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	<title>Lust &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Hassende empfinden Selbstbestätigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2024 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Hass ist weniger irrational als vielmehr strategisch. Feinde können sich auf Augenhöhe begegnen, als Konkurrenten, die sich im Kampf um ein Gut wechselseitig sogar achten. Konrad Paul Liessmann weiß: „Hassende jedoch wollen nicht kämpfen, sie wollen beseitigen. Darin finden sie ihre Lust, ihre Genugtuung und ihre Selbstbestätigung.“ Oder, wie es der Philosoph Günther Anders ... <a title="Hassende empfinden Selbstbestätigung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/konrad-paul-liessmann-anatomie-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Hassende empfinden Selbstbestätigung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hass ist weniger irrational als vielmehr strategisch. Feinde können sich auf Augenhöhe begegnen, als Konkurrenten, die sich im Kampf um ein Gut wechselseitig sogar achten. Konrad Paul Liessmann weiß: „Hassende jedoch wollen nicht kämpfen, sie wollen beseitigen. Darin finden sie ihre Lust, ihre Genugtuung und ihre Selbstbestätigung.“ Oder, wie es der Philosoph Günther Anders formulierte: „Durch den Hass auf den anderen – auf den Feind oder Nebenbuhler – und durch deren effektive Auslöschung bestätigt man sein eigenes Dasein.“ Laut Baruch de Spinoza handelt es sich bei Liebe und Hass im Wesentlichen um ein assoziatives Übertragen. Ob der vermeintliche Geliebte oder Gehasste tatsächlich die Ursache der eigen Lust oder Unlust ist, spielt für das Aufkommen dieser Affekte keine Rolle. Konrad Paul Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. <span id="more-5365"></span></p>
<p><strong>Bei einer Zerstörung kann man Lust oder Unlust empfinden</strong></p>
<p>Schon Baruch de Spinoza wollte das verstörende Rätsel lösen, warum Menschen imstande sind – offenbar gegen jede Vernunft –, positive oder negative Gefühle auf Gruppen und Kollektive zu übertragen. Baruch de Spinoza schreibt: „Wer sich vorstellt, dass das, was er liebt, zerstört wird, der wird Unlust empfinden. Stellt er sich aber vor, dass es erhalten wird, wird er Lust empfinden. […] Wer sich vorstellt, dass das, was er hasst, zerstört wird, wird Lust empfinden.“ </p>
<p>Die Frage, ob man bei dem Gedanken an Zerstörung Lust oder Unlust empfindet, hängt also ganz davon ab, was von Zerstörung bedroht ist – etwas Geliebtes oder Gehasstes. Konrad Paul Liessmann betont: „Und mit Spinoza könnte man zumindest jener Heuchelei entgehen, die suggerieren möchte, sie sei weder zu Hass noch zu Zerstörung imstande.“ In einem Jahr, in dem mitten in Europa ein Krieg begonnen wurde, den sich niemand mehr hatte vorstellen wollen, erweisen diese Gedanken ihre tragische Hellsichtigkeit.</p>
<p><strong>Hass kann durchaus lustvoll erlebt werden</strong></p>
<p>Das elementare Gefühl des Hasses ist nicht isoliert zu betrachten. Konrad Paul Liessmann erklärt: „Als Komplementärphänomen zur Liebe schöpft der Hass aus jener affektiven Kraft, mit der wir unserer sozialen und biosphärischen Umwelt im Guten wie im Schlechten begegnen.“ Das dunkle Geheimnis dieser Kraft liegt in der Bipolarität von Lust und Unlust. Es befindet sich zudem im Spannungsfeld von Befriedigung und Versagung, von Wohlbefinden und Schmerz, von Ekstase und Verzweiflung, von Gier und Frustration.</p>
<p>Es wundert Konrad Paul Liessmann wenig, dass es die Vernunft schwer hat, diese starken Gefühle in einer Weise zu kontrollieren und zu beschneiden, die dem Zusammenleben der Menschen in einer halbwegs friedlichen Welt zuträglich ist. Anders als Angst und Ekel kann der Hass aber durchaus lustvoll erlebt werden. Und zwar nicht nur dann, wenn es dem Hassenden gelingt, das wirkliche oder vermeintliche Objekt seines Hasses zu beseitigen. Es liegt eine gewisse Lust in der Aktivität des Hassens an sich. Quelle: „Der Hass“ von Konrad Paul Liessmann in Philosophicum Lech „Der Hass“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Lust und Realität passen nicht zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Sigmund Freud stammt der Gedanke, dass das Lustprinzip und das Realitätsprinzip sich feindlich gegenüberstehen. Ungehindertes Schwelgen in den biologischen und psychologischen menschlichen Bedürfnissen entspricht dem Lustprinzip. Es beeinträchtigt die Freiheit der anderen und muss daher durch Regeln und Disziplin, also dem Realitätsprinzip eingedämmt werden. Stuart Jeffries erläutert: „Folgt man Herbert Marcuse, dann ist in ... <a title="Lust und Realität passen nicht zusammen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-lustprinzip-hat-das-realitaetsprinzip-absorbiert.html" aria-label="Mehr Informationen über Lust und Realität passen nicht zusammen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Sigmund Freud stammt der Gedanke, dass das Lustprinzip und das Realitätsprinzip sich feindlich gegenüberstehen. Ungehindertes Schwelgen in den biologischen und psychologischen menschlichen Bedürfnissen entspricht dem Lustprinzip. Es beeinträchtigt die Freiheit der anderen und muss daher durch Regeln und Disziplin, also dem Realitätsprinzip eingedämmt werden. Stuart Jeffries erläutert: „Folgt man Herbert Marcuse, dann ist in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften etwas geschehen, das so kontraintuitiv wie die Quadratur des Kreises und so unwahrscheinlich wie die Existenz des Steins der Weisen ist: Das Lustprinzip hat das Realitätsprinzip absorbiert.“ Der diabolische Geist, den Herbert Marcuse in der eindimensionalen Gesellschaft am Werk sah, war so beschaffen, dass Lust zu einem Werkzeug der Unterdrückung wurde. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-5264"></span></p>
<p><strong>Die zur Schau gestellte Sexualität prägt die eindimensionale Gesellschaft</strong></p>
<p>In der eindimensionalen Gesellschaft sind Sex und zur Schau gestellte Sexualität überall anzutreffen. Infolgedessen verfällt der eindimensionale Mann auf den Gedanken, er sei in sexueller Hinsicht ein Revolutionär, der über Hemmungen und Ausflüchte aus der Vergangenheit triumphiert hat. Stuart Jeffries ergänzt: „Ein Faktor, der diese zur Schau gestellte Sexualität möglich machte, war nach Herbert Marcuse der Rückgang schwerer körperlicher Arbeit.“ </p>
<p>Herbert Marcuse schreibt: „Ohne dass er aufhört, ein Arbeitsinstrument zu sein, wird es dem Körper gestattet, seine sexuellen Züge in der alltäglichen Arbeitswelt und in den Arbeitsbeziehungen zur Schau zu stellen. Darin besteht eine der einzigartigen Leistungen der Industriegesellschaft – ermöglicht durch die Abnahme von schmutziger und schwerer körperlicher Arbeit.“ Stuart Jeffries gewinnt den Eindruck, die Deindustrialisierung und die entsublimierte Sexualität wären zu einem mürrischen, lüsternen Lambada über die Auslegeware am Arbeitsplatz vermischt worden. Der Arbeiter hat die Grubenhelm und die Sicherheitsschuhe gegen Minirock und exzentrische Stiefel eingetauscht.</p>
<p><strong>Das Persönliche ist das Politische</strong></p>
<p>Herbert Marcuse zog nicht die Möglichkeit sexueller Zurschaustellung als radikaler Aktion gegen eine solche Kommerzialisierung und Verdinglichung von weiblichen Körpern in Betracht. Und es ist unwahrscheinlich, dass er den Protest von Frauen gegen den eindimensionalen Mann und seine verdinglichende Sexualität erkannt hätte. Stuart Jeffries stellt fest: „Immerhin – wenn wir eines aus den 1960er Jahren gelernt haben, dann, dass das Persönliche das Politische ist.“</p>
<p>Sublimierung, also die Umlenkung sexueller Energie auf einen sozialeren, moralischeren oder ästhetischeren Zweck, ist alles andere als schlecht. Stuart Jeffries weiß: „Für Herbert Marcuse hat Sublimierung im Gegenteil utopische Potenz.“ Er dachte dabei unter anderem an den Künstler, der, Sigmund Freud zufolge, seine sexuellen Impulse in der Schaffung von Kunstwerken sublimiert. Sexuelle Energie zu sublimieren, ist etwas anderes als sie zu unterdrücken, aber beide Umgangsformen damit seien, so Freuds Vorstellung, Faktoren, ja sogar notwendige Faktoren der Kultur. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Angst und Lust sind gleichstarke Emotionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Oct 2023 01:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man auf jemanden wütend ist, urteilt die Wut, dass einem diese Person Unrecht getan hat. Die Wut zeigt dann eine propositionale Einstellung, also eine bestimmte innere Haltung zu einem Sachverhalt. Vor allem aber können Emotionen Wünsche auslösen und zum Tun bewegen. In jedem Menschenleben wechseln sich Phasen der Angst und der Lust ab. Rebekka ... <a title="Angst und Lust sind gleichstarke Emotionen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rebekka-reinhard-angstlust-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst und Lust sind gleichstarke Emotionen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man auf jemanden wütend ist, urteilt die Wut, dass einem diese Person Unrecht getan hat. Die Wut zeigt dann eine propositionale Einstellung, also eine bestimmte innere Haltung zu einem Sachverhalt. Vor allem aber können Emotionen Wünsche auslösen und zum Tun bewegen. In jedem Menschenleben wechseln sich Phasen der Angst und der Lust ab. Rebekka Reinhard weiß: „Wo sich Angst und Lust treffen, entsteht ein vibrierender Schwebezustand; ein kitzliges Gefühl voller schillernder Widersprüchlichkeit.“ Angstlust ist die Bassline, die überall im Hintergrund wabert. Sie ist der emotionale Soundtrack einer Zeit, die versucht, sich aus sich selbst zu befreien. Als Hybrid aus zwei gleich starken Emotionen, die in entgegengesetzte Richtungen auseinanderstreben, ist die Angstlust wesentlich raffinierter als die primitive Wut und der platte Hass. Die Philosophin Rebekka Reinhard war, bis zur Einstellung der Zeitschrift, stellvertretende Chefredakteurin des Magazins „Hohe Luft“. <span id="more-4961"></span></p>
<p><strong>Angstlust spielt im Leben eine entscheidende Rolle</strong></p>
<p>Die Simplizität von Wut und Hass kann der Angstlust nicht im Mindesten das Wasser reichen. Rebekka Reinhard nennt Beispiele: „Angstlust fühlt nicht nur der koksende Chirurg, der Free-Climber auf der Suche nach dem Kick, die Borderlinerin, die mit der Rasierklinge ihre blutenden Unterarme bearbeitet.“ Angstlust ist auch ein gesellschaftliches Phänomen, das in einem Umfeld radikaler Unsicherheit und sich stetig verkürzender Aufmerksamkeitspannen entsteht; in einer scheinbar ewigen Gegenwart. </p>
<p>Nach dem Eintritt des „Realitätsschocks“ hilft die Angstlust bei der Sinnfindung. Denn sie stimmt auf den Thrill des freien Lebens ein, in dem es nicht für jedes Problem eine Lösung gibt. Wo ist die Eindeutigkeit, wo ist die Sicherheit? Weg. Schon ist man in Stimmung für das wohl spannendste Unterhaltungsformat aller Zeiten. Eins, von dem es endlos viele Staffeln gibt: das eigene Leben. Die Angstlust spielt darin eine entscheidende Rolle. Sie verhindert, dass man eine Entweder-Oder-Existenz führt. </p>
<p><strong>Angstlust animiert zum gewagten Neuausprobieren</strong></p>
<p>Die Angstlust motiviert einen Menschen loszulegen, bevor er bereit dazu ist, mit Mut zum Scheitern. Rebekka Reinhard ergänzt: „Sie sensibilisiert Sie für das Zweideutige, Mehrdeutige, Vielschichtige in der Welt – und in Ihnen selbst. Sie inspiriert Sie, nicht immer nur der Mensch zu sein, für den man sie halten soll, sondern gegen das bewährte Ich aufzubegehren.“ Angstlust verweigert sich dem langweiligen Nachäffen, animiert stattdessen zum gewagten Neuausprobieren. Zum Spielen. </p>
<p>Unter den internationalen Games-Märkten rangiert Deutschland aktuell auf Platz fünf. Wer spielt, übt Leben. Spiele eröffnen einen freien, unbelasteten Möglichkeitsraum innerhalb und neben der realen Welt. Rebekka Reinhard fügt hinzu: „Sie regen nicht nur die Vorstellungskraft an, sie trainieren auch die Sozialkompetenz und wecken unseren Siegeswillen. Kooperative wie kompetitive Spiele gehörten immer zu menschlichen Entwicklung, zu Gesellschaft und Kultur.“ Quelle: „Wach denken“ von Rebekka Reinhard</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Man sollte die Angstlust sehr ernst nehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jun 2023 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[Im zwiespältigen Gefühl der Angstlust zeigt sich, wie sehr moderne Menschen um die Bedeutung ihrer Existenz ringen. Rebekka Reinhard erklärt: „Einerseits haben sie große Lust auf Sinn. Sie wollen das echte, pralle, intensive Leben jenseits austauschbarer Botschaften, jenseits der immer gleichen Binaritäten des Entweder-Oder-Regimes.“ Andererseits haben sie große Angst vor Veränderung – und damit vor ... <a title="Man sollte die Angstlust sehr ernst nehmen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rebekka-reinhard-angstlust.html" aria-label="Mehr Informationen über Man sollte die Angstlust sehr ernst nehmen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im zwiespältigen Gefühl der Angstlust zeigt sich, wie sehr moderne Menschen um die Bedeutung ihrer Existenz ringen. Rebekka Reinhard erklärt: „Einerseits haben sie große Lust auf Sinn. Sie wollen das echte, pralle, intensive Leben jenseits austauschbarer Botschaften, jenseits der immer gleichen Binaritäten des Entweder-Oder-Regimes.“ Andererseits haben sie große Angst vor Veränderung – und damit vor der vielgestaltigen, vieldeutigen Realität selbst. Eben deshalb sollte man die Angstlust sehr ernst nehmen. Die Vibrationen, die von ihr ausgehen, können Menschen lähmen und zu Voyeuren machen – sie aber ebenso gut auch inspirieren, den Ausbruch aus der Erstarrung zu wagen. Angstlust ist schlauer als dumpfes Denken, das alles kontrollieren und optimieren will. Die Philosophin Rebekka Reinhard war bis zur Einstellung des Magazins stellvertretende Chefredakteurin des Magazins „Hohe Luft“. <span id="more-4629"></span></p>
<p><strong>Lust beflügelt und motiviert</strong></p>
<p>Die Angstlust ist auch schlauer als kluge Argumente, die zu viel Zeit brauchen, um Wirkung zu zeigen. Angstlust ist schneller. Sie kann einen Menschen von einer Minute zur nächsten in die Aktivität katapultieren. Rebekka Reinhard erläutert: „Weil sie uns zeigt, worin der Sinn im Irrsinn bestehen könnte: in der freiwillig gewählten, spielerisch-experimentellen Suche nach diesem Sinn selbst.“ Gibt es etwas Spannenderes im Leben, das man mitbestimmen kann? Das nicht das Alte und Gewohnte wiederkäut? Dessen Drehbuch offen ist für neue Dialoge, neue Protagonisten, neue Entscheidungen, neue Wendungen?</p>
<p>Schon die Entscheidung, nicht gleich jedem „Problem“ die Standardlösung überzustülpen, könnte das Leben um ein paar lustvolle Thrills reicher machen. Rebekka Reinhard weiß: „Angst lähmt und blockiert, Lust beflügelt und motiviert. Angst flieht, Lust sucht man. Angst macht schwer, Lust schwerelos. Angst macht eng und klein, Lust weitet den Horizont.“ Die Lust ist ein Gefühl wie eine Sommerbrise, die nie von Dauer ist, sich aber eben jetzt, in diesem Moment, wie ein Stück Unendlichkeit anfühlt.</p>
<p><strong>Emotionen sind ziemlich schlau</strong></p>
<p>Aristoteles machte zwar im 4. vorchristlichen Jahrhundert einen großen Unterschied zwischen bloßer Lustfixierung und einer guten, gelungenen Existenz. Doch sogar er gab zu, dass die Lust das Leben in wünschenswerter Weise „vollendet“. Die Lust befreit vom Schmerz, die Angst bringt ihn zurück. Angst zerreißt den Schleier, mit dem der Alltag die Sinnfrage verhüllt. Wo Angst aufbricht und den Schleier zerreißt, steht plötzlich ein großes ratloses Fragezeichen im Raum.</p>
<p>Rebekka Reinhard betont: „Damit ist aber jeder Situation der Angst auch eine Chance, sich aus der Erstarrung zu lösen und seine Existenz neu auszurichten: hin zur Lust und zur Leichtigkeit.“ Die moderne Philosophie der Gefühle hält Emotionen allgemein für ziemlich schlau. Sie sind „intentional“ auf einen Gegenstand in der Welt gerichtet, erschöpfen sich also nicht im subjektiven Erleben, sondern präsentieren ihr Objekt auf bestimmte Weise. Zudem ist eine Emotion einer Bewertung, einem Urteil verblüffend ähnlich. Quelle: „Wach denken“ von Rebekka Reinhard </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sigmund Freud definiert den Eros</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2022 01:00:46 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Marcuses repressionsfreie libidinöse Revolution kann nicht ganz ohne Arbeit zustande kommen. Immerhin hat Sigmund Freud Eros als das Streben definiert, „die Substanz zu immer größeren Einheiten zu formen, auf das das Leben verlängert und auf eine höhere Entwicklungsstufe gebracht werden kann“. Das hört sich nach Arbeit an, und Herbert Marcuse erkennt das auch durchaus ... <a title="Sigmund Freud definiert den Eros" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse-3.html" aria-label="Mehr Informationen über Sigmund Freud definiert den Eros">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herbert Marcuses repressionsfreie libidinöse Revolution kann nicht ganz ohne Arbeit zustande kommen. Immerhin hat Sigmund Freud Eros als das Streben definiert, „die Substanz zu immer größeren Einheiten zu formen, auf das das Leben verlängert und auf eine höhere Entwicklungsstufe gebracht werden kann“. Das hört sich nach Arbeit an, und Herbert Marcuse erkennt das auch durchaus an. Stuart Jeffries erklärt: „Die Freisetzung des Lustprinzips, die er vorschlägt, würde zwar die Art der Arbeit verändern, aber es ist und bleibt doch Arbeit.“ Herbert Marcuse schreibt: „Das erotische Ziel, den gesamten Körper als Subjekt / Objekt der Lust zu erhalten, verlangt eine kontinuierliche Revolution des Organismus.“ Was Herbert Marcuse als kontinuierliche Revolution bezeichnet, klingt stark nach Sisyphusarbeit.  Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3618"></span></p>
<p><strong>Der Mensch muss sich mit der Natur wiedervereinigen</strong></p>
<p>Entscheidend ist jedoch, dass diese Arbeit eben keine entfremdete, repressive Arbeit ist, die das Leistungsprinzip aufrechterhält. Sondern sie ähnelt eher der Arbeit von zwei anderen klassischen mythologischen Gestalten, die Herbert Marcuse anführt: Orpheus und Narziss. Orpheus widersetzt sich repressiver Sexualität und sucht die Vereinigung mit dem Objekt seines Begehrens, während Narziss erotische Impulse hat, die seine gesamte Persönlichkeit durchfluten.</p>
<p>Herbert Marcuse befindet auch als bemerkenswert, dass Narziss nicht von der Natur getrennt, sondern Teil von ihr sei und es als lustvoll empfinde, sich in ihr gespiegelt zu sehen. Dieser Teil von Marcuses Analyse hat einen klaren Bezug zu Theodor W. Adornos und Max Horkheimers Kritik an der Ausbeutung der Natur in der „Dialektik der Aufklärung“. Für alle drei musste jede wünschbare Veränderung mit einer Wiedervereinigung der Menschen mit der Natur einhergehen. Die Natur sollte nicht länger, wie es seit Francis Bacon geschah, lediglich als zu beherrschende und auszubeutende Sphäre verstanden werden.</p>
<p><strong>Eine nichtrepressive Gesellschaft ist möglich</strong></p>
<p>Orpheus und Narziss waren für Herbert Marcuse „Urbilder der Großen Weigerung“, der Weigerung, die Trennung vom libidinösen Objekt oder Subjekt zu ertragen. Stuart Jeffries erläutert: „Die Weigerung zielte auf Befreiung ab – auf die Wiedervereinigung dessen, was getrennt wurde. Eros war vom Logos abgeschnitten und unterworfen worden. Die Menschheit hatte sich von der Natur getrennt und sie unter ihre Herrschaft gebracht.“ Die Arten der Wiedervereinigung, die Herbert Marcuse anstrebte, waren natürlich mit Arbeit verbunden.</p>
<p>Allerdings mit der Art von selbstverwirklichender Arbeit, die Erich Fromm in seinem Buch „Marx’s Concept of Man“ aus dem Jahr 1961 beschreibt. Mit seinem Werk „Eros und Kultur“ dachte Herbert Marcuse den Marxismus neu. Für ihn stellte sich im Jahr 1955 die Geschichte aller bislang existierenden Gesellschaften nicht lediglich als Geschichte von Klassenkämpfen dar. Es war auch ein Kampf um die Unterdrückung der menschlichen Triebe. Im Unterschied zu Horkheimers und Adornos Philosophie war diejenige von Marcuse jedoch optimistisch. Denn er ging davon aus, dass eine nichtrepressive Gesellschaft möglich war und dass „eine neue grundlegende Daseinserfahrung die menschliche Existenz in ihrer Ganzheit verändern wird.“ Quelle: „Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sex dient nicht mehr nur der Fortpflanzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Mar 2022 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
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					<description><![CDATA[Stuart Jeffries erklärt: „Eine der Institutionen, die dem Ende repressiver Kultur und der Freisetzung libidinöser Energie zum Opfer fallen würden, so die verlockende Verheißung Herbert Marcuses, wäre die SSKleinfamilie, die in Amerika der 1950er Jahre geradezu Kultstatus hatte.“ Herber Marcuse schreibt: „Der Körper in seiner Gesamtheit würde ein Objekt der Besetzung, ein Ding, dessen man ... <a title="Sex dient nicht mehr nur der Fortpflanzung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Sex dient nicht mehr nur der Fortpflanzung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stuart Jeffries erklärt: „Eine der Institutionen, die dem Ende repressiver Kultur und der Freisetzung libidinöser Energie zum Opfer fallen würden, so die verlockende Verheißung Herbert Marcuses, wäre die SSKleinfamilie, die in Amerika der 1950er Jahre geradezu Kultstatus hatte.“ Herber Marcuse schreibt: „Der Körper in seiner Gesamtheit würde ein Objekt der Besetzung, ein Ding, dessen man sich erfreuen kann – ein Instrument der Lust.“ Laut Herbert Marcuse würde diese Veränderung im Wert und im Ausmaß der libidinösen Beziehungen zu einer Auflösung der Institutionen führen, in denen die privaten zwischenmenschlichen Beziehungen organisiert waren, besonders betroffen wäre die monogame und patriarchale Familie. Sex stünde hinfort nicht mehr „im Dienst der Fortpflanzung,“ sondern hätte die „Funktion der Lustgewinnung aus Körperzonen“. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3406"></span></p>
<p><strong>Erich Fromm stellt das Ideal eines „produktiven Menschen“ vor</strong></p>
<p>Und damit nicht genug: Nicht nur der gesamte Körper würde erotisiert, sondern auch alles, was man tue – soziale Beziehungen, Arbeit, Kulturschaffen. Noch verblüffender ist, was Herbert Marcuses nichtrepressive Kultur für die Begriffe Produktion und erfüllende Arbeit bedeutet. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel hatte der Mensch seine Identität durch produktive Tätigkeit, durch Leistung verwirklicht, indem „er sich aus der Nacht der Möglichkeit in den Tag der Gegenwart übersetzt“. Und auch Karl Marx hatte betont, dass zur Selbstverwirklichung als Mensch die Herstellung von etwas gehöre. </p>
<p>Schließlich hatte Erich Fromm das Ideal eines „produktiven Menschen“ vorgestellt, einen normativen Charakter, der in dem Ausmaß lebendig ist, wie er „seine spezifisch menschlichen Kräfte zum Ausdruck bringt“. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Für Herbert Marcuse hingegen verstärkte diese Betonung der Produktion die kapitalistische Arbeitsethik und das Leistungsprinzip. Sein Argument zeigt, wie weit sich die Kritische Theorie von der marxistischen Orthodoxie entfernt hatte. </p>
<p><strong>Die Trennung von Arbeit und Spiel muss überwunden werden</strong></p>
<p>Karl Marx wurde hier tatsächlich als Philosoph dargestellt, der sich der kapitalistischen Ideologie annäherte, indem er sich für Selbstverwirklichung durch Arbeit aussprach. Das eigentliche Angriffsziel Herbert Marcuses war jedoch nicht Karl Marx, sondern Erich Fromm. Marcuse war der Meinung, Fromm hätte in seine Kritik des kapitalistischen Systems kapitalistische Werte hineingeschmuggelt – ein Punkt, den er später im Zuge eines erbitterten Streits zwischen den beiden Männern noch weiter ausformulierte.  </p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Allerdings war Marcuse nicht lediglich ein Hedonist, der sich dafür aussprach, dass wir lieber spielen als arbeiten sollen. Er forderte vielmehr, dass die Trennung von Arbeit und Spiel überwunden werden müsse.“ In der Nachfolge von Friedrich Schiller stand er für Spiel und Kunst als emanzipatorische Aktivitäten ein, die das Potential haben, Menschen zu verwandeln, und die vor allem ihre Beziehung zur Arbeit verändern können. In einer nichtrepressiven Gesellschaft könnten erotische Energien in sexuelle Befriedigung, Spiel und kreative Arbeit fließen. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gelegenheitssex kommt ohne Namen aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Oct 2021 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gelegenheitssex]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechtsverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Partner]]></category>
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					<description><![CDATA[In zahllosen Schilderungen von Gelegenheitssex wird die Tatsache betont, dass Menschen Geschlechtsverkehr haben, ohne den Namen ihres Partners zu kennen. Männer signalisieren zum Beispiel ihre sexuellen Absichten auf Partys dadurch, dass sie Frauen von hinten mit ihren Genitalien streifen. Als soziale Form zeichnet sich Gelegenheitssex durch symbolische Strategien aus. Diese desingularisieren den Geschlechtspartner und sollen ... <a title="Gelegenheitssex kommt ohne Namen aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gelegenheitssex-kommt-ohne-namen-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Gelegenheitssex kommt ohne Namen aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In zahllosen Schilderungen von Gelegenheitssex wird die Tatsache betont, dass Menschen Geschlechtsverkehr haben, ohne den Namen ihres Partners zu kennen. Männer signalisieren zum Beispiel ihre sexuellen Absichten auf Partys dadurch, dass sie Frauen von hinten mit ihren Genitalien streifen. Als soziale Form zeichnet sich Gelegenheitssex durch symbolische Strategien aus. Diese desingularisieren den Geschlechtspartner und sollen ihn also weniger einzigartig machen. Eva Illouz erläutert: „Die Funktion von Namen besteht gerade darin, eine Person zu identifizieren und einzigartig zu machen.“ In dieser Hinsicht imitiert Gelegenheitssex die Anonymität und Flüchtigkeit von Interaktionen in der Sphäre des Konsums. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-3054"></span></p>
<p><strong>Gelegenheitssex hat manchmal berauschende Züge</strong></p>
<p>Wenn sie ihn in seiner reinen Form praktizieren, müssen Menschen beim Gelegenheitssex Fremde füreinander bleiben. Zudem vermengt diese Art des Geschlechtsverkehrs die Eigenschaften zweier entgegengesetzter Pole. Distanz und Fremdheit auf der einen Seite und Nähe auf der anderen. Eva Illouz stellt fest: „Gelegenheitssex trennt den Körper vom Selbst, da er ihm als eine autonome Quelle von Lust und damit als reine Materialität gilt. Schließlich macht es Gelegenheitssex zwingend erforderlich, dass die Beteiligten auf jeden Zukunftsentwurf verzichten.“</p>
<p>Denn alle Interaktionen sind hier billigerweise kurzlebig, lustbetont, selbstreferentiell und werden um ihrer selbst willen verfolgt. Infolgedessen verfügt Gelegenheitssex – wie alle anonymen Beziehungen – über ein entscheidendes Merkmal: Er schwächt die Regeln der Reziprozität. Manchmal hat Gelegenheitssex berauschende Züge, denn er bejaht die Freiheit des Subjekts und die kontinuierliche Versorgung mit neuen Gelüsten. Die Möglichkeit der Reziprozität, Verbundenheit und zwischenmenschlicher Beziehung aber löscht er aus.</p>
<p><strong>Gelegenheitssex ist auf die eigene Lust zentriert</strong></p>
<p>Ja, wahrscheinlich besteht eine der Freuden solcher Interaktionen gerade in dem Umstand, dass sie das Selbst nicht einbeziehen und keine Gegenseitigkeit voraussetzen. Wie der Soziologe Steven Seidman sagt, ist Gelegenheitssex „auf die eigene Lust zentriert“, aktbasiert, austauschbar, und „jegliche Erwartungen bezüglich Intimität, Hingabe und Verantwortung bleiben auf die Begegnung beschränkt“. So gesehen ist Gelegenheitssex eine idealtypische Verkörperung einer Fülle von Verhältnissen zu Fremden.</p>
<p>Diese zeichnen sich durch die modernen urbanen Schauplätze des Konsums aus, bei denen Anonymität eine zentrale Rolle spielt. Die Maximierung der körperlichen Lust steht bei dieser Art der sexuellen Begegnung im Mittelpunkt. Als soziale Form hat sich Gelegenheitssex seit Erica Jongs „Spontanfick“ weiterentwickelt. Der Gelegenheitssex löscht die narrative Linearität aus, die traditionellen heterosexuellen Beziehungen innewohnte. Er wird als punktuelle Episode gelebt, die nicht auf eine bestimmte Person, sondern vielmehr auf einen allgemeinen attraktiven triebhaften Körper zielt. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sigmund Freud prägt den Begriff „Libido“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 01:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Libido]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschen sind in jeder Situation von Krankheit, Tod und Gewalt bedroht. Sie kompensieren dies durch ein Lustsystem, dank diesem ihnen das Leben als sinnvoll und nicht nur als Jammertal erscheint. Markus Gabriel stellt fest: „Wir haben also eine „libidinöse Ökonomie“ eingerichtet, wie dies der französische Philosoph Jean-François Lyotard (1924 – 1998) ausgedrückt hat.“ Eine solche ... <a title="Sigmund Freud prägt den Begriff „Libido“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/markus-gabriel-unterbewusstsein.html" aria-label="Mehr Informationen über Sigmund Freud prägt den Begriff „Libido“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen sind in jeder Situation von Krankheit, Tod und Gewalt bedroht. Sie kompensieren dies durch ein Lustsystem, dank diesem ihnen das Leben als sinnvoll und nicht nur als Jammertal erscheint. Markus Gabriel stellt fest: „Wir haben also eine „libidinöse Ökonomie“ eingerichtet, wie dies der französische Philosoph Jean-François Lyotard (1924 – 1998) ausgedrückt hat.“ Eine solche Ökonomie geht weit über das menschliche Bewusstsein hinaus. Welche Handlungen und Empfindungen Menschen als lustvoll einstufen, welche als erlaubt oder verboten gelten, hängt immer auch mit der unüberschaubaren Situation als Lebewesen zusammen. Der Ausdruck „Libido“ stammt hierbei von Sigmund Freud und bezeichnet die psychische Energie eines Menschen. Markus Gabriel hat seit 2009 den Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn inne. Zudem ist er dort Direktor des Internationalen Zentrums für Philosophie. <span id="more-2966"></span></p>
<p><strong>Immanuel Kant untersucht die Gefühle der Lust und Unlust</strong></p>
<p>Markus Gabriel weiß: „Übrigens hat dies bei Freud nicht nur eine ausschließlich sexuelle Bedeutung im landläufigen Sinn eines auf Geschlechtsverkehr oder Selbstbefriedigung gerichteten Verhaltens.“ Vielmehr steht im Hintergrund eine Idee Immanuel Kants, der in seiner „Kritik der Urteilskraft“ das „Gefühl der „Lust und Unlust“ untersucht. In seiner unnachahmlich präzisen Formulierungskunst bestimmt Kant „Lust“ dabei an anderer Stelle als „die Vorstellung der Übereinstimmung des Gegenstandes oder der Handlung mit den subjektiven Bedingungen des Lebens“. </p>
<p>Etwas bereitet Lust, wenn es in den eigenen egozentrischen Index passt. Stört es diesen, bereitet es Unlust. Dabei kann derselbe Gegenstand einem Menschen Lust und einem anderen Unlust bereiten. Hinzu kommt die Begriffskomponente der Vorstellung. Was einem Menschen Lust beziehungsweise Unlust bereitet, hängt davon ab, wie er sich den Gegenstand vorstellt. Eine Vorstellung ist die subjektive Auffassung eines Gegenstandes als etwas, das so und so ist. </p>
<p><strong>Jeder Mensch hat eine andere Perspektive</strong></p>
<p>Markus Gabriel erklärt: „Unsere Individualität wird von unserer unvertretbaren Perspektive ausgemacht. Die Perspektive, die ich gerade einnehme, kann nur von mir eingenommen werden, weil zu ihr all diejenigen Umstände hinzukommen, die dazu führen, dass ich sie gerade einnehme.“ Was sich Menschen wie genau vorstellen, ist von Individuum zu Individuum hochgradig verschieden. Das ist eigentlich schon deswegen offensichtlich, weil jeder Mensch in jedem Augenblick seines bewussten Lebens mit von der Partie ist und auf diese Weise Eindrücke und Erfahrungen sammelt, die prinzipiell kein anderer hat. </p>
<p>Menschen können zwar Erlebnisse und damit Vorstellungen partiell teilen. Letztlich bleiben diese aber immer in dem präzisen Sinne subjektiv, dass sie zu einer individuellen Perspektive gehören. Den Unterschied zwischen sozialer Personalität und nicht sozialer Individualität kann man prinzipiell nicht vollständig unterdrücken. Daraus ergibt sich eine Spannung, die sich gesellschaftlich in vielen Teilbereichen auswirkt. Diese Spannung besteht darin, dass es zur Struktur sozialer Systeme gehört, dass sie Individualität nicht erfassen können. Quelle: „Der Sinn des Denkens“ von Markus Gabriel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Soziale Zwänge sind notwendig</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-sigmund-freud.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Jul 2021 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Zwang]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ aus dem Jahr 1930 hatte Sigmund Freud ausgeführt, dass Kultur die Unterdrückung von Glück und sexuellem Vergnügen unter Arbeit, Monogamie und soziale Zurückhaltung erfordere. Sigmund Freud zufolge sind soziale Zwänge notwendig, damit die menschliche Gesellschaft sich entwickeln kann. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Das ungehemmte Schwelgen in den ... <a title="Soziale Zwänge sind notwendig" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-sigmund-freud.html" aria-label="Mehr Informationen über Soziale Zwänge sind notwendig">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ aus dem Jahr 1930 hatte Sigmund Freud ausgeführt, dass Kultur die Unterdrückung von Glück und sexuellem Vergnügen unter Arbeit, Monogamie und soziale Zurückhaltung erfordere. Sigmund Freud zufolge sind soziale Zwänge notwendig, damit die menschliche Gesellschaft sich entwickeln kann. Stuart Jeffries fügt hinzu: „Das ungehemmte Schwelgen in den physischen und psychischen Bedürfnissen des Menschen – im Sinn des von Freud sogenannten Lustprinzips – beeinträchtigt die Freiheit anderer und muss daher mit Hilfe von Regeln und Disziplin – dem, was Freud das Realitätsprinzip nannte – eingeschränkt werden.“ Sigmund Freud hat ein Narrativ entwickelt, wie Individuen ihre Bedürfnisse unterdrücken und sublimieren. Zuerst treiben die Triebe – bei Freud das Es – die Menschen dazu, Lust zu suchen und Schmerz zu vermeiden. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2842"></span></p>
<p><strong>Für Sigmund Freud sind Triebe unveränderlich</strong></p>
<p>Im Zuge seiner Entwicklung geht jedoch dem Individuum die traumatische Erkenntnis auf, „dass völlige und schmerzlose Befriedigung der Bedürfnisse unmöglich ist“ – so die Formulierung Herbert Marcuses. Und nun kommt also das Realitätsprinzip – in der Psyche des Individuums repräsentiert durch das Ich – zum Tragen und vermittelt dem Individuum, was sozial zulässig ist. In diesem Prozess ist dann das Individuum nicht mehr länger nur auf Lust fixiert. </p>
<p>Sondern der Mensch entwickelt sich zu einem bewussten, denkenden Subjekt, das auf eine ihm von außen auferlegte Rationalität ausgerichtet ist. Sigmund Freud war davon ausgegangen, dass diese Triebe unveränderlich seien. Herbert Marcuse hingegen argumentierte, dass Triebe, wenn sie unterdrückt werden können, nicht unveränderlich seien; und wichtiger noch: Die spezifische Ausprägung der Gesellschaft, in der sich ein Individuum zu einem bewussten, denkenden Subjekt entwickelt, spielt bei der Ausprägung der Triebe eine Rolle. </p>
<p><strong>Die Menschen leben nicht ihr eigenes Leben</strong></p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Faktisch historisierte Herbert Marcuse Sigmund Freud von einer marxistischen Warte aus und behauptete, die von Freud vergegenständlichten Triebe seien unter dem Einfluss des Gesellschaftssystems veränderlich.“ Das wurde klar, als Herbert Marcuse eine grundlegende Unterscheidung zwischen notwendiger und überschüssiger Unterdrückung einführte. Erstere ist die Art von Triebunterdrückung, die, so Marcuse, „für das Fortbestehen der Gattung Mensch in der Kultur“ notwendig sei. </p>
<p>Letztere hingegen, die Surplus-Unterdrückung, ziele darauf, die Triebe in Übereinstimmung mit dem „Leistungsprinzip“ zu bringen. In den Augen Herbert Marcuses handelt es sich dabei um die vorherrschende Form des Realitätsprinzips. Er war der Meinung, dass das Realitätsprinzip im Kapitalismus in eine neuere Form mutiere. In „Eros und Kultur“ schreibt er: „Die Menschen leben nicht ihr eigenes Leben, sondern erfüllen schon vorher festgelegte Funktionen. Während sie arbeiten, befriedigen sie damit nicht ihre eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten, sondern arbeiten entfremdet.“ Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein unverstellter Körper führt zur Lust</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/ein-unverstellter-koerper-fuehrt-zur-lust.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2020 06:53:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gene]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo sich der menschliche Körper unverstellt zeigen darf, ist Lust. Ob er es darf, entscheidet jedoch nicht er alleine. Maßgebliche Teile des Selbst können beispielsweise der Überzeugung sein, dieser Körper sei niemanden zuzumuten. Oder körperlicher Kontakt sei grundsätzlich abzulehnen oder das eigene Selbst sei schlecht. Manfred Bauer weiß: „Stellt sich das Selbst – auf die ... <a title="Ein unverstellter Körper führt zur Lust" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-unverstellter-koerper-fuehrt-zur-lust.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein unverstellter Körper führt zur Lust">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo sich der menschliche Körper unverstellt zeigen darf, ist Lust. Ob er es darf, entscheidet jedoch nicht er alleine. Maßgebliche Teile des Selbst können beispielsweise der Überzeugung sein, dieser Körper sei niemanden zuzumuten. Oder körperlicher Kontakt sei grundsätzlich abzulehnen oder das eigene Selbst sei schlecht. Manfred Bauer weiß: „Stellt sich das Selbst – auf die eine oder andere Weise – quer, dann mag der Körper einem Adonis gleichen oder der Allegorie des Frühlings entsprechen: Lust wird sich nicht einstellen.“ Auch ein Fitnessstudio gestählter Körper wird seinem Besitzer dann, wenn das Selbst nicht mitspielt, im Bett keine Freude bereiten. Denn Lust ist dort, wo sich nicht nur der Körper, sondern auch das Selbst unverstellt zeigen darf. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-2418"></span></p>
<p><strong>Einem lustvollen Selbst ist der Körper egal</strong></p>
<p>Joachim Bauer erläutert: „Einem lustvoll gestimmten Selbst ist es oft erstaunlich gleichgültig, ob der eigene Körper oder der des Gegenüber den jeweils herrschenden Schönheitsvorstellungen entspricht.“ Wenn das Selbst Lust hat, sich zu zeigen, dann stört es sich daran nicht im Geringsten, dass der Körper irgendwelchen Ansprüchen angeblich nicht genügt. Beginnend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Körper im Allgmeinen und die Sexualität im Besonderen über mehr als hundert Jahre hinweg als eine ausschließlich durch biologische Mechanismen gesteuerte Maschine betrachtet. </p>
<p>Diese biologistische Schieflage war absolut verständlich und nachvollziehbar angesichts der enormen Fortschritte der Biologie. Gregor Mendel und Charles Darwin legten dabei die Grundlagen. Unbestreitbar sind der Körperbauplan, die Grundmuster des Metabolismus und das Geschlecht genetisch determiniert. Man hielt jedoch auch alles darüber Hinausgehende einschließlich Kondition, Charakter und Verhalten für genetisch vorbestimmt. Damit schien man ein wunderschönes, einfaches Modell zu haben. </p>
<p><strong>Umwelt und Ernährung beeinflussen die Gene</strong></p>
<p>Gene steuern danach den Metabolismus, dieser wiederum determiniert, wie sich der Körper entwickelt und welches Verhalten er zeigen wird. Seit Ende der 1980er Jahre war jedoch unübersehbar, dass Gene nicht nur steuern, sondern auch gesteuert werden. Dies geschieht nicht nur durch die Qualität der Umwelt und durch die Ernährung, sondern auch durch die Erfahrungen, die Lebewesen in ihrer Umwelt machen. Und durch die Art, wie sich ein Lebewesen seinerseits verhält. </p>
<p>Bei sozial lebenden Tieren und besonders beim Menschen zeigte sich, dass soziale Erfahrungen vom Gehirn ständig bewertet, in biologische Reaktionen umgewandelt werden und tief in den eigenen Körper hineinwirken. Das kann sogar zur Aktivierung oder Inaktivierung von Genen führen. Daher ändert sich der menschliche Körper unter dem Einfluss sozialer Erfahrungen – fortwährend, solange man lebt. Was sich jenseits körperlicher Grundmerkmale und des Geschlechts im Menschen entwickelt, unterliegt keiner Vorherbestimmung durch die Gene. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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