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	<title>Masse &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Viel Eigentum soll das Selbst aufblähen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2023 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
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					<description><![CDATA[Sein nacktes Selbst ist dem Menschen entweder zu klein oder nicht gut genug. Dies erklärt für Joachim Bauer, warum viele zeitlebens mit dem Versuch beschäftigt sind, ihr Selbst zu vergrößern, aufzublähen oder besser zu machen, als es ist. Eine schon im Kindesalter zu beobachtende Methode, das eigene Selbst zu vergrößern, besteht darin, dass man sich ... <a title="Viel Eigentum soll das Selbst aufblähen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-das-aufgeblaehte-selbst.html" aria-label="Mehr Informationen über Viel Eigentum soll das Selbst aufblähen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sein nacktes Selbst ist dem Menschen entweder zu klein oder nicht gut genug. Dies erklärt für Joachim Bauer, warum viele zeitlebens mit dem Versuch beschäftigt sind, ihr Selbst zu vergrößern, aufzublähen oder besser zu machen, als es ist. Eine schon im Kindesalter zu beobachtende Methode, das eigene Selbst zu vergrößern, besteht darin, dass man sich drapiert oder mit Dingen behängt. Joachim Bauer fügt hinzu: „Erwachsene versuchen ihr Selbst zum Beispiel dadurch aufzublähen, dass sie möglichst viel Eigentum erwerben.“ Die Annahme, der Mensch zähle seinen Besitz zu seinem Selbst, ist aus psychologischer Sicht keineswegs abwegig. Was man beruflich leisten, kann auch der Selbstvergrößerung dienen. Je bedürftiger das Selbst eines Menschen ist, desto wichtiger ist es ihm, ständig über seine Arbeit zu sprechen und seine Auszeichnungen zu erwähnen. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-4875"></span></p>
<p><strong>Zwerge wollen in der Masse groß werden</strong></p>
<p>Eine potenziell weniger putzige Art, sein Selbst aufzublähen, ist das Streben danach, Teil einer Massenbewegung zu werden. Joachim Bauer erläutert: „Viele Menschen folgen populistischen oder demagogischen Verführern, die versprechen, aus ihnen, den sich schwach fühlenden Zwergen, etwas Großes zu machen.“ Nationalistische Bewegungen haben viele Ursachen, die Joachim Bauer hier nicht simplifizieren oder psychologisieren will. Politische Brandstifter täten sich mit der Mobilisierung von Anhängern aber weitaus schwerer, hätten Menschen nicht das Bedürfnis, ihr schlechtes Selbstgefühl mit der Heißluft des Nationalismus aufzublähen.</p>
<p>Joachim Bauer stellt fest: „Eine besondere Attraktion scheint von großen Aufmärschen, Paraden und – möglichst im Gleichschritt – marschierenden Menschenmassen auszugehen.“ Synchron ausgeführte Bewegungen, gemeinsame Parolen oder miteinander gesungene Lieder verstärken das Gefühl, das eigene Selbst werde zu einem Teil eines großen Gruppen-Selbst. Diese Mechanismen sind nicht per se gut oder schlecht. Sie können etwas Gutem dienen, ebenso aber im Dienst des Bösen stehen.</p>
<p><strong>Eine Führerfigur soll das eigene Selbst ersetzen</strong></p>
<p>Gut sind sie, solange sie vernunftgesteuert sind, nicht ausschließlich der Aufblähung von Selbst-Zwergen dienen, nicht mit Gewalt einhergehen und keinen Hass propagieren. Ausdruck des Bösen sind sie, wenn sie Gewalt, Menschenverachtung und Rassismus transportieren. Eine weitere Spielart, in der sich der Wunsch widerspiegelt, ein größeres Selbst zu haben, ist der Wunsch nach einer Führungsfigur. In diesen Fall ist es nicht die Masse, sondern ein herausragender anderer Mensch, der das eigene Selbst ersetzen soll.</p>
<p>Auch dieser Modus ist nicht per se abzulehnen. Joachim Bauer nennt Beispiele: „Väterliche oder mütterliche Führungsfiguren können ein Land einen – siehe Nelson Mandela – aber eben auch ruinieren – wie im Falle Adolf Hitlers.“ Dass der Mensch von der Sehnsucht getrieben ist, sein Selbst zu vergrößern und aufzublähen, liegt nicht nur in dem Gefühl begründet, dass man – global gesehen – so unendlich klein ist. Ein mindestens ebenso bedeutsames Motiv ist die Sterblichkeit, welche die Menschen frustriert und der sie zu entkommen versuchen. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Masse gibt das „mehr“ vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2023 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem Wirtschaftsaufschwung in den 1950er-Jahren geht es der deutschen Bevölkerung immer besser. Aktuell verfügen die Deutschen über einen noch nie dagewesenen Wohlstand. Für die durchschnittlichen Eltern ist heute immer „mehr“ möglich. Rüdiger Maas nennt Beispiele: „Mehr Materielles, mehr Liebe, mehr Fürsorge, mehr Elternsein, mehr Förderung, mehr Wohlstand, mehr Liberalität, mehr Mitsprache, mehr Behütung, mehr ... <a title="Die Masse gibt das „mehr“ vor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ruediger-maas-weniger-ist-so-viel-mehr.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Masse gibt das „mehr“ vor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Wirtschaftsaufschwung in den 1950er-Jahren geht es der deutschen Bevölkerung immer besser. Aktuell verfügen die Deutschen über einen noch nie dagewesenen Wohlstand. Für die durchschnittlichen Eltern ist heute immer „mehr“ möglich. Rüdiger Maas nennt Beispiele: „Mehr Materielles, mehr Liebe, mehr Fürsorge, mehr Elternsein, mehr Förderung, mehr Wohlstand, mehr Liberalität, mehr Mitsprache, mehr Behütung, mehr Gesundheit.“ Neu für die Elterngeneration ist, dass das, was mehr sein soll, durch die Masse vorgegeben wird. Doch ist dieses Mehr der Masse zu erreichen? Ist das nicht ein Kampf gegen Windmühlen? Ja, das ist es – wie das „Easterlin-Paradox“ oder auch Zufriedenheits-Einkommen-Paradox lehrt. Bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe steigt die Zufriedenheit mit zunehmendem Einkommen an. Ab einem gewissen Punkt allerdings lässt sich durch mehr Einkommen die Zufriedenheit nicht weiter steigern. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-4863"></span></p>
<p><strong>Eltern sind stark von den Meinungen anderer abhängig</strong></p>
<p>Rüdiger Maas weiß: „Ein Streben nach mehr Arbeit, um mehr Geld zu verdienen, um schließlich glücklicher zu werden, ist ab einem bestimmten Grad nicht mehr sinnvoll.“ Hinzu kommt das „Überauswahl-Phänomen“, das dazu führt, dass Eltern durch die zahlreichen Optionen in ihren Entscheidungen verunsichert und letztlich unglücklicher werden. Leider verstärkt sich das Phänomen des Unglücklichseins vor allem für die heutige Generation an Eltern. </p>
<p>Die heutige Elterngeneration ist stark von den Meinungen anderer abhängig. Sie sind unsicher, wie sie sich verhalten soll und stellt sich in Relation zu ihren Bekannten und zu ihrer Internet-Community. Das, was dort wichtig ist, gilt auch für sie. Wird in der Community ein Kinderwagen für 2.000 Euro gekauft, brauchen sie selbst auch einen so teuren Kinderwagen. Der hohe Geldbetrag dient den Eltern in ihrer Unsicherheit als Orientierung. Obwohl es sich um eine Summe handelt, die auch für Gutverdienende sehr hoch sein kann. </p>
<p><strong>Statussymbole machen Wohlhabende Eltern nicht zufriedener</strong></p>
<p>Die Messlatte wird hoch gesetzt. Das gilt für all diejenigen, die sich im Netz an der Meinung von anderen orientieren. Und selbstverständlich spart man auch bei anderen Produkten für sein Kind nicht. Schließlich will man ein gutes Elternpaar sein, so wie die anderen eben auch. Rüdiger Maas stellt fest: „Leittragende sind in unserer Gesellschaft jedoch all diejenigen, die nach einem solchen Wohlstand streben, ihn allerdings nicht für sich verwirklichen können.“ Denn sichtbar ist der Wohlstand der anderen für alle im Netz. </p>
<p>Wohlstand ist immer umgebungsassoziiert, also auch davon abhängig, was an Wohlstand durch andere suggeriert wird. Menschen, die sich diesen Wohlstand nicht für ihre Kinder leisten können, trifft die starke Orientierung am Kollektiv viel stärker. Rüdiger Maas erläutert: „Sie können nichts oder nur wenig durch teure Güter kompensieren. Sie werden abgehängt, ebenso ihre Kinder, da bestimmte Statussymbole nicht vorhanden sind.“ Trotzdem gilt: Zufriedener werden die wohlhabenden Eltern durch all die Güter nicht werden. Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein einfaches Weltbild bietet Sicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon 1951 formulierte Hannah Arendt in ihrer Analyse der Entwicklung des Nationalsozialismus: „In einer sich ständig wandelnden, unverständlichen Welt hatten die Massen den Punkt erreicht, an die sie gleichzeitig alles und nichts glaubten, alles für möglich und nichts für wahr hielten. Die Massenpropaganda entdeckte, dass ihr Publikum jederzeit bereit war, das Schlimmste zu glauben, egal ... <a title="Ein einfaches Weltbild bietet Sicherheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-masse.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein einfaches Weltbild bietet Sicherheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schon 1951 formulierte Hannah Arendt in ihrer Analyse der Entwicklung des Nationalsozialismus: „In einer sich ständig wandelnden, unverständlichen Welt hatten die Massen den Punkt erreicht, an die sie gleichzeitig alles und nichts glaubten, alles für möglich und nichts für wahr hielten. Die Massenpropaganda entdeckte, dass ihr Publikum jederzeit bereit war, das Schlimmste zu glauben, egal wie absurd es auch sein möge, und nicht besonders dagegen war, hintergangen zu werden, weil es sowieso jede Aussage für eine Lüge hielt.“ Heidi Kastner fügt hinzu: „In dieser immer komplexeren und für den Einzelnen immer weniger fassbaren Verhältnissen bietet das märchenhaft anmutende dichotome Weltbild von Gut und Böse Sicherheit und Ordnung. Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-4657"></span></p>
<p><strong>Auch die Staatsverweigerer zählen zu den fanatischen Querdenkern</strong></p>
<p>Identifizierte Feindbilder können für den bedauernswerten Zustand der Verhältnisse verantwortlich gemacht werden. Und zusätzlich besteht die Möglichkeit, durch eben diese Sachverhalte den etwas angeschlagenen Selbstwert über die Zugehörigkeit zur Gruppe der „Guten“ aufzubessern. Es handelt sich also um eine auf mehreren Ebenen gewinnbringende Situation. Zu den Gruppen fanatischer „Querdenker“ zählt Heidi Kastner auch die sogenannten „Staatsverweigerer“. Sie leben in einer Welt, in der keiner „einen Vertrag mit dem Staat hat“. </p>
<p>Den Staat kann es nach dieser Denkweise im Übrigen gar nicht legitim geben. Die Staatsverweigerer bezeichnen ihn deshalb als „Firma“. Sie negieren auch jegliche Verpflichtungen im Sinne von Steuerleistung oder Regeleinhaltung. Aber sie fordern dagegen ein unrechtmäßig vorenthaltenes Recht auf einen Millionenbetrag nicht näher definierter Herkunft. Auch wenn diese Vorstellung recht abstrus erscheinen mag, war sie nicht widersinnig genug, um nicht Tausende Menschen in ihrem Gefolge zu versammeln. </p>
<p><strong>Die globale Dummheit nimmt schneller zu als die globale Erwärmung</strong></p>
<p>Heidi Kastner erklärt: „In seiner 1895 erschienen Monografie über Wahnkrankheiten befasste sich der Psychiater Eduard Hitzig auch mit dem Druck der öffentlichen Meinung zu Themen, über die in ebendieser Öffentlichkeit nur rudimentäre Kenntnisse vorhanden waren, die umso lauter vorgebracht wurden, je fundierter sie waren.“ Der polnische Aphoristiker Stanislaw Jerzy Lec bemerkte dazu: „Analphabeten müssen diktieren.“ In Zeiten von Umbrüchen und bedeutsamem Wandel, in denen eine Mehrzahl an Menschen aus Angst vor Veränderung oder Trägheit an maladaptiven Grundüberzeugungen festhält, erlebt die Dummheit zwingend eine Hochkonjunktur. </p>
<p>Wenn die Dummheit ihr Haupt über alle erhebt, wird kritische Analyse erstickt, diffamiert oder als Lüge abgetan. Was wiederum das Tor ins weite Land der Verschwörungstheorien weit öffnet: Wer lügt hier? Und warum wohl? Im Bezug auf die Klimakrise wird Karin Kastner deshalb angst und bange: „Die globale Dummheit nimmt anscheinend noch schneller zu als die globale Erwärmung.“ Die gravierendsten Folgen der Dummheit zeigen sich also in komplexen Problemlagen, die nur durch gemeinsame Anstrengung bewältigt werden können und das gesamtgesellschaftliche Gefüge betreffen. Quelle: „Dummheit“ von Karin Kastner</p>
<p><strong>Von Hans Klumbies</strong></p>
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		<title>Der Führer sät Hass gegen Minderheiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2022 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Führer]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Narzisst]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Führer und Masse haben nüchtern betrachtet, außer ihren zueinanderpassenden Phantasmen, eigentlich keine gemeinsamen Interessen. Daher bedarf es eines gemeinsamen Feindes, um die ungleiche Ehe zwischen Masse und Führer zusammenzuhalten. Joachim Bauer weiß: „Der Führer sagt den Abhängigen, die Schuldigen für ihre Benachteiligungen zu kennen, und sät Hass gegen Minderheiten: Gebildete, Migranten, Homosexuelle und andere.“ Der ... <a title="Der Führer sät Hass gegen Minderheiten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fuehrer-und-masse-haben-gemeinsame-phantasmen.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Führer sät Hass gegen Minderheiten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Führer und Masse haben nüchtern betrachtet, außer ihren zueinanderpassenden Phantasmen, eigentlich keine gemeinsamen Interessen. Daher bedarf es eines gemeinsamen Feindes, um die ungleiche Ehe zwischen Masse und Führer zusammenzuhalten. Joachim Bauer weiß: „Der Führer sagt den Abhängigen, die Schuldigen für ihre Benachteiligungen zu kennen, und sät Hass gegen Minderheiten: Gebildete, Migranten, Homosexuelle und andere.“ Der Hass dient dem Narzissten als Mittel, um seine Abhängigen bei der Stange zu halten. Auch Deutschland war und ist eine Bühne für das Wechselspiel zwischen abhängigen Massen einerseits und narzisstischen Möchtegern-Führungsfiguren andererseits. Die von der ostdeutschen Bevölkerung der ehemaligen DDR erkämpfte Wiedervereinigung war ein Glück. Allerdings kam es nach 1989 zu einer Entwicklung, die von vielen, die in der ehemaligen DDR gelebt haben, als Demütigung erlebt wurde. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-3614"></span></p>
<p><strong>Narzissten suchen eine abhängige Masse</strong></p>
<p>Der industrielle Kollaps des Ostens hatte über viele Jahre hohe Raten von Arbeitslosigkeit zur Folge. Fatal waren auch der zeitweise Zusammenbruch des Schulsystems und über die gesamten 1990er-Jahre hinweg das Fehlen von Einrichtungen, in denen sich junge Menschen hätten friedlich treffen, sich demokratisch orientieren, sich kreativ betätigen oder für eine gute Sache hätten engagieren können. So entstand eine Situation, in der viele im Osten lebende Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Gefühl hatten, sie seien bedeutungslos oder zumindest weniger wert als andere.</p>
<p>Ihr Selbst sei defizient, nicht gut genug. In dieses Selbst-Vakuum hinein stießen nun rechtsradikal gesinnte Figuren aus der ehemaligen DDR und aus dem alten Westen, die sich den Gedemütigten als Führung anboten. Unter diesen Figuren finden sich zahlreiche anerkennungssüchtige Narzissten auf der Suche nach einer abhängigen Masse, der sie Rache an den angeblichen Schuldigen ihrer schlechten Situation und neue Größe versprechen. Joachim Bauer stellt fest: „Nicht nur die Abhängigkeit, auch die Depression hat ihre Ursache in einer Dysbalance des Selbst-Systems.“</p>
<p><strong>Depressionen befallen oftmals ausgezeichnete Funktionierer </strong></p>
<p>Die meisten Menschen, die an einer Depression erkranken, haben ein stabiles Selbst. Ein gesundes Selbst-Teilstück ist jedoch mit einem problematischen zweiten Selbst-Element gepaart, welches Bedingungen an die Akzeptanz stellt. Vom Risiko der Depression betroffenen Menschen sind, solange sie noch keine Depression haben, daher ausgezeichnete Funktionierer. Sie machen, tun und stellen sich in den Dienst anderer, bis sie vor Erschöpfung umfallen.</p>
<p>Joachim Bauer erklärt: „Sie gehören zu den Menschen, die in besonderer Weise von der Unfähigkeit betroffen sind, sich einfach einmal entspannen und genüsslich bei sich sein zu können.“ Sie dürfen sich über nichts wirklich freuen. Denn wenn sie dies täten, dann würde sich das erwähnte Selbst-Teilstück melden, welches sie ständig antreibt und ihnen immer, wenn sie nachzulassen drohen, eine ermahnende Ansage macht. Innere Ansagen, trotz ständiger Bemühungen um Perfektion ungenügend zu sein, sind das, was an Depression erkrankte Menschen, vor allem in der Frühphase ihres Lebens, tatsächlich als äußere Ansagen über Jahre gehört haben. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Arbeiter wird manipuliert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Oct 2021 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Marcuse]]></category>
		<category><![CDATA[Horoskop]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor W. Adorno]]></category>
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					<description><![CDATA[Herbert Marcuse stellte eine Verbindung zwischen freudscher Verdrängung und dem marxistischen Entfremdungsbegriff her. Der Arbeiter wird dergestalt manipuliert, dass die Einschränkungen seiner Libido als vernünftige Gesetze erscheinen, die dann internalisiert werden. Stuart Jeffries erklärt: „Das Unnatürliche – dass es unsere vorherbestimmte Funktion sein soll, Waren und Gewinn für den Kapitalisten zu produzieren – wird für ... <a title="Der Arbeiter wird manipuliert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-herbert-marcuse.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Arbeiter wird manipuliert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herbert Marcuse stellte eine Verbindung zwischen freudscher Verdrängung und dem marxistischen Entfremdungsbegriff her. Der Arbeiter wird dergestalt manipuliert, dass die Einschränkungen seiner Libido als vernünftige Gesetze erscheinen, die dann internalisiert werden. Stuart Jeffries erklärt: „Das Unnatürliche – dass es unsere vorherbestimmte Funktion sein soll, Waren und Gewinn für den Kapitalisten zu produzieren – wird für uns natürlich, zur zweiten Natur. Das Individuum definiert sich also in Übereinstimmung mit dem Apparat.“ Herbert Marcuse schrieb im Amerika der 1950er Jahre, zu einer Zeit, da, wie er annahm, Werbung, Verbrauchermentalität, Massenkultur und Ideologie die Amerikaner in eine friedliche Unterwerfung unter das Gesellschaftssystem der bürgerlichen Welt einbänden. Die amerikanischen Konsumenten wünschten sich Dinge, die sie eigentlich nicht brauchten. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-2994"></span></p>
<p><strong>Die Massenkultur und die faschistische Propaganda ähneln sich</strong></p>
<p>Herbert Marcuse unterrichtete an amerikanischen Universitäten und hielt einen engen Kontakt mit seinen früheren Kollegen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in Frankfurt am Main aufrecht. In wesentlichen Punkten ähnelten sich ihre Kritikansätze. Für alle drei war der holzschnittartige Individualismus der US-Gesellschaft, der während des Kalten Krieges rhetorisch gegen den Kollektivismus des Sowjetsystems ausgespielt wurde, ein Mythos. Denn die Amerikaner seien infantilisierte, unterdrückte Pseudoindividuen. </p>
<p>So verbrachte etwa Theodor W. Adorno während der Jahre 1952 und 1953 zehn Monaten in Kalifornien und analysierte Astrologiekolumnen in Zeitungen, im Radio ausgestrahlte Soap Operas und das neue Medium Fernsehen. Und was er dazu zu sagen hatte, war dem, was Herbert Marcuse in „Eros und Civilisation“ schrieb, durchaus verwandt. Theodor W. Adorno stellte für alle diese Formen der Massenkultur Parallelen zur faschistischen Propaganda fest. Beide würden die Abhängigkeitsbedürfnisse des pseudoindividuellen Charakters ansprechen und manipulieren.</p>
<p><strong>Das Leben stellt widersprüchliche Anforderungen</strong></p>
<p>Die Massenkultur und die faschistische Propaganda fördern konventionelle, konformistische und zufriedene Haltungen. War man selbst Amerikaner, dann muss einem das ungeheuerlich herablassend vorgekommen sein. Stuart Jeffries weiß: „Theodor W. Adorno lobte aber immerhin die Verfasser von Horoskopen für ihren Einfallsreichtum. Ihre Leser waren ja nicht völlig ahnungslos: Sie wussten aus ihrem eigenen Leben, dass nicht alles so rund läuft, wie die Kolumne es zu suggerieren scheint, und nicht alles erledigt sich von allein.“  </p>
<p>Die Leser machten vielmehr durchaus die Erfahrung, dass das Leben widersprüchliche Anforderungen an sie stellte. Auf eine Art, die derjenigen der Nazipropagandisten vergleichbar ist, muss die Kolumne diese Widersprüche aufgreifen, wenn sie daran interessiert ist, dass die Leser bei der Stange bleiben. Eine Methode, wie die Verfasser von Horoskopen dies zustande brachten, war, dass sie für unterschiedliche Tageszeiten unterschiedlich Aktivitäten empfahlen: Der Vormittag gehöre der Arbeit, der Realität und dem Ich-Prinzip; der Nachmittag demzufolge den triebgesteuerten Antrieben des Lustprinzips. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gustave Le Bon analysiert die Massen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-massenpsychologie.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jun 2021 01:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Annäherungstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Massenpsychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unbewusstes]]></category>
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					<description><![CDATA[Die erste wissenschaftliche, in ihren Grundzügen bis heute gültige Theorie zum kollektiven Verhalten stammt vom französischen Soziologen Gustave Le Bon. Reinhard Haller konkretisiert: „In seinem 1895 veröffentlichten Hauptwerk „Psychologie der Massen“ versucht er, das landläufig bekannte Phänomen des oft irreal erscheinenden Verhaltens von Menschenansammlungen wissenschaftlich zu fundieren.“ In der Anonymität der Menschenmenge fühlt sich der ... <a title="Gustave Le Bon analysiert die Massen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-massenpsychologie.html" aria-label="Mehr Informationen über Gustave Le Bon analysiert die Massen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste wissenschaftliche, in ihren Grundzügen bis heute gültige Theorie zum kollektiven Verhalten stammt vom französischen Soziologen Gustave Le Bon. Reinhard Haller konkretisiert: „In seinem 1895 veröffentlichten Hauptwerk „Psychologie der Massen“ versucht er, das landläufig bekannte Phänomen des oft irreal erscheinenden Verhaltens von Menschenansammlungen wissenschaftlich zu fundieren.“ In der Anonymität der Menschenmenge fühlt sich der Einzelne geschützt, gibt seinen individuellen Willen auf und unterliegt den ansteckenden Gefühlen der Masse. Daraus entwickelt sich eine eigene Dynamik, die irrationales Handeln intendiert, etwa panisches Agieren bei geringen Auslösern. Gustave Le Bon, der die Massen und ihr Verhalten eigentlich zu verachten scheint, weist bereits auf die zentrale Rolle des Unbewussten hin und beklagt, dass man darüber so wenig wisse. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2721"></span></p>
<p><strong>In der Masse verliert der Einzelne seine individuelle Persönlichkeit</strong></p>
<p>In der Masse verliere der Einzelne seine Kritikfähigkeit, unterliege der enormen Suggestion, lasse sich affektiv aufschaukeln und reagiere barbarisch und primitiv. Die „Massenseele“ sei von Führern leicht zu lenken und zu manipulieren. Gustave Le Bon hält die Masse für grundsätzlich impulsiv, irritierbar, suggestibel, leichtgläubig, intolerant und besessen von übertriebenen Ideen. Die Mitglieder einer Masse verlieren ihre individuelle Kritikfähigkeit und ihre spezifische Persönlichkeit. </p>
<p>Die Masse sei unintelligent und denke einseitig, unlogisch und vorschnell. Reinhard Haller stellt erläutert: „Führer erhalten rasche einen charismatischen Nimbus, haben großes demagogisches Talent und herausragende rhetorische Fähigkeiten. Sie bedienen sich zur Beeinflussung der Masse dreier Methoden: der Behauptung, Wiederholung und Übertragung.“ Neben dieser Ansteckungstheorie hat in der Massenpsychologie jene der Annäherung an Bedeutung gewonnen. Diese besagt, dass das irrationale Verhalten nicht von der Masse ausgehe, sondern von den Einzelnen in diese hineingetragen werde. </p>
<p><strong>Die Annäherungstheorie gewinnt an Bedeutung</strong></p>
<p>Personen, die ähnlich denken oder dasselbe Anliegen haben, schließen sich zu großen Interessengruppen zusammen. Die Annäherungstheorie gewinnt in Zeiten der Immigration vermehrt praktische Bedeutung. Mit ihrer Hilfe lässt sich erklären, wie sich alteingesessene, starre Gesellschaften von Zuzüglern bedroht fühlen. Individueller, schon lange schlummernder Fremdenhass führt zur Annäherung von Menschen mit denselben Interessen und Bedingungen. Nach dieser Konvergenztheorie handelt die Masse nicht irrational, sondern verdichtet die individuell bereits seit Langem vorhandenen Gefühle.</p>
<p>Hinter kollektiven Kränkungen stehen letztlich immer „affektenergetische Motoren“, die vor allem auf Gruppen eine enorme denk- und verhaltensregulierende Kraft entwickeln können. So entfalten vergangene und aktuelle Emotionen eine gewaltige Wirkung auf die kollektive Aufmerksamkeit, das kollektive Gedächtnis und das kollektive Denken. Daraus können kollektive Logiken der Angst, Wut, Freude oder Trauer entstehen. Aus diesen bilden sich gruppen- oder kulturspezifische Mentalitäten oder Ideologien. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Normabweichung ist für viele ein Ärgernis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 May 2021 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Normabweichung]]></category>
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					<description><![CDATA[Offensichtlich hat die Menschheit ein ebenso natürliches wie unstillbares, tief liegendes Bedürfnis nach Inquisition. Und da die Kirche mit derlei Institutionen nicht mehr aufwarten kann, hat man die Inquisition demokratisiert. Manfred Lütz weiß: „All die wahnsinnig Normalen pochen unerbittlich darauf, dass alle, wirklich alle, das sagen, was alle sagen, dass sie also normal reden. Und ... <a title="Normabweichung ist für viele ein Ärgernis" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/normabweichung-ist-fuer-viele-ein-aergernis.html" aria-label="Mehr Informationen über Normabweichung ist für viele ein Ärgernis">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Offensichtlich hat die Menschheit ein ebenso natürliches wie unstillbares, tief liegendes Bedürfnis nach Inquisition. Und da die Kirche mit derlei Institutionen nicht mehr aufwarten kann, hat man die Inquisition demokratisiert. Manfred Lütz weiß: „All die wahnsinnig Normalen pochen unerbittlich darauf, dass alle, wirklich alle, das sagen, was alle sagen, dass sie also normal reden. Und was normal ist, das bestimmen sie selbst, die wahnsinnig Normalen.“ Kein Wunder also, dass alles Normabweichende ein einziges Ärgernis ist. Gewiss, gegen Normabweichung nach oben traut man sich als einzelnes graues Mäuschen nicht aufzubegehren. So kehrt sich aller unausgelebter Ärger gegen die da oben um in Aggression gegen die da unten. Nach oben ducken und nach unten treten, das können sie gut, die wahnsinnig Normalen. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-2658"></span></p>
<p><strong>Wahnsinnig Normale gibt es in allen Kulturen</strong></p>
<p>Zudem schießen sie sich ein auf Ausländer, die Behinderten und die Gescheiterten der Gesellschaft. Sie schießen zwar nur mit Worten, aber oft mit Worten wie Gewehrkugeln. Nicht leichtfertig reden sie so. Erst nach sorgfältiger Überprüfung, ob der anderen auch normal denkt, sagen sie in wohliger Atmosphäre von Gleichnormalen, was sie alles so Normales denken. Ein dumpfes spießiges Klima herrscht in solchen Kreisen. Das muss schon im alten Athen so gewesen sein. </p>
<p>Die wahnsinnig Normalen gab es offensichtlich zu allen Zeiten, und sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung. Auch Ärzte sind dabei. Manfred Lütz stellt fest: „Die Euthanasiebewegung ist keineswegs von den Nazis erfunden worden, sondern von Ärzten, von Psychiatern.&#8220; Wahnsinnig Normale gibt es in allen Kulturen. Und sie können einem auch unheimlich werden, diese nichtssagenden Gestalten. Sie sagen zwar nichts, aber sie laufen überall mit.</p>
<p><strong>Ein Einzelner kann sich dem Massensog nur schwer entziehen</strong></p>
<p>George Orwell hat in seinem visionären Roman „1984“ die bezwingende Wirkung von Massen dargestellt und wie schwierig es ist, sich einem solchen Massensog als Einzelner zu entziehen. Die wahnsinnig Normalen klatschen gern Beifall, wenn sie in der Masse auftreten. Dann jubeln sie auch Adolf Hitler, Josef Stalin, Mao Tse-tung und Kim Jong-un zu. Und dann sind sie plötzlich nicht mehr grau, sondern braun oder rot oder sonst wie einfarbig. Dann stehen die wahnsinnig Normalen wie geklont in Reih und Glied.</p>
<p>Sie begeistern sich dann für irgendeinem abscheulichen Repräsentanten des ganz normalen Wahnsinns und fühlen sich wohl dabei. Manfred Lütz erklärt: „Denn dann können sie all diejenigen verachten, die sonst immer das Mittelmaß verachtet haben. Dann spüren sie, dass sie, die Mittelmäßigen, ganz viele sind und dass sie Macht haben über all die abweichenden bunten Vögel.“ Und dann geht ein erleichtertes Raunen durch die Masse der wahnsinnig Normalen, dann wird ihre Normalität militant. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Elias Canetti setze Massen immer in Beziehung zu möglicher Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Feb 2020 07:49:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Masse]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarmintelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarmverhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht überall, wo von Schwärmen gesprochen wird, ist auch die biologische Kategorie gemeint. Ersatzweise ist von den „vielen“ die Rede oder von „Crowds“. Das verweist darauf, dass der Begriff „Schwarm“ gegenwärtig synonym für das benutzt wird, was sonst „Masse“ heißt. Das ist zwar wissenschaftlich nicht ganz sauber, aber auf der Beschreibungsebene durchaus sinnvoll. Georg Milzner ... <a title="Elias Canetti setze Massen immer in Beziehung zu möglicher Gewalt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/elias-canetti-setze-massen-immer-in-beziehung-zu-moeglicher-gewalt.html" aria-label="Mehr Informationen über Elias Canetti setze Massen immer in Beziehung zu möglicher Gewalt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht überall, wo von Schwärmen gesprochen wird, ist auch die biologische Kategorie gemeint. Ersatzweise ist von den „vielen“ die Rede oder von „Crowds“. Das verweist darauf, dass der Begriff „Schwarm“ gegenwärtig synonym für das benutzt wird, was sonst „Masse“ heißt. Das ist zwar wissenschaftlich nicht ganz sauber, aber auf der Beschreibungsebene durchaus sinnvoll. Georg Milzner erläutert: „Und zwar weil Schwarm und Masse anders als geleitete Gruppen ohne Führung funktionieren. Sie bewegen sich aus sich selbst heraus.“ Aber will man das – Masse sein? Der Begriff „Massengeschmack“ hat ja durchaus einen abwertenden Unterton. Der Schriftsteller Elias Canetti hat mit seinem Buch „Masse und Macht“ einen der wichtigsten Beiträge zum Verständnis der Massen geliefert. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut. <span id="more-2133"></span></p>
<p><strong>Bei den sozialen Foren handelt es sich um offene Massen</strong></p>
<p>Elias Canetti, der Massen nicht verächtlich anschaute, sie aber immer in Beziehung zu möglicher Gewalt setzte, unterschied zwischen verschiedenen Massentypen. So nannte er neben der „offiziellen Masse“ etwa die „Hetzmasse“, die man etwa von gewalttätigen Übergriffen auf der Straße oder gegenüber Asylbewerberwohnheimen kennt oder auch die „Verbotsmasse“ bei Streiks oder auch bei Sitzblockaden. Manche Massen haben eine exklusive Struktur wie etwa da, wo es um Hautfarbe, Nationalität oder Religionszugehörigkeit geht.</p>
<p>„Offene Massen“ dagegen sind allen, die sich anschließen wollen, zugänglich. Die offene Masse will geradezu wachsen, denn sie hat eine ihrer Art innewohnende Grundneigung, größer zu werden. In der Gegenwart entsprechen soziale Foren den offenen Massen. Sie erweitern ständig ihr Netzwerk, und ihr hauptsächliches Bestreben scheint darin zu bestehen, immer größer zu werden. Indem die offene Masse der Internetforen wächst, erlebt sich der Einzelne als Teil eines übergeordneten Ganzen. Bei Elias Canetti war dieses Phänomen der Auflösung noch im Wesentlichen körperlich zu verstehen.</p>
<p><strong>Hans Magnus Enzensberger hält nichts vom Schwarmverhalten</strong></p>
<p>Im sozialen Forum dagegen tritt an die Stell der Körper-zu-Körper-Erfahrung das Gefühl, in eine Gewebe eingegliedert zu sein, dessen Teil man wird, indem man liest, liket und postet. Was Schwärme und Massenbewegungen Anfang des Jahrtausends so interessant machte, war etwas, was man als „Faszination der großen Zahl“ bezeichnen könnte und was in engem Zusammenhang mit den wachsenden Erkenntnissen über das Zusammenspiel der gewaltigen Menge an Neuronen im menschlichen Gehirn stand.</p>
<p>Wurden Anfang des Jahrtausends Schwarmintelligenz und Massenverhalten in einen Maß gehypt, als hätte es jene Gräuel, die auf Massenpsychologie zurückgehen, nie gegeben, so steht gegenwärtig eine neue Skepsis im Raum. Für eine solche kritische Haltung steht heute der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Er hält wenig von der Schwarmintelligenz und noch weniger vom Schwarmverhalten. Verkehrsstaus und Nachahmungsbereitschaft auch bei niedrigen, ja erbärmlichen Verhaltensweisen sowie die Massenhetze von Agitatoren und Denunzianten im Internet zeigen doch, so der Schriftsteller, wie wenig Schwarmintelligenz uns hilfreich sei. Quelle: „Wir sind überall, nur nicht bei uns“ von Georg Milzner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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