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	<title>Arbeit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Gegenwart gilt als Epoche der Erschöpfung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Burnout]]></category>
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					<description><![CDATA[Anna Katherina Schaffner betont: „Letztlich geht es beim Überwinden von Erschöpfung um nichts anderes: Es gilt, wieder aufzutanken und unsere Energien freizusetzen, damit wir in der Folge bewusst entscheiden können, wofür wir unsere Kräfte verwenden wollen.“ Vielleicht ist es verzeihlich, dass wir unsere eigene Gegenwart als das Zeitalter der Erschöpfung par excellence wahrnehmen. Schließlich ist ... <a title="Die Gegenwart gilt als Epoche der Erschöpfung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-gegenwart-gilt-als-zeitalter-der-erschoepfung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Gegenwart gilt als Epoche der Erschöpfung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anna Katherina Schaffner betont: „Letztlich geht es beim Überwinden von Erschöpfung um nichts anderes: Es gilt, wieder aufzutanken und unsere Energien freizusetzen, damit wir in der Folge bewusst entscheiden können, wofür wir unsere Kräfte verwenden wollen.“ Vielleicht ist es verzeihlich, dass wir unsere eigene Gegenwart als das Zeitalter der Erschöpfung par excellence wahrnehmen. Schließlich ist sie gekennzeichnet von einer alles durchdringenden kulturellen Überbewertung von Arbeit, vom enormen Suchtpotenzial unserer Informations- und Kommunikationstechnologien und dem nie nachlassenden psychosozialen Druck, den uns der neoliberale Kapitalismus aufbürdet. In den letzten Jahren haben Depressionen, chronischer Stress und Burnout am Arbeitsplatz in bisher unbekanntem Umfang zugenommen. Homeoffice als Folge des Lockdowns war da für viele nicht hilfreiche. Anna Katherina Schaffner ist Kulturhistorikerin und zertifizierter Burnout-Coach. <span id="more-6370"></span></p>
<p><strong>Beim Burnout handelt es sich um ein inneres Inferno</strong></p>
<p>Inzwischen scheinen oft sämtliche Aspekte unseres Lebens von der Berufsarbeit dominiert. Dazu kommt, dass wir auch andere Lebenszusammenhänge zunehmend unter der Perspektive des Arbeitens betrachten: Immer mehr von dem, was wir tun, erscheint uns anstrengend und mühevoll – darunter auch die Beziehungen zu unseren Partnern, Freunden und Kindern, die Sorge um unser körperliches Wohlbefinden, unsere Psyche und unsere spirituelle Entwicklung. Anna Katherina Schaffner erklärt: „Oft schleicht sich das Gefühl ein, wir müssten auch hier gute Leistungen erbringen und an uns arbeiten – eine bezeichnende Wortwahl.“</p>
<p>Der Psychoanalytiker Josh Cohen schreibt: „Arbeit, in der Doppelrolle von Erwerbsarbeit und allgemeinem Funktionieren, scheint das Gebot unserer Zeit.“ Cohen analysiert Burnout als „kleine Apokalypse der Seele“ – ein inneres Inferno, das auch einen Moment der Rebellion gegen den Anspruch darstellen kann, immer zu jeder Zeit arbeiten und funktionieren zu müssen. Anna Katherina Schaffner weiß: „Im Unterschied dazu betrachtet die Journalistin Anne Helen Petersen Burnout nicht als vorübergehende Krise, sondern als Grundverfassung heutiger Millennials.“</p>
<p><strong>Wir leben in einer besonders düsteren Zeit</strong></p>
<p>Laut Petersen kommt es zu einem Burnout, „wenn der Abstand zwischen dem idealen und dem aktuell machbaren Leben unerträglich groß wird“. Der Sozialvertrag funktioniert heute nicht mehr. Anna Katherina Schaffner stellt fest: „Bildung ist kein sicherer Zugangsweg zu sozialer Mobilität und einem stabilen Mittelklasse-Anstellungsverhältnis mehr. Die Millennials sind in der heutigen Zeit die erste Generation, der es finanziell schlechter geht als ihren Eltern.“</p>
<p>Alle Überzeugungen, mit denen sie aufgewachsen sind – dass sich harte Arbeit immer lohnt, dass sie in einem leistungsorientierten freien Markt die Besten auch am erfolgreichsten sind, dass alles gut wird, wenn sie nur einen Beruf finden, den sie wirklich lieben –, sind implodiert. Anna Katherina Schaffner gibt zu: „Es stimmt schon, wir leben in einer besonders düsteren und sich rasch wandelnden Zeit. Es gibt gleich mehrere ernste Krisen, die das uns vertraute Leben bedrohen – Klimawandel, Krieg, Pandemien, ökonomische Instabilität und wachsende politische Polarisierung, um nur die wichtigsten zu nennen.“ Quelle: „Erschöpft?“ von Anna Katherina Schaffner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die völlige Fremdbestimmung führt zu Apathie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 May 2024 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Erkenntnis, dass Fremdbestimmung in der Arbeit Menschen stressen und letztlich erschöpfen kann, ist schon lange bekannt. Andreas Salcher nennt ein Beispiel: „Im Fall der Fließbandarbeit sind die Mitarbeiter in fast allen Dimensionen der Arbeit fremdbestimmt. Der Arbeitsbeginn, die Pausen und das Ende werden exakt durch die Zeiterfassungssysteme vorgegeben, der Arbeitsrhythmus ist machinengesteuert. Diese völlig ... <a title="Die völlige Fremdbestimmung führt zu Apathie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-voellige-fremdbestimmung-fuehrt-zu-apathie.html" aria-label="Mehr Informationen über Die völlige Fremdbestimmung führt zu Apathie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Erkenntnis, dass Fremdbestimmung in der Arbeit Menschen stressen und letztlich erschöpfen kann, ist schon lange bekannt. Andreas Salcher nennt ein Beispiel: „Im Fall der Fließbandarbeit sind die Mitarbeiter in fast allen Dimensionen der Arbeit fremdbestimmt. Der Arbeitsbeginn, die Pausen und das Ende werden exakt durch die Zeiterfassungssysteme vorgegeben, der Arbeitsrhythmus ist machinengesteuert. Diese völlig Fremdbestimmung führt durch den Gewöhnungseffekt jedoch meist eher zur Apathie als zur Erschöpfung. In der griechischen Mythologie ist unnütze Arbeit ohne Sinn eine der grausamsten Strafen. In seinem Buch „Der Mythos des Sisyphos“ schreibt Albert Camus: „In Sisyphos, der die Sinnlosigkeit der Wiederholung zu ignorieren scheint und unbeirrt seinen Stein nach oben rollt, erkennen wir uns als Menschen wieder.“ Dr. Andreas Salcher ist Mitgebegründer der „Sir Karl-Popper-Schule“ für besonders begabte Kinder. Mit mehr als 250.000 verkauften Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. <span id="more-5396"></span></p>
<p><strong>Manche Menschen haben alles und sind trotzdem unglücklich</strong></p>
<p>Albert Camus fährt fort: „Sisyphos provoziert, weil er uns zu uns selbst befragt – warum wir uns immer wieder den Bedingungen der menschlichen Existenz beugen und den Stein nicht einfach unten liegen lassen.“ Eine Interpretation dieses Zitats in Zeiten der Krise könnte lauten: Menschen, die alles haben und trotzdem erschöpft und unglücklich sind, haben den ersten Gipfel mit Karriere, Geld und Status geschafft. Andreas Salcher ergänzt: „Sie glauben, die beste Zeit läge bereits hinter ihnen und es ginge ohnehin nur noch bergab.“</p>
<p>Es mangelt ihnen an Zielen und vor allem an Hoffnung. Andreas Salcher erläutert: „Dabei übersehen sie den Anstieg zum zweiten Berg, auf dessen Gipfel Werte wie Lebenssinn, Bestimmung und Gemeinschaft auf sie warten.“ Im Gegensatz dazu scheut der ums wirtschaftliche Überleben ringende Unternehmer – gleich dem Sisyphos – nicht, die Anstrengung auf sich zu nehmen, um am Gipfel eine bessere Aussicht zu genießen und irgendwann ein besseres Leben auf der Hochebene zu erreichen.</p>
<p><strong>Starre Arbeitszeiten sind eine Zumutung</strong></p>
<p>Was ihn mit Sisyphos verbindet, ist die Disziplin, was ihn unterscheidet, ist die realistische Möglichkeit, den Gipfel tatsächlich zu erklimmen. Starre Arbeitszeiten dagegen sind eine Zumutung, denn sie beschneiden das Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Andreas Salcher weiß: „Reine Fließbandtätigkeit verliert, zumindest in den Industriestaaten immer mehr an Bedeutung, weil sie kostengünstiger durch Roboter erledigt werden kann.“ Logistikzentren aber wie etwa jene von Amazon bauen aber noch immer auf den Prinzipien der fremdbestimmten Arbeit auf. </p>
<p>Zahlenmäßig weit bedeutsamer sind Botenfahrer, Servicekräfte in der Systemgastronomie, Lieferdienste, Reinigungs- und allgemeines Hilfspersonal. Andreas Salcher erklärt: „Menschen, die diese Jobs machen, tun das selten, weil sie sich nach Erfüllung in der Arbeit sehnen, sondern weil sie aufgrund ihrer Qualifikation wenig andere Möglichkeiten sehen, ihre Kinder zu versorgen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.“ Warum sinkt ein Teil von ihnen nach Dienstschluss erschöpft vor den Fernseher, während andere noch genug Energie für ihre Kinder, Freunde und Freizeitaktivitäten haben? Quelle: „Die große Erschöpfung“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder sollte die eigenen Fähigkeiten kennen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2024 01:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Fähigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Assoziationen verbinden die meisten Menschen mit dem Wort „Begrenzung“? Höchstwahrscheinlich sind es negative Begriffe. Shunmyo Masuno versucht jedoch, das Wort positiv zu betrachten: „Es ist zum Beispiel wichtig, die eigenen Fähigkeiten zu kennen, wenn es darum geht, Arbeit zu verrichten.“ Doch erstaunlich viele Menschen sind sich dessen nicht bewusst. Wenn sie ein Jobangebot erhalten, ... <a title="Jeder sollte die eigenen Fähigkeiten kennen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jeder-sollte-die-eigenen-faehigkeiten-kennen.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder sollte die eigenen Fähigkeiten kennen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Welche Assoziationen verbinden die meisten Menschen mit dem Wort „Begrenzung“? Höchstwahrscheinlich sind es negative Begriffe. Shunmyo Masuno versucht jedoch, das Wort positiv zu betrachten: „Es ist zum Beispiel wichtig, die eigenen Fähigkeiten zu kennen, wenn es darum geht, Arbeit zu verrichten.“ Doch erstaunlich viele Menschen sind sich dessen nicht bewusst. Wenn sie ein Jobangebot erhalten, sind sie bereit, es anzunehmen, unabhängig davon, wie gut sie für die jeweilige Stelle geeignet sind. Ein Mensch kann allerdings nur im Rahmen seiner Fähigkeiten arbeiten. Wenn die Anforderungen der Stelle darüber hinausgehen, wird man nicht in der Lage sein, das zu tun, was von einem verlangt wird. Und man kann keine Ergebnisse liefern, was beides für andere ein großes Ärgernis ist. Shunmyo Masuno ist ein japanischer Zen-Mönch, preisgekrönter Zen-Garten-Designer sowie Professor für Umweltdesign an der Tama Art University in Tokyo. <span id="more-5387"></span></p>
<p><strong>Das Erkennen der eigenen Grenzen führt zu einer gelassenen Grundhaltung</strong></p>
<p>Wenn ein Mensch mit Dingen konfrontiert wird, die zu erledigen er nicht fähig ist, quält er sich oft und wird ungeduldig, gereizt, enttäuscht und sogar unglücklich. Das stellt eine enorme geistige Belastung dar. Shunmyo Masuno weiß: „Der Schlüssel dazu ist, unsere Begrenzungen zu kennen – und zu erkennen, wann sie erreicht sind.“ Mit dem Wissen um die eigenen Grenzen meint Shunmyo Masuno auch die Fähigkeiten, die ein Mensch besitzt. Das heißt, man sollte ein gutes Gespür dafür haben, wie weit einen diese Fähigkeiten tragen können.</p>
<p>Diejenigen, die ihre Begrenzungen kennen, sind nicht etwa unzugänglich. Man kann von ihnen erwarten, dass sie ihre Arbeit machen. Das ist eine Frage der Zuverlässigkeit. Shunmyo Masuno erläutert: „Ob bewusst oder unbewusst – sie beweihräuchern sich weniger oder schwadronieren überhaupt weniger über sich selbst, und die Menschen um sie herum vertrauen ihnen eher. Sie vermeiden es, an ihre Grenzen zu stoßen.“ Das Ergebnis ist, dass sie sich unnötige psychische Belastungen und Vertrauensverluste ersparen und eine gelassene Grundhaltung bewahren können.</p>
<p><strong>Herausforderungen sind nicht das Schlechteste</strong></p>
<p>So gesehen scheint für Shunmyo Masuno das Erkennen der eigenen Begrenzungen ein wichtiger Weg zu sein, ein inneres Gleichgewicht zu finden. Wichtig ist dabei auch die Art und Weise, wie man mit seinen Begrenzungen umgeht: „Ist es wirklich das Beste für mich, mich nicht über meine Fähigkeiten hinaus zu fordern?“ Das mag eine mögliche Sichtweise sein, aber es gibt einen besseren Weg, der mehr Freiheit zulässt. Worauf Shunmyo Masuno hinauswill, ist wiederum, dass man nicht nur seine Grenzen, sondern auch sein Potenzial erkennt.</p>
<p>Ein Mensch weiß zum Beispiel, dass er fähig ist, auf einem Niveau von 10 zu wirken. Aber was ist, wenn er ein Jobangebot bekommt, das ein Niveau von 12 erfordert? Würde er das Angebot schnell ablehnen, weil er davon ausgeht, dass der Job seine Fähigkeiten übersteigen wird? Wenn man auf seinem derzeitigen Niveau bleibt, könnte die Arbeit tatsächlich schwierig sein. Aber wenn man Willens ist, sich selbst herauszufordern, und bereit ist, hart zu arbeiten, könnte man die Differenz vielleicht ausgleichen. Shunmyo Masuno glaubt, dass der Versuch, dieses Niveau zu erreichen, sich lohnen könnte. Quelle: „Don´t Worry“ von Shunmyo Masuno</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Job erfüllt junge Menschen nicht mehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 May 2023 01:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
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					<description><![CDATA[Kerstin Kullmann stellt fest: „Die „Generation Z“ sucht nicht mehr nur Erfüllung im Beruf, sondern setzt auch auf Work-Life-Balance. Aber macht mehr Freizeit wirklich zufriedener? Eine Glücksstudie aus Harvard zeigt, wie wichtig der Job ist.“ Therese Kruse ist Psychotherapeutin. Sie besucht in Leipzig Patienten in Lebenskrisen zu Hause, und sie berät Menschen, die unter Depressionen, ... <a title="Der Job erfüllt junge Menschen nicht mehr" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/kerstin-kullmann-lob-der-arbeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Job erfüllt junge Menschen nicht mehr">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kerstin Kullmann stellt fest: „Die „Generation Z“ sucht nicht mehr nur Erfüllung im Beruf, sondern setzt auch auf Work-Life-Balance. Aber macht mehr Freizeit wirklich zufriedener? Eine Glücksstudie aus Harvard zeigt, wie wichtig der Job ist.“ Therese Kruse ist Psychotherapeutin. Sie besucht in Leipzig Patienten in Lebenskrisen zu Hause, und sie berät Menschen, die unter Depressionen, Ängsten oder Psychosen leiden, in der Praxis. Sie hört oft von großer Leere und von der Sinnfrage, ob der Beruf nicht mehr bringen müsste als Geld. Die Psychotherapeutin sieht immer häufiger, dass junge Menschen keinen Sinn mehr darin sehen, ihre Erfüllung in der Arbeit zu suchen. Beides zu vereinbaren – Engagement im Job und Zeit fürs Private –, empfindet insbesondere die „Generation Z“ als Herausforderung. Um die Jahrtausendwende geboren, haben die jungen Erwachsenen andere Vorstellungen als ihre Eltern. <span id="more-4575"></span></p>
<p><strong>Dienst nach Vorschrift ist ein neuer Trend</strong></p>
<p>Es liegen Welten zwischen den jungen Menschen und den ab 1946 geborenen „Babyboomern“, zu deren Lebenszielen – neben der Gründung einer Familie und Bau eines Eigenheims – fast immer auch eine Karriere gehörte. Kerstin Kullmann weiß: „Viele Personalchefs aus dieser Generation beklagen, die Jungen übernähmen wenig Verantwortung, wollen nicht fünf Tage am Stück arbeiten und weigerten sich, Überstunden zu machen.“ Viele möchten der Arbeit im Leben einfach nicht zu viel Platz einräumen. </p>
<p>Eine alternative Strategie empfahl jüngst der Karrierecoach Brian Creely Auf der Social-Media-Plattform TikTok. Statt einen unliebsamen Job zu kündigen, riet Creely dazu, „einfach faul zu sein“. Der „Quiet Quitting“-Trend, also nur Dienst nach Vorschrift tun, geistert als mögliche Alternative weltweit durch die sozialen Medien. Tausende junge Menschen teilen ihre Zustimmung in Videos und Posts. Robert Waldinger hält dies für einen Irrweg. Zufriedenheit im Job spiele „eine wirklich riesige Rolle“, um in seinem Leben glücklich zu werden, sagt der Psychiater. </p>
<p><strong>Leben und Job lassen sich nicht voneinander trennen</strong></p>
<p>Und der Forscher kann sich dabei auf empirische Daten berufen. Robert Waldiger leitet die „Study of Adult Developement“ der Harvard-Universität. Kerstin Kullmann erklärt: „Seit 1939 versuchen die Forschenden zu ergründen, welche Faktoren für ein zufriedenes Leben verantwortlich sind; die Harvard-Studie ist die größte Langzeitstudie dieser Art. Und die Ergebnisse sind – generationsübergreifend – eindeutig. Die Idee, das eigene Leben und den Job voneinander zu trennen, funktioniere einfach nicht, berichtet Robert Waldinger. </p>
<p>Aber ist es doch nicht richtig, dass weniger Arbeit zu mehr Zufriedenheit führt? Die Erziehungswissenschaftlerin und Psychotherapeutin Gabriele Pohl ist skeptisch. Kommt am Wochenende wie von selbst die sinnstiftende Freizeit? „Meist habe ich nicht den Eindruck“, sagt Pohl. An ihrem Institut sehe sie viel häufiger als früher Patient, die „keinen Sinn mehr erleben“. Die Lust auf Freizeit sei groß; doch viele Menschen wüssten gar nichts Erfüllendes damit anzufangen. Quelle: „Lob der Arbeit“ von Kerstin Kullmann in „DER SPIEGEL“ Nr. 12 vom 18.3.2023</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Jobs fühlen sich sinnlos an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 02:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Balance]]></category>
		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnlosigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Für viele Menschen ist es schwer, in ihrer Arbeit eine „Balance“ zu finden. Und es ist dabei nicht nur die schiere Masse an Arbeit, die das verhindert. Ingo Hamm weiß: „Es ist auch die gefühlte Sinnlosigkeit vieler Jobs.“ Theo Weber, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich sagt: „Es fehlt der intrinsische Aufforderungscharakter, ... <a title="Viele Jobs fühlen sich sinnlos an" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-jobs-fuehlen-sich-sinnlos-an.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Jobs fühlen sich sinnlos an">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für viele Menschen ist es schwer, in ihrer Arbeit eine „Balance“ zu finden. Und es ist dabei nicht nur die schiere Masse an Arbeit, die das verhindert. Ingo Hamm weiß: „Es ist auch die gefühlte Sinnlosigkeit vieler Jobs.“ Theo Weber, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich sagt: „Es fehlt der intrinsische Aufforderungscharakter, die Sinnkomponente. Wenn die Berufstätigen nicht mehr das Gefühl haben, ganzheitlich tätig zu sein, Probleme zu lösen, etwas bewirken zu können, dann brauchen sie immer stärkere äußere Anreize.“ Wie höherer Lohn, schicker Dienstwagen, allerlei monetäre und nicht-monetäre Benefits. Oder eben den noble Purpose, der von den Zweckoptimisten als größte Kanone der Motivation betrachtet wird. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt. <span id="more-4289"></span></p>
<p><strong>Selbst die Freizeit steht unter Leistungsdruck</strong></p>
<p>Theo Weber fährt fort: „Wer aber Gestaltungsfreiraum und Entscheidungsfreiheit hat bei seinem Tun und in der Tätigkeit Befriedigung findet, der muss nicht künstlich motiviert werden.“ Der Purpose soll also retten, was nicht mehr zu retten ist. Hier fällt die Wirtschaft auf ihr eigenes Marketing-Paradigma herein. Im Vorgarten fault zwar ein stinkender, 20 Meter hoher Misthaufen. Aber wenn man diesen mit einem höheren Sinn etikettiert, ignorieren die Mieter vielleicht den üblen Gestank.</p>
<p>Das tun sie nicht – meint zumindest Theo Weber. Sie kommen vielmehr zu der Überzeugung: „Job ist Job, den Genuss hole ich mir in der Freizeit, …was dazu führt, dass wir sogar in der Freizeit unter Stress und Leistungsdruck stehen. Dieses Modell funktioniert immer weniger, weil die Arbeitsgesellschaft so dominant geworden ist, dass sie alle anderen Lebensbereiche synchronisiert.“ Die Work-Life-Balance haben viele Angestellte längst abgeschrieben. Sie sind froh, wenn sie noch einigermaßen die Work-Work-Balance hinbekommen. </p>
<p><strong>Junge Menschen mögen keine Überhöhung der Arbeit</strong></p>
<p>Die Arbeitswelt neigt dazu, die Berufstätigen aufzufressen – Laptops und Smartphones helfen ihr dabei. Es ist paradox. Ingo Hamm fragt: „Ist der Purpose Opium des Volks?“ Zu dieser ernüchternden Schlussfolgerung müsste man nach dem bisher Gesagten nolens volens kommen. Vielleicht sollte man das auch. Danach hat der Noble Purpose nichts Nobles an sich, sondern fungiert als nahezu metaphysische Ersatzreligion moderner Arbeit. Oder wie es eine Betriebsrätin ausdrückt: „Wenn man den Arbeitnehmern nicht mindestens das Himmelreich verspricht, machen sie´s nicht mehr.“ </p>
<p>Dabei wird immer so getan, als ob die Millennials, die Generationen Y und Z es unbedingt so wollen. Ingo Hamm vermutet: „Vielleicht suchen gerade junge Menschen nicht unbedingt diese zwanghafte Überhöhung der Arbeit.“ Doch sie bekommen sie gratis geliefert. Man könnte nun sagen: Selber schuld, wer darauf reinfällt! Doch Victim Blaming, Opferverhöhnung, ist keine schöne Sportart. Denn diese künstliche und kunstvolle Überhöhung der Arbeit ist nachgerade ungesund. Quelle: „Sinnlos Glücklich“ von Ingo Hamm</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sigmund Freud definiert den Eros</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2022 01:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Eros]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Marcuses repressionsfreie libidinöse Revolution kann nicht ganz ohne Arbeit zustande kommen. Immerhin hat Sigmund Freud Eros als das Streben definiert, „die Substanz zu immer größeren Einheiten zu formen, auf das das Leben verlängert und auf eine höhere Entwicklungsstufe gebracht werden kann“. Das hört sich nach Arbeit an, und Herbert Marcuse erkennt das auch durchaus ... <a title="Sigmund Freud definiert den Eros" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse-3.html" aria-label="Mehr Informationen über Sigmund Freud definiert den Eros">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herbert Marcuses repressionsfreie libidinöse Revolution kann nicht ganz ohne Arbeit zustande kommen. Immerhin hat Sigmund Freud Eros als das Streben definiert, „die Substanz zu immer größeren Einheiten zu formen, auf das das Leben verlängert und auf eine höhere Entwicklungsstufe gebracht werden kann“. Das hört sich nach Arbeit an, und Herbert Marcuse erkennt das auch durchaus an. Stuart Jeffries erklärt: „Die Freisetzung des Lustprinzips, die er vorschlägt, würde zwar die Art der Arbeit verändern, aber es ist und bleibt doch Arbeit.“ Herbert Marcuse schreibt: „Das erotische Ziel, den gesamten Körper als Subjekt / Objekt der Lust zu erhalten, verlangt eine kontinuierliche Revolution des Organismus.“ Was Herbert Marcuse als kontinuierliche Revolution bezeichnet, klingt stark nach Sisyphusarbeit.  Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3618"></span></p>
<p><strong>Der Mensch muss sich mit der Natur wiedervereinigen</strong></p>
<p>Entscheidend ist jedoch, dass diese Arbeit eben keine entfremdete, repressive Arbeit ist, die das Leistungsprinzip aufrechterhält. Sondern sie ähnelt eher der Arbeit von zwei anderen klassischen mythologischen Gestalten, die Herbert Marcuse anführt: Orpheus und Narziss. Orpheus widersetzt sich repressiver Sexualität und sucht die Vereinigung mit dem Objekt seines Begehrens, während Narziss erotische Impulse hat, die seine gesamte Persönlichkeit durchfluten.</p>
<p>Herbert Marcuse befindet auch als bemerkenswert, dass Narziss nicht von der Natur getrennt, sondern Teil von ihr sei und es als lustvoll empfinde, sich in ihr gespiegelt zu sehen. Dieser Teil von Marcuses Analyse hat einen klaren Bezug zu Theodor W. Adornos und Max Horkheimers Kritik an der Ausbeutung der Natur in der „Dialektik der Aufklärung“. Für alle drei musste jede wünschbare Veränderung mit einer Wiedervereinigung der Menschen mit der Natur einhergehen. Die Natur sollte nicht länger, wie es seit Francis Bacon geschah, lediglich als zu beherrschende und auszubeutende Sphäre verstanden werden.</p>
<p><strong>Eine nichtrepressive Gesellschaft ist möglich</strong></p>
<p>Orpheus und Narziss waren für Herbert Marcuse „Urbilder der Großen Weigerung“, der Weigerung, die Trennung vom libidinösen Objekt oder Subjekt zu ertragen. Stuart Jeffries erläutert: „Die Weigerung zielte auf Befreiung ab – auf die Wiedervereinigung dessen, was getrennt wurde. Eros war vom Logos abgeschnitten und unterworfen worden. Die Menschheit hatte sich von der Natur getrennt und sie unter ihre Herrschaft gebracht.“ Die Arten der Wiedervereinigung, die Herbert Marcuse anstrebte, waren natürlich mit Arbeit verbunden.</p>
<p>Allerdings mit der Art von selbstverwirklichender Arbeit, die Erich Fromm in seinem Buch „Marx’s Concept of Man“ aus dem Jahr 1961 beschreibt. Mit seinem Werk „Eros und Kultur“ dachte Herbert Marcuse den Marxismus neu. Für ihn stellte sich im Jahr 1955 die Geschichte aller bislang existierenden Gesellschaften nicht lediglich als Geschichte von Klassenkämpfen dar. Es war auch ein Kampf um die Unterdrückung der menschlichen Triebe. Im Unterschied zu Horkheimers und Adornos Philosophie war diejenige von Marcuse jedoch optimistisch. Denn er ging davon aus, dass eine nichtrepressive Gesellschaft möglich war und dass „eine neue grundlegende Daseinserfahrung die menschliche Existenz in ihrer Ganzheit verändern wird.“ Quelle: „Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Teil der Arbeit ist nicht mehr notwendig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 02:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Eros]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Marcuse scheibt: „Gerade der Fortschritt der Kultur und Zivilisation unter dem Leistungsprinzip hat einen Stand der Produktivität mit sich gebracht, angesichts dessen die Ansprüche der Gesellschaft auf Verausgabung von Triebenergie in entfremdeter Arbeit um ein Beträchtliches vermindert werden könnten.“ Sigmund Freuds Argument der Knappheit mag für vergangene Zeiten Gültigkeit besessen haben, doch heutzutage dient ... <a title="Ein Teil der Arbeit ist nicht mehr notwendig" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-eros-und-kultur.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Teil der Arbeit ist nicht mehr notwendig">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herbert Marcuse scheibt: „Gerade der Fortschritt der Kultur und Zivilisation unter dem Leistungsprinzip hat einen Stand der Produktivität mit sich gebracht, angesichts dessen die Ansprüche der Gesellschaft auf Verausgabung von Triebenergie in entfremdeter Arbeit um ein Beträchtliches vermindert werden könnten.“ Sigmund Freuds Argument der Knappheit mag für vergangene Zeiten Gültigkeit besessen haben, doch heutzutage dient scheinbare Knappheit ideologisch dazu, die Menschen weiterarbeiten zu lassen, auch wenn ein Teil dieser Arbeit nicht mehr notwendig ist, um die Bedürfnisse zu erfüllen. Stuart Jeffries ergänzt: „Dieser Teil bildet mithin einen Überschuss, der die Herrschaft der Kapitalisten über die Arbeiter stützt.“ Die ideologische Funktion harter Arbeit gibt es wohl nach wie vor. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3283"></span></p>
<p><strong>Die Arbeitsbedingungen sind trostlos und ungerecht</strong></p>
<p>Was Herbert Marcuse als „Trostlosigkeit und Ungerechtigkeit der Arbeitsbedingungen“ und als die „friedliche Unterordnung der Arbeiter unter das Gesellschaftssystem der bürgerlichen Welt“ bezeichnete, gilt heute nicht weniger als vor sechzig Jahren. Stuart Jeffries stellt fest: „Allerding kritisierte Marcuse in „Eros und Kultur“ nicht Bullshit-Jobs als solche; er führt vielmehr an, dass eine durch entfremdete Arbeit erreichte erhöhte Produktivität die Knappheit beseitigt habe, die es erforderlich gemacht habe, dass wir hart arbeiten.“ </p>
<p>Das Problem in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften ist somit heute nicht mehr Knappheit, sondern das Fehlen einer gerechten, angemessenen Verteilung der Ressourcen. Herbert Marcuses optimistische Vision besteht darin, dass der Arbeitstag verkürzt wird, dass die Bedürfnisse aller Menschen durch eine bessere Verteilung von Gütern und Dienstleistungen und eine bessere Aufteilung der Arbeit erfüllt werden und dass infolgedessen erotische Energien freigesetzt werden können. </p>
<p><strong>Der Eros wird vom Logos unterdrückt</strong></p>
<p>Erotische Energien auf diese Weise freizusetzen, so Herbert Marcuse, würde die Menschen von der Art genitaler Fixierung befreien, die er bei Wilhelm Reich bemängelt. Stuart Jeffries erläutert: „Der Körper, der nicht mehr lediglich als Arbeitsinstrument funktionieren muss, könne resexualisiert werden.“ Herbert Marcuse weist darauf hin, dass die Philosophie über zu lange Zeit das „Sein“ als reines, abstraktes Bewusstsein behandelt habe. Der Eros wird vom Logos unterdrückt. </p>
<p>Auch der Kapitalismus schränkt den Eros ein, indem er ihn unter genitale Vorherrschaft zwingt und in den Dienst der Monogamie und Fortpflanzung stellt. Es wird jedoch nicht ganz klar, wie sich die Sexualpraktiken verändern würden, wenn der Eros befreit ist. Herbert Marcuse verdammt zwar beispielsweise Koprophilie und Homosexualität nicht, aber er bemerkt, dass sie in einer nichtdepressiven Gesellschaft „mit einem Fortschritt zu höheren Formen kultureller Freiheit vereinbar sind“. Damit wollte Herbert Marcuse andeuten, dass sich Sexualpraktiken von ihrem derzeitigen Zustand weiterentwickeln. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Durch die Arbeit wächst das Selbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2021 01:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Arbeit ist dem menschlichen Selbst in ganz besonderer Weise verbunden. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie bietet ihm Möglichkeiten des Selbst-Wachstums und der Selbst-Erweiterung.“ Das Selbst lebt davon und kann sich nur erhalten, wenn es interpersonelle oder soziale Resonanz erfährt. Daher ist es verständlich, dass Menschen nicht nur für die eigene Person per se nach Akzeptanz ... <a title="Durch die Arbeit wächst das Selbst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-arbeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Durch die Arbeit wächst das Selbst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeit ist dem menschlichen Selbst in ganz besonderer Weise verbunden. Joachim Bauer konkretisiert: „Sie bietet ihm Möglichkeiten des Selbst-Wachstums und der Selbst-Erweiterung.“ Das Selbst lebt davon und kann sich nur erhalten, wenn es interpersonelle oder soziale Resonanz erfährt. Daher ist es verständlich, dass Menschen nicht nur für die eigene Person per se nach Akzeptanz suchen, sondern ihrer auch für das bedürfen, was sie im Rahmen ihrer Arbeit tun. Denn der Mensch erlebt das, was er in der Arbeit tut, als einen Teil seines Selbst. Er erwartet deshalb, dass seine Arbeit sowohl bei denjenigen, für die er tätig ist, als auch denen, mit denen er arbeitet, Resonanz auslöst. Er möchte von seinem sozialen Umfeld gesehen und mit Wertschätzung bedacht werden. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Bestsellerautor von Sachbüchern. <span id="more-2791"></span></p>
<p><strong>Sinnlose Arbeit führt zur Entfremdung</strong></p>
<p>Joachim Bauer stellt fest: „Die Anerkennung für das geleistete Werk überträgt sich also auf den Schöpfer und löst dort biologische Prozesse aus.“ Das Gehirn beantwortet soziale Wertschätzung mit einer Aktivierung der Motivations- und Belohnungssysteme. Es verwandelt soziale Erfahrungen in biologische Antwortreaktionen. Aktivierte Motivations- oder Belohnungssysteme produzieren Botenstoffe, ohne die es zu einem alsbaldigen Zusammenbruch der Arbeitskraft kommen würde. </p>
<p>Damit schließt sich ein Funktionskreis zwischen Selbst, Arbeit, sozialer Resonanz und der biologischen Situation im Körper des Selbst-Besitzers. Wo die Art der Arbeit so beschaffen ist, dass sich der Kreis nicht schließt, wo Menschen ihr Tun als sinnlos und nicht wertgeschätzt erleben, entsteht eine Situation, die als Entfremdung erlebt wird. Auch keine Arbeit zu haben, kann Entfremdung bedeuten. Die Arbeit ist für den Menschen – unabhängig davon, ob er körperlich, geistig, sozial oder künstlerisch tätig ist – eine unersetzliche Ressource des Selbstwerts. </p>
<p><strong>Die Arbeit wird nicht ausgehen</strong></p>
<p>Auch dann, wenn die Arbeit einem Menschen viel abfordert, lässt sie ihn Nützlichkeit, Sinn und Zugehörigkeit erleben. Sie rhythmisiert das Leben, vor allem aber vitalisiert sie das Selbst, sie ist Selbstverwirklichung. Vor diesem Hintergrund steht Joachim Bauer dem leistungslosen Grundeinkommen skeptisch gegenüber. Denn er befürchtet, dass man damit einen Teil der Bevölkerung, vor allem bildungsferne Menschen, vom Arbeitsprozess abkoppelt, anstatt alle Mitglieder der Gesellschaft an sinnvoller Arbeit partizipieren zu lassen. </p>
<p>Die seit Beginn der Automatisierung immer wieder recycelte Vorhersage, dass die Arbeit ausgehen wird, hält Joachim Bauer – auch angesichts der Digitalisierung der Welt – für falsch. Der durch die Arbeit ermöglichte Zugewinn an Selbstwert bietet dem Selbst einerseits einen gewaltigen Möglichkeitsraum, dieser ist andererseits auch eine Falle. Manche Menschen, die in sich einen Mangel an Selbst fühlen und mit sich nichts anfangen können, entdecken die Arbeit als Selbst-Ersatz und sind in Gefahr sich an sie zu verlieren. Quelle: Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Aug 2020 05:33:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Arbeit kann ein bedeutender Faktor der Selbstfindung sein. Viele Jobs der Gegenwart haben hierfür allerdings nichts anzubieten. Georg Milzner erläutert: „Sie sind so funktionalisiert, dass sie leicht von Computern gemacht werden können. Was mit einem Großteil von Jobs mit einiger Sicherheit ja auch passiert. Und so ist es sinnvoll, die tiefe Befriedigung weniger in ... <a title="In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/in-der-arbeit-kann-sich-das-selbst-kaum-mehr-finden.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Arbeit kann sich das Selbst kaum mehr finden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Arbeit kann ein bedeutender Faktor der Selbstfindung sein. Viele Jobs der Gegenwart haben hierfür allerdings nichts anzubieten. Georg Milzner erläutert: „Sie sind so funktionalisiert, dass sie leicht von Computern gemacht werden können. Was mit einem Großteil von Jobs mit einiger Sicherheit ja auch passiert. Und so ist es sinnvoll, die tiefe Befriedigung weniger in einem Job zu suchen als in einer Tätigkeit, die nicht zwangsläufig Geld einbringen muss.“ Auf Karl Marx geht die Idee zurück, dass Arbeit den Menschen von sich selbst entfremden kann. Er stellte dafür den ursprünglich arbeitenden Menschen wie beispielsweise eine Schneiderin dem Arbeiter der Moderne gegenüber. Hatte der ursprünglich arbeitende Mensch noch einen Bezug zu seinem ganzen Werk, so ist der Industriearbeiter nur noch für ein, zwei Arbeitsschritte da. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut. <span id="more-2332"></span></p>
<p><strong>Das Ich ist dem Verstand zugeordnet</strong></p>
<p>Man muss kein Marxist sein, um die Wahrheit und das seelische Ausmaß zu ermessen. Karl Marx hatte für Psychologie wenig Interesse, da er überzeugt davon war, dass das Sein – die Art, wie man materiell-strukturell lebt – das Bewusstsein – also die Weise, in der man sich erlebt, sich selbst sieht, sich fühlt – bestimme. Der Eindruck täuscht nicht, dass die Gegenwart von einer Entfremdung der Arbeit bedroht ist. Vielmehr wird er von der Angst vor Jobverlust überlagert. Aber allein die Vorstellung, dass eine große Anzahl heutiger Berufstätigkeiten von Maschinen übernommen werden kann, zeigt ja schon, wie segmentiert und entfremdet diese Tätigkeiten ihrer Art nach sind.</p>
<p>In der Abgrenzung vom Ich, das vor allem vernunftorientiert und dem Verstand zugeordnet ist, erlebt man das eigene Selbst eher intuitiv und emotional. Ein Ich vermag einzusehen, warum es etwas aus Vernunftgründen machen muss. Aber ein Selbst gibt sich damit nicht zufrieden. Georg Milzner erklärt: „Es will selbstangemessen handeln, sinnvoll und – im besten Sinn – begeistert.“ Aber die Begeisterung des Selbst ist von einer anderen Art als die des Egos, des dritten großen Anteils in der inneren Struktur eines Menschen.</p>
<p><strong>Schon Kinder verfügen über Ansätze zur Selbstfindung</strong></p>
<p>Das Ego nämlich liebt den Glanz, die Belohnung, den Erfolg mit dem Siegertreppchen und das möglichst hohe Honorar. All dies hilft ihm, zu strahlen und sich selbst zu begründen. Man kann das schon bei Kindern sehen. Das Kind, das eine Sache verfolgt, auch wenn sie unpopulär ist; das etwas lernen möchte, obschon es niemanden interessiert, das sich der Coolness verweigert. Denn es merkt, dass es sich damit nicht wohlfühlt. Dieses Kind ist offenbar selbstaufmerksam. Und setzt etwas um, was es als sein Eigene, seine Individualität empfindet: eben das Selbst.</p>
<p>Nun wird für gewöhnlich die Herausbildung des Selbst als große, vor allem dem späteren Leben vorbehaltene Aufgabe angesehen. Dieser Ansicht widerspricht Georg Milzner, da seiner Meinung nach Ansätze zum Selbst und zur Selbstfindung auch in Kindesjahren schon vorhanden sind. Sie prägen einige Kinder sogar in ungewöhnlichem Maß. Mitunter sind das die, die es sozial etwas schwerer haben. Aber gerade dies hat eben auch damit zu tun, dass sie früh schon eher sich selbst verpflichtet sind als einem Konsens, der sich mit jeder neuen Windrichtung drehen kann. Quelle: „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ von Georg Milzner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen wollen Spaß bei ihrer Arbeit haben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2020 04:47:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Vieles von dem, was Menschen bei der Arbeit tun, tun sie auch außerhalb der Arbeit. Menschen lügen, um sich vor Dingen zu drücken, die sie nicht tun wollen. Sie betonen ihre guten Eigenschaften, um besser dazustehen. Sie sind gehässig gegenüber Kollegen, weiden sich am Unglück derer, die sich hassen. Zudem stehlen sie aus Eigennutz, missbrauchen ... <a title="Viele Menschen wollen Spaß bei ihrer Arbeit haben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-wollen-spass-bei-ihrer-arbeit-haben.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen wollen Spaß bei ihrer Arbeit haben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vieles von dem, was Menschen bei der Arbeit tun, tun sie auch außerhalb der Arbeit. Menschen lügen, um sich vor Dingen zu drücken, die sie nicht tun wollen. Sie betonen ihre guten Eigenschaften, um besser dazustehen. Sie sind gehässig gegenüber Kollegen, weiden sich am Unglück derer, die sich hassen. Zudem stehlen sie aus Eigennutz, missbrauchen Machtpositionen und betrügen, um vorwärtszukommen. Julia Shaw stellt fest: „Wir haben es hier einfach nur mit Menschen zu tun, die menschliche Dinge tun, und das zufällig bei der Arbeit. In vielerlei Hinsicht sind Unternehmen lediglich Mikrokosmen menschlicher Erfahrungen.“ Viele Menschen gehen nicht nur des Geldes wegen zur Arbeit. Sie wünschen sich normalerweise auch, dass ihre Arbeit erfüllend und sozial ist und dass sie ihnen Spaß macht. Julia Shaw forscht am University College London im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz. <span id="more-2214"></span></p>
<p><strong>Das Sinnvolle im Leben sollte nicht zu kurz kommen</strong></p>
<p>Nicht wenige Menschen möchten das Gefühl haben, dass sie etwas Sinnvolles mit ihrem Leben tun. Julia Shaw ergänzt: „Und wenn wir unsere Rolle als bedeutsam empfinden, identifizieren wir uns vielleicht irgendwann stark mit ihr.“ Was das moralische Verhalten angeht, scheint es eine große Rolle zu spielen, wie sehr die Menschen das Unternehmen, für das sie arbeiten, schätzen und sich mit ihm identifizieren. Unglückliche Arbeitnehmer tun vielleicht etwas, was für sie von Vorteil, für das Unternehmen aber schädlich ist. Das ist unethisches, egoistisches Verhalten.</p>
<p>Es gibt auch Menschen, die das Unternehmen und die Kollegen, mit denen sie zusammenarbeiten, schätzten und es Teil seiner Identität auffassen. Diese begehen dann vielleicht unmoralische Dinge, die dem Unternehmen zugutekommen. Julia Shaw nennt Beispiele: „Möglicherweise stehlen wir für unseren Arbeitgeber, statt ihn zu bestehlen. Wir lügen für unsere Chefs, statt sie zu belügen. Wir vertuschen Fehler unserer Kollegen und nicht nur unsere eigen.“</p>
<p><strong>Von moralischer Blindheit kann jeder betroffen sein</strong></p>
<p>Intuitive Modelle der ethischen Entscheidungsfindung präsentieren Menschen als rationale Akteure, die aufgrund von Charakterfehlern die Entscheidung treffen, unmoralisch zu handeln. Manchmal verhalten sich Menschen allerdings auch unmoralisch, ohne sich dessen bewusst zu sein. Laut Guido Palazzo, Professor für Wirtschaftsethik an der Universität Lausanne, können alle Menschen moralisch blind sein: „Moralische Blindheit kann als die zeitweise Unfähigkeit eines Entscheidungsträgers gesehen werden, die ethische Dimension einer zu treffenden Entscheidung zu erkennen.“</p>
<p>Statt von moralischer Blindheit spricht man auch von blinden Flecken der Moral. Von moralischer Blindheit kann jeder betroffen sein, vor allem in Unternehmensumfelder. Rückblickend mag es leicht sein, zu wissen, dass schlechte Entscheidungen getroffen wurden, doch oft hielten die Entscheidungsträger sie zum damaligen Zeitpunkt für eine gute Idee. In den meisten Unternehmen gibt es noch eine andere verderbliche Plage, die enormen Schaden anrichtet. Implizite Vorurteile beinhalten Überzeugungen, über welche die meisten Menschen nicht wirklich nachdenken, die anderen jedoch schaden können. Quelle: „Böse“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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