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	<title>Bewusstsein &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Vorstellung siegt immer gegen den Willen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jul 2024 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Sobald der Wille und die Vorstellung eines Menschen miteinander in Konflikt stehen, wird die Vorstellung immer gewinnen. Thorsten Havener behauptet: „Die Vorstellung ist wichtiger als der Wille. Immer.“ Daher ist der Satz „Du musst nur wollen“ in vielen Fällen nicht der richtige Rat. Viel eher müsste es heißen: „Du musst dir vorstellen können, dass es ... <a title="Die Vorstellung siegt immer gegen den Willen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/thorsten-havener-wille-versus-vorstellung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Vorstellung siegt immer gegen den Willen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sobald der Wille und die Vorstellung eines Menschen miteinander in Konflikt stehen, wird die Vorstellung immer gewinnen. Thorsten Havener behauptet: „Die Vorstellung ist wichtiger als der Wille. Immer.“ Daher ist der Satz „Du musst nur wollen“ in vielen Fällen nicht der richtige Rat. Viel eher müsste es heißen: „Du musst dir vorstellen können, dass es geht.“ Eine Suggestion, die Thorsten Havener oft einsetzt, um das zu verdeutlichen, besteht darin, dass er einen Zuschauer dazu bringt, seinen Namen zu vergessen. Nachdem die Suggestion eingesetzt hat, fragt er ihn, ob er sich denn überhaupt an seien Namen erinnern will. Das wird praktisch immer bejaht. Trotzdem kann er sich nicht erinnern. Warum? Weil Thorsten Haveners Suggestion ihn davon überzeugt, dass er es nicht mehr kann. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-5538"></span></p>
<p><strong>Emotionen haben eine unglaubliche Macht</strong></p>
<p>Der Glaube, dass alles eintritt, wie Thorsten Havener es ihm sagt, ist stärker, weil die Vorstellungskraft dem Willen überlegen ist. Thorsten Havener erläutert: „Jede Suggestion – also jede suggestive Idee, ob sie von uns kommt oder von jemand anderem – wird von unserem Unterbewusstsein akzeptiert und so ein Teil unseres Lebens.“ Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass die Suggestion das Bewusstsein eines Menschen passiert. Denn dort liegt die Vorstellungskraft.</p>
<p>Das Unterbewusstsein führt diese Vorstellung lediglich aus. Sobald die entsprechende Idee vom Unterbewusstsein akzeptiert wurde, folgt die Ausführung. Die Idee wird zur Realität. Thorsten Havener fügt hinzu: „Damit das passiert, kommt ein weiterer Faktor ins Spiel: unsere Emotionen. Die haben unglaubliche Macht. Denn je emotionaler eine Idee ist, desto stärker ist die Tendenz unseres Unterbewusstseins, sie zu akzeptieren. Deshalb haben Ideen und Gedanken, die unseren Interessen am nächsten liegen, auch die höchste Suggestivkraft.“ </p>
<p><strong>Emotional aufgeladene Ideen akzeptiert das Unterbewusstsein schneller</strong></p>
<p>Ideen und Gedanken, die im Zusammenhang stehen mit der Gesundheit eines Menschen, seinen Träumen, Lebenszielen und Reichtum sowie allem, was ihm am Herzen liegt, haben Kraft. Thorsten Havener ergänzt: „Und je stärker diese Ideen emotional aufgeladen sind, desto stärker ist ihre Kraft und desto schneller werden sie von unserem Unterbewusstsein akzeptiert.“ Deshalb geht man auch gerne Menschen auf den Leim, die im Internet tolle Sachen versprechen und die ihren Opfern einflüstern, dass sie sehr leiden werden, wenn sie das Angebot nicht annehmen.</p>
<p>Entscheidend für die Akzeptanz oder Rückweisung einer Suggestion ist weiter, welche gedankliche Verknüpfung man mit ihr herstellt. Thorsten Havener weiß: „Eine Idee, die mit unseren bereits vorhandenen Werten, Einstellungen und Glaubenssätzen im Einklang steht, wird also viel eher akzeptiert als ein Gedanke, den wir innerlich ablehnen. Ein guter Manipulator wird folglich genau darauf schauen, dass er seine Vorschläge so präsentiert, dass sie zunächst mit unseren Werten übereinstimmen.“ Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Bewusstsein ist nicht leicht zu erklären</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2024 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
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					<description><![CDATA[Was das menschliche Bewusstsein ist, ist wirklich nicht leicht zu erklären. Das bewusste Leben ist wie ein Live-Stream mit Spitzentechnik. Der Mensch ist als Hauptfigur mittendrin. Franca Cerutti ergänzt: „Während du dich in Echtzeit durch deinen Film bewegst, ploppen laufend kleine Einblendungen auf. Beispielsweise mit Assoziationen oder Erinnerungen aus deiner Vergangenheit, oder auch „Was wäre ... <a title="Das Bewusstsein ist nicht leicht zu erklären" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/franca-cerutti-bewusstsein.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Bewusstsein ist nicht leicht zu erklären">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was das menschliche Bewusstsein ist, ist wirklich nicht leicht zu erklären. Das bewusste Leben ist wie ein Live-Stream mit Spitzentechnik. Der Mensch ist als Hauptfigur mittendrin. Franca Cerutti ergänzt: „Während du dich in Echtzeit durch deinen Film bewegst, ploppen laufend kleine Einblendungen auf. Beispielsweise mit Assoziationen oder Erinnerungen aus deiner Vergangenheit, oder auch „Was wäre wenn“-Fensterchen mit alternativen Handlungssträngen.“ Ziemlich komplex, aber auch unterhaltsam. Gleichzeitig läuft parallel noch eine Spur, die einen Menschen Dinge empfinden lässt. Dazu zählen Berührungen, Geruch und Geschmack, Hunger, Durst und Müdigkeit, aber auch Emotionen. Dieser Film verfügt über sämtliche sinnliche Qualitäten. Franca Cerutti arbeitet in eigener Praxis am Niederrhein als Psychotherapeutin mit den Schwerpunkten Verhaltenstherapie und Coaching. Sie moderiert zwei Podcasts: „Split – Happens – Der Scheidungs-Guide“ und „Psychologie to go!“<span id="more-5358"></span></p>
<p><strong>Verschiedene Ich-Anteile geraten manchmal in einen Konflikt</strong></p>
<p>Und während man mitten im Geschehen ist, gibt es mehrere „Ich-Anteile“, die ebenfalls die Hauptrolle spielen wollen und sich manchmal nach vorn drücken, um auch ein paar Zeilen zu sagen. Franca Cerutti erklärt: „In solchen Momenten gerät die Handlung kurz ins Stocken, weil deine Anteile diskutieren und rangeln. Bestenfalls einigen sie sich, wem jetzt das Rampenlicht gebührt und wer die Situation am besten handeln kann. Schlimmstenfalls gewinnt einfach immer der stärkste Anteil – der aber nicht unbedingt die beste Wahl ist.</p>
<p>Ja, manchmal wird es unübersichtlich im Film des Lebens. Da ist ganz schön viel los in einem Menschen, in jedem einzelnen Moment. Die von Franca Cerutti geschilderten Vorgänge sind prinzipielle bewusstseinsfähig. Man bekommt sie also mit, wenn man seine Aufmerksamkeit darauf richtet. Und dann gibt es noch das, was der Volksmund Unterbewusstsein nennt. Franca Cerutti weiß: „Der Erfinder der Psychoanalyse Sigmund Freud hat den Begriff abgelehnt, weil er es verwirrend fand, geistigen Bewegungen ein „Unten“ und ein „Oben“ zuzuordnen.</p>
<p><strong>Im Unterbewussten geht viel mehr ab als im Bewusstsein</strong></p>
<p>Daher sprechen Profos lieber vom „Unbewussten“. Das bildet die Wahrheit auch besser ab. Moment! Die Wahrheit? Ist denn bewiesen, dass es das Unbewusste wirklich gibt? Hmm … ja. Kann man so sagen. Zunächst blickt Franca Cerutti zurück zum Livestream des Lebens. Wie jeder weiß, braucht es für jeden Film ein ganzes Team. Am Set sind viele Menschen, die für den Text, den Ton, die Kulissen, die Kleidung, die richtige Beleuchtung und die Regieanweisungen zuständig sind. </p>
<p>Irgendjemand muss ja Impulse und Anweisungen geben, das macht man als Hauptfigur nicht allein. Franca Cerutti erläutert: „Dieses riesige Team ist also da, in deinem Film aber nicht sichtbar. Sie alle sind dein Unbewusstes. Das Getümmel „hinter den Kulissen“ ist übrigens sehr viel größer als das, was man im Film sieht, so wie in deinem Unterbewusstsein auch viel mehr abgeht als in deinem Bewusstsein. In deinem unbewussten inneren Team tauchen immer mal wieder Konflikte auf. Und zwar auf allen Ebenen.“ Quelle: „Psychologie to go!“ von Franca Cerutti</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Priming ist eine Methode der Manipulation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jan 2023 02:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Priming werden Menschen wichtige Informationen in versteckter oder unterschwelliger Form vermittelt, um deren Verhalten zu beeinflussen. Als Vater des Primings gilt der Wissenschaftler John Bargh, dessen Buch „Vor dem Denken“ ein Klassiker ist. Thorsten Havener erklärt: „Bargh hat zum Beispiel nachgewiesen, dass Studienteilnehmer sich messbar langsamer bewegten, wenn sie zuvor mit Wörtern wie „alt“, ... <a title="Priming ist eine Methode der Manipulation" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/thorsten-havener-priming.html" aria-label="Mehr Informationen über Priming ist eine Methode der Manipulation">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Priming werden Menschen wichtige Informationen in versteckter oder unterschwelliger Form vermittelt, um deren Verhalten zu beeinflussen. Als Vater des Primings gilt der Wissenschaftler John Bargh, dessen Buch „Vor dem Denken“ ein Klassiker ist. Thorsten Havener erklärt: „Bargh hat zum Beispiel nachgewiesen, dass Studienteilnehmer sich messbar langsamer bewegten, wenn sie zuvor mit Wörtern wie „alt“, „runzlig“ oder auch „Rente“ konfrontiert wurden. Offensichtlich lässt uns allein der Gedanke ans Altern langsamer werden.“ Durch Priming wurde gezeigt, dass die Beurteilung von Ereignissen und die Wahrnehmung von unbewusst wahrgenommenen vorangehenden Erfahrungen beeinflusst werden können. Priming kann Menschen über all ihre Sinne erreichen. Auch Alltagserfahrungen können Menschen ganz unwillkürlich primen und damit stark beeinflussen. Bargh hat sogar bewiesen, dass Erfahrungen Menschen noch lange nach dem jeweiligen Ereignis beeinflussen, wenn sie sie schon lange vergessen haben und sie sich in völlig anderen Situationen befinden. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-4213"></span></p>
<p><strong>Priming ist sehr subtil und lenkt die Aufmerksamkeit</strong></p>
<p>Priming ist eine der stärksten Methoden der Einflussnahme und damit natürlich auch der Manipulation. So hat der Psychologe Dan Ariely, unter anderem Autor des Buches „Denken hilft zwar, nützt aber nichts“ wie folgt gesteuert. Er ließ amerikanische Probanden an die letzten beiden Ziffern ihrer Sozialversicherungsnummer denken. Danach sollten sie den Preis für ein Konsumgut schätzen. Diejenigen mit höheren Endziffern nannten höhere Preise als diejenigen mit niedrigen Endziffern. </p>
<p>Dabei hat die Nummer mit dem geschätzten Gut überhaupt nichts zu tun! Thorsten Havener stellt fest: „Priming ist sehr subtil und lenkt unsere Aufmerksamkeit.“ Ebenso gilt: Die innere Haltung führt zur äußeren Handlung. Priming heißt, dass man Dinge im Zusammenhang bewertet, die aber gar nicht unbedingt im Zusammenhang stehen. ES ist ein Beispiel für Kahnemans „schnelles Denken“. Das Perfide dabei ist, dass Priming sich komplett dem Bewusstsein entzieht und rein intuitiv abläuft.</p>
<p><strong>Priming entzieht sich dem Bewusstsein</strong></p>
<p>Thorsten Havener weiß: „Es hat zur Folge, dass wir nicht mehr neutral sind, sondern die Welt voreingenommen betrachten. Dabei bezieht Priming unsere bestehenden Meinungen und Tendenzen mit ein.“ Menschen sind sich dieser Tendenzen unter Umständen überhaupt nicht bewusst und sie müssen auch nicht der Realität entsprechen. Es reicht, wenn man sie für die Realität hält. Da Priming sich dem Bewusstsein entzieht, hat man es nicht unter Kontrolle. Damit ist es ein sehr starkes Mittel zur Manipulation. </p>
<p>Wenn man die Stimme eines Politikers nicht mag, dann unterschätzt man vermutlich seine politischen Fähigkeiten. Thorsten Havener erläutert: „Diesen Effekt bezeichnet man in der Psychologie als den Halo-Effekt oder auch „überzogene emotionale Kohärenz“. Das heißt: Wir nutzen ein paar positive oder negative Eindrücke, um unser Gegenüber grundlegend zu bewerten.“ Dabei spielt nicht nur die Anzahl an Merkmalen, sondern auch die Reihenfolge der Merkmale eine Rolle. Quelle: „Mach doch, was sich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Bewusstsein braucht das Nervensystem</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/antonio-damasio-gehirne-und-koerper.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2022 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Nervensystem]]></category>
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					<description><![CDATA[Jede Theorie, die das Vorhandensein von Geist und Bewusstsein erklären will, dabei aber das Nervensystem umgeht, ist zum Scheitern verurteilt. Antonio Damasio erklärt: „Das Nervensystem leistet den entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung von Geist, Bewusstsein und den von beidem ermöglichten kreativen Überlegungen.“ Aber jede Theorie, die sich ausschließlich auf das Nervensystem beruft, um Geist und Bewusstsein ... <a title="Das Bewusstsein braucht das Nervensystem" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/antonio-damasio-gehirne-und-koerper.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Bewusstsein braucht das Nervensystem">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Theorie, die das Vorhandensein von Geist und Bewusstsein erklären will, dabei aber das Nervensystem umgeht, ist zum Scheitern verurteilt. Antonio Damasio erklärt: „Das Nervensystem leistet den entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung von Geist, Bewusstsein und den von beidem ermöglichten kreativen Überlegungen.“ Aber jede Theorie, die sich ausschließlich auf das Nervensystem beruft, um Geist und Bewusstsein zu erklären, muss ebenfalls scheitern. Das gilt heute leider für die meisten Theorien. Die hoffnungslosen Versuche, Bewusstsein ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Nerventätigkeit zu erklären, sind zum Teil eine Ursache für die Vorstellung, das Bewusstsein sei ein unerklärliches Geheimnis. Zwar stimmt es, dass Bewusstsein, wie die Wissenschaft es kennt, in vollem Umfang nur in Lebewesen entsteht, die mit einem Nervensystem ausgestattet sind. Antonio Damasio ist Dornsife Professor für Neurologie, Psychologie und Philosophie und Direktor des Brain and Creativity Institute an der University of Southern California. <span id="more-3685"></span></p>
<p><strong>Gefühle können sich nur dank eines Nervensystems entwickeln</strong></p>
<p>Etwas anderes stimmt aber auch: Bewusstsein erfordert eine Fülle von Wechselwirkungen zwischen dem zentralen Teil dieses Systems – dem eigentlichen Gehirn – und verschiedenen nicht zum Nervensystem gehörenden Teilen des Körpers. Der Körper bringt in die Ehe mit dem Nervensystem seine grundlegende biologische Intelligenz ein. Nämlich jene nichtexplizite Fähigkeit, die über das Leben bestimmt, indem sie die Erfordernisse der Homöostase erfüllt und ihren Ausdruck letztlich in der Form von Gefühlen findet. </p>
<p>Antonio Damasio betont: „Die Tatsache, dass Gefühl sich nur dank eines Nervensystems vollständig verwirklichen kann, ändert nichts an dieser grundlegenden Tatsache.“ Das Nervensystem steuert zu der Ehe mit dem Körper die Möglichkeit bei, Kenntnisse explizit zu machen. Dazu konstruiert es die räumlichen Muster, die Bilder darstellen. Nervensysteme tragen auch dazu bei, dem Gedächtnis die Kenntnisse zu vermitteln, die in Bildern repräsentiert sind. Damit öffnet es den Weg für die Form der Bildmanipulation, die Reflexion, Planung, vernünftiges Überlegen und letztlich die Erzeugung von Symbolen sowie die Schaffung neuer Reaktionen, Artefakte und Ideen möglich macht. </p>
<p><strong>Nervensysteme waren nichts Primäres</strong></p>
<p>Die Ehe von Körper und Gehirn legt sogar einige geheime Kenntnisse der Biologie offen, oder mit anderen Worten: die Reime und Rhythmen intelligenten Lebens. Nervensysteme erschienen in der Geschichte des Lebendigen erst spät auf der Bildfläche. Sie waren nichts Primäres, sondern tauchten auf, um dem Leben zu dienen, um Leben auch dann noch möglich zu machen, als die Komplexität der Lebewesen ein hohes Maß an Funktionskoordination erforderte. Und ja, Nervensysteme trugen dazu bei, bemerkenswerte Phänomene und Funktionen zu erzeugen, die es vor ihrer Entstehung nicht gab. </p>
<p>Antonio Damasio nennt Erscheinungen wie Gefühle, Geist, Bewusstsein, explizites Überlegen, eine verbale Sprache und Mathematik. Die neuronalen Neuerungen bewirkten zudem, dass die Regulation der Homöostase optimiert wurde und das Leben mit größerer Sicherheit aufrechterhalten werden konnte. Genau das erreichen die Nervensysteme, indem sie das hohe Maß an Funktionskoordination bereitstellen, das komplexe, vielzellige Organismen mit vielen Organen brauchen. Komplexe, vielzellige Lebewesen mit differenzierten Systemen – Hormon-, Atmungs-, Verdauungs-, Immun- und Fortpflanzungssystem – wurden durch die Nervensysteme gerettet. Quelle: „Wie wir denken, wie wir fühlen“ von Antonio Damasio </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch verfügt über sechs primäre Sinne</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-verfuegt-ueber-sechs-primaere-sinne.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2022 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, in der Gegenwart, ist die mühevolle psychophysische Entwicklung des Menschen endlich abgeschlossen. Kevin Dutton stellt fest: „Wir Menschensind nun mit mindestens sechs primären Sinnen, ja wahrscheinlich noch erheblich mehr, ausgestattet.“ Fünf von ihnen – Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken und Hören – dienen dazu, Vorgänge in der Außenwelt wahrzunehmen. Der sechste, die Propriozeption – Tiefensensibilität ... <a title="Der Mensch verfügt über sechs primäre Sinne" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-verfuegt-ueber-sechs-primaere-sinne.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch verfügt über sechs primäre Sinne">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, in der Gegenwart, ist die mühevolle psychophysische Entwicklung des Menschen endlich abgeschlossen. Kevin Dutton stellt fest: „Wir Menschensind nun mit mindestens sechs primären Sinnen, ja wahrscheinlich noch erheblich mehr, ausgestattet.“ Fünf von ihnen – Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken und Hören – dienen dazu, Vorgänge in der Außenwelt wahrzunehmen. Der sechste, die Propriozeption – Tiefensensibilität –, hat den Zweck, ein stabiles inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Und zwar durch einen konstanten Strom koordinierter neutraler Informationen zu Körperbewegung und -lage. Von diesen sechs grundlegenden Sinnen ist das Sehen – das für 70 Prozent des sensorischen Inputs verantwortlich ist – der bei Weitem dominanteste. Und das aus gutem Grund. Im Laufe der Evolutionsgeschichte war eine genaue Vorstellung von der Größe, Form und Bewegung anderer Lebewesen entscheidend für das Überleben der Menschen. Kevin Dutton ist Forschungspsychologe an der University of Oxford und Mitglied der British Psychological Society. <span id="more-3463"></span></p>
<p><strong>Plötzlich dachte man in Grautönen</strong></p>
<p>Hell und Dunkel. Schwarz und Weiß. Dreieinhalb Milliarden Jahre. Bei genauer Überlegung: nicht übermäßig viele Änderungen. Dann aber änderte sich tatsächlich alles. Fast über Nacht, wenn man den paläontologischen Zeitmaßstab heranzieht. Kevin Dutton betont: „Mit dem Auftauchen von Bewusstsein, von Sprache und Kultur kam Bewegung in die Sache.“ Plötzlich waren Schwarz und Weiß – Hell und Dunkel – Schnee von gestern. Und Grau war die Farbe, in der man dachte. Der Dimmer, ein wichtiges neurophysiologisches Werkzeug, wurde unverzichtbar.</p>
<p>Doch es gab ein Problem. Ein großes. Es gab keine Dimmer. Diese Dinger existierten einfach nicht. Sie hätten die nächste große Nummer sein können. Hätten das neue „Kampf oder Flucht“ sein können. Doch der Markt hatte sich so blitzschnell verändert, dass es den Eierköpfen der natürlichen Auslese nicht gelungen war, sie herzustellen. Sie waren nicht in Produktion gegangen und sind es noch immer nicht. Wodurch die Menschen in einer etwas misslichen Lage stecken.</p>
<p><strong>Das Gehirn ist zu schnell zu groß geworden</strong></p>
<p>In einem grauen Flüsschen mit ganz primitiven Schwarz-Weiß-Paddeln. Kevin Dutton erklärt: „Wir klassifizieren, wir etikettieren und wir ordnen ein, nur um dann irrationale, suboptimale Entscheidungen zu treffen, weil unsere Gehirne zu schnell zu groß geworden sind.“ Weil sie zu früh und zu schnell zu clever geworden sind. Die Menschen kategorisieren, statt abzustufen. Sie polarisieren, statt zu integrieren. Und sie überspitzen und karikieren Unterschiede, statt Ähnlichkeiten zu betonen und hervorzuheben.</p>
<p>Als Beispiel wählt Kevin Dutton Wein. Die meisten Menschen wären bei einer Blindverkostung vermutlich in der Lage, einen Rotwein von einem Weißwein zu unterscheiden. Und mancher vielleicht einen Cabernet Sauvignon von einem Pinot Noir. Doch zwei exklusive, anspruchsvolle, komplexe Bordeauxsorten wohl eher nicht. Beunruhigender ist natürlich die Blindheit der Menschen ihre Blindheit gegenüber Unterschieden zwischen ihren Mitmenschen. Quelle: „Schwarz. Weiß. Denken!“ von Kevin Dutton</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nur der Mensch reflektiert über das Ich</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/nur-der-mensch-kann-ueber-das-ich-reflektieren.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 02:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphone]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Psychologie bezeichnet mit dem Begriff Persönlichkeit die Gesamtheit der Eigenschaften eines individuellen Menschen. Dazu gehört sein Ordnungssystem, das aus Denkmustern, Wissen und Können aufgebaut ist. Holger Volland ergänzt: „Bei uns Menschen entwickelt sich die Persönlichkeit im Laufe eines Lebens durch Wahrnehmung, Fehler machen, Neues lernen, Fähigkeiten entwickeln et cetera stetig weiter – sie wird ... <a title="Nur der Mensch reflektiert über das Ich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/nur-der-mensch-kann-ueber-das-ich-reflektieren.html" aria-label="Mehr Informationen über Nur der Mensch reflektiert über das Ich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psychologie bezeichnet mit dem Begriff Persönlichkeit die Gesamtheit der Eigenschaften eines individuellen Menschen. Dazu gehört sein Ordnungssystem, das aus Denkmustern, Wissen und Können aufgebaut ist. Holger Volland ergänzt: „Bei uns Menschen entwickelt sich die Persönlichkeit im Laufe eines Lebens durch Wahrnehmung, Fehler machen, Neues lernen, Fähigkeiten entwickeln et cetera stetig weiter – sie wird von unserem Leben geformt.“ Antonio Damasio, ein Neurowissenschaftler, definiert Bewusstsein als „Geisteszustand, in dem man Kenntnis von der eigenen Existenz und der Existenz der Umwelt hat“. Das Bewusstsein für das persönliche Ich entsteht demnach durch den dauernden Abgleich der individuellen Situation mit dem gespeicherten Wissen und einer daraus folgenden Bewertung. Der Informationswissenschaftler Holger Volland lehrte an der Hochschule Wismar Gestaltung und kuratierte große Ausstellungen der Gegenwartskunst in Argentinien und Deutschland. <span id="more-2533"></span></p>
<p><strong>Smartphones übernehmen immer mehr Funktionen</strong></p>
<p>Die Fähigkeit der Reflexion über das Ich begründet damit seine Existenz. Mit der Entwicklung von Künstlichen Intelligenzen, die über ein solches Ich-Bewusstsein verfügen, würde unweigerlich eine Art „Superintelligenz“ entstehen, die sich selbst in einen Vergleich zu anderen Wesen wie den Menschen setzen würde. Ein geistig derart überlegenes Wesen, das Kriterien einer Superintelligenz erfüllt, ist nach heutigen Erkenntnissen nicht existent. Allerdings gibt es etliche Wissenschaftler, die heute schon vor entsprechenden Entwicklungen warnen.</p>
<p>Holger Volland stellt fest: „Doch egal, ob sie ein eigenes Bewusstsein besitzen oder nicht, wir werden die Maschinen in unserem Leben entweder wie intelligente Wesen behandeln oder sogar wie einen Teil von uns.“ Manche Menschen betrachten ja sogar Mobiltelefone mittlerweile als einen eigenen Körperteil und verspüren Trennungsgefühle, wenn sich das Gerät nicht in der Nähe befindet. Und tatsächlich übernehmen Smartphones immer mehr Funktionen.</p>
<p><strong>Viele Menschen nutzen das Smartphone als Co-Gedächtnis</strong></p>
<p>Die beiden Philosophen Andy Clark und David Chalmers beschrieben schon vor zwanzig Jahren, dass sich die Geisteszustände eines Menschen ebenso wie seine Erinnerungen nicht mehr nur in seinem Kopf befinden. Viele Menschen benutzen Mobiltelefone als Co-Gedächtnis und ausgelagerten Teil ihres Gehirns. Sie vertrauen ihnen ihre größten Geheimnisse an. Ein Großteil des eigenen Wissens über Kontakte, Termine und vergangene Erlebnisse kann über diese Geräte abgerufen werden.</p>
<p>Viele Menschen sind deshalb unvollständig und nicht mehr ganz funktionsfähig, wenn das Smartphone nicht da ist. Das erklärt auch, wieso so viele Menschen Angst davor haben, ohne ihr Telefon zu sein. Eine Studie der Ludwig-Maximilians Universität in München zeigt, dass viele Menschen eine emotionale Beziehung zu ihrem mobilen Begleiter eingegangen sind. Ohne ihn fühlen sich 27 Prozent frustriert, 26 Prozent verlassen und 16 Prozent gar traurig. Rund ein Viertel heutiger junger Erwachsener schaut mehr als hundertmal pro Tag auf das Gerät. Quelle: „Die kreative Macht der Maschinen“ von Holger Volland</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Vieles ist dem Geist verborgen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 02:00:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn Menschen das Gewicht vom äußeren auf den inneren Bereich des Bewusstseins verlagern, versinken sie in sich selbst. Und indem sie in sich selbst versinken, versinken sie auch in der Vergangenheit. David Gelernter erläutert: „Unser subjektives Ich ist ein Subjekt. Dieses befindet sich in der Zeit wie eine Straße oder ein Baum im Raum. Das ... <a title="Vieles ist dem Geist verborgen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html" aria-label="Mehr Informationen über Vieles ist dem Geist verborgen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen das Gewicht vom äußeren auf den inneren Bereich des Bewusstseins verlagern, versinken sie in sich selbst. Und indem sie in sich selbst versinken, versinken sie auch in der Vergangenheit. David Gelernter erläutert: „Unser subjektives Ich ist ein Subjekt. Dieses befindet sich in der Zeit wie eine Straße oder ein Baum im Raum. Das Leben eines Menschen ist eine Art Dorf in der Zeit. Dazu gehören tausend kleine in die Zeitlandschaft gesprenkelten Gebäude, von denen die meisten in der frühen Kindheit entstanden.“ Jedes Leben enthält Augenblicke, die dem menschlichen Geist verborgen sind. Die meisten von ihnen bekommt man nie zu Gesicht, aber manchen begegnet man noch einmal. Man ruft die Erinnerungen manchmal nicht nur ab, sondern bewohnt sie noch einmal. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2510"></span></p>
<p><strong>Vor dem Traum tritt der Mensch in alte Erinnerungen ein</strong></p>
<p>Die gespenstige Fähigkeit, noch einmal in Erinnerungen aus vergangenen Zeiten einzutreten und sie nicht nur zu kennen, sondern auch noch einmal zu erleben, ist ein bestimmendes Merkmal der geistigen Realität. Solche Augenblicke vergangener Zeiten werden in einem Menschen hinter verschlossenen Türen auf ewig bewahrt. Wenn ein Mensch tief genug taucht, kann er die Türen finden. Dann kann er das Schloss öffnen und noch einmal in die unverhüllte Vergangenheit eintreten. Genau wie er sie beim ersten Mal erlebt hat.</p>
<p>Wenn sich ein Mensch dem Schlaf nähert, durchläuft sein Geist eine Reihe seltsamer Zustände, an die er sich fast nie erinnert. Jenseits der Schwelle zur Halluzination, halluziniert man, als würde man träumen. Aber die Entstellungen des tatsächlichen Träumens haben noch nicht begonnen. Man tritt in alte Erinnerungen ein, wie sie wirklich angelegt sind, und nicht in ihre veränderte Traumform. David Gelernter erklärt: „Insgeheim wurden wir dabei in der Zeit zurück bis zu Situationen geleitet von denen wir glaubten, sie seien für immer vergangen.“</p>
<p><strong>In den Träumen kehrt die Vergangenheit zurück</strong></p>
<p>Im Schlaf wechselt der Mensch von der äußeren in die innere Realität. Eine Studie über den zeitlichen Bezug von Träumen aus dem Jahr 1965 von Paul Verdone kommt zu folgendem Ergebnis: „In den ersten 3,5 Stunden der Schlafperiode bezogen sich die Traumberichte auf Elemente, die in der Realität während der letzten Woche aufgetreten waren; in den nächsten 4 Stunden bewegte sich der zeitliche Bezug zurück zu immer entfernteren Ereignissen …, bis sich nach ungefähr 7,5 Stunden der Schlafperiode der zeitliche Bezug wieder in Richtung kürzer zurückliegender Ereignisse umkehrt.</p>
<p>In den Gedanken beim Einschlafen und in den Träumen kehrt die Vergangenheit zurück. Dort befindet man sich wieder in der Gegenwart von Menschen, die man liebt und die nicht mehr da sind – oder zwischen Menschen oder an Orten, die zentrale Bestandteile der Kindheit waren. Man durchlebt diese Erfahrungen, und doch sind sie einem nicht zugestoßen, weil man sich nicht an sie erinnert. Aber wiederholte Erlebnisse dieser Art können das Ich auf andere Weise verändern: Sie können die eigene Persönlichkeit durch direkten Druck belasten, oder sie hinterlassen in einem Menschen das unheimliche Gefühl, dass unmittelbar hinter dem Horizont etwas Wichtiges geschehen ist. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Bewusstsein und Gedächtnis bilden den Geist</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2021 07:03:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtis]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Unterbewusstsein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der bewusste Geist und das Gedächtnis haben jeweils eigene Funktionen, aber für die Funktionsfähigkeit des Ganzen ist entscheidend, wie sie zusammenwirken. Wenn ein Mensch denkt, taucht er immerzu in Erinnerungen hinab. David Gelernter erläutert: „Rückgriffe auf das Gedächtnis sind ein Teil des Denkens.“ Zwischen Wahrnehmung und Erinnerungsvermögen findet ein ständiger Austausch statt. Aber wie funktioniert ... <a title="Bewusstsein und Gedächtnis bilden den Geist" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bewusstsein-und-gedaechtnis-bilden-den-geist.html" aria-label="Mehr Informationen über Bewusstsein und Gedächtnis bilden den Geist">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der bewusste Geist und das Gedächtnis haben jeweils eigene Funktionen, aber für die Funktionsfähigkeit des Ganzen ist entscheidend, wie sie zusammenwirken. Wenn ein Mensch denkt, taucht er immerzu in Erinnerungen hinab. David Gelernter erläutert: „Rückgriffe auf das Gedächtnis sind ein Teil des Denkens.“ Zwischen Wahrnehmung und Erinnerungsvermögen findet ein ständiger Austausch statt. Aber wie funktioniert das Erinnern? Ein äußeres Ereignis oder ein Gedanke kann als Stichwort für eine Erinnerung dienen und dafür sorgen, dass man sich erinnert. Freie Assoziationen können oberflächlich sein oder tief gehen. Häufig führt die flache Variante zu etwas tiefer Liegendem. Durch oberflächliche Gedankenstreifzüge können oft tiefergehende freie Assoziationen entstehen, ja sogar manchmal ein Denken in Themenkreisen. Bei solche tiefergehenden Assoziationen führt eine Erinnerung als Ganzes zur nächsten. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2479"></span></p>
<p><strong>Das Gedächtnis wird auch das Unterbewusste genannt</strong></p>
<p>Denken in Themenkreisen ist also eine Abfolge miteinander verbundenen Erinnerungen. Es tritt immer ein, wenn der bewusste Geist seinen Griff gelockert hat und das Gedächtnis seinen eigenen Weg gehen lässt. Ansonsten handelt der bewusste Geist – dies ist nicht die Domäne des Seins, sondern des Tuns. Wie entscheidet ein Mensch, was seiner Aufmerksamkeit bedarf? In der Regel befolgt er einfach eine Routine. Plötzlich lässt ein drängendes Problem einen Menschen plötzlich innehalten, und die Gefühle machen sich bemerkbar.</p>
<p>Häufig aber trifft man Entscheidungen ganz locker: Was zuerst auftaucht, bekommt als Erstes die Aufmerksamkeit. In der Regel bemerkt man selbst kaum, dass man Entscheidungen trifft. Der Geist besteht aus Bewusstsein, das sich aus Denken und Fühlen zusammensetzt und dem Gedächtnis, das auch das Unterbewusste genannt wird. Die Vernunft ist in der Regel der beste Weg, um Probleme zu lösen, mit denen man nicht vertraut ist, oder um sich für die richtige Reaktion zu entscheiden. Bevor man sich aber an das vernünftige Nachdenken macht, stellt man eine Routineprüfung an.</p>
<p><strong>Abstraktion führt zu Prägnanz</strong></p>
<p>Findet man keine Lösung, ohne nachzudenken, wird man seine Probleme und Pläne rational durchdenken. Rational bedeutet logisch und systematisch und, soweit möglich, abstrahierend. David Gelernter erklärt: „Mit anderen Worten: Wir verlieren uns nicht in unbedeutenden Details, sondern kommen geradewegs zur Sache, geradewegs zum Kern der Angelegenheit.“ Abstraktion führt zu Prägnanz. Abstraktion bedeutet, dass man Details und Sonderfälle übergeht. Eine hohe analytische Intelligenz, ein hoher Intelligenzquotient verleiht einem Menschen Schnelligkeit.</p>
<p>Schnell sind solche Menschen, weil sie souverän Abstraktionen erstellen und auf höchstem Niveau anwenden – sie nutzen diejenige Abstraktion, die ihnen vielversprechend erscheint. Abstraktion ist der Vorgang, der den rationalen Geist definiert. Beim rationalen Denken ist man wie bei allen Denkvorgängen auf die ständige Abfrage des Gedächtnisses angewiesen. David Gelernter betont: „Rückgriffe auf die Erinnerung sind für alle Formen des Denkens gewissermaßen die Luft zum Atmen.“ Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch hat einen freien Willen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 07:40:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbststeuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Wille]]></category>
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					<description><![CDATA[Biologische Systeme, also Lebewesen, unterziehen alle von außen und aus dem eigenen Inneren eintreffenden Reize einem Prozess der Verarbeitung und Bewertung. Erst danach reagieren sie mit einem Verhalten, einem als Selbstorganisation bezeichneten Vorgang. Joachim Bauer ergänzt: „Ein bewusst handelnder Akteur ist dafür nicht erforderlich. Akteur ist das biologische System als Ganzes. Im Falle des Menschen ... <a title="Der Mensch hat einen freien Willen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-hat-einen-freien-willen.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch hat einen freien Willen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Biologische Systeme, also Lebewesen, unterziehen alle von außen und aus dem eigenen Inneren eintreffenden Reize einem Prozess der Verarbeitung und Bewertung. Erst danach reagieren sie mit einem Verhalten, einem als Selbstorganisation bezeichneten Vorgang. Joachim Bauer ergänzt: „Ein bewusst handelnder Akteur ist dafür nicht erforderlich. Akteur ist das biologische System als Ganzes. Im Falle des Menschen spielt sich ein Teil der biologischen Selbstorganisation auf einer Bühne ab, die wir Bewusstsein nennen.“ Im Bewusstsein können sowohl von innen, vom eigenen Körper her, als auch von außen eintreffende Reize Gegenstand der persönlichen Reflexion werden. Das menschliche Bewusstsein verfügt über die Fähigkeit, in einer gegebenen Situation unterschiedliche Optionen des Verhaltens zu entwerfen. Zudem über das Können, ihre jeweiligen Folgen zu antizipieren und sie gegeneinander abzuwägen. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut Joachim Bauer lehrt an der Universität Freiburg. <span id="more-2446"></span></p>
<p><strong>Ein Kleinkind braucht liebevolle Zuwendung</strong></p>
<p>Die dadurch entstehenden Freiheitsgrade des Verhaltens sind das, was Joachim Bauer als freien Willen bezeichnet. Die neurobiologische Grundlage der Fähigkeit des Menschen zur Selbststeuerung sind im Stirnhirn, im Präfrontalen Cortex lokalisierte neuronalen Netzwerke. Joachim Bauer erläutert: „Deren regelrechte Entwicklung erfordert in den ersten beiden Lebensjahren eine liebevolle dyadische Zuwendung zum Kind. Sie sind die Voraussetzung für die sich daran anschließende Entwicklung des kindlichen Selbst. Dieses ist in Netzwerken des Präfrontalen Cortex repräsentiert.“</p>
<p>Dort verortet ist auch das neuronale Korrelat einer Repräsentanz des Du, also bedeutsamer anderer Menschen. Beide Netzwerke sind eng miteinander verbunden. Sie erzeugen eine Koppelung ihrer Repräsentanzen, also zwischen Ich und Du. Joachim Bauer weiß: „Diese Koppelung ist eine Art neuronaler Einlasspforte für die überaus starken Effekte, die Handlungen und Worte bedeutsamer anderer Menschen auf das psychische Befinden der eigenen Person haben können.“ Mit Beginn des dritten Lebensjahres stehen die oberen, dorsalen Teile des Präfrontalen Cortex zur Reifung an.</p>
<p><strong>Die Evolution befähigt den Menschen zur Selbststeuerung</strong></p>
<p>Die dort verorteten Netzwerke sind das neuronale Korrelat der Selbstkontrolle. Also der sich im Kind jetzt langsam entwickelnden Fähigkeit, eigene Impulse zurückzuhalten oder zu bremsen. Joachim Bauer erklärt: „Die Reifung der Selbstkontrolle und ihrer neuronalen Korrelate kann nur gelingen, wenn Kinder ab Beginn des dritten Lebensjahres von Bezugspersonen liebevoll, aber auch konsequent und begleitet von entsprechenden Erklärungen zur Selbstkontrolle angehalten werden.“ Ein zentraler Aspekt dieser Erklärungen ist, das Kind immer wieder zum Wechsel der Perspektive zu veranlassen. Dadurch macht man ihm deutlich, wie sein Verhalten aus der Sicht anderer wahrgenommen wird.</p>
<p>Der tiefe Sinn der Selbstkontrolle liegt nicht in einem gegen die Bedürfnisse der eigenen Person gerichteten Kampf. Sondern er liegt in der Bewahrung sozialer Verbundenheit und in optimierter Selbstfürsorge. Seine im Vergleich zu allen anderen Spezies überragende Fähigkeit zur Selbststeuerung verdankt der Mensch der Evolution. Selbstkontrolle und Selbststeuerung sind keine gegen die angeblich wahre Natur des Menschen gerichteten widernatürlichen Konstrukte, sondern Teil der menschlichen biologischen Bestimmung. Quelle: „Selbststeuerung“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 07:07:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Selektion]]></category>
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					<description><![CDATA[Psychologen und Neurowissenschaftler unterscheiden Aufmerksamkeit und Bewusstsein zwar schon seit über 100 Jahren, doch besonders in den letzten 30 Jahren hat die Forschung stark angezogen. Philosophen waren allerdings zunächst nur vom phänomenalen Bewusstsein in den Bann geschlagen, das sie als das größte Rätsel der Menschheit ansehen. Phillip Hübl ergänzt: „Die Aufmerksamkeit, die kleine Schwester des ... <a title="Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-aufmerksamkeit-dient-vor-allem-der-selektion.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Psychologen und Neurowissenschaftler unterscheiden Aufmerksamkeit und Bewusstsein zwar schon seit über 100 Jahren, doch besonders in den letzten 30 Jahren hat die Forschung stark angezogen. Philosophen waren allerdings zunächst nur vom phänomenalen Bewusstsein in den Bann geschlagen, das sie als das größte Rätsel der Menschheit ansehen. Phillip Hübl ergänzt: „Die Aufmerksamkeit, die kleine Schwester des Bewusstseins, hat ihren Durchbruch erst kürzlich geschafft.“ Neben „Konzentration“ kennt man noch andere mit „Aufmerksamkeit“ verwandte Begriffe wie „Wachsamkeit“, „Fokus“, „Sorgfalt“ oder „Geistesgegenwart“. Auch wenn sie sich sicherlich in Nuancen unterscheiden, kann man Aufmerksamkeit als das Kernstück dieser Phänomene betrachten. Angesichts der Fülle von Phänomenen hat sich unter Fachleuten der Verdacht breitgemacht, dass Aufmerksamkeit keine einheitliche Erscheinung sei. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2424"></span></p>
<p><strong>Die Aufmerksamkeit ist in ihrer Kapazität beschränkt</strong></p>
<p>Philipp Hübl geht allerdings davon aus, dass es zumindest ein Kernphänomen der Aufmerksamkeit gibt. Vor allem ist die Funktion der Aufmerksamkeit eine Form der Selektion. Außerdem verändert die Aufmerksamkeit das Bewusstseinsfeld, indem es Reize intensiviert, verbindet oder neu sortiert. Schließlich ist die Aufmerksamkeit in ihrer Kapazität beschränkt. Ein Tier lebt immer nur im Moment und kann seine Eindrücke nicht weiterverarbeiten oder gar in Worte fassen. Der Mensch hingegen hat diese Fähigkeit, und zwar, weil sein Arbeitsspeicher ihm dabei hilft.</p>
<p>Er ist eines von mehreren Systemen des Kurzzeitgedächtnisses, zu denen ein sensorischer Speicher und ein fragiler visueller Arbeitsspeicher gehört. Philipp Hübl erklärt: „Der menschliche Arbeitsspeicher ist wie bei einem Computer beschränkt, denn es können nur wenige Informationseinheiten auf einmal hineingelangen, die dann auch nur für wenige Sekunden Bestand haben.“ Ein Mensch kann zum Beispiel auch nur wenige Wörter am Stück erfassen, und zwar auch nur dann, wenn er sie als mentale Einheiten verarbeitet und nicht als Folgen von Buchstaben.</p>
<p><strong>Das Langzeitgedächtnis hat zwei Wächter</strong></p>
<p>Offenbar kommen Einheiten im Arbeitsspeicher im sensorischen Format an und werden dann kategorisiert, also in ein anderes, abstrakteres Format umgewandelt, beispielsweise formen sich Laute in abstrakte Wortbedeutungen um. So können diese Einheiten dann an andere Systeme im Geist weitergereicht werden, beispielsweise an das Langzeitgedächtnis. Man merkt sich ja normalerweise nicht jedes einzelne Wort von Geschichten, sondern deren Inhalt. Damit ein unbewusster Reiz im Langzeitgedächtnis ankommt, muss er mindestens an zwei Wächtern vorbei.</p>
<p>Der erste lässt ihn ins Bewusstsein, der zweite lässt ihn in den Arbeitsspeicher. Philipp Hübl nennt den ersten Wächter „Türsteher“ und den zweiten, der im Innenraum des Bewusstseins arbeitet, „Selekteur“. Die sogenannten „Türsteher-Theorien“ sagen, Aufmerksamkeit sei der Wächter, der Reizen den Zugang zum Bewusstsein ermöglicht. Die eher klassischen Theorien, die man „Selekteur-Theorien“ nennen könnte, sehen die Funktion von Aufmerksamkeit darin, Informationen aus dem Bewusstsein Zugang zum Arbeitsspeicher zu verschaffen, sodass man auf sie zugreifen und sie sich dauerhaft merken kann. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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