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	<title>Ich &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Narzissten sehnen sich nach Bewunderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissten]]></category>
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					<description><![CDATA[Narzissten zieht es auf die Bühnen des Lebens. Sie träumen von sozialem Status: Bekanntheit, Einfluss und Bewunderung. Mitja Back ergänzt: „Hierzu müssen sie andere Menschen erreichen. Menschen, die über das Ich reden, ihm folgen und es bewundern. Sie brauchen Spielfelder, auf denen sie ihr Ich ausleben können und auf denen sie von anderen gesehen werden.“ ... <a title="Narzissten sehnen sich nach Bewunderung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/narzissten-sehnen-sich-nach-bewunderung.html" aria-label="Mehr Informationen über Narzissten sehnen sich nach Bewunderung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Narzissten zieht es auf die Bühnen des Lebens. Sie träumen von sozialem Status: Bekanntheit, Einfluss und Bewunderung. Mitja Back ergänzt: „Hierzu müssen sie andere Menschen erreichen. Menschen, die über das Ich reden, ihm folgen und es bewundern. Sie brauchen Spielfelder, auf denen sie ihr Ich ausleben können und auf denen sie von anderen gesehen werden.“ Sozialer Status ist allerdings eine begrenzte Ressource. Es können nicht alle gleichermaßen bekannt sein, weil man in seinem Alltag nicht unbegrenzt Zeit hat, Menschen kennenzulernen. Es können in den seltensten Fällen alle gleichzeitig das Sagen haben, weil man nicht in alle möglichen Richtungen gleichzeitig geleitet werden kann. Und es können nicht alle gleichzeitig bewundert werden, weil so der Glanz der Besonderheit wegfiele. Mitja Back ist seit 2012 Professor für Psychologische Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Münster. <span id="more-5650"></span></p>
<p><strong>Das Ich kann sich auf mehreren Spielfeldern des Lebens austoben</strong></p>
<p>Von William Shakespeare stammt der berühmte Satz: „Die ganze Welt ist eine Bühne.“ Tatsächlich sind es verschiedene Bühnen, auf denen das Ich stehen kann. Mehrere Spielfelder des Lebens, auf denen es  sich austoben kann. Mitja Back erklärt: „Welche und wie viele Spielfelder ein Narzisst versucht, zu bespielen, hängt von vielen weiteren Eigenschaften des Ich ab. Von Interessen zum Beispiel, aber auch von körperlichen Eigenschaften, finanziellen Möglichkeiten und den geistigen und sozialen Fähigkeiten.“</p>
<p>Das ursprüngliche Spielfeld des Ich ist ein schmutziger Bolzplatz. Man gewinnt keinen Schönheitspreis, sondern muss in der Lage sein, Staub zu fressen. Mitja Back fügt hinzu: „Was Menschen im rohen Spiel um Überlegenheit einsetzen, ist allein das, was sie mit Körper und Geist an Durchsetzungskraft aufbieten können.“ In der Menschheitsgeschichte war die körperliche Auseinandersetzung lange Zeit die üblichste Methode, um festzustellen, wer der Boss ist.</p>
<p><strong>Narzissten möchten sozialen Status gewinnen</strong></p>
<p>Auch heute noch findet man Annäherungen an das rohe Spiel um Überlegenheit. Der Boxsport und härtere Kampfsportarten wie Mixed Martial Arts sind Überbleibsel dieses Urkampfs. Sie erreichen ein Millionenpublikum. Mitja Back stellt fest: „Vor allem unter jungen Männern lassen sich sozial verträglichere Trainingsversionen dieses Kampfs um Überlegenheit beobachten. Humorvoll ausgetragene körperliche Wettkämpfe – ganz so, wie es tollende kleine Löwen machen, die das Kämpfen spielen.“ </p>
<p>Körperliche Größe und Stärke sind Mittel, die Narzissten – wenn sie denn groß und stark sind – einsetzen können, um sozialen Status zu gewinnen. Mitja Back weiß: „Mit der körperlichen Größe und Kraft allein kommt das Ich aber dann doch nicht allzu weit. Schon beim Ideal der alten Griechen ging es um das Training von Körper und Geist.“ Es galt den Ringkampf, aber auch Wortgefechte zu trainieren. Es geht auch um verbale Überlegenheit: Wer schafft es, durch Art und Inhalt der eigenen Argumente die Deutungshoheit zu erlangen? Quelle: „Ich!“ Die Kraft des Narzissmus“ von Mitja Back</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Im Traum zerbröckelt der Mensch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
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					<description><![CDATA[Emanuele Coccia schreibt: „Die Vorstellung, dass unser Ich im Augenblick seiner Geburt an unter dem Einfluss eines sinnfälligen Bildes steht, überrascht nicht wirklich. Wir erfahren diesen subtilen, stummen Einfluss viel häufiger, als wir denken.“ Nacht für Nacht meint man, jeden Kontakt zur Außenwelt abgebrochen zu haben. Man wiegt sich in absoluter Intimität mit sich selbst. ... <a title="Im Traum zerbröckelt der Mensch" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/emanuele-coccia-traeume.html" aria-label="Mehr Informationen über Im Traum zerbröckelt der Mensch">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Emanuele Coccia schreibt: „Die Vorstellung, dass unser Ich im Augenblick seiner Geburt an unter dem Einfluss eines sinnfälligen Bildes steht, überrascht nicht wirklich. Wir erfahren diesen subtilen, stummen Einfluss viel häufiger, als wir denken.“ Nacht für Nacht meint man, jeden Kontakt zur Außenwelt abgebrochen zu haben. Man wiegt sich in absoluter Intimität mit sich selbst. Aber die Träume gönnen es einem nicht, dass man sein Gesicht weiter unablässig betrachtet. Immer dann, wenn man träumt, hört der anatomische Körper und jenes Phantasma, das man „Ich“ nennt, auf, über die eigene Natur zu bestimmen. Das Wesen eines Menschen zerbröckelt und löst sich in einer vielstimmigen Liturgie von Personen, Figuren und Geschichten auf. Emanuele Coccia ist Professor für Philosophiegeschichte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. <span id="more-4879"></span></p>
<p><strong>Am Grund der Seele lebt der rege Geist</strong></p>
<p>Plötzlich kann alles die Form des Betroffenen annehmen, und das Ich vervielfältigt sich in der klangvollen Stimme aller Dinge. Emanuele Coccia stellt fest: „Der im Wachzustand so offenkundige Gegensatz zwischen Ich und Welt verschwindet. Das Ich entdeckt aufs Neue, dass seine eigenen Grenzen und die Grenzen der Welt eins sind, und dass die Welt jetzt im Ich enthalten ist und vom Ich neu erschaffen wird.“ Diesen Chiasmus macht erst das Sinnenleben möglich.</p>
<p>Der Traum ist die höchste Form der Intimität alles Lebendigen. Hier jedoch ist Intimität gleichbedeutend mit dem Transfundieren des Subjekts in die Materie aller Dinge. Gerade wenn man die radikalste Nähe zu sich selbst erfährt, löst sich das eigene Gesicht, die eigene Form in einen Regenbogen sinnfälliger Bilder scheinbar auf. Am geheimsten Grund der Seele findet man kein klar umrissenes Gesicht, keinen definierten Körper. Sondern man trifft auf den regen Geist, den die Bilder von Mal zu Mal neu schraffieren.</p>
<p><strong>Im Traum bekommt das Seelenleben eine ungeheure Intensität</strong> </p>
<p>Tatsächlich bedeutet „träumen“ in erster Linie „imaginieren“. Dabei ist die Imago, das Bild, hier kein simpler psychischer Gegenstand, sondern gleichsam die Materie, das Leben, aus dem alles gemacht ist und sich speist. Emanuele Coccia erläutert: „Wir selbst besitzen nur den eigenen Körper, der durch das von uns Vorgestellte bestimmt wird. Die menschliche Fantasie hört auf, eine Beziehung zu etwas, das außerhalb ist, zu definieren.“ Sie fällt rastlos mit dem Faktum, den Formen, dem Rhythmus der Existenz in eins.</p>
<p>Denn träumend existiert man nur seines Vorstellungsvermögens wegen und auch nur in den Gestalten, welche die Fantasie hervorzubringen vermag. Emanuele Coccia erklärt: „Was wir imaginieren, verleiht uns unsere Form, und nur die Tatsache, dass wir imaginieren, sichert unsere Existenz. Die Imagination selbst wird zum Leib, und diese unteilbare, nichtorganische Verleiblichung bestimmt unsere primäre Stofflichkeit.“ Im Traum bekommt das Seelenleben eine ungeheure Intensität und scheint ein Leben in etwas minderer Form darzustellen. Quelle: „Sinnenleben“ von Emanuele Coccia</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Mordlust besiegt die Vernunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2023 02:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression ... <a title="Die Mordlust besiegt die Vernunft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-vernunft-kann-die-mordlust-nicht-besiegen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Mordlust besiegt die Vernunft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression wünscht oder fürchtet. Angesichts der Realität destruktiver Triebe war ethische Strenge für Sigmund Freud unabdingbar. Zugleich fragt er sich, ob sie ausreicht. In „Das Unbehagen in der Kultur“ bemerkt Freud zum Über-Ich in seiner ethischen Strenge scherzhaft, dass es „sich nicht genug um die Tatsachen der seelischen Konstitution des Menschen“ kümmert und vielmehr annimmt, „dass dem Ich die unumschränkte Herrschaft über sein Es zusteht.“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4197"></span></p>
<p><strong>Das Unbewusste mordet selbst für Kleinigkeiten</strong></p>
<p>Sigmund Freud fügt hinzu: „Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist die stärkste Abwehr der menschlichen Aggression und ein ausgezeichnetes Beispiel für das unpsychologische Vorgehen des Kultur-Über-Ichs.“ In seinem frühen Text „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“ (1915) heißt es: „Gerade die Betonung des Gebotes: Du sollst nicht töten, macht uns sicher, dass wir von einer unendlich langen Generationsreihe von Mördern abstammen, denen die Mordlust, wie vielleicht noch uns selbst, im Blute lag.“ </p>
<p>Nachdem er die Entwicklungsrichtung der Zivilisation – zugleich mit dem falschen moralischen Versprechen der weißen Herrschaft – infrage gestellt hat, statuiert Sigmund Freud eine unbewusste Dimension des Lebens in allen Kulturen: „Wir beseitigen in unseren unbewussten Regungen täglich und stündlich alle, alle, die uns im Weg stehen […] Ja, unser Unbewusstes mordet selbst für Kleinigkeiten.“ Die Menschen können sich nur wundern, so Sigmund Freud, wie auch bei moralisch Erzogenen „das Böse wieder so tatkräftig zum Vorschein kommt“. </p>
<p><strong>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten</strong></p>
<p>Judith Butler fügt hinzu: „Etwas an den mörderischen Impulsen bleibt bis zu einem gewissen Grad unbelehrbar, ganz besonders, wo Individuen sich Gruppen anschließen.“ Man sollte die Macht dieser „unbeherrschbaren“ Dimension der psychischen Realität, die Sigmund Freud schließlich mit dem Todestrieb in Verbindung bringt, nicht unterschätzen. Vor allem der Begriff des „Kollateralschadens“ steht für Judith Butler wohl für diese Denkweise auf der Basis einer Verleugnung, die faktisch ein Instrument der Zerstörung ist. </p>
<p>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten. Sie muss das destruktive Potenzial ernst nehmen, das konstitutiver Bestandteil Beziehungen oder, wie mache sagen, des „sozialen Bundes“ ist. Wenn man aber den Todestrieb oder seine als Aggression und Destruktivität definierte Spätversion ernst nimmt, muss man sich allgemein dem Dilemma stellen, was moralische Gebote gegen Zerstörung für das psychische Leben bedeuten. Handelt es sich um ein moralisches Gebot, das eine konstitutive Dimension der Psyche aushalten will? Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Die Vergangenheit dient dem Selbstbild</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Dec 2022 02:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstdarstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Vergangenheit wird am häufigsten zur Selbstdarstellung gebraucht. Valentin Groebner erklärt: „Wer sich auf diese Weise mit der Vergangenheit beschäftigt, möchte, dass sie von ihm selbst handelt, ganz persönlich. Das Bild, das in diesem Spiegel erscheint, ist faszinierend: Es verspricht, dass man sich durch eine neu installierte Ich-Geschichte aus der Vergangenheit selbst verändern könnte und ... <a title="Die Vergangenheit dient dem Selbstbild" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/valentin-groebner-selbstdarstellung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Vergangenheit dient dem Selbstbild">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vergangenheit wird am häufigsten zur Selbstdarstellung gebraucht. Valentin Groebner erklärt: „Wer sich auf diese Weise mit der Vergangenheit beschäftigt, möchte, dass sie von ihm selbst handelt, ganz persönlich. Das Bild, das in diesem Spiegel erscheint, ist faszinierend: Es verspricht, dass man sich durch eine neu installierte Ich-Geschichte aus der Vergangenheit selbst verändern könnte und irgendwie verbessern.“ Nahgeschichte ist unübersichtlich. Geschichte als Wissenschaft und die Beschäftigung mit dem Alltäglichen und Flüchtigen – real, aber schnell vergänglich – kriegt man nicht sauber getrennt. Aber genau diese Vermischungen interessieren Valentin Groebner. Andere Leute als ihn selbst findet er viel interessanter. Valentin Groebner lehrt als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Seit 2017 ist er Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. <span id="more-4114"></span></p>
<p><strong>Das Ich sorgt für Antrieb und Fehler</strong></p>
<p>Aber ohne Ich geht es nicht. Das Ich ist Antriebs- und Fehlerquelle in einem. Ich-Sagen ist weder unmittelbar noch besonders persönlich, sondern seit ein paar Jahrhunderten bestimmt von rhetorischen Kunststücken, Zwangssystemen und Projekten radikaler Selbstverbesserung. Ich-Sagen kommt gerne locker, spontan und ganz natürlich daher. Aber es ist die Aufgabe vor und für Publikum, in ganz bestimmten Kanälen und nach deren Spielregeln – ziemlich strikten Regeln. </p>
<p>Sich zu zeigen und von sich zu erzählen, ist also Arbeit. Für wen tue ich das? In welchem Spiegel erscheine ich, wen ich von meiner Geschichte und meinen eigenen Erinnerungen berichte, und wie souverän bin ich dabei? Valentin Groebner fügt hinzu: „Mit meinem Gegenstück im Plural, dem Wir, ist das noch ein bisschen komplizierter. Wir sind keine Gesamtheit, sondern eine Einkaufstasche, in der Immer etwas fehlt. Deswegen der große Appetit, den dieses Partizip entwickelt.“</p>
<p><strong>Tätowierungen sind Selbstauskunft</strong></p>
<p>Appetit auf Festspiele, auf Männerchöre, auf Feinde – denn ohne die weiß man nicht, wo man hingehört – und besonders auf jene Orte, die auf den Namen Heimat hören. Im eigenen Zuhause aber sind nicht alle gleich, da kann man noch so innig vom Wir und der Heimat singen. Tätowierungen dagegen sind Selbstauskunft in einer ganz besonderen Form. „Dieses Zeichen auf meiner Haut“, sagt die Person, die sie trägt, „das bin ich“. Und zwar für immer. So demonstrativ diese Zeichen auf rebellische Gegenkultur und exotische Fremde verweisen, aus der Nähe betrachtet erzählen sie eine ganz andere Geschichte. </p>
<p>Valentin Groebner betont: „In ihr geht es ums Wünschen, und die meisten dieser Wünsche sind fromm, wohlanständig, ziemlich brav, und handeln von Zugehörigkeit. Und von dem, was man nicht festhalten kann, auch wenn man es sich unauslöschlich auf den Körper schreibt.“ Wünschen ist nicht immer ganz so freiwillig, wie es auf den ersten Blick aussieht; nicht nur zu Weihnachten, dem Fest der Wünsche und der Liebe, sondern auch bei der großen Bescherung, dem Leben als Paar. Quelle: „Bin ich das?“ von Valentin Groebner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sigmund Freud entwickelt ein Ich-Konzept</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2020 05:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, hat ein sehr einflussreiches Konzept des Ichs entwickelt. Besonders deutlich arbeitet er dies in seiner Schrift „Das Ich und das Es“ von 1923 heraus. In dieser bereichert er den Unterschied zwischen bewusst und unbewusst um die berühmte Begrifflichkeit: Ich, Über-Ich und Es. Markus Gabriel erklärt: „Sigmund Freud versteht „das ... <a title="Sigmund Freud entwickelt ein Ich-Konzept" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-entwickelt-ein-ich-konzept.html" aria-label="Mehr Informationen über Sigmund Freud entwickelt ein Ich-Konzept">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, hat ein sehr einflussreiches Konzept des Ichs entwickelt. Besonders deutlich arbeitet er dies in seiner Schrift „Das Ich und das Es“ von 1923 heraus. In dieser bereichert er den Unterschied zwischen bewusst und unbewusst um die berühmte Begrifflichkeit: Ich, Über-Ich und Es. Markus Gabriel erklärt: „Sigmund Freud versteht „das Ich“ dabei nicht mehr als eine allgemeine Dimension des Wissens, sondern nun als eine Facette oder eine Instanz des Seelenlebens.“ Sigmund Freud schreibt: „Wir haben uns die Vorstellung von einer zusammenhängenden Organisation der seelischen Vorgänge in einer Person gebildet und heißen diese das „Ich“ derselben.“ Markus Gabriel hat seit 2009 den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne und ist dort Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. <span id="more-2355"></span></p>
<p><strong>Sigmund Freud hat auch die Psychotherapie begründet</strong></p>
<p>Das Ich ist nun Gegenstand der Psychologie. Ein Vorgang, der in der Philosophie Friedrich Nietzsche vorbereitet, den Sigmund Freud gelesen hatte. Sigmund Freud hat aber gerade deswegen zur Psychoanalyse gefunden, weil er verstanden hat, dass es Strukturen im geistigen Leben gibt, die sich in der Art und Weise manifestieren, wie ein Mensch sich selbst und seine Einstellungen zu anderen beschreibt. Überdies hat er damit die Psychotherapie begründet. Diese besteht darin, die persönlichen Einstellungen zu sich selbst und zu Anderen zu schildern. Daneben beantwortet die Psychoanalyse die Frage, auf welche Weise diese Einstellungen Schmerzen verursachen und wie ein Mensch sie verändern kann.</p>
<p>Es gibt einen Zusammenhang zwischen den eigenen Selbstbeschreibungen und der Qualität des bewussten Lebens. Sigmund Freud und in seiner Folge insbesondere der französische Psychoanalytiker und Philosoph Jacques Lacan (1901 – 1981) setzen sich unter anderem kritisch mit Selbstbeschreibungen auseinander. Diese nehmen an, dass es in einem über die Menschen wachenden Expertenrat, die Wissenschaftler, gibt, der der absolut objektiven Göttin namens „die Wissenschaft“ huldigen.</p>
<p><strong>Das Unbewusste gehört zum Psychischen</strong></p>
<p>Markus Gabriel stellt fest: „Die Psychoanalyse geht mit einer Kritik an einem falschen Wissenschaftsideal einher. Das meint, absolute Objektivität ließe sich erreichen. Das macht sie nicht bei allen beliebt.“ Sigmund Freunds grundlegende Unterscheidung besteht darin, dass er das Psychische in Bewusstes und Unbewusstes einteilt. Dies nennt er die Grundvoraussetzung der Psychoanalyse. Das Bewusstsein erschöpft demnach das geistige Leben – das Psychische – nicht. An dieser Unterscheidung wird auch heute nicht gerüttelt.</p>
<p>Entscheidend ist nun nach Sigmund Freud, dass das Unbewusste gerade nicht aus organischen Vorgängen besteht, sondern zum Psychischen gehört. Natürlich sind es neurobiologische Vorgänge, die dafür sorgen, dass die Photonen, die auf die Sinnesrezeptoren treffen, zu Informationen verarbeitet werden. Dies geschieht in dem Sinne unbewusst, als dass man sie nicht als solche bemerkt, sondern nur ihr Resultat erlebt. Dabei handelt es sich gerade um die bewussten Eindrücke. Wenn jemand seine Hand ansieht, sieht er ja nicht zugleich die neurobiologischen Vorgänge, die sich dabei abspielen. Quelle: „Ich ist nicht Gehirn“ von Markus Gabriel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Seele besteht aus einer Triade</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2020 05:48:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit seiner Studie „Das Ich und das Es“ legte Sigmund Freud 1923 das Gefüge der Seele erstmals als Triade fest. Begründet wird es durch drei Kräfte, die in wechselseitiger Abhängigkeit stehen. Keine dieser Kräfte ist selbstständig, keine kann allein die Überhand gewinnen. Peter-André Alt ergänzt: „Es und Über-Ich streben auf unterschiedliche Weise nach Erfüllung der ... <a title="Die Seele besteht aus einer Triade" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-seele-besteht-aus-einer-triade.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Seele besteht aus einer Triade">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit seiner Studie „Das Ich und das Es“ legte Sigmund Freud 1923 das Gefüge der Seele erstmals als Triade fest. Begründet wird es durch drei Kräfte, die in wechselseitiger Abhängigkeit stehen. Keine dieser Kräfte ist selbstständig, keine kann allein die Überhand gewinnen. Peter-André Alt ergänzt: „Es und Über-Ich streben auf unterschiedliche Weise nach Erfüllung der in ihnen angelegten Potentiale, sind aber aufeinander angewiesen.“ Energetische Tendenz und ökonomische Organisation der drei Instanzen fallen sehr unterschiedlich und auch in sich spannungsreich aus – das ist der Grund für die seelische Instabilität des Menschen. Bereits in Sigmund Freuds Traumtheorie ist das Unbewusste vom Vorbewussten und Bewusstsein zwar räumlich – im übertragenen Sinn – getrennt, jedoch wirken die Bereiche ineinander. Peter-André Alt ist Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Freien Universität Berlin. <span id="more-2335"></span></p>
<p><strong>Das Ich hat seine Vormachtstellung eingebüßt</strong></p>
<p>Ähnlich fasste es Sigmund Freud in seinem neuen Entwurf von 1923 zusammen und betonte dies später immer wieder: „Ich, Es und Über-Ich bilden keine streng zu scheidenden Ebenen, aber auch keine friedlichen Paarverbindungen aus.“ Ich und Es sind gleichberechtigt, die zwar direkte Feindschaft ausschließt, aber auch besagt, dass das Ich seine Vormachtposition eingebüßt hat. Die Botschaft der Traumdeutung dachte Sigmund Freud jetzt in voller Konsequenz zu Ende: „Das Ich bekleidet im seelischen Apparat nur den Rang eines „konstitutionellen Monarchen“ mit eingeschränkten Herrschaftsbefugnissen.“</p>
<p>Einen Zugang zum psychischen System schuf allein die Einsicht in seinen dynamischen Charakter. Peter-André Alt erläutert: „Alle drei Kräfte teilen miteinander die Besonderheit, dass sie veränderlich sind und im Laufe des menschlichen Lebens unterschiedliche Gestalt, Prägung oder Gewichtung gewinnen können.“ Sigmund Freud begann seine Überlegungen, indem er das Unbewusste als eine Kategorie bestimmte, die man nur über die Ebene der Verdrängung erkennen kann. Es existiert entweder latent im Vorbewussten oder verdrängt, jenseits jeder Zugänglichkeit für das Bewusstsein.</p>
<p><strong>Alles Verdrängte bleibt unbewusst</strong></p>
<p>Das Unbewusste fällt zwar nicht mit dem Verdrängten zusammen, weil es auch Bereiche umfasst, die niemals bis zur Stufe des Verdrängtwerdens vorstoßen; umgekehrt aber gilt, dass alles Verdrängte unbewusst bleibt. Diese Definition war für Sigmund Freud wichtig, weil sie die doppelte Besetzung des Unbewussten zeigte – eine Art zweifacher Abwesenheit, aufgehoben in der Nichtzugänglichkeit des Verdrängten oder in der Nichtzugänglichkeit dessen, was bewusstseinsunfähig ist. Den gesamten Bereich, der hier zu Gesicht kam, nannte Sigmund Freud mit einem Begriff Georg Groddecks das „Es“.</p>
<p>Das Ich ist wiederum durch direkte Wirkungen sichtbar und bildet „diejenige seelische Instanz, welche eine Kontrolle über all ihre Partialvorgänge ausübt, welche zur Nachtzeit schlafen geht und dann immer noch die Traumzensur handhabt.“ Das Ich bleibt dennoch keine unabhängige Größe, denn es ist vom Unbewussten nicht klar abgeschieden. Es verhält sich so Sigmund Freud, wie ein Reiter zu einem wilden Pferd, dessen Kräfte niemals gebannt, im günstigsten Fall nutzbringend eingesetzt werden können. Quelle: „Sigmund Freud“ von Peter-André Alt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2020 05:33:05 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Arbeit kann ein bedeutender Faktor der Selbstfindung sein. Viele Jobs der Gegenwart haben hierfür allerdings nichts anzubieten. Georg Milzner erläutert: „Sie sind so funktionalisiert, dass sie leicht von Computern gemacht werden können. Was mit einem Großteil von Jobs mit einiger Sicherheit ja auch passiert. Und so ist es sinnvoll, die tiefe Befriedigung weniger in ... <a title="In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/in-der-arbeit-kann-sich-das-selbst-kaum-mehr-finden.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeit kann ein bedeutender Faktor der Selbstfindung sein. Viele Jobs der Gegenwart haben hierfür allerdings nichts anzubieten. Georg Milzner erläutert: „Sie sind so funktionalisiert, dass sie leicht von Computern gemacht werden können. Was mit einem Großteil von Jobs mit einiger Sicherheit ja auch passiert. Und so ist es sinnvoll, die tiefe Befriedigung weniger in einem Job zu suchen als in einer Tätigkeit, die nicht zwangsläufig Geld einbringen muss.“ Auf Karl Marx geht die Idee zurück, dass Arbeit den Menschen von sich selbst entfremden kann. Er stellte dafür den ursprünglich arbeitenden Menschen wie beispielsweise eine Schneiderin dem Arbeiter der Moderne gegenüber. Hatte der ursprünglich arbeitende Mensch noch einen Bezug zu seinem ganzen Werk, so ist der Industriearbeiter nur noch für ein, zwei Arbeitsschritte da. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut. <span id="more-2332"></span></p>
<p><strong>Das Ich ist dem Verstand zugeordnet</strong></p>
<p>Man muss kein Marxist sein, um die Wahrheit und das seelische Ausmaß zu ermessen. Karl Marx hatte für Psychologie wenig Interesse, da er überzeugt davon war, dass das Sein – die Art, wie man materiell-strukturell lebt – das Bewusstsein – also die Weise, in der man sich erlebt, sich selbst sieht, sich fühlt – bestimme. Der Eindruck täuscht nicht, dass die Gegenwart von einer Entfremdung der Arbeit bedroht ist. Vielmehr wird er von der Angst vor Jobverlust überlagert. Aber allein die Vorstellung, dass eine große Anzahl heutiger Berufstätigkeiten von Maschinen übernommen werden kann, zeigt ja schon, wie segmentiert und entfremdet diese Tätigkeiten ihrer Art nach sind.</p>
<p>In der Abgrenzung vom Ich, das vor allem vernunftorientiert und dem Verstand zugeordnet ist, erlebt man das eigene Selbst eher intuitiv und emotional. Ein Ich vermag einzusehen, warum es etwas aus Vernunftgründen machen muss. Aber ein Selbst gibt sich damit nicht zufrieden. Georg Milzner erklärt: „Es will selbstangemessen handeln, sinnvoll und – im besten Sinn – begeistert.“ Aber die Begeisterung des Selbst ist von einer anderen Art als die des Egos, des dritten großen Anteils in der inneren Struktur eines Menschen.</p>
<p><strong>Schon Kinder verfügen über Ansätze zur Selbstfindung</strong></p>
<p>Das Ego nämlich liebt den Glanz, die Belohnung, den Erfolg mit dem Siegertreppchen und das möglichst hohe Honorar. All dies hilft ihm, zu strahlen und sich selbst zu begründen. Man kann das schon bei Kindern sehen. Das Kind, das eine Sache verfolgt, auch wenn sie unpopulär ist; das etwas lernen möchte, obschon es niemanden interessiert, das sich der Coolness verweigert. Denn es merkt, dass es sich damit nicht wohlfühlt. Dieses Kind ist offenbar selbstaufmerksam. Und setzt etwas um, was es als sein Eigene, seine Individualität empfindet: eben das Selbst.</p>
<p>Nun wird für gewöhnlich die Herausbildung des Selbst als große, vor allem dem späteren Leben vorbehaltene Aufgabe angesehen. Dieser Ansicht widerspricht Georg Milzner, da seiner Meinung nach Ansätze zum Selbst und zur Selbstfindung auch in Kindesjahren schon vorhanden sind. Sie prägen einige Kinder sogar in ungewöhnlichem Maß. Mitunter sind das die, die es sozial etwas schwerer haben. Aber gerade dies hat eben auch damit zu tun, dass sie früh schon eher sich selbst verpflichtet sind als einem Konsens, der sich mit jeder neuen Windrichtung drehen kann. Quelle: „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ von Georg Milzner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jaques Lacan entmystifiziert die Zentralität des Ichs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2020 05:25:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Jacques Lacan]]></category>
		<category><![CDATA[Massimo Recalcati]]></category>
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					<description><![CDATA[Was den französischen Psychiater und Psychoanalytiker Jacques Lacan betrifft, so steht am Anfang seiner Psychoanalyse die tiefgründige Reflexion über Narziss. Sowohl Sigmund Freud als auch Jacques Lacan wollten die angebliche Zentralität und Konsistenz des Ichs entmystifizieren sowie jede überschwängliche Schwärmerei, die im Ich alle Triebe und Leidenschaften erschöpft. Isabella Guanzini erklärt: „Wenn die fundamentalistische Leidenschaft ... <a title="Jaques Lacan entmystifiziert die Zentralität des Ichs" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jaques-lacan-entmystifiziert-die-zentralitaet-des-ichs.html" aria-label="Mehr Informationen über Jaques Lacan entmystifiziert die Zentralität des Ichs">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was den französischen Psychiater und Psychoanalytiker Jacques Lacan betrifft, so steht am Anfang seiner Psychoanalyse die tiefgründige Reflexion über Narziss. Sowohl Sigmund Freud als auch Jacques Lacan wollten die angebliche Zentralität und Konsistenz des Ichs entmystifizieren sowie jede überschwängliche Schwärmerei, die im Ich alle Triebe und Leidenschaften erschöpft. Isabella Guanzini erklärt: „Wenn die fundamentalistische Leidenschaft für die Identität das Ich zum Kondensationspunkt für jedes Interesse und jede Form von Kult macht, wird das subjektive Leben paranoid und zwanghaft.“ Es wird unfähig, die Präsenz von Alterität in sich selbst und außerhalb zu akzeptieren und damit umzugehen. Wie der italienische Psychoanalytiker Massimo Recalcati exemplarisch erklärt, ist der Brudermord des Kain in engster Verbindung zur Geste des Narziss zu verstehen. Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. <span id="more-2286"></span></p>
<p><strong>Der Glaube an das Ich ist der größte Wahn des Menschen</strong></p>
<p>Massimo Recalcati schreibt: „Gerade die Faszination der Identität entzündet den Wahn des Ich und schürt Gewalt, Neid und Hass … Der Glaube an das Ich – der größte Wahn des Menschen – bedingt den Destruktionstrieb, der alles zerstört, was diesen Glauben stört.“ Als Wurzel dieser Aggressivität erkennt Isabella Guanzini die Absicht, dass einem Ähnliche als Rivalen zu vernichten, sowie die Unfähigkeit, das eigene fragmentierte Wesen zu akzeptieren. Nämlich das stets gespaltene und vom Mangel gekennzeichnete Wesen, das der andere in einem selbst offenbart. </p>
<p>In Anlehnung an die große philosophische und religiöse Tradition zeigen sowohl Sigmund Freud als auch Jacques Lacan, dass das Ich nie Herr im eigenen Haus ist. Denn es gibt stets einen Bereich der Unkenntnis und Machtlosigkeit in ihm, über den es nie die volle Kontrolle hat, wo jedoch die Wahrheit des menschlichen Begehrens sitzt. Gerade diese Anerkennung und Wahrnehmung der konstituierenden Vielfalt und Exzentrizität des Subjekts bildet den Ausgangspunkt für ein menschliches, demokratisches Leben.</p>
<p><strong>Der Mensch teilt sein Leben intensiv mit anderen</strong></p>
<p>Das Subjekt kann dabei weder auf sein Rationalität noch seine Irrationalität reduziert werden. Es teilt sein Dasein intensiv mit den anderen, indem es jede egozentrierte Arroganz ablegt. Das Bewusstsein erweitert sich dabei, wird offener und gibt einem sogar den Mut, das Unbegreifliche von Fehlleistungen und sprachlichen Kurzschlüssen, Zerstreutheit und Vergessenheit in sich anzunehmen. Mit anderen Worten das, was einer Rückführung auf direkte Kategorien der Interpretation sanft Widerstand leistet.</p>
<p>Wo hingegen Aspekte der Fremdheit oder des Mangels im Namen einer paranoiden Erstarrung oder eines Anspruchs der Herrschaft des Ich verdrängt werden, gerade dort versperrt man sich jede Möglichkeit, das Gemeinsame aufzubauen. Alles, was man sich weigert, in sich selbst zu erkennen, projiziert man auf den anderen. Nämlich auf das, was nicht „Ich“ ist, und macht daraus den Staatsfeind, den es zu bekämpfen gilt, den Fremdkörper, von dem man sich reinigen muss. Quelle: „Zärtlichkeit“ von Isabella Guanzini</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Ich und die Welt stehen im Konflikt zueinander</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2020 05:01:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach Sigmund Freud gibt es einen grundsätzlichen Konflikt zwischen dem Ich und der Welt. Das lehrt die Menschen im Wesentlichen die Erfahrung der Schuld. Matthew B. Crawford fügt hinzu: „Dieser Konflikt verursacht Angst, aber er strukturiert auch das Individuum.“ Das Erwachsenwerden setzt voraus, dass sich die Menschen ihre Konflikte bewusst machen. Sie rational betrachten und ... <a title="Das Ich und die Welt stehen im Konflikt zueinander" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ich-und-die-welt-stehen-im-konflikt-zueinander.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ich und die Welt stehen im Konflikt zueinander">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Sigmund Freud gibt es einen grundsätzlichen Konflikt zwischen dem Ich und der Welt. Das lehrt die Menschen im Wesentlichen die Erfahrung der Schuld. Matthew B. Crawford fügt hinzu: „Dieser Konflikt verursacht Angst, aber er strukturiert auch das Individuum.“ Das Erwachsenwerden setzt voraus, dass sich die Menschen ihre Konflikte bewusst machen. Sie rational betrachten und klar und deutlich beschreiben, statt zuzulassen, dass sie ihr Verhalten bestimmen. Erwachsen zu sein bedeutet, dass man lernt, Grenzen zu akzeptieren. Die werden einem von der Welt gesetzt, die nicht alle persönlichen Bedürfnisse befriedigen wird. Bewältigt man diese Aufgabe nicht, bleibt man unreif. Im alten Glaubenssystem von Sigmund Freud war das Ziel einer psychoanalytischen „Heilung“ nicht Wohlbefinden. Matthew B. Crawford ist promovierter Philosoph und gelernter Motorradmechaniker. <span id="more-2258"></span></p>
<p><strong>Sigmund Freud betrachtet die Welt als Tragödie</strong></p>
<p>Vielmehr sollte der Analysierte in die Lage versetzt werden, sich selbst und die Grundbedingungen der menschlichen Existenz realistisch zu sehen. Matthew B. Crawford erläutert: „Anders als viele seiner geistigen Erben hatte Sigmund Freud eine tragische Vorstellung vom menschlichen Leben. Und in dieser Vorstellung war kein Platz für Träume von einer endgültigen Befreiung.“ Die gesellschaftlichen Verbote dienen nicht einfach der Unterdrückung. Sondern sie formen den Menschentyp, der in dieser Gesellschaft lebt.</p>
<p>Und es geht dabei nicht nur um Anpassung; vielmehr ist das Individuum ein Geschöpf, das allein durch Konflikte entstehen kann, und zwar in einer bestimmten historischen Situation. Sigmund Freuds Gedanke kann die psychologische Anziehungskraft des Ideals der Autonomie erhellen. Der Ursprung dieses Ideals scheint die Hoffnung auf ein Selbst zu sein, das sich nicht in Konflikt mit der Welt befindet. Eine auf das eigene Gehirn beschränkte Betrachtungsweise des Selbst passt perfekt zu dieser Hoffnung.</p>
<p><strong>Die Liebe zur Welt führt zu einem guten Leben</strong></p>
<p>In einer Rede vor Absolventen des Kenyon College erklärte der amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace, selber denken zu lernen bedeute eigentlich: „Zu lernen, wie man über das Wie und Was des eigenen Denkens eine gewisse Kontrolle ausübt. Es heißt, selbstbewusst und aufmerksam genug zu sein, um sich zu entscheiden, wie man aus Erfahrungen Sinn konstruiert.“ David Foster Wallace sagt hier etwas Wichtiges: Die Fähigkeit, Aufmerksamkeit dem eigenen Willen entsprechend zu steuern, ist eine Grundvoraussetzung für ein gutes Leben.</p>
<p>Matthew B. Wallace möchte dagegen darauf beharren, dass Sinn und Handlungsmacht davon abhängen, ob es einem Menschen gelingt, sich mit einer Welt auszusöhnen. Diese ist, was sie ist, und der Mensch muss einen Weg finden, diese Welt zu lieben. David Foster Wallace beschreibt das zentrale Problem eines Lebens in kritischer Selbstbewusstheit im Gegensatz zu Selbstzentriertheit: „[…] denn das Zeug, dessen ich mir automatisch sicher bin, erweist sich großen Teils als total falsch oder irreführend.“ Quelle: „Die Wiedergewinnung des Wirklichen“ von Matthew B. Crawford</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Rolf Dobelli unterscheidet zwischen zwei Ichs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2020 07:16:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Rolf Dobelli unterscheidet zwischen einem „erlebenden Ich“ und einem „erinnernden Ich“. Das erlebende Ich ist jener Teil des Bewusstseins, der den jeweils aktuellen Augenblick erlebt. Es erlebt nicht nur, was man gerade tut, sondern auch, was man dabei denkt und fühlt. Rolf Dobelli nennt Beispiele: „Es nimmt körperliche Zustände wie Müdigkeit, Zahnschmerzen oder Anspannung wahr.“ ... <a title="Rolf Dobelli unterscheidet zwischen zwei Ichs" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rolf-dobelli-unterscheidet-zwischen-zwei-ichs.html" aria-label="Mehr Informationen über Rolf Dobelli unterscheidet zwischen zwei Ichs">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rolf Dobelli unterscheidet zwischen einem „erlebenden Ich“ und einem „erinnernden Ich“. Das erlebende Ich ist jener Teil des Bewusstseins, der den jeweils aktuellen Augenblick erlebt. Es erlebt nicht nur, was man gerade tut, sondern auch, was man dabei denkt und fühlt. Rolf Dobelli nennt Beispiele: „Es nimmt körperliche Zustände wie Müdigkeit, Zahnschmerzen oder Anspannung wahr.“ Dies alles vermischt sich zu einem einzigen erlebten Moment. Psychologen gehen davon aus, dass ein solcher Moment rund drei Sekunden dauert. Das ist die Dauer, die man als Gegenwart empfindet, kurzum all die erlebten Dinge, die man zu einem „Jetzt“ zusammenfasst. Eine längere Zeitspanne wird bereits als Abfolge verschiedener Momente erlebt. Der Bestsellerautor Rolf Dobelli ist durch seine Sachbücher „Die Kunst des klaren Denkens“ und „Die Kunst des klugen Handelns“ weltweit bekannt geworden. <span id="more-2157"></span></p>
<p><strong>Das Erinnerungsvermögen ist anfällig für systematische Fehler</strong></p>
<p>Wenn man die Schlafzeit abzieht, erlebt ein Mensch etwa 20.000 Momente pro Tag – bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung circa eine Milliarde Momente im gesamten Leben. Fast alle Eindrücke, die während eines Augenblicks durch das menschliche Gehirn sausen, gehen unwiederbringlich verloren. Nicht mal der millionste Teil der Erfahrungen bleibt erhalten. Das erinnernde Ich dagegen ist jener Teil des Bewusstseins, das die ganz wenigen Dinge, die das erlebende Ich nicht weggeworfen hat, sammelt, bewertet, einordnet.</p>
<p>Die beiden Ichs leben selten in Harmonie oder Gleichklang. Beispielsweise ist das erlebende Ich weniger glücklich als das erinnernde Ich. Das erstaunt Rolf Dobelli nicht, denn fast jeder hat schon von der rosaroten Brille der Erinnerung gehört. Im Nachhinein sieht vieles besser aus. Das bedeutet aber auch, dass man seinem Erinnerungsvermögen nicht vertrauen darf, denn es ist anfällig für systematische Fehler. Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann erklärt zum Beispiel was es mit der Peak-End-Regel auf sich hat.</p>
<p><strong>Menschen erinnern sich hauptsächlich an den Höhepunkt und das Ende einer Episode</strong></p>
<p>Er hat festgestellt, dass sich Menschen hauptsächlich an den Peak einer Episode erinnern, also den Höhepunkt, den intensivsten Moment – und an das Ende der Episode. Alles andere fließt kaum in die Erinnerung ein. Ganz allgemein gilt folgende Faustregel: Ob eine Urlaubsreise eine Woche oder drei Wochen dauert – die Erinnerung daran wird dieselbe sein. Diesen Fehler nennt man „Duration Neglect“, also die „Missachtung der Dauer“ – neben der Peak-End-Regel der zweite schwerwiegende Fehler des Erinnerungsvermögens.</p>
<p>Rolf Dobelli fasst zusammen: „Während das erlebende Ich verschwenderisch ist (es wirft fast alles weg), ist das erinnernde Ich extrem fehleranfällig – und verleitet uns damit zu falsche Entscheidungen. Wegen der Fehleinschätzung des erinnernden Ichs neigen wir dazu, kurze, intensive Freuden zu stark zu bewerten und im Gegenzug stille, lang andauernde, unaufgeregte Freuden zu schwach.“ Viele Menschen leben daher im Hinblick auf die Sammlung zukünftiger Erinnerungen, statt sich klugerweise auf die Gegenwart auszurichten. Quelle: „Die Kunst des guten Lebens“ von Rolf Dobelli</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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