<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Erziehung &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/erziehung/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Sat, 24 May 2025 07:28:49 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.2</generator>
	<item>
		<title>Kinder besitzen eine natürliche Liebe zur Natur</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-die-bedeutung-von-erziehung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-die-bedeutung-von-erziehung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2025 01:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=6191</guid>

					<description><![CDATA[Joachim Bauer schreibt: „Kinder und Jugendliche sind für die Liebe zur Natur und die Bereitschaft zu fühlen, was die Welt fühlt, besonders empfänglich. Die Fähigkeit zur Empathie, zur Einnahme der Perspektive ihrer Mitmenschen, zur sozialen Rücksichtnahme und zur dafür notwendigen Regulation eigener Emotionen müssen Kinder und Jugendliche erwerben.“ Das gelingt nur, wenn belastbare, verlässliche Beziehungen ihnen ein Grundgefühl vermitteln, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass sie selbst Wesen sind, denen ihre Würde und ein Wert zukommen. Die entscheidende qualitative Voraussetzung der Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer schreibt: „Kinder und Jugendliche sind für die Liebe zur Natur und die Bereitschaft zu fühlen, was die Welt fühlt, besonders empfänglich. Die Fähigkeit zur Empathie, zur Einnahme der Perspektive ihrer Mitmenschen, zur sozialen Rücksichtnahme und zur dafür notwendigen Regulation eigener Emotionen müssen Kinder und Jugendliche erwerben.“ Das gelingt nur, wenn belastbare, verlässliche Beziehungen ihnen ein Grundgefühl vermitteln, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass sie selbst Wesen sind, denen ihre Würde und ein Wert zukommen. Die entscheidende qualitative Voraussetzung der Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, ist die Beziehungsorientierung. Das heißt die physische Präsenz gut ausgebildeter Begleiter, die beides bieten können: ersten die Bereitschaft, sich von jungen Menschen in Resonanz versetzen zu lassen und sich auf diese Weise in sie einzufühlen. Prof. Dr. Med. Joachim  Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-6191"></span></p>
<p><strong>Kinder haben eine natürliche Freude an kulturellen Aktivitäten</strong></p>
<p>Zweitens die Fähigkeit, in Kindern und Jugendlichen ihrerseits Resonanz auszulösen. Sozialität, Kulturalität und die Liebe zur Natur stehen in einem wechselseitigen Verhältnis. Joachim Bauer erklärt: „Wenn kleinen Kindern keine Traumatisierungen zugefügt wurden, haben sie nicht nur eine natürliche Freude an der Gemeinschaft und an kulturellen Aktivitäten – am gemeinsamen Singen, Musizieren, Sich-Bewegen, Spielen, Basteln und Malen –, sondern ganz besonders an der Begegnung mit der Natur. </p>
<p>Auch in Schulen herrscht bei Angeboten im Bereich Sport, Musik, Literatur, Theater, Philosophie, also bei alldem, was als „ästhetische Erziehung“ bezeichnet wird, ein krasser Mangel. Joachim Bauer betont: „Unsere Kultusbürokratien müssen es besser verstehen, dass die sozialemotionale Förderung von Kinder und Jugendlichen der einzig erfolgreiche Weg ist, sie auch intellektuell voranzubringen.“ Sozialität, Kulturalität und die Liebe zur Natur können sich einerseits gegenseitig fördern, andererseits wird der Mangel einer Komponente eine Verminderung oder Störung in den beiden anderen nach sich ziehen.</p>
<p><strong>Die empathische Verhalten von jungen Menschen ist rückläufig</strong></p>
<p>Der sollten die Bildungsinstitutionen noch besser dafür sorgen, dass junge Menschen in den Soziotropen, in denen sie die entscheidenden Kinder- und Jugendjahre verbringen – Familie, Kitas und Schulen –, auf allen drei Gebieten gefördert werden. Joachim Bauer erläutert: „Ein nicht geringer Teil unserer Kinder erlebt hier gravierende Mängel und zeigt zu erwartenden Störungen. Das kann seine Ursache in elterlichem Stress, in der unzureichenden Ausstattung unserer pädagogischen Einrichtungen oder in der bereits angesprochenen Rolle des Internets haben.“</p>
<p>Besonders besorgniserregend sind Hinweise auf eine Abnahme der Empathie-Fähigkeit in den letzten drei Jahrzehnten. Joachim Bauer weiß: „Dieser negativen Entwicklung lässt sich etwas entgegensetzen. Wie Untersuchungen zeigen, lassen sich junge Menschen schon im Kindergartenalter im Rahmen von Exkursionen für ein empathisches Verhalten gegenüber der Natur gewinnen.“ Ein extrem wertvoller Beitrag zur Herbeiführung einer ökologischen Wende könnte auch ein attraktiv ausgestaltetes, verpflichtendes Gemeinschaftsjahr sein. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-die-bedeutung-von-erziehung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kinder beklagen sich über ihre Eltern</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/kinder-beklagen-sich-ueber-ihre-eltern.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/kinder-beklagen-sich-ueber-ihre-eltern.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Dec 2024 02:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5825</guid>

					<description><![CDATA[Die meisten Menschen suchen Kontakte mit Personen, die ihnen gut tun und meiden Mitmenschen, die sie kränken. Wolfgang Schmidbauer weiß: „Kinder und Eltern verhalten sich oft gänzlich anders. Sie suchen, längst erwachsen und wirtschaftlich getrennt, immer noch nach Nähe und klagen über einen Mangel an Aufmerksamkeit.“ Sie weisen Geschenke zurück, die sie von anderen annehmen würden. Sie wollen verstanden werden. Der Gedanke, dass Eltern nicht nur körperliche Bedürfnisse befriedigen und die Kinder in der Anpassung an die gesellschaftliche Realität unterstützen, sondern sie verstehen und glücklich machen, hat durchaus zweischneidige Folgen.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen suchen Kontakte mit Personen, die ihnen gut tun und meiden Mitmenschen, die sie kränken. Wolfgang Schmidbauer weiß: „Kinder und Eltern verhalten sich oft gänzlich anders. Sie suchen, längst erwachsen und wirtschaftlich getrennt, immer noch nach Nähe und klagen über einen Mangel an Aufmerksamkeit.“ Sie weisen Geschenke zurück, die sie von anderen annehmen würden. Sie wollen verstanden werden. Der Gedanke, dass Eltern nicht nur körperliche Bedürfnisse befriedigen und die Kinder in der Anpassung an die gesellschaftliche Realität unterstützen, sondern sie verstehen und glücklich machen, hat durchaus zweischneidige Folgen. Eltern ahnen oft nicht, welche Macht ihnen zugeschrieben wird. Sie sind hilflos gegenüber Aktionen des erwachsenen Kindes, die sich gegen eine Besatzungsmacht richten, von der die Eltern gar nicht wissen, dass sie existiert. Wolfgang Schmidbauer gilt als einer der bekanntesten Psychoanalytiker Deutschlands. <span id="more-5825"></span></p>
<p><strong>Eltern tragen an das Kind Phantasien heran</strong></p>
<p>Es gibt zwischen Menschen keine einseitige Transformation. Eine transformierende Beziehung wie die Erziehung wirkt in beide Richtungen. Wolfgang Schmidbauer erläutert: „Indem die Eltern an das Kind Phantasien herantragen, indem sie ihm Bilder vermitteln, was sie selbst gerne geworden wären und was sie sich wünschen, dass das Kind werde, wecken sie in dem Kind Gegenphantasien.“ Es baut Bilder auf, wie die Eltern beschaffen sein müssten, um die eigenen Ziele zu erreichen und ein befriedigendes Leben zu führen.</p>
<p>In vormodernen Kulturen ernähren und schützen die Eltern ihr Kind, solange es klein ist. Sobald es selbstständiger wird, ist es ebenso wie die Eltern Traditionen unterworfen, die über beiden stehen. Wolfgang Schmidbauer ergänzt: „Das ändert sich in der individualisierten Gesellschaft. Jetzt werden die Phantasien der Eltern mächtiger – und ebenso die des Kindes. Das Kind ist vor die Aufgabe gestellt, herauszufinden, wie konform die Phantasien der Eltern mit seinen eigenen sind.“</p>
<p><strong>Eine Konfliktquelle sind Dankesschulden</strong></p>
<p>Wenn die soziale Kindheit in europäischen Familien länger dauert als die körperliche, ergeben sich nicht nur Konflikte zwischen den Adoleszenten und ihren Eltern. Wolfgang Schmidbauer fügt hinzu: „Eine zweite Konfliktquelle sind Dankesschulden, welche die Beziehung zwischen den erwachsenen Kindern und ihren Vätern oder Müttern belasten. Hier wie in vielen anderen Bereichen wird deutlich, dass Zivilisationsschritte die Menschen komfortabler leben lassen, gleichzeitig aber psychischer Stress wächst.“</p>
<p>Die seelischen Belastungen ergeben sich daraus, dass mehr imaginäre Elemente in die Kind-Eltern-Beziehung eindringen. Wolfgang Schmidbauer erklärt: „Je länger die Abhängigkeit des Kindes von den Eltern dauert, desto mehr Phantasien wachsen in den Eltern, das Kind müsse ihnen ihre Mühe danken. Umgekehrt wachsen aber auch in den Kindern unbewusste Phantasien, die Eltern müssten dankbar sein, dass sie sich solange über alle möglichen Hürden gequält haben, um die Erwartungen der Eltern an ihren sozialen Erfolg zu erfüllen.“ Quelle: „Böse Väter, kalte Mütter?“ von Wolfgang Schmidbauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/kinder-beklagen-sich-ueber-ihre-eltern.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Erziehung benötigt Regeln</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-erziehung-benoetigt-regeln.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-erziehung-benoetigt-regeln.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2024 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Impulskontrolle]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5557</guid>

					<description><![CDATA[Rüdiger Maas erläutert: „Sozialisation beschreibt die Einpassung eines Menschen in die Gesellschaft, in die gesellschaftlichen Werte, Normen und Verhaltensweisen.“ Regeln in der Erziehung erleichtern Kinder später einmal den Weg durch die verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen. Regeln sind aber auch wichtig für den Selbstschutz. Wenn Kinder die Erfahrung machen, dass ihnen nicht permanent alle Wünsche wie auf Knopfdruck erfüllt werden, lernen sie, Bedürfnisse zu verschieben und ihre eigenen Impulse zu kontrollieren. Impulskontrolle ist wichtig, um sich nicht spontan einer Aktion oder Handlung hinzugeben, die man vielleicht im Nachhinein bereuen würde oder mit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rüdiger Maas erläutert: „Sozialisation beschreibt die Einpassung eines Menschen in die Gesellschaft, in die gesellschaftlichen Werte, Normen und Verhaltensweisen.“ Regeln in der Erziehung erleichtern Kinder später einmal den Weg durch die verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen. Regeln sind aber auch wichtig für den Selbstschutz. Wenn Kinder die Erfahrung machen, dass ihnen nicht permanent alle Wünsche wie auf Knopfdruck erfüllt werden, lernen sie, Bedürfnisse zu verschieben und ihre eigenen Impulse zu kontrollieren. Impulskontrolle ist wichtig, um sich nicht spontan einer Aktion oder Handlung hinzugeben, die man vielleicht im Nachhinein bereuen würde oder mit der man anderen Menschen Schaden zufügt. Lernt ein Kind das, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es einfach mal „draufhaut“, wenn ihm etwas nicht passt. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-5557"></span></p>
<p><strong>Eltern sind ganz einfach manchmal unsicher</strong></p>
<p>Oder größer gedacht: dass das Kind zum Mitläufer wird. Oder dass es ständig danach strebt, immer mehr zu bekommen, nämlich eben all das, nach dem ihm der Kopf steht. Rüdiger Maas betont: „Durch das Versagen von Wünschen können Kinder Strukturen um sich herum aufbauen, die sowohl sie selbst als auch andere Personen schützen als auch den Sozialisationsprozess in die Gesellschaft für das Kind erleichtern.“ Das heißt mitnichten, dass die heutige Elterngeneration keine Grenzen setzen würde. Viele Eltern tun das auch.</p>
<p>Einige machen dies jedoch an der falschen Stelle, zum falschen Zeitpunkt, wie viele Pädagogen berichten. Rüdiger Maas nennt ein Beispiel: „Ein Kind bekam beispielsweise Ärger von der eigenen Mutter, als es einem anderen Kind den Leberkäse weggegessen hatte. Aber nicht, weil es damit dem anderen Kind Unrecht getan hatte, sondern weil die Mutter meinte, das Kind vertrage keinen Leberkäse.“ Wie kann ein solches Verhalten zustande kommen? Eltern sind ganz einfach manchmal unsicher.</p>
<p><strong>Kinder sind keine Freunde oder Ersatzpartner</strong></p>
<p>Diese Eltern gehen Konflikten meist aus dem Weg und sind geradezu hilflos, wenn es darauf ankommt, Grenzen in der Beziehung zu setzen.  Rüdiger Maas erklärt: „Meiner Meinung nach hat das viel mit der Beschleunigung der gesellschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit dem Siegeszug des Internets zu tun.“ Für jede Handlung gibt es mittlerweile eine Alternative. Überauswahl macht aber nicht zufriedener, sondern verunsichert die Betreffenden in der Entscheidungsfindung. </p>
<p>Einige Pädagogen und Kindertherapeuten fordern, die natürliche Hierarchie zwischen Eltern und ihren Kindern wiederherzustellen, und warnen davor, Kinder wie Freude oder Ersatzpartner zu behandeln. In vielen Fällen lässt sich nicht nur eine Erziehung auf Augenhöhe beobachten, sondern eine Steigerung dessen. Rüdiger Maas stellt fest: „Viele Erzieher berichten, dass die Eltern ihren Kindern hinterhereifern. Sie wollen wie ihre Kinder sein und empfinden ihre Kinder sogar als Vorbilder.“ Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-erziehung-benoetigt-regeln.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kinder brauchen Zuwendung und Lenkung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/kinder-brauchen-zuwendung-und-lenkung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/kinder-brauchen-zuwendung-und-lenkung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 May 2024 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Lenkung]]></category>
		<category><![CDATA[Zuwendung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5411</guid>

					<description><![CDATA[In der Pädagogik benennt man zwei Dimensionen, die das elterliche Erziehungsverhalten kennzeichnen: Die Zuwendung und die Strukturierung oder Lenkung. Rüdiger Maas erläutert: „Zuwendung beschreibt die Bereitschaft und die Fähigkeit der Eltern, auf die Signale und Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Lenkung oder Strukturierung meint das Maß, in welchem Eltern klare Anforderungen und Erwartungen an das Kind stellen. Die Art und Weise, wie Eltern Zuwendung und Lenkung kombinieren, bildet deren Erziehungsstil.“ Die amerikanische Psychologin Eleanor Maccoby und der Psychologe Martin haben bereits im Jahr 1993 herausgefunden, dass ein hohes Maß an Zuwendung,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Pädagogik benennt man zwei Dimensionen, die das elterliche Erziehungsverhalten kennzeichnen: Die Zuwendung und die Strukturierung oder Lenkung. Rüdiger Maas erläutert: „Zuwendung beschreibt die Bereitschaft und die Fähigkeit der Eltern, auf die Signale und Bedürfnisse des Kindes einzugehen. Lenkung oder Strukturierung meint das Maß, in welchem Eltern klare Anforderungen und Erwartungen an das Kind stellen. Die Art und Weise, wie Eltern Zuwendung und Lenkung kombinieren, bildet deren Erziehungsstil.“ Die amerikanische Psychologin Eleanor Maccoby und der Psychologe Martin haben bereits im Jahr 1993 herausgefunden, dass ein hohes Maß an Zuwendung, kombiniert mit einem hohen Maß an Lenkung am günstigsten für die kindliche Entwicklung ist. Diesen Erziehungsstil nennt man auch autoritativ. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-5411"></span></p>
<p><strong>Der autoritäre Erziehungsstil hat viel Schaden angerichtet</strong></p>
<p>Der autoritäre Erziehungsstil dagegen setzt ein hohes Maß an Lenkung durch strikte Maßnahmen zur Disziplinierung an und legt nicht viel Wert auf die Selbstständigkeit der Kinder. Rüdiger Maas weiß: „Der autoritäre Erziehungsstil hat in der Vergangenheit viel Schaden angerichtet und Nachteile für die Kinder heraufbeschwört.“ Auch ein antiautoritärer Erziehungsstil hat seine Schattenseiten. Denn zwar ist Mitentscheiden nicht unbedingt schlecht, allerdings darf das nicht zu Gunsten von zu wenig Lenkung erfolgen.</p>
<p>Jedoch nehmen Diskussionen auf Augenhöhe stark zu. Rüdiger Maas nennt Beispiele: „So dürfen Kinder zu Hause oft entscheiden, was sie anziehen möchten. Im Winter nur ein T-Shirt, selbst wenn das Kind erkältet ist. In den Kindergarten darf es ebenfalls gehen, wenn das Kind das trotz Krankheit möchte.“ Das liegt vor allem daran, dass die Eltern keine Zeit oder Möglichkeit haben, sich zu Hause um ein krankes Kind zu kümmern oder lange zu diskutieren, was es anzuziehen gilt.</p>
<p><strong>Grenzen sind für die Entwicklung eines Kindes sehr wichtig</strong></p>
<p>Kranke Kinder mit Fieber in der Kita sind für Erzieherinnen schon lägst Alltag geworden. Dem Kind wird ein Fieberzäpfchen gegeben, und dann ab in die Aufbewahrung, sonst muss man wieder einen Arbeitstag opfern. Und das, obwohl die Kinder heutzutage stark im Fokus stehen. Rüdiger Maas erklärt: „Das hat viele Gründe: Im Schnitt werden weniger Kinder pro Familie geboren, wodurch sich die Aufmerksamkeit in vielen Familien auf ein Kind begrenzt. Der gesellschaftliche Wohlstand ist angestiegen, wodurch man sich mehr leisten kann.“</p>
<p>Wo manche Eltern früher vielleicht aus finanziellen Gründen Nein zu ihren Kindern sagen mussten, kann heute öfter Ja gesagt werden. Rüdiger Maas betont: „Grenzen sind aber für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig. Einmal aus gesellschaftlicher Perspektive: In der Gesellschaft herrschen bestimmte Regeln, wie wohl oder übel berücksichtigt werden müssen.“ Das fängt bereits in der Kita an, setzt sich fort in der Schule und begegnet einem Menschen später auch bei seinem Arbeitgeber. Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/kinder-brauchen-zuwendung-und-lenkung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein System kann schnell ins Wanken geraten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Dec 2023 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5082</guid>

					<description><![CDATA[Durch eine einzelne Aktion, ähnlich wie beim Wischen auf dem Smartphone, kann ein ganzes System ins Wanken geraten. Der Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer bezeichnet dieses Phänomen als „Schwarmdummheit“. Er erklärt: „Schwarmdummheit bezeichnet das Auseinanderfallen eines Kollektivs von Menschen durch übermäßige Kommunikation.“ Manfred Spitzer leitet diesen Begriff von Fischschwärmen her. Auf Menschen ist dieses Prinzip allerdings nur begrenzt anwendbar, weil Menschen durch ihre Kommunikation dieses Kollektiv in Gefahr bringen. Rüdiger Maas erläutert: „Der Grund hierfür liegt in der Sozialpsychologie: Werden Meinungen in Gruppen geteilt, können diese andere Menschen in ihren&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Durch eine einzelne Aktion, ähnlich wie beim Wischen auf dem Smartphone, kann ein ganzes System ins Wanken geraten. Der Neurowissenschaftler und Psychiater Manfred Spitzer bezeichnet dieses Phänomen als „Schwarmdummheit“. Er erklärt: „Schwarmdummheit bezeichnet das Auseinanderfallen eines Kollektivs von Menschen durch übermäßige Kommunikation.“ Manfred Spitzer leitet diesen Begriff von Fischschwärmen her. Auf Menschen ist dieses Prinzip allerdings nur begrenzt anwendbar, weil Menschen durch ihre Kommunikation dieses Kollektiv in Gefahr bringen. Rüdiger Maas erläutert: „Der Grund hierfür liegt in der Sozialpsychologie: Werden Meinungen in Gruppen geteilt, können diese andere Menschen in ihren Meinungen und Äußerungen beeinflussen.“ So erhält man verzerrte Bilder der Realität und nicht das „intelligente“ Abbild der Statistik. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-5082"></span></p>
<p><strong>Viele Eltern lassen sich fremdbestimmen</strong></p>
<p>Die sogenannte Schwarmintelligenz schlägt in Schwarmdummheit um, eben weil sich die Menschen miteinander vernetzt haben und ihr Verhalten nach dem ausrichten, was sie von anderen Menschen erwarten. Eine enorme Beschleunigung findet sich auch im Netz. Vor allem in den Social-Media-Kanälen. Im Netz greifen die User auf unendlich viele Meinungen zurück. Alle streben danach, sich dem Kollektiv anzupassen. Viele Menschen wollen perfekte Eltern sein und lassen sich doch fremdbestimmen. Philosophen sprechen dabei von einer „entmenschlichten“ Erziehung.</p>
<p>Rüdiger Maas weiß: „Entmenschlicht ist diese Erziehung vor allem, weil die Zeit fehlt. Denn all die digitale Kommunikation frisst viel Zeit auf. Und das ist auch so gewollt.“ Der Professor für Molekulare Psychologie Christian Montag untersucht, wie psychische Funktionen des Menschen durch die Technologienutzung beeinflusst und verändert werden. Christian Montag spricht sogar davon, dass ein „Kampf der IT-Konzerne um unsere Aufmerksamkeit“ stattfindet. Mittels psychologischer Effekte schaffen es Plattformen, dass sich Menschen möglichst lange auf ihnen aufhalten.</p>
<p><strong>Die analoge Welt spielt eine immer geringere Rolle</strong></p>
<p>Es kann sogar das Gefühl entstehen, im Netz Raum und Zeit zu verlieren. Ein Gefühl, das wohl die meisten Menschen kennen. Man möchte nur kurz etwas im Netz nachschauen oder nur das eine Video sehen und hat schließlich viel mehr Zeit verschwendet und deutlich zu viele Videos konsumiert. Das Internet macht es den Usern leicht, sich in ihm zu verlieren. Man kann beispielsweise die Lieblingsserie jederzeit sofort anschauen ohne nerviges Warten auf irgendeine Uhrzeit.</p>
<p>Alles ist unmittelbar zugänglich, jedenfalls in Sachen Entertainment – und das in einer Geschwindigkeit, für die Menschen schon längst nicht mehr gemacht sind. Rüdiger Maas ergänzt: „Was aber nicht immer zugänglich ist, ist die Zeit. Diese geht verloren.“ Leider spielt die analoge Welt für viele Menschen eine immer geringere Rolle. Die analoge Welt tritt ins zweite Gleis und hat stellenweise ausgedient. Kompensieren soll das das Internet. Allerdings mit meist negativen Folgen. Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas. </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/eine-aktion-kann-ein-ganzes-system-ins-wanken-bringen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Manchmal ist Heuchelei unumgänglich</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/alexander-somek-heuchelei.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/alexander-somek-heuchelei.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2023 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Heuchelei]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=4926</guid>

					<description><![CDATA[Zur Heuchelei zu greifen, ist aus Gründen der Klugheit unumgänglich, wenn die moralischen Standards formal und unbestimmt sind. Die aufgeklärte Moral unterminiert sich selbst. Sie wird zu einem System, in dessen Kontext sich das Urteil des einen die Furcht vor dem Urteil des anderen spiegelt. Alexander Somek fügt hinzu: „Darüber hinaus unterwandert die heuchlerische Moralität auch die Legalität des Verhaltens.“ Sie tut dies auf zweierlei Weise. Erstens beginnt das Rechtssystem, die Adressaten zu erziehen. Es kommt daher auch nicht von ungefähr, dass die Bekämpfung von sexueller Belästigung nicht so sehr&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Heuchelei zu greifen, ist aus Gründen der Klugheit unumgänglich, wenn die moralischen Standards formal und unbestimmt sind. Die aufgeklärte Moral unterminiert sich selbst. Sie wird zu einem System, in dessen Kontext sich das Urteil des einen die Furcht vor dem Urteil des anderen spiegelt. Alexander Somek fügt hinzu: „Darüber hinaus unterwandert die heuchlerische Moralität auch die Legalität des Verhaltens.“ Sie tut dies auf zweierlei Weise. Erstens beginnt das Rechtssystem, die Adressaten zu erziehen. Es kommt daher auch nicht von ungefähr, dass die Bekämpfung von sexueller Belästigung nicht so sehr auf die legale Befolgung von Regeln vertraut, sondern auf eine Abrichtung durch Training. Alexander Somek ist seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. <span id="more-4926"></span></p>
<p><strong>Erziehung führt zu freiwilligen Handlungen</strong></p>
<p>Zweitens verdrängt in diesem Zusammenhang die moralisch inhaltliche Dimension die Relation von Kompetenz und Eingriffsgrenze. Die Moral hat keine Geduld mit Changierendem oder mit der Zweideutigkeit. Das soziale Leben der Menschen ist allerdings damit durchsetzt. Es verleiht ihm eine gewisse Süße. Auch gibt es echte oder vermeintliche Fehlleistungen und Akte, über die objektiv unklar ist, ob sie einen sexuellen Subtext kommunizieren.</p>
<p>Alexander Somek betont: „Der Schutz vor sexueller Belästigung zielt darauf ab, dass die Männer den Frauen mit einer respektvollen Haltung begegnen.“ Andere dazu zu bewegen, gute Haltungen auszubilden, bedeutet nichts anderes, als sie zu erziehen. Diese Erziehung funktioniert umso besser, je tiefer die Unsicherheit über die Verhängung einer Sanktion und der damit verbundenen sozialen Ächtung den Zöglingen ein Über-Ich einsetzt, das sie zur Selbstzensur zwingt. Nach Aristoteles ist die Erziehung der Prozess, wodurch man sich an Handlungen gewöhnt und damit die Einstellung annimmt, aufgrund derer man diese Handlungen freiwillig ausführt. </p>
<p><strong>Das Recht soll Menschen innerlich tugendhaft machen</strong></p>
<p>Da Erziehung nicht notwendig wäre, wenn es ausreichte, an die Einsicht der Zöglinge zu appellieren, bedarf sie der Unterstützung durch Sanktionen und Anreize. Alexander Somek ergänzt: „Das äußerliche Einwirken auf den Handelnden ist für die Erziehung essenziell. Das Recht verleiht den äußeren Mitteln, mit denen Kinder erzogen werden eine über die Kindheit hinausgehende Relevanz.“ Dabei ist es einerlei ob das Recht konventionell auf traditionelle Tugenden oder postkonventionell auf die Haltung universellen Respekts abzielt.</p>
<p>Denn in seiner erzieherischen Funktion zielt das Recht darauf ab, die Menschen durch die äußerliche Veranlassung innerlich tugendhaft zu machen. Wie bei der familiären Erziehung sollen durch Strafe und Anreize gelungene Menschen geschaffen werden. Alexander Somek erklärt: „Dem Recht eine solche Funktion zuzubilligen, ist sinnvoll, wenn man meint, dass das gedeihliche menschliche Zusammenleben moralisch gute Menschen voraussetzt. Das war von der Antike bis ins Mittelalter eine allseits gemachte Unterstellung.“ Quelle: „Moral als Bosheit“ von Alexander Somek</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/alexander-somek-heuchelei.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Demütigungen verursachen psychisches Leid</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-demuetigung-als-erziehungsmethode.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-demuetigung-als-erziehungsmethode.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2023 02:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demütigung]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=4370</guid>

					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Demütigungen gehörten über Jahrhunderte zu den Kernmethoden der Erziehung, teilweise sind sie das heute noch.“ Bewusste Bloßstellungen, Beschämungen und Erniedrigungen wurden instrumentalisiert, um „den Willen des Kindes zu brechen“. Die in der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs und staatlichen Institutionen verfassten Protokolle belegen, mit welcher Menschenverachtung und mit welch hohem Maß an Sadismus die Demütigungen systematisch angewendet wurden. Demütigungen lösen psychische Störungen aus, induzieren kriminelle Karrieren und können die Betroffenen aus geordneten Bahnen hinausdrängen. In Japan, wo die Erziehung stark auf die Aufrechterhaltung der Ehre ausgerichtet ist, ergeben&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Demütigungen gehörten über Jahrhunderte zu den Kernmethoden der Erziehung, teilweise sind sie das heute noch.“ Bewusste Bloßstellungen, Beschämungen und Erniedrigungen wurden instrumentalisiert, um „den Willen des Kindes zu brechen“. Die in der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs und staatlichen Institutionen verfassten Protokolle belegen, mit welcher Menschenverachtung und mit welch hohem Maß an Sadismus die Demütigungen systematisch angewendet wurden. Demütigungen lösen psychische Störungen aus, induzieren kriminelle Karrieren und können die Betroffenen aus geordneten Bahnen hinausdrängen. In Japan, wo die Erziehung stark auf die Aufrechterhaltung der Ehre ausgerichtet ist, ergeben sich Demütigungen der Kinder durch narzisstische Wutanfälle der Erzieher. Deshalb so folgert die Psychoanalytikerin Ruth Benedict, dürfe man sich nicht wundern, dass in Japan Leute manchmal in höchst aggressiven Handlungen explodieren. Reinhard Haller ist Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik mit dem Schwerpunkt Abhängigkeitserkrankungen. <span id="more-4370"></span></p>
<p><strong>Kollektive Demütigung führt zu Feindschaft und Krieg</strong></p>
<p>Klarer als manche psychologischen und pädagogischen Professionalisten hat die Macht der Demütigung der Physiker Albert Einstein erkannt, wenn er sagt: „Demütigung bzw. geistige Unterdrückung durch verständnislose und egozentrische Lehrer tut schweren, untilgbaren Schaden im kindlichen Gemüte, der gar oft das spätere Leben verhängnisvoll beeinflusst.“ Die Folgen für die Gedemütigten werden maßlos unterschätzt, vor allem die Tatsache, dass Betroffene eine Demütigung äußerst schwer vergeben können.  </p>
<p>Zudem kann sie bei den Opfern gefährliche Reaktionen auslösen. Reinhard Haller erläutert: „Durch nichts wird die Scham-Wut-Spirale derart angestachelt wie durch Demütigungen, die schwersten Formen der Kränkung. Durch die Dynamik der Demütigung werden soziale Beziehungen zerrissen und jahrelange Auseinandersetzungen hervorgerufen.“ Gefühle individueller Demütigung sind Wurzeln von erweiterten Suiziden und erweiterten Tötungshandlungen, von Familientragödien und Terroranschlägen. Jene der kollektiven Demütigung führt zu Feindschaft und Krieg. </p>
<p><strong>Demütigungen behindern Konfliktlösungen</strong></p>
<p>Aus der Geschichte kann man lernen, das Gefühle der Demütigungen zu allen Zeiten und in den meisten Gesellschaften den zentralen Aspekt gewalttätiger Konflikte darstellen. Reinhard Haller betont: „Nichts behindert die Konfliktlösungen mehr als Demütigungen, wie man beispielsweise am endlosen Israel-Palästina-Konflikt oder anhand des syrischen Bürgerkriegs sieht.“ Individuelle und kollektive Erlebnisse der Demütigung können nur äußerst schwer vergeben werden. Die stärksten Gefühle der Demütigung kommen jedoch in jenen Opfern auf, die ihre Demütiger bewundern. </p>
<p>Wenn dann solche Opfer die Möglichkeit zur Rache für die erlittenen Kränkungen erhalten, wird diese oft mit besonderer Brutalität, bis hin zum Völkermord, durchgeführt. Reinhard Haller stellt fest: „Die innovativen Forschungen über Demütigung stellen das aus demütigender Erniedrigung resultierende Bedürfnis nach Uneinigkeit und Rache in den Mittelpunkt.“ Bei Verhandlungen muss vor allem das Gefühl der Demütigung beider Seiten in das Zentrum gerückt werden, ansonsten ist eine Vermittlung von vornherein aussichtslos. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-demuetigung-als-erziehungsmethode.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tugenden behält man auf Dauer</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/tugenden-behaelt-man-auf-dauer.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/tugenden-behaelt-man-auf-dauer.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 02:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begehren]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Tugend]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=3179</guid>

					<description><![CDATA[Manche Kinder neigen mehr zu Großzügigkeit, Bescheidenheit oder Gerechtigkeit als andere. Frédéric Lenoir weiß: „Allerdings spielt für die Entwicklung dieser Eigenschaften die Erziehung eine wesentlich Rolle. Sie kann auch gewisse natürliche Neigungen korrigieren, die zu Süchten oder Lastern führen könnten.“ Seiner Meinung nach stehen Tugenden folglich an der Schnittstelle von Natur und Kultur. Selbst wenn letztlich die Kultur für ihre Entwicklung bestimmend ist. Aristoteles zufolge erlangt und behält man Tugenden eigentlich auf Dauer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sein Leben lang tugendhaft ist! Über die Erziehung vermittelte Tugend wird&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Kinder neigen mehr zu Großzügigkeit, Bescheidenheit oder Gerechtigkeit als andere. Frédéric Lenoir weiß: „Allerdings spielt für die Entwicklung dieser Eigenschaften die Erziehung eine wesentlich Rolle. Sie kann auch gewisse natürliche Neigungen korrigieren, die zu Süchten oder Lastern führen könnten.“ Seiner Meinung nach stehen Tugenden folglich an der Schnittstelle von Natur und Kultur. Selbst wenn letztlich die Kultur für ihre Entwicklung bestimmend ist. Aristoteles zufolge erlangt und behält man Tugenden eigentlich auf Dauer. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sein Leben lang tugendhaft ist! Über die Erziehung vermittelte Tugend wird erst stark und schlägt in einem Menschen Wurzeln, wenn er sich in ihr übt. Die Tugend ist eine stabile Eigenschaft, etwas, das sich einem Menschen einprägt, wenn er tugendhaft handelt. Frédéric Lenoir ist Philosoph, Religionswissenschaftler, Soziologe und Schriftsteller. <span id="more-3179"></span></p>
<p><strong>Die Tugend ist die ideale Mitte zwischen zwei Extremen</strong></p>
<p>Aber das Gegenteil ist auch wahr: Man wird lasterhaft, wenn man schlecht handelt. Aristoteles definiert im Übrigen die Tugend als ideale Mitte zwischen zwei Extremen, die jeweils Schwächen sind. Demnach wäre Mäßigung die vorbildliche Mitte zwischen Ausschweifung und Askese. Die Tapferkeit bildet die ideale Mitte zwischen Feigheit und Kühnheit. Dagegen hat Buddha in der Tat mit extremen Wegen experimentiert. Nach dem Luxus seines Lebens als Fürst ist er ins andere Extrem gefallen: Askese und totaler Verzicht.</p>
<p>Frédéric Lenoir fügt hinzu: „Als er bemerkt hat, dass er so nicht weiterkommt, hat er sich an den Fuß eines Baumes gesetzt, um Tag und Nacht zu meditieren.“ So hat er die Erweckung, die Erleuchtung erlangt. Diese hat ihm insbesondere ermöglicht, intuitiv zu verstehen, wo die wahre Weisheit liegt. Nämlich die richtige Mitte zwischen der Hingabe an Sinnesfreuden und dem Verzicht darauf zu finden. Indem er diese beiden Extreme vermied, entdeckte Buddha den Weg der Mitte.</p>
<p><strong>Durch das Begehren verändert sich ein Mensch</strong></p>
<p>Auf diesem Weg fand er Klarsicht und Erkenntnis, der ihn zum Frieden, zur Weisheit und ins Nirwana führte. Das ist die gleiche Idee, wie sie Aristoteles entwickelt hat. Nämlich ein Gleichgewicht zwischen zwei Extremen, das allerdings auf das gesamte Leben anzuwenden ist. Die Weisheit lehrt, eine ausgewogene Existenz ohne Exzesse zu führen. Sinnesfreuden zu genießen, ohne sich an sie zu klammern. Zu guter Letzt läuft das alles auf die täglichen kleinen Entscheidungen hinaus, die zu Gewohnheiten werden.</p>
<p>Die Epikureer denken, die praktische Klugheit, die Urteilskraft, reiche aus, um den Begierden Herr zu werden und die schlechten Gewohnheiten abzulegen. Die Stoiker dagegen sind überzeugt, alles sei eine Frage des Willens: „Wenn Du willst, kannst Du auch!“. Die Erfahrung lehrt, dass beide Fähigkeiten notwendig sind, aber oft nicht genügen. Baruch de Spinoza ist zweifellos der erste Weise, der bestätigt, dass das menschliche Wesen noch eine andere Macht als Verstand und Willenskraft benötigt, um sich zu ändern: das Begehren. Quelle: „Weisheit“ von Frédéric Lenoir</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/tugenden-behaelt-man-auf-dauer.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Gewissen ist ein Produkt der Erziehung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-gewissen-ist-ein-produkt-der-erziehung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/das-gewissen-ist-ein-produkt-der-erziehung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2021 01:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2797</guid>

					<description><![CDATA[Der australische Philosoph Peter Singer zweifelt daran, dass das Gewissen immer eine Richtschnur sein kann: „Der Satz, wir sollten unserem Gewissen folgen, ist nicht zu bestreiten. Aber er ist auch nicht hilfreich, wenn dem Gewissen folgen heißt, das zu tun, was man nach reiflicher Überlegung für richtig hält.“ Dem eigenen Gewissen folgen, heißt dann allerdings auch, seiner Verantwortlichkeit als rational Handelnder abzuschwören. Für Klaus-Peter Hufer folgt daraus, die Berücksichtigung aller relevanter Faktoren zu vernachlässigen. Und somit nicht gemäß der besten Beurteilung des in der Situation Richtigen oder Falschen zu handeln.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der australische Philosoph Peter Singer zweifelt daran, dass das Gewissen immer eine Richtschnur sein kann: „Der Satz, wir sollten unserem Gewissen folgen, ist nicht zu bestreiten. Aber er ist auch nicht hilfreich, wenn dem Gewissen folgen heißt, das zu tun, was man nach reiflicher Überlegung für richtig hält.“ Dem eigenen Gewissen folgen, heißt dann allerdings auch, seiner Verantwortlichkeit als rational Handelnder abzuschwören. Für Klaus-Peter Hufer folgt daraus, die Berücksichtigung aller relevanter Faktoren zu vernachlässigen. Und somit nicht gemäß der besten Beurteilung des in der Situation Richtigen oder Falschen zu handeln. Die „innere Stimme“ ist laut Peter Singer wahrscheinlich eher ein Produkt von Erziehung und Ausbildung. Wahrscheinlich ist sie keine Quelle genuiner moralischer Einsicht. Klaus-Peter Hufer promovierte 1984 in Politikwissenschaften, 2001 folgte die Habilitation in Erziehungswissenschaften. Danach lehrte er als außerplanmäßiger Professor an der Uni Duisburg-Essen. <span id="more-2797"></span></p>
<p><strong>Das Gewissen ist sehr persönlicher Natur</strong></p>
<p>Hier stellt sich für Klaus-Peter Hufer die Frage, inwieweit Rationalität die Gewähr für „richtiges“ Handeln ist. Rationalität allein kann auch zu bloßer Funktionalität und damit zu dem führen, was nur „nützlich“ ist. Das muss aber nicht immer „gut“ sein. Bertrand Russell misst dem Gewissen subjektive Gründe bei, die zwar von außen festgelegt werden, aber von sehr persönlicher Natur sind: „Das Gewissen kann man wohl definieren als Lob und Tadel, die man sich bei der Erwägung einer Handlung selbst erteilt.“</p>
<p>Bertrand Russell fährt fort: „Bei den meisten Leuten sind es nur Reflexe des Lobes und Tadelsihrer jeweiligen Gemeinschaft. Bei manchen aber haben sie infolge emotionaler oder geistiger Besonderheiten eine persönliche Färbung.“ Einen anderen Vorschlag, was das Gewissen ausmacht, findet man bei dem Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Erich Fromm (1900 – 1980). Für ihn gibt es nicht ein Gewissen, sondern gleich zwei. Das erste ist das autoritäre Gewissen: „Die Inhalte des autoritären Gewissens werden aus Geboten und Tabus der Autorität abgeleitet.“</p>
<p><strong>Das humanistische Gewissen ist die eigene Stimme</strong></p>
<p>Die Stärke des autoritären Gewissens wurzelt laut Erich Fromm in Angstgefühlen vor der Autorität und in Bewunderung für sie. Ein gutes Gewissen ist das Bewusstsein, der Autorität zu gefallen, ein schlechtes Gewissen, ihr zu missfallen. Das gute Gewissen ruft ein Gefühl des Wohlbehagens und der Sicherheit hervor. Denn es bedeutet die Zustimmung seitens der Autorität und eine nähere Verbindung zu ihr. Das schlechte Gewissen ruft Furcht und Verunsicherung hervor, weil ein Handeln gegen den Willen der Autorität die Gefahr einschließt, bestraft oder von der Autorität verlassen zu werden.</p>
<p>Das zweite ist das humanistische Gewissen: „Das humanistische Gewissen ist nicht die nach innen verlegte Stimme einer Autorität, der wir gefallen wollen und der zu missfallen wir fürchten. Es ist die eigene Stimme, die in jedem Menschen gegenwärtig ist und die von keinen äußeren Strafen und Belohnungen abhängt.“ Das humanistische Gewissen ist die Reaktion der Gesamtpersönlichkeit auf deren richtiges oder gestörtes Funktionieren. Gewissen ist für Erich Fromm die Reaktion des eigenen Selbst auf sich selbst. Quelle: „Zivilcourage“ von Klaus-Peter Hufer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/das-gewissen-ist-ein-produkt-der-erziehung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sinnvolle Erziehung führt zur Selbstreflexion</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eine-sinnvolle-erziehung-fuehrt-zu-selbstreflexion.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/eine-sinnvolle-erziehung-fuehrt-zu-selbstreflexion.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 May 2021 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor W. Adorno]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2669</guid>

					<description><![CDATA[Nach dem Zweiten Weltkrieg analysierte Theodor W. Adorno die möglichen Ursachen für die aktuelle Situation sowie für die Tragödie, die Europa erschüttert hatte. Dazu beschäftigte er sich mit dem wichtigsten Bereich des öffentlichen Lebens seiner Zeit: mit der Erziehung. Theodor W. Adorno hatte lange über die Widersprüche der modernen Gesellschaft und die Gefahren einer invasiven und zerstörerischen Massenkultur nachgedacht. Isabella Guanzini erläutert: „Die Erziehung – verstanden im weitesten Sinne von der Schule bis zu den Massenmedien – sah er als ein wichtiges Instrument für eine allmähliche und wirksame Veränderung der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg analysierte Theodor W. Adorno die möglichen Ursachen für die aktuelle Situation sowie für die Tragödie, die Europa erschüttert hatte. Dazu beschäftigte er sich mit dem wichtigsten Bereich des öffentlichen Lebens seiner Zeit: mit der Erziehung. Theodor W. Adorno hatte lange über die Widersprüche der modernen Gesellschaft und die Gefahren einer invasiven und zerstörerischen Massenkultur nachgedacht. Isabella Guanzini erläutert: „Die Erziehung – verstanden im weitesten Sinne von der Schule bis zu den Massenmedien – sah er als ein wichtiges Instrument für eine allmähliche und wirksame Veränderung der gesellschaftlichen Beziehungen.“ Denn nur durch Erziehung sei es seiner Meinung nach möglich, den wachsenden Konformismus und sektiererischen Identitätszwang entgegenzuwirken. Konkret braucht es ein neues Bewusstsein und eine neue Sensibilität für die Bedingungen des Fühlens. Isabella Guanzini ist Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Graz. <span id="more-2669"></span></p>
<p><strong>Eine totalitäre Weltsicht erfordert zwingend Widerstand</strong></p>
<p>Die alles durchdringende Vorstellungswelt der konformistischen Gesellschaft steht seiner Meinung nach allen Formen des Fundamentalismus offen. Indem sie sich als alleinige Weltsicht darstellt, schwächt sie den Willen der Einzelnen und manipuliert die Wahrnehmung von Alternativen. Darum ist es wichtig, das Fühlen wieder zu lernen, um die Welt neu zu sehen und auf neue Weise in ihr leben zu können. In einer seiner letzten Schriften „Erziehung nach Auschwitz“, entwickelt Theodor W. Adorno Gedanken, die dazu beitragen sollen, dass sich die von der europäischen Zivilisation hervorgebrachte Barbarei nicht wiederholt.</p>
<p>Er ist überzeugt, dass die Bedingungen, die vergleichbare Tragödien der Menschheit möglich machen in den verschiedensten Gesellschaften nach wie vor potentiell präsent und wirksam sind: „Solcher Besinnungslosigkeit ist entgegenzuarbeiten. Die Menschen sind davon abzubringen, ohne Reflexion auf sich selbst nach außen zu schlagen. Erziehung wäre sinnvoll überhaupt nur als eine zur kritischen Selbstreflexion.“ Die wichtigsten Elemente des Widerstands gegen jegliche totalitäre und antihumanistische Weltsicht sind Immanuel Kants Imperativ der subjektiven Autonomie.</p>
<p><strong>Theodor W. Adorno analysiert die Gefühlsbildung</strong></p>
<p>Der Widerstand beinhaltet das Prinzip der Selbstbestimmung des Einzelnen, das sich jeder Form von Unterwerfung oder Konformismus widersetzt. Isabella Guanzini weiß: „Dieses pädagogische Projekt hat jedoch nicht ausschließlich die kognitive Sphäre im Blick, sondern vor allem die der Gefühle.“ Denn Theodor W. Adornos Analyse konzentriert sich auf die Gefühlsbildung seiner Zeit. Diese beruhte auf einem bestimmten Ideal von Männlichkeit, Kälte und Zähigkeit sowie dem Aushalten von Anstrengung und Schmerz.</p>
<p>Dies hielt man für die wichtigsten Prinzipien einer zeitgemäßen Pädagogik. Dahinter zeichnet sich ein pädagogisches Modell ab, das danach strebt, die Muskelkraft des Ich zu stärken. Dies geschah mit Hilfe der imaginären Maske einer angeblichen subjektiven Autonomie. Diese kann Schmerz aushalten und so ein Zeichen ihrer emotionalen Reife und Stabilität setzen. Die herrschende Ideologie im damaligen Deutschland verfolgte also eine Erziehung zu Härte und Unempfindlichkeit. Quelle: „Zärtlichkeit“ von Isabella Guanzini</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/eine-sinnvolle-erziehung-fuehrt-zu-selbstreflexion.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
