-nach-liebevoller-vereinigung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch sehnt sich nach Vereinigung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm schreibt: „Sich mit anderen Lebewesen zu vereinigen, zu ihnen in Beziehung zu treten, ist ein gebieterisches Bedürfnis, von dessen Befriedigung die seelische Gesundheit des Menschen abhängt.“ Die tiefste und stärkste Sehnsucht im Leben eines Menschen ist also die nach dem Erleben einer liebevollen Vereinigung, insbesondere mit anderen Menschen, sei es in körperlicher, geistiger oder seelischer Hinsicht oder in allen drei gleichzeitig. Albert Kitzler erläutert: „Sie rührt her von der Erfahrung der Liebe, Geborgenheit und Einheit mit der Mutter im vor- und nachgeburtlichen Lebensstadium.“ Im nachgeburtlichen Stadium kann anstelle der Mutter auch eine andere Bezugsperson treten, zu der das Kind eine tiefe emotionale Bindung aufbaut und starke Resonanz erlebt. Der Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-5354"></span></p>
<p><strong>Im Du erkennt man sein Ich</strong></p>
<p>Beim Zusammensein mit einem anderen Menschen findet eine mehr oder weniger starke Aufhebung der Vereinzelung eines Individuums statt, es spürt und erkennt seine Bezogenheit auf die Welt, die anderen oder sich selbst und fühlt sich aufgenommen, akzeptiert und integriert. Albert Kitzler fügt hinzu: „Wir durchbrechen unsere Isolation, werden größer, wachsen über uns hinaus und erfahren uns als ein Teil von etwas Umfassenderen.“</p>
<p>Albert Kitzler fährt fort: „Wir erleben Resonanz, Anerkennung und Selbstwirksamkeit. In der erfüllenden Begegnung mit etwas oder einem anderen Menschen werden wir uns selbst gewahr. Wir bewegen und berühren etwas, werden bewegt und angerührt.“ In der Handlung, im Bewirken, im Gestalten, im Erschaffen, im Denken begegnet man sich selbst. Stark ausgeprägt ist dies im zwischenmenschlichen Bereich: Im Du erkennt man sein Ich. In der Spiegelung der anderen erfährt man sich selbst.</p>
<p><strong>Erfüllte Liebe ist immer eine Form der Vereinigung</strong></p>
<p>„Ich werde am Du“, schreibt der Religionsphilosoph Martin Buber, „alles wirkliche Leben ist Begegnung. […] Im Anfang ist die Beziehung.“ Erfüllte Liebe ist immer eine Form der Vereinigung. Albert Kitzler stellt fest: „Der Mensch ist bei und mit uns, körperlich, seelisch, geistig oder in allen drei Hinsichten zugleich. Eine Idee, ein Plan, ein Entwurf, der zunächst nur im Kopf war, ist umgesetzt, verwirklicht und Bestandteil unserer körperlichen oder geistigen Lebenswelt geworden.“ </p>
<p>Stets kommt dabei etwas überein – Idee und Wirklichkeit –, fällt zusammen, wird erfüllt und stimmig. Was vorher getrennt war, ist nun zusammen. Albert Kitzler erklärt: „Dieses Einswerden findet vor allem im Bewusstsein statt, weshalb es weniger darauf ankommt, ob eine physische Nähe oder körperliche Vereinigung hergestellt wird.“ Wenn man die ersehnte Arbeitsstelle bekommt oder eine Prüfung besteht, hat sich räumlich nichts verändert. Aber im Bewusstsein des Menschen ist eine Sehnsucht oder ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hass ist eine dunkle Leidenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 02:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grausamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Der schweizerisch-amerikanische Psychoanalytiker Léon Wurmser (1931 – 2020) sieht im Hass eine „Kompromissbildung mannigfacher innerer Kräfte“, gleichsam ein „Konvolut psychischer Momente“. Zentral sei dabei die Missachtung der Würde des anderen, etwa durch äußere Beschämung oder Verachtung. Reinhard Haller ergänzt: „Scheinbar sinnlose Hassgefühle treten auf, wenn die psychologischen Triebe wie Wollen, Sehnen, Begehren oder Entscheidenkönnen massiv ... <a title="Hass ist eine dunkle Leidenschaft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hass-ist-eine-dunkle-leidenschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Hass ist eine dunkle Leidenschaft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der schweizerisch-amerikanische Psychoanalytiker Léon Wurmser (1931 – 2020) sieht im Hass eine „Kompromissbildung mannigfacher innerer Kräfte“, gleichsam ein „Konvolut psychischer Momente“. Zentral sei dabei die Missachtung der Würde des anderen, etwa durch äußere Beschämung oder Verachtung. Reinhard Haller ergänzt: „Scheinbar sinnlose Hassgefühle treten auf, wenn die psychologischen Triebe wie Wollen, Sehnen, Begehren oder Entscheidenkönnen massiv blockiert werden.“ Letztlich &#8211; so auch Léon Wurmser – gehe es dem Hass immer um Zerstörung. Hass, dieser Trieb zur Grausamkeit, diese dunkle Leidenschaft, dieser kalte Emotionskomplex, entwickelt sich meist aus alltäglichen Situationen heraus. Er ist nicht spektakulär, aber für das Leben des Einzelnen viel bedeutender als die großen Hassexzesse und Hassverbrechen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5314"></span></p>
<p><strong>Resonanz fördert Selbstbewusstsein und Vertrauen</strong></p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Die Wurzeln des jedem bekannten Hasses liegen im individuellen inneren Erleben, in der zwischenmenschlichen Begegnung, im Menschlichen. Allerdings werden die allgegenwärtigen Hassauslöser – zu denen fehlende oder zu geringe Positivresonanz, die manchmal zu neurotischen Störungen führenden Enttäuschungen sowie alle Arten der Kränkungen zählen – wenig beachtet und allgemein unterschätzt.“ Resonanz ist das empathische Mitschwingen mit den Gefühlen oder Gedanken anderer. Eine Antwort auf etwas, was ausgesandt worden ist.</p>
<p>Resonanz ist Senden um Empfangen, sie strebt nach Gleichklang. In der zwischenmenschlichen Beziehung kann sie jedoch zu wechselseitigen Verstärkungen sämtlicher emotionaler Schwingungen führen, auch der negativen, auch der ablehnenden und der hassvollen. Reinhard Haller stellt fest: „Positive Resonanz ist eine bestärkende psychische Kraft ersten Ranges. Richtig eingesetzt fördert sie Selbstbewusstsein und Vertrauen, verbessert Einstellung und Resilienz, befeuert die Motivation und ist ein nicht unwesentlicher Glücksfaktor.“</p>
<p><strong>Zeitlebens hofft der Mensch auf Wertschätzung und Vertrauen</strong></p>
<p>Wird dieser emotionale Verstärker, dessen höchste Form die Liebe ist, dem Menschen vorenthalten, reagiert er mit Enttäuschung, Zweifel, Minderwertigkeitsgefühl, Versagensangst und Depressivität. Reinhard Haller betont: „Emotionale Zuwendung, sei es durch das Lächeln der Eltern, den liebevollen Zuspruch der Angehörigen, durch Zärtlichkeiten und Aufmunterungen, ist für jeden Menschen von enormer Wichtigkeit.“ In der Erziehung gehören Anerkennung, Aufmunterung und Lob zu den wichtigsten, leider allzu oft nicht genutzten Methoden. </p>
<p>Für Menschen im reifen Alter und in späteren Lebensphasen sind Respekt und würdevolle Begegnungen bedeutend. Zeitlebens hofft der Mensch auf Wertschätzung und Vertrauen. In letzter Konsequenz geht es immer um die Liebe. Bleibt dem menschlichen Wesen die Positivresonanz versagt oder wird sie ihm durch mangelnde Aufmerksamkeit, Diffamierung, Entwertung oder Verachtung entzogen, reagiert es zunächst panisch. Reinhard Haller fügt hinzu: „Bleibt sein Verlangen nach den positiven Zuwendungen längere Zeit unerfüllt, ist es enttäuscht und verunsichert, verfällt in Versagensangst und Resignation.“ Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen streben nach Stimmigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 02:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Sich auszukennen, die Regeln zu verstehen, die in der Welt gelten, ist für das Überleben entscheidend. Deshalb ist auch das Streben nach Stimmigkeit tief im menschlichen Gehirn verankert. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Andauernd suchen wir nach Erklärungen, mit der Folge, dass wir nicht selten sogar dort Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind.“ Das Gehirn greift ... <a title="Menschen streben nach Stimmigkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-stimmigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen streben nach Stimmigkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sich auszukennen, die Regeln zu verstehen, die in der Welt gelten, ist für das Überleben entscheidend. Deshalb ist auch das Streben nach Stimmigkeit tief im menschlichen Gehirn verankert. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Andauernd suchen wir nach Erklärungen, mit der Folge, dass wir nicht selten sogar dort Zusammenhänge sehen, wo gar keine sind.“ Das Gehirn greift auf Schablonen zurück, um sich ein Bild von der Welt im Hier und Jetzt zu machen, die es aus früheren Erfahrungen im Leben gesammelt hat. Stimmt Schablone der Erwartungshaltung mit der äußeren Realität überein, kennen Menschen sich aus. Der Verstand signalisiert, dass er die Erklärung für den gefühlten Zustand gefunden hat. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-4229"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn strebt nach einem Belohnungscocktail</strong></p>
<p>Im Gehirn stellt sich eine ausgeglichene Erregung ein, und es verwöhnt sich selbst mit einem hirneigenen Belohnungscocktail: Heureka! Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Also fühlen sich Verschwörungstheorien für den, der an sie glaubt, gut an, weil sie sein Bedürfnis nach Stimmigkeit bedienen. Besonders zur Erklärung von Gefühlen, die eigentlich ganz andere Ursachen haben, sind Verschwörungstheorien genau das Richtige.“ Viele Menschen sind frustriert darüber, dass sie keinen Erfolg im Beruf haben.</p>
<p>Sie entlastet die vermeintliche Erkenntnis, dass daran das System, die bösen Kapitalisten oder auch gleich wieder die Ausländer schuld sind. Die vernetzte Welt erlaubt zudem, Verschwörungstheorien mit Gleichgesinnten zu kultivieren und sich durch sie bestätigt zu sehen. Nichts intensiviert Stimmigkeit stärker, als wenn man sie mit anderen teilt. Der ausgeglichene Erregungszustand von Gefühl und Verstand wird durch die Resonanz mit anderen vertieft, zu denen sich eine verständnisvolle Bindung einstellt. </p>
<p><strong>Erfolgreiche Politiker können Stimmigkeit herstellen</strong></p>
<p>Stimmigkeit entscheidet auch über Erfolg oder Misserfolg von Politikern. Denn erfolgreiche Politiker sind in der Lage, Stimmigkeit herzustellen. Was sie sagen, wird verstanden. Vor allem, wenn es ihnen gelingt, das Publikum in seinem Gefühl anzusprechen, stellt sich zwischen ihnen und ihren Zuhörern Resonanz ein. Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist, dass es Politikern gelingt, ihre Persönlichkeit stimmig erscheinen zu lassen. Genau das dürfte der entscheidende Grund für den Wahlsieg Donald Trumps 2016 in den USA gewesen sein.</p>
<p>Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Sein Auftreten war stimmig. Sämtliche Anschuldigungen prallten an ihm ab, denn selbst wenn sie wahr waren, passten sie zu seiner Persönlichkeit.“ Zugleich traf sein Gefühl ins Herz einer großen Zahl seiner Landsleute, die sich von der Politik der Eliten im fernen Washington im Stich gelassen fühlten. Wiewohl Trump selbst Teil der Elite war, gelang es ihm, durch seine impulsive Wut als Outsider dazustehen, der im Gefühl in Resonanz mit seinen wütenden Wählern stand. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Selbst sitzt im Stammhirn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erst vor wenigen Jahren entdeckten „Selbst-Netzwerke“ des Menschen haben ihren Sitz im mittleren Teil der unteren Etage des Stirnhirns. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie liegen in einem hinter dem roten Bindi-Punkt indischer Frauen gelegenen Bereich.“ Die Entdeckung der Selbst-Netzwerke war an sich schon relativ spektakulär. Sie wurde dann aber durch eine weitere, für das Verständnis ... <a title="Das Selbst sitzt im Stammhirn" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-kennt-die-netzwerke-des-selbst.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Selbst sitzt im Stammhirn">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die erst vor wenigen Jahren entdeckten „Selbst-Netzwerke“ des Menschen haben ihren Sitz im mittleren Teil der unteren Etage des Stirnhirns. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie liegen in einem hinter dem roten Bindi-Punkt indischer Frauen gelegenen Bereich.“ Die Entdeckung der Selbst-Netzwerke war an sich schon relativ spektakulär. Sie wurde dann aber durch eine weitere, für das Verständnis der Empathie extrem bedeutsame Beobachtung noch getoppt. In der mittleren Zone des unteren Stammhirns abgespeichert ist nicht nur das Selbst, also alles, was man über die eigene Person fühlt, denkt und was man glaubt, wer man ist. An gleicher Stelle finden sich auch die Nervenzell-Netzwerke. Diese speichern ab, was man über seine wichtigsten Bezugspersonen weiß, denkt und fühlt. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-3390"></span></p>
<p><strong>Das eigene Selbst ist ein Mehr-Perspektiven-Selbst</strong></p>
<p>„Ich“ und „Du“ sind im Menschen also neuronal gekoppelt. Joachim Bauer stellt fest: „Das menschliche Selbst ist seiner Natur nach also ein Mehr-Perspektiven-Selbst. Es hat den anderen sozusagen im geistigen Gepäck immer mit dabei.“ Gegen Ende des zweiten Lebensjahres hat es sich in seiner Grundstruktur etabliert. Danach entwickelt sich das „Selbst“ des Kindes zu einer Instanz, mit der es sich wahrnimmt und von der aus es sich steuert.</p>
<p>Um die Steuerungsfähigkeit des Kindes zu entwickeln, muss die Bezugsperson das „Selbst“ des Kindes ab etwa dem dritten Lebensjahr ansprechen. Sie muss das Kind dazu anhalten, sich nun seinerseits empathisch zu verhalten und die Perspektive anderer zu berücksichtigen. Erziehung zur Rücksichtnahme ist kein gegen die „wahre“ Natur des Menschen gerichtetes, sozusagen kontrabiologisches Programm. Sondern sie ist Teil der biologischen Bestimmung des Menschen. Wenn diese Erziehung freundlich und in einer jeweils altersangemessenen Weise stattfindet, wird ein junger Mensch mit reifer Empathie heranwachsen.</p>
<p><strong>Der Mensch kann auch mit der Natur in Resonanz treten</strong></p>
<p>Der Mensch verfügt über die Fähigkeit mit der Natur in einer empathischen Beziehung zu stehen. Dies beruht darauf, dass er nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit der Natur in Resonanz treten kann. Joachim Bauer weiß: „Kinder erleben dies noch gänzlich unverstellt. Sie treten, wenn man sie in die Natur führt und entsprechend anleitet, mit Pflanzen und Tieren in eine natürliche Resonanz.“ Das Selbst eines Menschen endet nicht an den Grenzen seiner Haut.</p>
<p>Beim menschlichen Selbst handelt es sich also um ein erweitertes Selbst. Diese These gehört sowohl in der Philosophie als auch in den Neurowissenschaften zu den „heißesten“ derzeit gehandelten Themen. Für den modernen Menschen sind eine ganze Reihe von Objekten zu einem Teil seines erweiterten Selbst geworden. Als Beispiele nennt Joachim Bauer vor allem Handygeräte und Accounts in den sozialen Medien, oft aber auch Objekte wie das eigene Auto. Auf der anderen Seite scheinen sich leider viele Menschen von der inneren Verbundenheit mit der Natur abgeschnitten zu haben. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Geteilte Gefühle verbinden Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 02:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
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					<description><![CDATA[Gähnt ein Mensch, der einem gegenübersitzt, fängt man auch selbst zu gähnen an und fühlt sich plötzlich müde. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Unbewusst ahmt unser Gehirn die Handlung nach, die es bei dem anderen erkennt, und versteht sie dadurch.“ Genau dieser Mechanismus ist die Ursache für das Ansteckungspotenzial von Gefühlen, die sogenannte Resonanz. Geteilte Gefühle, also ... <a title="Geteilte Gefühle verbinden Menschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-resonanz.html" aria-label="Mehr Informationen über Geteilte Gefühle verbinden Menschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gähnt ein Mensch, der einem gegenübersitzt, fängt man auch selbst zu gähnen an und fühlt sich plötzlich müde. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Unbewusst ahmt unser Gehirn die Handlung nach, die es bei dem anderen erkennt, und versteht sie dadurch.“ Genau dieser Mechanismus ist die Ursache für das Ansteckungspotenzial von Gefühlen, die sogenannte Resonanz. Geteilte Gefühle, also Resonanzerlebnisse, sind der entscheidende Kitt für den Aufbau von Bindungen, die ihrerseits Ausgangspunkt für unzählige weitere Resonanzerlebnisse sind. Geteilte Gefühle binden Menschen aneinander. So entsteht Zusammengehörigkeit. Umgekehrt droht beim Fehlen von Bindungen zunehmende Vereinsamung. Dies ist oft das Schicksal vieler isolierter Bewohner in anonymen Hochhaussiedlungen und alleinstehender Menschen im hohen Alter. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-3336"></span></p>
<p><strong>Einsamkeit bedeutet Stress</strong></p>
<p>Hier hat die Gesellschaft Entwicklungen den Weg bereitet, die eindeutig der menschlichen Natur entgegenstehen. Depressionen und Anfälligkeit für körperliche Krankheiten sin die Folge, weil Einsamkeit Stress bedeutet. Dieser Stress, der aus Langeweile, aus Perspektivlosigkeit und aus Angst entsteht und allein nur schwer abgebaut werden kann, weil der entscheidende Gegenspieler von Stress fehlt, eben das Bindungshormon Oxytocin. Wie sehr Menschen nach Bindungen streben, belegt auch der Erfolg der sozialen Netzwerke. </p>
<p>Hans-Otto Thomashoff klärt auf: „Allerdings können soziale Medien keine echten Bindungen ersetzen, weil wirksame Resonanz nur in realen Bindungen funktioniert. Die Freunde, mit denen wir Likes austauschen, sind nicht wirklich für uns da, weil im virtuellen Miteinander das lebendig gespiegelte Gefühl fehlt.“ Das Gefühlszentrum registriert das und signalisiert den Betroffenen über kurz oder lang einen emotionalen Mangel. Mehr noch wird im virtuellen Raum der andere wegen der fehlenden Spiegelung weitgehend zur Projektionsfläche für die eigenen Erwartungshaltungen. </p>
<p><strong>Ewige Singles sind selten glücklich</strong></p>
<p>Eine emotional fassbare Rückmeldung, ob die eigene Sichtweise vom anderen auch wirklich stimmt, bleibt aus. Wer sich fast nur noch mit virtuellen Freunden umgibt, wird durch die kritiklose Selbstbestätigung in der permanenten Projektion ohne korrigierende Rückmeldung unweigerlich immer narzisstischer. Die Menschen sind von Natur aus nicht für ein Leben in Einsamkeit gemacht. Ewige Singles sind selten glücklich, erst recht nicht traurig vereinsamende Senioren. </p>
<p>Dort, wo auch heute noch Menschen so leben wie in grauer Vorzeit, existieren sie in Horden also im Zusammenhalt generationenübergreifender Gemeinschaften. Anthropologische Studien zeigen, wie sehr bei diesen Naturvölkern der Einzelne Teil der Gemeinschaft ist und wie seien psychische und soziale Stabilität von der permanenten Abrufbarkeit seiner Gruppe abhängen. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Von solchen unserer Biologie entsprechenden Gegebenheiten haben wir uns in unserer westlichen Gesellschaft meilenweit entfernt. Wir propagieren das Ideal des existenziell auf sich allein gestellten, autonomen Individuums.“ Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Resonanz bildet das Urmotiv der Liebe</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-partnerschaft.html</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Partnerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Resonanz zu erhalten, ist die tiefste Sehnsucht des Menschen. Sie ist neurobiologisch verankert und bildet das Urmotiv für Liebe, Sexualität und Partnerschaft. Joachim Bauer nennt Beispiele: „Nirgendwo zeigt sich die Resonanz derart intensiv wie in Momenten des Flirts, in Phasen frischer Verliebtheit oder dort, wo zwei Menschen in einer gereiften, glücklichen und oft auch sexuell ... <a title="Die Resonanz bildet das Urmotiv der Liebe" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-partnerschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Resonanz bildet das Urmotiv der Liebe">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Resonanz zu erhalten, ist die tiefste Sehnsucht des Menschen. Sie ist neurobiologisch verankert und bildet das Urmotiv für Liebe, Sexualität und Partnerschaft. Joachim Bauer nennt Beispiele: „Nirgendwo zeigt sich die Resonanz derart intensiv wie in Momenten des Flirts, in Phasen frischer Verliebtheit oder dort, wo zwei Menschen in einer gereiften, glücklichen und oft auch sexuell erfüllten Partnerschaft angekommen sind.“ Schwierig wird es oft dazwischen, in der Phase, wenn die Verliebtheit abgeklungen ist, aber noch keine Vertrautheit und Liebe entstanden ist. Was die beteiligten Partner am Beginn einer Liebesbeziehung wechselseitig bespielen, ist das System der Spiegelnervenzellen. Das Resonanzgeschehen beginnt meist nonverbal, statt Worten kommen zunächst vor allem körpersprachliche Zeichen zum Einsatz: Blicke, Mimik und Körperposen. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-3015"></span></p>
<p><strong>Die Resonanz zwischen den Partnern transportiert Visionen</strong></p>
<p>Kurz darauf ziehen die Selbst-Systeme nach. Joachim Bauer erklärt: „Nun bespiegeln wir das Selbst des anderen mit Worten, betonen die wechselseitigen Ähnlichkeiten von Interessen und aktivieren so die Ich-Du-Koppelung.“ Den Zauber entfaltet die dem Partner zurückgespiegelte Resonanz nicht dadurch, dass man ihn eins zu eins beschreibt. Wo das geschieht, ist der Zauber schnell verflogen. Der Zauber ergibt sich aus den durch den Partner avisierten oder fantasierten Möglichkeitsräumen. </p>
<p>Verliebte sehen im geliebten Gegenüber das, was dieses Gegenüber an sich selbst oft noch gar nicht entdeckt hat. Der Möglichkeitsraum öffnet sich dadurch, dass die Verliebten sich gegenseitig das beschreiben, was aus dem Anderen – und aus ihnen selbst durch den Anderen – noch werden könnte. Diese via Resonanz transportierten Visionen sind alles andere als heiße Luft. Sie inspirieren, sie lassen Kräfte wachsen und Entschlüsse reifen, sie verändern den Anderen – im wahrsten Sinne – bis ins Herz hinein, sie verändern die Biologie der Beteiligten.</p>
<p><strong>Der Zauber der Resonanz wirkt oft nur eine begrenzte Zeit</strong></p>
<p>Joachim Bauer betont: „Ein Teil der Visionen, die sich Verliebte gegenseitig zurückspiegeln, kann zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden.“ Plötzlich beginnt jemand, eine neues Instrument zu lernen, andere Musik zu hören, Sport zu treiben, neue Hobbys zu entdecken oder Dinge zu tun, die er – oder sie – bisher strikt abgelehnt hatte. Doch währt dieser Resonanzzauber oft nur eine begrenzte Zeit. Je länger sich das Paar kennt und den Alltag miteinander teilt, desto mehr erlahmt die Fantasie, die anfangs noch dem anderen neue Räume geöffnet hatte. </p>
<p>Warum dieser Sinkflug? Von den vielfältigen Gründen für die manchmal nur kurze Halbwertszeit der Liebe zwischen zwei Menschen erscheint Joachim Bauer der folgende besonders erwähnenswert: „Keine Gefühle zulassen können.“ Zur Liebe gehört nicht nur, dass man jemanden liebt und geliebt wird, sondern auch, dass das eigene Selbst zulassen und annehmen kann, geliebt zu werden. Ist dies nicht der Fall, erreichen den Betroffenen die vom Partner zufliegenden Resonanzen nicht und zum Betreten der für ihn geöffneten Resonanzräume fehlt ihm das Selbstvertrauen. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Burn-out ist nicht gleich Depression</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Aug 2021 01:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Burn-out]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt drei Merkmale eines Burn-out-Syndroms. Erstens zählt dazu ein chronisch emotionaler Erschöpfungszustand, der sich auch durch einige Tage Erholung nicht bessert. Das zweite Merkmal ist ein bei den Betroffenen nicht überwindbarer Widerwillen gegen die Arbeit oder gegen die Menschen, für die man beruflich tätig ist. Dieser Zustand bessert sich auch nicht durch größte Willensanstrengung. ... <a title="Burn-out ist nicht gleich Depression" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/burn-out-und-depression-gehen-ineinander-ueber.html" aria-label="Mehr Informationen über Burn-out ist nicht gleich Depression">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt drei Merkmale eines Burn-out-Syndroms. Erstens zählt dazu ein chronisch emotionaler Erschöpfungszustand, der sich auch durch einige Tage Erholung nicht bessert. Das zweite Merkmal ist ein bei den Betroffenen nicht überwindbarer Widerwillen gegen die Arbeit oder gegen die Menschen, für die man beruflich tätig ist. Dieser Zustand bessert sich auch nicht durch größte Willensanstrengung. Und drittens verminderte Arbeitseffizienz trotz vermehrtem Arbeitseinsatz. Joachim Bauer weiß: „Die wichtigsten Merkmale einer Depression sind Verlust des Selbstwertgefühls, Antriebsverlust, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schlafstörungen mit morgendlichem Früherwachen und Lebensüberdruss.“ Burn-out und Depression sollten unterschieden werden, können aber ineinander übergehen. Wer an einem Burn-out-Syndrom leidet, hat ein mehrfach erhöhtes Risiko, zusätzlich eine Depression zu bekommen. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-2914"></span></p>
<p><strong>Depressionen erfordern eine psychosomatische Behandlung</strong></p>
<p>Die Lösung im Falle eins Burn-out-Syndroms oder einer Depression ist nicht, den Betroffenen nur krankzuschreiben und darauf zu hoffen, dass sich die Situation von allein wieder bessert. Denn die Wurzel des Krankheitsgeschehens ist nicht etwa das, was gemeinhin als „Überarbeitung“ firmiert, sondern ein tief sitzendes, leidvolles Selbst-Problem, das darin besteht, dass ein Mensch im bisherigen Leben keine Möglichkeit hatte, etwas zu internalisieren, was die Seele, abseits der Arbeit, sättigen kann. </p>
<p>Joachim Bauer nennt als Beispiele Sport, Spiel, Künste, Musik, Literatur oder Naturerlebnisse. Daher sollte ein Burn-out-Syndrom oder eine im Zusammenhang mit Vorgängen am Arbeitsplatz auftretende Depression ein Anlass sein, sich zunächst in stationäre Behandlung in einer psychosomatischen Klinik zu begeben und sich anschließend für einen begrenzten Zeitraum noch eine ambulante psychotherapeutische Begleitung zu besorgen. Von großer Bedeutung für die Situation der Beschäftigten sind grundlegende Veränderungen bei den Eigentumsstrukturen, die sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen haben.</p>
<p><strong>Resonanz sorgt für Gesundheit am Arbeitsplatz</strong></p>
<p>Die Methoden, die hier angewandt werden, sind vor allem ständige Umstrukturierungen, Entlassungen gefolgt von Neueinstellungen und ständigen Umsetzungen der Beschäftigten, die darauf abzielen, in der Belegschaft Unsicherheit, Angst und Gefügigkeit zu erzeugen. Diese Veränderung, die Richard Sennett als „Kultur des neuen Kapitalismus“ bezeichnet hat, haben nicht nur zahlreiche Unternehmen ruiniert, sondern auch die Gesundheit vieler Beschäftigter. Resonanzprozesse spielen für den Erhalt der Gesundheit am Arbeitsplatz eine überragende Rolle. </p>
<p>Sie betreffen nicht nur die Beziehung des arbeitenden Menschen zum Prozess oder Produkt seiner Arbeit, sondern auch die Beziehung mit Vorgesetzten und Kollegen. Menschen, die am Arbeitsplatz keine Resonanz erleben, brennen aus und werden krank. Es war Karl Marx, der für diese Nicht-Beziehung zwischen Mensch und Arbeit den Begriff der Entfremdung prägte. Nicht nur das, was Menschen produzieren, kann zu einer Resonanzquelle werden. Überall da, wo Menschen Dienstleistungen für andere erbringen, wird die Zufriedenheit, die man bei Kunden, Klienten oder Patienten zu erzeugen vermag, als Resonanz zurückkehren. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Verlassen des Gewohnten bringt Gewinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 Jul 2021 01:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Routine]]></category>
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					<description><![CDATA[Durch die Anwendung ihrer Routinen glauben viele Menschen, dass das Spiel des Lebens aus Optimierung des Bewährten besteht. Dabei liegt gerade im gewagten Verlassen des Gewohnten, im freien Wurf erst der Gewinn. Die „ewige Mitspielerin“ könnte das Schicksal, das Glück, die Berufung, eine höhere Macht oder ganz einfach nur der Zufall sein. Andreas Salcher ergänzt: ... <a title="Das Verlassen des Gewohnten bringt Gewinn" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-verlassen-des-gewohnten-bringt-gewinn.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Verlassen des Gewohnten bringt Gewinn">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Anwendung ihrer Routinen glauben viele Menschen, dass das Spiel des Lebens aus Optimierung des Bewährten besteht. Dabei liegt gerade im gewagten Verlassen des Gewohnten, im freien Wurf erst der Gewinn. Die „ewige Mitspielerin“ könnte das Schicksal, das Glück, die Berufung, eine höhere Macht oder ganz einfach nur der Zufall sein. Andreas Salcher ergänzt: „Den Sinn können wir oft erst im Nachhinein erfassen. Resonanz erzielen wir in der Welt durch das Fangen aller Möglichkeiten, die das Schicksal uns zuwirft.“ Beim Ergreifen dieser Möglichkeiten erzielt man mehr Wirkung als mit purer Anstrengung. Erst wer mit sich selbst im Einklang ist, nicht krampfhaft strebt, sondern auch imstande ist, vertrauensvoll zu warten, dem gelingt vielleicht der Weltenwurf. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Autor von Bestsellern und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-2857"></span></p>
<p><strong>Das Leben ist ein Spiel</strong></p>
<p>Durch das spielerische Probieren eines neuen Schrittes – nicht wissend, wohin der führt – kann ein neuer Weg entstehen. Wer weder Dankbarkeit noch Erfolg erwartet, kann befreiter alles fangen, was ihm das Leben zuwirft. Vorbild ist der Meteor, der von den Kräften des Universums geleitet wird. Er steht für eine höhere Ordnung, der sich alles letztlich zu fügen hat. Er erinnert einen Menschen in bestimmten Situationen daran, dass das Leben eben so ist, wie es ist, ein großes Spiel, dessen Regeln man nie ganz durchschaut. </p>
<p>Für den Philosophen Alan Watts ist das Leben vor allem ein Spiel: „Je sicherer und deutlicher man die Zukunft sieht, desto mehr kann man sagen, dass man sie bereits hinter sich hat. Wenn der Ausgang eines Spiels sicher ist, dann möchten wir gar nicht mehr weiterspielen, sondern fangen ein neues Spiel an.“ Darum sollte man sich nicht von einem Job abhängig machen, sondern herausfinden, wie man dafür bezahlt wird, wenn man etwas spielt, was einem Freude macht. </p>
<p><strong>Tanz und Musik sind pure Freude</strong></p>
<p>Seinen scheinbar sehr realitätsfernen Rat begründet Alan Watts mit rationaler Zivilisationskritik, die ihm vor allem in den USA der Siebzigerjahre große Popularität einbrachte. Das Universum sei prinzipiell spielerisch angelegt, es habe kein Endziel, das es zu erreichen gäbe. Das Leben eines Menschen gleicht daher nicht einer Reise, sondern ist viel eher als Musik zu verstehen. Andreas Salcher erläutert: „Wir spielen auf dem Klavier, wir arbeiten nicht auf dem Klavier.“ </p>
<p>Andreas Salcher fährt fort: „Bei einer Reise wollen wir irgendwo ankommen, eine Musikkomposition dagegen will vollendet werden.“ Die besten Dirigenten sind nicht diejenigen, die eine Symphonie am schnellsten spielen. Auch Tanzen entspricht dem Charakter des menschlichen Lebens. Ein Mensch bewegt sich dabei durch den Raum, ohne eine bestimmten Punkt erreichen zu wollen. Das einzige Ziel ist der Tanz selbst. Die Idee, Tanz und Musik als pure Freude zu verstehen, wird vielen Menschen leider in der Schule oft ausgetrieben. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Säuglinge sind hungrig nach Empathie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 May 2021 01:00:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Säugling]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischenmenschliche Empathie ist keine angeborene Eigenschaft. Ihr Erwerb gehört jedoch zum Entwicklungsprogramm, das die Natur für den Menschen vorgesehen hat. Für diese Annahme sprechen Konstruktionsmerkmale des menschlichen Gehirns. Joachim Bauer erklärt: „Die Geschichte der Empathie innerhalb des Lebens eines Menschen nimmt ihren Anfang in den ersten Lebenstagen. Säuglinge brauchen die einfühlende Reaktion ihrer Bezugspersonen. Sie ... <a title="Säuglinge sind hungrig nach Empathie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/saeuglinge-sind-hungrig-nach-empathie.html" aria-label="Mehr Informationen über Säuglinge sind hungrig nach Empathie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischenmenschliche Empathie ist keine angeborene Eigenschaft. Ihr Erwerb gehört jedoch zum Entwicklungsprogramm, das die Natur für den Menschen vorgesehen hat. Für diese Annahme sprechen Konstruktionsmerkmale des menschlichen Gehirns. Joachim Bauer erklärt: „Die Geschichte der Empathie innerhalb des Lebens eines Menschen nimmt ihren Anfang in den ersten Lebenstagen. Säuglinge brauchen die einfühlende Reaktion ihrer Bezugspersonen. Sie sind hungrig nach Empathie.“ Wenn sie diese nicht erhalten, können daraus später Entwicklungsstörungen und eine Unfähigkeit zur Empathie resultieren. Dass man sich in ihn einfühlt, erkennt der Säugling daran, dass Bezugspersonen seine körpersprachlichen Mitteilungen der Freude, der Wonne, des Missbehagens, der Angst und des Ärgers mit einer Spiegelungs- oder Resonanzreaktion beantworten. Diese Resonanzreaktionen lassen den Säugling spüren, dass er erkannt oder gesehen wurde. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-2661"></span></p>
<p><strong>Erwachsene kennen das Phänomen der Resonanz</strong></p>
<p>Die Resonanzreaktionen seiner Bezugspersonen lösen nun ihrerseits im Säugling eine Resonanz aus. Das hat eine Art von „kommunikativem Tanz“ zur Folge. Dieser lässt sich wunderbar beobachten, wenn empathisch begabte Bezugspersonen mit ihrem Winzling Kontakt aufnehmen. Die biologische Grundlage dieses Hin und Her zwischen Säugling und Bezugsperson ist ein neuronales Resonanzsystem, das System der Spiegelnervenzellen. Es kommt nicht nur zwischen Kindern und Erwachsenen in Gang.</p>
<p>Sondern es wird auch im späteren Leben immer dann aktiv, wenn zwei Menschen sich begegnen. Erwachsenen ist das Phänomen der Resonanz ganz gut vertraut. Man fühlt beispielsweise selbst Schmerz, wenn man zufällig mitansehen muss, wie jemand anderer sich den Finger einklemmt oder sich mit dem Messer schneidet. Emotionale Ansteckungen, die man im Alltag ständig erlebt, sind Resonanzphänomene. Sie beruhen darauf, dass die Körpersprache und Sprache anderer Menschen im Beobachter eine spiegelbildliche Aktivierung von Nervenzellen hervorrufen kann.</p>
<p><strong>Resonanz ist die Grundlage aller Empathie</strong></p>
<p>Joachim Bauer weiß: „Eine wechselseitige mitschwingende Resonanz ist die Grundlage aller Empathie.“ Die Art und Weise, wie Erwachsene mit Säuglingen und Kleinkindern umgehen und wie sie auf ihren Winzling reagieren, enthält zahllose unausgesprochene, implizite Botschaften. Wenn das Kind viel Einfühlung, also viel mitschwingende Resonanz erlebt, dann resultiert daraus eine Art Botschaft, die ihm das Gefühl gibt, dass es willkommen auf der Welt ist.</p>
<p>Zudem merkt es, dass es für seine Mitmenschen ein Grund zur Freude ist und dass man ihm zutraut, dass aus ihm einmal etwas Gutes werden wird. Wenn dagegen keine Einfühlung vorhanden ist, wird dies dem Kind das Gefühl geben, unwillkommen und lästig zu sein. Wie auch immer die sich aus den wechselseitigen Resonanzen ergebenen Botschaften ausfallen, sie werden vom Gehirn des Säuglings abgespeichert. Sie bilden den „Content“, also das informative Material, das im Kind im Verlauf der ersten Lebensmonate und -jahre ein „Selbst“ entstehen lässt. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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