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	<title>Entscheidung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Menschen stecken voller Widersprüche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2024 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Rebekka Reinhard weiß: „Menschen sind nicht von Umwelt und Genetik allein bestimmt, und sie sind auch keine Algorithmen. Sie agieren nicht vorhersagbar wie eine Turing-Maschine. Menschen treffen eigene Entscheidungen.“ Sie können tun – und „nicht tun“. Sie verspüren Angst und Lust – und Angstlust. Sie haben mehr oder weniger vernünftige Gründe für ihre Lebensentscheidungen – ... <a title="Menschen stecken voller Widersprüche" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rebekka-reinhard-das-lebewesen-mensch.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen stecken voller Widersprüche">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rebekka Reinhard weiß: „Menschen sind nicht von Umwelt und Genetik allein bestimmt, und sie sind auch keine Algorithmen. Sie agieren nicht vorhersagbar wie eine Turing-Maschine. Menschen treffen eigene Entscheidungen.“ Sie können tun – und „nicht tun“. Sie verspüren Angst und Lust – und Angstlust. Sie haben mehr oder weniger vernünftige Gründe für ihre Lebensentscheidungen – oder sie entscheiden mit dem Herzen. Und sie besitzen ein moralisches Empfinden, das ihnen den Unterschied zwischen Würde und Würdelosigkeit vermittelt. Das singulär-plurale Lebewesen namens Mensch ist ein ewiges „work in progress“, nie auf ein Fertigwerden angelegt. Es ist eine Wundertüte aus Stärke und Verletzlichkeit, es steckt voller Widersprüche. Rebekka Reinhard ist Chefredakteurin des Magazins „human“ über Mensch und KI. Unter anderem ist sie bekannt durch den Podcast „Was sagen Sie dazu?“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft wbg. <span id="more-5393"></span></p>
<p><strong>Hannah Arendt differenzierte zwischen dem „Was“ und dem „Wer“ einer Person</strong></p>
<p>Und der Mensch existiert nur in, mit und durch Beziehungen zu anderen Menschen. Zu anderen, die sich gegenseitig ärgern und in den Wahnsinn treiben, einander aber auch überlebensnotwendige Anerkennung, Liebe und Halt geben. Hannah Arend schrieb: „Handelnd und sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind […], treten gleichsam auf die Bühne der Welt, auf der sie vorher so nicht sichtbar waren.“ Die Philosophin differenzierte zwischen dem „Was“ und dem „Wer“ einer Person.</p>
<p>Das „Was“ eines Menschen lässt sich nach behavioristischer, transhumanistischer, computer-logischer Manier in Daten und Zahlen pressen. Das „Wer“ nicht. „Wer“ sagt nicht, was es ist. Rebekka Reinhard erläutert: „Es formuliert nicht, es ist nicht explizit, es zeigt sich einfach. In der Stimme, im Lachen, in Worten, Gesten, Bewegungen eines Menschen; durch ein Hinschauen oder Wegschauen, ein Streiten oder Nachdenken, ein Handeln oder Nichthandeln.“ </p>
<p><strong>Nichts und niemand ist einfach entweder so oder so</strong></p>
<p>Was kann der Mensch? Diese Frage entscheidet sich an diesem „Wer“ – immer wieder neu und anders. Weiche Helden leben ihr „Wir“, nicht ihr „Was“. Sie verlangen nicht von anderen Menschen, dass diese sich mit der eigenen Person identifizieren und sie bewundern. Rebekka Reinhard stellt fest: „Sie zeigen bloß, was passieren könnte, wenn man vom Weg des heroisch selbst kontrollierten Aktionismus abweicht. Sie können zum Beispiel aufhören zu kämpfen.</p>
<p>Bei Laotse und in der asiatischen Denktradition sind Ambivalenzen und Paradoxien keine Monster, auf die es Jagd zu machen gilt. Rebekka Reinhard betont: „Nichts und niemand ist einfach entweder so oder so.“ Moderne Menschen mögen sich von der Computer-Logik auf ein bestimmtes „Was“ hinsteuern lassen. Ihr „Wer“ zeigt etwas anderes: dass menschliche Wesen zugleich schön und hässlich sind, gut und schlecht, offen und borniert – und alles jenseits solcher Dichotomien. Quelle: „Wach denken“ von Rebekka Reinhard</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein erfülltes Leben muss man aktiv gestalten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Nov 2023 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer versucht, sein Leben so weit wie möglich nach den eigenen Vorstellungen auszurichten, wird nicht immer richtigliegen. Aber er kann Vertrauen in sein eigenes Wertesystem gewinnen und damit auch Vertrauen in die Welt. Andreas Salcher betont: „Ein erfülltes Leben ist das Ergebnis von guten Entscheidungen und nicht von einem beeindruckend formulierten Lebenslauf.“ „Nein“ ist ein ... <a title="Ein erfülltes Leben muss man aktiv gestalten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-eigenes-leben-leben.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein erfülltes Leben muss man aktiv gestalten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer versucht, sein Leben so weit wie möglich nach den eigenen Vorstellungen auszurichten, wird nicht immer richtigliegen. Aber er kann Vertrauen in sein eigenes Wertesystem gewinnen und damit auch Vertrauen in die Welt. Andreas Salcher betont: „Ein erfülltes Leben ist das Ergebnis von guten Entscheidungen und nicht von einem beeindruckend formulierten Lebenslauf.“ „Nein“ ist ein mächtiges Zauberwort. Aber es gibt auch das Zauberwort „Ja“, um sein Leben aktiv zu gestalten. Es ist wichtig, Aufgaben, Ziele und Herausforderungen zu erkennen, die einem Spaß machen, die Sinn stiften, die einem guttun. Wenn man aber nicht „Ja, und jetzt mache ich es auch“ sagt, dann zermürbt einen das eigentlich sinnstiftende Ziel. Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. <span id="more-5067"></span></p>
<p><strong>Der größte Verlust für das Leben ist die Verzögerung</strong></p>
<p>Wenn man nicht tut, was man eigentlich will, erschöpft einen das Nicht-Tun. Denn bemerkenswerter Weise schiebt man auch Dinge auf, die man eigentlich besonders gerne machen würde. Im Archiv des Gehirns gibt es einen Raum, auf dessen Tür „Unerfüllte Wünsche“ steh. Im Laufe des Lebens füllt sich dieser Raum, man betritt in manchmal in seinen Tagträumen. Das Hindernis auf dem Weg vom ständigen Aufschieben zum entschiedenen Anfangen ist das scheinbare Fehlen einer letzten Anmeldefrist für die Verwirklichung der eigenen Lebensträume. </p>
<p>Seneca schreibt: „Der größte Verlust für das Leben ist die Verzögerung. Sie entzieht uns immer gleich den ersten Tag, raubt uns die Gegenwart, während sie Fernliegendes in Aussicht stellt.“ Lassen sich Menschen bei zentralen Weichenstellungen im Leben durch zu viele Optionen blockieren, führt der dadurch verursachte Stress zur Nicht-Entscheidung. Diese kann sich sogar als die schlechteste Wahl entpuppen. Der Soziologe Hartmut Rosa sieht in der scheinbaren Vergrößerung der Optionen ein Symptom der Beschleunigungsgesellschaft. </p>
<p><strong>Fast alle Menschen sitzen in erbarmungslosen Hamsterrädern</strong></p>
<p>Dies kann zur Sucht nach immer mehr Möglichkeiten ausarten, die den Betroffenen aber daran hindern, von diesen auch wirklich Gebrauch zu machen. Andreas Salcher erläutert: „Wir gieren nach mehr Möglichkeiten, mehr Aktivitäten, mehr Erlebnissen, mehr Events – und dementsprechend brauchen wir auch mehr und mehr Zeit dafür. Wir glauben, dass viele Auswahlmöglichkeiten unser Glück steigern. Dabei hat die Steigerung von Möglichkeiten an sich keinen Wert, da die permanente Vermehrung von Optionen noch keinen Zugewinn an Freude bedeutet.“</p>
<p>Diese tritt erst dann ein, indem man die Bücher, die man gekauft hat, auch liest, eine der vielen Reisen, die im Internet angeboten werden, auch macht oder die neue Skiausrüstung intensiv nutzt. Hartmut Rosa weiß: „In unserer Gesellschaft haben wir das Gefühl, frei zu sein. Keiner sagt uns, wie wir leben müssen, ob und wen wir heiraten müssen, was wir glauben sollen. Und doch sagen die meisten Menschen bei fast allem, was sie tun: Ich muss. Den ganzen Tag müssen wir. Wir sitzen fast alle in erbarmungslosen Hamsterrädern.“ Quelle: „Die große Erschöpfung“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen müssen sich ständig entscheiden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jun 2023 01:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Entscheiden ist anstrengend. Man denkt nach, überlegt, wägt ab, prüft Pro und Kontra. Wie schön ist es da, wenn jemand einem hilft, eine Entscheidung zu treffen. Und Menschen entscheiden ständig. Thorsten Havener fordert: „Schauen Sie sich doch mal in Ihrem Zuhause um – alles, was sich dort befindet, ist dort aufgrund einer getroffenen Entscheidung. Die ... <a title="Menschen müssen sich ständig entscheiden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/thorsten-havener-manipulation-im-marketing.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen müssen sich ständig entscheiden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Entscheiden ist anstrengend. Man denkt nach, überlegt, wägt ab, prüft Pro und Kontra. Wie schön ist es da, wenn jemand einem hilft, eine Entscheidung zu treffen. Und Menschen entscheiden ständig. Thorsten Havener fordert: „Schauen Sie sich doch mal in Ihrem Zuhause um – alles, was sich dort befindet, ist dort aufgrund einer getroffenen Entscheidung. Die Farbe an den Wänden, die Möbel, die Bücher und der Inhalt der Regale und, und, und.“ Irgendwer hat zu irgendeinem Zeitpunkt in der Vergangenheit entschieden, dass es genau so aussehen soll und nicht anders. Dabei hat derjenige sich genau für die Dinge entschieden, die sich jetzt dort befinden, und damit haben sich genau die Sachen gegen viele andere durchgesetzt, die nicht gekauft wurden. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-4688"></span></p>
<p><strong>Nichts ist in einem Supermarkt Zufall</strong></p>
<p>Thorsten Havener nimmt als Beispiel den Inhalt eines Kühlschranks und stellt folgende Frage: „Glauben Sie, Sie haben den Inhalt völlig frei gewählt?“ Um es klar zu sagen: Diese Freiheit ist eine Illusion. Dazu beleuchtet Thorsten Havener doch mal einen typischen Einkauf im Supermarkt und was dabei im Hintergrund so alles abläuft. Es geht schon am Eingang los und zieht sich durch das gesamte Einkaufserlebnis. Beim nächsten Einkauf sollte man zuerst einmal auf die Schiebetüren am Eingang des Supermarktes achten. </p>
<p>Die gleiten gewöhnlich ganz langsam zur Seite, um den Weg frei zu machen. Das liegt nicht an einem altersschwachen Motor, die Geschwindigkeit ist absichtlich so eingestellt. So wird schon am Eingang suggeriert, dass die Kunden sich Zeit nehmen sollen. Sie betreten eine Welt, in der sie es langsam angehen sollen. Sie sollen kurz innehalten. Auch dass der Bäcker genau im Eingangsbereich seinen Stand hat, ist kein Zufall. Nichts ist in einem Supermarkt Zufall. </p>
<p><strong>Kunden kaufen gerne in Augenhöhe</strong></p>
<p>Der Geruch von frischem Brot unterstützt das Gefühl der Entschleunigung und macht gute Laune. Thorsten Havener weiß: „Und gut gelaunte Kunden kommen wieder und kaufen mehr. In vielen Supermärkten wird die Abluft der Backöfen sogar etwas gekühlt und wieder in den Markt geleitet.“ Wenn die Kunden jetzt den eigentlichen Markt betreten, geht es weiter. Hier sieht man die Manifestation des englischen Ausdrucks „Eye level is buy level“ – die Kunden kaufen gerne in Augenhöhe.</p>
<p>Das bedeutet, dass sich die Produkte mit den höchsten Gewinnspannen grundsätzlich auf Sichthöhe befinden. Wer sparen will, muss sich anstrengen und in die Knie gehen. Thorsten Havener erläutert: „Denn die günstigere Bückware wie Zucker, Mehl, Salz befindet sich knapp über dem Boden. Und wenn wir schon beim Boden sind: In den meisten Supermärkten besteht der Boden aus hochglänzenden Platten.“ Der Glanz schimmert wie eine Eisplatte. Diese gedankliche Verknüpfung veranlasst Kunden, ihr Schritttempo zu verlangsamen. Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder will seine Überzeugungen bewahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2023 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexität]]></category>
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					<description><![CDATA[Arie Kruglanski ist Professor für Psychologie an der University of Maryland in den USA. Er versucht, die Gedankenprozesse gewalttätiger Extremisten zu entschlüsseln. Dabei hat er das Konzept der „kognitiven Geschlossenheit“ entwickelt, das auch im Nike-Slogan „Just do it!“ zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um das Bedürfnis, etwas zu tun, Dinge zu erledigen und ... <a title="Jeder will seine Überzeugungen bewahren" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/kevin-dutton-die-komplexitaet-der-simplexitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder will seine Überzeugungen bewahren">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Arie Kruglanski ist Professor für Psychologie an der University of Maryland in den USA. Er versucht, die Gedankenprozesse gewalttätiger Extremisten zu entschlüsseln. Dabei hat er das Konzept der „kognitiven Geschlossenheit“ entwickelt, das auch im Nike-Slogan „Just do it!“ zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um das Bedürfnis, etwas zu tun, Dinge zu erledigen und weiterzumachen. Kevin Dutton fragt Arie Kruglanski: „Worin besteht das Geheimnis der Wirklichkeitsklassifizierung? Im Sammeln der richtigen Menge an Informationen, in der richtigen Anzahl an Haufen, der richtigen Größe der Haufen und dem richtigen Zwischenraum zwischen ihnen?“ Arie Kruglanski antwortet: „Es ist im Grunde mehr oder weniger der Wunsch von jedem von uns, an festen Überzeugungen festzuhalten.“ Kevin Dutton ist Forschungspsychologe an der University of Oxford und Mitglied der British Psychological Society. <span id="more-4443"></span></p>
<p><strong>Eine zu große Auswahl führt zur Erstarrung</strong></p>
<p>Denn so kann man all die Unsicherheiten, die Verwirrung und die Mehrdeutigkeit, die das Leben für einen bereithält, in Schach halten. Dieser Wunsch hat sich durch die natürliche Auslese entwickelt. Man sollte darüber nachdenken … aber nicht zu viel! Denken ist gut, richtig? Es ist wichtig, sich mit verschiedenen Optionen gebührend zu befassen. Doch man sollte einen Mechanismus besitzen, dieses Denken auszuschalten. Denn es gibt einen Punkt, an dem man genug nachgedacht hat. Dann ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen und zu handeln. </p>
<p>Ist es nicht einfach gesunder Menschenverstand, dass einem etwas umso mehr gefällt, je mehr davon da ist? Kevin Dutton erklärt: „Nun, ehrlich gesagt: nein. Die Wahrheit ist, dass wir vielleicht denken, dass wir es mögen. Doch in Wirklichkeit stresst es uns. Ist die Auswahl zu groß, erstarren wir, brechen zusammen und schalten ab.“ Der sich drehende Ball der Überkategorisierung beginnt im Gehirn herumzukreisen. Arie Kruglanski ergänzt: „Verstehen sie mich nicht falsch.“ </p>
<p><strong>Beim Denken muss es einen Abschluss geben</strong></p>
<p>Der Psychologieprofessor fährt fort: „Die Fähigkeit, gründlich nachzudenken und abzuwägen, gehört zu den wahrhaft großartigen Vorteilen eines großen Gehirns. Logik, Vernunft, Kreativität … wir verdanken all unsere höheren Fähigkeiten unserem Vermögen zu vergleichen. Doch wenn es keinen Aus-Schalter gibt, was dann? Dann stecken wir in einer Grauzone endloser Datenverarbeitung fest.“ Das wäre ein dummer Programmfehler in einem ansonsten brillanten System. </p>
<p>Ein Fehler, der die Menschheit vor mehreren Millionen Jahren kaltgestellt hätte, bevor sie zu ihren großen Entwicklungsschritten ansetzen konnte. Arie Kruglanski hat wiederholt demonstriert, wie das Bedürfnis nach kognitiver Geschlossenheit das Gehirn dazu zwingen kann aufzugeben. Dazu braucht es nicht viel. Erhöhte Lärmpegel, Zeitdruck, Langeweile und Müdigkeit sorgen dafür, dass man früh die Flinte ins Korn wirft. Der springende Punkt ist: Es muss einen Abschluss geben. Quelle: „Schwarz. Weiß. Denken!“ von Kevin Dutton</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen sind überfordert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Klimakatastrophe, Corona-Pandemie und Vermüllung der Ozeane. Täglich prasseln neue Hiobsbotschaften auf die Menschen ein, denen sie sich häufig hilflos ausgeliefert fühlen. Maren Urner ergänzt: „Die Menschheit bringt den Planeten Erde im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen.“ Im Jahr 2009 stellten Wissenschaftler neun „planetare Grenzen“ auf. Von diesen Belastungsgrenzen der Erde waren schon damals ... <a title="Viele Menschen sind überfordert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-sind-ueberfordert.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen sind überfordert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Klimakatastrophe, Corona-Pandemie und Vermüllung der Ozeane. Täglich prasseln neue Hiobsbotschaften auf die Menschen ein, denen sie sich häufig hilflos ausgeliefert fühlen. Maren Urner ergänzt: „Die Menschheit bringt den Planeten Erde im wahrsten Sinne des Wortes an seine Grenzen.“ Im Jahr 2009 stellten Wissenschaftler neun „planetare Grenzen“ auf. Von diesen Belastungsgrenzen der Erde waren schon damals drei überschritten. Im Jahr 2015 waren es bereits vier. Gleichzeitig stehen Menschen vor zahllosen, alltäglichen, persönlichen Herausforderungen an sich und ihr Leben. Dazu kommen Zehntausende Entscheidungen, die von ihnen täglich getroffen werden wollen. Viele Menschen sind also „im Großen“ wie „im Kleinen“ kontinuierlich überfordert. Denn längst ist aus der persönlichen Generalentschuldigung „Du, ich hab´s nicht geschafft, es war einfach zu stressig!“ ein Mantra geworden. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-3526"></span></p>
<p><strong>Die Welt ist gefangen in der Dauerkrise</strong></p>
<p>Dieses Mantra prägt eine ganze Gesellschaft, die täglich den Spagat übt. Eben weil viele Menschen ständig versuchen, eine Balance zwischen „Klar kann ich Kinder und Karriere unter einen Hut bringen!“ und „Digitalem Detox- und Yogawochenende zu finden. Die Krise herrscht also auf allen Ebenen: persönlich, beruflich und auf der Welt sowieso. Und zwar dauerhaft und sehr wahrscheinlich für immer, mindestens aber noch sehr lange. Weder ausreichend Impfstoffe noch das Pflanzen von Millionen Bäumen, noch Bankenrettung werden das Steuer herumreißen.</p>
<p>Die Welt ist gefangen in der Dauerkrise. Maren Urner rät: „Halten wir einen Moment inne und schlagen kurz nach, was das Wort „Krise“ bedeutet.“ Die „krísis“ meint im Altgriechischen ursprünglich nichts weiter als „Beurteilung“, „Entscheidung“ und „Meinung“. Daraus wurde die „Zuspitzung“, die wiederum zum Verb „krínein“ führte, das „trennen“ und „unterscheiden“ meint. In der deutschen Sprache kommt die Krise vom lateinischen „crisis“. Es meint einen Wende- oder Höhepunkt einer bis dahin kontinuierlichen Entwicklung.</p>
<p><strong>Einst war die Krise ein Wendepunkt mit offenem Ausgang</strong></p>
<p>Die erste Anwendung fand der Begriff Krise im Deutschen in der Medizin. Vor allem bei fieberhaften Erkrankungen beschrieb sie die Entscheidung oder den Wendepunkt. Sie bezieht sich auf die Krankheitsphase, nach der bei gutem Verlauf die Besserung einsetzte. In ihren ursprünglichen Bedeutungen ist die Krise also ein Zeitpunkt oder eine nicht besonders lang anhaltende Phase der Entscheidung mit ungewissem Ausgang. Nach der Krise kann es besser oder schlechter werden.</p>
<p>Maren Urner stellt fest: „Erst in der heutigen Verwendung ist die Krise durchweg negativ konnotiert. Heutzutage sind Krisen bedrohlich und lösen bei den Betroffenen Unsicherheit aus. Häufig sorgen sie für Konflikte oder andere negative Folgen.“ Aus dem einstigen Wendepunkt mit offenem Ausgang ist ein Bedrohungszustand geworden. Der amerikanische Politikwissenschaftler Charles F. Hermann definierte 1969 drei Zutaten für eine so verstandene Krise: Erstens bedroht sie Ziele von höchster Priorität der Akteure in Entscheidungspositionen. Zweitens kommt sie für die Betroffenen überraschend und drittens limitiert sie die Zeit, die bleibt, um zu reagieren. Quelle: „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die überdramatisierte Weltsicht boomt</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/markus-hengstschlaeger-weltsicht.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Feb 2022 02:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Instinkt]]></category>
		<category><![CDATA[Weltsicht]]></category>
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					<description><![CDATA[Unzählige Parameter wie Bildung, Gesundheit, Lebenserwartung, Chancengleichheit, Sicherheit, Wohlstand, Freiheit und viele andere haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Der Menschheit ging es noch nie so gut wie heute. Dennoch glauben die meisten Menschen immer noch: „Früher war alles besser.“ Markus Hengstschläger erläutert: „Der moderne Homo sapiens denkt mehrheitlich, dass er in einer ... <a title="Die überdramatisierte Weltsicht boomt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/markus-hengstschlaeger-weltsicht.html" aria-label="Mehr Informationen über Die überdramatisierte Weltsicht boomt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unzählige Parameter wie Bildung, Gesundheit, Lebenserwartung, Chancengleichheit, Sicherheit, Wohlstand, Freiheit und viele andere haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Der Menschheit ging es noch nie so gut wie heute. Dennoch glauben die meisten Menschen immer noch: „Früher war alles besser.“ Markus Hengstschläger erläutert: „Der moderne Homo sapiens denkt mehrheitlich, dass er in einer Welt zunehmender Kriege, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen, menschengemachter Katastrophen, Korruption, Armut und Ungerechtigkeit lebt.“ Hans Rosling nennt das die überdramatisierte Weltsicht und gibt die Schuld nicht den böswilligen Medien, nie nur mehr Negativschlagzeilen und Katastrophenberichte bieten, oder der Propaganda, den Fake News oder den „alternativen Fakten“. Er schreibt es jenen menschlichen Instinkten zu, die während Millionen von Jahren andauernder Evolution im menschlichen Gehirn verankert wurden. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien. <span id="more-3328"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn kommt oft zu raschen Entschlüssen</strong></p>
<p>Viele Menschen wollen nicht hören, dass Fliegen eine enorm sichere Fortbewegungsart ist. Sie wollen lieber von dem katastrophalen Flugzeugabsturz hören. Markus Hengstschläger erklärt: „Unsere genetisch mitbestimmten Verhaltensmuster, unsere Instinkte, von Gefahren und alarmierenden Situationen immer und immer sofort erfahren zu wollen, haben sich evolutiv durchgesetzt.“ Sie haben den Vorfahren der heutigen Menschen in Zeiten von Jägern und Sammlern dabei geholfen, stets nach neuen Gefahren Ausschau zu halten, um ihnen unmittelbar aus dem Weg gehen und dadurch überleben zu können. </p>
<p>Das menschliche Gehirn kommt oft zu raschen Schlussfolgerungen und Entschlüssen, ohne großes Nachdenken. Und wenn solche Instinkte von ein paar Tausend Jahren auch überlebenswichtig waren, so leben die heutigen Menschen n einer vollkommen anderen Welt. Yuval Noah Harari schreibt in seinem Buch „21. Lektionen für das 21. Jahrhundert“ sogar, dass es vielleicht ein Fehler wäre, zu viel Vertrauen in das rationale Individuum zu setzen.  </p>
<p><strong>Viele Entscheidungen basieren auf emotionalen Reaktionen</strong></p>
<p>Denn Verhaltensökonomen und Evolutionspsychologen haben gezeigt, dass die meisten menschlichen Entscheidungen auf emotionalen Reaktionen und heuristischen Kurzschlüssen basieren. Sie stützten sich weniger auf rationale Analyse. Emotionen und Strategien der Problemlösung, die womöglich für ein Leben in der Steinzeit geeignet waren, sind jedoch im „Silicon-Zeitalter“ bedauerlicherweise völlig unbrauchbar. Malcolm Gladwell hat den Bestseller „Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht“ geschrieben. </p>
<p>Er beschreibt in seinem 2005 erschienen Buch „Blink! Die Macht des Moments“, dass Menschen in Situationen wie zum Beispiel Vorstellungsgesprächen viel mehr ihrer Intuition folgen und spontan entscheiden. Das Spannende daran ist allerdings, dass Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen selbst meinen, sie brauchen sehr viele Daten und Informationen, um zu ihren Entscheidungen kommen zu können. Die meisten Menschen überschätzen permanent das für ihre Entscheidungen notwendige Ausmaß an Informationen. Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Entscheidungen bei Konflikten fallen schwer</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-konflikte-entscheiden.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2021 01:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Konflikte haben die Grundstruktur „Entweder-oder“. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Die Alternativen sind nicht einfach nur unterschiedlich, sondern diametral entgegengesetzt. Null oder eins? Schwarz oder weiß? Rechts oder links?“ Die Alternativen solcher Konflikte schließen sich aus. Fast jeder kennt den Konflikt zwischen Liebe und Begehren – wenn er nicht gerade selbst verliebt ist, das heißt ... <a title="Entscheidungen bei Konflikten fallen schwer" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-konflikte-entscheiden.html" aria-label="Mehr Informationen über Entscheidungen bei Konflikten fallen schwer">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Konflikte haben die Grundstruktur „Entweder-oder“. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Die Alternativen sind nicht einfach nur unterschiedlich, sondern diametral entgegengesetzt. Null oder eins? Schwarz oder weiß? Rechts oder links?“ Die Alternativen solcher Konflikte schließen sich aus. Fast jeder kennt den Konflikt zwischen Liebe und Begehren – wenn er nicht gerade selbst verliebt ist, das heißt situativ bewusstseinsgetrübt. Die Liebe, die Nähe braucht, und die Erotik, die Distanz braucht. Die verstörende Aufgipfelung des Entweder-oder-Konflikts findet sich im Alten Testament: Abraham muss sich entscheiden zwischen seiner Liebe zu Gott und der Liebe zu seinem Sohn. Abraham hebt das Messer, um seinen Sohn Isaak zu opfern … Während in dem biblischen Beispiel Gott die Entscheidung abwendet, sieht es im richtigen Leben anderes aus. Reinhard K. Sprenger zählt zu den profiliertesten Managementberatern und wichtigsten Vordenkern der Wirtschaft in Deutschland. <span id="more-3039"></span></p>
<p><strong>Aufschub ist der Dieb der Zeit</strong></p>
<p>Fortwährend müssen sich Menschen zwischen zwei Alternativen entscheiden, die beide attraktiv erscheinen, aber nicht gleichzeitig erreichbar sind. Und nicht immer kennen sie die Konsequenzen. Das Entscheiden von Entweder-oder-Konflikten fällt niemandem leicht, der einen Sinn für die Vielgestaltigkeit der Welt hat. Einerseits will man die große Auswahl, will die vielen Möglichkeiten der Lebensführung. Andererseits lähmen viele Optionen die Entschlusskraft. </p>
<p>Reinhard K. Sprenger weiß: „Deshalb quälen sich viele Menschen mit den Alternativen herum, manchmal jahrelang. Sie leben im inneren Dauerkonflikt und schieben die Entscheidung immer wieder auf.“ Sie suchen nach einer „kostenlosen Lösung“. Das nennt man „entscheidungsschwach“. Denn entscheiden heißt: Ein Preis ist fällig. Und das ist für manche Menschen unerträglich. Vielmehr fordern sie: „Ich will beides!“ Oder sie haben sich bereits entschieden: für die Unentschiedenheit. Aber auch das ist nicht kostenlos: Aufschub ist der Dieb der Zeit.</p>
<p><strong>Es gibt immer eine Alternative</strong></p>
<p>Man könnte meinen, diese Menschen hätten noch ein zweites Leben im Rucksack. Richtig schwierig wird das Entweder-oder, wenn fremde Erwartungen an einen gestellt werden, die den eigenen Wünschen und Präferenzen widersprechen. Dann steckt man in einer Zwickmühle. Als Einzelner kann man nicht nach rechts und links gleichzeitig gehen. Wenn man das von einem Menschen verlangt, reagiert er mit Ohnmacht, Ratlosigkeit, Selbstzweifel, Wut, Vermeidung, Weglaufenwollen. </p>
<p>Das geschieht aber nur, wenn man glaubt, es gäbe da eine richtige Entscheidung. Die gibt es jedoch nicht. Sondern nur eine, die man persönlich trifft und verantwortet. Für die man also gerade stehen muss. Unwürdig ist es, wenn man nach einer Entscheidung die andere Seite abwertet. Etwa, um Klarheit, Entschiedenheit oder eben Alternativlosigkeit zu unterstreichen. Reinhard K. Sprenger betont: „Damit leugnen Sie Ihre Freiheit, dass Sie auch anderes hätten entscheiden können.“ Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Mehrdeutigkeiten prägen das Leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 01:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrdeutigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Leben ist voller Ambivalenzen. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Alles ist aufgespannt zwischen Polaritäten, hat einen Pluspol und einen Minuspol, alles trägt sein Gegenteil in sich: kein Einatmen ohne Ausatmen, keine Nähe ohne Ferne, kein Berg ohne Tal.“ Auf den Tag mit seiner Helligkeit folgt zuverlässig die Nacht mit ihrer Dunkelheit. Manche Menschen erleben Polarität ... <a title="Mehrdeutigkeiten prägen das Leben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-mehrdeutigkeiten.html" aria-label="Mehr Informationen über Mehrdeutigkeiten prägen das Leben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben ist voller Ambivalenzen. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Alles ist aufgespannt zwischen Polaritäten, hat einen Pluspol und einen Minuspol, alles trägt sein Gegenteil in sich: kein Einatmen ohne Ausatmen, keine Nähe ohne Ferne, kein Berg ohne Tal.“ Auf den Tag mit seiner Helligkeit folgt zuverlässig die Nacht mit ihrer Dunkelheit. Manche Menschen erleben Polarität oft als &#8222;innere Zerrissenheit“: Man will in die Alpen, aber am Meer ist es genauso schön. Man schuldet jemandem Treue, aber will sich auch selbst treu sein. Viele Menschen können nicht ohne den Partner leben, aber irgendwann auch nicht mit ihm. Selbst die glühendste Leidenschaft verlangt irgendwann Abkühlung, die schönste Harmonie irgendwann eine Störung. Reinhard K. Sprenger zählt zu den profiliertesten Managementberatern und wichtigsten Vordenkern der Wirtschaft in Deutschland. <span id="more-2940"></span></p>
<p><strong>Moralisch gesehen ist das Leben wankelmütig</strong></p>
<p>Und nicht im Bleiben konturiert sich eine Person, sondern im Kommen und Gehen. Das kann melancholisch machen. Auch moralisch gesehen ist das Leben wankelmütig. Man will ein guter Mensch sein und scheitert doch immer wieder an den eigenen Ansprüchen. Man ist und bleibt ein Anstandshochstapler. Ebenso hat das In-sich-Gekehrte aller Doppelbegabten seinen Ursprung in der Ambivalenz. Denn sie wissen ein Leben lang nicht, was für sie richtig ist. </p>
<p>Die Entscheidung für das eine war eine Entscheidung gegen das andere und wird somit immer falsch gewesen sein. Am Arbeitsplatz erfahren viele Menschen die gleichen Spannungen: Manchmal kommt es ihnen so vor, als könnten sie es niemandem recht machen. Wer als Führungskraft arbeitet, bei dem spitzen sich die Dilemmata noch zu. Man konfrontiert diese Personen mit Forderungen und Geboten, die sich oft widersprechen. Sie sollen zum Beispiel ihren Mitarbeitern vertrauen und sie gleichzeitig kontrollieren. </p>
<p><strong>Konflikte sind ambivalent</strong></p>
<p>Reinhard K. Sprenger nennt ein weiteres Beispiel: „Aber auch als Vater oder Mutter erleben Sie täglich die Mehrdeutigkeit Ihres Elternseins: Sie sollen verständnisvoll und langmütig sein – obwohl Klarheit und Konsequenz vermutlich ein besseres Erziehungsergebnis hervorbrächte. Sie wollen jeden Schritt ihrer Kinder begleiten, möchten aber auf keinen Fall sich später vorwerfen lassen, dass sie als Helikopter-Eltern die Selbstständigkeit Ihres Nachwuchses verhindert hätten.“ </p>
<p>Mehrdeutigkeiten bleiben oftmals erhalten, unabhängig von einer situativen Entscheidung. Durch die Entscheidung wird lediglich der Zustand der inneren Zerrissenheit kurzfristig beendet. Jedoch nicht immer endgültig. Denn die Entscheidung kann unter veränderten Umständen zur Wiedervorlage kommen. Das ist sogar mehr als wahrscheinlich. Dann muss neu entschieden werden. Möglich ist allerdings auch die Verweigerung der Entscheidung. Was wiederum auch eine Entscheidung ist. Damit spiegeln ambivalente Inhalte die Doppelwertigkeit eines Konflikts. Nicht nur der Konflikt ist ambivalent – die Inhalte selbst sind es auch. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Gehirn besteht aus zwei Bereichen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Apr 2021 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Verstand]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob Menschen zusammenpassen, spüren sie auch darüber, ob sie den Geruch des potenziellen Partners als angenehm oder weniger angenehm wahrnehmen. Liebe geht nicht „durch den Magen“, sondern vor allem auch „durch die Nase“. Heinz-Peter Röhr vergleicht: „Für die Urmenschen stand Riechen für die Lebensbewältigung im Vordergrund. Der moderne Mensch lebt rational, mithilfe seiner intellektuellen Fähigkeiten; ... <a title="Das Gehirn besteht aus zwei Bereichen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heinz-peter-roehr-gefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Gehirn besteht aus zwei Bereichen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Menschen zusammenpassen, spüren sie auch darüber, ob sie den Geruch des potenziellen Partners als angenehm oder weniger angenehm wahrnehmen. Liebe geht nicht „durch den Magen“, sondern vor allem auch „durch die Nase“. Heinz-Peter Röhr vergleicht: „Für die Urmenschen stand Riechen für die Lebensbewältigung im Vordergrund. Der moderne Mensch lebt rational, mithilfe seiner intellektuellen Fähigkeiten; er kalkuliert, überlegt und entscheidet.“ Leitend ist hier der für das Rationale zuständige Teil des Gehirns, das rationale Gehirn, der sogenannte Neokortex. Nur wer sich dafür öffnet, bemerkt, dass das Instinktive nicht verschwunden ist. Manche Entscheidung wird aus dem „Bauch“ heraus gefällt, weil bestimmte Gefühle den Ausschlag gaben. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang  in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-2576"></span></p>
<p><strong>Die Gefühle entstehen im emotionalen Gehirn</strong></p>
<p>Tatsächlich kommt sie aber aus dem für Emotionen zuständigen Areal des Gehirns: dem emotionalen Gehirn. Immer wenn in diesem Zusammenhang von „Herz“ oder „Bauch“ die Rede ist, ist das emotionale Gehirn gemeint. Geht es um durchdachte Entscheidung, ist der Neokortex zuständig, das rationale Gehirn. Das Gehirn lässt sich also in zwei Bereiche unterteilen. Zum ersten gibt es das emotionale Gehirn, bestehend aus dem Limbischen System und vor allem der Amygdala. Hier entstehen die Gefühle.</p>
<p>Der zweite Bereich ist das rationale Gehirn, es besteht in erster Linie aus dem Neokortex, dem Hauptteil der Großhirnrinde. Hier findet logisches Denken statt. Während das emotionale Gehirn sich tief im Innern des Kopfes befindet, bildet der Neokortex die äußere Rinde mit den typischen Windungen und Furchen. Das Intuitive, das Schöpferische kommt aus tieferen Schichten der Seele. Kreative Menschen vertrauen ihrem Gespür, nicht ausschließlich ihrem Verstand. </p>
<p><strong>Eine gute Entscheidung fühlt sich richtig an</strong></p>
<p>Eine gute Entscheidung ist meist die, die sich „richtig anfühlt“. Bei der Partnerwahl wird dies dann besonders deutlich, wenn die Beziehung scheitert: „Ich wusste schon immer, dass ich ihn/sie nicht hätte heiraten dürfen …“ Heinz-Peter Röhr vermutet: „Wahrscheinlich war es der Verstand, der sagte, dass man keinen Rückzieher machen sollte.“ Besser wäre es gewesen, auf den „Bauch“ zu hören. Selbstverständlich sollte der Verstand bei Entscheidungen beteiligt sein.</p>
<p>Gute Entscheidungen leben davon, dass Verstand und Gefühl in angemessener Weise beteiligt sind. Bei vielen Entscheidungen sollte klar der Verstand dominieren, andere dürfen eher gefühlsbedingt sein. Viele Gefühle kommen aus dem emotionalen Gedächtnis, in dem vor allem in den ersten Lebensjahren Erfahrungen gespeichert werden, an die man noch keine bewusste Erinnerung hat. Das emotionale Gedächtnis erinnert sich aber an die zugehörigen Gefühle und kann diese in vergleichbaren Situationen reaktivieren. Es handelt sich dabei um eine Ahnung, vielleicht eine tiefe Befürchtung, eventuell um alte Ängste. Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In seinen Entscheidungen ist der Mensch frei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2020 09:12:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbststeuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Wille]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Einflussnahme auf die Überzeugungen, die Menschen zur Frage des freien Willens haben, hat reale Auswirkungen auf das Verhalten der Betroffenen. Joachim Bauer erläutert: „Diese Auswirkungen zeigen sich vor allem dort, wo der freie Wille gefragt wäre. Personen, denen man erfolgreich suggeriert, dass es so etwas wie einen freien Willen gar nicht gebe, lassen nachfolgend ... <a title="In seinen Entscheidungen ist der Mensch frei" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/in-seinen-entscheidungen-ist-der-mensch-frei.html" aria-label="Mehr Informationen über In seinen Entscheidungen ist der Mensch frei">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einflussnahme auf die Überzeugungen, die Menschen zur Frage des freien Willens haben, hat reale Auswirkungen auf das Verhalten der Betroffenen. Joachim Bauer erläutert: „Diese Auswirkungen zeigen sich vor allem dort, wo der freie Wille gefragt wäre. Personen, denen man erfolgreich suggeriert, dass es so etwas wie einen freien Willen gar nicht gebe, lassen nachfolgend eine deutlich reduzierte Selbstkontrolle erkennen. Sie verhalten sich, falls sie die Möglichkeit dazu haben, deutlich unmoralischer.“ Nicht an die Existenz eines freien Willens zu glauben, macht offenbar locker. Es kann für das menschliche Zusammenleben aber unangenehme oder gar gefährliche Folgen haben. Jedenfalls neigten Personen, die man vor einem Experiment in ihren Überzeugungen dahingehend beeinflusste, es gebe keinen freien Willen, in anschließenden Tests um 50 Prozent häufiger zu betrügerischem Verhalten. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer lehrt an der Universität Freiburg. <span id="more-2309"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen fühlen sich für nichts verantwortlich</strong></p>
<p>Die Verneinung der menschlichen Entscheidungsfreiheit ist für Joachim Bauer nicht nur in der Sache irrig und unhaltbar. Hinzu kommt, dass die falsche Botschaft, die Neurowissenschaft habe die Existenz des freien Willens widerlegt, in hohem Maße unsinnige und schädliche Konsequenzen für das Zusammenleben haben dürfte. Eine in den Wohlstandsländern ohnehin bereits vorhandene Tendenz, sich in allen Belangen als Opfer, aber für nichts verantwortlich zu sehen, würde zur offiziellen und von der Wissenschaft abgesegneten Doktrin erklärt.</p>
<p>Die Lehre von der Unfreiheit des menschlichen Willens ist eine Ideologie. Diese lähmt jede Initiative, Kreativität und Entschlossenheit. Die durch diesen Determinismus vollzogene Abschaffung des freien Willens würde Heerscharen von Unschuldigen produzieren. Die persönliche Verantwortung wäre abgeschafft. In den wohlhabenden Ländern des Westens formiert sich derzeit allerdings Widerstand: Gegen einen schleichenden Prozess zunehmender Einengung der persönlichen Autonomie, wachsenden Abhängigkeiten und unmerklicher Infantilisierung.</p>
<p><strong>Es regt sich Überdruss am Überfluss</strong></p>
<p>Merkmale dieses Prozesses sind einerseits ein hohes Maß an arbeitsbedingtem – oder durch Arbeitslosigkeit verursachtem – Stress. Zum anderen ist eine Übersättigung spürbar. Der Mainzer Philosoph Thomas Metzinger wagt folgende Voraussage: „Geistige Selbstbestimmung und die Frage, wie sie gestärkt werden kann, wird eines der heißesten Themen der Zukunft sein.“ Bei immer mehr Menschen regt sich Überdruss am Überfluss. Die Akteure des Widerstands gegen eine zunehmende Verminderung der Selbstbestimmung und Möglichkeiten der Selbststeuerung sind überall und in allen Generationen zu finden.</p>
<p>Die britische Rock-Ikone Peter Gabriel findet, dass die Smartphones dazu geführt haben, dass die Menschen immer mehr aus der realen Welt herausgerissen werden. Die Geräte vereinnahmen sie so sehr, dass sie das eigentliche Leben verpassen. Was man aber eigentlich braucht, ist eine Balance zwischen digitaler und realer Welt. Menschen mit einer funktionierenden Selbststeuerung erleben signifikant mehr Glück und weniger Leid, Angst und Depressivität als jene, denen sie fehlt. Deshalb haben mehr und mehr Menschen eine Lust auf Freiheit. Und zwar auf eine Freiheit, die aus gelingender Selbststeuerung erwächst. Quelle: „Selbststeuerung“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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