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	<title>Kindheit &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Eltern sollten „Kindheit wagen!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jul 2021 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aufforderung „Kindheit wagen!“ ist für Herbert Renz-Polster eine Aufforderung zu mehr Ehrlichkeit und Selbstkritik. Nein, niemand muss sich dafür entschuldigen, dass er seine Kinder in die Krippen, Kitas und Schulen schickt, die nun einmal im Angebot sind. Denn viele Menschen wären ohne diese Einrichtungen ja komplett aufgeschmissen. Nur, dann muss die Gesellschaft alles daransetzen, ... <a title="Eltern sollten „Kindheit wagen!“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/herbert-renz-polster-fordert-kindheit-wagen.html" aria-label="Mehr Informationen über Eltern sollten „Kindheit wagen!“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufforderung „Kindheit wagen!“ ist für Herbert Renz-Polster eine Aufforderung zu mehr Ehrlichkeit und Selbstkritik. Nein, niemand muss sich dafür entschuldigen, dass er seine Kinder in die Krippen, Kitas und Schulen schickt, die nun einmal im Angebot sind. Denn viele Menschen wären ohne diese Einrichtungen ja komplett aufgeschmissen. Nur, dann muss die Gesellschaft alles daransetzen, damit es dort so gut es geht um die Bedürfnisse der Kinder geht und nicht um die Hoffnungen und Ausflüchte der Erwachsenen. Herbert Renz-Polster stellt fest: „Das gilt auch für die Kindergärten: Sie schießen in immer moderneren, immer größeren Einheiten am Stadtrand aus dem Boden. Oft genug sind das in Beton gegossene Zeugnisse, dass wir auf die Mitsprache der Kinder im Grunde pfeifen.“ Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat die deutsche Erziehungsdebatte in den letzten Jahren wie kaum ein anderer geprägt. <span id="more-2810"></span></p>
<p><strong>Kinderbetreuung führt oft zu Überlastung im Beruf</strong></p>
<p>Drinnen im Kindergarten ist die Ressourcenbasis zum Zerreißen gespannt. Nirgendwo als im Bereich der Kinderbetreuung müssen so viele Menschen ihren Beruf wegen Überlastung aufgeben. Oder schlicht deshalb, weil sie damit finanziell nicht über die Runden kommen. In Krankenhäusern müssen ganze Stationen geschlossen werden, weil Personal fehlt – wo es um die Gesundheit geht, will sich niemand etwas vorwerfen lassen. Aber wenn bei der Kinderbetreuung das Personal fehlt, läuft alles trotzdem weiter. </p>
<p>Und das im Angesicht einer Vielzahl von Herausforderungen, deren pädagogische Reichweite erst allmählich klar wird. Von der Inklusion behinderter Kinder über die Integration von Flüchtlingskindern bis zur Begleitung verhaltensauffälliger Kinder. Wenn Deutschland nicht so unendlich reich wäre, könnte man es bei einem resignierten Achselzucken belassen. Aber in diesem Land bekamen etwa 100 Kinder in den letzten Jahren Erbschaften im Wert von dreißig Milliarden Euro geschenkt – und zwar steuerfrei.</p>
<p><strong>Kinder wollen in Neuland vorstoßen</strong></p>
<p>Herbert Renz-Polster weiß: „Wir als Gesellschaft haben einen materiellen Lebensstandard erreicht, vor dem die Generationen vor uns nicht einmal träumen konnten. Wir leben in einem Überfluss, der bis zu den Sternen reicht. Und trotzdem schaffen wir es nicht, die Fürsorge für diejenigen zu leisten, die nun einmal schwach und abhängig sind.“ Warum ist es so schwierig, das ernst zu nehmen, was im Grundgesetz geschrieben steht – Eigentum verpflichtet?</p>
<p>Kann man von seinen Kindern lernen, mutiger zu sein? Denn die Kinder sind für den Ausbruch bereit. Sie sind bereit für die Gestaltung einer neuen, eigenwilligen und neusinnigen Zukunft. Denn genau das ist ja der magische Kern ihrer Entwicklung: dass sie sich darauf vorbereiten, in Neuland vorzustoßen. Dorthin, wo noch nie jemand gewesen ist – nicht ihre Lehrer, nicht andere Menschen, nicht ihre Eltern. Denn es läuft gut in ihrer Kindheit, wenn sie starke, verlässliche und gütige Begleitung haben. Dann werden sie für das Abenteuer Leben gut gerüstet. Quelle: „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert Renz-Polster</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Bildung kann nur von unten entstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2021 01:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Problem Rechtspopulismus lässt sich weder politisch noch ökonomisch noch technisch „lösen“. Keine der Fähigkeiten und Ressourcen, die Herbert Renz-Polster als Schutzfaktoren gegen die Verlockungen des Autoritarismus identifiziert hat, lässt sich auf einem dieser Wege herausbilden. Nicht das Gefühl von Zugehörigkeit, nicht das Gefühl von Sicherheit, nicht das Gefühl von Anerkennung. Herbert Renz-Polster stellt fest: ... <a title="Bildung kann nur von unten entstehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/herbert-renz-polster-kindheit-wagen.html" aria-label="Mehr Informationen über Bildung kann nur von unten entstehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Problem Rechtspopulismus lässt sich weder politisch noch ökonomisch noch technisch „lösen“. Keine der Fähigkeiten und Ressourcen, die Herbert Renz-Polster als Schutzfaktoren gegen die Verlockungen des Autoritarismus identifiziert hat, lässt sich auf einem dieser Wege herausbilden. Nicht das Gefühl von Zugehörigkeit, nicht das Gefühl von Sicherheit, nicht das Gefühl von Anerkennung. Herbert Renz-Polster stellt fest: „Was jetzt zu tun ist, hat unmittelbar mit uns selbst zu tun. Wie wir leben. Wie wir Beziehungen gestalten. Vor allem aber: Wie wir diejenigen von klein auf behandeln, die von uns abhängig sind: unsere Kinder.“ Die Bildung, die wir in der heutigen Situation brauchen, kann nur von unten entstehen. Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat die deutsche Erziehungsdebatte in den letzten Jahren wie kaum ein anderer geprägt. <span id="more-2694"></span></p>
<p><strong>Die Antwort auf den Rechtspopulismus lautet: Kindheit wagen!</strong></p>
<p>Wer will, dass es unter Menschen menschlich zugeht, muss den Menschen eine sichernde, ermutigende Kindheit zugestehen. Für Herbert Renz-Polster ist genau das die Antwort auf den Rechtspopulismus: Kindheit wagen! Denn Kinder, die ihre Kindheit innerlich unverletzt, mit Selbstvertrauen, wachen Augen, Einfühlungsvermögen und Mut unter dem Herzen verlassen, sind widerstandsfähig. Gerade gegenüber den Verlockungen des Rechtspopulismus. Allen Kindern ist eine solche Kindheit zu wünschen. </p>
<p>Herbert Renz-Polster erklärt: „Dazu müssen wir als Erstes unser Anerkennungsproblem lösen. Eine Kindheit, die sich vor allem um die Vorbereitung auf den ökonomischen Wettbewerb dreht, wird dazu nicht ausreichen. Eine Kindheit zur Auslese der Gewinner greift zu kurz.“ Und mehr Bildung ohne Beschäftigung mit den Fragen drumherum – auch das wird nicht ausreichen. Kinder, Ihr seid willkommen und ihr seid alle wichtig – müsste das nicht über jeder Einrichtung in großen Lettern stehen? Und müssten die Kinder dort nicht tagtäglich das erfahren: Ihr habt eine Stimme, nutzt sie!</p>
<p><strong>Ein weitverbreitetes Motto lautet: Ellbogen raus und durch!</strong></p>
<p>Und die Familien – bräuchten diese nicht auch mehr Anerkennung? Wäre das nicht der erste Schritt, um den Kindern mehr Heimat und ein Gefühl von Behausung unter die Flügel zu packen? Gerade die Familien sind doch in eine Zwickmühle geraten. Wie sollen sie den immer breiter werdenden Spagat zwischen Arbeitswelt und Familienleben denn schaffen? Alles was Eltern in der produktiven Welt Vorteile verschafft – Ungebundenheit, beständige Erreichbarkeit, Planbarkeit etwa – bringt das Leben mit Kindern jedoch in Schieflage. </p>
<p>Herbert Renz-Polster hat seine Zweifel daran, dass es den Menschen wirklich ernst damit ist, eine Gesellschaft zu gestalten, in der Schutz und Fürsorge eine zentrale Stellung einnehmen. Eher lautet das weitverbreitete Motto: Ellbogen raus und durch! Herbert Renz-Polster sieht die Menschen als Gefangene. Als Gefangene eines Systems, das selbst zum Problem geworden ist – und doch die einzige Lösung ist, welche die Menschen kennen. Und so behandeln sie auch ihre Kinder. Sie hinterfragen wenig und tun stattdessen viel, um auch sie in das Erwachsenenprogramm einzugliedern. Quelle: „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert Renz-Polster</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gewalttäter hatten oft eine beschissene Kindheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2021 07:29:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Soziologen präsentieren immer kompliziertere Modelle zur Entstehung des Rechtspopulismus. Dabei erwähnen sie kein einziges Mal die kindliche Sozialisation. Herbert Renz-Polster fragt: „Warum fällt es ihnen so schwer, den Faktor Kindheit zu berücksichtigen.“ In der Debatte über den Islamismus streiten sich viele Experten mit Vorliebe darum, ob nun der Koran die Gewaltbereitschaft fördere oder nicht. ... <a title="Gewalttäter hatten oft eine beschissene Kindheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gewalttaeter-hatten-oft-eine-beschissene-kindheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Gewalttäter hatten oft eine beschissene Kindheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Soziologen präsentieren immer kompliziertere Modelle zur Entstehung des Rechtspopulismus. Dabei erwähnen sie kein einziges Mal die kindliche Sozialisation. Herbert Renz-Polster fragt: „Warum fällt es ihnen so schwer, den Faktor Kindheit zu berücksichtigen.“ In der Debatte über den Islamismus streiten sich viele Experten mit Vorliebe darum, ob nun der Koran die Gewaltbereitschaft fördere oder nicht. Dabei vergessen sie darzulegen, dass praktisch alle islamistischen Gewalttäter in zutiefst zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen sind. Viele Forscher reden auch von der Radikalisierungskraft des Internets. Allerdings benennen sie dabei das Offensichtlich nicht gleich mit. Herbert Renz-Polster erläutert: „Kein junger Mensch schließ sich einfach dem Islamischen Staat (IS) oder einer Neonazigruppe an, weil ihm deren Posts bei Facebook so gut gefallen, sondern weil sie den Eindruck haben, in ihrem Leben beschissen worden zu sein.“ Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat die deutsche Erziehungsdebatte in den letzten Jahren wie kaum ein anderer geprägt. <span id="more-2519"></span></p>
<p><strong>Bindungslose Kinder sind die geborenen Vollstrecker</strong></p>
<p>Feigheit und Hinterhältigkeit charakterisierte schon das Dritte Reich. Das kann man nur verstehen, wenn man weiß, dass man dort schon die Kinder feige und hinterhältig behandelte. Der expansive, militärische Nationalismus wäre ohne das damals herrschende, zutiefst pessimistische und gewaltsame Kinderbild schlichtweg undenkbar gewesen. Es gibt einen Grund, weshalb die Securitate-Truppen des damaligen rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu, die grausam gegen das eigene Volk vorgingen, ausgerechnet aus den dortigen Waisenhäusern rekrutiert wurden: Bindungslose Kinder sind die geborenen Vollstrecker.</p>
<p>Kein Mensch geht auch als Erwachsener irgendeinen Weg. Sondern Menschen gehen den Weg weiter, den sie einmal begonnen haben. Dabei sind sie versorgt oder beschwert mit den Erfahrungen und Bildern, die ihnen begegnet sind. Sie leben in Freiheit oder in Angst, sind geprägt von Selbstachtung oder Scham. Sie vertrauen sich selbst oder sind sich selbst fremd, sie sind selbstbewusst oder selbstvergessen. Zum modernen Weltbild gehört, dass sich viele Menschen als freie Entscheider an jeder Wegkreuzung betrachten.</p>
<p><strong>Erziehung endet oft in Kampfbeziehungen</strong></p>
<p>Nicht wenige Menschen belügen sich selbst mit dem Gerede, dass sich doch nur Blätter im Wind seien. Denn wenn man Ursachen für fehlgeleitete Lebensläufe immer nur da draußen sucht, dann sind auch die Antworten schon festgelegt. Gründe können sein fehlende Bildung, die Globalisierung, die soziale Isolation der Abgehängten. Alles wird sich dann mit ein paar technischen Eingriffen regeln lassen: mehr Bildung, mehr Aufklärung. Eine Agentur gegen Fake News. Und mehr Wachstum, natürlich.</p>
<p>Herbert Renz-Polster möchte jedoch nicht missverstanden werden: Das sind diskutable Ideen. Aber wenn man sich den Fakten stellt, dann muss man die tiefere Entstehungsgeschichte der eigenen Haltungen mit einzubeziehen. Herbert Renz-Polster fordert: „Dann müssen wir von Kindheitserfahrungen und von Erziehung reden und warum sie so oft in Unsicherheit, ja, in Kampfbeziehungen endet. Mit einem „Mehr“ ist es dann nicht mehr getan. Die Frage wäre doch eher die: Welche Bildung brauchen wir?“ Quelle: „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert Renz-Polster</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erinnerungen an die Babyzeit sind unmöglich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jul 2020 05:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen haben ein immenses Interesse für Erinnerungen an ihre frühe Kindheit. Manche interessieren sich sogar für vorgeburtliche Erinnerungen. Julia Shaw erklärt: „Wir alle möchten unsere frühesten Erinnerungen zu fassen bekommen und die Wirkung verstehen, die die Dinge damals auf uns hatten.“ Manche möchten ihre Erinnerungen auch gerne anderen mitteilen. Es gibt unzählige Menschen, die ... <a title="Erinnerungen an die Babyzeit sind unmöglich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erinnerungen-an-die-babyzeit-sind-unmoeglich.html" aria-label="Mehr Informationen über Erinnerungen an die Babyzeit sind unmöglich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen haben ein immenses Interesse für Erinnerungen an ihre frühe Kindheit. Manche interessieren sich sogar für vorgeburtliche Erinnerungen. Julia Shaw erklärt: „Wir alle möchten unsere frühesten Erinnerungen zu fassen bekommen und die Wirkung verstehen, die die Dinge damals auf uns hatten.“ Manche möchten ihre Erinnerungen auch gerne anderen mitteilen. Es gibt unzählige Menschen, die behaupten, sie könnten sich an ihre Geburt erinnern. Oder sie hätten Erinnerungen an ihre Zeit als Baby. Sie wüssten sogar noch, wie ihr Kinderzimmer oder ihr Bettchen aussah. Wenn man einen Moment innehält und überlegt, ist das alles ziemlich unglaubhaft. Wie kann es sein, dass sich diese Menschen an irgendetwas davon erinnern konnten, wenn sie noch so klein waren? Kurz und knapp: Sie konnten es nicht. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2301"></span></p>
<p><strong>Babygehirne können keine Langzeiterinnerungen bilden</strong></p>
<p>Jeder Mensch hat eine erste Erinnerung, denn eine seiner Erinnerungen muss eindeutig die älteste sein. Und wenn man den Glauben an frühere Leben ausschließt, muss das eine Erinnerung an ein Ereignis in einem Zeitraum sein, von dem man wissen kann. Irgendwann zwischen heute und dem Beginn der geistigen Existenz ist dieser Zeitpunkt angesiedelt. Manche Menschen behaupten, sie könnten sich an den Raum im Krankenhaus, in dem sie geboren wurden, oder an Wärme im Bauch ihrer Mutter erinnern. Dann sprechen sie jedoch von etwas, das Psychologen „unmögliche Erinnerungen“ nennen.</p>
<p>Julia Shaw erläutert: „In der Forschung steht schon seit langem fest, dass wir als Erwachsene keine zutreffenden Erinnerungen an unsere Säuglingszeit und frühe Kindheit haben können.“ Das beruht auf einer einfachen Tatsache. Die Gehirne von Babys sind physiologisch noch nicht dazu in der Lage sind, Langzeiterinnerungen zu bilden und zu speichern. Dennoch scheinen viele Menschen solche Erinnerungen zu haben. Und sie sind auch oft davon überzeugt, dass sie richtig sind. Denn sie sehen keine andere einleuchtende Möglichkeit, wie sie sonst zu solchen Erinnerungen gekommen sein könnten.</p>
<p><strong>Bei Erinnerungen kommt es zu Quellenverwechslungen</strong></p>
<p>Doch es gibt andere plausible Möglichkeiten: Es kann zum Beispiel externe Quellen für diese Informationen geben: alte Fotos oder Erzählungen der Eltern. Vielleicht hat man sogar noch Erinnerungen an Gegenstände, die einem persönlich wichtig waren. Denn sie waren auch noch viel später im Leben vorhanden. Man weiß also, dass zumindest ein Teil des Rohmaterials, das nötig ist, damit man ein überzeugendes Bild von der eigenen frühen Kindheit entwerfen kann, auch woanders zu finden ist.</p>
<p>Julia Shaw ergänzt: „Wenn wir dann diese Informationen in scheinbar passende Kontexte einbetten, können wir unabsichtlich unsere Gedächtnislücken füllen und Details erfinden.“ Das Gehirn setzt Bruchstücke von Informationen so zusammen, dass sie sinnvoll werden. Sie fühlen sich dann wie echte Erinnerungen an. Das ist keine bewusste Entscheidung seitens der Person, die sich erinnert, sondern passiert automatisch. Zwei der wichtigsten Prozesse, durch die das geschieht, nennt man Konfabulation und Quellenverwechslung. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Liebesbindungen zählen zur menschlichen Natur</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/liebesbindungen-zaehlen-zur-menschlichen-natur.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2020 06:26:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
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					<description><![CDATA[Der britische Psychiater und Psychologe John Bowlby (1907 – 1990) untersuchte in den 60er Jahren die fundamentale Art und Weise, wie Menschen ihre Liebesbindungen gestalten. „Die Attachment-Theorie“, schrieb John Bowlby 1988, „betrachtet die Neigung, intime emotionale Bindungen einzugehen, als eine Basiskomponente der menschlichen Natur, die bereits in Keimform im Neugeborenen vorhanden ist und über die ... <a title="Liebesbindungen zählen zur menschlichen Natur" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/liebesbindungen-zaehlen-zur-menschlichen-natur.html" aria-label="Mehr Informationen über Liebesbindungen zählen zur menschlichen Natur">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der britische Psychiater und Psychologe John Bowlby (1907 – 1990) untersuchte in den 60er Jahren die fundamentale Art und Weise, wie Menschen ihre Liebesbindungen gestalten. „Die Attachment-Theorie“, schrieb John Bowlby 1988, „betrachtet die Neigung, intime emotionale Bindungen einzugehen, als eine Basiskomponente der menschlichen Natur, die bereits in Keimform im Neugeborenen vorhanden ist und über die Erwachsenenzeit bis ins hohe Alter reicht.“ Matthias Horx erläutert: „Bowlbys systemisches Modell beruht auf zwei Grundaspekten, die für Bindungsstile ausschlaggebend sind: Angst und Vermeidung.“ Frühkindlichen Erfahrungen steuern dieses Bindungssystem, vor allem Traumata, die durch unsichere oder gewalttätige Bindungen entstanden sind. Zwischen 20 und 40 Prozent aller Menschen in den westlichen Ländern haben in ihrer Kindheit irgendeine Art von emotionalen Desaster erlebt. Matthias Horx ist der profilierteste Zukunftsdenker im deutschsprachigen Raum. <span id="more-2255"></span></p>
<p><strong>Missbrauch kennt viele Varianten</strong></p>
<p>Dabei handelt es sich um vernachlässigte, abgelehnte oder mit erstickender, egoistischer Scheinzuwendung überhäufte Kinder. Es sind missbrauchte Kinder – in den vielen Varianten, die dieses Wort zulässt, vom sexuellen Missbrauch bis zu psychologischen Missbrauch. Etwa wenn ein Elternteil ein Kind für sein inneres Elend schuldhaft verantwortlich macht oder es allzu sehr umklammert. Menschen, die eine resonante, sichere und reichhaltige Beziehung zu ihren Eltern oder Bezugspersonen erleben konnte, entwickeln dagegen ein stabiles Selbstbewusstsein, das auch Krisen absorbieren kann.</p>
<p>Diese Menschen sind im Erwachsenenalter bindungsfähig und gleichzeitig autonomiefähig. Menschen dagegen, die im Leben immer wieder abgewiesen oder auf Distanz gehalten wurden, leiden unter ständigen Trennungsängsten. In der Jugend neigen sie oft – kompensatorisch – zu Polygamie, im Erwachsenenalter droht ihnen die Beziehungseinsamkeit. Personen, die emotionale Übergriffe erleben mussten, leiden dagegen unter Angst vor Nähe. Sie fürchten in der Bindung die Verletzung.</p>
<p><strong>Bindungsstile entwickeln sich lebenslang</strong></p>
<p>Mit Vermeidungsstrategien versuchen sie, sich den anderen vom Hals zu halten. Sie sind oft schwer in der Lage, sich dauerhaft empathisch zu verhalten, und neigen zu Kälte und Distanzierung vom Partner. Menschen, die einen ängstlichen und vermeidenden Liebesstil haben, neigen im Liebesleben zum Rückzug – das Syndrom des Schneckenhauses. Wer Angst hat, aber wenig vermeidet, wird in seinen Gefühlen und Verhaltensmuster dem Partner gegenüber hin- und herschwanken zwischen symbiotisch enger Bindung und Abstand.</p>
<p>Dabei handelt es sich um eine Art bipolarer Beziehungsstörung mit gelegentlicher Tendenz zur Hysterie. Menschen mit wenig Angst und zugleich hoher Vermeidung tendieren dazu, ihren Partner zu kontrollieren – und ihn gleichzeitig aggressiv abzuwerten. Hier finden sich die narzisstischen Charaktere. Diese lassen ihre Partner „am ausgestreckten Arm“ zappeln und emotional und erotisch verhungern. Wenig Angst und geringe Vermeidung dagegen versprechen eine ausgeglichene und empathische Beziehung. Nach John Bowlby entwickeln sich Bindungsstile lebenslang im Sinne einer „kybernetischen Akkumulation“. Sie sind ein „internes Arbeitsmodell“, das nicht so leicht zu überwinden ist. Quelle: „Future Love“ von Matthias Horx</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Eine freundliche Kindheit erzeugt Heimatgefühle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2020 05:15:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kindheit prägt den Menschen für den Rest seines Lebens. Sie könnte also Schuld daran sein, wenn Erwachsene sich zum Rechtspopulismus hingezogen fühlen. Herbert-Renz Polster hört dazu oft den Einwand, ob das nicht zu simpel sei. Denn viele Menschen haben eine schwere Kindheit gehabt und sind nicht im Geringsten anfällig für Alexander Gauland oder Donald ... <a title="Eine freundliche Kindheit erzeugt Heimatgefühle" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eine-freundliche-kindheit-erzeugt-heimatgefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Eine freundliche Kindheit erzeugt Heimatgefühle">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kindheit prägt den Menschen für den Rest seines Lebens. Sie könnte also Schuld daran sein, wenn Erwachsene sich zum Rechtspopulismus hingezogen fühlen. Herbert-Renz Polster hört dazu oft den Einwand, ob das nicht zu simpel sei. Denn viele Menschen haben eine schwere Kindheit gehabt und sind nicht im Geringsten anfällig für Alexander Gauland oder Donald Trump. Dazu erklärt Herbert Renz-Polster folgenden Grundsatz: „Menschen betrachten ihre Umgebung als Heimat, wenn man ihnen darin freundlich begegnet ist. Menschen halten die Welt für unberechenbar, wenn sie sie als unberechenbar erfahren haben.“ Es wäre geradezu unlogisch, wenn die Erfahrungen in der Kindheit die späteren Wahrnehmungen als Erwachsene beeinflussen würden. Vor allem die von Macht und Autorität. Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat die deutsche Erziehungsdebatte in den letzten Jahren wie kaum ein anderer geprägt. <span id="more-2206"></span></p>
<p><strong>Die kindliche Entwicklung ist ziemlich kompliziert</strong></p>
<p>Aber ganz so einfach ist das nicht. Weil nämlich schon die kindliche Entwicklung ziemlich kompliziert ist. Es handelt sich dabei um ein Resonanzsystem aus Anlage und Umwelt, vorgeburtlicher und nachgeburtlicher Erfahrungen, sozialen Faktoren des Schutzes und der Belastung. Selbst eine von außen betrachtete gleiche Kindheit, hinterlässt jeweils eine andere Spur. Es gibt nicht das gekränkte Kind, es gibt ein gekränktes Kind – plus das, was eben sonst sein Leben prägt.</p>
<p>Das eine Gleis, das von bestimmten Kindheitserfahrungen zu einer bestimmten Weltsicht führt, kann es deshalb gar nicht geben. Weder wird aus einem in der Kindheit schlecht behandelten Kind automatisch ein problematischer Mensch. Noch wird aus einem gut behandelten Kind automatisch ein guter Mensch. Herbert Renz-Polster erläutert: „Das eine Kind hat ein zartes Naturell, das andere ist robuster. Das eine findet Zuflucht in weiteren Beziehungen, das andere kommt dabei vom Regen in die Traufe.“</p>
<p><strong>Die Ausbildung der Persönlichkeit ist nicht vorbestimmt</strong></p>
<p>Ein wieder anderes erlebt seine Krisen als Baby, das andere als Schulkind. Das eine erfährt seine Enttäuschungen durch die Eltern, das andere durch ihm fernen Stehende. Einigen öffnen sich beim Großwerden eine neue Beziehungswelt, andere graben sich immer tiefer in die alte Spur und verletzen sich dabei immer wieder neu. Das eine Kind ist den immer gleichen Menschen ausgeliefert, das andere findet Schutz bei anderen „bedeutsamen Menschen“, die seine Bindung prägen.</p>
<p>Um es auf den Punkt zu bringen: Der Weg, auf dem Menschen ihre Persönlichkeit ausbilden und dann mit Meinungen und Überzeugungen ausschmücken, kann gar nicht vorbestimmt sein. Denn dafür hat er viel zu viele Abzweigungen und einen viel zu unterschiedlichen Untergrund. Also: Kindheitliche Belastungen sind ohne jeden Zweifel bis in das Erwachsenenalter wirksam. Je tiefgreifender und vielfältiger die seelischen Belastungen sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass daraus später Störungen entstehen. Aber sie sind kein Schicksal. Quelle: „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert-Renz Polster</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die frühe Kindheit entscheidet über das spätere Leben</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-fruehe-kindheit-entscheidet-ueber-das-spaetere-leben.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2019 06:43:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[Idealerweise wird durch die Liebe zwischen Mutter und Kind der Urgrund der Liebesfähigkeit des Nachwuchses geschaffen. Andreas Salcher fügt hinzu: „Jene fundamentale Erfahrung intimer Verbundenheit entsteht durch die körperliche, emotionale und psychische Nähe. Sie weckt die Sehnsucht, später eine ähnliche intime und vertrauensvolle Beziehung zu einem Liebespartner zu finden.“ Ein Kleinkind entwickelt in den ersten ... <a title="Die frühe Kindheit entscheidet über das spätere Leben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-fruehe-kindheit-entscheidet-ueber-das-spaetere-leben.html" aria-label="Mehr Informationen über Die frühe Kindheit entscheidet über das spätere Leben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Idealerweise wird durch die Liebe zwischen Mutter und Kind der Urgrund der Liebesfähigkeit des Nachwuchses geschaffen. Andreas Salcher fügt hinzu: „Jene fundamentale Erfahrung intimer Verbundenheit entsteht durch die körperliche, emotionale und psychische Nähe. Sie weckt die Sehnsucht, später eine ähnliche intime und vertrauensvolle Beziehung zu einem Liebespartner zu finden.“ Ein Kleinkind entwickelt in den ersten drei Jahren ein Grundgefühl, welchen Situationen und Menschen es vertrauen kann und welchen nicht. Entscheidend für die Bildung jenes Urvertrauens sind die unmittelbaren Bezugspersonen, also die Eltern, primär die Mutter nach der Geburt. Die bei der Wahrnehmung der Umwelt gewonnenen positiven Erfahrungen statten ein Kind mit hohem Grundvertrauen darin aus, dass es die Welt gut mit ihm meint und es angenommen und geliebt wird. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-1978"></span></p>
<p><strong>Eltern können alles richtig machen</strong></p>
<p>Im Gegensatz dazu sieht das verängstigte Kind die Welt nicht als Paradies, weil es schon früh von Menschen enttäuscht, verlassen oder betrogen wurde. Es fühlt sich von seinen Eltern nicht zu hundert Prozent angenommen und verspürt daher den Drang, sich besonders anzustrengen und zu beweisen. Die gute Botschaft für alle Eltern lautet: Sie können alles richtig machen. Wenn sie ihr Baby in Händen halten, brauchen sie keine Sekunde darüber nachdenken, wie sie es perfektionieren können. Das ist nicht ihre Aufgabe.</p>
<p>Die Aufgabe ist zu sagen: „Wir werden dir alle Zeit, Zuneigung und Zärtlichkeit geben, die du brauchst, weil du es uns wert bist.“ Man erinnert sich als Erwachsener kaum an seine frühe Kindheit, obwohl diese so entscheidend für das aktuelle Leben ist. Dabei haben Kleinkinder durchaus ein funktionierendes Gedächtnis. Sie sind imstande, sich an ihren letzten Geburtstag oder den Zoobesuch zu erinnern. Selbst Fünf- bis Siebenjährige können sich noch zu mehr als 60 Prozent an ihre früheren Erlebnisse erinnern.</p>
<p><strong>Das Leben des Kindes beginnt schon in der Schwangerschaft</strong></p>
<p>Ab dann beginnen Erinnerungen allerdings immer mehr zu verblassen. Warum ist das so? Die Psychologinnen Patricia J. Bauer und Marina Larkina von der Emory-Universität gehen in ihrer Untersuchung davon aus, dass das Langzeitgedächtnis in ganz jungen Jahren noch nicht so gut entwickelt ist. Wie gut Kinder sich frühe Erfahrungen einprägen können, hängt offenbar auch mit ihrer Sprachfähigkeit zusammen. Je besser sie Begriffe schon beschreiben können, desto eher können sie im Langzeitgedächtnis verankert werden.</p>
<p>Eltern, die ihre Kinder immer wieder ermutigen, von ihren Erlebnissen zu erzählen, unterstützen diesen Festigungsprozess. In China und Korea gelten Kinder als ein Jahr alt, wenn sie auf die Welt kommen. Ihre erste Stunde beginnt also schon in der Schwangerschaft. Viele westliche Wissenschaftler teilen mittlerweile diese traditionelle Sichtweise. Fest steht: Wird ein Kind geboren, hat sein Gehirn eine beträchtlichen Teil seiner Ausbildung bereits hinter sich. So entstehen während der Schwangerschaft bis zu 250.000 Hirnzellen – pro Minute. Im letzten Drittel der Schwangerschaft bilden sich pro Minute bis zu 40.000 der für das Denken, Handeln und Erinnern so wichtigen Synapsen im Gehirn. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Kindheit prägen intensive Erlebnisse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jan 2019 13:20:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kind]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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					<description><![CDATA[In den ersten drei Jahren lernt jeder Mansch mehr als im Rest seines Lebens. Manche Eigenschaften sind biologisch festgelegt, manche kann man verändern. Die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren schreibt: „Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war.“ Babys ... <a title="Die Kindheit prägen intensive Erlebnisse" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-kindheit-praegen-intensive-erlebnisse.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Kindheit prägen intensive Erlebnisse">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den ersten drei Jahren lernt jeder Mansch mehr als im Rest seines Lebens. Manche Eigenschaften sind biologisch festgelegt, manche kann man verändern. Die schwedische Schriftstellerin Astrid Lindgren schreibt: „Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war.“ Babys werden in der Regel wunderbar umsorgt. Wenn sie schreien, werden sie gefüttert, fühlen sie sich unwohl, werden sie liebevoll gestreichelt und getröstet. Und sonst schlafen sie viel. Andreas Salcher ergänzt: „Sobald wir einigermaßen auf allen vieren krabbeln können, beginnen wir die Welt um uns zu entdecken, zu greifen, zu begreifen, Stufen hinaufzuklettern und wieder herunterzukommen, erste Worte zu brabbeln, mit Sand zu spielen, mit Wasser zu spritzen und vieles mehr.“ Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-1959"></span></p>
<p><strong>Babys lachen viel</strong></p>
<p>Lernen ist lustig, deshalb lachen Babys viel. Ab dem Moment, wo sie die ersten Worte sprechen können, wollen sie die Welt auf ihre ganz eigene Art entdecken. Es muss ihnen niemand die Gesetze der Schwerkraft erklären, damit sie diese nach vielen Fehlversuchen überwinden und sich stolz vom Vierbeiner zum aufrecht gehenden Zweibeiner aufschwingen. Das erste Mal, wenn sich ein Kleinkind als eigenständige Person erkennt, verdankt es oft einem Spiegel.</p>
<p>Das kleine Kind betrachtet den Spiegel mit großer Neugier, und es schlüpft ihm ein Wort über die Lippen, dessen Bedeutung es erst viel später erkennen wird. Es ist das Wort „ich“. In diesem Augenblick hat das Kleinkind so viele Informationen über seine Umwelt gesammelt, dass es sich selbst als eigenes Subjekt begreifen kann. Die Welt scheint ein großer Spielplatz zu sein. Viele Kinder wollen aber schon mehr, als sie mit ihren eigenen Kräften erreichen können. </p>
<p><strong>Die Wünsche eines Kleinkindes sind unersättlich</strong></p>
<p>Andreas Salcher erläutert: „Wir wollen gehen, bevor wir dazu imstande sind, wir verlangen mehr Aufmerksamkeit, als wir bekommen können, wir kämpfen um mehr Rechte, als wir zu verkraften vermögen, und unsere Wünsche sind unersättlich.“ Ein Kleinkind will alles, und das sofort. Jeder der kleinsten Wünsche verkörpert gleich das ganze Ich. Damit sich dieses kleine Ich gesund entwickeln kann, braucht es ein Du, meist die Mutter und den Vater. Diese verstehen es im besten Fall, dem Kleinkind in Augenhöhe zu begegnen. </p>
<p>Das Kleinkind braucht unbedingt die individuelle Zuneigung von Erwachsenen, die es beschützen, versorgen und in die Kultur einführen. Die menschliche Zuneigung, die ein Kind vom ersten bis zu seinem dritten Lebensjahr erfährt, entscheidet, ob es später mit einem Urvertrauen ausgestattet die Welt entdecken und selbst gelungene Beziehungen eingehen kann. Neuere Forschungen zeigen, dass das erste Jahr dafür besonders ausschlaggebend ist. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Weisheit wird von der Gesellschaft zu wenig geschätzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jan 2018 10:08:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Weisheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Psychologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständige Disziplin aus der Philosophie sowie der Medizin und Biologie entwickelt hat. Interessanterweise hat sich die Philosophie, die „die Liebe zur Weisheit“ sogar im Namen trägt, selten und in der Neuzeit noch weniger als vorher mit der Weisheit als ... <a title="Die Weisheit wird von der Gesellschaft zu wenig geschätzt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-weisheit-wird-von-der-gesellschaft-zu-wenig-geschaetzt.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Weisheit wird von der Gesellschaft zu wenig geschätzt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psychologie ist eine relativ junge Wissenschaft, die sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständige Disziplin aus der Philosophie sowie der Medizin und Biologie entwickelt hat. Interessanterweise hat sich die Philosophie, die „die Liebe zur Weisheit“ sogar im Namen trägt, selten und in der Neuzeit noch weniger als vorher mit der Weisheit als menschlicher Eigenschaft befasst. Judith Glück erklärt: „Von Anfang an ging es ihr eher darum, weise Gedanken und Ideen zu beschreiben. Auch der Psychologie lag die Beschäftigung mit so komplexen Eigenschaften lange Zeit eher fern; sie befasste sich zunächst vor allem mit Prozessen, die bei allen Menschen gleichartig ablaufen und also bestimmten Regelhaftigkeiten folgen, wie etwa der menschlichen Wahrnehmung.“ Judith Glück ist seit 2007 Professorin für Entwicklungspsychologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. <span id="more-1793"></span></p>
<p><strong>Schon 1922 wurde die Bedeutung der Jugend überbewertet</strong></p>
<p>Die Entwicklungspsychologie beispielsweise konzentrierte sich auf die Kindheit und Jugend, während deren der Erwerb verschiedener Fähigkeiten bei den meisten Menschen einem relativ einheitlichen Ablauf folgt. Eigenschaften wie Weisheit, die sich erst im Laufe des Erwachsenenalters entwickeln und noch dazu nur bei manchen Menschen, standen langen Zeit nicht im Vordergrund. Überdies interessierten sich nur wenige Forscher für Entwicklungsprozesse, die mit dem Altern in Verbindung gebracht werden. </p>
<p>Einer der ersten war G. Stanley Hall, der sich vor allem mit der Erforschung des Jugendalters beschäftigte, aber 1922 mit 76 Jahren ein Buch über das Altern verfasste. Dabei setzte er sich auch intensiv mit seinen eigenen Erfahrungen in dieser Lebensphase auseinander und argumentierte, dass aufgrund der vorherrschenden Überbewertung der Jugend die Qualitäten des Alterns, vor allem die Weisheit, von der Gesellschaft zu wenig geschätzt und wichtige Potentiale älterer Menschen missachtet würden. </p>
<p><strong>Unbewusste Prozesse kann man nicht mit Fragebögen erfassen</strong></p>
<p>G. Stanley Hall meinte, dass es vielen Menschen im Alter gelinge, eine gelassenere und weniger selbstbezogene Perspektive einzunehmen und dadurch größere Zusammenhänge und deren moralisch-ethische Bedeutung besser zu erkennen. Etwa ab den 1950er Jahren konzentrierte sich die Psychologie dann sehr stark auf die Messung und Quantifizierung menschlicher Eigenschaften und Verhaltensweisen: Dabei wurde es immer wichtiger, die untersuchten Eigenschaften und Verhaltensweisen in Zahlen ausdrücken zu können. </p>
<p>Die Methoden zur Messung und statistischen Auswertung wurden stark verfeinert, was die wissenschaftliche Fundierung der psychologischen Begriffe, mit denen man heute arbeitet, zweifellos vorangetrieben hat. Aber nun wagte man sich an komplexe Eigenschaften wie die Weisheit, die sich kaum präzise definieren und noch weniger leicht messen und in Zahlen ausdrücken lassen, natürlich erst recht nicht heran. Ausnahmen fanden sich am ehesten im Umfeld der Psychoanalyse, die sich den Forderungen nach Quantifizierung und Statistik oft mit dem Argument entzog, dass man unbewusste Prozesse schließlich nicht mit Fragebögen erfassen könne. Quelle: „Weisheit“ von Judith Glück</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Kinder leben in mit Watte ausgepolsterten goldenen Käfigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Mar 2017 09:04:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Anzahl der sogenannten Helikopter-Eltern, die ihren Nachwuchs ständig besorgt umkreisen und ihnen jede Form der Anstrengung abnehmen wollen, nimmt ständig zu. Auch wenn Kinder zum Beispiel längst alt genug wären, den Schulweg alleine zu meistern, bringen viele Eltern ihre Sprösslinge dennoch mit dem Auto bis vor die Schultür. Trendforscher und Psychologen gehen davon aus, ... <a title="Viele Kinder leben in mit Watte ausgepolsterten goldenen Käfigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-kinder-leben-in-mit-watte-ausgepolsterten-goldenen-kaefigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Kinder leben in mit Watte ausgepolsterten goldenen Käfigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Anzahl der sogenannten Helikopter-Eltern, die ihren Nachwuchs ständig besorgt umkreisen und ihnen jede Form der Anstrengung abnehmen wollen, nimmt ständig zu. Auch wenn Kinder zum Beispiel längst alt genug wären, den Schulweg alleine zu meistern, bringen viele Eltern ihre Sprösslinge dennoch mit dem Auto bis vor die Schultür. Trendforscher und Psychologen gehen davon aus, dass vor allem die irrationale Angst der Eltern vor Verkehrsunfällen und Kindesentführern hinter dem Phänomen der „Shuttle-Kids“ steckt. Der Arzt und Buchautor Günther Loewit erklärt den Grund für diese extreme Vorsicht: „Über Jahrhunderte hinweg betrug die durchschnittliche Geburtenrate etwa sechs Kinder – da war ein Todesfall aufgrund von Krankheiten oder zu wenig Nahrung schon quasi eingeplant. Heute liegt sie in Österreich bei 1,4 Kindern pro Frau. Diese statistisch 1,4 Kinder müssen natürlich unendlich überbehütet werden, weil hier ein Verlust nicht verkraftbar wäre.“ <span id="more-1619"></span></p>
<p><strong>Überbehütete Kinder bleiben bis ins Erwachsenenalter unselbstständig</strong></p>
<p>Was vielen Eltern dabei nicht bewusst ist: Da den Kindern durch die Überbehütung die Möglichkeit genommen wird, selbst Erfahrungen zu machen, bleiben sie bis ins Erwachsenenalter – und manchmal sogar ein Leben lang – unselbstständig. Auch jene Kinder, die bei jeder kleinen Schwäche gefördert werden, reagieren Studien zufolge auf Krisensituationen unbeholfener als jene, die sich von klein auf selbst durchkämpfen mussten. Die ständige Sorge der Eltern um ihr Kind führt auch dazu, dass Auffälligkeiten im Verhalten genau analysiert werden und jede nicht ins gewünschte Schema passende Reaktion als potentielle Krankheit gedeutet wird.</p>
<p>Kinderarzt Günther Loewit erklärt: „Die Krankheiten der Kinder haben sich verändert. Früher waren es oft Schürfwunden oder blaue Flecken – die gibt es heute kaum mehr, nachdem die Kinder ja, überspitzt formuliert, in mit Watte ausgepolsterten goldenen Käfigen leben. Dafür ist die Anzahl der psychischen Krankheiten gestiegen.“ Diese steigende Zahl führt der Arzt allerdings weniger auf ein tatsächlich häufigeres Auftreten der Krankheiten zurück als vielmehr auf die Suche der Eltern nach Diagnosen.</p>
<p><strong>Wilde Kinder brauchen ausreichend Bewegung und einen geregelten Alltag ohne Fernsehen</strong></p>
<p>Günther Loewit erläutert: „Eltern reagieren mitunter panisch, wenn ihnen etwas nicht normal vorkommt, und sind dann nicht in der Lage, mit diesem Problem umzugehen. Deswegen wenden sie sich an die Medizin und erwarten eine Diagnose. Wenn es eine Diagnose gibt, gibt es auch eine Therapie und das Problem ist aus der Sicht der Eltern gelöst – sie tragen dann ja auch keine Verantwortung mehr.“ Ein Beispiel ist die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).</p>
<p>Die Symptome der umstrittenen Krankheit sind Unruhe, Konzentrationsschwäche, impulsives Handeln und ein ausgeprägter Bewegungsdrang. Man geht davon aus, dass die Anzahl der Fehldiagnosen bei ADHS weitaus höher ist als bei jeder anderen Krankheit. Denn dass ein Kind nicht ruhig sitzen kann und sich nicht immer vernünftig benimmt, ist ja nun nicht gerade eine besondere Ausnahmeerscheinung. Jugendarzt Michael Hauch erklärt eine Behandlungsalternative zu ADHS-Medikamenten wie etwa Ritalin: „Bei gesunden, lediglich unkonzentrierten, wilden Kindern ist ausreichend Bewegung und ein geregelter Alltag ohne Fernsehen jeder Therapie und jedem Medikament überlegen – und garantiert nebenwirkungsfrei.“ Quelle: moments – Das Magazin für die schönsten Augenblicke</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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