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	<title>Erich Fromm &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2025 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert Kitzler schreibt: „An erster Stelle sollen hier einige Gedanken des Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm wiedergegeben werden, der in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts in seinem Weltbestseller „Die Kunst des Liebens“, aber auch in anderen Büchern, das Wesen der Liebe beschrieben und den Zusammenhang von Liebe und Lebensglück herausgearbeitet hat.“ Erich Fromm stellt ... <a title="Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/albert-kitzler-erich-fromm.html" aria-label="Mehr Informationen über Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert Kitzler schreibt: „An erster Stelle sollen hier einige Gedanken des Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm wiedergegeben werden, der in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts in seinem Weltbestseller „Die Kunst des Liebens“, aber auch in anderen Büchern, das Wesen der Liebe beschrieben und den Zusammenhang von Liebe und Lebensglück herausgearbeitet hat.“ Erich Fromm stellt die fundamentale Bedeutung der Liebe für ein gelingendes Leben heraus und betont ihre Verwurzelung in dem Erlebnis der vorgeburtlichen Einheit mit der Mutter und der Natur. Auf der Grundlage eines umfangreichen psychologischen, philosophischen, soziologischen, anthropologischen und kulturhistorischen Wissens stellt er die verschiedenen Erscheinungsformen der Liebe im weitesten Sinne dar. Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-6016"></span></p>
<p><strong>Die Bindung des Kindes an die Mutter ist die elementarste</strong></p>
<p>Zudem weist Erich Fromm auf die Entstehungsbedingungen der Liebe, aber auch auf ihre pervertierten und krankhaften Erscheinungen hin. Er betont die Bedeutung der Liebe für die Selbstverwirklichung, seelische Gesundheit und Lebensfreude sowie für ein gedeihliches Zusammenleben. Erich Fromm schreibt: „Die elementarste der natürlichen Bindungen, ist die Bindung des Kindes an die Mutter.“ Das Kind beginnt sein Leben im Mutterleib und sogar noch nach der Geburt bleibt das Kind körperlich hilflos und völlig von der Mutter abhängig.</p>
<p>Das Kind erlebt die Mutter in diesen entscheidenden ersten Lebensjahren als die Quelle des Lebens, als eine allumfassende, beschützende, nährende Kraft. Albert Kitzler fügt hinzu: „Die Mutter ist Nahrung; sie ist Liebe; sie ist Wärme; sie ist Erde. Von ihr geliebt zu werden, bedeutet lebendig sein, verwurzelt sein, daheim sein.“ Genauso wie die Geburt bedeutet, dass man den umhüllenden Schutz des Mutterleibes verlassen muss, so bedeutet das Heranwachsen, dass man die schützende Welt der Mutter zu verlassen hat.</p>
<p><strong>Die Bindung an die Mutter ist auch eine Bindung an die Natur</strong></p>
<p>Aber selbst bei reifen Erwachsenen verliert sich die Sehnsucht nach jener einmal vorhandenen Situation nie völlig. Albert Kitzler weiß: „An anderer Stelle weist Erich Fromm darauf hin, dass die Bindung an die Mutter auch eine Bindung an die Natur ist, mit der man – vermittelt durch den Leib der Mutter – eine Einheit bildet.“ Die durch die Geburt vollzogene Trennung würde zum Erlöschen des Lebens führen, wenn an die Stelle der ursprünglichen Einheit keine neuen zwischenmenschlichen Beziehungen treten.</p>
<p>Der Mensch ist aus seiner ursprünglichen Einheit mit der Natur, die für das Leben der Tiere kennzeichnend ist, herausgerissen. Albert Kitzler ergänzt: „Die Notwendigkeit, mit anderen lebenden Wesen eine Verbindung einzugehen, mit ihnen in Beziehung zu stehen, ist ein unverzichtbares Bedürfnis, von dessen Befriedigung die geistige Gesundheit des Menschen abhängt.“ In der Liebe erlebt der Mensch ein neues Gefühl der Einheit, des Teilens und des Einsseins. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Aug 2024 01:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
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					<description><![CDATA[Michaela Brohm-Badry weiß: „Bei jeder spontanen Tätigkeit stärkt ein Mensch sein Selbst. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv tätig ist.“ Doch manchmal fällt es nicht so leicht, aktiv tätig zu sein. Hilfreich ist dabei ein hohes Maß an innerer und äußerer Freiheit. „Ich glaube“, schreibt Erich Fromm, „dass man ... <a title="Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michaela-brohm-badry-frei-von-bindungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Michaela Brohm-Badry weiß: „Bei jeder spontanen Tätigkeit stärkt ein Mensch sein Selbst. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv tätig ist.“ Doch manchmal fällt es nicht so leicht, aktiv tätig zu sein. Hilfreich ist dabei ein hohes Maß an innerer und äußerer Freiheit. „Ich glaube“, schreibt Erich Fromm, „dass man erst frei von seinen inneren und/oder äußeren Bindungen sein muss, um frei zu etwas sein zu können: zu schöpferischem, gestaltendem Tun, zu mehr Erkenntnis usw. Erst dann ist man fähig, ein freies tätiges, verantwortliches Wesen zu sein.“ Fast ist das ein Aufruf zur Selbstbefreiung. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5576"></span></p>
<p><strong>Hier und Heute spielt sich das Leben ab</strong></p>
<p>Der Humanist Erich Fromm versteht den wachsenden Menschen als aktiv handelnden Menschen. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und zwar geht es um ein Handeln nicht im Sinne des reinen Selbstzwecks – um irgendetwas zu tun –, auch nicht als entfremdeter Arbeitslohnerwerb, sondern um eine viel innigere Aktivitätsform: um ein Handeln im Sinne der Verwirklichung des Selbst.“ Lebendig fühlt man sich nach Erich Fromm, wenn man Körper, Geist und Seele nicht durch fremden Druck, sondern entsprechend dem eigenen Ich aktiviert.</p>
<p>Wenn dies geschieht, wachsen Glück, Lebensbejahung und Gesundheit, wenn nicht, wachsen Destruktion, Aggression und Depression. Michaela Brohm-Badry betont: „Letztendlich ist der Weg des aktiven Lebens auch der Ratschlag das Leben am Schopfe zu fassen, mit einem liebenden Herzen zu leben und den inneren Impulsen mehr Vertrauen zu schenken als äußerem Druck.“ Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier und Heute spielt sich das Leben ab. Denn das Wesen des Lebens ist flüchtig.</p>
<p><strong>Ein Mensch verändert sich permanent über seine gesamte Lebensspanne</strong> </p>
<p>Tief im Innersten des Menschen verborgen liegen Begabungen, Fähigkeiten, Wünsche, Sehnsüchte und Ideen, die gelebt werden könnten oder gar danach drängen, ausgelebt zu werden. Michaela Brohm-Badry stellt fest: „Es könnte ein ungeheure Bereicherung für unser Leben sein, diese neuen Möglichkeiten des Denkens, Fühlen und Handelns zu entdecken und zu leben.“ Und zwar im Sinne des Søren Kierkegaard zugeschriebenen Aphorismus: „Der, der wagt, verliert den Halt für einige Zeit, der, der nichts wagt, verliert sich selbst.“ </p>
<p>Drei Faktoren bestimmen, was aus einem Menschen wird: seine genetischen Anlagen, sein Umfeld und seine individuellen Entscheidungen. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Wir leben also nur einen Entwicklungsverlauf unter vielen anderen möglichen. Es hätte auch ganz anders kommen können.“ Aktuelle Befunde der Lernforschung zeigen, dass die Persönlichkeit eines Menschen über die gesamte Lebensspanne plastisch bleibt, was bedeutet, dass man sich bis in das späte Erwachsenenalter permanent verändert und neue Denk- und Handlungsweisen erlernt. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis ... <a title="Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/alles-lebendige-will-sich-mit-anderen-vereinigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis zum Organismus – neigt dazu, sich mit anderen vereinigen zu wollen, um zu wachsen.“ Und dieses, so Erich Fromm, ist nicht nur bei Zellen der Fall, sondern auch beim Fühlen und Denken eines Menschen. Die Vereinigung in Körperlichkeit, aber insbesondere im Fühlen und Denken führt zu einem ständigen Wachstum hin zur Ganzheit. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5430"></span></p>
<p><strong>Die Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe</strong></p>
<p>Ein weiteres Kraftelement von Erich Fromm ist die Liebe zur Menschheit und zur Natur. Er meint hier die umfassende, bedingungslose Liebe zu allem, was lebt im Menschen und der Natur. Erich Fromm schreibt: „Was anzieht, ist immer das Lebendige.“ Das Leben lieben zu können und lebendig zu sein ist für einen Menschen von ganz entscheidender Bedeutung. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Liebe beinhaltet immer das wache Interesse am anderen, an dessen Wachstum und Wohlergehen.“ </p>
<p>Leben wird als Prozess verstanden, in dem Menschen eins mit sich selbst und allem, was lebt, werden. Und die Liebe zu allem, was lebendig ist, findet seinen Ausdruck in dem leidenschaftlichen Wunsch, Wachstum zu fördern. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und diese Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe, so Fromm, die sich in der Liebe zu Menschen, zu einem Tier oder einer Pflanze wiederfindet.“ Sowohl bei der Liebe zum Leben und Lebendigen als auch bei der Liebe zur Menschheit und Natur bleibt die Liebe das zentrale Element menschlichen Wollens und Wachsens.</p>
<p><strong>Freiheit entsteht durch die Verwirklichung des Selbst</strong></p>
<p>Es gibt ein weiteres Element der menschlichen Energie. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Jenseits der Liebe zu allem Lebendigen, zu Mensch und Natur, liegt die Freiheit. Freiheit, so Fromm, kann der Mensch dadurch erlangen, dass er sein Selbst verwirklicht, dass er er selbst ist.“ Nicht nur das Denken, sondern die Verwirklichung der gesamten Persönlichkeit führen zum Selbst, wenn nämlich der Mensch alles zum Ausdruck zu bringen vermag, was emotional oder intellektuell in ihm angelegt ist.</p>
<p>Michaela Brohm-Badry betont: „Möglichkeiten zum Ausdruck dieses Selbst hat jeder Mensch, aber verwirklicht werden sie nur in dem Maße, in dem sie auch tatsächlich ausgedrückt werden.“ Mit anderen Worten: Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein der gesamten, integrierten Persönlichkeit. „Spontan“ meint hier ein Tätigsein aus freien Stücken. Es geht nicht darum, irgendetwas zu tun, sondern um kreative Tätigkeiten, die sowohl emotional als auch intellektuell, sinnlich als auch willentlich wirken. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Psychoanalyse passt zum Kapitalismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jun 2023 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die freudsche Psychoanalyse war für manche Vertreter der Kritischen Theorie, wenn auch nicht für Erich Fromm, die Theorie der menschlichen Psyche, die jenem Kapitalismus angemessen war, der sich im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert entwickelte. Stuart Jeffries weiß: „Vor allem erklärten die Vertreter der Psychoanalyse das autonome Individuum zur Chimäre. Weder sind wir frei ... <a title="Die Psychoanalyse passt zum Kapitalismus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-psychoanalyse.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Psychoanalyse passt zum Kapitalismus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die freudsche Psychoanalyse war für manche Vertreter der Kritischen Theorie, wenn auch nicht für Erich Fromm, die Theorie der menschlichen Psyche, die jenem Kapitalismus angemessen war, der sich im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert entwickelte. Stuart Jeffries weiß: „Vor allem erklärten die Vertreter der Psychoanalyse das autonome Individuum zur Chimäre. Weder sind wir frei von unseren biologischen Trieben, noch können wir der Festlegung und Beherrschung durch die Gesellschaftsordnung entkommen.“ Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schreiben: „Für den Menschen als Erwerbstätigen wird durch die Hierarchie der Verbände bis hinauf zur nationalen Verwaltung entschieden.“ In der Privatsphäre geschieht dies durch das Schema der Massenkultur, das noch die letzten inwendigen Regungen in Beschlag nimmt. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4605"></span></p>
<p><strong>Die Freundschaft zwischen Erich Fromm und Herbert Marcuse zerbrach</strong></p>
<p>Theodor W. Adorno schreibt: „Während sie [die Revisionisten] unablässig über den Einfluss der Gesellschaft aufs Individuum reden, vergessen sie, dass nicht nur das Individuum, sondern auch die Kategorie der Individualität ein Produkt der Gesellschaft ist.“ Die Dissent-Debatte, die Erich Fromms Verbannung aus der Sphäre der Kritischen Theorie markierte, wurde so erbittert geführt, dass sie der Freundschaft zwischen Herbert Marcuse und Erich Fromm ein Ende setzte. </p>
<p>Jahre später sah Erich Fromm Herbert Marcuse im Zug und ignorierte ihn geflissentlich. Stuart Jeffries stellt fest: „Kränkend für Fromm war außerdem der Umstand, dass der Streit in einer Zeitschrift ausgetragen wurde, für deren Reaktionsleitung er selbst tätig gewesen war.“ Der Dissent-Streit wurde von Fromm wurde von Fromm als hinterhältiger doppelter Dolchstoß empfunden. Sein Biograph wies darauf hin, dass der Meinungsaustausch Fromms Bemühungen um akademische Respektabilität untergraben und ihn in eine marginale Rolle gedrängt habe. </p>
<p><strong>Erich Fromm schrieb bemerkenswert erfolgreiche Bücher</strong></p>
<p>Nach dem Dissent-Debakel machte Erich Fromm einfach weiter und schrieb Bücher, in denen er sich für jene Art von sozialistischem Humanismus einsetzte, den seine Kollegen für unmöglich hielten. Stuart Jeffries betont: „Mit vielen dieser Bücher errang er bemerkenswerte Erfolge.“ Erich Fromm verbrachte den Großteil seines Lebens nach der Auswanderung im Jahr 1933 bis zu seinem Tod 1980 in den Vereinigten Staaten. Doch 1950 nahm er eine Stelle an der Autonomen Universität in Mexico City an. </p>
<p>Es fällt schwer, Erich Fromms erfolgreichstes Buch „Die Kunst des Liebens“ nicht vor dem Hintergrund seiner Jahre in Mexiko zu lesen, dem Tod seiner Ehefrau und seinem Leiden daran. Stuart Jeffries erläutert: „Er schrieb das Buch zum Teil, um der zunehmend sich ausbreitenden Vorstellung entgegenzutreten, dass der Aufbau einer Beziehung keine Arbeit verlange. Liebe wurde wie alles andere auch vom Konsumkapitalismus vergiftet, verdinglicht und ihrer potentiell verstörenden Gewalt beraubt.“ Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Gesellschaft beschneidet die Triebe</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 02:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max ... <a title="Die Gesellschaft beschneidet die Triebe" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gesellschaft beschneidet die Triebe">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, und später auch für Herbert Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte. Deshalb warf ihm Herbert Marcuse vor, an einer „idealistischen Moral“ festzuhalten. Er merkte an, Fromms Aufruf zu Produktivität, Liebe und Gesundheit evoziere eben genau die Möglichkeit, die Freud ausgeschlossen hatte: dass es nämlich eine Harmonie zwischen dem Selbst und der Gesellschaft geben könne. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4366"></span></p>
<p><strong>Erich Fromm wirft Herbert Marcuse Nihilismus vor</strong></p>
<p>Erich Fromms Revisionismus verharmloste nach Herbert Marcuses Meinung Sigmund Freuds Lehre und ging so der kritischen Schärfe der freudschen radialen Sozialkritik verlustig. Fromms „Weg zur Gesundheit“ biete lediglich Linderungsmittel für „ein geschmeidiges Funktionieren der bestehenden Gesellschaft“. Fromm konterte, dass Marcuse, indem er die Möglichkeit kreativer Produktivität, von Glück und wahrer Liebe im Kapitalismus leugne, undialektisch denke und seinen Pessimismus bis in den Nihilismus hinein weitertreibe.</p>
<p>Stuart Jeffries erklärt: „Er meinte, es gebe im Kapitalismus begrenzte Möglichkeiten der Selbsttransformation, die im Lauf der Zeit das hervorbringen könnten, was er als einen sozialistischen Humanismus bezeichnete.“ Herbert Marcuse behauptete, ein solcher Weg zur Gesundheit existiere nicht. Vielmehr setzte Erich Fromms Hinweis die Vorstellung eines autonomen Individuums voraus, das fähig sei, sich den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu entziehen. </p>
<p><strong>Das Individuum ist „der psychologische Dorfladen“</strong></p>
<p>Sigmund Freud hingegen war es darum gegangen, und die Kritische Theorie folgte ihm darin, dass eine solche Figur ein Mythos ist. Dieser war im 19. Jahrhundert im Frühkapitalismus erfunden worden und hat sich mittlerweile zu einem kompletten Anachronismus entwickelt, einem Atavismus aus präfreudianischer Zeit. Wer diesen Mythos immer noch heraufbeschwor, bediente damit zwangsläufig die Interessen der herrschenden Gesellschaft, die Erich Fromm ja doch angeblich kritisieren wollte. </p>
<p>In der „Dialektik der Aufklärung“ vergleichen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Individuum mit einem Dorfladen, der durch einen Supermarkt überflüssig wurde. Das Individuum sei „der psychologische Dorfladen“, der sich aus den Beschränkungen der Feudalzeit als „eine dynamische Zelle ökonomischer Aktivität“ entwickelt habe. Die freudsche Psychoanalyse „repräsentierte das innerliche Kleinunternehmen, das sich auswuchs … zu einem komplexen dynamischen System des Bewussten und des Unbewussten: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich“. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-selbst-und-die-gesellschaft-sind-gegensaetze.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Dec 2022 02:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Trieb]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries stellt fest: „Für Adorno und Horkheimer, und später ... <a title="Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-selbst-und-die-gesellschaft-sind-gegensaetze.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gesellschaft will das Selbst bescheiden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries stellt fest: „Für Adorno und Horkheimer, und später auch für Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte, und Marcuse warf ihm vor, an einer „idealistischen Moral“ festzuhalten. Er merkte an, Erich Fromms Aufruf zu Produktivität, Liebe und Gesundheit evoziere eben genau Möglichkeit, die Sigmund Freud ausgeschlossen hatte: dass es nämlich eine Harmonie zwischen dem Selbst und der Gesellschaft geben könne. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4179"></span></p>
<p><strong>Marcuse kritisiert Fromms „Weg zur Gesundheit“</strong></p>
<p>Erich Fromms Revisionismus verharmloste nach Marcuses Meinung Freuds Lehre und ging so der kritischen Schärfe der freudschen radikalen Sozialkritik verlustig. Fromms „Weg zur Gesundheit“ biete lediglich Linderungsmittel für „ein geschmeidigeres Funktionieren der bestehenden Gesellschaft“. Fromm konterte, dass Marcuse, indem er die Möglichkeit kreativer Produktivität, von Glück und Liebe im Kapitalismus leugne, undialektisch denke und seinen Pessimismus bis in den Nihilismus hinein weitertreibe. </p>
<p>Er meinte, es gebe im Kapitalismus begrenzte Möglichkeiten der Selbsttransformation, die im Lauf der Zeit das hervorbringen könnten, was er als einen sozialistischen Humanismus bezeichnete. Stuart Jeffries weiß: „Marcuse behauptete, ein solcher Weg zur Gesundheit existiere nicht. Vielmehr setze Fromms Vorstellung eines autonomen Individuums voraus, das fähig sei, sich den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu entziehen.“ In der „Dialektik der Aufklärung“ vergleichen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Individuum mit einem Dorfladen, der durch einen Supermarkt überflüssig wurde.</p>
<p><strong>Die Psychoanalyse war dem Kapitalismus angemessen</strong></p>
<p>Das Individuum sei „der psychologische Dorfladen“, der sich aus den Beschränkungen der Feudalzeit als „eine dynamische Zelle ökonomischer Aktivität“ entwickelt habe. Die freudsche Psychoanalyse „repräsentierte das innerliche Kleinunternehmen, das sich auswuchs … zu einem komplexen dynamischen System des Bewussten und des Unbewussten: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich“. Die Psychoanalyse von Sigmund Freud war also für diese Vertreter der Kritischen Theorie, wenn auch nicht für Fromm, die Theorie der menschlichen Psyche, die dem Kapitalismus angemessen war. </p>
<p>Vor allem erklärten die Vertreter der Psychoanalyse das autonome Individuum zur Schimäre. Stuart Jeffries erklärt: „Weder sind wir frei von unseren biologischen Trieben, noch können wir der Festlegung und Beherrschung durch die Gesellschaftsordnung entkommen.“ „Für den Menschen wird durch die Hierarchie der Verbände bis hinauf zur nationalen Verwaltung entschieden“, so Theodor W. Adorno und Max Horkheimer. Das autonome Individuum, die Figur, die Fromm für die Konstruktion seines Weges zur Gesundheit brauchte, wurde von den kritischen Theoretikern kategorisch abgelehnt. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen flüchten vor der Freiheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 01:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische ... <a title="Viele Menschen flüchten vor der Freiheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-erich-fromm.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen flüchten vor der Freiheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische Demokratien ebenfalls eine, wenn auch andere Form der Flucht vor der Freiheit bieten. Stuart Jeffries fügt hinzu: „In seinem 1955 veröffentlichten Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ führt er aus, dass der Frühkapitalismus eine hortende Orientierung aufgewiesen habe, wobei sowohl Besitztümer als auch Gefühle gehrtet worden seien.“ Im Nachkriegskapitalismus hingegen sei ein neuer Typus aufgetreten: der „Marketing-Charakter“. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3935"></span></p>
<p><strong>Der „produktive Charakter“ liebt und ist schöpferisch tätig</strong></p>
<p>An die Stelle einer rationalen oder irrationalen, aber offenen Autorität ist die anonyme Autorität der öffentlichen Meinung und des Marktes getreten. Das individuelle Gewissen wird durch das Bedürfnis, sich anzupassen und die Billigung der anderen zu finden, ersetzt. An die Stelle des Gefühls des Stolzes und der Herrschaft über die Welt ist ein ständig zunehmendes, wenngleich meist unbewusstes Gefühl der Ohnmacht getreten. Ein solcher Mensch sei nicht dazu in der Lage, jemanden wirklich gern zu haben. </p>
<p>Erich Fromm begründet seine Annahme wie folgt: „Nicht, weil er so egoistisch ist, sondern weil seine Beziehung zu anderen und zu sich selbst so dünn ist.“ Gegen den Marketing-Charakter grenzt Erich Fromm seinen idealen Typus ab, den „produktiven Charakter“, der liebt und schöpferisch tätig ist, und für den Sein wichtiger ist als Haben. Solche produktiven Charaktere werden in der Marktökonomie demotiviert. Faktisch stellen sie geradezu eine Bedrohung für den Markt dar. </p>
<p><strong>Zwischen dem Selbst und der Gesellschaft kann es keine Harmonie geben</strong></p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Vieles davon scheint mit Herbert Marcuses Diagnose durchaus übereinzustimmen; umso schwerer ist verständlich, warum Erich Fromm im Epilog von „Eros und Kultur“ so heftig angegriffen wird. Vor dem Hintergrund von Fromms positiven Verhältnis zum Marxismus ist es unwahrscheinlich, dass er die Psychoanalyse zu einer konformistischen Psychologie abgeändert hätte – doch genau das wirft Marcuse ihm vor.“ Der Epilog wurde in leicht modifizierter Form der Zeitschrift „Dissent“ zum Abdruck vorgelegt, wo er 1955 veröffentlicht wurde und einen erbitterten Streit auslöste. </p>
<p>Der Streit wurde in der Zeitschrift über mehrere Ausgaben hinweg ausgetragen. Die Wurzeln des Konflikts reichen allerdings bis in die 1930er Jahre zurück, als Erich Fromms zunehmende Abneigung gegen die freudsche Orthodoxie zu einem Konflikt zwischen ihm, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno führte, was 1939 Fromms Entlassung aus dem Institut zur Folge hatte. Damals stimmten Adorno und Horkheimer Sigmund Freuds These zu, dass es zwischen dem Selbst und der Gesellschaft keine Harmonie geben könne. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt eine nichtrepressive Kultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2022 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Eros]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem Buch „Eros und Kultur“ zieht Herbert Marcuse Sigmund Freuds pessimistische Vision dessen heran, was Kultur mit sich brachte, um eben jene Möglichkeit zu umreißen, die Sigmund Freud ausgeschlossen hatte: nämlich eine nichtrepressive Kultur. Stuart Jeffries erklärt: „Das klingt sehr stark nach neofreudianischem Revisionismus. Sein Buch aber endet mit einem Epilog, der mit „Kritik ... <a title="Es gibt eine nichtrepressive Kultur" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-eros-und-kultur-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt eine nichtrepressive Kultur">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Buch „Eros und Kultur“ zieht Herbert Marcuse Sigmund Freuds pessimistische Vision dessen heran, was Kultur mit sich brachte, um eben jene Möglichkeit zu umreißen, die Sigmund Freud ausgeschlossen hatte: nämlich eine nichtrepressive Kultur. Stuart Jeffries erklärt: „Das klingt sehr stark nach neofreudianischem Revisionismus. Sein Buch aber endet mit einem Epilog, der mit „Kritik des Neo-Freudianischen Revisionismus“ überschrieben ist.“ Er beschuldigt darin mehrere berühmte Psychoanalytiker, Sigmund Freuds Werk so verändert zu haben, dass dessen kritische Implikationen weggefallen seien. Zu denen, die ins Visier Marcuses geraten, gehört ein weiteres Mal auch Erich Fromm. Marcuse war der Meinung, Fromm und die anderen Neofreudianer hätten sich von bestimmten entscheidenden Erkenntnissen Freuds getrennt. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3698"></span></p>
<p><strong>Herbert Marcuse kritisiert Erich Fromm</strong></p>
<p>Als Beispiele nennt Herbert Marcuse die Libidotheorie, den Todestrieb, den Ödipuskomplex und die Hordentheorie, welcher zufolge ein dominanter Mann wegen seiner sexuellen Rechte über die Frauen in prähistorischer Zeit getötet wurde, was eine Schuld erzeugte, die durch die menschliche Geschichte hindurch weitergegeben wurde. Erich Fromm hatte eine marxistische Kritik an Sigmund Freud formuliert, die derjenigen von Herbert Marcuse in dessen Buch „Eros und Kultur“ nicht unähnlich war. </p>
<p>Stuart Jeffries erläutert: „Erich Fromm bezweifelte, dass der ödipale Kampf die ewige Wahrheit über Vater-Sohn-Beziehungen wäre, sah in ihm vielmehr eine Auseinandersetzung, die durch die Bedingungen der kapitalistischen Gesellschaft begünstigt wurde.“ Herbert Marcuse geht allerdings mit seinem Vorwurf des Revisionismus gegenüber Fromm noch weiter. Er meint, sein ehemaliger Kollege habe sich von der Triebbasis der menschlichen Persönlichkeit entfernt und stattdessen ein „positives Denken“ übernommen. Er richte sein Augenmerk auf „Oberflächenerscheinungen“ und kritisiere die „Marktwirtschaft und ihre Ideologie“. </p>
<p><strong>Erich Fromm und Herbert Marcuse blieben nach dem Krieg im Exil</strong></p>
<p>Marcuse behauptet, Fromms Unterscheidungen zwischen gut und schlecht, zwischen produktiv und unproduktiv würden aus eben jener kapitalistischen Ideologie stammen, die er angeblich kritisiert hat. Und schlimmer noch: Er beschuldigt Fromm, dem konformistischen Slogan „Betone das Positive“ zu huldigen. Stuart Jeffries fragt: „Ist das fair gegenüber Fromm?“ Wie Marcuse so hatte auch Fromm beschlossen, nach dem Krieg im Land seines Exils zu bleiben.  </p>
<p>Von allen Gelehrten der Frankfurter Schule war Erich Fromm derjenige, der sich in Amerika am wohlsten fühlte. Er lernte schneller Englisch und schrieb später auch in dieser Sprache auch mit größerer Gewandtheit und Leichtigkeit, und das nicht nur im Vergleich mit seinen deutschen Kollegen, sondern auch mit vielen Muttersprachlern. Zudem integrierte er sich mit größerer Bereitwilligkeit in die US-Gesellschaft. Das heißt jedoch nicht, dass er dieser Gesellschaft gegenüber unkritisch gewesen wäre. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Gewissen ist ein Produkt der Erziehung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2021 01:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der australische Philosoph Peter Singer zweifelt daran, dass das Gewissen immer eine Richtschnur sein kann: „Der Satz, wir sollten unserem Gewissen folgen, ist nicht zu bestreiten. Aber er ist auch nicht hilfreich, wenn dem Gewissen folgen heißt, das zu tun, was man nach reiflicher Überlegung für richtig hält.“ Dem eigenen Gewissen folgen, heißt dann allerdings ... <a title="Das Gewissen ist ein Produkt der Erziehung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-gewissen-ist-ein-produkt-der-erziehung.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Gewissen ist ein Produkt der Erziehung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der australische Philosoph Peter Singer zweifelt daran, dass das Gewissen immer eine Richtschnur sein kann: „Der Satz, wir sollten unserem Gewissen folgen, ist nicht zu bestreiten. Aber er ist auch nicht hilfreich, wenn dem Gewissen folgen heißt, das zu tun, was man nach reiflicher Überlegung für richtig hält.“ Dem eigenen Gewissen folgen, heißt dann allerdings auch, seiner Verantwortlichkeit als rational Handelnder abzuschwören. Für Klaus-Peter Hufer folgt daraus, die Berücksichtigung aller relevanter Faktoren zu vernachlässigen. Und somit nicht gemäß der besten Beurteilung des in der Situation Richtigen oder Falschen zu handeln. Die „innere Stimme“ ist laut Peter Singer wahrscheinlich eher ein Produkt von Erziehung und Ausbildung. Wahrscheinlich ist sie keine Quelle genuiner moralischer Einsicht. Klaus-Peter Hufer promovierte 1984 in Politikwissenschaften, 2001 folgte die Habilitation in Erziehungswissenschaften. Danach lehrte er als außerplanmäßiger Professor an der Uni Duisburg-Essen. <span id="more-2797"></span></p>
<p><strong>Das Gewissen ist sehr persönlicher Natur</strong></p>
<p>Hier stellt sich für Klaus-Peter Hufer die Frage, inwieweit Rationalität die Gewähr für „richtiges“ Handeln ist. Rationalität allein kann auch zu bloßer Funktionalität und damit zu dem führen, was nur „nützlich“ ist. Das muss aber nicht immer „gut“ sein. Bertrand Russell misst dem Gewissen subjektive Gründe bei, die zwar von außen festgelegt werden, aber von sehr persönlicher Natur sind: „Das Gewissen kann man wohl definieren als Lob und Tadel, die man sich bei der Erwägung einer Handlung selbst erteilt.“</p>
<p>Bertrand Russell fährt fort: „Bei den meisten Leuten sind es nur Reflexe des Lobes und Tadelsihrer jeweiligen Gemeinschaft. Bei manchen aber haben sie infolge emotionaler oder geistiger Besonderheiten eine persönliche Färbung.“ Einen anderen Vorschlag, was das Gewissen ausmacht, findet man bei dem Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Erich Fromm (1900 – 1980). Für ihn gibt es nicht ein Gewissen, sondern gleich zwei. Das erste ist das autoritäre Gewissen: „Die Inhalte des autoritären Gewissens werden aus Geboten und Tabus der Autorität abgeleitet.“</p>
<p><strong>Das humanistische Gewissen ist die eigene Stimme</strong></p>
<p>Die Stärke des autoritären Gewissens wurzelt laut Erich Fromm in Angstgefühlen vor der Autorität und in Bewunderung für sie. Ein gutes Gewissen ist das Bewusstsein, der Autorität zu gefallen, ein schlechtes Gewissen, ihr zu missfallen. Das gute Gewissen ruft ein Gefühl des Wohlbehagens und der Sicherheit hervor. Denn es bedeutet die Zustimmung seitens der Autorität und eine nähere Verbindung zu ihr. Das schlechte Gewissen ruft Furcht und Verunsicherung hervor, weil ein Handeln gegen den Willen der Autorität die Gefahr einschließt, bestraft oder von der Autorität verlassen zu werden.</p>
<p>Das zweite ist das humanistische Gewissen: „Das humanistische Gewissen ist nicht die nach innen verlegte Stimme einer Autorität, der wir gefallen wollen und der zu missfallen wir fürchten. Es ist die eigene Stimme, die in jedem Menschen gegenwärtig ist und die von keinen äußeren Strafen und Belohnungen abhängt.“ Das humanistische Gewissen ist die Reaktion der Gesamtpersönlichkeit auf deren richtiges oder gestörtes Funktionieren. Gewissen ist für Erich Fromm die Reaktion des eigenen Selbst auf sich selbst. Quelle: „Zivilcourage“ von Klaus-Peter Hufer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2020 06:11:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Faschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm stellte die Erfahrung der Freiheit in einen historischen, dialektischen Zusammenhang. Und es ist eben die Unfähigkeit, Verantwortung für die kreative Ausübung positiver Freiheit zu übernehmen, welche den egoschwachen sozialen Charakter kennzeichnet. Stuart Jeffries fügt hinzu: &#8222;Um spirituelle Sicherheit zu erlangen und der unerträglichen Last der Freiheit zu entkommen, ersetzt das verängstigte Individuum die ... <a title="Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-furcht-vor-der-freiheit-ist-nichts-spezifisch-faschistisches.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Furcht vor der Freiheit ist nichts spezifisch Faschistisches">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm stellte die Erfahrung der Freiheit in einen historischen, dialektischen Zusammenhang. Und es ist eben die Unfähigkeit, Verantwortung für die kreative Ausübung positiver Freiheit zu übernehmen, welche den egoschwachen sozialen Charakter kennzeichnet. Stuart Jeffries fügt hinzu: &#8222;Um spirituelle Sicherheit zu erlangen und der unerträglichen Last der Freiheit zu entkommen, ersetzt das verängstigte Individuum die eine Form der Autorität durch eine andere.“ Erich Fromm schrieb: „Der erste Fluchtmechanismus, mit dem wir uns befassen wollen, ist die Tendenz, die Unabhängigkeit des eigenen Selbst aufzugeben.“ Das Selbst soll mit irgendjemand oder irgendetwas verschmolzen werden, um sich auf diese Weise die Kraft zu erwerben, die dem eigenen Selbst fehlt. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2339"></span></p>
<p><strong>Adolf Hitler zog die verunsicherte Mittelschicht an</strong></p>
<p>So also erklärt sich zum Beispiel die Anziehungskraft Adolf Hitlers: Die autoritäre Persönlichkeit des Führers war nicht nur der Grund dafür, dass er im Namen einer höheren, wenn auch fiktiven Autorität – der germanischen Herrenrasse – über Deutschland herrschen wollte. Seine autoritäre Persönlichkeit machte ihn auch für eine verunsicherte Mittelschicht so anziehend. Erich Fromm merkte an, diese Furcht vor der Freiheit sei allerdings nichts spezifisch Faschistisches. </p>
<p>Die Furcht vor der Freiheit stellte seiner Meinung nach eine Bedrohung der demokratischen Basis in jedem modernen Staat dar. In der Einleitung zu „Die Furcht vor der Freiheit“ zitiert er zustimmend die Worte des amerikanischen pragmatischen Philosophen John Dewey: „Die ernste Gefahr für unsere Demokratie besteht nicht in der Existenz totalitärer fremder Staaten. Sie besteht darin, dass in unseren Institutionen Bedingungen herrschen, die der Autorität von außen, der Disziplin, der Uniformität und Abhängigkeit vom Führer in diesen Ländern zum Sieg verhelfen.“ </p>
<p><strong>Der Faschismus beruht auf dem Sadomasochismus seiner Unterstützer</strong></p>
<p>John Dewey fährt fort: „Demnach befindet sich das Schlachtfeld hier – in uns selbst und in unseren Institutionen.“ Erich Fromms Interpretation, dass der Faschismus auf dem Sadomasochismus seiner Unterstützer beruhe, wurde für die Frankfurter Schule zur geltenden Lehre. Diese Ideologie, so Herbert Marcuse in seinem 1934 erschienenen Essay „Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalitären Staatsauffassung“, „zeigt unmittelbar das, was ist, aber mit einer radikalen Umwertung der Werte. Unglück wird zur Gnade, Not zum Segen, Elend zum Schicksal.</p>
<p>Der deutsche marxistische Philosoph Ernst Bloch widersprach dieser Interpretation der Frankfurter Gelehrten, die im Nationalsozialismus ein Symptom des Wunsches nach einer Autoritätsperson sahen. In seinem Buch „Erbschaft dieser Zeit“ aus dem Jahr 1935 meint Ernst Bloch demgegenüber, Faschismus sei eine pervertierte religiöse Bewegung. Diese nahm die Leute mit anachronistischem Kitsch und Scheinutopien von den Wundern eines zukünftigen Reiches für sich ein. Der Faschismus wäre demzufolge ein Paradox, eine Mischung aus alt und modern. Genauer gesagt, ein System, das eine dem Kapitalismus feindliche Tradition zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus vereinnahmte. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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