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	<title>Natur &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Kinder besitzen eine natürliche Liebe zur Natur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2025 01:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Joachim Bauer schreibt: „Kinder und Jugendliche sind für die Liebe zur Natur und die Bereitschaft zu fühlen, was die Welt fühlt, besonders empfänglich. Die Fähigkeit zur Empathie, zur Einnahme der Perspektive ihrer Mitmenschen, zur sozialen Rücksichtnahme und zur dafür notwendigen Regulation eigener Emotionen müssen Kinder und Jugendliche erwerben.“ Das gelingt nur, wenn belastbare, verlässliche Beziehungen ... <a title="Kinder besitzen eine natürliche Liebe zur Natur" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-die-bedeutung-von-erziehung.html" aria-label="Mehr Informationen über Kinder besitzen eine natürliche Liebe zur Natur">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer schreibt: „Kinder und Jugendliche sind für die Liebe zur Natur und die Bereitschaft zu fühlen, was die Welt fühlt, besonders empfänglich. Die Fähigkeit zur Empathie, zur Einnahme der Perspektive ihrer Mitmenschen, zur sozialen Rücksichtnahme und zur dafür notwendigen Regulation eigener Emotionen müssen Kinder und Jugendliche erwerben.“ Das gelingt nur, wenn belastbare, verlässliche Beziehungen ihnen ein Grundgefühl vermitteln, dass die Welt ein sicherer Ort ist und dass sie selbst Wesen sind, denen ihre Würde und ein Wert zukommen. Die entscheidende qualitative Voraussetzung der Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, ist die Beziehungsorientierung. Das heißt die physische Präsenz gut ausgebildeter Begleiter, die beides bieten können: ersten die Bereitschaft, sich von jungen Menschen in Resonanz versetzen zu lassen und sich auf diese Weise in sie einzufühlen. Prof. Dr. Med. Joachim  Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-6191"></span></p>
<p><strong>Kinder haben eine natürliche Freude an kulturellen Aktivitäten</strong></p>
<p>Zweitens die Fähigkeit, in Kindern und Jugendlichen ihrerseits Resonanz auszulösen. Sozialität, Kulturalität und die Liebe zur Natur stehen in einem wechselseitigen Verhältnis. Joachim Bauer erklärt: „Wenn kleinen Kindern keine Traumatisierungen zugefügt wurden, haben sie nicht nur eine natürliche Freude an der Gemeinschaft und an kulturellen Aktivitäten – am gemeinsamen Singen, Musizieren, Sich-Bewegen, Spielen, Basteln und Malen –, sondern ganz besonders an der Begegnung mit der Natur. </p>
<p>Auch in Schulen herrscht bei Angeboten im Bereich Sport, Musik, Literatur, Theater, Philosophie, also bei alldem, was als „ästhetische Erziehung“ bezeichnet wird, ein krasser Mangel. Joachim Bauer betont: „Unsere Kultusbürokratien müssen es besser verstehen, dass die sozialemotionale Förderung von Kinder und Jugendlichen der einzig erfolgreiche Weg ist, sie auch intellektuell voranzubringen.“ Sozialität, Kulturalität und die Liebe zur Natur können sich einerseits gegenseitig fördern, andererseits wird der Mangel einer Komponente eine Verminderung oder Störung in den beiden anderen nach sich ziehen.</p>
<p><strong>Die empathische Verhalten von jungen Menschen ist rückläufig</strong></p>
<p>Der sollten die Bildungsinstitutionen noch besser dafür sorgen, dass junge Menschen in den Soziotropen, in denen sie die entscheidenden Kinder- und Jugendjahre verbringen – Familie, Kitas und Schulen –, auf allen drei Gebieten gefördert werden. Joachim Bauer erläutert: „Ein nicht geringer Teil unserer Kinder erlebt hier gravierende Mängel und zeigt zu erwartenden Störungen. Das kann seine Ursache in elterlichem Stress, in der unzureichenden Ausstattung unserer pädagogischen Einrichtungen oder in der bereits angesprochenen Rolle des Internets haben.“</p>
<p>Besonders besorgniserregend sind Hinweise auf eine Abnahme der Empathie-Fähigkeit in den letzten drei Jahrzehnten. Joachim Bauer weiß: „Dieser negativen Entwicklung lässt sich etwas entgegensetzen. Wie Untersuchungen zeigen, lassen sich junge Menschen schon im Kindergartenalter im Rahmen von Exkursionen für ein empathisches Verhalten gegenüber der Natur gewinnen.“ Ein extrem wertvoller Beitrag zur Herbeiführung einer ökologischen Wende könnte auch ein attraktiv ausgestaltetes, verpflichtendes Gemeinschaftsjahr sein. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Carl Gustav Jung liebte die Natur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jul 2025 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Carl Gustav Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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					<description><![CDATA[Lucy F. Jones schreibt: „Die Idee, dass wir uns von der Natur abgenabelt, vom Land entwurzelt, Mutter Naturs Nabelschnur durchrissen haben und unsere Psyche nun die Folgen zu spüren bekommt, gehört in der Psychologie nicht gerade zum typischen zeitgenössischen Diskurs.“ Carl Gustav Jung, der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker, ist am besten für seine Theorie zu ... <a title="Carl Gustav Jung liebte die Natur" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/carl-gustav-jung-war-ein-grosser-naturliebhaber.html" aria-label="Mehr Informationen über Carl Gustav Jung liebte die Natur">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lucy F. Jones schreibt: „Die Idee, dass wir uns von der Natur abgenabelt, vom Land entwurzelt, Mutter Naturs Nabelschnur durchrissen haben und unsere Psyche nun die Folgen zu spüren bekommt, gehört in der Psychologie nicht gerade zum typischen zeitgenössischen Diskurs.“ Carl Gustav Jung, der Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker, ist am besten für seine Theorie zu Archetypen bekannt: die allgemeingültigen, primitiven, uns ureigenen Muster und Tendenzen in unserem kollektiven Unbewussten, die unser Verhalten, unsere Gedanken und unser Bewusstsein prägen. Carl Gustav Jung war ein großer Naturliebhaber. Sein Revier waren die dichten Fichtenwälder im Schwarzwald, die Alpengipfel Italiens, die tiefen Rheinschluchten und die Höhenkämme des Jura-Gebirges. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times. <span id="more-6174"></span></p>
<p><strong>Carl Gustav Jung verglich die menschliche Psyche mit einem Haus</strong></p>
<p>Wälder, so schrieb Carl Gustav Jung, brächten ihn der Bedeutsamkeit des Lebens und seiner erstaunlichen Abläufe am nächsten. Lucy F. Jones weiß: „Seine Schriften zur Beziehung zwischen Mensch und Natur, zu unseren Ursprüngen, sind weniger bekannt. Er war davon überzeugt, dass eine gesunde Psyche Zeit in der Natur braucht.“ Im Jahr 1947 schrieb er an einen Kollegen: „Manchmal weiß ein Baum mehr, als in unseren Büchern steht.“ Auch sagte Jung, die „Erfahrung des Numinosen“ sei für Menschen mittleren Alters wichtiger als für junge Menschen, um diese zweite Lebenshälfte leichter zu durchschiffen. </p>
<p>Lucy F. Jones erläutert: „Das Wort „numinos“ stammt vom lateinische Wort „numen“ ab, was so viel bedeutet wie göttliche Macht, göttliches Wirken, Gottheit oder Göttlichkeit. Jung meinte damit eine Erfahrung spiritueller oder übernatürlicher Art.“ Carl Gustav Jung war der Ansicht, die Menschen hätten vergessen, dass sie Primaten sind und insofern den primitiven Schichten ihre Psyche Zugeständnisse machen müssten. Dies verdeutlichte er, indem er die menschliche Psyche mit einem Haus verglich. </p>
<p><strong>Die menschliche Psyche hat ihren animalischen Charakter bewahrt</strong></p>
<p>Man stelle sich ein Haus mit zwei Stockwerken vor. Der erste Stock stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde im 20. Jahrhundert teilweise renoviert. Lucy F. Jones fügt hinzu: „Im frühen 21. Jahrhundert wurde das Haus auf dem Dach um eine Loftwohnung erweitert. Das Erdgeschoss stammt aus dem 16., das Originalmauerwerk sogar aus dem 11. Jahrhundert. Den Keller gab es bereits zu römischen Zeiten, eine kühle Kammer mit staubigen Boden.“ Unter dem Keller befindet sich eine kleine Höhle mit diversen Werkzeugen und Schmuckstücken aus der Jungsteinzeit.</p>
<p>Darunter liegen Fossilien und Knochen von Flora und Fauna, einige davon ausgestorben. Das ist also die menschliche Psyche. Lucy F. Jones erklärt: „Wir leben im ersten Stock, vielleicht in der Softwohnung. Über das Erdgeschoss wissen wir wenig, über den unterirdischen Teil so gut wie gar nichts. Es ist uns völlig unbewusst, schrieb Jung.“ Doch obwohl diese unteren Stockwerke vergraben liegen, sind sie in der menschlichen Psyche immer noch lebendig. Das obere Stockwerk, wo die Menschen wohnen, wird von seinen Grundfesten beeinflusst, während die tieferen Schichten der menschliche Psyche ihren animalischen Charakter bewahrt haben. Quelle: „Die Wurzeln des Glücks“ von Lucy F. Jones</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis ... <a title="Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/alles-lebendige-will-sich-mit-anderen-vereinigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis zum Organismus – neigt dazu, sich mit anderen vereinigen zu wollen, um zu wachsen.“ Und dieses, so Erich Fromm, ist nicht nur bei Zellen der Fall, sondern auch beim Fühlen und Denken eines Menschen. Die Vereinigung in Körperlichkeit, aber insbesondere im Fühlen und Denken führt zu einem ständigen Wachstum hin zur Ganzheit. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5430"></span></p>
<p><strong>Die Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe</strong></p>
<p>Ein weiteres Kraftelement von Erich Fromm ist die Liebe zur Menschheit und zur Natur. Er meint hier die umfassende, bedingungslose Liebe zu allem, was lebt im Menschen und der Natur. Erich Fromm schreibt: „Was anzieht, ist immer das Lebendige.“ Das Leben lieben zu können und lebendig zu sein ist für einen Menschen von ganz entscheidender Bedeutung. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Liebe beinhaltet immer das wache Interesse am anderen, an dessen Wachstum und Wohlergehen.“ </p>
<p>Leben wird als Prozess verstanden, in dem Menschen eins mit sich selbst und allem, was lebt, werden. Und die Liebe zu allem, was lebendig ist, findet seinen Ausdruck in dem leidenschaftlichen Wunsch, Wachstum zu fördern. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und diese Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe, so Fromm, die sich in der Liebe zu Menschen, zu einem Tier oder einer Pflanze wiederfindet.“ Sowohl bei der Liebe zum Leben und Lebendigen als auch bei der Liebe zur Menschheit und Natur bleibt die Liebe das zentrale Element menschlichen Wollens und Wachsens.</p>
<p><strong>Freiheit entsteht durch die Verwirklichung des Selbst</strong></p>
<p>Es gibt ein weiteres Element der menschlichen Energie. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Jenseits der Liebe zu allem Lebendigen, zu Mensch und Natur, liegt die Freiheit. Freiheit, so Fromm, kann der Mensch dadurch erlangen, dass er sein Selbst verwirklicht, dass er er selbst ist.“ Nicht nur das Denken, sondern die Verwirklichung der gesamten Persönlichkeit führen zum Selbst, wenn nämlich der Mensch alles zum Ausdruck zu bringen vermag, was emotional oder intellektuell in ihm angelegt ist.</p>
<p>Michaela Brohm-Badry betont: „Möglichkeiten zum Ausdruck dieses Selbst hat jeder Mensch, aber verwirklicht werden sie nur in dem Maße, in dem sie auch tatsächlich ausgedrückt werden.“ Mit anderen Worten: Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein der gesamten, integrierten Persönlichkeit. „Spontan“ meint hier ein Tätigsein aus freien Stücken. Es geht nicht darum, irgendetwas zu tun, sondern um kreative Tätigkeiten, die sowohl emotional als auch intellektuell, sinnlich als auch willentlich wirken. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ökotherapieprojekte liegen im Trend</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/oekotherapieprojekte-sind-im-trend.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Feb 2024 02:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Ökotherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle Menschen haben gute und schlechte Tage. Und jeder kann es mit Stress, Depressionen oder anderen psychischen Problemen zu tun bekommen. Dabei übersehen viele Menschen völlig, wie heilsam und tröstlich die Natur auf unterschiedlichen Wegen für sie sein kann. Zum Beispiel für ihr Immunsystem und ihren zerebralen Kortex, für ihr Nervensystem und ihre Darm-Hirn-Achse. Lucy ... <a title="Ökotherapieprojekte liegen im Trend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/oekotherapieprojekte-sind-im-trend.html" aria-label="Mehr Informationen über Ökotherapieprojekte liegen im Trend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Menschen haben gute und schlechte Tage. Und jeder kann es mit Stress, Depressionen oder anderen psychischen Problemen zu tun bekommen. Dabei übersehen viele Menschen völlig, wie heilsam und tröstlich die Natur auf unterschiedlichen Wegen für sie sein kann. Zum Beispiel für ihr Immunsystem und ihren zerebralen Kortex, für ihr Nervensystem und ihre Darm-Hirn-Achse. Lucy F. Jones stellt fest: „In der westlichen Welt sind Ökotherapieprojekte auf dem Vormarsch. Sie reichen von Wildnistherapie über Pilgerfahrten bis hin zu Waldtherapiesitzungen oder Gärtnergruppen.“ Den Begriff „Ökotherapie“ führte in den frühen 1990er-Jahren Howard Clinebell ein. Er war ein Methodistenpfarrer und Professor für Pastorale Psychologie, der ökologische Komponenten mit seiner Arbeit als Seelsorger verband. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times. <span id="more-5238"></span></p>
<p><strong>Die Garten-Therapie ist sehr beliebt</strong></p>
<p>Howard Clinebell war der Ansicht, die Entfremdung von der Natur führe zu einer Entfremdung vom Geist, der Seele und den Beziehungen. Er schrieb: „Von der Natur genährt zu werden, kann den Trauerschmerz im Allgemeinen lindern.“ Eine wachsende Bewegung setzt sich heutzutage für naturbasierte Gesundheitsmaßnahmen ein. Lucy F. Jones nennt Beispiele: „Grüne Fitnessstudios, Spazierprogramme, Bauernhofprogramme, Waldschule, grüne Gruppentherapien und Initiativen für gemeinsames Gärtnern werden beliebter.“</p>
<p>Gleichzeitig wandelt sich das Verhalten der Menschen in der Natur. Früher ging man in den Wald, um Brennholz zu sammeln, Baumaterial zu holen oder zu jagen. Heute findet man dort vielleicht Gesundheitsinitiativen, Waldschulen, Kunstprojektgruppen oder Naturschutzprojekte mit therapeutischen Elementen. Eine der häufigsten naturbasierten Interventionen ist die Hortikultur-Therapie – oder einfacher Garten-Therapie. Lucy F. Jones weiß: „Seit den 1980ern steigt die Zahl der Gärtnerinitiativen für Menschen mit Lernschwäche und psychologischen Problemen rasant an.“ </p>
<p><strong>Die Natur fordert nichts von Menschen mit psychischen Problemen</strong></p>
<p>Die Idee ist nicht neu: Schon Florence Nightingale konnte in ihren Anmerkungen über Blumen auf eine reiche Ideengeschichte des Gartens als Therapie zurückgreifen. Lucy F. Jones erklärt: „Ein Symptom von Depressionen ist die sogenannte Anhedonie, das Unvermögen, Freude bei Aktivitäten zu empfinden, die man für gewöhnlich gern mag.“ Für viele Menschen mit psychischen Problemen können Gespräch und Interaktion sehr anstrengend sein, vor allem, wenn sie introvertiert sind. Die Natur jedoch erfordert nichts dergleichen.</p>
<p>Ein Garten-Therapeut leitet die Klienten zu Beginn ein wenig an, er schlägt Samen vor, die schnell wachsen. Er unterhält sich mit den Klienten und stellt anhand deren Lieblingsfarbe, Lieblingsessen oder andern Interessen einen Entwicklungsplan zusammen, auf den sich die Klienten freuen können. Wenn aus einer Pflanze nichts wird, was manchmal vorkommt, nimmt man das als Lernchance wahr. Manchmal gehen Dinge ein, doch im nächsten Jahr sieht man sie wieder. Das ist auch eine Art von Bewältigungsstrategie. Quelle: „Die Wurzeln des Glücks“ von Lucy F. Jones</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kinder verlieren die Beziehung zur Natur</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/schon-kinder-haben-eine-gestoerte-beziehung-zur-natur.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Nov 2023 02:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen entwachsen der Kindheit mit einer gestörten Beziehung zur Natur. Ihnen wird beigebracht, sie seinen anders als das Land und die Erde und alles, was darin kreucht und fleucht. Später vergessen sie, was sie im Biologieunterricht über Fotosynthese und den Kreislauf des Lebens gelernt haben. Lucy F. Jones stellt fest: „So übersehen wir eine ... <a title="Kinder verlieren die Beziehung zur Natur" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/schon-kinder-haben-eine-gestoerte-beziehung-zur-natur.html" aria-label="Mehr Informationen über Kinder verlieren die Beziehung zur Natur">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen entwachsen der Kindheit mit einer gestörten Beziehung zur Natur. Ihnen wird beigebracht, sie seinen anders als das Land und die Erde und alles, was darin kreucht und fleucht. Später vergessen sie, was sie im Biologieunterricht über Fotosynthese und den Kreislauf des Lebens gelernt haben. Lucy F. Jones stellt fest: „So übersehen wir eine Beziehung, die unserem Geist, sogar unserem Gehirn, guttun kann. Irgendwann zwischen Kindheit und Jugend verlor ich meine Naturverbundenheit – und mit ihr auch das Staunen über die Welt.“ Lucy F. Jones nimmt an, das ist ganz normal in einer Zeit, in der Sozialkontakte, Freunde, das Austesten von Grenzen und die Suche nach Identität das Wichtigste sind. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times. <span id="more-5055"></span></p>
<p><strong>Es gibt sogar eine Wissenschaft des Staunens</strong></p>
<p>Was man mit seiner Beziehung zur Natur ebenfalls verliert, sind Anlässe zum Staunen. Vielleicht verbindet man Ehrfurcht und Staunen eher mit der Naivität und Unschuld seiner Kindheit. Wow, sagt das Kind, wenn es einen Oktopus oder Schnee oder ein Feuerwerk zum ersten Mal sieht. Doch neue Studien legen nahe, dass das im Erwachsenenalter eine wesentlich größere Rolle spielt, als man meinen würde. Es gibt dafür sogar ein neues Forschungsfeld – die Wissenschaft des Staunens.</p>
<p>Dieses untersucht im Speziellen, wie sich Naturphänomene auf Menschen auswirken. Sie können signifikanten Einfluss auf die mentale und psychische Gesundheit eines Menschen haben. Ja sogar darauf, wie freundlich man zu seinen Mitmenschen ist. Ein Besuch des Grand Canyon oder eine Wildwasserfahrt beispielsweise, sind heute leider nur Teilen der Gesellschaft möglich. Lucy F. Jones fragt: „Ist das Staunen heutzutage ein Luxus?“ Der Autor und Wildnis-Advokat John Muir glaubt, dass jeder Mensch die Schönheit ebenso braucht wie sein tägliches Brot.</p>
<p><strong>Staunen führt zu gesteigertem Glücksempfinden</strong></p>
<p>Auch in der modernen Welt werden viele Erfahrungen des Erhabenen noch immer von Begegnungen mit der Natur ausgelöst. Und dies trotz der zunehmenden Entfremdung der Menschen. Wenig überraschend stellte der amerikanische Psychologe Dacher Keltner, dass Staunen zu gesteigerten Glücksempfindungen führt und Stress reduziert. Lucy F. Jones ergänzt: „Er und sein Forscherteam fanden heraus, dass das Staunen sogar eine recht gewöhnliche Erfahrung ist.“</p>
<p>Im Durchschnitt staunen Menschen zweieinhalb Mal pro Woche, manche Menschen sogar noch häufiger. Alte Menschen staunen mehr, Frauen ebenfalls. „Spaziergänge in der Natur, sich in Musik verlieren oder Kunst betrachten, haben einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und Lebenserwartung“, so Dacher Keltner. Auch könnte es sich positiv auf Menschen mit psychischen Problemen auswirken. Nach einer Raftingtour nahmen die Symptome von posttraumatischem Stress bei Veteranen um 30 Prozent ab. Sie fühlten sich weniger gestresst und es ging ihnen insgesamt besser. Quelle: „Die Wurzeln des Glücks“ von Lucy F. Jones</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Aufenthalt in der Natur ist gesund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Sep 2023 01:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
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					<description><![CDATA[Erst im letzten Jahrzehnt haben Neurowissenschaftler versucht zu erklären, warum sich Menschen nach einem Spaziergang im Wald besser fühlen. Vielleicht, weil die zerebrale Aktivität im präfrontalen Bereich des Gehirns dadurch abnimmt. Dabei handelt es sich um den Teil, der für Befehle, Entscheidungen und weitere komplexe Vorgänge verantwortlich ist. Lucy F. Jones ergänzt: „Der Körper könnte ... <a title="Der Aufenthalt in der Natur ist gesund" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/lucy-f-jones-anregendes-umfeld.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Aufenthalt in der Natur ist gesund">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erst im letzten Jahrzehnt haben Neurowissenschaftler versucht zu erklären, warum sich Menschen nach einem Spaziergang im Wald besser fühlen. Vielleicht, weil die zerebrale Aktivität im präfrontalen Bereich des Gehirns dadurch abnimmt. Dabei handelt es sich um den Teil, der für Befehle, Entscheidungen und weitere komplexe Vorgänge verantwortlich ist. Lucy F. Jones ergänzt: „Der Körper könnte weniger Kortisol ausschütten, mit dem er auf Stress reagiert. Auch könnte der subgenuale präfrontale Kortex weniger aktiv sein, eine winzige Region des präfrontalen Kortex, die im Zusammenhang mit Traurigkeit, negativen Gedankenschleifen und Grübeln steht.“ Wenn sich ein Mensch in der Natur aufhält statt in einem urbanen nicht natürlichen Raum, tendiert sein Gehirn zu weniger Stress. Lucy F. Jones ist Journalistin und schreibt regelmäßig zu wissenschaftlichen Themen, Gesundheit, Umwelt und Natur für die BBC, The Guardian und The Sunday Times. <span id="more-4885"></span></p>
<p><strong>Ein anregendes Umfeld verändert das Gehirn positiv</strong></p>
<p>Der Aufenthalt in der Natur führt zudem zu besserer geistiger Gesundheit. In den 1960ern entdeckte ein Forscherteam der University of California, dass ein anregendes Umfeld tatsächlich die Gehirnstruktur positiv verändert. Das Fehlen visueller oder physischer Stimulation führt zu einem synaptisch ärmeren Gehirn. Gehirne werden umso stärker, je mehr man sie gebraucht. Lucy F. Jones stellt fest: „Und ein gesundes, starkes, aktives Gehirn bedeutet verbesserte kognitive Fähigkeiten, besseres Funktionieren und eine bessere Gedächtnisleistung.“ </p>
<p>Bei einem Spaziergang im Freien reagiert der Körper beispielsweise auf Temperaturschwankungen, Hindernisse auf dem Weg oder andere Spezies, die in der Vergangenheit eventuell als bedrohlich galten. Durch diese leichten Stressfaktoren bringt man das Nervensystem dazu, diverse Moleküle in die Blutbahn abzugeben und so die chemische Zusammensetzung des Körpers zu verändern. Auf der anderen Seite weiß man jedoch, dass das Stadtleben ein Risiko für die psychische Gesundheit ist. </p>
<p><strong>Zu viel Stress macht krank</strong></p>
<p>So treten beispielsweise Stimmungs- und Angststörungen bei Stadtmenschen häufiger auf. Auch leiden Menschen, die in Städten aufgewachsen sind, häufiger an Schizophrenie. Zudem kann das Leben in der Stadt Menschen anfälliger für sozialen Stress machen, einer der Risikofaktoren für psychische Probleme. Lucy F. Jones fügt hinzu: „In einem begrünten Viertel zu wohnen wird hingegen in Zusammenhang mit einem langsameren Abbau der kognitiven Fähigkeit im Alter gebracht.“ </p>
<p>Die Erkenntnis, dass zu viel Stress krank machen kann, ist in der westlichen Schulmedizin relativ neu. Erst in den 1920ern führte der amerikanische Psychologe Walter Cannon das Wort „Stress“ ein, als er zum ersten Mal die Kampf-oder-Flucht-Reaktion beschrieb. Lucy F. Jones erklärt: „Es wird angenommen, dass unser physiologisches System zunächst darauf gepolt war, schnell auf eine Bedrohung zu reagieren.“ Zum Beispiel auf das plötzliche Auftauchen eines Raubtiers. Heutzutage ist dieses System jedoch häufiger und dauerhafter aktiviert. Quelle: „Die Wurzeln des Glücks“ von Lucy F. Jones</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Natur braucht menschliche Empathie</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-erde-und-mensch.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2022 01:00:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist zwingend und dringend, dass die Menschheit zu einer empathischen Beziehung zurückkehrt, die den Homo sapiens einst mit der Natur verband. Joachim Bauer betont: „Die Gesundheit der Erde, also ihre ökologische Verfassung, und die Gesundheit des Menschen hängen zusammen. Wir haben nicht nur aufgehört zu fühlen, was die Welt fühlt. Viele Menschen sind auch ... <a title="Die Natur braucht menschliche Empathie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-erde-und-mensch.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Natur braucht menschliche Empathie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist zwingend und dringend, dass die Menschheit zu einer empathischen Beziehung zurückkehrt, die den Homo sapiens einst mit der Natur verband. Joachim Bauer betont: „Die Gesundheit der Erde, also ihre ökologische Verfassung, und die Gesundheit des Menschen hängen zusammen. Wir haben nicht nur aufgehört zu fühlen, was die Welt fühlt. Viele Menschen sind auch mit sich selbst nicht mehr in Kontakt.“ Zwar leben in unseren Breiten immer mehr Menschen immer länger. Die meisten Patienten berichten Joachim Bauer und seinen Kollegen aber seit Jahren, dass sie sich durchs Leben getrieben und gehetzt fühlen und keine wirkliche Erfüllung finden. Sie scheinen auch zunehmend das Gefühl dafür verloren zu haben, dass durch ihre Entfremdung von der Natur auch ihre eigene körperliche und psychische Gesundheit immer größeren Risiken ausgesetzt ist. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-3863"></span></p>
<p><strong>Empathie kann sogar Kampf bedeuten</strong></p>
<p>Auch der hohe medizinische Standard, dessen sich der in einigen westlichen Ländern lebende Teil der Menschheit derzeit noch erfreut, wird diese Menschen nicht retten. Abgesehen davon, dass er sich nicht wird halten lassen, wenn die Zerstörung natürlicher Lebensräume un die Klimaerwärmung fortschreiten. Joachim Bauer stellt fest: „Die Corona-Krise ist nur ein Glied in einer Reihe von Ereignissen, die sich fortsetzten wird. Sie ist eine Chance, endlich aufzuwachen, wenn wir ihre wahre Botschaft richtig lesen.“ </p>
<p>Das ökologische Elend der Natur und die immer stärker gefährdete Gesundheit der Menschheit müssen zusammen gesehen werden. Empathie bedeutet für Joachim Bauer Kampf für eine bessere Welt. Empathie setzt zwar eine freundliche Grundhaltung gegenüber der Welt voraus, bedeutet jedoch nicht, einem unguten Lauf der Dinge zahm und passiv zuzuschauen. Empathie kann und muss, wenn die Lage es erfordert, auch Empörung, Widerstand, energisches Einschreiten, ja sogar Kampf bedeuten. </p>
<p><strong>Die sozialen Netzwerke sind Empathie-Killer</strong></p>
<p>Joachim Bauer fordert: „Dabei sind drei Regeln zu beachten: Der Kampf muss, erstens, besonnen und geleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen geleitet werden. Er muss, zweitens, mit friedlichen Mitteln ausgetragen werden. Und er erfordert, drittens, ein gemeinschaftliches, solidarisches und diszipliniertes Vorgehen.“ Damit die Einhaltung dieser drei Regeln nicht in Gefahr gerät, sollt man die sozialen Netzwerke des Internets nur mit Vorsicht in Anspruch nehmen. </p>
<p>In allen populären Internet-Foren ist mit der Zirkulation von Falschinformationen, mit schwer begrenzbaren Erregungswellen, mit Manipulationen von dritter Seite und schließlich mit dem Auftreten von Hass und der Förderung von Gewalt zu rechnen. Joachim Bauer erläutert: „Die sozialen Netzwerke sind Empathie-Killer. Ihre undurchschaubare Dynamik und ihre Manipulierbarkeit, nicht zuletzt durch Geheimdienste, dürften einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, dass der sogenannte Arabische Frühling im Chaos endete.“ Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In der Natur geschieht alles unmittelbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jul 2022 01:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die psychoanalytische Kulturtheorie á la Sigmund Freud ist eine des Glücks oder, besser, des verbotenen Glücks. Im Jahr 1930 erscheint sein Essay „Das Unbehagen in der Kultur“. Peter Trawny weiß: „Diese steht kurz davor, weltweit abgeschafft zu werden.“ Was hatte die böse Kultur denn getan? Das Pendant zur Kultur war die Natur. In der Natur ... <a title="In der Natur geschieht alles unmittelbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-sigmund-freud-und-das-glueck.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Natur geschieht alles unmittelbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die psychoanalytische Kulturtheorie á la Sigmund Freud ist eine des Glücks oder, besser, des verbotenen Glücks. Im Jahr 1930 erscheint sein  Essay „Das Unbehagen in der Kultur“. Peter Trawny weiß: „Diese steht kurz davor, weltweit abgeschafft zu werden.“ Was hatte die böse Kultur denn getan? Das Pendant zur Kultur war die Natur. In der Natur geschieht alles unmittelbar, will sagen, ohne dass die natürlichen Vorgänge von einem nachdenkenden und zögernden Filter unterbrochen würden. Heutzutage haben viele Menschen die Natur – beinahe – ganz verlassen und leben in kultivierten Verhältnissen. Beinahe – denn noch besitzen sie etwas, was sie mit natürlichen Prozessen verbindet, das selbst noch natürlichen, will sagen, besinnungslosen Vorgängen ausgesetzt ist: den Körper. Peter Trawny gründete 2012 das Matin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, dessen Leitung er seitdem innehat. <span id="more-3744"></span></p>
<p><strong>Der Geschlechtsakt verbindet den Menschen mit der Natur</strong></p>
<p>Wie? Was denn im Körper geschieht besinnungslos? Mehr oder weniger alles: Niemand kann seine Verdauungsvorgänge oder seinen Blutkreislauf bewusst organisieren. Zwar sind die Menschen medizinisch in der Lage, die organischen Prozesse im Körper zu beeinflussen. Doch selbst der geistigste Mensch hat es noch nicht geschafft, sich kraft des unmittelbaren Einsatzes seines Denkens vom Krebs zu befreien. Für Sigmund Freud scheint nun das zentrale Geschehen, dass die Menschen noch mit der Natur verbindet, der Geschlechtsakt zu sein.</p>
<p>Sigmund Freud schreibt in jenem Essay: „Die heutige Kultur gibt deutlich zu erkennen, dass sie sexuelle Beziehungen nur aufgrund einer einmaligen, unauflösbaren Bindung eines Mannes an ein Weib gestatten will, dass sie die Sexualität als selbstständige Lustquelle nicht mag und sie nur als bisher unersetzte Quelle für die Vermehrung des Menschen zu dulden gesinnt ist.“ Irgendwann ging der Mensch dazu über, in monogamen Familienverhältnissen zu leben. </p>
<p><strong>Die Liebe soll über den Tod siegen</strong></p>
<p>Peter Trawny erklärt: „Dann befand sich der Mensch in geordneten Verhältnissen und begann, die Sexualität als selbstständige Lustquelle zu vermissen.“ Warum? Weil nach Sigmund Freud Sexualität nichts anderes als „Glück im strengsten Sinne“ ist, anders gesagt, dass „die geschlechtliche Liebe eigentlich das Vorbild für alles Glück“ darstellt. Der Geschlechtsakt bringt „Triebbefriedigung“, die glücklich macht, der unbefriedigte Trieb bleibt unglücklich. </p>
<p>Also geht es darum, die freie Liebe auszurufen? Nein, die „völlige Befreiung des Sexuallebens“, weiß Sigmund Freud, beseitige „die Familie, die Keimzelle der Kultur“. Der Psychoanalytiker will jedoch alles andere, als die Kultur zu beseitigen. Er will den Liebenden die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Sublimation zeigen. Zwar soll der zeugende Eros über den zerstörenden Thanatos, die Liebe über den Tod siegen. Doch dieser Sieg soll ein Sieg der Kultur sein. Quelle: „Philosophie der Liebe“ von Peter Trawny</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Mensch und Natur gehören zusammen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-emotionaler-kontakt.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2022 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Patient]]></category>
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					<description><![CDATA[Weil sie jahrelang gelernt haben, den Menschen in seine Organe und molekularen Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren, vergessen viele Ärzte, dass ihr Patient keine „Sache“ ist, sondern ein lebendiges Wesen. Joachim Bauer betont: „Mit einem lebendigen Gegenüber ist man, ob einem das behagt oder nicht, immer in einer Beziehung.“ Aus der modernen Neurowissenschaft und ... <a title="Mensch und Natur gehören zusammen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-emotionaler-kontakt.html" aria-label="Mehr Informationen über Mensch und Natur gehören zusammen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weil sie jahrelang gelernt haben, den Menschen in seine Organe und molekularen Einzelteile zu zerlegen und zu analysieren, vergessen viele Ärzte, dass ihr Patient keine „Sache“ ist, sondern ein lebendiges Wesen. Joachim Bauer betont: „Mit einem lebendigen Gegenüber ist man, ob einem das behagt oder nicht, immer in einer Beziehung.“ Aus der modernen Neurowissenschaft und Psychosomatischen Medizin kommt die Erkenntnis, dass die Art der Beziehung reale Auswirkungen auf die „Sache“, also auf die materiellen Aspekte des Körpers haben kann. Auch die einen Menschen umgebende natürliche Welt ist – jedenfalls in großen Teilen – keine leblose „Sache“, selbst wenn man sie wissenschaftlich in ihre Einzelteile zerlegen und analysieren kann. Ein Großteil der Menschen hat leider den Kontakt zur Natur verloren. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-3690"></span></p>
<p><strong>Zu jeder guten Beziehung gehört Empathie</strong></p>
<p>Viele Menschen haben auch vergessen, dass Mensch und Natur durch eine Beziehung verbunden sind. Wenn die Tatsache einer Beziehung von einem der Partner vergessen oder verleugnet wird, hebt das jedoch die Tatsache einer Beziehung an sich nicht auf. Wenn ein Partner in einer Partnerschaft zum Beispiel dazu übergegangen ist, den anderen wie einen Dienstleistungsroboter, also wie eine leblose „Sache“ zu behandeln, dann heißt das keineswegs, selbst wenn die Beteiligten dies leugnen sollten, dass hier nicht eine Beziehung bestünde, wenn auch eine verheerende. </p>
<p>Joachim Bauer stellt fest: „Der Schlüssel zum Ausweg aus den Schwierigkeiten, in denen wir und die Welt uns befinden, ist die Erinnerung oder Wiederentdeckung der Beziehung, in der wir zu ihr stehen.“ Zu jeder Beziehung gehört die Frage der noch vorhandenen oder verlorengegangenen Empathie. Ohne Empathie, ohne den wenigsten ansatzweisen Versuch, die Situation des jeweils anderen zu verstehen, kommt es zu keiner gedeihlichen Beziehung. Unter allen Potenzialen, die dem Menschen von der Evolution mitgegeben wurden, ist die Empathie der tiefste Erfahrungs- und der kraftvollste Handlungsraum. </p>
<p><strong>Die Lebensräume der Menschen drohen zu verschwinden</strong></p>
<p>Ihre Wiederentdeckung kann den Menschen helfen, Abstand zur Konsumsucht, zu den digitalen Wichtigtuereien und zur Selbstüberschätzung der Gegenwart zu finden und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Joachim Bauer erklärt: „Was wäre in unserer Zeit wichtiger, als auf unsere Umwelt und auf uns selbst zu achten und beides zu schützen? Wenn wir so weiterleben wie bisher, werden die Lebensräume für unsere Spezies verschwinden.“</p>
<p>Die Geduld der Natur gegenüber der bisherigen Art der Menschheit zu leben, neigt sich dem Ende zu. Die Menschheit gleicht einer außer Kontrolle geratenen Partygesellschaft, die mehr an Essen und Getränken konsumierte, als ihr guttat. Sich dann mit dem vom Buffet ausgesperrten, hungernden Dienstpersonal eine Reihe von Schlägereien lieferte, schließlich den Garten des Gastgebers verwüstete und wegen Vergiftungserscheinungen in eine Klinik eingeliefert werden musste. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Selbst sitzt im Stammhirn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Mar 2022 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Resonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erst vor wenigen Jahren entdeckten „Selbst-Netzwerke“ des Menschen haben ihren Sitz im mittleren Teil der unteren Etage des Stirnhirns. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie liegen in einem hinter dem roten Bindi-Punkt indischer Frauen gelegenen Bereich.“ Die Entdeckung der Selbst-Netzwerke war an sich schon relativ spektakulär. Sie wurde dann aber durch eine weitere, für das Verständnis ... <a title="Das Selbst sitzt im Stammhirn" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-kennt-die-netzwerke-des-selbst.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Selbst sitzt im Stammhirn">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die erst vor wenigen Jahren entdeckten „Selbst-Netzwerke“ des Menschen haben ihren Sitz im mittleren Teil der unteren Etage des Stirnhirns. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie liegen in einem hinter dem roten Bindi-Punkt indischer Frauen gelegenen Bereich.“ Die Entdeckung der Selbst-Netzwerke war an sich schon relativ spektakulär. Sie wurde dann aber durch eine weitere, für das Verständnis der Empathie extrem bedeutsame Beobachtung noch getoppt. In der mittleren Zone des unteren Stammhirns abgespeichert ist nicht nur das Selbst, also alles, was man über die eigene Person fühlt, denkt und was man glaubt, wer man ist. An gleicher Stelle finden sich auch die Nervenzell-Netzwerke. Diese speichern ab, was man über seine wichtigsten Bezugspersonen weiß, denkt und fühlt. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-3390"></span></p>
<p><strong>Das eigene Selbst ist ein Mehr-Perspektiven-Selbst</strong></p>
<p>„Ich“ und „Du“ sind im Menschen also neuronal gekoppelt. Joachim Bauer stellt fest: „Das menschliche Selbst ist seiner Natur nach also ein Mehr-Perspektiven-Selbst. Es hat den anderen sozusagen im geistigen Gepäck immer mit dabei.“ Gegen Ende des zweiten Lebensjahres hat es sich in seiner Grundstruktur etabliert. Danach entwickelt sich das „Selbst“ des Kindes zu einer Instanz, mit der es sich wahrnimmt und von der aus es sich steuert.</p>
<p>Um die Steuerungsfähigkeit des Kindes zu entwickeln, muss die Bezugsperson das „Selbst“ des Kindes ab etwa dem dritten Lebensjahr ansprechen. Sie muss das Kind dazu anhalten, sich nun seinerseits empathisch zu verhalten und die Perspektive anderer zu berücksichtigen. Erziehung zur Rücksichtnahme ist kein gegen die „wahre“ Natur des Menschen gerichtetes, sozusagen kontrabiologisches Programm. Sondern sie ist Teil der biologischen Bestimmung des Menschen. Wenn diese Erziehung freundlich und in einer jeweils altersangemessenen Weise stattfindet, wird ein junger Mensch mit reifer Empathie heranwachsen.</p>
<p><strong>Der Mensch kann auch mit der Natur in Resonanz treten</strong></p>
<p>Der Mensch verfügt über die Fähigkeit mit der Natur in einer empathischen Beziehung zu stehen. Dies beruht darauf, dass er nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch mit der Natur in Resonanz treten kann. Joachim Bauer weiß: „Kinder erleben dies noch gänzlich unverstellt. Sie treten, wenn man sie in die Natur führt und entsprechend anleitet, mit Pflanzen und Tieren in eine natürliche Resonanz.“ Das Selbst eines Menschen endet nicht an den Grenzen seiner Haut.</p>
<p>Beim menschlichen Selbst handelt es sich also um ein erweitertes Selbst. Diese These gehört sowohl in der Philosophie als auch in den Neurowissenschaften zu den „heißesten“ derzeit gehandelten Themen. Für den modernen Menschen sind eine ganze Reihe von Objekten zu einem Teil seines erweiterten Selbst geworden. Als Beispiele nennt Joachim Bauer vor allem Handygeräte und Accounts in den sozialen Medien, oft aber auch Objekte wie das eigene Auto. Auf der anderen Seite scheinen sich leider viele Menschen von der inneren Verbundenheit mit der Natur abgeschnitten zu haben. Quelle: „Fühlen, was die Welt fühlt“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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