<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Neurose &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/neurose/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Sun, 11 Aug 2024 07:24:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.8.2</generator>
	<item>
		<title>Der Krieg verursacht traumatische Neurosen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-kriegstrauma.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-kriegstrauma.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2024 01:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegstrauma]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5617</guid>

					<description><![CDATA[„Stellen wir uns den lebenden Organismus in seiner größtmöglichen Vereinfachung als undifferenziertes Bläschen reizbarer Substanz vor“: So schreibt Sigmund Freud im Jahr 1920 in seinem Aufsatz „Jenseits des Lustprinzips“, um die Funktionsweise des seelischen Apparates zu illustrieren. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Der Anlass, der Freud zu diesem Bild des reizbaren Bläschens führt, ist der „schreckliche, gerade abgelaufene Krieg“, der einen massenhaft verbreiteten Krankheitszustand mit dem Namen „traumatische Neurose“ verursacht habe.“ Traumatische Neurosen treten nach schweren mechanischen Erschütterungen, Eisenbahnzusammenstößen und anderen mit Lebensgefahr verbundenen Unfällen auf; die Folge sei eine allgemeine „Schwächung&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Stellen wir uns den lebenden Organismus in seiner größtmöglichen Vereinfachung als undifferenziertes Bläschen reizbarer Substanz vor“: So schreibt Sigmund Freud im Jahr 1920 in seinem Aufsatz „Jenseits des Lustprinzips“, um die Funktionsweise des seelischen Apparates zu illustrieren. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Der Anlass, der Freud zu diesem Bild des reizbaren Bläschens führt, ist der „schreckliche, gerade abgelaufene Krieg“, der einen massenhaft verbreiteten Krankheitszustand mit dem Namen „traumatische Neurose“ verursacht habe.“ Traumatische Neurosen treten nach schweren mechanischen Erschütterungen, Eisenbahnzusammenstößen und anderen mit Lebensgefahr verbundenen Unfällen auf; die Folge sei eine allgemeine „Schwächung und Zerrüttung der seelischen Leistungen“. Das Besondere bei den Kriegsneurosen sei, dass das dazugehörige Krankheitsbild mitunter „ohne Mithilfe einer groben mechanischen Gewalt zustande kam“. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-5617"></span></p>
<p><strong>Der Organismus ist ein sensibles Bläschen</strong></p>
<p>Sprich: Die schwere Erschütterung des seelischen Apparats ist im Fall des Kriegstraumas oft anderer, nichtmechanischer Natur. Genau diese Art der Erschütterung nun versucht Sigmund Freud anhand des Bläschens zu erläutern. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Unter normalen Umständen sei das Bläschen durch eine „Rinde“ geschützt, die äußere Reize dämpfe und filtere, sodass sein Inneres sicher bleibt.“ Diese Rinde selbst bilde sich durch „unausgesetzten Anprall der äußeren Reize an die Oberfläche des Bläschens“ heraus, wodurch sie ihre schützende Gestalt gewinnt.</p>
<p>Sigmund Freud spricht diesem Reizschutz eine „beinahe wichtiger Aufgabe“ zu als der Reizaufnahme. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Übergroße, von außen eindringende Energiemengen können das Bläschen nämlich nachhaltig zerstören.“ Sigmund Freud schreibt: „Solche Erregungen von außen, die stark genug sind, den Reizschutz zu durchbrechen, heißen wir traumatische.“ Der lebende Organismus: ein sensibles Bläschen mit einer feinen Membran als Außenhülle.</p>
<p><strong>Menschen können sich gegen Reizüberflutung schützen</strong></p>
<p>Die biologische Zellmembranforschung seiner Zeit offenkundig aufnehmend, überträgt Sigmund Freud sie sinnbildlich aufs Psychische. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Die Membran schützt dabei nicht nur, sondern sie ist gleichzeitig jene sensible Oberfläche, die den Organismus mit der Außenwelt verbindet, ausgesuchte Reize durchlässt und das Innere auf diese Weise strukturiert, gestaltet.“ So stünden bei „hochentwickelten Organismen“ an der Körperoberfläche „die Sinnesorgane“ in der Funktion des Reizschutzes.</p>
<p>Sigmund Freud schreibt: „Es ist für sie charakteristisch, dass sie nur geringe Quantitäten des äußeren Reizes verarbeiten, sie nehmen nur Stichproben der Außenwelt vor; vielleicht darf man sie Fühlern vergleichen, die sich an die Außenwelt herantasten und dann immer wieder von ihr zurückziehen.“ Unüberhörbar schwingt hier Georg Simmels Beobachtung mit, dass der Mensch sich gegen die „Reizüberflutung“ moderner Großstädte nur durch „Blasiertheit“ schützen könne. Svenja Flaßpöhler betont: „Auch das in jüngster Zeit viel beachtete und der Blasiertheit gerade entgegengesetzte Phänomen der Hypersensibilität klingt an.“ Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-kriegstrauma.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-destruktivitaet.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-destruktivitaet.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2023 02:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Todestrieb]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5118</guid>

					<description><![CDATA[Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen selbst richtet. Judith Butler weiß: „In der Kriegsneurose setzen sich die Kriegsleiden als durch unerbittliche Wiederholdung geprägte traumatische Symptome fort.“ Man wird bombardiert, attackiert, belagert – alles Metaphern eines Krieges, der auf dem posttraumatischen Schauplatz&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen selbst richtet. Judith Butler weiß: „In der Kriegsneurose setzen sich die Kriegsleiden als durch unerbittliche Wiederholdung geprägte traumatische Symptome fort.“ Man wird bombardiert, attackiert, belagert – alles Metaphern eines Krieges, der auf dem posttraumatischen Schauplatz weitergeht. Sigmund Freud sieht hier den Wiederholungscharter der Destruktion. Beim Patienten führt das zu Isolation und weiter gefasst nicht nur zur Schwächung des sozialen Bandes, das Gesellschaften zusammenhält, sondern auch zur Selbstzerstörung bis hin zum Suizid. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5118"></span></p>
<p><strong>Der Beweis für den Todestrieb findet sich im Sadomasochismus</strong></p>
<p>Judith Butler erläutert: „In dieser Art der Destruktion spielen Libido oder Sexualität eine verminderte oder verschwindende Rolle, und die für das politische Leben zentralen sozialen Bindungen lösen sich auf.“ Gegen Ende seinen Buchs „Jenseits des Lustprinzips“ stellt Sigmund Freud nicht nur fest, dass jeder menschliche Organismus in einem bestimmten Sinn seinen eigenen Tod anstrebt, sondern auch, dass sich diese Neigung nicht auf die Sexualtriebe zurückführen lässt.</p>
<p>Der Beweis für den Todestrieb, sagt Sigmund Freud, findet sich im sexuellen Sadismus und allgemeiner im Phänomen des Sadomasochismus. Obgleich die Sexualisierung des Todestriebes seine Destruktivität den nach Freud nicht destruktiven Zielen der Sexualität unterordnen kann, kann es auch zur Vorherrschaft des Todestriebes kommen, eine Situation, die klar im Fall sexueller Gewalt zum Ausdruck kommt. Sowohl die Selbstzerstörung wie die Zerstörung des anderen sind potenziell im Sadomasochismus am Werk.</p>
<p><strong>Der Sadismus ist ein „Vertreter“ des Todestriebes</strong></p>
<p>Flüchtig und opportunistisch bemächtigt sich der Todestrieb des sexuellen Begehrens, ohne offen zutage zu treten. Judith Butler erklärt: „Eine sexuelle Beziehung mit dem ursprünglichen Begehren der Vereinigung wird von zahllosen Formen der Selbstzerstörung durchbrochen, die in manifestem Gegensatz zu den ausdrücklichen Zielen der Liebenden stehen.“ Das zutiefst Beunruhigende an offensichtlich selbstzerstörerischen Handlungen, die gerade die Bindungen auflösen, die man am meisten beibehalten will, ist nur eine alltägliche Spielart des Scheiterns, im dem sich der Todestrieb im Sexualleben kundtut.</p>
<p>In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ führt Sigmund Freud den Sadismus erneut als „Vertreter“ des Todestriebes ein, verknüpft ihn aber in diesem Spätwerk deutlicher mit den Konzepten der Aggression und der Destruktivität. Darin kann man laut Judith Butler eine zweitere oder spätere Fassung der Todestriebtheorie sehen. Dabei wird die Aggression nicht mehr ausschließlich im Kontext des sexuellen Sadomasochismus gesehen, da man, so Freud, „die Ubiquität der nicht erotischen Aggression und Destruktion nicht länger übersehen und versäumen kann“. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-destruktivitaet.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/eros-hatte-sich-dem-logos-zu-unterwerfen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/eros-hatte-sich-dem-logos-zu-unterwerfen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2021 02:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eros]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor W. Adorno]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=3128</guid>

					<description><![CDATA[Die Freuden des Nachmittags, so Theodor W. Adorno würden als Belohnungen oder Kompensation für die Arbeit des Vormittags angesehen. Allerdings seien die Freuden des Nachmittags nur zu rechtfertigen, wen sie letztlich dem „verborgenen Zweck von Erfolg und Selbstoptimierung“ dienten. Stuart Jeffries erklärt: „Infolgedessen werden Vergnügen, Genuss und Lust selbst zu einer Pflicht, einer Art von Arbeit. Was aussieht wie nachmittägliches Vergnügen nach einem Morgen der Arbeit, ist alles andere als das. Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen.“ Statt der Freisetzung des Lustprinzips hatte diese Teilung die Funktion, das Diktat&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Freuden des Nachmittags, so Theodor W. Adorno würden als Belohnungen oder Kompensation für die Arbeit des Vormittags angesehen. Allerdings seien die Freuden des Nachmittags nur zu rechtfertigen, wen sie letztlich dem „verborgenen Zweck von Erfolg und Selbstoptimierung“ dienten. Stuart Jeffries erklärt: „Infolgedessen werden Vergnügen, Genuss und Lust selbst zu einer Pflicht, einer Art von Arbeit. Was aussieht wie nachmittägliches Vergnügen nach einem Morgen der Arbeit, ist alles andere als das. Eros hatte sich dem Logos zu unterwerfen.“ Statt der Freisetzung des Lustprinzips hatte diese Teilung die Funktion, das Diktat des Realitätsprinzips über jeden einzelnen Aspekt des Lebens auszudehnen. Was in der Psychoanalyse als biphasisches Verhalten bezeichnet wird, sei ein Symptom von Zwangsneurose, so Theodor W. Adorno. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3128"></span></p>
<p><strong>Herbert Marcuse hofft auf eine Befreiung des Lustprinzips</strong></p>
<p>Die Autoren von Horoskopkolumnen schienen ihren Lesern Mittel an die Hand zu geben, mit den Widersprüchen des Alltags fertig zu werden. In Wahrheit machten sie sie zu Zwangsneurotikern, die diese Widersprüche internalisierten, statt ihnen die Stirn zu bieten. Theodor W. Adorno sah in dieser zwangsneurotischen Teilung in Vormittag und Nachmittag ein typisches Zeichen der amerikanischen Massenkultur. Statt dass sich die Bürger mit den Widersprüchlichkeiten der Gesellschaft auseinandersetzten, verinnerlichten sie sie auf neurotische Weise. </p>
<p>Indem sie die Tage in Arbeit und Vergnügen unterteilten, wurde ihr Leben nicht erfüllter, sondern entfremdet. Was Theodor W. Adorno an den amerikanischen Horoskopkolumnen diagnostizierte, verallgemeinerte Herbert Marcuse auf die amerikanische, ja auf jede fortgeschrittene Industriegesellschaft. Er formuliert in „Eros und Kultur“ seine Hoffnung auf eine radikale Veränderung dieser Gesellschaften, auf eine Befreiung des Lustprinzips aus der Diktatur des Leistungsprinzips, auf Menschen, die wieder erotisiert seien – die zur Ganzheit, Erfüllung und Freiheit finden würden. </p>
<p><strong>Kulturen müssen Freiheit gegen Sicherheit eintauschen</strong></p>
<p>Sigmund Freud hatte festgestellt, diese Art von Umgestaltung sei unmöglich: Kulturen müssen Freiheit gegen Sicherheit eintauschen. Stuart Jeffries stellt fest: „Die Vereinigten Staaten der 1950er Jahre waren offensichtlich eine Kultur, die sich in Richtung Sicherheit, weg von der Freiheit bewegte, während ihre Rhetorik das Gegenteil annehmen ließ.“ Die amerikanische Gesellschaft, ja in dieser Hinsicht jede andere zivilisierte Gesellschaft, die sich in den 1950er als frei und wohlhabend darstellte, steckte in der Zwangsjacke der Konformität. </p>
<p>Die entscheidende Aussage von Sigmund Freuds „Unbehagen in der Kultur“ lautet, dass der vordergründige Fortschritt der Kultur mit einer Unterdrückung einhergehe, vor der es kein Entkommen gebe. Herber Marcuse widersprach diesem Pessimismus. Er merkte an, in fortgeschrittenen Industriegesellschaften wie den Vereinigten Staaten spiele die Knappheit der Ressourcen, die Sigmund Freud als einen Grund dafür angeführt hatte, warum das Lustprinzip vom Realitätsprinzip eingeschränkt werden müsse, keine Rolle mehr. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/eros-hatte-sich-dem-logos-zu-unterwerfen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Autorität funktioniert auf freiwilliger Unterwerfung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/autoritaet-funktioniert-auf-freiwilliger-unterwerfung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/autoritaet-funktioniert-auf-freiwilliger-unterwerfung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2020 06:55:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autorität]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwerfung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2193</guid>

					<description><![CDATA[Autorität funktioniert aufgrund einer verinnerlichten Norm, daher auch die freiwillige Unterwerfung. Betrachtet eine Gruppe dieselbe Instanz als Autorität, herrscht innerhalb dieser Gruppe großes Vertrauen. Wenn Autorität wegfällt, kommt Misstrauen auf, und es breitet sich rasant eine krankhafte Regulierungswut aus. Paul Verhaeghe ergänzt: „Macht funktioniert über externe Kontrolle und Zwang, doch der ruft sofort Widerstand und Rebellion hervor. Jede Konfrontation mit Macht legt den Grundstein für eine weitere Konfrontation, es entsteht eine Aufwärtsspirale.“ Kontrollmechanismen und Zwangsmaßregeln müssen immer weiter ausgeweitet werden, denn das Ziel ist die totale Beherrschbarkeit. Das Ergebnis ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Autorität funktioniert aufgrund einer verinnerlichten Norm, daher auch die freiwillige Unterwerfung. Betrachtet eine Gruppe dieselbe Instanz als Autorität, herrscht innerhalb dieser Gruppe großes Vertrauen. Wenn Autorität wegfällt, kommt Misstrauen auf, und es breitet sich rasant eine krankhafte Regulierungswut aus. Paul Verhaeghe ergänzt: „Macht funktioniert über externe Kontrolle und Zwang, doch der ruft sofort Widerstand und Rebellion hervor. Jede Konfrontation mit Macht legt den Grundstein für eine weitere Konfrontation, es entsteht eine Aufwärtsspirale.“ Kontrollmechanismen und Zwangsmaßregeln müssen immer weiter ausgeweitet werden, denn das Ziel ist die totale Beherrschbarkeit. Das Ergebnis ist jedoch genau das Gegenteil. Will man alles beherrschbar machen, funktioniert überhaupt nichts mehr. Von den Folgen des schwindenden Patriarchats spürt man am meisten die hemmungslose, ungebremste Überregulierung. Paul Verhaeghe lehrt als klinischer Psychologe und Psychoanalytiker an der Universität Gent. <span id="more-2193"></span></p>
<p><strong>Die patriarchale Kultur ist ein hervorragender Nährboden für Schuld und Neurose</strong></p>
<p>Für beinahe alles braucht man heutzutage einen Vertrag oder gibt es zumindest ein Protokoll: deinen detaillierten Leitfaden mit den Prozeduren, die in der betreffenden Situation zu befolgen sind. Solche Regulierungen dienen keineswegs einer besseren Qualität. Man übt Kontrolle aus, weil man dem anderen nicht mehr vertraut, man sichert sich gegen alle möglichen Klagen ab und will den Schuldigen identifizieren können, falls etwas schiefgeht. Ursprünglich kommt dies aus der amerikanischen Betriebsführung.</p>
<p>Autorität funktionierte auf der Basis freiwilliger Unterwerfung, doch die kommt nicht von alleine. Kinder unterwerfen sich erst aufgrund eines externen Zwangs, der lange genug gewirkt hat. Manchmal hält dieser Zwang zu lange an: Eine paternalistische Regierung behandelt auch Erwachsene wie Kinder. Die patriarchale Kultur ist laut Paul Verhaeghe auch ein hervorragender Nährboden für Schuld und Neurose. Heute verstecken sich die Menschen nicht mehr, ganz im Gegenteil. Der postmoderne Mensch setzt sich selbst in Szene, mit allem Drum und Dran.</p>
<p><strong>Depression ist die neue Neurose</strong></p>
<p>Paul Verhaeghe fügt hinzu: „Er unterwirft sich freiwillig dem kontrollierenden Blick aller und wird sogar depressiv, wenn zu wenige Menschen ihm Aufmerksamkeit schenken.“ Der Unterschied zum patriarchalen Modell ist gewaltig. Zur Zeit des Patriarchats identifizierten sich die Menschen mit den Geboten und Verboten des Vaters, aus Angst vor Strafe und Verdammnis. Heutzutage identifizieren sich viele Menschen sich mit den „likes“ von anderen, aus Angst, ausgeschlossen zu werden. Der Druck, der von sozialer Kontrolle ausgeht, ist immens und verpflichtet jeden zu einer neuen Version freiwilliger Unterwerfung.</p>
<p>Wenn man scheitert, schämt man sich oder wird depressiv. Depression ist die neue Neurose. Das patriarchalische System umfasste noch bestimmte Illusionen. Man konnte anderswohin fliehen. Nun gibt es kein „anderswo“ mehr, die Welt ist voll. Oder man konnte den diensthabenden Vater ermorden und durch einen besseren ersetzen. Big Brother kann man jedoch nicht töten, er ist schließlich virtuell und anonym, ein Geist der klickend seine Runden durch das World Wide Web dreht. Quelle: „Autorität und Verantwortung“ von Paul Verhaeghe</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/autoritaet-funktioniert-auf-freiwilliger-unterwerfung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das soziale Unbewusste ist ein Teil der Kultur</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-soziale-unbewusste-ist-ein-teil-der-kultur.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/das-soziale-unbewusste-ist-ein-teil-der-kultur.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 05:27:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Unterbewusstsein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.psychologie-guide.de/?p=2026</guid>

					<description><![CDATA[Viele Überzeugungen eines Menschen liegen in einer weitgehend undefinierten Form vor, die Terry Eagleton als soziales Unbewusstes bezeichnet. Dabei handelt es sich um jenen riesigen Bestand an Instinkten, Vorurteilen, religiösen Einstellungen, Empfindungen, halb ausgeformten Meinungen und spontanen Annahmen, die das Substrat der das Substrat der alltäglichen Verhaltensweisen bilden und die man selten in Frage stellt. Terry Eagleton ergänzt: „Tatsächlich sind einige dieser Annahmen so tief verwurzelt, dass wir sie vermutlich nur in Zweifel ziehen könnten, wenn es zu einer weitreichenden Veränderung unsere Lebensweise käme, die sie uns zum ersten Mal&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Überzeugungen eines Menschen liegen in einer weitgehend undefinierten Form vor, die Terry Eagleton als soziales Unbewusstes bezeichnet. Dabei handelt es sich um jenen riesigen Bestand an Instinkten, Vorurteilen, religiösen Einstellungen, Empfindungen, halb ausgeformten Meinungen und spontanen Annahmen, die das Substrat der das Substrat der alltäglichen Verhaltensweisen bilden und die man selten in Frage stellt. Terry Eagleton ergänzt: „Tatsächlich sind einige dieser Annahmen so tief verwurzelt, dass wir sie vermutlich nur in Zweifel ziehen könnten, wenn es zu einer weitreichenden Veränderung unsere Lebensweise käme, die sie uns zum ersten Mal deutlich zu Bewusstsein brächt.“ Dieses soziale Unbewusste ist ein Aspekt dessen, was man unter Kultur versteht. Der Literaturwissenschaftler und Kulturtheoretiker Terry Eagleton ist Professor für Englische Literatur an der University of Manchester und Fellow der British Academy. <span id="more-2026"></span></p>
<p><strong>In der Sexualität sind die Menschen am babyhaftesten</strong></p>
<p>Darin liegt eine gewisse Ironie, weil Kultur im Sinne von Kunst und geistigen Hervorbringungen zu den erlesensten Bewusstseinsinhalten menschlicher Tätigkeit gehört. So betrachtet, wäre uns Kultur einerseits bewusster als die meisten anderen Dinge, die man tut, und andererseits erheblich unbewusster. In der zweiten Bedeutung bildet sie die unsichtbare Grundfärbung der Alltagsexistenz, ihre fraglos hingenommene Textur, das, was Jacques Lacan „das Andere“ nennt, den nie ganz erfassbaren Kontext, in dem all das Sprechen und Verhalten eines Menschen einen Sinn erhält.</p>
<p>In ähnlicher Weise ist für Sigmund Freud das Ich notwendigerweise blind für vieles, was es ausmacht. Das, was zu seiner Bildung beiträgt, kann nicht Teil des Ichs sein. Es entsteht nur durch eine schmerzliche Verdrängung der Prozesse, die es konstituieren – ein Trauma, von dem es sich nie ganz erholen wird. Niemanden gelingt es, die Urkatastrophe ganz zu überwinden, die man als frühe Kindheit bezeichnet. Das liegt unter anderem daran, dass Menschen sexuelle Tiere sind, und in der Sexualität sind sie am babyhaftesten, nicht am reifsten.</p>
<p><strong>Alle Menschen sind bis zu einem gewissen Grad von einer Neurose betroffen</strong></p>
<p>Terry Eagleton schreibt: „Paradoxerweise ist also ein gewisses Maß an Verdrängung gut für uns. Selbstblindheit und etwas barmherzige Amnesie sind nach Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud die Voraussetzung dafür, dass wir uns überhaupt entwickeln können.“ Sicher, bei zu viel Verdrängung ist die Gefahr groß, dass man krank wird, krank durch unbefriedigtes Begehren – Sigmund Freuds Neurose, von der alle Menschen bis zu einem gewissen Grad betroffen sind. Für Sigmund Freud ist das menschliche Tier das kranke Tier.</p>
<p>Allerdings sind Menschen auf eine Weise krank, die sie nicht nur schwächt, sondern auch Produktivität freisetzt. Sicher, Menschen haben die Möglichkeit zur Selbstreflexion. Sie können eine Situation überdenken – das ist eine der Verbindungen, die sie zur Welt unterhalten. Doch nach Sigmund Freuds Auffassung reicht diese Selbstreflexion nicht aus, um einen Menschen zu retten. Noch niemand wurde von seiner Neurose geheilt, nur weil er intelligent genug war, seine seelische Situation zu reflektieren. Quelle: „Kultur“ von Terry Eagleton</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/das-soziale-unbewusste-ist-ein-teil-der-kultur.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwangsneurotiker finden in der Welt keine Heimat mehr</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/zwangsneurose.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/zwangsneurose.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2015 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=3815</guid>

					<description><![CDATA[Zwangsneurotiker leiden unter Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, die nicht unter der Kontrolle ihres Willens stehen. So müssen sie sich beispielsweise ständig die Hände waschen oder ordnen bestimmte Gegenstände sinnlos in einer bestimmten Reihenfolge oder Formation an. Die Psychoanalyse lokalisiert die Zwangsneurose in der Lebensgeschichte der Patienten in der analsadistischen Phase der Reinlichkeitserziehung. Zwangskranke sind zwar sehr hilflose Menschen, aber dennoch von einem schier grenzenlosen Streben nach Autonomie besessen. Dadurch ergibt sich bei solchen Menschen eine tiefsitzende Unsicherheit in allen Gefühlsbeziehungen. Liebe und Hass gehen bei ihnen Hand in Hand und die seelische Unsicherheit kann die Patienten in den Wahnsinn treiben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zwangsneurotiker leiden unter Zwangshandlungen und Zwangsgedanken, die nicht unter der Kontrolle ihres Willens stehen. So müssen sie sich beispielsweise ständig die Hände waschen oder ordnen bestimmte Gegenstände sinnlos in einer bestimmten Reihenfolge oder Formation an. Die Psychoanalyse lokalisiert die Zwangsneurose in der Lebensgeschichte der Patienten in der analsadistischen Phase der Reinlichkeitserziehung. Zwangskranke sind zwar sehr hilflose Menschen, aber dennoch von einem schier grenzenlosen Streben nach Autonomie besessen. Dadurch ergibt sich bei solchen Menschen eine tiefsitzende Unsicherheit in allen Gefühlsbeziehungen. Liebe und Hass gehen bei ihnen Hand in Hand und die seelische Unsicherheit kann die Patienten in den Wahnsinn treiben. <span id="more-176"></span></p>
<p><strong>Die Symptome des Zwangsneurotikers</strong></p>
<p>Erwin W. Strauß stellte keine Mutmaßungen über die Entstehung der Zwangsneurose auf, sondern beschrieb und deutete deren Erscheinungsweise. Vor allem fiel ihm beim Zwangstyp die wachsende Einengung des Lebensraumes und der Beziehungsmöglichkeiten auf. Die Patienten finden in der Welt keine Heimat mehr. Hinter jeder Ecke lauert die Gefahr. Sicherheit können solche Menschen nur erzeugen, wenn sie sich an ihre Rituale halten. Echte Handlungen werden immer seltener, es gibt nur noch Geschäftigkeit ohne Sinn und Ziel, eine Verschwendung der Zeit, ohne dass etwas vollbracht wird.</p>
<p>Bei den Zwangsneurotikern geht auch die geschichtliche Dimension ihres Lebens verloren. Durch Handlungen fügen die Menschen die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft in der Regel zu einer Einheit zusammen. Zwangsneurotiker haben laut Erwin W. Straus hr die Kraft und die Fähigkeit dazu, ihre Existenz verwandelt sich in eine punktuelle und löst sich in lauter unverbundene Punkte der Zeit auf. Sie stellen den Sinn und den Inhalt ihres Lebens in Frage. Der Zwangskranke leidet vor allem unter dem Gefühl einer entsetzlichen Sinnlosigkeit.</p>
<p><strong>Zwangshandlungen sollen den Ekel und das Grauen verhindern</strong></p>
<p>Erwin W. Straus befasst sich vor allem mit den Ekelgefühlen in der Zwangsneurose, da der Zwangskranke häufig auch an Grauen, Abscheu, Ekel und Schauder leidet. Menschen können sich vor den unterschiedlichsten Dingen ekeln – Schmutz, Sex, Essen, Gesinnungen, Haltungen. Allerdings gilt auch umgekehrt, was den einen ekelt, kann für den anderen ein Objekt der Begierde sein. Körperliche und seelische Beschmutzung scheinen bei den Patienten zu jener tiefsitzenden Abwehr Anlass zu geben, die im Ekel zum Ausdruck kommt. Erwin W. Straus schreibt: „Der Ekel ist die Abwehr der Einung mit dem Verwesenden.“</p>
<p>Laut Erwin W. Straus kämpft der Zwangsneurotiker um sein Leben, wenn er sklavisch genau seine Zwangshandlungen vollzieht, deren Unterlassung ihn dem Grauen überantworten würde. Mit magischen Verhaltensweisen versucht er sich ein Gefühl der Sicherheit herbeizuzaubern. Humor, Gelassenheit und Heiterkeit sucht man bei einem solchen Menschen vergeblich, weil in seinem Inneren alles von Angst überflutet ist. Es ist ein verzweifelter Aufstand gegen die Endlichkeit des Menschen, der jedem Zwang zugrunde liegt.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Erwin W. Straus</strong></p>
<p>Erwin W. Straus wurde am 11. Oktober 1891 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Medizin und schrieb seine Dissertation über eine Suchtkrankheit. Bereits 1931 wurde er in Berlin wegen seiner Grundlagenforschungen im Bereich der Psychiatrie zum Psychiatrieprofessor ernannt. 1935 erschien sein berühmtes Buch „Vom Sinn der Sinne“ mit dem Untertitel „Beitrag zur Grundlegung der Psychologie“.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/zwangsneurose.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Neurose findet ihre Heimat in der Verzweiflung der Menschen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/alexander-mitscherlich_grosstadt-und-neurose.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/alexander-mitscherlich_grosstadt-und-neurose.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2015 02:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=13351</guid>

					<description><![CDATA[Die Großstadt, so heißt es, sei ein gefährliches Pflaster für den Fremden. Die Fremdheit, die Undurchsichtigkeit schafft Angst und Abenteuer. Alle diese Effekte gehen darauf zurück, dass die Großstadt, eben wie Babylon, die große Hure ist. Der vagen Behauptung, die Großstadt erzeuge Neurosen, erwidert Alexander Mitscherlich mit einer auf viel Erfahrung sich stützenden Gegenbehauptung, dass die Großstadt das probateste Mittel gegen viele Neurosenquellen sei: „Gegen alle Folgen der Enge und Stagnation des Zweitrangigen, der Intoleranz, des Sich-Aufspielens, des unentrinnbaren kollektiven Zwangs, der scheinheiligen Beobachtung und verborgenen Tyrannei.“ Die Neurose ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Großstadt, so heißt es, sei ein gefährliches Pflaster für den Fremden. Die Fremdheit, die Undurchsichtigkeit schafft Angst und Abenteuer. Alle diese Effekte gehen darauf zurück, dass die Großstadt, eben wie Babylon, die große Hure ist. Der vagen Behauptung, die Großstadt erzeuge Neurosen, erwidert Alexander Mitscherlich mit einer auf viel Erfahrung sich stützenden Gegenbehauptung, dass die Großstadt das probateste Mittel gegen viele Neurosenquellen sei: „Gegen alle Folgen der Enge und Stagnation des Zweitrangigen, der Intoleranz, des Sich-Aufspielens, des unentrinnbaren kollektiven Zwangs, der scheinheiligen Beobachtung und verborgenen Tyrannei.“ Die Neurose ist laut Alexander Mitscherlich überall dort zuhause, wo Verzweiflung ist, und Verzweiflung ist überall, wo Menschen sind. Dennoch sind heut viele Großstädte ohne Zweifel ein nahezu unerträglicher Ort des Aufenthalts. <span id="more-300"></span></p>
<p><strong>Die härtesten Belastungsproben lauern auf den Menschen in der Industriegesellschaft</strong></p>
<p>Je mehr Menschen in der Zukunft ihr Leben ausschließlich in Großstädten führen werden, desto entscheidender wird die prägende Kraft dieser Metropolen für die Verfassung der Menschheit ins Gewicht fallen. Alexander Mitscherlich schreibt: „Die Lebensformen des Menschen in der industrialisierten Gesellschaft stellen eine der härtesten Belastungsproben dar, die er sich, seit er Umwelt schafft, arrangiert hat.“ Für eine Massengesellschaft, die von der industriellen Produktion lebt, ist die Großstadt allerdings eine unausweichliche Gegebenheit.</p>
<p>Produktive Kritik an der Großstadt besteht für Alexander Mitscherlich darin, Wege zu finden, wie das Milieu der Großsiedlung stärker kultiviert werden kann. Viele Krankheiten, die in früheren Zeiten den sicheren Tod bedeuteten, haben heute ihren Schrecken verloren.</p>
<p><strong>Die psychosomatische Medizin achtet auf die Erlebnisse und die Lebensgeschichte der Menschen</strong></p>
<p>Alexander Mitscherlich erklärt: „Die sogenannte psychosomatische Medizin setzt diese Forschungsweise fort, indem sie auch solche Krankheiten, die bisher als rein äußerlich oder konstitutionell verursacht gedacht wurden, auf dem Erlebnishintergrund und in der Lebensgeschichte des Menschen einzeichnet und in vielem vorgezeichnet wahrnimmt.“</p>
<p>Alexander Mitscherlich vertritt die Auffassung, dass gesellschaftliche Zustände durch die individuellen Entscheidungen, durch die individuelle seelische Verfassung mit erhalten werden. Sie werden freilich vom Kollektiv nahegelegt. Im Laufe seines Lebens erwirbt der Mensch dann ein Verständnis seiner selbst und der anderen.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Alexander Mitscherlich</strong></p>
<p>Der Arzt, Psychoanalytiker und Schriftsteller Alexander Mitscherlich, geboren am 20. September 1908 in München, leitete von 1960 bis 1976 das von ihm gegründete Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main. Im Jahr 1969 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zu seinen Hauptwerken zählen: „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“, „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“, „Die Unfähigkeit zu trauern“ sowie „Die Idee des Friedens“. Alexander Mitscherlich starb am 26. Juni 1982 in Frankfurt am Main.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/alexander-mitscherlich_grosstadt-und-neurose.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Themenübersicht &#8211; Sigmund Freud</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-themenuebersicht.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-themenuebersicht.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2014 11:43:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Ödipuskomplex]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=140148</guid>

					<description><![CDATA[Hier haben wir mal die verschiedensten Artikel zum großen Psychoanalytker Sigmund Freud zusammengetragen. Sigmund Freud Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse und beeinflusste die moderne Psychologie wie kein anderer. Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg als Sohn eines jüdischen Wollhändlers geboren. Nach seiner Matura im Jahr 1873 studierte er in Wien Medizin wo er ein Stipendium bekam. Nach seinem Studium arbeitete er ab 1882 am Wiener allgemeinen Krankenhaus und […] Karl Marx und Sigmund Freud glauben an die Macht der Wahrheit Erich Fromm erläutert die grundlegenden Ansprüche, die den&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hier haben wir mal die verschiedensten Artikel zum großen Psychoanalytker Sigmund Freud zusammengetragen.</p>
<h2><a title="Sigmund Freud" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud.html">Sigmund Freud</a></h2>
<p>Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse und beeinflusste die moderne Psychologie wie kein anderer. Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg als Sohn eines jüdischen Wollhändlers geboren. Nach seiner Matura im Jahr 1873 studierte er in Wien Medizin wo er ein Stipendium bekam. Nach seinem Studium arbeitete er ab 1882 am Wiener allgemeinen Krankenhaus und […]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Karl Marx und Sigmund Freud glauben an die Macht der Wahrheit" href="http://www.psychologie-guide.de/erich-fromm_karl-marx-sigmund-freud.html">Karl Marx und Sigmund Freud glauben an die Macht der Wahrheit</a></h2>
<p>Erich Fromm erläutert die grundlegenden Ansprüche, die den beiden Denkern Karl Marx und Sigmund Freund gemeinsam sind. Als erste gemeinsame Haltung nennt er ihre kritische Grundhaltung. Der Zweifel im Denken von Karl Marx und Sigmund Freud betrifft vor allem das, was der Mensch über sich und andere denkt. Karl Marx zum Beispiel hielt das meiste, […]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freud hegt ein Unbehagen an der Kultur" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-hegt-ein-unbehagen-an-der-kultur.html">Sigmund Freud hegt ein Unbehagen an der Kultur</a></h2>
<p>Das Alterswerk von Sigmund Freud kann fast durchgehend als eine Art Kulturkritik aufgefasst werden. Deutlich zeigt sie sich beispielsweise in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ aus dem Jahre 1921. Sigmund Freud will darin begreiflich machen, wie der Mensch sein Wesen innerhalb einer Massenversammlung verwandelt. Zur Veranschaulichung wählt er die beiden organisierten Massen der Kirche und […]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Karen Horneys Kritik am Ödipusdrama Sigmund Freuds" href="http://www.psychologie-guide.de/karen-horneys-kritik-am-odipusdrama-sigmund-freuds.html">Karen Horneys Kritik am Ödipusdrama Sigmund Freuds</a></h2>
<p>Karen Horney glaubt zwar, dass sexuelle Empfindungen zwischen Kind und Eltern vorkommen, aber nicht in dem Maße, wie Sigmund Freud sie beschreibt. Sofern das doch der Fall ist, handelt es sich um seelische Fehlentwicklungen.[…]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freud unterscheidet drei Formen der Phobie" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud_angst.html">Sigmund Freud unterscheidet drei Formen der Phobie</a></h2>
<p>Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, unterscheidet zwei Formen der Angst: Die Realangst und die neurotische Angst. Die Realangst erscheint ihm dabei als etwas sehr Rationelles und Begreifliches. Sie ist eine Reaktion auf die Wahrnehmung einer äußeren Gefahr, das heißt einer erwarteten, vorhergesehenen Schädigung. […]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freud erklärt das Wesen der Zwangsneurose" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-erklart-das-krankheitsbild-der-zwangsneurose.html">Sigmund Freud erklärt das Wesen der Zwangsneurose</a></h2>
<p>Die Zwangsneurose äußerst sich laut Sigmund Freud darin, dass die Kranken von Gedanken beschäftigt werden, für die sie sich eigentlich gar n oder zu Handlungen veranlasst werden, deren Ausführung ihnen zwar kein Vergnügen bereitet, deren Unterlassung ihnen aber ganz unmöglich ist. […]</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freud: &quot;Das Unbehagen in der Kultur&quot;" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freuds-unbehangen-an-der-kultur.html">Sigmund Freud: &#8222;Das Unbehagen in der Kultur&#8220;</a></h2>
<p>Sigmund Freud setzte vor 80 Jahren mit seiner Schrift “Das Unbehangen in der Kultur” seine jahrelangen Forschungen fort, das wechselseitige Zusammenspiel zwischen individueller und kultureller Neurose zu beweisen. &#8230;</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freuds Sexualtheorie" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freuds-sexualtheorie.html">Sigmund Freuds Sexualtheorie</a></h2>
<p>Im Jahre1905 veröffentlicht Sigmund Freud die „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“, mit denen er eine neue Tür zum Verständnis von sexuellen Perversionen öffnet und daneben eindringlich die These von der sexuellen Triebhaftigkeit des Kleinkindes vertritt. &#8230;</p>
<h2><a title="Permanent Link to Sigmund Freud analysiert das Unbewusste" href="http://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-analysiert-das-unbewusste.html">Sigmund Freud analysiert das Unbewusste</a></h2>
<p>Das Buch „Die Traumdeutung“, das Sigmund Freud schrieb, als er bereit Mitte vierzig war, wurde eines der einflussreichsten Werke in der Geschichte. „Die Traumdeutung“ ist eine medizinische und wissenschaftliche Annäherung an ein Thema, dass sich bisher einer Analyse entzogen hatte. &#8230;</p>
<h2><a title="Permanent Link to Philosophische Lustkonzepte von Platon bis Freud" href="http://www.psychologie-guide.de/philosophische-lustkonzepte-von-platon-bis-freud.html">Philosophische Lustkonzepte von Platon bis Freud</a></h2>
<p>Das Buch „Lust. Perspektiven von Platon bis Freud“ von Wolfgang Rother bietet eine kleine Einführung in die Lustlehren ausgewählter Denker. Die Lust zählt seit der Antike zu den Grundbegriffen der Philosophie. &#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/sigmund-freud-themenuebersicht.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Neurosenlehre des Victor-Emil von Gebsattel</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-neurosenlehre-des-victor-emil-von-gebsattel.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-neurosenlehre-des-victor-emil-von-gebsattel.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Psychologie Guide]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2014 02:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=4037</guid>

					<description><![CDATA[Victor-Emil von Gebsattel akzeptierte zwar die tiefenpsychologischen Neurosentheorien eines Sigmund Freuds oder Alfred Adlers als grundlegende Einsichten über die psychischen Erkrankungen eines Menschen, bemängelte an ihnen aber die unangemessene Berücksichtigung von Themen wie Verantwortung, Freiheit, Schuld, Gewissen, Sinnfindung, Vernunft, Personalität und Existenz. Victor-Emil von Gebsattel schrieb: „Wenn man von Trieben, Ängsten, Komplexen, Minderwertigkeitsgefühlen, Hemmungen usw. spricht, so muss man das Geistige der menschlichen Persönlichkeit mitreflektieren, um nicht in den Niederungen der Animalität und des Reflexhaften steckenzubleiben.“ Wie schon Søren Aabye Kierkegaard feststellte, ist der Mensch als Existenz oder Person, ein Verhältnis, welches sich zu sich selbst verhält.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Victor-Emil von Gebsattel akzeptierte zwar die tiefenpsychologischen Neurosentheorien eines Sigmund Freuds oder Alfred Adlers als grundlegende Einsichten über die psychischen Erkrankungen eines Menschen, bemängelte an ihnen aber die unangemessene Berücksichtigung von Themen wie Verantwortung, Freiheit, Schuld, Gewissen, Sinnfindung, Vernunft, Personalität und Existenz. Victor-Emil von Gebsattel schrieb: „Wenn man von Trieben, Ängsten, Komplexen, Minderwertigkeitsgefühlen, Hemmungen usw. spricht, so muss man das Geistige der menschlichen Persönlichkeit mitreflektieren, um nicht in den Niederungen der Animalität und des Reflexhaften steckenzubleiben.“ Wie schon Søren Aabye Kierkegaard feststellte, ist der Mensch als Existenz oder Person, ein Verhältnis, welches sich zu sich selbst verhält. <span id="more-189"></span></p>
<p><strong>In der Neurose scheitert der Mensch an der Selbstverwirklichung</strong></p>
<p>Der Selbstbezug ist laut Victor-Emil von Gebsattel das Geistige am Menschen: er weiß um sich selbst und muss stets zu sich selber Stellung beziehen. Er schreibt: „Dies schließt unter anderem ein, dass er seinem Dasein einen Sinn geben muss durch Entscheidungen, durch Übernahme von Freiheit und Verantwortung und durch Orientierung an Norm- und Richtbildern des menschlichen Existierens.“ Eine Person muss verwirklicht werden. Die Werdenshemmung ist laut Victor-Emil von Gebsattel stets der psychopathologische Zentralbefund, um den sich alle anderen Befunde gruppieren.</p>
<p><strong>Die Aufgabe der Psychotherapie</strong></p>
<p>Eine Psychotherapie ist für Victor-Emil von Gebsattel ein Aufruf zum Werden und Handeln, eine Anleitung zur Individuation, eine Befreiung zum Selbstsein sowie zum Eigentlichwerden der Existenz im Dienste an der Kultur. Seiner Ansicht nach wird echte Personalität nur durch den Abbau der meist fragwürdigen und nivellierenden Werte des kollektiven Daseins erlangt.</p>
<p>Der Mensch muss lernen, den Verlockungen des „man“ zu widerstehen, damit er aus sich selbst heraus den eigenen Weg und die eigene Wahrheit entdecken kann. Laut Victor-Emil von Gebsattel kann ein Mensch der hauptsächlich im Kollektiv existiert, sich von ihm tragen und bestimmen lässt, nicht frei sein.</p>
<p><strong>Kurzbiographie: Victor-Emil von Gebsattel</strong></p>
<p>Victor-Emil von Gebsattel wurde am 4. Februar 1883 in München geboren. Er studierte bei Henri Bergson in Paris, bei Wilhelm Dilthey in Berlin und bei Theodor Lipps in München. Bei letzt genannten promovierte er mit einer Arbeit über die Gefühlstheorie. Als er die Psychoanalyse kennen lernte, war ihm klar, dass ihm eine medizinische Ausbildung fehlte. 1919 schloss er sein Medizinstudium mit einer Dissertation über Tuberkulose ab.</p>
<p>Vor allem seine Forschungen über Zwangsneurosen, Phobien, Depressionen und Perversionen begründeten seinen ausgezeichneten Ruf als Kliniker und Tiefenpsychologe. In seiner so genannten „biographischen Medizin“ ging das philosophische Denken und das wissenschaftliche Forschen eine beachtliche Synthese ein. Victor-Emil von Gebsattel starb am 22. März 1976 im Alter von vierundneunzig Jahren in Bamberg.</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-neurosenlehre-des-victor-emil-von-gebsattel.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Neurotiker fühlt sich von der ganzen Welt bedroht</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/alfred-adler_selbstvorwurfe.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/alfred-adler_selbstvorwurfe.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Dec 2013 02:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Neurose]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.wissen57.de/?p=7032</guid>

					<description><![CDATA[Unter den Formen des neurotischen Gebarens, die der Sicherung der Überlegenheitsfiktion dienen, treten laut Alfred Adler in auffälliger Stärke die Regungen der Selbstvorwürfe, der Selbstquälerei, der Selbstverwünschung und des Selbstmordes hervor. Der Psychoanalytiker erkennt in der Neurose einen selbstquälerischen Kunstgriff, der den Zweck verfolgt, die eigene Persönlichkeit zu erheben. Der nervöse Mensch ist gemäß Alfred Adler erst ruhig, wenn er seinen Anfall hinter sich hat. Nervöse können ihre Mitmenschen durch Buße schädigen Denn er hat durch die Legitimation der Krankheit seine Überlegenheit gesichert, wenn auch nur für kurze Zeit. Alfred&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter den Formen des neurotischen Gebarens, die der Sicherung der Überlegenheitsfiktion dienen, treten laut Alfred Adler in auffälliger Stärke die Regungen der Selbstvorwürfe, der Selbstquälerei, der Selbstverwünschung und des Selbstmordes hervor. Der Psychoanalytiker erkennt in der Neurose einen selbstquälerischen Kunstgriff, der den Zweck verfolgt, die eigene Persönlichkeit zu erheben. Der nervöse Mensch ist gemäß Alfred Adler erst ruhig, wenn er seinen Anfall hinter sich hat. <span id="more-204"></span></p>
<p><strong>Nervöse können ihre Mitmenschen durch Buße schädigen</strong></p>
<p>Denn er hat durch die Legitimation der Krankheit seine Überlegenheit gesichert, wenn auch nur für kurze Zeit. Alfred Adler erklärt: „Der Charakterzug, alle anderen übertreffen zu wollen, mischt sich auch in das Gefühl, dem der Nervöse regelmäßig Ausdruck verleiht; als ob er an Schmerzen, an Heldentum alle überträfe.“ So kommt es auch, dass eine Krankheit, ein Anfall oder Schmerzen herbeigewünscht werden, wenn es die Situation erfordert.</p>
<p>Der Neurotiker glaubt, dass die ganze Welt, die Menschen, das Gewitter, alle Unglücksfälle, alle Männer, alle Frauen nur die einzige Tendenz haben, nämlich ihn zu bedrohen. Für Alfred Adler ist es einer der feinsten Kunstgriffe des Nervösen, einen anderen durch Buße zu schädigen, wenn er sich beispielsweise in Selbstverwünschungen ergeht. Alfred Adler schreibt: „Suizidideen lassen den gleichen Mechan Selbstmorden hervortritt. Auch in der Melancholie finden sich verwandte Züge.“</p>
<p><strong>Triumphale Askese führt zur Erhöhung</strong></p>
<p>Der ansteckende Charakter von Bußübungen entbehrt fast nie einer auffälligen Zurschaustellung. Die Büßer überbieten sich im Weinen, Schreien, in der Zerknirschung und der Selbstquälerei. Alfred Adler erklärt: „Die Möglichkeit also, sich durch büßerische Veranstaltungen wie Fasten und Beten, in Sack und Asche zu gehen usw., ein Gefühl der Überlegenheit zu sichern, wird leicht einen Anreiz für schwächere Seelen abgeben, sobald sie geneigt sind, fromm und gut, religiös und erhaben zu identifizieren.“ Wenn die Askese als Triumph empfunden wird, führt sie zur Erhebung.</p>
<p>In der Kulturgeschichte wie in der Neurose artet die Bußfertigkeit nicht selten bis zur Geißelung, sprich Flagellation aus. Alfred Adler weiß aus Jean-Jacques Rousseaus Bekenntnissen und aus privaten Mitteilungen gesunder und neurotischer Personen, ebenso wie aus guten Beobachtungen von Kindern, dass Schläge und ängstliche Erregung bei manchen Personen imstande sind, sexuelle Erregungen hervorzurufen. Alfred Adler schreibt: „Mir gaben Patienten an, dass sie die Schläge auf das Gesäß in der Kindheit angenehm empfanden, wenngleich ihnen das Geschlagenwerden fürchterlich war.“</p>
<p><em> Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/alfred-adler_selbstvorwurfe.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
