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	<title>Selbstverwirklichung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2024 01:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob im wissenschaftlichen, künstlerischen, unternehmerischen, sozialen oder familiären Bereich, der Mensch ist stolz auf sein Werk, weil es nicht zufällig, sondern als Ergebnis seines Wirkens entsteht. Es steht für Erfolg, für die Entfaltung der Persönlichkeit und für Selbstverwirklichung. Markus Hengstschläger weiß: „Das individuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bildet die fünfte und höchste Ebene der maslowschen Bedürfnispyramide. ... <a title="Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-mensch-strebt-nach-selbstverwirklichung.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob im wissenschaftlichen, künstlerischen, unternehmerischen, sozialen oder familiären Bereich, der Mensch ist stolz auf sein Werk, weil es nicht zufällig, sondern als Ergebnis seines Wirkens entsteht. Es steht für Erfolg, für die Entfaltung der Persönlichkeit und für Selbstverwirklichung. Markus Hengstschläger weiß: „Das individuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bildet die fünfte und höchste Ebene der maslowschen Bedürfnispyramide. Der Mensch strebt nach der Ausschöpfung seiner Potenziale, um seine Sehnsüchte und Wünsche zu realisieren und seinem Leben einen Sinn zu gegen.“ Auf Ebenen darunter finden sich körperliche, seelische und materielle Sicherheit unter den Sicherheitsbedürfnissen, Freiheit und Unabhängigkeit unter den Individualbedürfnissen, und soziale Bedürfnisse. Der Homo sapiens ist ein soziales, auf Gemeinschaft angelegtes, Gemeinschaften bildendes politisches Wesen – Zoon politikon. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien. <span id="more-5532"></span></p>
<p><strong>Immanuel Kant versteht Freiheit als Autonomie</strong></p>
<p>Der Homo sapiens lebt in Gesellschaft. Er bildet Gesellschaften, die aus verschiedenen, sozial handelnden und interagierenden Individuen bestehen. Markus Hengstschläger erklärt: „Daraus ergibt sich, dass die Bedürfnisse der Einzelnen in der Gesellschaft aufeinandertreffen, wechselwirken und einander auch gegenseitig beschränken können.“ Immanuel Kant sagt: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“ Freiheit heißt demzufolge keineswegs, tun zu können, was man will.</p>
<p>Immanuel Kant versteht Freiheit mehr als Autonomie, in der man sich aber an jene Gesetze hält, die man selbst geschaffen hat. Wer aus vernünftiger Einsicht handelt, handelt frei. 1785 hat Kant den der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ seinen kategorischen Imperativ, den er selbst in verschiedenen Formulierungen verbreitete, auch so beschrieben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ </p>
<p><strong>Die Beschneidung der Freiheit hemmt die Lösungsbegabung</strong></p>
<p>Markus Hengstschläger fügt hinzu: „Der russisch-britische Philosoph Isaiah Berlin verstand unter „negativer Freiheit“, dass man nicht von der Gesellschaft oder vom Staat, bei dem was man tun will, eingeschränkt wird. Mit „positiver Freiheit“ beschreibt er, etwas zu tun oder zu lassen, nach eigenem Willen und mit Vernunft.“ Negative Freiheit – von etwas –  von äußeren Zwängen wird erst durch positive Freiheit – zu etwas – mit Inhalten gefüllt, indem sich Menschen wirklich autonom dazu entscheiden, etwas zu tun.</p>
<p>In einer liberalen Gesellschaft darf die negative Freiheit nur so sehr beschnitten werden, wie es unbedingt notwendig ist, damit die Gesellschaft funktionieren kann und andere nicht zu Schaden kommen. Markus Hengstschläger stellt fest: „Wann immer man die Freiheit mehr beschneidet, hemmt man auch die Entfaltung von Lösungsbegabung. Das ungerichtete Denken von Neuem, das Ausprobieren von noch nie Dagewesenem und das Entwickeln von Innovationen, ob in der Wissenschaft, der Bildung, in Kunst und Kultur oder in der Wirtschaft, setzt ein höchstmögliches Ausmaß individueller Freiheit voraus.“ Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstverwirklichung liegt voll im Trend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverwirklichung]]></category>
		<category><![CDATA[Überforderung]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Menschen haben das Ziel, möglichst alle Potenziale, die in ihnen schlummern, zu mobilisieren und ihnen zur Entfaltung zu verhelfen. Der Maßstab dieses Lebensstils ist die größtmögliche Fülle des Lebens. Andreas Reckwitz warnt: „Die Kehrseite der Selbstentgrenzung ist die Selbstüberforderung. Die Chance zum Neuen und Anderen kann sich in den Selbstzwang zum Neuen und Anderen ... <a title="Selbstverwirklichung liegt voll im Trend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-reckwitz-selbstentgrenzung.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstverwirklichung liegt voll im Trend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Menschen haben das Ziel, möglichst alle Potenziale, die in ihnen schlummern, zu mobilisieren und ihnen zur Entfaltung zu verhelfen. Der Maßstab dieses Lebensstils ist die größtmögliche Fülle des Lebens. Andreas Reckwitz warnt: „Die Kehrseite der Selbstentgrenzung ist die Selbstüberforderung. Die Chance zum Neuen und Anderen kann sich in den Selbstzwang zum Neuen und Anderen verkehren, in eine Selbstransformation um ihrer selbst willen, aus der sich keine zusätzliche Befriedigung mehr ergibt.“ Idealerweise soll hier immer alles Wünschbare zugleich verwirklicht sein: Karriere und Familie, lokale Verankerung und globale Weite, Abenteuer und Verlässlichkeit und so weiter. Der Verzicht auf einzelne dieser Möglichkeiten erscheint dann als grundsätzlich negativ konnotiert. Andreas Reckwitz ist Professor für Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder. <span id="more-5441"></span></p>
<p><strong>Die neue Mittelklasse strebt nach erfolgreicher Selbstverwirklichung</strong></p>
<p>In dem spätmodernen Selbstverwirklichungsimperativ ist eine Verzichtsaversion eingebaut. Auch die Beurteilung durch andere – oft im beruflichen oder privaten Kontext – kann Selbstransformationsfähigkeit entsprechend zu einer Leistungsanforderung werden. Andreas Reckwitz erklärt: „Wer sich mit dem einmal Gefundenen begnügt, gilt rasch als selbstzufrieden borniert und nicht hinreichend aufgeschlossen. Es wird damit ein weiteres Mal deutlich: Der Wert, welcher der Einzigartigkeit des Subjekts in der spätmodernen Kultur zugeschrieben wird, gilt keineswegs bedingungslos.“ </p>
<p>Zwar mag die singularistische Subjektkultur eine Vielzahl verschiedener Interessen, Begabungen und Lebenswege tolerieren und ermutigen – der Radius des Möglichen markiert aber trotzdem Grenzen des wertvoll Singulären. Andreas Reckwitz erläutert: „Insbesondere das unbewegliche, das im weitesten Sinne immobile Subjekt, verstanden als ein Selbst, dem es in seiner Persönlichkeitsstruktur an „Offenheit“ mangelt, bildet hier eine negativ bewertete Gegenfigur zum kreativen Subjekt.“ Die anspruchsvolle Lebensführung der erfolgreichen Selbstverwirklichung, wie sie die neue Mittelklasse verfolgt, ist aus systematischen Gründen enttäuschungsanfällig.</p>
<p><strong>Der Arbeitsmarkt ist unberechenbar geworden</strong></p>
<p>Andreas Reckwitz weiß: „Enttäuschung heißt generell: subjektive Erwartungen bleiben unerfüllt, was negative Emotionen – von Selbstvorwürfen bis zur Wut – zur Folge hat.“ Pauschal kann man feststellen: Die klassische, industrielle Moderne war angetreten, subjektive Enttäuschungen über das System der Berechenbarkeit ihrer Institutionen zu minimieren. Indem staatliche und ökonomische Prozesse und letztlich auch die privaten Lebensformen planbar gemacht wurden, sollten subjektive Erwartungen in der Regel erfüllt werden. Dies mag tatsächlich der Fall gewesen sein – zumindest in punkto Lebensstandard.</p>
<p>Die Verheißung des Fortschritts der klassischen Moderne war in dieser Hinsicht ein Programm zur Vermeidung von Enttäuschungen. Andreas Reckwitz stellt fest: „Die Kultur der Spätmoderne erweist sich demgegenüber als ein struktureller Enttäuschungsgenerator – und dies betrifft auch die akademische Mittelklasse, gleichwohl sie in ihrer mitlaufenden Statusinvestition Planungssicherheit herzustellen versucht.“ Insbesondere der Arbeitsmarkt ist in der Wissens- und Kulturökonomie im Verhältnis zur Industrieökonomie unberechenbarer geworden. Quelle: „Die Gesellschaft der Singularitäten“ von Andreas Reckwitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Purpose ist Opium des Volks</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Mar 2023 01:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Purpose]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[Überall spüren Menschen die negativen Folgen einer allgemeinen Überforderung. Doch anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und die Arbeit wieder humaner zu gestalten, klebt man das Purpose-Pflaster darüber und hofft, dass die Wunde sich von selbst schließt. Ingo Hamm weiß: „Das tut sie nicht. Der Purpose beseitigt keine Missstände, er vertuscht sie. Der ... <a title="Der Purpose ist Opium des Volks" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ingo-hamm-purpose.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Purpose ist Opium des Volks">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Überall spüren Menschen die negativen Folgen einer allgemeinen Überforderung. Doch anstatt das Problem an der Wurzel zu packen und die Arbeit wieder humaner zu gestalten, klebt man das Purpose-Pflaster darüber und hofft, dass die Wunde sich von selbst schließt. Ingo Hamm weiß: „Das tut sie nicht. Der Purpose beseitigt keine Missstände, er vertuscht sie. Der Purpose ist Opium des Volks und damit in bester Gesellschaft.“ Während der gesamten Kulturgeschichte der Menschheit haben staatliche, gesellschaftliche und religiöse Institutionen sich aufgeschwungen, den Menschen einen Lebenssinn aufzudrängen. Erschöpft sich der Sinn eines Menschenlebens etwa darin, alle vier Jahre eine technische Errungenschaft zu kaufen, welche die Welt retten soll? Das ist doch keine Sinngebung. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt. <span id="more-4436"></span></p>
<p><strong>Das Individuum gehört ins Zentrum der Sinnsuche</strong></p>
<p>Das ist eher das Gegenteil: die kunstvolle und angestrengte Ablenkung von der Sinnfrage. Bloß nicht über den Sinn des Ganzen nachdenken. Ingo Hamm plädiert daher für eine Renaissance der Sinngebung. Dabei möchte er das Individuum wieder ins Zentrum der Sinnsuche stellen. Ingo Hamm ist für die Befreiung des arbeitenden Menschen von materialistischen Sinn-Suggestionen, einer Freiheit als individueller Selbstverantwortung. Das macht Sinn. Alles andere eher nicht. </p>
<p>Alle Menschen haben einen „Beruf“ in dem Sinne, dass sie einer Tätigkeit nachgehen, die eine zentrale Bedeutung in ihrem Leben einnimmt. Das steht schon mal fest. Weniger steht fest: „Was wollen Sie von ihrem Beruf? Was erwarten Sie vom Job? Was soll er ihnen geben?“ Die repräsentative Studie „Bedeutung der Arbeit“ der Bertelsmann-Stiftung kommt zu folgendem Ergebnis: „Einem Großteil von uns hart arbeitenden Menschen ist Eigenständigkeit und Selbstbestimmung bei der Arbeit sehr wichtig.“</p>
<p><strong>Menschen wollen Eigenständigkeit und Selbstbestimmung</strong></p>
<p>Menschen wollen nicht, dass ihnen ständig jemand über die Schulter schaut und sagt, was sie zu tun haben. Sie wollen Eigenständigkeit und Selbstbestimmung – und eben nicht Purpose oder Sinn. Und jetzt kommts: Menschen suchen also nicht Sinn bei der Arbeit, sondern Selbstverwirklichung. Ebenso verhält es sich mit der Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Wenn die Leute keinen Sinn in der Arbeit suchen, dann macht der Sinn bei der Arbeit keinen Sinn. </p>
<p>Ingo Hamm stellt fest: „Das gesellschaftliche Engagement des eigenen Unternehmens, also ein Noble Purpose im engeren Sinne, interessiert nur wenige: 19 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer.“ Und doch ist der Purpose aktuell in aller Munde. Und dennoch gilt: Der Mensch strebt auch bei der Arbeit nach Selbstverwirklichung, also quasi „selbst nach Verwirklichung seiner Selbst“ – und nicht nach einem von oben vorgesetzten Purpose. Was gibt es Besseres als einen Job, bei dem man sich selbst verwirklichen kann? ? Quelle: „Sinnlos glücklich“ von Ingo Hamms</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Angst kann auch ansteckend sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2022 02:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Ängste des Menschen basieren auch auf genetischen Komponenten. Die Entstehung und Ausprägung von Ängsten werden aber sehr stark von der Umwelt mitbestimmt, und daher kann man darauf auch Einfluss nehmen. Markus Hengstschläger weiß: „So nützlich viele dieser instinktiven, intuitiven Ängste über Jahrtausende waren, so sehr haben sie in unserer Zeit oft ihren Nutzen verloren ... <a title="Angst kann auch ansteckend sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/angst-kann-auch-ansteckend-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst kann auch ansteckend sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ängste des Menschen basieren auch auf genetischen Komponenten. Die Entstehung und Ausprägung von Ängsten werden aber sehr stark von der Umwelt mitbestimmt, und daher kann man darauf auch Einfluss nehmen. Markus Hengstschläger weiß: „So nützlich viele dieser instinktiven, intuitiven Ängste über Jahrtausende waren, so sehr haben sie in unserer Zeit oft ihren Nutzen verloren beziehungsweise stehen uns sogar im Weg.“ Das ist von besonderer Bedeutung, weil Angst auch ansteckend ist und sich auf einen ganzen Freundeskreis, ein Netzwerk, eine Social-Media-Community oder auf eine ganze Belegschaft ausbreiten kann. So könnte es am Ende des Tages dazu kommen, dass ein Einzelner, obwohl der vielleicht gar keine Angst davor entwickeln würde, deshalb keine neuen Wege einschlägt, weil viele in seinem Umfeld davor Angst haben. Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUni Wien. <span id="more-4039"></span></p>
<p><strong>Mut ist nicht einfach das Gegenteil von Angst</strong></p>
<p>Um den individuellen Bedürfnissen des Menschen nach Selbstverwirklichung entgegenzukommen, muss daher ein seine Lösungsbegabung förderndes Umfeld geschaffen werden. Nur dadurch wird die Chance hochgehalten, dass jeder seine Potenziale ausschöpfen und seine Kreativität umsetzen kann, um auch neue Routinen zu wählen. Es gilt zu verhindern, dass die Ängste der Mehrheit dem Mut des Einzelnen entgegenwirken. Schon Theodor Fontane wusste: „Am Mute hängt der Erfolg.“ </p>
<p>Mut ist nicht einfach das Gegenteil von Angst. Und wer mutig ist, ist nicht notwendigerweise frei von Angst. Mut könnte etwas mit der Beherrschung von Angst zu tun haben, auch unter Bedingungen, unter denen die Angst nicht komplett verschwindet. Markus Hengstschläger betont: „Es wäre sogar kontraproduktiv, Mut dadurch nachhaltig fördern zu wollen, indem man jegliche Ansätze von Angst bekämpft.“ Man würde dadurch sowohl die unglaublich antreibende Kraft der Angst als auch die Effekte der Angst auf die Leistungsfähigkeit verlieren. </p>
<p><strong>Für neue Wege braucht man ein angemessenes Maß an Angst und Mut</strong></p>
<p>Angst kann ein Problem, eine Fragestellung in einen anderen Rahmen bringen und dadurch möglicherweise genau jenen Perspektivwechsel bewirken, der notwendig ist, um neue kreative Lösungen dafür entwickeln zu können. Wenn man seine gerichteten bewährten Gefilde verlässt und einmal ein neues Konzept ausprobiert, kann durch die damit verbundenen emotionalen Veränderungen Kreativität entstehen, die jemand, für den solche Ansätze seine Komfortzone sind, nicht entwickelt. </p>
<p>Markus Hengstschläger fügt hinzu: „Umgekehrt darf die Angst davor, neue Wege zu gehen, nicht so groß sein, dass man dadurch letztendlich auf den alten Wegen bleibt. Ob unbegründet oder begründet, die Furcht vor dem Blamieren, davor, ausgelacht zu werden, vor dem Verlust seines Arbeitsplatzes etc. muss soweit minimiert werden, dass der Startschuss Richtung neue Routen dadurch gegeben werden kann.“ Das angemessene Maß an Angst schärft die Sinne für kreative Ansätze, und das richtige Maß an Mut durch Sicherheit ist die Eintrittskarte dafür, neue Wege zu betreten. Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstüberwindung führt zum eigenen Selbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Dec 2021 02:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Einzeln sein: Viele Menschen denken da sogleich an Selbstverwirklichung. Diese hatte einst einen guten Klang, als damit vor allem politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Befreiung gemeint war. Inzwischen ist der frühere Glanz etwas matt geworden. Denn Selbstverwirklichung bedeutet heute oft nur: Alles muss raus. Also Selbstverwirklichung um jeden Preis, oder: Alles muss rein. Also Selbstverwirklichung im ... <a title="Selbstüberwindung führt zum eigenen Selbst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-glanz-der-selbstverwirklichung-ist-matt-geworden.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstüberwindung führt zum eigenen Selbst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einzeln sein: Viele Menschen denken da sogleich an Selbstverwirklichung. Diese hatte einst einen guten Klang, als damit vor allem politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Befreiung gemeint war. Inzwischen ist der frühere Glanz etwas matt geworden. Denn Selbstverwirklichung bedeutet heute oft nur: Alles muss raus. Also Selbstverwirklichung um jeden Preis, oder: Alles muss rein. Also Selbstverwirklichung im Konsum. Rüdiger Safranski betont: „Gewiss lässt sich Selbstverwirklichung anspruchsvoller denken, auch heute noch. Aber dann wird wohl ein Moment von Selbstüberwindung mitgedacht werden müssen.“ Selbstüberwindung galt früher als ein Weg, zu sich selbst zu kommen. Es ging immer auch um Arbeit an sich selbst. Rüdiger Safranski ist seit 1986 freier Autor. Für sein in 26 Sprachen übersetztes Werk wurde er u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis, mit dem Ludwig-Börne-Preis und dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet. <span id="more-3152"></span></p>
<p><strong>Illusionen und Hemmnisse müssen überwunden werden</strong></p>
<p>Dabei ging es um die Überwindung von Hemmnissen, Illusionen, Gewohnheiten. Auch musste man das Triebhafte bändigen und das Dunkle aufhellen. Rüdiger Safranski erklärt: „Einzeln sein bedeutet, aus einer Tatsache – jeder ist einzeln – eine Aufgabe zu machen, für das Leben und für das Denken.“ Dann bemerkt man, wie schwierig es ist zu unterscheiden, ob man selbst oder die Gesellschaft in einem denkt und empfindet. Einzeln sein bedeutet, dass man zwar immer irgendwo dazugehört, doch auch imstande ist, für sich allein stehen zu können.</p>
<p>Man muss seine Identität nicht nur in einer Gruppe suchen oder seine Probleme auf die Gesellschaft abwälzen. Einzeln sein bedeutet auch, Abstand halten und womöglich auf Zustimmung verzichten zu können. Jeder ist ein Einzelner. Aber nicht jeder ist damit einverstanden und bereit, etwas daraus zu machen. Es kommt stets darauf an, wie der Einzelne die Probleme seiner Einzelheit annimmt und erträgt. Dazu zählen Einsamkeit etwa oder schicksalhafte Gegebenheiten aus biologischen Prägungen und gesellschaftlichen Zufällen. </p>
<p><strong>Man kann die Vereinzelung freiwillig in Kauf nehmen</strong></p>
<p>Übernimmt man sie oder hadert man mit ihnen, versucht man sie zu verbergen vor sich und den anderen? Entwickelt man das Eigene, oder gleicht man sich an? Meistens entscheidet man sich für irgendetwas dazwischen. Und doch gibt es auch die Flucht in das Nicht-Eigene, wobei keiner er selbst ist, sondern jeder wie der andere. Wer als Einzelner seine Eigenheit entdeckt und annimmt, möchte zwar sich selbst gehören, aber doch auch zugehörig bleiben. Diese Spannung bleibt.</p>
<p>Denn man kann die Vereinzelung unfreiwillig erleiden, und man kann sie freiwillig in Kauf nehmen im Kampf um seine Eigenheit. Dabei lockern sich wohl die Bindungen an die Familie und andere Gesellschaftsverbände. Rüdiger Safranski weiß: „Wer sich als Einzelner erlebt, steht im Freien, ohne sich deshalb schon befreit zu fühlen.“ Denn er merkt, wie sehr er auf Anerkennung angewiesen bleibt, insgeheim oder ausdrücklich. Der Einzelne, der auf seiner Eigenheit besteht, begnügt sich nicht mit dem einfachen Dazugehören. Er will vielmehr in dem anerkannt werden, was ihn von anderen unterscheidet. Quelle: „Einzeln sein“ von Rüdiger Safranski </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Kultur durchdringt die Lebensführung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 02:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Authentizität]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[In der heutigen Zeit soll die Arbeit nicht nur mehr dem Gelderwerb dienen, sondern auch intrinsisch motiviert sein, soll Sinn stiften und Freude machen. Außerdem werden aktuell Partnerschaften nicht mehr aus bloßer sozialer Verpflichtung eingegangen, Ehen geschlossen oder Familien gegründet, sondern in der Erwartung, sich dadurch als Individuum weiterzuentwickeln, seine Freizeit auf befriedigende Weise gemeinsam ... <a title="Die Kultur durchdringt die Lebensführung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-reckwitz-selbstverwirklichung-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Kultur durchdringt die Lebensführung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Zeit soll die Arbeit nicht nur mehr dem Gelderwerb dienen, sondern auch intrinsisch motiviert sein, soll Sinn stiften und Freude machen. Außerdem werden aktuell Partnerschaften nicht mehr aus bloßer sozialer Verpflichtung eingegangen, Ehen geschlossen oder Familien gegründet, sondern in der Erwartung, sich dadurch als Individuum weiterzuentwickeln, seine Freizeit auf befriedigende Weise gemeinsam zu gestalten und „neue Erfahrungen“ etwa auch mit den Kindern zu machen. Andreas Reckwitz fügt hinzu: „Man isst nicht nur, um satt zu werden, sondern das, was richtig, gut und gesund ist. Und weil man etwas Besonderes sehen und erleben will, macht man keinen „Urlaub von der Stange“, sondern verreist etc. etc.&#8220; Andreas Reckwitz ist Professor für Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder. <span id="more-3144"></span></p>
<p><strong>Das spätmoderne Subjekt strebt nach Authentischem</strong></p>
<p>Im Zuge dieser konsequenten Durchkulturalisierung des Alltags kristallisiert sich ein Muster heraus, nämlich das einer Lebensführung als Kultur – eines Lebensstils, dessen sämtliche Bestandteile zur Kultur, also von eigenem Wert werden. Diese Kulturalisierung des Alltags ist für Andreas Reckwitz zugleich Singularisierungsarbeit: „Man sucht nach dem Einzigartigen oder ist bestrebt, etwas durch eigene Gestaltung zu etwas Singulärem, das heißt ausgestattet mit erheblicher Eigenkomplexität, zu machen.“</p>
<p>Das gilt für die Arbeit ebenso wie für die Partnerschaft, das Essen und das Verreisen. Die geschmackliche Dichte des Essens, die Vielseitigkeit eines Reiseziels, die Besonderheit des Kindes mit all seinen Begabungen, die ästhetische Gestaltung der eigenen Wohnung – überall geht es um Originalität und Interessantheit, Vielseitigkeit und Andersheit. Die Singularisierung und Aufwertung der Alltagswelt ist ein Projekt der Authentifizierung des Lebens. Generell strebt das spätmoderne Subjekt im Umgang mit der Welt nach Erfahrungen des Authentischen. </p>
<p><strong>Der Wert der Authentizität stammt aus der Romantik</strong></p>
<p>Kurz gesagt gilt nun laut Andreas Reckwitz: „Wenn etwas gut ist, muss es authentisch sein, und wenn es authentisch ist, dann ist es gut.“ Der Wert der Authentizität stammt aus der kulturellen Tradition der Romantik und verweist auf das Kriterium „Echtheit“. Dagegen bezeichnet das Unauthentische das Unechte, Gekünstelte und Vorgebliche, auch das Kommerzielle und Standardisierte. Als authentisch aber wird etwas erlebt und bewertet, wenn man es als singulär erkennt und seinen Eigenkomplexität begreifbar und spürbar ist.  </p>
<p>Man erkennt an dieser Stelle, wie damit über den Weg der Kulturalisierung und Singularisierung des Alltagslebens das spätmoderne Subjekt sich selbst kulturalisiert und singularisiert. Andreas Reckwitz betont: „Es kreiert sich damit selbst als Wertvolles.“ Zu sagen, es strebe unmittelbar nach Einzigartigkeit, es woll originell sein, wäre jedoch zu einfach. Vielmehr will das Selbstverwirklichungssubjekt sein Leben mit Praktiken bevölkern, in denen Objekte, Orte, Ereignisse, Kollektive oder andere Subjekte als einzigartige erfahren, in ihrer Singularität geschätzt und genossen werden können. Quelle: „Die Gesellschaft der Singularitäten“ von Andreas Reckwitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das moderne Selbst will sich frei entfalten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/andreas-reckwitz-selbstverwirklichung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Oct 2021 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverwirklichung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das spätmoderne Subjekt spricht sich selbst einen Wert als Individuum zu. Vor diesem Hintergrund steht die Legitimität der freien Entfaltung dieses Selbst überhaupt nicht in Frage. Sie scheint sozusagen natürlich zu sein. Andreas Reckwitz weiß: „Gesellschaftlich realisieren lässt sich das sich selbst verwirklichende Subjekt prinzipiell auf zwei Wegen.“ Der eine wurde von der Counter Culture ... <a title="Das moderne Selbst will sich frei entfalten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-reckwitz-selbstverwirklichung.html" aria-label="Mehr Informationen über Das moderne Selbst will sich frei entfalten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das spätmoderne Subjekt spricht sich selbst einen Wert als Individuum zu. Vor diesem Hintergrund steht die Legitimität der freien Entfaltung dieses Selbst überhaupt nicht in Frage. Sie scheint sozusagen natürlich zu sein. Andreas Reckwitz weiß: „Gesellschaftlich realisieren lässt sich das sich selbst verwirklichende Subjekt prinzipiell auf zwei Wegen.“ Der eine wurde von der Counter Culture der 1970er Jahre gegangen, wohingegen der andere mit der neuen Mittelklasse dominant wird. Die weltabgewandte Selbstverwirklichung der Gegenkulturen bewegte sich in subkulturellen Nischen. Es war gegen das System der Mehrheitsgesellschaft und deren entfremdete, spießige Praktiken gerichtet. Zugleich wurde das Selbst hier als ein Gegenstand extensiver Selbstexploration verstanden, in deren Verlauf die wahren, authentischen Wünsche zu entdecken waren. Andreas Reckwitz ist Professor für Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder. <span id="more-3010"></span></p>
<p><strong>Die weltzugewandte Selbstverwirklichung dominiert seit den 1980 Jahren</strong></p>
<p>Die weltabgewandte Selbstverwirklichung war gewissermaßen in einem doppelten Sinn eine „Reise nach innen.“ Ganz anders verhält es sich mit der weltzugewandten Selbstverwirklichung, wie sie seit den 1980er Jahren dominiert. Die Suche nach Erlebnissen und Erfahrungen sieht sich hier nicht mehr auf eine Subkultur zurückgeworfen. Sondern sie richtet sich auf die reichhaltigen, heterogenen Kultur- und Erlebnisofferten der globalen Welt. Es steht dabei außer Frage, dass sich dieses Selbst erst im Umgang mit der Welt verwirklicht.</p>
<p>Andreas Reckwitz erklärt: „Was ich eigentlich bin und wirklich will, erweist sich erst in meinen alltäglichen Praktiken, in dem, was ich für mich ausprobiere und gerne oder mit Leidenschaft tue.“ Diese weltzugewandte Selbstverwirklichung muss voraussetzen, dass die Welt für eine solche Haltung eingerichtet ist. Tatsächlich kommt die Spätmoderne mit ihren reichhaltigen Offerten der globalen und digitalen Ökonomie der Singularitäten einem solchen subjektiven Selbstverwirklichungsstreben entgegen und stärkt es.</p>
<p><strong>Der Alltag soll wertvoll aussehen</strong></p>
<p>Die weltzugewandte Selbstverwirklichung der Spätmoderne ist also zugleich eine selbstorientierte Weltverwirklichung. Andreas Reckwitz stellt fest: „Sie ist mit alltägliche Prozessen und der Singularisierung der Welt verknüpft.“ Was macht den spätmodernen Lebensstil nun genau zu einem singularistischen? Die Antwort lautet: Kulturalisierung und Singularisierung sind nicht nur systemische Makroprozesse des Kulturkapitalismus und der digitalen Medien. </p>
<p>Sondern die Subjekte der neuen Mittelklasse betreiben selbst eine ständige Mikropraxis der Kulturalisierung und der Singularisierung, in der sie sich zu verwirklichen meinen. Die Ästhetisierung des Lebens, in der die alltäglichen Dinge und Praktiken zu Gegenständen sinnlichen Wohlgefallens werden – vom Design über Kultur-Events bis zum Umgang mit den Kindern –, ist dabei besonders hervorzuheben. Das Subjekt, das nach Selbstverwirklichung strebt, versucht möglichst viele Bestandteile seines Alltags einer Kulturalisierung zu unterziehen und damit zu etwas im starken Sinne Wertvollen zu machen. Quelle: „Die Gesellschaft der Singularitäten“ von Andreas Reckwitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstverwirklichung ist ein verbreitetes Ziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 01:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensstil]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Lebensstil des spätmodernen Subjekts in der neuen Mittelklasse ist vom Ideal der Selbstverwirklichung in möglichst allen seinen alltäglichen Praktiken geprägt. Andreas Reckwitz weiß: „Dabei geht es jedoch nicht um eine Selbstverwirklichung, die sich in Opposition zur modernen Welt vollzieht. Sie soll vielmehr sozial erfolgreich und anerkannt in dieser Welt stattfinden.“ Der Lebensstil folgt damit ... <a title="Selbstverwirklichung ist ein verbreitetes Ziel" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erfolgreiche-selbstverwirklichung-boomt.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstverwirklichung ist ein verbreitetes Ziel">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Lebensstil des spätmodernen Subjekts in der neuen Mittelklasse ist vom Ideal der Selbstverwirklichung in möglichst allen seinen alltäglichen Praktiken geprägt. Andreas Reckwitz weiß: „Dabei geht es jedoch nicht um eine Selbstverwirklichung, die sich in Opposition zur modernen Welt vollzieht. Sie soll vielmehr sozial erfolgreich und anerkannt in dieser Welt stattfinden.“ Der Lebensstil folgt damit dem widersprüchlichen Muster der „erfolgreichen Selbstverwirklichung“. Das klassische Subjekt des Bürgertums, das auf sozialen Status und Erfolg aus war, musste dagegen häufig seine eigentlichen Wünsche zugunsten von Pflichten und Konventionen hintanstellen. Das romantische Subjekt probierte sich zwar experimentell aus, jedoch geschah das um den Preis eines Lebens am Rand der Gesellschaft. Andreas Reckwitz ist Professor für Kultursoziologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt / Oder. <span id="more-2853"></span></p>
<p><strong>Die Vorstellung eines Selbst ist eine Erfindung der Romantik</strong></p>
<p>Das spätmoderne Subjekt will beides: sich selbst entfalten und sozial anerkannt und erfolgreich sein. Selbstverwirklichung ist zu einem vieldeutigen Begriff geworden, der alltagsweltlich inflationär verwendet wird. Andreas Reckwitz möchte daher zunächst daran erinnern, dass die Vorstellung eines Selbst eine ungewöhnliche semantische Erfindung der Romantik und des Sturm und Drang war. Dieses Selbst strebt legitimerweise danach, seine ganz eigenen, vorgeblich innersten, in jedem Fall aber besonderen Wünsche und Gedanken in die Tat umzusetzen.</p>
<p>Wissenschaftlich erforscht wurde diese Vorstellung in der Psychologie der Selbstverwirklichung und des Selbstwachstums in den 1950er und 1960er Jahren. Dieser zufolge lassen sich zwei diametral entgegengesetzte Selbst- und Weltverhältnisse unterscheiden. Einerseits ein zweckrationales und normatives Verhältnis. Bei diesem geht es in erster Linie darum, Zwecke zu verfolgen, um primäre Bedürfnisse oder materielle Interessen zu befriedigen. Oder den von außen herangetragenen Normen der Gesellschaft zu entsprechen. </p>
<p><strong>Das Selbst strebt nach „Gipfelerfahrungen“</strong></p>
<p>Andererseits ein Weltverhältnis der Selbstverwirklichung, das danach strebt, etwas um seiner selbst willen zu erleben und erfahren – schöpferische Arbeit, Liebe, Religion, Natur, Kunst und vieles mehr. Das sich selbst verwirklichende Subjekt will nicht „haben“ oder „scheinen“, sondern in seinen Praktiken und im jeweiligen Moment „sein“ und idealerweise dabei „Gipfelerfahrungen“ erleben. In der Tat haben die Ideen der Psychologie der Selbstverwirklichung maßgeblich zur Herausbildung der spätmodernen Subjektstruktur beigetragen. </p>
<p>Andreas Reckwitz drückt dies zugespitzt aus: „Der Gedanke der Selbstverwirklichung ist das „gesunkene Kulturgut“ der Kultur der Spätmoderne und ihrer neuen Mittelklasse nach 1968. Das Subjekt setzt sich hier als befähigt und berechtigt zur Selbstverwirklichung voraus.“ Es sieht sich als Ort von Potenzialen und nimmt für sich gewissermaßen ein moralisches Recht in Anspruch, sich so zu entfalten, wie es ihm in seiner Besonderheit entspricht. Mit diesem Bewusstsein der Berechtigung ist ein entsprechend hohes Selbstwertgefühl verbunden. Quelle: „Die Gesellschaft der Singularitäten“ von Andreas Reckwitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Abraham Maslow entwickelte die Bedürfnispyramide</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2021 07:23:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Abraham Maslow]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnispyramide]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Midlife-Crisis]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverwirklichung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat eine Bedürfnispyramide entwickelt, welche die Bedürfnisse und Motivationen der Menschen gut beschreibt. Sie besteht aus fünf Ebenen. In der Ebene eins sind die Grundbedürfnisse wie Ernährung und Fortpflanzung angesiedelt. Sicherheitsbedürfnisse wie Gesundheit und materielle Sicherheit sind in Ebene zwei zu finden. Zur Ebene drei gehören die sozialen Bedürfnisse wie ... <a title="Abraham Maslow entwickelte die Bedürfnispyramide" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/abraham-maslow-entwickelte-die-beduerfnispyramide.html" aria-label="Mehr Informationen über Abraham Maslow entwickelte die Bedürfnispyramide">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat eine Bedürfnispyramide entwickelt, welche die Bedürfnisse und Motivationen der Menschen gut beschreibt. Sie besteht aus fünf Ebenen. In der Ebene eins sind die Grundbedürfnisse wie Ernährung und Fortpflanzung angesiedelt. Sicherheitsbedürfnisse wie Gesundheit und materielle Sicherheit sind in Ebene zwei zu finden. Zur Ebene drei gehören die sozialen Bedürfnisse wie die Liebe. Die Individualbedürfnisse sind in der Ebene vier platziert. Dazu zählt Abraham Maslow unter anderem Erfolg und Freiheit. In der Ebene fünf geht es darum, seinem Leben einen Sinn zu geben. Markus Hengstschläger warnt: „Die ersten vier sind Defizitbedürfnisse, die, wenn man sie nicht oder nur sehr eingeschränkt erfüllen kann, zu physischen oder psychischen Störungen führen.“ Professor Markus Hengstschläger ist Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der MedUniWien. <span id="more-2495"></span></p>
<p><strong>Selbstverwirklichung ist nur schwer erreichbar</strong></p>
<p>Und obwohl dies auch für die Wachstumsbedürfnisse der Selbstverwirklichung auf Ebene fünf zutrifft, können diese nie wirklich vollständig befriedigt werden. Abraham Maslow hat dieses Modell später erweitert. Dabei ist er davon ausgegangen, dass die Befriedigung all dieser Bedürfnisse, und im Besonderen der Selbstverwirklichung, nur schwer und nicht von allen Menschen erreichbar sind. In der maslowschen Hierarchie findet man den Begriff Erfolg unter den Individualbedürfnissen, gemeinsam mit dem Wunsch nach Wertschätzung, Prestige oder Ansehen. </p>
<p>Ökonomischer Erfolg wird oft deshalb angestrebt, weil sie dem Menschen zu Status, Anerkennung und Bewunderung verhelfen. Unter bestimmten Lebensbedingungen und Voraussetzungen muss jedoch schon das Stillen von Grund- und Sicherheitsbedürfnissen als erfolgreiches Leben angesehen werden. So bedauerlich das auch ist. Und noch viel bedauerlicher ist schließlich, dass die Erfüllung vieler, vor allem so wichtiger Bedürfnisse wie zum Beispiel Ernährung, Gesundheit oder Sicherheit immer noch viel zu oft nicht in den Händen des Individuums liegen. </p>
<p><strong>Jeder sehnt sich nach dem Glück</strong></p>
<p>Reinhard Schlinkert und Bernd Raffelhüschen schreiben im „Deutsche Post Glücksatlas“ von 2018: „Aber wie steht es mit dem ewigen Glück, dem Glücklichsein? Vorausgesetzt, die grundlegendsten Bedürfnisse können gestillt werden, scheint gerade das Führen eines glücklichen Lebens immer öfter als Erfolgsparameter Nummer eins angesehen zu werden. Wer es schafft, ein glückliches Leben zu führen, hat es geschafft. Aber was ist das – ein glückliches Leben? Der emotionale Zustand der Deutschen zum Beispiel lässt sich wahrscheinlich mit Zufriedenheit auf hohem Niveau beschreiben.“</p>
<p>Nicht nur im Wandel der Zeit, sondern auch im Lauf eines Lebens ändert sich die Lebenszufriedenheit. Markus Hengstschläger erläutert: „Was man gern als die U-Kurve des Glückes bezeichnet, beschreibt, dass die Lebenszufriedenheit, ob bei Männern oder Frauen, in der Jugend hoch ist, Mitte 40 auf einen Tiefpunkt sinkt und dann wieder steigt.“ Der kanadische Psychoanalytiker Elliott Jaques hat den Begriff „Midlife-Crisis“ geprägt. Kieran Setiya, Professor für Philosophie am Massachusetts Institute of Technology, vermutet hinter der „Mid-Career-Crisis“ das Schwinden der Wahlmöglichkeiten, die Tyrannei der Projekte, die eines nach dem anderen abgeschlossen und durch Neue ersetz werden. Quelle: „Die Lösungsbegabung“ von Markus Hengstschläger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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