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	<title>Werte &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Meinungen haben nichts mit Tatsachen zu tun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 01:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Generalisierungen]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Thomas W. Albrecht schreibt: „Oft wird im täglichen Sprachgebrauch eine bloße Meinungsäußerung als unverrückbare Tatsache und Werturteil hingestellt und die Person, die das Urteil abgibt, nicht genannt.“ Man bezeichnet dieses Sprachmuster als „Verlorengegangenes Performativ“. Hinterfragt man die betreffende Äußerung, kann man den Bezug zu der Person herstellen, welche die jeweilige Erfahrung gemacht hat, die zur ... <a title="Meinungen haben nichts mit Tatsachen zu tun" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/meinungen-sind-keine-unverrueckbaren-tatsachen.html" aria-label="Mehr Informationen über Meinungen haben nichts mit Tatsachen zu tun">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas W. Albrecht schreibt: „Oft wird im täglichen Sprachgebrauch eine bloße Meinungsäußerung als unverrückbare Tatsache und Werturteil hingestellt und die Person, die das Urteil abgibt, nicht genannt.“ Man bezeichnet dieses Sprachmuster als „Verlorengegangenes Performativ“. Hinterfragt man die betreffende Äußerung, kann man den Bezug zu der Person herstellen, welche die jeweilige Erfahrung gemacht hat, die zur formulierten Tatsache beziehungsweise zum Werturteil geführt hat. Das erlaubt ein tieferes Verständnis, wie das Urteil zustande kam, mit wem und welchen Umständen es zu tun hat, und das es nichts mit dem Zuhörer zu tun hat. Ein weiteres Muster von Generalisierungen ist die sogenannte „Komplexe Äquivalenz“. Hier werden zwei Aussagen in dem Sinne gleichgestellt, als wäre ihre Bedeutung äquivalent. Die gleichgestellten Aussagen befinden sich jedoch auf unterschiedlichen logischen Ebenen. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik. <span id="more-6316"></span></p>
<p><strong>Verzerrungen entstellen die Wirklichkeit</strong></p>
<p>Es kann sein, dass Menschen Formen komplexer Äquivalenz als fixe Überzeugung ansehen. Diese Weltsicht übertragen sie auf andere Menschen. Geeignetes Hinterfragen kann diese Überzeugungen ins Schwanken bringen und auflösen. Thomas W. Albrecht betont: „Verzerrungen entstellen die Wirklichkeit. Manches wird größer dargestellt als es ist, während andere Einzelheiten verkleinert und damit scheinbar unwesentlich gemacht werden.“ Eine der gängigsten Verzerrungen ist die sogenannte „Nominalisierung“ – dabei wird eine Tätigkeit, also ein Prozess, der über eine gewisse Zeit abläuft, nicht als Verb, sondern als Substantiv beschrieben. </p>
<p>Das Einfrieren der zeitlichen Komponente verwandelt das Verb in ein Substantiv. Normalisierungen kann man mit seines Sinnesorganen nicht wahrnehmen, man kann sie weder sehen noch hören, riechen, schmecken oder fühlen. Thomas W. Albrecht erklärt: „Nominalisierungen haben eine hohe emotionale Komponente, da sie reichlich Interpretationsspielraum bieten und Erinnerungen auslösen.“ Wertebasiertes Führen ist aktuell ein besonderes Thema im Bereich von Leadership und Unternehmensführung. </p>
<p><strong>Mit jedem Wert verbindet man eine bestimmte Emotion</strong></p>
<p>Es geht dabei um Werte, um das, was Menschen wichtig ist. Thomas W. Albrecht weiß: „Werte sind in der Zeit eingefrorene Tätigkeiten, also Nominalisierungen. Werte, die oft genannt werden, sind: Vertrauen, Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Freundschaft, Zutrauen, Zufriedenheit et cetera.“ Mit jedem Wert verbindet man eine bestimmte Emotion, da die einzelne Werte mehr oder wichtiger sind für einen Menschen. Es ist ihnen allerdings nicht bewusst, dass jeder etwas anderes unter ein und demselben Wert versteht. </p>
<p>Deshalb sollte man immer daran denken, jeden Wert zu hinterfragen. Wie kann man erkennen, dass ein Wert erfüllt ist, und was muss man dafür tun? Thomas W. Albrecht fügt hinzu: „Die Verwechslung von Verhalten und Identität ist ebenfalls dem Bereich der Verzerrungen, den Nominalisierungen, zuzurechnen.“ Im Sinne einer achtsamen Sprache sollte man Nominalisierungen vermeiden, und wenn man sie hört, sollte man sie auflösen und in einen laufenden Prozess zurückverwandeln. Quelle: „Die besondere Kraft der achtsamen Sprache“ von Thomas W. Albrecht</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter bleibt auch im Alter formbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 02:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende des 19. Jahrhunderts stellte William James, der Gründervater der Psychologie in den USA, eine kühne Behauptung auf: „Im Alter von dreißig Jahren erstarrt der Charakter wie Gips und wird nie wieder weich.“ Kinder können demnach ihren Charakter noch entwickeln, Erwachsene haben Pech gehabt. Vor Kurzem hat ein Team von Sozialwissenschaftlern ein Experiment gestartet, um ... <a title="Der Charakter bleibt auch im Alter formbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adam-grant-charakterstaerken.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter bleibt auch im Alter formbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ende des 19. Jahrhunderts stellte William James, der Gründervater der Psychologie in den USA, eine kühne Behauptung auf: „Im Alter von dreißig Jahren erstarrt der Charakter wie Gips und wird nie wieder weich.“ Kinder können demnach ihren Charakter noch entwickeln, Erwachsene haben Pech gehabt. Vor Kurzem hat ein Team von Sozialwissenschaftlern ein Experiment gestartet, um diese Hypothese zu überprüfen. Adam Grant erklärt: „Die Gruppe, bei der es um die Förderung des Charakters ging, nahm an einem von Psychologen konzipieren Kurs teil, der zum Ziel hatte, die Eigeninitiative zu steigern.“ Die Probanden beschäftigten sich mit den Themen Proaktivität, Disziplin und Entschlossenheit und übten, diese Eigenschaften in die Tat umzusetzen. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-5887"></span></p>
<p><strong>Charakter wird oft mit Persönlichkeit verwechselt</strong></p>
<p>Das Charaktertraining zeigte Wirkung. Es ist ein Beleg dafür, dass Charakterstärken Menschen Großes vollbringen lassen können. Adam Grant betont: „Die Studie zeigt aber auch, dass es nie zu spät ist, sie zu entwickeln. William James war ein sehr kluger Mann, aber in diesem Fall lag er total daneben. Der Charakter härtet nicht aus wie Gips, er bleibt formbar.“ Charakter wird oft mit Persönlichkeit verwechselt, doch handelt es sich hierbei um unterschiedliche Facetten. </p>
<p>Die Persönlichkeit ist die individuelle Veranlagung, ein grundlegender Instinkt dafür, wie man denkt, fühlt und handelt. Charakter hingegen ist die Fähigkeit, die eigenen Werte über den Instinkt zu stellen. Adam Grant weiß: „Die eigenen Prinzipien zu kennen, bedeutet nicht unbedingt, zu wissen, wie man nach ihnen lebt – besonders in Stresssituationen oder unter Druck.“ Es ist leicht, proaktiv und entschlossen zu sein, wenn alles gut läuft. Die wahre Charakterprüfung besteht vielmehr darin, ob es einem Menschen gelingt, zu diesen Werten zu stehen, wenn man starkem Gegenwind ausgesetzt ist.</p>
<p><strong>Die Persönlichkeit ist lediglich eine Neigung</strong></p>
<p>Die Persönlichkeit zeigt sich an der Art, wie man an einem typischen Tag reagiert, der Charakter daran, wie man es an einem schwierigen Tag tut. Man ist seiner Persönlichkeit jedoch nicht unterworfen, sie ist lediglich eine Neigung. Charakterstärken ermöglichen es einem Menschen, diese Neigung zu überwinden und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Adam Grant erläutert: „Nicht die Wesenszüge sind es, die hier von Bedeutung sind, sondern wie man sie einsetzt.“ </p>
<p>Wo auch immer ein Mensch heute steht, nichts hält ihn davon ab, seine Charakterstärken weiterzuentwickeln. Adam Grant kritisiert: „Viel zu lange wurden Charakterstärken wie Proaktivität und Entschlossenheit als sogenannte Soft Skills abgetan.“ Der Begriff kam Ende der 1960er-Jahre auf, als Psychologen zu einer Neuausrichtung der Ausbildung der US-Armee hinzugezogen wurden, damit nicht nur Panzerfahren und der Umgang mit Waffen auf dem Lehrplan standen. Quelle: „Hidden Potential“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die eigenen Meinungen können heilig werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen sind daran gewöhnt, sich mittels ihrer Überzeugungen, Ideen und Ideologien zu definieren. Adam Grant warnt: „Das kann zum Problem werden, wenn es uns davon abhält, unsere Meinungen zu ändern, während die Welt sich ändert und Wissen sich weiterentwickelt.“ Die eigenen Meinungen können dabei so heilig werden, dass man allein schon den Gedanken ... <a title="Die eigenen Meinungen können heilig werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adam-grant-meinungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die eigenen Meinungen können heilig werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen sind daran gewöhnt, sich mittels ihrer Überzeugungen, Ideen und Ideologien zu definieren. Adam Grant warnt: „Das kann zum Problem werden, wenn es uns davon abhält, unsere Meinungen zu ändern, während die Welt sich ändert und Wissen sich weiterentwickelt.“ Die eigenen Meinungen können dabei so heilig werden, dass man allein schon den Gedanken ablehnt, im Irrtum zu sein. Das totalitäre Ego macht sich sofort daran, Gegenargumente auszuschalten, Gegenbeweise zu unterdrücken und Lernen unmöglich zu machen. Wer man ist, sollte sich daran orientieren, was man wertschätzt, und nicht daran, was man glaubt. Werte – wie Vortrefflichkeit und Großzügigkeit, Freiheit und Fairness oder Sicherheit und Integrität – sind wünschenswerte Grundprinzipien im Leben. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. <span id="more-5489"></span></p>
<p><strong>Die besten Prognostiker durchlaufen mehrere Umdenkzyklen</strong></p>
<p>Die eigene Identität auf diese Art von Prinzipien zu gründen, befähigt Menschen, offen gegenüber den besten Möglichkeiten zu sein und diese weiterzuentwickeln. Wenn man sich über Werte statt über Meinungen definiert, erwirbt man sich die Flexibilität, eigene Praktiken angesichts neuer Beweise zu verbessern. Adam Grants Kollege Phil Tetlock vertritt die Ansicht, dass die Fähigkeit Prognosen zu erstellen, weniger eine Frage des Wissens, sondern der Art zu denken ist.</p>
<p>Der Erfolg von Prognostikern hängt in allererster Linie davon ab, wie oft sie ihre Überzeugungen aktualisieren. Die besten Prognostiker durchlaufen mehr Umdenkzyklen als die anderen. Sie besitzen die selbstsichere Demut, ihre Urteile anzuzweifeln, und die Neugier, neue Informationen zu entdecken, die sie dazu veranlassen, ihre Vorhersagen zu revidieren. Adam Grant betont: „Eine Schlüsselfrage in diesem Zusammenhang ist, wie viel Umdenken nötig ist. Obwohl das Optimum je nach Person und Situation variieren wird, können die Durchschnitte uns einen Hinweis geben.“</p>
<p><strong>Die meisten Menschen gestehen sich einen Irrtum nicht ein</strong></p>
<p>Adam Grant weiß: „Bessere Urteile erfordern nicht unbedingt Dutzende oder sogar Hunderte von Korrekturen. Nur wenige Versuche, umzudenken, können was bewirken.“ Erwähnenswert ist auch, wie ungewöhnlich dieses Level des Umdenkens ist. Wie viele Menschen können sich auch nur daran erinnern, wann sie das letzte Mal einen Irrtum eingestanden und ihre Meinungen entsprechend geändert haben? Die Journalistin Kathryn Schulz bemerkt: „Obwohl uns nur wenige Beweise ausreichen, um Schlussfolgerungen zu ziehen, reichen sie uns selten aus, um diese wieder zu revidieren.“ </p>
<p>Die besten Prognostiker zeichnet folgendes aus: Sie brennen darauf, etwas neu zu durchdenken. Sie betrachten ihre Meinungen eher als Vermutungen denn als Wahrheiten – als zu erwägende Möglichkeiten statt zu akzeptierende Fakten. Sie hinterfragen Ideen, bevor sie sie akzeptieren, und sind bereit, sich selbst noch dann weiter zu hinterfragen, nachdem sie sie akzeptiert haben. Sie suchen ständig nach neuen Informationen und besseren Beweisen – vor allem widerlegenden Beweisen. Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eine Gesellschaft braucht gemeinsame Werte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 16 Dec 2023 02:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Längst ist die Notwendigkeit, bewusst den Blick auf die für den Gefühlshaushalt wesentliche Dinge im Leben zu richten, zu einem Thema von gesellschaftlicher Relevanz geworden und betrifft daher auch die Politik. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Eine Diskussion ist in Gang gekommen, die zum Ziel hat, dass wir unsere Gesellschaft so umbauen, dass sie sich an den ... <a title="Eine Gesellschaft braucht gemeinsame Werte" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-lebensentwurf-versus-gesellschaft.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine Gesellschaft braucht gemeinsame Werte">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Längst ist die Notwendigkeit, bewusst den Blick auf die für den Gefühlshaushalt wesentliche Dinge im Leben zu richten, zu einem Thema von gesellschaftlicher Relevanz geworden und betrifft daher auch die Politik. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Eine Diskussion ist in Gang gekommen, die zum Ziel hat, dass wir unsere Gesellschaft so umbauen, dass sie sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.“ Das Teilen von Gefühlen, das zu zweit im direkten Austausch bestens funktioniert, klappt genauso in der Gesellschaft. Kulturell geteilte Umgangsformen und gemeinsame Werte führen zu einem Wir-Gefühl, das in der Resonanz wechselseitiger Bestätigung zum gemeinschaftlichen Lebensgefühl wird. Wo es einer Gesellschaft gelingt, durch gemeinsame Werte, Ziele und verbindende Umgangsformen ein positiv gestimmtes Miteinander zu etablieren, ist viel dafür getan, dass die Menschen sich wohlfühlen. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-5105"></span></p>
<p><strong>Der heroische Einzelkämpfer entspricht nicht der biologischen Natur</strong></p>
<p>Die erlebte Verbundenheit stärkt die Resonanz im Miteinander und mündet in das stimmige Gefühl, dass es so passt. Hans-Otto Thomashoff betont: „Diese Wirkung von Resonanz begründet den enormen Einfluss, den unsere Beziehungen auf unser psychisches Wohlbefinden auch in der Gesellschaft insgesamt haben.“ Allerdings ignoriert man in den westlichen Gesellschaften die Bedeutung des Beziehungsumfelds auf das Wohlbefinden der Menschen weitgehend. </p>
<p>Ideal ist in diesen Gesellschaften der heroische Einzelkämpfer, der sich in seinem Erfolg sonnt, dabei gönnerisch seine soziale Ader spielen lässt und sich insgeheim oder offen am Neid der anderen labt. Hans-Otto Thomashoff warnt: „Doch was uns verlockend erscheint, entspricht nicht unserer biologischen Natur, entspricht nicht der Funktionsweise unserer Psyche.“ Die Forderung, in den westlichen Gesellschaften der Resonanz den ihr gebührenden Stellenwert einzuräumen, findet vor diesem Hintergrund zunehmend Gehör.</p>
<p><strong>Resonanzerfahrungen prägen das Leben</strong></p>
<p>Immer mehr Menschen erkennen, wie notwendig es ist, dass man den Aufbau einer Gesellschaft und ihrer Werte bewusst an die genuinen Bedürfnisse der Individuen anpassen sollte. Hans-Otto Thomashoff weiß: „Angesichts der steigenden Stressbelastung in der Gesellschaft durch die zunehmende Beschleunigung vieler Prozesse wird offensichtlich, wie wichtig Resonanzerlebnisse als Ausgleich für den Stress sind.“ Weitaus mehr sind sie sogar entscheidend für die Lebenszufriedenheit der Menschen. </p>
<p>Denn die Hirnstruktur der Menschen baut sich ganz wesentlich aus den Internationen mit den Mitmenschen auf, die damit das gesamte Wesen einer Person prägen. Gerade alte Menschen sind auf ein funktionierendes soziales Umfeld angewiesen, weil sich ihr Handlungsspielraum einschränkt und sie oft hilfsbedürftig werden. Hans-Otto Thomashoff fordert: „Dort, wo traditionelle Familienverbände oder vergleichbare Gemeinschaften nicht mehr existieren, sollten entsprechende Ersatzstrukturen gezielt gefördert werden.“ Resonanzerfahrungen prägen das Leben. Das fördert die Zufriedenheit. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Symptome der Bitterkeit sind aggressiv</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-kennt-die-symptome-der-bitternis.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Dec 2023 02:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bitterkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller stellt fest: „Die Symptome der Verbitterung ähneln jenen der Depression, sind aber wesentlich aggressiver und selbstzerstörerischer.“ Während die Depression lähmt, regt die Verbitterung auf. „Die Depression ist ein starrer, dunkler Klumpen. Die Bitterkeit schwingt, sie bewegt sich wie ein zirkulierendes Gift und ist leicht abzurufen“, sagt der Berliner Psychiater Michael Linden. Im Vordergrund ... <a title="Die Symptome der Bitterkeit sind aggressiv" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-kennt-die-symptome-der-bitternis.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Symptome der Bitterkeit sind aggressiv">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller stellt fest: „Die Symptome der Verbitterung ähneln jenen der Depression, sind aber wesentlich aggressiver und selbstzerstörerischer.“ Während die Depression lähmt, regt die Verbitterung auf. „Die Depression ist ein starrer, dunkler Klumpen. Die Bitterkeit schwingt, sie bewegt sich wie ein zirkulierendes Gift und ist leicht abzurufen“, sagt der Berliner Psychiater Michael Linden. Im Vordergrund der Beschwerden stehen Missmut und Freudlosigkeit, Gefühle von Hilflosigkeit, Schuldvorwürfe gegen anderen und sich selbst. Weitere Symptome sind aggressive und suizidale Fantasien, innere Unruhe, Schlafstörungen, psychosomatische Beschwerden wie Magen- und Gallenleiden, Rückenschmerzen sowie Druck auf der Brust. Verbitterte meiden zunehmend den sozialen Kontakt, sie erleben die Umwelt als verständnislos und kaltherzig. In vielen Fällen entwickeln sie Neid und Wut auf die scheinbar sorglose, fröhlichen und sie alleinlassende Gesellschaft. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-5097"></span></p>
<p><strong>Verbitterung belastet Psyche und Körper</strong></p>
<p>Im Gegensatz zum depressiven Menschen sind die Affekte einer verbitterten Person nicht erstarrt. Reinhard Haller weiß: „Während bei der klassischen Depression die Antriebshemmung als Hauptsymptom zu sehen ist und der lähmende Aspekt der Störungen im Vordergrund steht, leidet der Verbitterte an einer agitierten Form der Depressivität.“ Verbitterung aber belastet nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper. Wie bei jeder chronischen Stressreaktion sind durch chronische Verbitterung die somatischen Funktionen wie Herzschlag, Blutdruck, Stoffwechsel, Hormonhaushalt oder Muskelverspannung indirekt mitbetroffen.</p>
<p>Die anfänglich vorübergehenden vegetativen Begleitsymptome des Ärgers werden gleichsam organisch fixiert. „Kümmern Sie sich jetzt um Ihre Bitterkeit, sonst wird sie Sie in fünf Jahren in Form von chronischen Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Rückenschmerzen heimsuchen“, meint der Psychosomatiker Frederic Luskin von der Stanford University. Ursachen und Auslöser einer schweren Verbitterungsstörung werden in der groben Verletzung von sogenannten „Grundannahmen“ wie psychologische Einstellungen, innere Haltungen und Wertorientierungen verortet.</p>
<p><strong>Der Verlust zentraler Werte führen zu Verbitterung</strong></p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Werden diese „basic beliefs“ durch den Verlust zentraler Werte einer Person verletzt, geht gleichsam der Boden unter den Füßen verloren. Die Betroffenen fühlen sich ungerecht behandelt und verraten – vom Schicksal und vom Leben, von der Gesellschaft und vom Staat, vom Dienstgeber und den Kollegen, vom Freund und Partner.“ Solche „basic beliefs“ sind beispielsweise: „Leistung lohnt sich, Liebe ist ewig und heilig. Es wird alles wieder gut.“ </p>
<p>Der entlassene Angestellte glaubt fest an die Wertschätzung von Loyalität und Fleiß, die verlassene Ehefrau an Dankbarkeit und Treue. Reinhard Haller erklärt: „Man könnte auch sagen, dass Verbitterung besonders dann eintritt, wenn das jedem Menschen innewohnende Grundvertrauen enttäuscht worden ist. Es überrascht deshalb nicht, dass vor allem Menschen mit einem starren Korsett aus Werten von Verbitterungsstörungen betroffen sind.“ Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Toleranz ist eine vorübergehende Gesinnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jun 2022 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ambiguität]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrdeutigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard K. Springer erklärt: „Der Begriff „Ambiguitätstoleranz“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man versuchte wissenschaftlich herauszufinden, wieso sich bei Nazi-Größen der extreme Antisemitismus als Persönlichkeitsmerkmal entwickelt hatte.“ Seinen publizistischen Niederschlag fand dieses Konzept in Theodor W. Adornos berühmten Buch „Studien zum autoritären Charakter“. Es ist ein schwieriger Begriff. Nicht nur wegen seiner Länge, nicht ... <a title="Toleranz ist eine vorübergehende Gesinnung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-ambiguitaetstoleranz.html" aria-label="Mehr Informationen über Toleranz ist eine vorübergehende Gesinnung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard K. Springer erklärt: „Der Begriff „Ambiguitätstoleranz“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Man versuchte wissenschaftlich herauszufinden, wieso sich bei Nazi-Größen der extreme Antisemitismus als Persönlichkeitsmerkmal entwickelt hatte.“ Seinen publizistischen Niederschlag fand dieses Konzept in Theodor W. Adornos berühmten Buch „Studien zum autoritären Charakter“. Es ist ein schwieriger Begriff. Nicht nur wegen seiner Länge, nicht nur wegen des ungebräuchlichen Fremdwortes „Ambiguität“. Sondern auch wegen der „Toleranz“. Johann Wolfgang von Goethe hielt Toleranz für minderwertig: „Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: Sie muss zur Anerkennung führen.“ Das ist, mit Verlaub, zu viel verlangt. Reinhard K. Sprenger will unterscheiden dürfen zwischen dem, was er tatsächlich befürwortet, und dem, was er erträgt und toleriert. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-3648"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen erleben Mehrdeutigkeit als Stress</strong></p>
<p>Tolerant ist man also, wenn man etwas nicht mag, aber es trotzdem zulässt. Kaum jemand ruft bei Mehrdeutigkeit „Hurra!“. Die hierzulande viel gepriesene „Meinungsstärke“ blendet lediglich die Ambivalenz aus. Das Verständnis für Mehrdeutigkeit, das Aushalten offener Fragen und Situationen, hat gesamtgesellschaftlich abgenommen. Viele Menschen erleben Mehrdeutigkeit als Stress. Alles muss erledigt, möglichst rasch geklärt werden. Dadurch erleben sich die Menschen als selbstwirksam – auch wenn es immer nur eine Schein-Erledigung sein kann. </p>
<p>So machen es im Wirtschaftsleben die zahllosen Blender, die eben durch das Ausblenden der Mehrdeutigkeit so überzeugend auftreten – und in der Realität wirkungslos bleiben. Mehr noch: IN den USA konnte Reinhard K. Sprenger intensiv erleben, wie die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten 30 Jahre lange Freundschaften, sogar Familien auseinanderbrechen ließ. Im besten Fall tabuisierte man das Thema. Besser wäre es gewesen, nachzufragen, auch in ruhiger Weise dagegenzuhalten.</p>
<p><strong>Werte sind Antipoden </strong></p>
<p>Leider ist das Idealbild vom meinungsfreudigen Macher omnipräsent. Und nicht nur in den USA hat Intoleranz neuerdings einen positiven Klang. Vor allem in dauerbeleidigten Milieus. Wie ohnehin der Wunsch nach Eindeutigkeit vergiftet ist. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Denn Ambiguität ist die Bedingung unserer Autonomie, die Voraussetzung unseres Wählenkönnens. Wäre es möglich, sie zu beseitigen, wir würden uns als Freiheitswesen aufkündigen.“ </p>
<p>So wusste schon Friedrich Nietzsche: „Wer nur die eine Seite sieht, schielt.“ Das kann, das darf man sich nicht wünschen. Menschen mit Ambiguitätstoleranz sehen die Unentschlossenheit im Kern jedes Gedankens. Daraus resultiert die Fähigkeit, mit Widersprüchen souverän umzugehen. Die nicht zu tilgende Ambivalenz gilt auch für Werte. Werte sind Antipoden, die sich gut kennen. Was sie bedeuten und welche Seite vorzuziehen ist, ist abhängig vom Kontext. Sie sind also keineswegs so eindeutig, wie zumeist unterstellt wird. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen kennen keine Grautöne</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-basiskonsens.html</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2022 02:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gegensätze]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein immer neues Schlichtungsverfahren ist der Basiskonsens der Bürgermehrheit. Sonst funktioniert die Demokratie nicht. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Was die Gegensatzpaare zusammenhält, nennt man dialektische Spannung. Anders formuliert: Konflikt.“ Der Konflikt besteht darin, dass die Dinge erst von ihrem Gegenteil belebt werden, erst durch das Gegenteil verständlich sind. Aber dieses Gegenteil trägt auch das „Andere“ ... <a title="Viele Menschen kennen keine Grautöne" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-basiskonsens.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen kennen keine Grautöne">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein immer neues Schlichtungsverfahren ist der Basiskonsens der Bürgermehrheit. Sonst funktioniert die Demokratie nicht. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Was die Gegensatzpaare zusammenhält, nennt man dialektische Spannung. Anders formuliert: Konflikt.“ Der Konflikt besteht darin, dass die Dinge erst von ihrem Gegenteil belebt werden, erst durch das Gegenteil verständlich sind. Aber dieses Gegenteil trägt auch das „Andere“ ins Leben. Das heißt, jeder Mensch hat es mit Gegensätzen zu tun, die ohne einander nicht existieren, und gleichzeitig sich wechselseitig verneinen. Das ist paradox und dennoch die Quelle vieler Konflikte. Der Grund liegt darin, dass viele Menschen nur Weiß können. Oder nur Schwarz. Lust auf Grau? Das können nur wenige. Reinhard K. Sprenger zählt zu den profiliertesten Managementberatern und wichtigsten Vordenkern der Wirtschaft in Deutschland. <span id="more-3272"></span></p>
<p><strong>Vermeiden Sie Extreme</strong></p>
<p>Das wäre aber lebensnäher. Reinhard K. Sprenger betont: „Wir Menschen können etwas bejahen, ohne naiv zu sein. Wir können kritisch sein, ohne misstrauisch zu sein. Wir können leidenschaftlich sein, ohne fanatisch zu sein.“ Wer im Unternehmen keine Minderheiten fördern will, ist noch lange kein konservativer Hardliner. Wer über Selbstorganisation nachdenkt, ist noch lange kein anarchistischer Träumer. Wer gegen extreme Individualgehälter an der Firmenspitze ist, ist noch lange kein Anti-Kapitalist.</p>
<p>Und wer die kulturellen Gepflogenheiten in seinem Land verteidigen will, ist noch lange kein Rechtsradikaler. Versuche einer Mäßigung stecken auch in Sprachmünzen wie „konstruktive Kritik“, „soziale Marktwirtschaft“ oder auch „kontrollierte Offensive“. Es zeigt sich für Reinhard K. Sprenger in diesen Begriffen der altbekannte Unterschied zwischen Gift und Arznei – es kommt auf die Dosis an. Und da ist militante Intoleranz fast immer Gift. Reinhard K. Sprenger rät: „Vermeiden Sie Extreme; wer ins Extreme geht, kann meist nur beweisen, dass alles falsch ist.“ </p>
<p><strong>Man kann nicht alles haben</strong></p>
<p>Dennoch sollte man skeptisch bleiben. Man sollte beharrlich fragen, ob sich das eine das andere wirklich ausschließt. Zudem sollte man überlegen, ob eine Entscheidung wirklich notwendig ist. Man kann nicht alles haben. Nicht alles zur gleichen Zeit, nicht alles in gleichem Maße, nicht alles am gleichen Ort. Aber eben doch Sowohl-als-auch. In Grautönen zu denken, hilft dabei weiter. Werte sind wie Zwillingspaare, die einander ständig ins Wort fallen. </p>
<p>Werte brauchen einander, kommen nicht ohneeinander aus, ergänzen sich gegenseitig. Das nennt man „antagonistisch“. Entscheidungen können in der Regel nicht durch normative Regelungen bewältigt werden, sondern durch Dialogprozesse. Dabei geht es immerfort um Balancierungen. Man sollte mithin die Illusion loslassen, man könnte die andere Seite einer Entscheidung ignorieren. Reinhard K. Sprenger weiß: „Wir sollten nicht nur und immer die eine Seite als richtig und wünschbar ausweisen – denn dadurch wird die andere Seite erst gestärkt!“ Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Liebender gibt seinem Leben Sinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2021 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Leid]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Frankl]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur mit seinem Tätigsein kann man seinem Leben insofern Sinn geben, wenn man seine konkreten Fragen verantwortungsbewusst beantwortet. Aber nicht nur als Handelnder kann ein Mensch die Forderungen des Daseins erfüllen, sondern auch als Liebender. Und zwar in liebender Hingabe an das Schöne, das Große, das Gute. Viktor Frankl stellt folgendes Gedankenexperiment vor. Ein ... <a title="Ein Liebender gibt seinem Leben Sinn" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-liebender-erfuellt-die-forderungen-des-daseins.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Liebender gibt seinem Leben Sinn">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur mit seinem Tätigsein kann man seinem Leben insofern Sinn geben, wenn man seine konkreten Fragen verantwortungsbewusst beantwortet. Aber nicht nur als Handelnder kann ein Mensch die Forderungen des Daseins erfüllen, sondern auch als Liebender. Und zwar in liebender Hingabe an das Schöne, das Große, das Gute. Viktor Frankl stellt folgendes Gedankenexperiment vor. Ein Mensch sitzt in einem Konzertsaal und lauscht seiner Lieblingssymphonie. Diese Person ist von der Musik so ergriffen, dass es ihr kalt über den Rücken läuft. Jetzt muss man sich vorstellen, diesen Menschen zu fragen, ob sein Leben in diesem Augenblick einen Sinn habe. Viktor E. Frankl war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und 25 Jahre lang Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik. Er begründete die Logotherapie, die auch Existenzanalyse genannt wird. <span id="more-2770"></span></p>
<p><strong>Selbst im Leiden kann man noch Werte verwirklichen</strong></p>
<p>Viktor Frankl glaubt, jeder wird ihm Recht geben, wenn er behauptet, dieser Mensch würde in diesem Augenblick eine einzige Antwort geben können und die würde etwa lauten: „Allein für diesen Augenblick gelebt zu haben – würde schon dafürgestanden sein!“ Ähnlich mag es auch dem ergehen, der nicht Kunst, sondern Natur erlebt, und ähnlich ergeht es demjenigen, der einen Menschen erlebt. Oder kennt man nicht das Gefühl, das einen angesichts eines bestimmten Menschen packt und in Worte gekleidet, beiläufig Folgendes ausdrückt.</p>
<p>Dass es so einen Menschen in der Welt überhaupt gibt, das allein macht diese Welt und macht ein Leben in ihr schon sinnvoll. Viktor Frankl weiß: „Tätig geben wir dem Leben Sinn, aber auch liebend – und schließlich: leidend.“ Denn wie ein Mensch zu der Einschränkung seiner Lebensmöglichkeiten, soweit sie eben sein Handeln und Lieben betreffen, Stellung bezieht, wie er sein Leiden auf sich nimmt, in all dem vermag er noch Werte zu verwirklichen.</p>
<p><strong>Jede Lage lässt sich veredeln</strong></p>
<p>Wie sich ein Mensch also Schwierigkeiten gegenüber einstellt, darin noch zeigt sich, wer man ist, und auch damit lässt sich das Leben sinnvoll erfüllen. Im Allgemeinen ist es so, dass Leiden unter dem Unglück nur dann sinnvolles Leiden ist, wenn dieses Unglück schicksalhaft ist, also unvermeidbar und unausweichlich. Das Schicksal, das also, was einer Person widerfährt, lässt sich demnach auf jeden Fall gestalten – so oder so. Wolfgang von Goethe sagt: „Es gibt keine Lage, die sich nicht veredeln ließe, entweder durch Leisten oder durch Dulden.“</p>
<p>Entweder man ändert sein Schicksal – sofern dies möglich ist –, oder man nimmt es willig auf sich – sofern dies nötig ist. Innerlich kann man in beiden Fällen an ihm, am Unglück, nur wachsen. Wie missverständlich erscheint es nun Viktor Frankl, wenn Menschen einfach über ihr Unglück klagen oder gegen ihr Schicksal hadern. Wer sich gegen sein Schicksal auflehnt, der hat den Sinn alles Schicksals nicht erfasst. Das Schicksal gehört nämlich ganz zur Totalität des Lebens dazu. Und nicht das Geringste des Schicksalhaften lässt sich aus dieser Totalität herausbrechen, ohne das Ganze, die Gestalt des eigenen Daseins zu zerstören. Quelle: „Über den Sinn des Lebens“ von Viktor E. Frankl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Moral setzt sich aus Werten zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Apr 2021 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „Moral“ bezeichnet ein Bündel von Werten und ethischen Gesetzen, an denen sich „gute“ Menschen orientieren. Damit reguliert sich das zwischenmenschliche Verhalten einer Gruppe, sobald die Menschen sie verinnerlicht hat und befolgt. Damit vermeidet man Schuldgefühle und negative Konsequenzen seitens der Gemeinschaft. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Die „Menschenrechte“ definieren zum Beispiel eine solche Wertesammlung, die ... <a title="Die Moral setzt sich aus Werten zusammen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-moral-setzt-sich-aus-werten-zusammen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Moral setzt sich aus Werten zusammen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff „Moral“ bezeichnet ein Bündel von Werten und ethischen Gesetzen, an denen sich „gute“ Menschen orientieren. Damit reguliert sich das zwischenmenschliche Verhalten einer Gruppe, sobald die Menschen sie verinnerlicht hat und befolgt. Damit vermeidet man Schuldgefühle und negative Konsequenzen seitens der Gemeinschaft. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Die „Menschenrechte“ definieren zum Beispiel eine solche Wertesammlung, die weithin anerkannt ist. Meistens jedoch sind die geltenden Moralvorstellungen in einer Gruppe oder Familie nicht niedergeschrieben.“ Mehr noch: Den Menschen ist oft gar nicht bewusst, welchen moralischen Regeln sie wie selbstverständlich folgen. Erst die Übertretung macht sie sichtbar: „Das tut man nicht!“ Noch vielschichtiger wird dieses Thema, weil die aktuell wirklich gültige Moralvorstellung einer Gemeinschaft oder Einzelperson den offiziellen Gesetzen durchaus widersprechen kann. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-2605"></span></p>
<p><strong>Mobbing hat unterschiedliche Gründe</strong></p>
<p>Zum Beispiel entwickelte sich die Ansicht, dass es unmoralisch ist, Kinder zu schlagen, in vielen Ländern bereits jahrzehntelang vor der Schaffung eines entsprechenden Strafgesetzes. Konflikte, Schuldzuweisungen und Schuldgefühle entstehen oft auf Basis von solchen, selten klar definierten oder bewussten Gesetzen. Man merkt nur, dass einem sein eigenes Verhalten Schuldgefühle macht oder bei anderen empört, aber kann auf Anhieb gar nicht sagen, warum. </p>
<p>Helga Kernstock-Redl weiß: „Deshalb ist es so wichtig und spannend, aber auch schwierig, die konkreten Regeln zu erkennen und in Worte zu fassen.“ „Mobbing“ hat selbstverständlich unterschiedliche Gründe. Hier nur eine Möglichkeit: Es kann ausgelöst werden, weil ein Mensch ein heimliches Gesetz oder ein Tabu in einer Gruppe bricht. Weil das jedoch einer offiziellen Regel widerspricht, kann dieser unschuldige „Rechtsbrecher“ gar nicht wissen, was er getan hat, und niemand wird es ihm sagen.</p>
<p><strong>Soziale Spielregeln unterscheiden sich von Moralvorstellungen</strong></p>
<p>Die Empörung der anderen ist groß, doch natürlich darf es auch jetzt zu keiner offenen Schuldzuweisung kommen. Stattdessen erfolgt der Ausschluss aus der Gemeinschaft mit irgendwelchen vorgeschobenen Argumenten oder anderen falschen Anschuldigungen. In manchen Familien oder Gemeinschaften sind die moralischen Grundregeln leider absolut ungesund, ungesetzlich, vernichten Gutes, bewahren sinnlos gewordene Traditionen oder bestärken loyal Schreckensherrschaften. </p>
<p>Soziale Spielregeln unterscheiden sich von den Moralvorstellungen. Helga Kernstock-Redl nennt ein Beispiel: „Schon Kinder können die moralischen Gesetze – die Schwachen schützen – unterscheiden von sozialen Konventionen – die Älteren siezen.“ Eine „soziale Spielregel“ zu übertreten, kann eine Regel-Schuld verursachen – samt dem dazugehörigen Regel-Schuldgefühl, falls sie der betroffene Mensch eigentlich befolgen wollte. Im Zentrum sozialer Regeln steht meistens ein „richtiges“ Verhalten. Solche Vorgaben sind relativ leicht veränderbar und differieren stark zwischen unterschiedlichen Gruppen. Schon Kleinkinder begreifen, dass im Kindergarten andere Spielregeln herrschen als daheim. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder muss für sich den Sinn des Lebens finden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jeder-muss-fuer-sich-den-sinn-des-lebens-finden.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 05:31:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Frankl]]></category>
		<category><![CDATA[Werte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Mensch einem anderen begegnet, neigt er dazu, sich von ihm „ein Bild zu machen“. Vielleicht erinnert er ihn an jemand anderen, vielleicht entstehen gleich sympathische oder unangenehme Gefühle, vielleicht aber auch ist er gleich „mit ihm fertig“. Uwe Böschemeyer weiß: „Den Kern eines Menschen erfahren wir gar nicht rasch, weil er zunächst verborgen ... <a title="Jeder muss für sich den Sinn des Lebens finden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jeder-muss-fuer-sich-den-sinn-des-lebens-finden.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder muss für sich den Sinn des Lebens finden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Mensch einem anderen begegnet, neigt er dazu, sich von ihm „ein Bild zu machen“. Vielleicht erinnert er ihn an jemand anderen, vielleicht entstehen gleich sympathische oder unangenehme Gefühle, vielleicht aber auch ist er gleich „mit ihm fertig“. Uwe Böschemeyer weiß: „Den Kern eines Menschen erfahren wir gar nicht rasch, weil er zunächst verborgen ist. Unsichtbar durch all das Fremde, das sich durch die Jahre hindurch um seine Seele gelegt hat.“ Wahrscheinlich gibt es niemanden, der im vergangenen Jahrhundert so leidenschaftlich über die Sinnfrage geforscht hat wie Viktor Frankl. Was ist Sinn? Sinn, so Viktor Frankl, wird gefunden angesichts der „Forderung der Stunde, die an mich ergeht“, hier und jetzt und in der Tat. Uwe Böschemeyer ist Rektor der Europäischen Akademie für Wertorientierte Persönlichkeit und Leiter des Instituts für Logotherapie und Existenzanalyse in Salzburg. <span id="more-2239"></span></p>
<p><strong>Mangel an Sinn führt zu einem existenziellen Vakuum</strong></p>
<p>Und weil jeder Mensch einzigartig und einmalig ist, kann jeder nur für sich selbst Sinn finden. Weil nun auch die Situationen des Lebens einzigartig und einmalig sind. Von Stunde zu Stunde passiert etwas anderes, von Stunde zu Stunde geschieht etwas neues. Daher ist das Leben eines Menschen eine lange Kette von Situationen, die an ihm vorüberziehen und Sinn in sich bergen. Sinn ist immer vorhanden. Je weniger ein Mensch auf die Frage nach Sinn Antworten weiß, fühlt und lebt, je weniger er Sinn erfährt, desto beziehungsloser ist er – sich selbst, anderen und anderem gegenüber.</p>
<p>Mangel an Sinn führt, so Viktor Frankl, zu existenzieller Frustration. Dazu gesellen sich ein existenzielles Vakuum und eine innere Leere. Und das bedeutet: sich nicht mehr orientieren zu können, nicht mehr zu wissen, wie Leben geht, nicht mehr zu wissen, wozu man überhaupt da ist. Zudem fühlt man keinen Sinn mehr und gibt die Hoffnung auf ein neues Leben auf, möglicherweise erkrankt man sogar. Ein solcher Mensch kreist mehr um das, was er nicht ist, nicht kann und nicht hat. Je mehr er um seine Mängel kreist, desto frustrierter ist er.</p>
<p><strong>Ein Leben ohne Werte erzeugt Sinnkrisen</strong></p>
<p>Uwe Böschemeyer ergänzt: „Je frustrierter er ist, desto mehr entwickelt sich in ihm innere Leere. Je größer dieses Vakuum ist, desto kraftloser wird sein Geist und desto weniger findet er Beziehung zu Werten.“ Je weniger er Beziehung zu Werten findet, desto mehr öffnet sich seine „leere“ Seele für Angst, Aggressivität, Depressivität, Stress, Lebensmüdigkeit, Sucht, psychosomatische Störungen und all das, was Sinnerfahrung und beglückendes Leben behindert oder verhindert.</p>
<p>Wenn die Seele angefüllt ist von sinnverweigernden Gefühlen, stagniert die Weiterbildung der Persönlichkeit. Je mehr die Weiterbildung der Persönlichkeit stagniert, desto mehr Frust kommt auf. Deshalb sah Viktor Frankl in der existenziellen Frustration das Kernproblem seiner Zeit. Er fasste es in dem Satz zusammen: „Menschen haben genug, wovon sie leben, aber nicht genug, wofür sie leben können.“ Uwe Böschemeyers Fazit lautet: „Ein wertleeres Leben erzeugt Sinnkrisen und, wenn sie andauern, möglicherweise Krankheiten an Körper und Seele.“ Quelle: „Von den hellen Farben der Seele“ von Uwe Böschemeyer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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