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	<title>Mitgefühl &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Menschen fürchten die soziale Ausgrenzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2022 02:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Die zuständigen Hirnbereiche für Schmerz bei körperlicher Verletzung und jene für Schmerz bei sozialer Ausgrenzung sind nahezu identisch, wie funktionelle MRT-Untersuchungen sichtbar machen. Menschen waren von Natur aus niemals als Einzelwesen gedacht, sondern konnten nur in der Gemeinschaft in sicherer Verbindung mit anderen überleben, beweisen Bindungsforscher wie Henri Julius. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Die Beachtung sozialer Spielregeln und die Angst vor sozialer Ausgrenzung haben wir also in den Genen, auch wenn wir es als Erwachsene durchaus allein gut aushalten können.“ Um Schuldgefühle zu verstehen, ist es besonders spannend zu wissen,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die zuständigen Hirnbereiche für Schmerz bei körperlicher Verletzung und jene für Schmerz bei sozialer Ausgrenzung sind nahezu identisch, wie funktionelle MRT-Untersuchungen sichtbar machen. Menschen waren von Natur aus niemals als Einzelwesen gedacht, sondern konnten nur in der Gemeinschaft in sicherer Verbindung mit anderen überleben, beweisen Bindungsforscher wie Henri Julius. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Die Beachtung sozialer Spielregeln und die Angst vor sozialer Ausgrenzung haben wir also in den Genen, auch wenn wir es als Erwachsene durchaus allein gut aushalten können.“ Um Schuldgefühle zu verstehen, ist es besonders spannend zu wissen, dass in der „Gehirn-Hardware“ Spiegelneuronen für den Sozialkontakt fix einprogrammiert sind. Diese wurden erstmals bei Primaten entdeckt. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-3242"></span></p>
<p><strong>Die Basis-Empathie entwickelt sich zum Mitgefühl</strong></p>
<p>Empathie nennt die Forschung die Fähigkeit zu fühlen, was andere fühlen, und das beobachtete Verhalten anderer intuitiv zu verstehen. Tiere können sich dagegen gar nicht wehren. Auch Menschen tragen diese Basis-Empathie in sich. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Ergriffen von Basis-Empathie verlieren wir für den Moment das eigene Gefühl.“ Es sind wohl die Sprache und das Großhirn, die Menschen später helfen, diese Basis-Empathie noch viel konstruktiver zu nutzen und zum Mitgefühl weiterzuentwickeln. </p>
<p>Ein Mensch wendet sich dann empathisch-freundlich einem anderen zu, doch behält er daneben sein eigenes Gefühl. Später kann man, darauf aufbauend, die Fähigkeit des „Mentalisierens“ erwerben, ein von der Bindungsforschung rund um die Psychoanalytiker Peter Fonagy und Mary Target geprägter Begriff. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst und andere zu beruhigen und vor emotionaler Überflutung zu bewahren – eine wichtige Voraussetzung für seelisches Wohlbefinden. </p>
<p><strong>Extreme Schuldgefühle sind kontraproduktiv</strong></p>
<p>Schuldgefühle fördern indirekt den Kontakt. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Denn schließlich befolgen wir soziale und moralische Spielregeln, leben friedlich und handeln fürsorglich nicht nur aus Liebe, Empathie, Begeisterung, Vernunft oder Angst, sondern eben auch deshalb, um ein Schuldgefühl zu vermeiden.“ Ein ungebremstes Schuldgefühl bewirkt jedoch Schlechtes. Helga Kernstock-Redl kennt Erwachsene, die so hohe Ansprüche an sich haben, so viele innere Regeln, dass sie niemals Führungspositionen einnehmen oder Eltern werden, um den befürchtet hohen Berg aus Schuldgefühlen zu vermeiden. </p>
<p>Und auch für die Selbsterhaltung sind extreme Schuldgefühle kontraproduktiv, kann man doch endlos im „Futterkreislauf“ festhängen und im Extremfall daran psychisch fast zugrunde gehen. Menschen mögen Einfluss auf sich selbst und auf die Welt um sich herum haben. Davon können sie einfach nicht genug bekommen. Unter anderem gehören dazu Wahlmöglichkeiten, kontrollierbare Bereiche und das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Darin besteht in der psychologischen Forschung eine seltene Einigkeit. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Empathie und Mitgefühl unterscheiden sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jul 2021 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „Empathie“ hat in den letzten Jahren einen meteoritenhaften Aufstieg erlebt. Klaus-Peter Hufer erläutert: „Mit Empathie ist im alltagssprachlichen Gebrauch „Mitgefühl“ oder „Mitleid“ gemeint.“ Danach ist wohltätiges Verhalten gegenüber anderen davon abhängig, dass man sich in sie hineinversetzt, dass man fühlt, was sie fühlen. Und dass man ihren Standpunkt einnimmt oder die Welt durch ihre Augen sieht. Eine sehr ähnliche Definition stammt von der amerikanischen Philosophin und Rechtswissenschaftlerin Martha Nussbaum: „Man kann Empathie als die Fähigkeit definieren, sich die Situation des anderen vorzustellen und dessen Perspektive einzunehmen.“ Obwohl Empathie&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff „Empathie“ hat in den letzten Jahren einen meteoritenhaften Aufstieg erlebt. Klaus-Peter Hufer erläutert: „Mit Empathie ist im alltagssprachlichen Gebrauch „Mitgefühl“ oder „Mitleid“ gemeint.“ Danach ist wohltätiges Verhalten gegenüber anderen davon abhängig, dass man sich in sie hineinversetzt, dass man fühlt, was sie fühlen. Und dass man ihren Standpunkt einnimmt oder die Welt durch ihre Augen sieht. Eine sehr ähnliche Definition stammt von der amerikanischen Philosophin und Rechtswissenschaftlerin Martha Nussbaum: „Man kann Empathie als die Fähigkeit definieren, sich die Situation des anderen vorzustellen und dessen Perspektive einzunehmen.“ Obwohl Empathie und Mitgefühl im Alltag gleichgesetzt werden, sollte man sie nicht verwechseln. Klaus-Peter Hufer promovierte 1984 in Politikwissenschaften, 2001 folgte die Habilitation in Erziehungswissenschaften. Danach lehrte er als außerplanmäßiger Professor an der Uni Duisburg-Essen. <span id="more-2799"></span></p>
<p><strong>Empathie kann sich auf jeden emotionalen Zustand beziehen</strong></p>
<p>Sympathie setzt eine Gleichartigkeit im Erleben und Verhalten voraus und ruft dadurch Mitfühlung hervor. Empathie hingegen setzt keine Gleichartigkeit voraus, sondern ermöglicht durch Einfühlung eine Konvergenz. Mitleid bezieht sich ausschließlich auf negative emotionale Zustände anderer Personen, während sich Empathie auf jeden emotionalen Zustand beziehen kann. Dennoch sind diese Gefühle verwandt und ergänzen einander. Es leuchtet unmittelbar ein, dass Empathie mit dem Leiden und er Not von Opfern von Gewalt, die Fähigkeit, sich in ihre missliche Lage hineinzuversetzen, zu Unterstützung und Hilfe für sie veranlasst. </p>
<p>Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Empathie zu empfinden ein Persönlichkeitsmerkmal bei Menschen ist, die Zivilcourage zeigen. Klaus-Peter Hufer fügt hinzu: „Mehr noch: Auch gesellschaftliche Entwicklungen hin zur Festigung von Grund- und Menschenrechten werden von Empathie beeinflusst.“ Neuere Forschungsberichte legen ebenso nahe, dass in einer Gesellschaft, in der Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Narzissmus sowie aggressives und antisoziales Verhalten bestimmend ist, deutlich weniger Empathie vorhanden ist. </p>
<p><strong>Empathie lässt sich fördern und man kann sie lernen</strong></p>
<p>Klaus-Peter Hufer denkt da an die durchökonomisierte, im negativen Sinne individualisierte Gesellschaft der Gegenwart. Allzu viel Empathie stört manches betriebswirtschaftliches Kalkül. Wie Empathie entsteht, scheint noch weitgehend ungeklärt zu sein. Offensichtlich kann diese Fähigkeit im Laufe eines Lebens erworben werden und wachsen. Psychologen von der Michigan State University berichten: „Wir haben beobachtet, dass die Empathiefähigkeit von der Adoleszenz bis in fortgeschrittenes Erwachsenenalter ansteigt.“</p>
<p>Dabei spielen gravierende emotionale Erlebnisse wie die Geburt eigener Kinder, Krankheiten und der Tod enger Familienangehöriger oder Freunde eine Rolle. Beobachtet wurde auch, dass Menschen mit dem Alter empathischer werden. Empathie lässt sich fördern und man kann sie lernen. Vielleicht sorgt auch das Vorbild eines zivilcouragierten Einsatzes von Menschen mit der Fähigkeit zur Empathie dafür, dass andere davon beeindruckt sind und selbst Empathie entwickeln. Quelle: „Zivilcourage“ von Klaus-Peter Hufer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt eine dunkle Seite des Mitgefühls</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-eine-dunkle-seite-des-mitgefuehls.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 10:31:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Die dunklen Seiten der Empathie beziehen sich nicht auf den Menschen, sondern auf die Situation, in der er sich befindet. Heinz Bude erläutert: „Der empathische Beobachter schlüpft in die Haut des anderen, indem er sich die Umstände veranschaulicht, die die andere Person so und nicht anders erscheinen lassen.“ Man fühlt mit, wie der andere jetzt ist und im nächsten Augenblick sein wird. Zum Beispiel die Peinlichkeit einer Situation, das Ungeschick in der Rolle und das Bemühen um Haltung werden dem Beobachter zum erlebten Faktum. Auf dieses reagiert er mit Sorge,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die dunklen Seiten der Empathie beziehen sich nicht auf den Menschen, sondern auf die Situation, in der er sich befindet. Heinz Bude erläutert: „Der empathische Beobachter schlüpft in die Haut des anderen, indem er sich die Umstände veranschaulicht, die die andere Person so und nicht anders erscheinen lassen.“ Man fühlt mit, wie der andere jetzt ist und im nächsten Augenblick sein wird. Zum Beispiel die Peinlichkeit einer Situation, das Ungeschick in der Rolle und das Bemühen um Haltung werden dem Beobachter zum erlebten Faktum. Auf dieses reagiert er mit Sorge, Bestürzung oder Durchatmen. Dabei besitzt der empathische Beobachter einen Vorteil an Klarheit und Voraussicht. Heinz Bude studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit dem Jahr 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. <span id="more-2384"></span></p>
<p><strong>Der empathische Beobachter fühlt mit dem anderen mit</strong></p>
<p>Normalerweise lassen die meisten Menschen im Alltag die Situationen ziemlich verschwommen und schemenhaft an sich vorbeiziehen. Man geht achtlos weiter, macht einen Bogen ums Geschehen oder schüttelt innerlich den Kopf über das, was man von nebenan hört. Wenn man sich aber plötzlich in die Situation eines anderen Menschen versetzt sich, verändert sich das. Die Person ist dann in einer ungeheuren Schnelligkeit in der Lage, aufgrund einiger weniger Merkmale der Situation den Zustand des Gegenübers zu erfassen.</p>
<p>Jemand stolpert, verliert den Faden oder fängt mit einem Mal an zu lachen. Man kann Dinge wahrnehmen, die der andere noch nicht registriert hat. Und man kann Konsequenzen erwägen, die der andere nicht im Blick haben kann. Man bemerkt zum Beispiel, wie sich die Farbe im Gesicht verändert und welchen Ton die Stimme unversehens annimmt. Und man kann diese vielfältigen Informationen in einem Gesamteindruck des Befindens mit einem Schlag zusammenfassen. Der Beobachter sieht, was los ist, und kann mitfühlen, wie es dem anderen geht.</p>
<p><strong>Solidarität verbessert den Zustand meines Nächsten</strong></p>
<p>Heinz Bude erklärt: „Empathie heißt nicht, dass ich einen direkten Draht zum anderen hätte. Ich weiß nicht, was in deinem Kopf vorgeht. Und kann mir auch nicht ausmalen, welche Bilder deiner Kindheit in diesem Moment für dich wachgerufen werden.“ Aber der Beobachter kann sehr wohl erkennen, was den anderen jetzt völlig aus dem Tritt bringen würde oder wie die Situation im Nu gelöst werden könnte. Eine direkte Simulation von Gefühlen und Empfindungen ist bei diesem Vorgang nicht notwendig.</p>
<p>Eine Person kann aber seine Wahrnehmung mit Gefühlen verbinden, weil sie Situationen dieser Art kennt und weiß, wie man sich dann fühlt. Ob die Situation einen dazu einlädt, dass man dem anderen irgendwie zur Hilfe kommt, ist eine ganz andere Frage. Der Beobachter könnte sich auch zurücklehnen und wie ein Sadist genießen, wie der andere schwitzt und kämpft. Solidarisch wäre man mit einer anderen Person erst dann, wenn die persönliche Empathie dazu führt, dass sich der Zustand meines Mitbürgers oder meines Nächsten irgendwie verbessert. Quelle: „Solidarität“ von Heinz Bude</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Rolf Dobelli deckt die Illusion des Mitgefühls auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 06:09:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[News lullen viele Menschen in ein warmes, weltumspannendes Gefühl ein. Sie fühlen sich alle als Weltbürger. Ihnen passieren dieselben Dinge. Sie alle sind miteinander verbunden. Der Planet ist ein globales Dorf. Rolf Dobelli kritisiert: „Der Zauber einer allumfassenden, weltweiten Verbundenheit ist ein gigantischer Selbstbetrug.“ Tatsache ist: Nicht der Konsum von Nachrichten verbindet eine Person mit seinen Mitmenschen und Kulturen. Die Menschen sind miteinander verbunden, weil sie miteinander kooperieren, Handel treiben, Freundschaften pflegen, verwandt sind oder lieben. Wenn immer Rolf Dobelli berichtet, dass er sich von News fernhält, kommt unweigerlich der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>News lullen viele Menschen in ein warmes, weltumspannendes Gefühl ein. Sie fühlen sich alle als Weltbürger. Ihnen passieren dieselben Dinge. Sie alle sind miteinander verbunden. Der Planet ist ein globales Dorf. Rolf Dobelli kritisiert: „Der Zauber einer allumfassenden, weltweiten Verbundenheit ist ein gigantischer Selbstbetrug.“ Tatsache ist: Nicht der Konsum von Nachrichten verbindet eine Person mit seinen Mitmenschen und Kulturen. Die Menschen sind miteinander verbunden, weil sie miteinander kooperieren, Handel treiben, Freundschaften pflegen, verwandt sind oder lieben. Wenn immer Rolf Dobelli berichtet, dass er sich von News fernhält, kommt unweigerlich der Vorwurf: „Aber Sie nehmen ja keinen Anteil am Leiden der Ärmsten der Welt, an den Kriegsgeschehnissen und Gräueltaten.“ Der Bestsellerautor Rolf Dobelli ist durch seine Sachbücher „Die Kunst des klaren Denkens“ und „Die Kunst des klugen Handelns“ weltweit bekannt geworden. <span id="more-2195"></span></p>
<p><strong>Anteilnahme durch Medienkonsum ist der größte Selbstbetrug</strong></p>
<p>Rolf Dobellis Antwort lautet: „Erstens, muss ich das denn?“ Zweitens „Anteilnehmen durch Medienkonsum“ – gibt es einen größeren Selbstbetrug. Denn echte Anteilnahme bedeutet Handeln. Im eigenen Mitgefühl schwelgen ist nicht nur nicht hilfreich, sondern einfach nur widerlich. Rolf Dobelli fordert: „Wenn Ihnen das Schicksal der Erbebenopfer, Kriegsflüchtlinge und Hungerleidenden wirklich am Herzen liegt, spenden Sie Geld. Nicht Aufmerksamkeit. Nicht Arbeit. Keine Gebete. Sondern Geld.“</p>
<p>Ihre Aufmerksamkeit schenken die Menschen beim Konsum von Nachrichten beispielsweise nicht den Erdbebenopfern, sondern den Betreibern von News-Webseiten oder Printmedien. Die Erdbebenopfer spüren diese Aufmerksamkeit nicht, die Betreiber der Nachrichtenportale sehr wohl. Und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens, indem sie Geld verdienen, indem sie die Aufmerksamkeit den Werbekunden weiterverkaufen. Zweitens, weil sie wieder mehr Daten über den Nutzer gesammelt haben, den sie in Zukunft noch gezielter mit Werbung bombardieren können.</p>
<p><strong>News haben nichts mit einer objektiven Beurteilung der Leiden der Welt zu tun</strong></p>
<p>Mit ihrer Aufmerksamkeit helfen viele Menschen den News-Medien, nicht den Opfern. Und sie schaden sich selbst. Rolf Dobelli hat eine Idee: „Wenn Sie auf News verzichten, haben sie einen ganzen Monat pro Jahr an Zeit gewonnen. Verwandeln sie einen Teil dieser frei gewordenen Zeit in Geld – vielleicht in Form von Überstunden oder mit einem Nebenjob – und spenden den damit erarbeiteten Betrag.“ Am besten an etablierte Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Terre des Hommes.</p>
<p>Oft hört Rolf Dobelli den Einwand: „Ohne News-Konsum wissen Sie ja gar nicht, wo die Hilfe am dringendsten ist.“ Auch das ist ein Denkfehler. Denn die News-Medien sind voreingenommen in der Entscheidung, über welche Katastrophen sie berichten. Sie berichten über Katastrophen, die erstens neu sind, zweitens gute Bilder liefern und drittens an Einzelschicksalen aufgehängt werden können. Eine Nachrichtenauswahl nach den genannten drei Kriterien, hat aber nicht mit einer objektiven Beurteilung der Leiden dieser Welt zu tun. Quelle: „Die Kunst des digitalen Lebens“ von Rolf Dobelli</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jeremy Rifkin fordert eine „empathische Zivilisation“</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jeremy-rifkin-fordert-eine-empathische-zivilisation.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2019 08:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggressivität]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff „Empathie“ hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere gemacht, selbst Politiker wie der amerikanische Präsident Barack Obama klagen über fehlende Empathie, und Vordenker wie Jeremy Rifkin fordern gar eine „empathische Zivilisation“. Auch Straftaten werden heute gerne damit erklärt, dass der Täter einen Mangel an Empathie habe und daher im Gefängnis oder in der Therapie dazu gebracht werden müsse, mehr Empathie zu empfinden. In Ulrich Schnabel regt sich Widerspruch: „Solange Empathie jedoch lediglich als Einfühlung verstanden wird, garantiert ein Mehr davon noch längst kein friedlicheres oder freundlicheres Verhalten.“&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff „Empathie“ hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere gemacht, selbst Politiker wie der amerikanische Präsident Barack Obama klagen über fehlende Empathie, und Vordenker wie Jeremy Rifkin fordern gar eine „empathische Zivilisation“. Auch Straftaten werden heute gerne damit erklärt, dass der Täter einen Mangel an Empathie habe und daher im Gefängnis oder in der Therapie dazu gebracht werden müsse, mehr Empathie zu empfinden. In Ulrich Schnabel regt sich Widerspruch: „Solange Empathie jedoch lediglich als Einfühlung verstanden wird, garantiert ein Mehr davon noch längst kein friedlicheres oder freundlicheres Verhalten.“ Zum einen ist die Empathie nämlich meist nur auf die Angehörigen der eigenen Gruppe beschränkt und dient damit als Abgrenzung gegen andere. Ulrich Schnabel ist Wissenschaftsredakteur der Wochenzeitung „Zeit“ und Autor mehrerer erfolgreicher Sachbücher. <span id="more-2119"></span></p>
<p><strong>Aggressivität lässt sich nicht mit einem Mangel an Einfühlung erklären</strong></p>
<p>Zum anderen beweist auch das Verhalten von Psychopathen, dass besseres Einfühlungsvermögen nicht notgedrungen zu mehr Menschlichkeit führt. Ulrich Schnabel erklärt: „Rabiate Psychopaten zeichnen sich nämlich oft gerade durch die Fähigkeit aus, sich bestens in die Psyche ihrer Opfer einfühlen und diese nach Belieben manipulieren zu können.“ Das Einfühlen führt eben nicht notwendigerweise auch zu Mitgefühl. Der Forensik-Psychiater Hans-Ludwig Kröber hält deshalb die übliche Diagnose vom Mangel an Empathie bei Straftätern für modisches Gerede.</p>
<p>Auch eine Meta-Studie des Psychologen David Vachon zeigt, dass Aggressivität sich in der Regel nicht durch einen Mangel an Einfühlung erklären lässt. Der Zusammenhang zwischen Aggression und Empathie sei „überraschend schwach“ stellte David Vachon fest, nachdem er 86 Studien zum Thema ausgewertet hatte. David Vachon kritisiert: „Diese Befund ist ausgesprochen beunruhigend angesichts der großen Rolle, die Empathie derzeit bei der Diagnose von Aggressionsstörungen, der Einschätzung der künftigen Gefährlichkeit und der Behandlung von Straftätern spielt.“</p>
<p><strong>Nur dauerhaftes Engagement führt zu tiefgreifenden Veränderungen im Verhalten</strong></p>
<p>Statt einfach mehr Einfühlung zu fordern, sollte man eher fragen, wie man eine grundsätzlich menschenfreundlichere Haltung fördert, die durch Mitgefühl und Rücksichtnahme gekennzeichnet ist. Das ist übrigens nicht notwendigerweise mit dem Buddhismus verknüpft. Auch das Christentum predigt schließlich seit rund 2.000 Jahren Mitgefühl und Solidarität mit den Schwachen. Die „Mitleidenschaft“ oder „Compassion“ ist dem Theologen Johann Baptist Metz zufolge sogar der Kern des Christentums und seine zentrale Botschaft für die Menschheit.</p>
<p>Ein paar Stunden Mitgefühlsmeditation oder ein paar Tage Mitarbeit im Altenheim können allenfalls ein Anstoß sein, um wirklich eine mitfühlende Sicht auf die Welt zu entwickeln. Um tiefgreifende Veränderung im Verhalten zu bewirken, braucht es ein dauerhaftes Engagement. Denn mentale und emotionale Veränderungen brauchen Zeit. Es kann allerdings durchaus sein, dass man sich kurzfristige weniger gestresst und ausgeglichener fühlt. Messbare biochemische Veränderungen treten allerdings erst nach einigen Monaten auf. Quelle: „Was kostet ein Lächeln“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Es gibt einen Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-einen-unterschied-zwischen-empathie-und-mitgefuehl.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Dec 2019 07:33:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der amerikanische Forscher Paul Bloom, der an der Universität Yale forscht, hält eine Unterscheidung zwischen Empathie und Mitgefühl für fundamental. Zugleich meldet er in einer Welle der Begeisterung für Empathie seine Zweifel an. Ina Schmidt nennt ein Beispiel: „In einer Arzt-Patienten-Beziehung ist sie zwar in Teilen unerlässlich, aber sie braucht ebenso eine klare Grenze, gerade damit der Arzt auch auf der sachlichen Ebene handlungsfähig bleibt.“ Gibt es also ein Zuviel an Empathie? „Empathie blendet“, sagt Paul Bloom und weist darauf hin, dass sie auch eine zu starke gefühlsmäßige Reaktion hervorrufen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der amerikanische Forscher Paul Bloom, der an der Universität Yale forscht, hält eine Unterscheidung zwischen Empathie und Mitgefühl für fundamental. Zugleich meldet er in einer Welle der Begeisterung für Empathie seine Zweifel an. Ina Schmidt nennt ein Beispiel: „In einer Arzt-Patienten-Beziehung ist sie zwar in Teilen unerlässlich, aber sie braucht ebenso eine klare Grenze, gerade damit der Arzt auch auf der sachlichen Ebene handlungsfähig bleibt.“ Gibt es also ein Zuviel an Empathie? „Empathie blendet“, sagt Paul Bloom und weist darauf hin, dass sie auch eine zu starke gefühlsmäßige Reaktion hervorrufen kann, wie zum Beispiel den Wunsch nach Rache, wenn das Hineinversetzen in Opfer von Verbrechen zu viel Raum als Leitlinie für das eigene Handeln bekommt. Ina Schmidt gründete 2005 die „denkraeume“, eine Initiative, in der sie in Vorträgen, Workshops und Seminaren philosophische Themen und Begriffe für die heutige Lebenswelt verständlich macht. <span id="more-2112"></span></p>
<p><strong>In großen Gruppen sind die Gefühle anstecken</strong></p>
<p>Damit widerspricht Paul Bloom Denkern wie dem amerikanischen Soziologen Jeremy Rifkin, der eine empathische Zivilisation fordert, die dem Umdenken vom gierigen und egoistischen Menschentypus zum mitfühlenden Gemeinschaftswesen nachfolgen solle. Hier wirkt die Unterscheidung, die Paul Bloom zwischen Mitgefühl und Empathie macht: „Empathie heißt, Ich fühle das, was ein anderer Menschen fühlt. Mitgefühl bedeutet: Ich kümmere mich um den anderen, ich sorge für ihn.“</p>
<p>Paul Bloom räumt ein, dass sich in der realen Lebenswelt beide Bereiche mischen und nicht trennscharf zu behandeln sind, dennoch ist es wichtig, dass es diese unterschiedlichen Ebenen gibt und man sein eigenes Verhalten daran hin und wieder abgleichen sollte. Die Philosophin Heidemarie Bennent-Vahle macht darüber hinausgehend auf mögliche Phänomene wie „Gefühlsansteckung“ in großen Gruppen oder die Übertragung von Stimmungen aufmerksam, die in einem Menschen oft fälschlicherweise den Eindruck erwecken, ein „eigenes“ Gefühl wahrzunehmen.</p>
<p><strong>Jeder sollte seinen Verstand ohne fremde Hilfe anwenden</strong></p>
<p>Ina Schmidt erklärt: „Diese Einflüsse können wir auch für uns nutzen, um uns bestimmten Gefühlswelten auszusetzen, die uns „gut“ tun, oder wir meiden bestimmte Umgebungen oder Menschen, die uns „herunterziehen“ – immer aber bleibt es zentral, dass wir uns das Eigene bewusst machen, um es in Beziehung zum anderen setzen zu können.“ Dabei gilt es zu vermeiden, sich nicht nur mit kurzen empathischen Momenten einer eher zufälligen Übereinstimmung mit der Welt da draußen zufriedenzugeben oder durch zu starke „Einfühlung“ im Handeln abgehalten zu werden.</p>
<p>Eher ist jeder darin gefordert, nicht nur sein Gefühlsleben in den Blick zu nehmen, sondern mindestens ebenso sehr dasjenige, was einen über seine Gefühlswelten hinaus zu dem macht, was Ina Schmidt hier eine Person nennt. Nach Immanuel Kant ist eine Person ein Mensch, den man in seiner Begabung zur Vernunft und einem Bewusstsein seiner selbst erkenne und anerkennen kann – dazu gehört, dass er sich auf dieser Basis autonom verhält, indem er, so Immanuel Kant, den Mut hat, sich seines Verstandes ohne fremde Hilfe zu bedienen, und diese Haltung auch zum Ausdruck bringt. Quelle: „Das Ziel ist im Weg“ von Ina Schmidt</p>
<p><strong>Von Hans Klumbies</strong></p>
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		<title>Menschen sind biologisch weder gut noch böse</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2018 04:27:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Die evolutionäre Sicht macht deutlich, dass es sich bei Empathie nicht um eine kulturell gelernte Fähigkeit handelt, sondern m eine tief in der Biologie des Menschen verwurzelte Funktion. Manfred Spitzer ergänzt: „Wie fast alles, was die Menschen ausmacht oder was sie tun, ist auch unsere Biologie kulturell stark beeinflusst, überformt oder geprägt. Dies darf jedoch nicht den Blick dafür verstellen, dass die grundlegenden Funktionen selbst nicht Teil unserer Kultur, sondern unserer Biologie sind.“ Diese Feststellung ist an dieser Stelle deswegen so wichtig, weil das „Wesen“ des Menschen häufig als grundsätzlich&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die evolutionäre Sicht macht deutlich, dass es sich bei Empathie nicht um eine kulturell gelernte Fähigkeit handelt, sondern m eine tief in der Biologie des Menschen verwurzelte Funktion. Manfred Spitzer ergänzt: „Wie fast alles, was die Menschen ausmacht oder was sie tun, ist auch unsere Biologie kulturell stark beeinflusst, überformt oder geprägt. Dies darf jedoch nicht den Blick dafür verstellen, dass die grundlegenden Funktionen selbst nicht Teil unserer Kultur, sondern unserer Biologie sind.“ Diese Feststellung ist an dieser Stelle deswegen so wichtig, weil das „Wesen“ des Menschen häufig als grundsätzlich böse eingestuft wird. Der englische Philosoph Thomas Hobbes prägte den Satz: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“ Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. <span id="more-1890"></span></p>
<p><strong>Das Mitgefühl setzt sich aus verschieden Schichten zusammen</strong></p>
<p>Dieser Satz ist die Formel für die Annahme, dass eine biologisch fest verankerte Tendenz zu Egoismus, Narzissmus und Aggressivität das menschliche Handeln ganz wesentlich bestimmen würde. Daraus wurde und wird nicht selten abgeleitet, dass nur durch drastische „kulturelle“ Maßnahmen – je nach Ideologie: Erziehung, Dressur, Unterweisung, Modelllernen, Einsicht – die „böse Natur“ des Menschen gezähmt werden könne und müsse und nur so eine menschliche Gemeinschaft überhaupt möglich sei.</p>
<p>Diese Sicht der Dinge ist für Manfred Spitzer zu einfach. Denn Menschen sind biologisch weder gut noch böse, sie tragen vielmehr Anlagen für beides in sich. Wie die Entwicklung dieser Anlagen im Laufe eines individuellen Lebens erfolgt, ist offen und wird stark durch den jeweiligen kulturellen Kontext beeinflusst. Kein Mensch erzieht sich selbst. Und so wird verständlich, warum die Entwicklung von Mitgefühl beim Kind stark von der Kultur abhängt, in der es aufwächst. Beim heranwachsenden Kind lässt sich gut beobachten, wie sich Mitgefühl aus verschiedenen Schichten zusammensetzt, die keineswegs alle zugleich auftreten.</p>
<p><strong>Das Mitgefühl in Deutschland nimmt ab</strong></p>
<p>Vielmehr unterliegen schon Babys der Ansteckung – sie schreien zum Beispiel wenn ein anderes Baby schreit. Zwischen 14 und 18 Monaten beginnen Kleinkinder mit zielgerichtetem Helfen, und mit drei Jahren spenden sie schon Trost und handeln reziprok, das heißt, sie behandeln andere abhängig davon, wie sie von ihnen behandelt wurden. Das Helfen, Spenden von Trost und Vermitteln bei Konflikten verstärkt sich zwischen fünf und sechs Jahren noch deutlich. Im weiteren Verlauf lernen Kinder immer differenzierter, dem jeweiligen Kontext entsprechende soziale Verhaltensweisen – vermitteln durch das gelebte soziale Miteinander gemäß den Regeln des kulturellen Kontexts. </p>
<p>Betont die in einer Gesellschaft gelebte Kultur Selbstbezogenheit, Egoismus und Materialismus, so wird sich entsprechendes Verhalten bei den heranwachsenden jungen Menschen eher ausbilden. Entsprechend werden die Chancen für prosoziales Verhalten geringer und das Risiko von Einsamkeit größer. Mittlerweile ist durch harte Daten belegt: Das Mitgefühl in Deutschland nimmt ab. Ebenso rückläufig ist die Fähigkeit zur Einnahme der Perspektive anderer. Ein parallel dazu verlaufender Trend zeigt folgendes: Bei jungen Menschen ist ein zunehmende materielle Einstellung zu verzeichnen. Quelle: „Einsamkeit“ von Manfred Spitzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die höchste Form des Mitgefühls ist die Theory of Mind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jul 2018 06:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Mitgefühl ist eine im Lauf der Evolution des Menschen entstandene mehrschichtige Fähigkeit. Manfred Spitzer erläutert: „Sie ist klar zu unterscheiden von der automatisch ablaufenden und auch im Tierreich zu beobachtenden sozialen und emotionalen Ansteckung: Ein Vogel schreit aufgeregt, und der ganze Vogelschwarm hebt ab. Ein Mensch sieht, dass jemand Schmerzen hat, und verspürt daraufhin selbst ein ganz unangenehmes Gefühl.“ Dieses Phänomen wird als Sympathie bezeichnet. Sympathie bedeutet wörtlich genommen „mit-leiden“, das Wort hat allerdings im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel vollzogen. Diese Form des Mit-Fühlens läuft automatisch ab und ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitgefühl ist eine im Lauf der Evolution des Menschen entstandene mehrschichtige Fähigkeit. Manfred Spitzer erläutert: „Sie ist klar zu unterscheiden von der automatisch ablaufenden und auch im Tierreich zu beobachtenden sozialen und emotionalen Ansteckung: Ein Vogel schreit aufgeregt, und der ganze Vogelschwarm hebt ab. Ein Mensch sieht, dass jemand Schmerzen hat, und verspürt daraufhin selbst ein ganz unangenehmes Gefühl.“ Dieses Phänomen wird als Sympathie bezeichnet. Sympathie bedeutet wörtlich genommen „mit-leiden“, das Wort hat allerdings im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel vollzogen. Diese Form des Mit-Fühlens läuft automatisch ab und ist nicht auf den Menschen beschränkt, sondern beispielsweise auch bei Mäusen und Ratten eindeutig nachweisbar. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. <span id="more-1878"></span></p>
<p><strong>Menschen weisen verschieden Ausprägungen des Mitleidens auf</strong></p>
<p>Bereits Charles Darwin wies darauf hin, dass „viele Tiere ganz gewiss mit der Bedrängnis und Gefahr ihresgleichen mitfühlen“. Wenn im Kino Zuschauer sich bei brutalen Szenen die Hände vors Gesicht halten, dann möchten sie verhindern, dass sie die auf der Leinwand gezeigten Qualen selbst fühlen. Denn dies geschieht automatisch – mehr oder weniger intensiv. Menschen sind unterschiedlich sensibel und weisen verschiedene Ausprägungen des Mitleidens auf. In der wissenschaftlichen Literatur spricht man hinsichtlich dieser Form des Mitgefühls auch von „emotionaler Empathie“. </p>
<p>Manfred Spitzer erklärt: „Empathie hat heute meist eine andere Bedeutung. Empathisch sind wir, wenn wir um einen Menschen angesichts der besonderen Umstände, in denen er sich befindet, besorgt sind. Es ist eine Form der aktiven Zuwendung, die bewusst erfolgt, und nicht eine „Ansteckung“ mit dem gleichen Gefühl eines anderen Menschen.“ Man sorgt sich um einen leidenden Mitmenschen, und das eigene Handeln ist geleitet vom Wunsch nach Abhilfe seiner Qualen. </p>
<p><strong>Auch Menschenaffen spenden häufig Trost</strong></p>
<p>Dies setzt erstens voraus, dass die Umstände als solche erkannt und bewertet werden können, und zweitens, dass die eigenen Emotionen von denen eines anderen unterschieden werden können. Beides sind – verglichen mit einfachem Mitgefühl – höhere geistige Leistungen; man spricht deshalb auch von kognitiver Empathie. Diese Form des Mitgefühls äußert sich zum Beispiel im Spenden von Trost und Umarmen oder Streicheln eines Artgenossen, der gerade im Kampf unterlegen war bzw. verletzt wurde. </p>
<p>Dachte man früher, dass nur Menschen zu derart komplexen Affekten fähig seien, so ist heute nachgewiesen, dass auch Menschenaffen häufig Trost spenden. Eine noch komplexere Form der Empathie ist die Fähigkeit, sich in einen anderen hineinzuversetzen, seine Perspektive einzunehmen und ihm daraufhin zielgerichtet zu helfen. Manfred Spitzer weiß: „In der Psychologie spricht man von der Fähigkeit zur „Theory of Mind“ und bezeichnet damit das Vermögen, gewissermaßen „in die Haut“ eines anderen zu schlüpfen, um die Welt mit „dessen Augen“ zu sehen.“ Quelle: „Einsamkeit“ von Manfred Spitzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ulrich Schnabel untersucht den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/ulrich-schnabel-untersucht-den-unterschied-zwischen-mitleid-und-mitgefuehl.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Apr 2017 07:51:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Psychologen machen einen Unterschied zwischen den Begriffen „Mitleid“ und „Mitgefühl“. Das reine Mitleid ist dabei jene Art von teilnahmsvollen Kummer, die sich auf eine Zuschauerrolle beschränkt, passiv bleibt und einen sicheren emotionalen Abstand wahrt – es entspricht also jener Haltung, die die meisten Menschen zum Beispiel gegenüber Obdachlosen einnehmen. Ulrich Schnabel ergänzt: „Man fühlt sich betroffen, hat eventuell auch ein schlechtes Gewissen, spürt aber nicht den Antrieb oder hat nicht die nötigen Mittel, einzugreifen und die Situation des anderen substanziell zu verbessern.“ Anders hingegen ist es beim Mitgefühl, das mit&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Psychologen machen einen Unterschied zwischen den Begriffen „Mitleid“ und „Mitgefühl“. Das reine Mitleid ist dabei jene Art von teilnahmsvollen Kummer, die sich auf eine Zuschauerrolle beschränkt, passiv bleibt und einen sicheren emotionalen Abstand wahrt – es entspricht also jener Haltung, die die meisten Menschen zum Beispiel gegenüber Obdachlosen einnehmen. Ulrich Schnabel ergänzt: „Man fühlt sich betroffen, hat eventuell auch ein schlechtes Gewissen, spürt aber nicht den Antrieb oder hat nicht die nötigen Mittel, einzugreifen und die Situation des anderen substanziell zu verbessern.“ Anders hingegen ist es beim Mitgefühl, das mit der Bereitschaft einhergeht, sich persönlich zu engagieren – was zum beispielsweise der Fall ist, wenn ein naher Verwandter obdachlos wird. Ulrich Schnabel ist Wissenschaftsredakteur der Wochenzeitung „Zeit“ und Autor mehrerer erfolgreicher Sachbücher. <span id="more-1627"></span></p>
<p><strong>Im Mitleid drückt sich häufig eine Distanz aus</strong></p>
<p>Dabei entscheidet vor allem der Grad der Vertrautheit, ob ein Mensch eher das eine oder das andere empfindet: Je näher uns der andere steht, desto eher fühlen wir uns angesprochen, ihm in einer Notlage beizustehen. Während Mitgefühl aus der Erfahrung resultiert, dass der andere einem selbst nicht fremd, sondern ähnlich ist, drückt sich im Mitleid häufig eine Distanz aus, die mit einem Gefühl der Überlegenheit einhergeht. Für den israelischen Gefühlsforscher Aaron Ben Ze`ev ist sie nicht nur mit Passivität, sondern sogar mit einer gewissen Arroganz verbunden.</p>
<p>Dennoch ist für Aaron Ben Ze`ev das Mitleid kein Laster: „Immerhin überwinden wir damit unsere natürliche Neigung, unseren Blick von leidenden Menschen abzuwenden. Und schon allein diese Überwindung ist ohne Zweifel gesellschaftlich nützlich und moralisch empfehlenswert.“ Dass die Unterscheidung zwischen Mitleid und Mitgefühl alles andere als eine abstrakte Frage ist, zeigt der Alltag in Kliniken, Schulen oder Pflegeheimen – also überall dort, wo ein mitfühlendes Verhalten zu Berufsbild gehört.</p>
<p><strong>Der Psychologe Tobias Altmann spricht vom „Risikofaktor Empathie“</strong></p>
<p>Für Krankenschwestern, Lehrer oder Pflegekräfte stellt dieser emotionale Aspekt ihrer Arbeit oft eine große Herausforderung dar. Ulrich Schnabel erklärt: „Wer mit seinen Patienten, Schülern oder Pflegefällen allzu emphatisch mitleidet, wird von negativen Gefühlen überschwemmt, ist bald emotional überlastet und Burn-out gefährdet; wer sich aus Selbstschutz gegen das Leid der anderen verschließt, verliert gerade jenes Einfühlungsvermögen, das eigentlich Voraussetzung für solche Berufe ist.“</p>
<p>In diesem Zusammenhang spricht der Psychologe Tobias Altmann vom „Risikofaktor Empathie“. Die negativen Emotionen einer anderen Person könnten durch „empathische Übertragung“ die eigene emotionale Stabilität erschüttern. Besonders groß wird diese Gefahr, wenn die Forderung nach einem empathischen Verhalten mit hohem Zeit- und Kostendruck einhergeht – wie es in Krankenhäusern und Pflegeheimen zunehmend der Fall ist. Auch Angehörige, die zu Hause eine pflegebedürftige Person versorgen, sind von diesem Risiko betroffen. Quelle: „Was kostet ein Lächeln“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Empathie und Mitgefühl unterscheiden sich</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/empathie-und-mitgefuehl-unterscheiden-sich.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2016 17:27:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Bartens]]></category>
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					<description><![CDATA[Es sind in der Regel die besonders Guten, die Idealisten, die irgendwann nicht mehr können. Die alles gegeben haben und immer noch ein bisschen mehr. Die immer Feuer und Flamme waren, entzündet für andere oder ihre Arbeit – bis sie dann irgendwann ausbrannten. In der Alltagssprache werden Mitgefühl und Empathie weitgehend gleichbedeutend verstanden. Werner Bartens stellt fest: „Womöglich ist es aber notwendig, Empathie und Mitgefühl zu unterscheiden – weil die Menschen unterschiedliche Folgen spüren, je nachdem, mit welcher inneren Haltung sie sich in andere einfühlen.“ Viele Neurowissenschaftler, Psychologen und Kognitionsforscher&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind in der Regel die besonders Guten, die Idealisten, die irgendwann nicht mehr können. Die alles gegeben haben und immer noch ein bisschen mehr. Die immer Feuer und Flamme waren, entzündet für andere oder ihre Arbeit – bis sie dann irgendwann ausbrannten. In der Alltagssprache werden Mitgefühl und Empathie weitgehend gleichbedeutend verstanden. Werner Bartens stellt fest: „Womöglich ist es aber notwendig, Empathie und Mitgefühl zu unterscheiden – weil die Menschen unterschiedliche Folgen spüren, je nachdem, mit welcher inneren Haltung sie sich in andere einfühlen.“ Viele Neurowissenschaftler, Psychologen und Kognitionsforscher verstehen Empathie als eine Art Resonanz mit dem Gefühlszustand anderer Menschen, die so plastisch und überwältigend sein kann, dass sie überfordert und belastet und dann weder guttut noch gesund ist. Werner Bartens ist Autor von Bestsellern wie „Das Ärztehasser-Buch“, „Körperglück“ und „Was Paare zusammenhält“. <span id="more-1416"></span></p>
<p><strong>Zu starke Empathie kann schädlich sein</strong></p>
<p>Besonders in pflegenden, medizinischen und sozialen Berufen kann die Empathie so stark sein, dass sie weder anderen hilft noch selbst positiv wirkt und in der Folge Depressionen oder Burn-out drohen. Tatsächlich kann das allzu empathische Nachempfinden der Schmerzreaktionen anderer auch unangenehm sein und mit vielen negativen Gefühlen und Reaktionen einhergehen. Man muss dazu das Leid gar nicht direkt erleben. Allzu starke Resonanz mit dem Leiden anderer kann schließlich jeden überwältigen, dazu muss man kein Arzt oder Pflegekraft sein.</p>
<p>Mitgefühl bietet hingegen eine andere Strategie und zielt darauf ab, dem Leid anderer mit warmherzigen Gefühlen zu begegnen. Werner Bartens fügt hinzu: „Auf diese Weise schützt es nicht nur vor Erschöpfung, Depression und Burn-out, sondern es verstärkt auch konkret die Hilfsbereitschaft gegenüber anderen.“ Das Mitgefühl wird manchmal auch als „liebende Güte“ bezeichnet. Mitgefühl und Empathie sind also nicht nur unterschiedliche Empfindungen, sie haben auch unterschiedliche Auswirkungen.</p>
<p><strong>Einfühlung ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft</strong></p>
<p>Die gütige, liebende, wärmende Form des Mitgefühls führt auch keineswegs zu einer Stimmung, in der nur Friede und Freude herrscht, die in wohliger Selbstgenügsamkeit und behaglichem Nichtstun endet. Werner Bartens betont: „Die Wahrnehmung für das Leid anderer ist durchaus noch vorhanden und geht mit der Erkenntnis einher, dass hier wahrhaftig jemand bedürftig ist.“ Der Hilfsbereitschaft tut diese Methode der Einfühlung also keinen Abbruch, und das Leid anderer wird dabei nicht verleugnet.</p>
<p>Solcherart praktiziertes Mitgefühl ermöglicht es aber – trotz der Schwierigkeiten anderer –, selbst positive Gefühle zu erleben. Man kann es vielleicht so sagen: Einfühlung ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, aber schonender für den Mitleidenden wie auch hilfreicher für den Leidenden ist es, wenn statt der belastenden „Empathie für den Schmerz“ ein wohliges „Mitgefühl von Wärme und Zuneigung“ tritt. Quelle: „Empathie“ von Werner Bartens</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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