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	<title>Freiheit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Depressionen können zu einem Suizid führen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2025 01:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Manfred Lütz weiß: „Nicht immer freilich hat die Behandlung Erfolg. Manche Menschen sterben an ihrer Depression durch einen Suizid, eine Selbsttötung. Das passiert nicht selten in der Phase der Besserung, wenn der Antrieb wiederkommt, aber die Stimmung immer noch darniederliegt.“ Der Suizid trifft die Angehörigen tief. Erschüttert sind aber auch die Ärzte und die anderen ... <a title="Depressionen können zu einem Suizid führen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/depressionen-koennen-zu-einem-suizid-fuehren.html" aria-label="Mehr Informationen über Depressionen können zu einem Suizid führen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manfred Lütz weiß: „Nicht immer freilich hat die Behandlung Erfolg. Manche Menschen sterben an ihrer Depression durch einen Suizid, eine Selbsttötung. Das passiert nicht selten in der Phase der Besserung, wenn der Antrieb wiederkommt, aber die Stimmung immer noch darniederliegt.“ Der Suizid trifft die Angehörigen tief. Erschüttert sind aber auch die Ärzte und die anderen Therapeuten, die traurig vor der Einsicht in den eigenen Misserfolg stehen. Doch so einfach ist das nicht. Natürlich kann der Suizid eines Patienten Folge eines therapeutischen Kunstfehlers sein. Dann ist er ein Misserfolg des Therapeuten. Im Suizid zeigt sich aber auch die letzte Unberechenbarkeit jedes Menschen, die Ausdruck der Freiheit ist, die seine Würde begründet. Manfred Lütz hat Medizin, Theologie und Philosophie in Bonn und Rom studiert. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Autor zahlreicher Bestseller. <span id="more-6276"></span></p>
<p><strong>Suizide können bei allen psychischen Krankheiten vorkommen</strong></p>
<p>Sicher muss alles Vertretbare getan werden, um bei einem depressiven Menschen einen Suizid zu verhindern. Denn es ist in der Regel nicht seine Freiheit, sondern seine Krankheit, die ihn sterben lassen will. Manfred Lütz fügt hinzu: „Doch wenn der Suizid dann eingetreten ist, muss man sich klarmachen, dass wir niemals von außen eindeutig sagen können, was nun die trotz Krankheit noch vorhandene Freiheit des Patienten bewirkt hat und was die Krankheit.“ </p>
<p>Beides ist von Therapeuten niemals vollständig in den Griff zu bekommen, andernfalls würde die Psychiatrie totalitär. Manfred Lütz fordert: „Humane Psychiatrie muss immer auch auf die Freiheit und Eigenverantwortung des Patienten setzen. Das schließt das Eingehen eines gewissen Risikos ein.“ Suizide können bei allen psychischen Krankheiten vorkommen. Es gibt allerdings bestimmte Standards, die generell einzuhalten sind, wenn man mit suizidalen, das heißt akut selbsttötungsgefährdeten Patienten umgeht. </p>
<p><strong>Menschen mit Suizidgedanken sind in der Regel schrecklich allein</strong></p>
<p>Wichtig ist, dass man Andeutungen des Patienten in diese Richtung immer ernst nimmt. Manfred Lütz ergänzt: „Unerfahrene haben oft die Angst, sie würden Patienten durch konkretes Nachfragen erst auf „dumme Gedanken“ bringen, und vermeiden daher das Thema. Aber das ist grundfalsch.“ Wenn ein Mensch sich mit Selbsttötungsgedanken trägt, dann ist er damit in der Regel schrecklich allein. Mit niemandem kann er darüber reden, mit Fremden ohnehin nicht, Freunde will er nicht beunruhigen und die Angehörigen will er mit einem solchen Thema nicht schockieren.</p>
<p>So brütet er mutterseelenallein über dieser entsetzlichen Frage. Wenn er in einer solchen Lage aber von unsereins konkret gefragt wird: „Haben Sie auch mal lebensmüde Gedanken gehabt?“, dann bricht es manchmal geradezu aus dem Patienten heraus, weil er endlich, endlich dieses zermürbende Thema mit einem anderen Menschen besprechen kann. Und wenn man dann fragt, wann diese Gedanken zuletzt gekommen seien, dann erfährt man nicht selten, dass das gerade mal vor drei Stunden war. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Spießertum wurzelt im Konformismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Wurzel des Spießertums liegt nicht im Konservatismus, sondern im Konformismus. Der „Well Respected Man“ verschafft sich, heute wie früher, Respekt durch Anpassung. Pauline Voss erläutert: „Nicht individuelle Entscheidungen mehren sein Ansehen, sondern die Unterdrückung seiner Individualität. Die Kontrollinstanz ist eine unsichtbare: Hinter den Gardinen stehen die Nachbarn, selbst nicht einzusehen, und beobachten, ob der ... <a title="Das Spießertum wurzelt im Konformismus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/pauline-voss-wurzel-des-spiessbuergertums.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Spießertum wurzelt im Konformismus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wurzel des Spießertums liegt nicht im Konservatismus, sondern im Konformismus. Der „Well Respected Man“ verschafft sich, heute wie früher, Respekt durch Anpassung. Pauline Voss erläutert: „Nicht individuelle Entscheidungen mehren sein Ansehen, sondern die Unterdrückung seiner Individualität. Die Kontrollinstanz ist eine unsichtbare: Hinter den Gardinen stehen die Nachbarn, selbst nicht einzusehen, und beobachten, ob der Anstand gewahrt wird.“ Dem „Well Respected Man“ bescheinigen sie geistige und körperliche Reinheit. Noch heute dokumentiert man seine Reinheit durch die Unterwerfung unter den Zeitgeist. Spätestens in den Siebzigerjahren entwickelt sich die individuelle Entfaltung der Persönlichkeit zum Ideal. Die gesellschaftlichen Normen sind die Front, an der eine ganze Generation ihre Freiheitskämpfe ausficht. Es ist auch die Freiheit der Minderheiten und unterdrückten Gruppen, die dort erkämpft wird: von Frauen, Schwulen und Lesben. Pauline Voss ist seit 2023 als freie Journalistin tätig. <span id="more-5719"></span></p>
<p><strong>Durch eine veränderte Sprache könnten sich die Verhältnisse wandeln</strong></p>
<p>Ab den Neunzigerjahren verschiebt sich der Freiheitskampf jedoch: Nicht mehr nur die Verhältnisse sollen verändert werden, sondern auch die gesellschaftliche Diskurse, die diese Verhältnisse beschreiben und sie durch die Beschreibung angeblich prägen. Pauline Voss fügt hinzu: „Die unterdrückenden Diskurse müssen dekonstruiert werden; erst durch eine veränderte Sprache könnten sich die Verhältnisse wandeln: Dieser Schluss wird aus der Lektüre jener französischen Philosophen gezogen, die dem Poststrukturalismus zugerechnet werden.“</p>
<p>Als „French Theory“ finden die Ideen von Michel Foucault, Jacques Derrida und anderen Denkern Eingang in die akademischen Debatten der Vereinigten Staaten. Pauline Voss weiß: „Dort entsteht, was heute als „Identitätspolitik“ bezeichnet wird und längst auch in Europa die Debatten bestimmt.“ Wissenschaftszweige wie die Genderstudies, Critical Race Theory oder Postcolonial Studies befassen sich mit der Diskriminierung von Minderheiten, verfolgen dabei aber eine Agenda, die weit über eine bloße Untersuchung der Welt hinausgeht: Die Wissenschaftler wollen die Welt verändern.</p>
<p><strong>Die Identitätspolitik strebt die Kontrolle über das Gesagte an</strong></p>
<p>Die Theorien der Dekonstruktion werden dabei in einen Imperativ der Rekonstruktion umgewandelt. Pauline Voss ergänzt: „Die Kräfte, die noch immer für sich in Anspruch nehmen, die Rechte von Minderheiten zu vertreten, haben längst die Deutungshoheit erlangt.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass sich in gleichem Maße die Verhältnisse für Minderheiten verbessert haben, denn darauf zielt die Identitätspolitik nicht ab: Sie strebt die Kontrolle über das Gesagte an.</p>
<p>Viele Angehörigen von Minderheiten sind darum über die rigiden Regeln, die in ihrem Namen verhängt werden, nicht erfreut. Es scheint, als hätte sich die Entwicklung der Gesellschaft seit 1965 einmal im Kreis gedreht. Pauline Voss kritisiert: „Junge Menschen werden heute wieder in ein Korsett des korrekten Verhaltens und einer vermeintlich reinen Weltanschauung gepresst. Nicht die abweichende, sondern die angepasste Meinung wird sozial honoriert.“ Quelle: „Generation Krokodilstränen“ von Pauline Voss</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Aug 2024 01:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bindung]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
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					<description><![CDATA[Michaela Brohm-Badry weiß: „Bei jeder spontanen Tätigkeit stärkt ein Mensch sein Selbst. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv tätig ist.“ Doch manchmal fällt es nicht so leicht, aktiv tätig zu sein. Hilfreich ist dabei ein hohes Maß an innerer und äußerer Freiheit. „Ich glaube“, schreibt Erich Fromm, „dass man ... <a title="Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michaela-brohm-badry-frei-von-bindungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Michaela Brohm-Badry weiß: „Bei jeder spontanen Tätigkeit stärkt ein Mensch sein Selbst. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv tätig ist.“ Doch manchmal fällt es nicht so leicht, aktiv tätig zu sein. Hilfreich ist dabei ein hohes Maß an innerer und äußerer Freiheit. „Ich glaube“, schreibt Erich Fromm, „dass man erst frei von seinen inneren und/oder äußeren Bindungen sein muss, um frei zu etwas sein zu können: zu schöpferischem, gestaltendem Tun, zu mehr Erkenntnis usw. Erst dann ist man fähig, ein freies tätiges, verantwortliches Wesen zu sein.“ Fast ist das ein Aufruf zur Selbstbefreiung. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5576"></span></p>
<p><strong>Hier und Heute spielt sich das Leben ab</strong></p>
<p>Der Humanist Erich Fromm versteht den wachsenden Menschen als aktiv handelnden Menschen. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und zwar geht es um ein Handeln nicht im Sinne des reinen Selbstzwecks – um irgendetwas zu tun –, auch nicht als entfremdeter Arbeitslohnerwerb, sondern um eine viel innigere Aktivitätsform: um ein Handeln im Sinne der Verwirklichung des Selbst.“ Lebendig fühlt man sich nach Erich Fromm, wenn man Körper, Geist und Seele nicht durch fremden Druck, sondern entsprechend dem eigenen Ich aktiviert.</p>
<p>Wenn dies geschieht, wachsen Glück, Lebensbejahung und Gesundheit, wenn nicht, wachsen Destruktion, Aggression und Depression. Michaela Brohm-Badry betont: „Letztendlich ist der Weg des aktiven Lebens auch der Ratschlag das Leben am Schopfe zu fassen, mit einem liebenden Herzen zu leben und den inneren Impulsen mehr Vertrauen zu schenken als äußerem Druck.“ Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier und Heute spielt sich das Leben ab. Denn das Wesen des Lebens ist flüchtig.</p>
<p><strong>Ein Mensch verändert sich permanent über seine gesamte Lebensspanne</strong> </p>
<p>Tief im Innersten des Menschen verborgen liegen Begabungen, Fähigkeiten, Wünsche, Sehnsüchte und Ideen, die gelebt werden könnten oder gar danach drängen, ausgelebt zu werden. Michaela Brohm-Badry stellt fest: „Es könnte ein ungeheure Bereicherung für unser Leben sein, diese neuen Möglichkeiten des Denkens, Fühlen und Handelns zu entdecken und zu leben.“ Und zwar im Sinne des Søren Kierkegaard zugeschriebenen Aphorismus: „Der, der wagt, verliert den Halt für einige Zeit, der, der nichts wagt, verliert sich selbst.“ </p>
<p>Drei Faktoren bestimmen, was aus einem Menschen wird: seine genetischen Anlagen, sein Umfeld und seine individuellen Entscheidungen. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Wir leben also nur einen Entwicklungsverlauf unter vielen anderen möglichen. Es hätte auch ganz anders kommen können.“ Aktuelle Befunde der Lernforschung zeigen, dass die Persönlichkeit eines Menschen über die gesamte Lebensspanne plastisch bleibt, was bedeutet, dass man sich bis in das späte Erwachsenenalter permanent verändert und neue Denk- und Handlungsweisen erlernt. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 01:00:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob im wissenschaftlichen, künstlerischen, unternehmerischen, sozialen oder familiären Bereich, der Mensch ist stolz auf sein Werk, weil es nicht zufällig, sondern als Ergebnis seines Wirkens entsteht. Es steht für Erfolg, für die Entfaltung der Persönlichkeit und für Selbstverwirklichung. Markus Hengstschläger weiß: „Das individuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bildet die fünfte und höchste Ebene der maslowschen Bedürfnispyramide. ... <a title="Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-strebt-nach-selbstverwirklichung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob im wissenschaftlichen, künstlerischen, unternehmerischen, sozialen oder familiären Bereich, der Mensch ist stolz auf sein Werk, weil es nicht zufällig, sondern als Ergebnis seines Wirkens entsteht. Es steht für Erfolg, für die Entfaltung der Persönlichkeit und für Selbstverwirklichung. Markus Hengstschläger weiß: „Das individuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bildet die fünfte und höchste Ebene der maslowschen Bedürfnispyramide. Der Mensch strebt nach der Ausschöpfung seiner Potenziale, um seine Sehnsüchte und Wünsche zu realisieren und seinem Leben einen Sinn zu gegen.“ Auf Ebenen darunter finden sich körperliche, seelische und materielle Sicherheit unter den Sicherheitsbedürfnissen, Freiheit und Unabhängigkeit unter den Individualbedürfnissen, und soziale Bedürfnisse. Der Homo sapiens ist ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes, Gemeinschaften bildendes politisches Wesen – Zoon politikon. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien. <span id="more-5532"></span></p>
<p><strong>Immanuel Kant versteht Freiheit als Autonomie</strong></p>
<p>Der Homo sapiens lebt in Gesellschaft. Er bildet Gesellschaften, die aus verschiedenen, sozial handelnden und interagierenden Individuen bestehen. Markus Hengstschläger erklärt: „Daraus ergibt sich, dass die Bedürfnisse der Einzelnen in der Gesellschaft aufeinandertreffen, wechselwirken und einander auch gegenseitig beschränken können.“ Immanuel Kant sagt: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Freiheit heißt demzufolge keineswegs, tun zu können, was man will.</p>
<p>Immanuel Kant versteht Freiheit mehr als Autonomie, in der man sich aber an jene Gesetze hält, die man selbst geschaffen hat. Wer aus vernünftiger Einsicht handelt, handelt frei. 1785 hat Kant den der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ seinen kategorischen Imperativ, den er selbst in verschiedenen Formulierungen verbreitete, auch so beschrieben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ </p>
<p><strong>Die Beschneidung der Freiheit hemmt die Lösungsbegabung</strong></p>
<p>Markus Hengstschläger fügt hinzu: „Der russisch-britische Philosoph Isaiah Berlin verstand unter „negativer Freiheit“, dass man nicht von der Gesellschaft oder vom Staat, bei dem was man tun will, eingeschränkt wird. Mit „positiver Freiheit“ beschreibt er, etwas zu tun oder zu lassen, nach eigenem Willen und mit Vernunft.“ Negative Freiheit – von etwas –  von äußeren Zwängen wird erst durch positive Freiheit – zu etwas – mit Inhalten gefüllt, indem sich Menschen wirklich autonom dazu entscheiden, etwas zu tun.</p>
<p>In einer liberalen Gesellschaft darf die negative Freiheit nur so sehr beschnitten werden, wie es unbedingt notwendig ist, damit die Gesellschaft funktionieren kann und andere nicht zu Schaden kommen. Markus Hengstschläger stellt fest: „Wann immer man die Freiheit mehr beschneidet, hemmt man auch die Entfaltung von Lösungsbegabung. Das ungerichtete Denken von Neuem, das Ausprobieren von noch nie Dagewesenem und das Entwickeln von Innovationen, ob in der Wissenschaft, der Bildung, in Kunst und Kultur oder in der Wirtschaft, setzt ein höchstmögliches Ausmaß individueller Freiheit voraus.“ Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis ... <a title="Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/alles-lebendige-will-sich-mit-anderen-vereinigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis zum Organismus – neigt dazu, sich mit anderen vereinigen zu wollen, um zu wachsen.“ Und dieses, so Erich Fromm, ist nicht nur bei Zellen der Fall, sondern auch beim Fühlen und Denken eines Menschen. Die Vereinigung in Körperlichkeit, aber insbesondere im Fühlen und Denken führt zu einem ständigen Wachstum hin zur Ganzheit. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5430"></span></p>
<p><strong>Die Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe</strong></p>
<p>Ein weiteres Kraftelement von Erich Fromm ist die Liebe zur Menschheit und zur Natur. Er meint hier die umfassende, bedingungslose Liebe zu allem, was lebt im Menschen und der Natur. Erich Fromm schreibt: „Was anzieht, ist immer das Lebendige.“ Das Leben lieben zu können und lebendig zu sein ist für einen Menschen von ganz entscheidender Bedeutung. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Liebe beinhaltet immer das wache Interesse am anderen, an dessen Wachstum und Wohlergehen.“ </p>
<p>Leben wird als Prozess verstanden, in dem Menschen eins mit sich selbst und allem, was lebt, werden. Und die Liebe zu allem, was lebendig ist, findet seinen Ausdruck in dem leidenschaftlichen Wunsch, Wachstum zu fördern. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und diese Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe, so Fromm, die sich in der Liebe zu Menschen, zu einem Tier oder einer Pflanze wiederfindet.“ Sowohl bei der Liebe zum Leben und Lebendigen als auch bei der Liebe zur Menschheit und Natur bleibt die Liebe das zentrale Element menschlichen Wollens und Wachsens.</p>
<p><strong>Freiheit entsteht durch die Verwirklichung des Selbst</strong></p>
<p>Es gibt ein weiteres Element der menschlichen Energie. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Jenseits der Liebe zu allem Lebendigen, zu Mensch und Natur, liegt die Freiheit. Freiheit, so Fromm, kann der Mensch dadurch erlangen, dass er sein Selbst verwirklicht, dass er er selbst ist.“ Nicht nur das Denken, sondern die Verwirklichung der gesamten Persönlichkeit führen zum Selbst, wenn nämlich der Mensch alles zum Ausdruck zu bringen vermag, was emotional oder intellektuell in ihm angelegt ist.</p>
<p>Michaela Brohm-Badry betont: „Möglichkeiten zum Ausdruck dieses Selbst hat jeder Mensch, aber verwirklicht werden sie nur in dem Maße, in dem sie auch tatsächlich ausgedrückt werden.“ Mit anderen Worten: Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein der gesamten, integrierten Persönlichkeit. „Spontan“ meint hier ein Tätigsein aus freien Stücken. Es geht nicht darum, irgendetwas zu tun, sondern um kreative Tätigkeiten, die sowohl emotional als auch intellektuell, sinnlich als auch willentlich wirken. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstbestimmung ist ein Glücksbringer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Jul 2023 01:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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					<description><![CDATA[Morgan Housel betont: „Selbstbestimmung über die eigene Zeit ist die größte Dividende überhaupt.“ Der größte Reichtum besteht darin, jeden Morgen aufzuwachen und sich zu sagen: „Ich kann heute tun, was ich möchte.“ Viele Menschen wollen immer reicher werden, weil sie glauben, das mache sich glücklicher. Aber Glück ist eine komplizierte Sache, weil jeder etwas anderes ... <a title="Selbstbestimmung ist ein Glücksbringer" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/morgan-housel-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstbestimmung ist ein Glücksbringer">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgan Housel betont: „Selbstbestimmung über die eigene Zeit ist die größte Dividende überhaupt.“ Der größte Reichtum besteht darin, jeden Morgen aufzuwachen und sich zu sagen: „Ich kann heute tun, was ich möchte.“ Viele Menschen wollen immer reicher werden, weil sie glauben, das mache sich glücklicher. Aber Glück ist eine komplizierte Sache, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Eines jedoch haben alle Definitionen von Glück gemein: Jeder möchte selbst über sein Leben bestimmen. Selbstbestimmung ist ein universaler Glücksbringer. Die Möglichkeit, zu tun, was man will und so lange man will, ist unschätzbar wertvoll. Sie ist die höchste Dividende, die Reichtum abwirft. Angus Campbell war Psychologieprofessor an der Universität Michigan. Ihn interessierte, was Menschen glücklich machte. Morgan Housel ist Partner bei der Risikokapitalgesellschaft The Collaborative Fund. <span id="more-4702"></span></p>
<p><strong>Selbstbestimmung sorgt für Zufriedenheit</strong></p>
<p>Sein 1981 veröffentlichte Buch „The Sense of Wellbeing in America“ beginnt mit der Beobachtung, dass Menschen allgemein glücklicher waren, als viele Psychologen angenommen hatten. Wobei einige offenkundig glücklicher waren als andere. Morgan Housel erläutert: „Dies lag nicht notwendigerweise an ihre Einkommen, Wohnort oder Bildungsstand, weil viele Menschen in mindestens einer der drei Kategorien weit oben lagen, aber trotzdem chronisch unglücklich waren.“ </p>
<p>Angus Campbell fasste den wichtigsten gemeinsamen Nenner des Glücks ganz knapp zusammen: „Das Bewusstsein, das eigene Leben selbst zu bestimmen, ist ein verlässlicher Prädiktor für positive Gefühle der Zufriedenheit als alle von uns untersuchten objektiven Lebensumstände.“ Glück ist mehr als die Höhe des Einkommens. Mehr als die Größe des eigenen Hauses. Mehr als das Ansehen, das ein Beruf genießt. Die Kontrolle darüber, was man macht, wann man es macht, mit wem man es macht, ist die Lifestyle-Variable, von der das menschliche Glück am stärksten abhängt. </p>
<p><strong>Geld ermöglicht einem Menschen die Kontrolle über seine Zeit</strong></p>
<p>Der größte intrinsische Wert des Geldes – das kann Morgan Housel gar nicht oft wiederholen – liegt in seiner Macht, einem Menschen die Kontrolle über die eigene Zeit zu geben. Jeder Euro, den man nicht ausgibt, verschafft einem ein winziges bisschen mehr Unabhängigkeit und Autonomie. Morgan Housel stellt fest: „Ein wenig Geld auf der Bank ermöglicht uns, auch mal einen Auftrag abzulehnen, wenn wir uns müde und ausgelaugt fühlen. Schon das ist Gold wert.“ </p>
<p>Ein bisschen mehr Vermögen erlaubt es einem Menschen, nach einer Entlassung ein wenig länger nach einem neuen Job zu suchen, statt den ersten besten zu nehmen. Dies kann das Leben verändern. Eine Notreserve für sechs Monate bedeutet, nicht vor dem Chef kuschen zu müssen. Denn man weiß in einem solchen Fall, dass selbst eine Kündigung keine Katastrophe bedeutet und man sich in Ruhe einen neuen Job suchen kann. Ein noch größeres Polster erlaubt es einem Menschen, eine schlechter bezahlte Stelle anzunehmen, bei der man sich die Zeit selbst einteilen kann. Quelle: „Über die Psychologie des Geldes“ von Morgan Housel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Gesellschaft beschneidet die Triebe</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Mar 2023 02:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max ... <a title="Die Gesellschaft beschneidet die Triebe" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-triebe-und-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gesellschaft beschneidet die Triebe">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, und später auch für Herbert Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte. Deshalb warf ihm Herbert Marcuse vor, an einer „idealistischen Moral“ festzuhalten. Er merkte an, Fromms Aufruf zu Produktivität, Liebe und Gesundheit evoziere eben genau die Möglichkeit, die Freud ausgeschlossen hatte: dass es nämlich eine Harmonie zwischen dem Selbst und der Gesellschaft geben könne. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-4366"></span></p>
<p><strong>Erich Fromm wirft Herbert Marcuse Nihilismus vor</strong></p>
<p>Erich Fromms Revisionismus verharmloste nach Herbert Marcuses Meinung Sigmund Freuds Lehre und ging so der kritischen Schärfe der freudschen radialen Sozialkritik verlustig. Fromms „Weg zur Gesundheit“ biete lediglich Linderungsmittel für „ein geschmeidiges Funktionieren der bestehenden Gesellschaft“. Fromm konterte, dass Marcuse, indem er die Möglichkeit kreativer Produktivität, von Glück und wahrer Liebe im Kapitalismus leugne, undialektisch denke und seinen Pessimismus bis in den Nihilismus hinein weitertreibe.</p>
<p>Stuart Jeffries erklärt: „Er meinte, es gebe im Kapitalismus begrenzte Möglichkeiten der Selbsttransformation, die im Lauf der Zeit das hervorbringen könnten, was er als einen sozialistischen Humanismus bezeichnete.“ Herbert Marcuse behauptete, ein solcher Weg zur Gesundheit existiere nicht. Vielmehr setzte Erich Fromms Hinweis die Vorstellung eines autonomen Individuums voraus, das fähig sei, sich den herrschenden Gesellschaftsstrukturen zu entziehen. </p>
<p><strong>Das Individuum ist „der psychologische Dorfladen“</strong></p>
<p>Sigmund Freud hingegen war es darum gegangen, und die Kritische Theorie folgte ihm darin, dass eine solche Figur ein Mythos ist. Dieser war im 19. Jahrhundert im Frühkapitalismus erfunden worden und hat sich mittlerweile zu einem kompletten Anachronismus entwickelt, einem Atavismus aus präfreudianischer Zeit. Wer diesen Mythos immer noch heraufbeschwor, bediente damit zwangsläufig die Interessen der herrschenden Gesellschaft, die Erich Fromm ja doch angeblich kritisieren wollte. </p>
<p>In der „Dialektik der Aufklärung“ vergleichen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer das Individuum mit einem Dorfladen, der durch einen Supermarkt überflüssig wurde. Das Individuum sei „der psychologische Dorfladen“, der sich aus den Beschränkungen der Feudalzeit als „eine dynamische Zelle ökonomischer Aktivität“ entwickelt habe. Die freudsche Psychoanalyse „repräsentierte das innerliche Kleinunternehmen, das sich auswuchs … zu einem komplexen dynamischen System des Bewussten und des Unbewussten: dem Es, dem Ich und dem Über-Ich“. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2023 02:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ... <a title="Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-sucht-und-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ob er selbst bei vergleichbarem Suchtdruck nicht auch gegen seinen Willen getrunken hätte. Das macht Therapeuten bescheiden. So kommt die Freiheit vor allem bei der Therapie mit ins Spiel. Unter dem Aspekt der Freiheit kann man sich durchaus fragen, was der Sinn einer psychischen Störung sein könnte. Jedenfalls ist die Perspektive der Freiheit für jede psychische Situation immer möglich. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-4233"></span></p>
<p><strong>Das Leben eines Menschen ist ein Kunstwerk</strong></p>
<p>Auch ist die Freiheit natürlich stets mehr oder weniger angemessen. Man kann das ganze Leben eines Menschen als Kunstwerk seiner selbst betrachten. Und das gilt nicht nur für große Künstler, sondern im Grunde für jeden Menschen. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt der Volksmund. Und diesmal hat er jedenfalls nicht ganz recht. Was frei entschieden wird, ist jedenfalls nie krank. Es ist gut oder böse, es ist sogar unglaublich gut und bestialisch böse. </p>
<p>Manfred Lütz stellt fest: „Und doch, es gibt keine Psychomethode, mit der man Gutes oder Böses vermehren oder vermindern kann, denn Gutes oder Böses zu tun, ist niemals krank. Psychische Krankheiten dagegen sind immer Einschränkungen der Freiheit eines Menschen, gut oder böse zu handeln.“ Durch die Symptome der Krankheit wird ein Patient mehr oder weniger daran gehindert, zu sagen und zu tun, was er selbst existenziell eigentlich sagen und tun will. </p>
<p><strong>In der humanen Psychiatrie sind Räume der Freiheit wichtig</strong></p>
<p>Die Perspektive der Freiheit ist die wichtigste von allen Perspektiven auf das Leben. In ihr trifft man sozusagen den Menschen selbst an und nicht bloß seine Krankheit. Immer ist hinter all den sich in den Vordergrund drängenden psychischen Störungen der einzelne Mensch als freies Wesen da, auch wenn man das mitunter bei sehr ausgeprägten psychischen Erkrankungen nur ahnen kann. Daher sind in der humanen Psychiatrie Räume der Freiheit wichtig. </p>
<p>Man darf nicht alles bloß unter therapeutischen Gesichtspunkt sehen. Manfred Lütz erläutert: „Die Patienten müssen auch mal tun und lassen können, was sie wollen. Sie sollen ohnehin so weit wie möglich in die Therapieplanung einbezogen werden.“ Es gibt nur wenige Studien darüber, auf welche Weise Ergotherapie, Kunsttherapie und Musiktherapie helfen. Sicher ist aber, dass sie dort wohl kaum eine therapeutische Wirkung entfalten können, wo sie nur als aufgezwungene Behandlung erlebt werden. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen können ihr Verhalten ändern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2022 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle diese Perspektiven, die biologische, die lebensgeschichtliche, die psychoanalytische, die soziologische und manche andere, versuchen, psychische Phänomene so zu deuten, als gäbe es die Freiheit des Menschen nicht. Manfred Lütz erklärt: „Nicht der freie Mensch, sondern die Moleküle, das Lebensschicksal, die frühe Kindheit, die Gesellschaft sind „schuld“. Solche Sichtweisen sind auch ganz in Ordnung, denn ... <a title="Menschen können ihr Verhalten ändern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-freiheit-des-menschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen können ihr Verhalten ändern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle diese Perspektiven, die biologische, die lebensgeschichtliche, die psychoanalytische, die soziologische und manche andere, versuchen, psychische Phänomene so zu deuten, als gäbe es die Freiheit des Menschen nicht. Manfred Lütz erklärt: „Nicht der freie Mensch, sondern die Moleküle, das Lebensschicksal, die frühe Kindheit, die Gesellschaft sind „schuld“. Solche Sichtweisen sind auch ganz in Ordnung, denn genau das erwartet man zu Recht von wissenschaftlichen Einsichten: dass sie Ursachen ermitteln, die das menschliche Verhalten bestimmen und voraussagbar machen.“ Wenn sie jedoch behaupten würden, damit alles über den Menschen zu sagen, wären sie nicht mehr seriös. Denn ein solcher Anspruch auf Totaldeutung wäre nicht Wissenschaft, sondern Ideologie. Wissenschaft kann die Freiheit des Menschen daher nicht ausschließen, aber sie kann sie auch nicht erfassen, denn dann wäre die Freiheit keine Freiheit mehr. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-4010"></span></p>
<p><strong>Freiheit ist der Grund der Würde jedes Menschen</strong></p>
<p>Freies Verhalten kann man definitionsgemäß nicht vorherbestimmen, sonst wäre es ja nicht frei. Manfred Lütz fügt hinzu: „In weiten Bereichen unseres Lebens ist unser Verhalten allerdings nicht wirklich frei.“ Menschen haben eine Menge Gewohnheiten, die sie von ihren Eltern, aus der Gesellschaft oder durch bestimmte Einflüsse im Laufe des Lebens übernommen haben. Für diese Verhaltensweisen entscheiden sie sich nicht in voller Freiheit jedes Mal neu, sondern sie sind in gewisser Weise zu Automatismen geworden. </p>
<p>Das macht Menschen für sich selbst und für andere berechenbar. Ursache und Wirkung solchen Verhaltens ist der wissenschaftlichen Forschung zugänglich. Manfred Lütz fügt hinzu: „Doch wir können diese Automatismen jederzeit außer Kraft setzen. Wir können uns absichtlich anders verhalten. Und genau das nennt man Freiheit.“ Diese Freiheit, die nach Überzeugung der Aufklärung der Grund der Würde jedes Menschen ist, ist ebenfalls eine Perspektive, unter der man psychische Phänomene sehen kann.</p>
<p><strong>Sucht ist eine Erkrankung der Wahlfreiheit</strong></p>
<p>Und zwar ebenso ausnahmslos alle Phänomene. Doch auch die Freiheit ist stets eine mehr oder weniger angemessene Sicht der Dinge. Bei einem Mann, der seine Frau schlägt, wird man an Freiheit und Verantwortung appellieren. Bei einer schicksalhaft einbrechenden Depression ist das in der Regel keine gute Idee. Sucht ist Unfreiheit. Aber nicht totale Unfreiheit. Sucht betrachtet man heute als Erkrankung der Wahlfreiheit. Der Süchtige hat keine Wahl. Er muss trinken.</p>
<p>Manfred Lütz erklärt: „Die Therapie versucht nun, dem Patienten wieder Wahlfreiheit zu ermöglichen. Doch um überhaupt Therapie mit Aussicht auf Erfolg machen zu können, muss man beim Patienten wenigstens einen Funken Freiheit annehmen.“ Denn sonst könnte sich der Patient ja gar nicht zur Therapie entscheiden und vor allem nicht dazu, dann mithilfe der Therapie sein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Da war eine allzu ideologisch dargebotene Suchttheorie mitunter misslich, sie Sucht als lebenslang unveränderbare Störung vorstellte. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen flüchten vor der Freiheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 01:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische ... <a title="Viele Menschen flüchten vor der Freiheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-erich-fromm.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen flüchten vor der Freiheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische Demokratien ebenfalls eine, wenn auch andere Form der Flucht vor der Freiheit bieten. Stuart Jeffries fügt hinzu: „In seinem 1955 veröffentlichten Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ führt er aus, dass der Frühkapitalismus eine hortende Orientierung aufgewiesen habe, wobei sowohl Besitztümer als auch Gefühle gehrtet worden seien.“ Im Nachkriegskapitalismus hingegen sei ein neuer Typus aufgetreten: der „Marketing-Charakter“. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3935"></span></p>
<p><strong>Der „produktive Charakter“ liebt und ist schöpferisch tätig</strong></p>
<p>An die Stelle einer rationalen oder irrationalen, aber offenen Autorität ist die anonyme Autorität der öffentlichen Meinung und des Marktes getreten. Das individuelle Gewissen wird durch das Bedürfnis, sich anzupassen und die Billigung der anderen zu finden, ersetzt. An die Stelle des Gefühls des Stolzes und der Herrschaft über die Welt ist ein ständig zunehmendes, wenngleich meist unbewusstes Gefühl der Ohnmacht getreten. Ein solcher Mensch sei nicht dazu in der Lage, jemanden wirklich gern zu haben. </p>
<p>Erich Fromm begründet seine Annahme wie folgt: „Nicht, weil er so egoistisch ist, sondern weil seine Beziehung zu anderen und zu sich selbst so dünn ist.“ Gegen den Marketing-Charakter grenzt Erich Fromm seinen idealen Typus ab, den „produktiven Charakter“, der liebt und schöpferisch tätig ist, und für den Sein wichtiger ist als Haben. Solche produktiven Charaktere werden in der Marktökonomie demotiviert. Faktisch stellen sie geradezu eine Bedrohung für den Markt dar. </p>
<p><strong>Zwischen dem Selbst und der Gesellschaft kann es keine Harmonie geben</strong></p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Vieles davon scheint mit Herbert Marcuses Diagnose durchaus übereinzustimmen; umso schwerer ist verständlich, warum Erich Fromm im Epilog von „Eros und Kultur“ so heftig angegriffen wird. Vor dem Hintergrund von Fromms positiven Verhältnis zum Marxismus ist es unwahrscheinlich, dass er die Psychoanalyse zu einer konformistischen Psychologie abgeändert hätte – doch genau das wirft Marcuse ihm vor.“ Der Epilog wurde in leicht modifizierter Form der Zeitschrift „Dissent“ zum Abdruck vorgelegt, wo er 1955 veröffentlicht wurde und einen erbitterten Streit auslöste. </p>
<p>Der Streit wurde in der Zeitschrift über mehrere Ausgaben hinweg ausgetragen. Die Wurzeln des Konflikts reichen allerdings bis in die 1930er Jahre zurück, als Erich Fromms zunehmende Abneigung gegen die freudsche Orthodoxie zu einem Konflikt zwischen ihm, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno führte, was 1939 Fromms Entlassung aus dem Institut zur Folge hatte. Damals stimmten Adorno und Horkheimer Sigmund Freuds These zu, dass es zwischen dem Selbst und der Gesellschaft keine Harmonie geben könne. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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