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	<title>Handlung &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die meisten Handlungen sind nicht autonom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer die Welt liebt, wird geliebt. Denn das Lebendige zieht an. Michaela Brohm-Badry schreibt: „Autonomie und Verbundenheit, Autonomie und Liebe: Und wenn dann nach einem Krach jeder eine Zeit lang was alleine macht, bis die Autonomie wieder hergestellt ist, dann spürt man plötzlich wieder die Sehnsucht, dem anderen nahe sein zu wollen und zu fragen, ... <a title="Die meisten Handlungen sind nicht autonom" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-meisten-handlungen-sind-nicht-autonom.html" aria-label="Mehr Informationen über Die meisten Handlungen sind nicht autonom">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Welt liebt, wird geliebt. Denn das Lebendige zieht an. Michaela Brohm-Badry schreibt: „Autonomie und Verbundenheit, Autonomie und Liebe: Und wenn dann nach einem Krach jeder eine Zeit lang was alleine macht, bis die Autonomie wieder hergestellt ist, dann spürt man plötzlich wieder die Sehnsucht, dem anderen nahe sein zu wollen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist, und zu sagen, dass alles in Ordnung ist.“ Allerding ist ein hoher Anteil der Handlungen eines Menschen oft eher nicht autonom, sondern durch äußeren oder inneren Druck hervorgerufen, was die persönliche Selbstbestimmung untergräbt. Widerspricht eine Handlung jedoch den eigenen Werten, den eigenen Interessen oder dem Wollen, spüren Menschen, dass dieses Verhalten eben nicht stimmig, sondern kongruent ist – innere Konflikte entstehen. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-6243"></span></p>
<p><strong>Ein Grundbedürfnis des Menschen ist das nach Verbundenheit</strong></p>
<p>Kompetenz ist ein psychologisches Grundbedürfnis, sich im Umgang mit der Umwelt als effektiv zu erleben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Es spiegelt den Wunsch wider, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erweitern, und beinhaltet, sich dazu optimale Herausforderungen zu suchen, und Anstrengungen zu unternehmen, bis persönliches Wachstum erfahren wird.“ Kompetenz wird von Deci und Ryan als „wahrgenommene Wirksamkeit“ bei der Ausübung von Verhaltensweisen verstanden.</p>
<p>Das Erleben der eigenen Kompetenz wird in der Motivationsforschung als zentraler Anreiz für motiviertes Handeln betrachtet. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Kompetenzerleben wird erreicht, indem geschafft wird, was man sich vorgestellt hat, indem Herausforderungen bewältigt, Fähigkeiten entwickelt wurden und indem Menschen etwas gelungen ist.“ Es geht um das Bedürfnis, die Wirkung und Beherrschung einer Handlung zu spüren. Ein weiteres Grundbedürfnis des Menschen ist das nach Verbundenheit.</p>
<p><strong>Jeder Mensch möchte sich bei anderen aufgehoben fühlen</strong></p>
<p>Es entspricht dem Bedürfnis nach menschlicher Nähe, nach sozialer Zugehörigkeit zu einem Menschen, einer Familie oder einer anderen sozialen Gruppe. Menschen fühlen sich meist dann zugehörig, so Ryan und Deci, „wenn sie sich bei anderen aufgehoben fühlen, umsorgt fühlen. Bei Verbundenheit geht es aber auch um Zugehörigkeit und das Gefühl, sich für andere bedeutsam zu fühlen. Daher ist es ebenso wichtig, sich selbst als jemand zu erleben, der andern etwas gibt oder zu ihnen beiträgt.“</p>
<p>Ryan und Deci fahren fort: „Das heiß, sowohl durch das Gefühl der Verbundenheit mit nahestehenden Menschen auch durch das Gefühl, ein bedeutendes Mitglied sozialer Gruppen zu sein, erfahren Menschen Verbundenheit und Zugehörigkeit, zum Beispiel indem sie zur Gruppe beitragen oder Wohlwollen zeigen.“ Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Zugrunde liegt das psychologische Bedürfnis, enge emotionale Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen, warmherzig zu geben und zu empfangen.“ Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter bestimmt die Handlungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 02:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ethos sind Eigenschaften wie Integrität, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit. Wirklich überzeugende Menschen erzählen anderen nicht, was sie tun sollen, sondern sie leben es ihnen vor. Thorsten Havener weiß: „Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Manipulator und einem überzeugenden Menschen. Dieser überzeugt weniger durch seine Worte, sondern vielmehr durch seine Handlungen. Die Resultate dieser Handlungen sind ... <a title="Der Charakter bestimmt die Handlungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-starker-charakter-verhindert-manipulation.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter bestimmt die Handlungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ethos sind Eigenschaften wie Integrität, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit. Wirklich überzeugende Menschen erzählen anderen nicht, was sie tun sollen, sondern sie leben es ihnen vor. Thorsten Havener weiß: „Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Manipulator und einem überzeugenden Menschen. Dieser überzeugt weniger durch seine Worte, sondern vielmehr durch seine Handlungen. Die Resultate dieser Handlungen sind der Beweis für die Richtigkeit seiner Aussagen.“ Das ist echte Überzeugungskraft fern jeder dunklen Manipulation. Es gibt keine verborgenen Tricks. Handlungen und Worte passen zusammen. Ein starker Charakter ist laut Thorsten Havener auch einer der Faktoren, der Manipulation verhindert. Durch Charakterbildung können Menschen unterscheiden zwischen dem, was sie wirklich wollen, und dem, was andere ihnen einflüstern, um ihnen zu suggerieren, was sie wollen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-5326"></span></p>
<p><strong>Ein selbst Überzeugter überzeugt am besten</strong></p>
<p>Es ist immer der Mensch, der manipuliert wird. Jede Manipulation ist ausgerichtet auf Denken, Handeln und Wirken. Genau diese drei haben auch erheblichen Einfluss auf die Charakterbildung eines Menschen. Thorsten Havener erklärt: „Einflussnahme gibt es, seit Menschen bestehen. Und es wird sie immer geben, sobald Menschen miteinander in Kontakt treten. Wir beeinflussen uns, unser Zusammenleben bestimmt, wie wir handeln, und unsere Handlungen formen unseren Charakter.“ Genau wie der Charakter die Handlungen bestimmt. Es ist keine Einbahnstraße.</p>
<p>Was sind nun die stärksten Argumente der Einflussnahme? Thorsten Havener kennt sie: „Ich denke, es sind wir selbst. Wenn ich andere überzeugen möchte, ist das stärkste Mittel der Einflussnahme meine eigene Überzeugung.“ Nicht der Manipulator überzeugt am besten, nein, der selbst Überzeugte überzeugt am besten. Fast alle Menschen wissen, dass es nicht richtig ist, eine andere Person zu bitten, etwas zu tun, was sie selbst nicht tun würden. Genauso falsch fühlt es sich jedoch an, jemand anderen von etwas zu überzeugen zu wollen, wovon man selbst nicht überzeugt ist, oder?</p>
<p><strong>Echte Fähigkeiten und Fertigkeiten sprechen für sich</strong></p>
<p>Der große Komiker Steve Martin sagt: „Sei einfach so gut, dass keiner dich übersehen kann.“ Diese Aussage ist stärker als jeder Trick. Echte Fähigkeiten und Fertigkeiten sprechen für sich. Wahre Meister sprechen nicht über das, was sie aller können und im Angebot haben, sie leben es anderen vor. Das bildet den Charakter und stärkt ihn. Thorsten Havener rät: „Wenn Sie von etwas überhaupt nicht überzeugt sind, dann lassen Sie es! Sie werden nie gut darin sein und auch nie überzeugend.“</p>
<p>Selbst wenn man seine Worte optimal wählt, der Mensch Gegenüber fühlt, dass etwas nicht stimmt. Denn es sind nicht die Worte, die überzeugen, sondern alles Weitere, das mitschwingt. Ein starker Charakter ist das Gegenteil von Manipulation, die ja immer mit Täuschung zu tun hat. Natürlich kann man Pathos und Logos zum Überzeugen anderer nutzen. Thorsten Havener erläutert: „Ob es sich dabei um Manipulation handelt oder Überzeugungskraft, hängt nicht von der Methode ab, sondern von unserer Intention.“ Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Appetit auf Zucker ist nahezu unbegrenzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jan 2024 02:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstkontrolle]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine der interessantesten Konsequenzen der evolutionären Psychologie ist, dass sie viele Fehlfunktionen des menschlichen Denkens und Handelns erklären kann. Hanno Sauer weiß: „Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel für eine solche Inkongruenz von Geist und Umwelt ist unser nahezu unbegrenzter Appetit auf Zucker. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den menschlichen Körper, und Energie war meist vor ... <a title="Der Appetit auf Zucker ist nahezu unbegrenzt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hanno-sauer-evolutionaere-psychologie.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Appetit auf Zucker ist nahezu unbegrenzt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der interessantesten Konsequenzen der evolutionären Psychologie ist, dass sie viele Fehlfunktionen des menschlichen Denkens und Handelns erklären kann. Hanno Sauer weiß: „Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel für eine solche Inkongruenz von Geist und Umwelt ist unser nahezu unbegrenzter Appetit auf Zucker. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den menschlichen Körper, und Energie war meist vor allem eines: knapp.“ Es ergab daher Sinn für die Menschen, eine Disposition evolutionär ererbt zu haben, die dafür sorgte, dass sie keine Gelegenheit auslassen würden, Zucker zu sich zu nehmen. Solange Kohlenhydrate rar sind, bleibt diese Disposition auch adaptiv. Denn die Lust am Zucker motiviert die Menschen effektiv, eine für sie wichtige Energiequelle in sich aufzunehmen. Hanno Sauer ist Associate Professor of Philosophy und lehrt Ethik an der Universität Utrecht in den Niederlanden. <span id="more-5197"></span></p>
<p><strong>Die Moderne steigert den Bedarf ans Selbstkontrolle</strong></p>
<p>Hanno Sauer stellt fest: „In dem Moment, in dem wir unsere Umwelt evolutionärer Angepasstheit verlassen und durch Supermärkte und Tankstellen dauerhaft Zugang zu unbegrenzten Zuckervorräten haben, wird unsere Begierde zum Problem.“ Den evolutionären Imperativ, in Vorbereitung auf magere Zeiten immer so viel Energie wie möglich zu konsumieren, muss man von nun an willentlich einhegen. Die Psychologie des Menschen ist bedauerlicherweise mit einem ganzen Arsenal atavistischer Tendenzen ausgestattet.</p>
<p>Für diese stellt die moderne Gesellschaft eine zunehmend feindliche Umwelt dar. In dieser müssen die Menschen urzeitliche Instinkte, Denk- und Verhaltensmuster ständig mit großem Aufwand unterdrücken. Hanno Sauer erklärt: „Dies steigert den Bedarf an Selbstkontrolle und führt nach und nach zu einem diffusen Unbehagen in der Kultur.“ Denn diese eliminiert zwar die materiellen Nöte, intensiviert aber gleichzeitig die Ansprüche an die kognitive Disziplin. Dadurch perpetuiert sich eine paradoxe Wahrnehmung.</p>
<p><strong>Viele Menschen sind kognitiv überfordert</strong></p>
<p>Vom materiellen Wohlstand entwickelter menschlicher Gesellschaften scheint ein Glücksversprechen auszugehen. Dieses löst er jedoch nur frustrierend langsam und nie vollständig ein. Denn die Menschen bezahlen für jeden Zuwachs an sozialer Kompetenz mit einem Zuwachs an kognitiver Überforderung. Hanno Sauer erläutert: „Für eine Geschichte der Moral kommt es darauf an, welche Attribute unserer evolutionären Vergangenheit die Art und den Umfang unserer Kooperationsbereitschaft geformt haben.“ Man weiß, dass die Menschen über eine ungewöhnlich spontane und dabei erstaunlich flexible Bereitschaft zur Kooperation verfügen. Aber warum?</p>
<p>Die entscheidende Phase der spezifisch menschlichen Evolution fand in einer hochgradig volatilen Umwelt statt. Dies heißt nicht, dass das Wetter zu jener Zeit besonders unvorhersagbar gewesen wäre. Vielmehr bedeutet es, dass Populationen der Vorfahren der heute lebenden Menschen über Generationen hinweg mit rapiden und dramatischen klimatischen Umwälzungen zu tun hatten. Umwälzungen, die sonst langsamer oder weniger extrem ober beides verlaufen waren. Quelle: „Moral“ von Hanno Sauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Moralisches Verhalten ist nicht beliebt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 02:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Ähnlich wie die Strategie zur Vermeidung von Informationen funktioniert auch das Kalkül des Verzichts von Handlungsoptionen. Die Vermeidungsstrategie setzt darauf, einen moralischen Konflikt erst gar nicht entstehen zu lassen. Sie vermeidet absichtsvoll moralisch relevante Entscheidungssituationen. Man weicht dabei nicht nur einer Information aus, sondern gleichsam einer „Prüfung“. Armin Falk weiß: „Die Strategie funktioniert aber nur ... <a title="Moralisches Verhalten ist nicht beliebt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/moralisches-verhalten-ist-nicht-beliebt.html" aria-label="Mehr Informationen über Moralisches Verhalten ist nicht beliebt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ähnlich wie die Strategie zur Vermeidung von Informationen funktioniert auch das Kalkül des Verzichts von Handlungsoptionen. Die Vermeidungsstrategie setzt darauf, einen moralischen Konflikt erst gar nicht entstehen zu lassen. Sie vermeidet absichtsvoll moralisch relevante Entscheidungssituationen. Man weicht dabei nicht nur einer Information aus, sondern gleichsam einer „Prüfung“. Armin Falk weiß: „Die Strategie funktioniert aber nur als Selbstbetrug.“ Unter kontrollieren, wissenschaftlichen Bedingungen studierte man die Vermeidung von Handlungsoptionen. Menschen sind bereit, Kosten auf sich zu nehmen mit dem Ziel, Situationen zu vermeiden, in denen sie aufgefordert sein könnten, sich moralisch zu verhalten. Armin Falk leitet das Institut für Verhaltensökonomik und Ungleichheit (briq). Außerdem ist er Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung, sowie Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. <span id="more-5180"></span></p>
<p><strong>Unwissen schützt vor unmoralischen Handlungen</strong></p>
<p>Es ist auch wirklich unangenehm, wenn ein Mensch wohltätig sein soll. Der Wunsch nach einem positiven Image hat für die Fragestellung – warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein – eine doppelte Bedeutung. Armin Falk erläutert: „Zum einen motiviert uns das Streben nach einer positiven Selbst- und Fremdwahrnehmung dazu, Gutes zu tun. Wir suchen die Anerkennung und das Lob und verhalten uns deshalb im Sinne der gültigen Moralvorstellungen.“ </p>
<p>Das gleiche Motiv erklärt aber auch, warum man es häufig nicht so genau wissen will, wieso man sich „dumm“ stellt, wieso man wegschaut und die Augen verschließt. Und es erklärt, warum man sich aktiv Situationen entzieht, in denen man moralisch gefordert ist. Dies alles im Versuch, ein gutes Image aufrechtzuerhalten, obwohl man in diesem Moment effektiv unmoralisch handelt. Armin Falk erklärt: „Wir können uns dann hinter unserem Unwissen oder der Tatsache verbergen, dass wir ja gar keine unmoralische Handlung begangen haben.“ </p>
<p><strong>Das Böse lockt mit allerlei Versuchungen</strong></p>
<p>Armin Falk stellt fest: „Wir schirmen uns ab und reden uns ein, eigentlich anständig zu sein. Und etwas Bestimmtes hilft uns dabei: die Fähigkeit, zu vergessen.“ Menschen sind Weltmeister im Geschichtenerzählen. Und Geschichten ermöglichen es ihnen, ein kleines Wunder zu vollbringen: etwas Falsches zu tun, ohne das gute Selbstbild zu gefährden. Immer ringt das Gute mit dem Bösen in einem Menschen. Einerseits möchte man vor sich selbst und anderen als guter Mensch dastehen.</p>
<p>Andererseits aber lockt das Böse mit allerlei Versuchungen, mit Geld oder materiellen Vorteilen, mit Privilegien am Arbeitsplatz, gesellschaftlichem Prestige oder sonstigen Annehmlichkeiten. Armin Falk betont: „Die Kosten des Anstands und der Moral bestehen genau darin, auf diese Vorteile zu verzichten.“ Aber ist es so ganz eindeutig, worin das Richtige, das Anständige, das Moralische besteht? Diese kleine Unsicherheit birgt ein teuflisches Potenzial. Es ist die Stunde der Narrative, der Deutungen und Umdeutungen. Quelle: „Warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein“ von Armin Falk</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gute Beziehungen prägen das Wohlergehen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-handlungen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2023 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Raum, in dem eine Handlung ihre Auswirkungen zeigt, ist die Gemeinschaft. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Das Gemeininteresse ist wichtiger als das des Individuums, womit der Schwerpunkt des Lebens stärker beim Oxytocin liegt als bei uns. Damit wird der entscheidenden Bedeutung, die Beziehungen auf unser Wohlergehen haben, Rechnung getragen.“ Der Preis für die geringere Wertschätzung der ... <a title="Gute Beziehungen prägen das Wohlergehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-handlungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Gute Beziehungen prägen das Wohlergehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Raum, in dem eine Handlung ihre Auswirkungen zeigt, ist die Gemeinschaft. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Das Gemeininteresse ist wichtiger als das des Individuums, womit der Schwerpunkt des Lebens stärker beim Oxytocin liegt als bei uns. Damit wird der entscheidenden Bedeutung, die Beziehungen auf unser Wohlergehen haben, Rechnung getragen.“ Der Preis für die geringere Wertschätzung der Leistungen des Geistes ist allerdings eine Begrenzung des kreativen Potenzials, weil das individuelle, freie geistige Schöpfertum eben nachrangigen Wert besitzt. Beide Denkschulen, die des Westens und die des Ostens, funktionieren offenkundig gut zum Überleben. Auch haben beide die bewusste Beherrschung der von den Gefühlen angestoßenen Impulse, also eine Selbststeuerung zum Ziel. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-4936"></span></p>
<p><strong>Das Gefühl im Hier und Jetzt ist der Schlüssel zum Glück</strong></p>
<p>Sie orientieren sich dabei an der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Und doch ignorieren beide die letztlich entscheidende Instanz für ein gelungenes Leben: das Gefühl. Denn wie ein Mensch sein Leben einschätzt, bestimmt allein das Gefühl. Das Gefühl im Hier und Jetzt ist der Schlüssel zum Glück und damit zu einer zufriedenen Lebenseinschätzung. In ursprünglichen Stammeskulturen wird im Hier und Jetzt gelebt, weniger bewusst als intuitiv. Doch auch das Leben im Hier und Jetzt bringt, wenn es Ausschließlichkeit erlangt, ein Problem mit sich: Es fehlt eine Planung für die Zukunft. </p>
<p>In tropischen Idyllen, wo immer etwas zu essen zu finden ist, hat das für das Überleben keine einschneidenden Konsequenzen. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Jedoch bei uns in Europa, wo der Wandel der Jahreszeiten ein vorausschauendes Planen zum Überleben notwendig macht, genügt der alleinige Fokus auf die aktuelle Befindlichkeit nicht als Lebenskonzept.“ Um den Anforderungen des Daseins bestmöglich gerecht zu werden, müssen die drei unterschiedlichen Philosophien der drei Kulturbereiche miteinander verbunden werden. </p>
<p><strong>Bindungen fördern Zufriedenheit und Gesundheit</strong></p>
<p>Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Wahre Lebenskunst besteht demnach darin, mithilfe bewusster Entscheidungen und Handlungen dafür zu sorgen, dass in abstrakter Vorschau überlebenswichtige Handlung gesetzt werden und zugleich Momente des kleinen und großen Glücks in Aussicht stehen und bewusst genossen werden können. Lebensglück und Überlebenskunst gelingen demnach nicht, indem man naiv die Entscheidungen in seinem Leben den Gefühlen überlässt. </p>
<p>Sondern man muss bewusst dafür sorgen, dass die eigenen Entscheidungen und die von ihnen geleiteten Handlungen gut für die persönlichen Gefühle sind. Hans-Otto Thomashoff betont: „Indem wir durch bewusste Selbststeuerung den Fokus auf die Konsequenzen unseres Handelns für den Gefühlshaushalt von uns selbst und anderen legen, berücksichtigen wir die bereits erwähnte enorme Bedeutung, die soziale Bindungen in unserem Leben haben.“ Bindungen zu sichern fördert Zufriedenheit, Gesundheit und Lebensdauer, weil Bindungen einem Menschen dabei helfen, den eigenen Gefühlshaushalt zu regulieren. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen können ihre Handlungen steuern</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-theory-of-mind.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Theory of Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Verstand]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Theory of Mind geht einher mit der Kompetenz, sich eine Vorstellung von den Konsequenzen des eigenen Handelns machen zu können. Sie stellt damit eine Vorbedingung für eine gezielte Steuerung der eigenen Impulse dar, die wiederum Grundvoraussetzung für zielgerichtetes und verantwortungsvolles Handeln ist. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Das eigene Handeln verantwortungsbewusst steuern zu können – ... <a title="Menschen können ihre Handlungen steuern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-theory-of-mind.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen können ihre Handlungen steuern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Theory of Mind geht einher mit der Kompetenz, sich eine Vorstellung von den Konsequenzen des eigenen Handelns machen zu können. Sie stellt damit eine Vorbedingung für eine gezielte Steuerung der eigenen Impulse dar, die wiederum Grundvoraussetzung für zielgerichtetes und verantwortungsvolles Handeln ist. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Das eigene Handeln verantwortungsbewusst steuern zu können – auch das muss gelernt werden. Dieser Lernprozess besteht im Wesentlichen darin, einen Handlungsimpuls, den unser Gehirn setzt und der meist begleitet ist von einem Gefühl, ihn bei Bedarf gezielt hemmen zu können.“ Erst im Erwachsenenalter ist eine solche Impulshemmung voll ausgebildet, weil erst dann die dafür verantwortlichen Strukturen im Frontalhirn – jener Teil des Gehirns, der für bewusste Steuerung zuständig ist – ausgereift sind. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-4639"></span></p>
<p><strong>Der Verstand ist die wichtigste Entscheidungsinstanz</strong></p>
<p>Jedoch gelingt die bewusste Impulssteuerung keineswegs immer und jedem. Das Grundmuster, nach dem das menschliche Gehirn arbeitet, lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen. Ein äußerer Reiz wird blitzschnell vom Gefühlszentrum bewertet, das einen Handlungsimpuls setzt, der, sofern das eben gelernt wurde, bei Bedarf vom Verstand gesteuert werden kann. Gefühl, Handlung und Verstand sind also die drei ineinandergreifenden psychischen Ebenen, mit deren Hilfe man mit der Umwelt interagiert. </p>
<p>In der westlichen Kultur haben die Menschen den Verstand zur wichtigsten Entscheidungsinstanz erkoren: „Cogito ergo sum: Ich denke, also bin ich.“ Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Das Denken wurde zum Motor für unsere kulturelle Entwicklung und zur Richtschnur für den Wert des Geschaffenen. Geistige Arbeit wird oder wurde zumindest lange ein höherer Wert beigemessen als körperlicher Arbeit. Wir haben das Verstehen, die neugierige Eroberung der materiellen und geistigen Welt zum wichtigsten Ziel unserer Existenz erklärt.“ </p>
<p><strong>Im Fernen Osten zählt allein die Handlung</strong></p>
<p>Menschen suchen nach den entlegensten Winkeln der Erde und des Universums und nach den Regeln, die in ihnen gelten, und streben dabei andauernd nach mehr. Aus Sicht der Hirnforschung haben die Menschen mit dieser permanenten Suche das Motivationssystem und damit das Dopamin an die erste Stelle des Gesellschafts- und persönlichen Lebensentwurf gerückt. Der Psychoanalytiker Erich Fromm hat das in seinem Buch „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ auf den Punkt gebracht. </p>
<p>Erich Fromm schreibt: „Die Idee, dass man die Wahrheit auf dem Weg des Denkens finden könne … führte nicht nur zum Dogma, sondern auch zur Wissenschaft … zur katholischen Kirche und zur Entdeckung der Atomenergie.“ Dem entgegengesetzt steht in den Denkschulen des Fernen Ostens nicht die Suche nach einer absoluten Wahrheit im Vordergrund. Das Denken an sich ist unbedeutend, es zählt allein die Handlung. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Die Frage, ob das Leben eines Menschen gelungen ist, wird an seinen Handlungen und nicht an den Errungenschaften seines Geistes gemessen.“ Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Selbstbild kann eine Falle sein</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/fritz-breithaupt-selbstbild-als-falle.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2023 01:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Narrationen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Oftmals verlieben sich Menschen in eine falsche Person. Eigentlich verliebt man sich ja in den richtigen Menschen. Fritz Breithaupt stellt fest: „Aber wenn es nicht weitergeht oder der Geliebte ein Soziopath ist, wird aus dem Richtigen plötzlich der Falsche. Man kann den geliebten Menschen nicht einfach vergessen.“ Immer wieder tauchen blitzartig kleine Sequenzen vor einem ... <a title="Das Selbstbild kann eine Falle sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fritz-breithaupt-selbstbild-als-falle.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Selbstbild kann eine Falle sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Oftmals verlieben sich Menschen in eine falsche Person. Eigentlich verliebt man sich ja in den richtigen Menschen. Fritz Breithaupt stellt fest: „Aber wenn es nicht weitergeht oder der Geliebte ein Soziopath ist, wird aus dem Richtigen plötzlich der Falsche. Man kann den geliebten Menschen nicht einfach vergessen.“ Immer wieder tauchen blitzartig kleine Sequenzen vor einem auf: wie man zusammen in einer argentinischen Tangobar sitzt, die Hand des anderen fasst oder zusammen einkaufen geht. Es gibt ein weites Spektrum von Verhaltensweisen, in denen ein Selbstbild zur Falle wird. Das Festhalten an einem solchen imaginären Selbstbild ist auf den ersten Blick nicht Sache des narrativen Denkens. Man kann versuchen, Fixationen durch Weltbilder, vergangene Erfahrungen und Prägungen, Schemata, Muster oder Ideale zu erklären. Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Germanistik an der Indiana University in Bloomington. <span id="more-4497"></span></p>
<p><strong>Man kann sich imaginär in Narrationen wiederfinden</strong></p>
<p>Das mag alles stimmen, doch zugleich können Selbstbilder nur bestehen, weil sie als konkrete Minimalnarrationen vor einem Menschen stehen. Man sieht sich beispielsweise als Held, Opfer, Überzeugungstäter, als Übermutter oder als Liebende nur, weil man sich konkret in Handlungsweisen hineinfantasieren kann. Das heißt, dass man sich imaginär in Narrationen wiederfindet. Fritz Breithaupt erklärt: „Narrationen können uns als konkrete Leitpfade vor Augen stehen oder auch als sekundenschnelle Ideen darüber aufblitzen, was passieren könnte.“ </p>
<p>Menschen kommen aus bestimmten Narrationen und den auf ihnen aufbauenden Selbstbildern nicht einfach heraus. Narrationen sind die Form, in denen das Gehirn die Handlungen einer Person und die Handlungen anderer simuliert. Fritz Breithaupt erläutert: „Weil wir diese Simulationen für geeignet erachten, unsere Handlungen abzubilden, stehen sie unter starkem Realitätsverdacht. Und wer möchte sich schon von der Realität verabschieden? Aber es gibt auch einen Ausweg.“ </p>
<p><strong>Manchmal sind Narrationen bloße Hirngespinste</strong></p>
<p>Das Interessante ist, dass Narrationen einerseits Abbildungen oder Simulationen der sozialen Welt sind und also Situationen, Entscheidungen, Handlungen und Gefühle eines Menschen durchspielen. Andererseits sind sie aber bloß Hirngespinste, die man sich ausdenkt. Narrationen haben Formen. Und Formen haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, die nicht nur nach der Pfeife der Realität tanzen. Narrationen haben Formen, in die man die beobachteten Handlungen von sich selbst und anderen bringt. </p>
<p>Fritz Breithaupt weiß: „Wenn wir andere beobachten, unterstellen wir ihnen schnell bestimmte Motivationen und Interessen, wir nageln sie auf etwas fest. Wir beobachten Geschehen in kleinen Sequenzen und Episoden, in denen alle je dyadische oder triadische Rollen zueinander einnehmen: Bösewicht, Täter, Held, Rivale, Helfer Lügner, Opfer, Richter, Freund, falscher Freund, Verräter, Soziopath, Zeuge Mentor, Parasit …“ Diese Rollen bestehen nur im eigenen Kopf, denn natürlich haben alle Menschen alle Tendenzen und können sich in jeder Rolle wiederfinden. Quelle: „Das narrative Gehirn“ von Fritz Breithaupt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Mensch kann denken und handeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2022 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Wille]]></category>
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					<description><![CDATA[Empirische Messungen belegen, dass jeder bewussten Handlung eines Menschen Hirnaktivitäten vorausgehen, in denen die Handlung bereits festgelegt ist. Paul Kirchhof erläutert: „Das Gehirn leite die Willenshandlungen ein, bevor dem Menschen die Handlungsabsicht bewusst werde. Der Mensch steuere seine Handlungen nicht bewusst, ihm würde nur eine unbewusst eingeleitete Entscheidung bewusst werden.“ Er handle ähnlich wie bei ... <a title="Der Mensch kann denken und handeln" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/paul-kirchhof-freier-wille.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Mensch kann denken und handeln">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Empirische Messungen belegen, dass jeder bewussten Handlung eines Menschen Hirnaktivitäten vorausgehen, in denen die Handlung bereits festgelegt ist. Paul Kirchhof erläutert: „Das Gehirn leite die Willenshandlungen ein, bevor dem Menschen die Handlungsabsicht bewusst werde. Der Mensch steuere seine Handlungen nicht bewusst, ihm würde nur eine unbewusst eingeleitete Entscheidung bewusst werden.“ Er handle ähnlich wie bei einem „epileptischen Anfall“, der nicht als Handlung aus freiem Willen gelte. Der Mensch habe allenfalls die Möglichkeit, seine Vorherbestimmtheit im Nachhinein ähnlich einem Veto-Recht zu kontrollieren. Diese Experimente veranlassen die Frage, ob die Handlungen des Geistes sich in einer Wirklichkeit ereignen, die physikalisch-biologisch messbar ist. Die universale und alltägliche Erfahrung, dass ein Mensch aus freier, unabhängiger Entscheidung handelt, ist ein gediegener empirischer Befund für Freiheit. Dr. jur. Paul Kirchhof ist Seniorprofessor distinctus für Staats- und Steuerrecht an der Universität Heidelberg. <span id="more-3857"></span></p>
<p><strong>Das Gedächtnis entsteht aus Erfahrung und Erziehung</strong></p>
<p>Sie bietet eine Art Beweis des ersten Anscheins, dass bewusst mentale Prozesse bestimmte Gehirnprozesse kausal steuern können. Paul Kirchhof stellt fest: „Die Annahme, die Gesetzmäßigkeiten der physikalisch beobachtbaren Natur könnten subjektiv bewusstes Denken und Wollen erklären, ist also ein spekulativer Glaube und keine wissenschaftlich bewiesene Aussage.“ Der Mensch kann denken, wollen und handeln. Diese Fähigkeiten erlebt er täglich als Möglichkeit, selbstbestimmt zu entscheiden, nicht als Ablauf von Gehirnprozessen. </p>
<p>Er hat das erfahrungsgestützte Bewusstsein, mehr zu sein, als sich mit biologischen Kausalitäten begreifen lässt. Wenn er ruhig in seinem Sessel sitzt und über sich und die Welt sinniert, also denkt, ohne dass sein Denken zu einer empirisch nachvollziehbaren Handlung führt, entsteht mehr als nur ein Gehirnprozess, etwas Neues – ein Gedanke. Der Mensch bildet sein Gedächtnis durch Erfahrung und Erziehung, begreift die Welt in seiner Sprache, lernt und studiert, um einen eigenen Wissens- und Maßstabsspeicher aufzubauen. </p>
<p><strong>Der Mensch ist frei</strong></p>
<p>Paul Kirchhof betont: „Dieser Speicher ist Ausdruck betätigter Freiheit, nicht biologische Vorbestimmung. Der Mensch sieht die Wirklichkeit in der Sicht seiner Begegnungen, Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisse, ist in dieser Subjektivität selbstbestimmt, nicht fremdbestimmt.“ Folgt er natürlichen Empfindungen wie Hunger oder Kälte, wird er essen und sich kleiden, dabei aber entscheiden, was er isst und welches Kleidungsstück er wählt. Auch der Übergang von dem unbewussten zum bewussten Handeln ist der Übergang von vorbewusster Prägung zu bewusster Entscheidung. </p>
<p>Der Mensch lebt aus Erfahrungen und Einsichten seiner Herkunft, denkt gegenwärtig in der Gemeinschaft seiner Familie, seines Berufes, seines Staates, folgt seinen Bedürfnissen, aber auch seinen Planungen für die Zukunft, ist von Religion und Philosophie, von Recht und Lebensgewohnheiten, von Kunst und Hoffen geprägt. Paul Kirchhof weiß: „Diese Einflüsse lassen sich naturwissenschaftlich nicht definieren und nicht messen.“ Die These: „Keiner kann anders, als er ist“, ist richtig, führt aber zu der alltäglichen Erfahrung: Der Mensch ist frei. Quelle: „Beherzte Freiheit“ von Paul Kirchhof</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Nie sind alle Faktoren des Denkens identifizierbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2020 13:49:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Mensch kann die Realität in seinem Inneren nachstellen, variieren, alimentieren oder verzerren. Bei diesen Gedankenspielen oder Imaginationen greift er auch auf internalisiertes Wissen, Erinnerungen, Erfahrungen, archetypische Bilder und körperliche Empfindungen sowie Erfahrungen während der Sozialisation zu. Allan Guggenbühl erklärt: „Dank unseres Imaginationsvermögens können wir uns in andere Szenen hineinversetzen und Zusammenhänge konstruieren. Klugheit bedeutet, ... <a title="Nie sind alle Faktoren des Denkens identifizierbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/nie-sind-alle-faktoren-des-denkens-identifizierbar.html" aria-label="Mehr Informationen über Nie sind alle Faktoren des Denkens identifizierbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Mensch kann die Realität in seinem Inneren nachstellen, variieren, alimentieren oder verzerren. Bei diesen Gedankenspielen oder Imaginationen greift er auch auf internalisiertes Wissen, Erinnerungen, Erfahrungen, archetypische Bilder und körperliche Empfindungen sowie Erfahrungen während der Sozialisation zu. Allan Guggenbühl erklärt: „Dank unseres Imaginationsvermögens können wir uns in andere Szenen hineinversetzen und  Zusammenhänge konstruieren. Klugheit bedeutet, dass wir diese mentalen Fähigkeiten für das Entwickeln neuer Zusammenhänge, neuer Sichtweisen einsetzen.“ Doch da jeder diese Fähigkeit besitzt, ist das gegenseitige Verstehen für Menschen eine Herausforderung. Möglicherweise geht im Kopf des Gegenübers etwas völlig anderes vor, als man sich selbst ausmalt. Allan Guggenbühl ist seit 2002 Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich tätig. Außerdem fungiert er als Direktor des Instituts für Konfliktmanagement in Zürich. <span id="more-2363"></span></p>
<p><strong>Eine Handlung hat unzählige mögliche Ursachen und Gründe</strong></p>
<p>Menschliche Interaktionen laufen sehr vielschichtig ab, denn das Verstehen der Mitmenschen läuft auf mehreren Ebenen ab. Mit der Fähigkeit, sich in die Bewusstseinsvorgänge einer anderen Person hineinzuversetzen, entwickelt man fortlaufend Annahmen über die Gedanken und Reaktion des Gegenübers. Anders als in den Naturwissenschaften, die mess- und replizierbare physikalische und chemische Grundgesetze formulieren, können die Hintergründe menschlichen Verhaltens nie genau identifiziert werden. Denn man kann nie alle Faktoren eines Denkprozesses identifizieren.</p>
<p>Modelle von Ursache und Wirkung greifen hier zu kurz. Allan Guggenbühl erläutert: „Eine Handlung oder Stimmung hat unzählige mögliche Ursachen und Gründe. Welcher Grund bei einer Person relevant ist, hängt von der Persönlichkeit, der Stimmung, den gesetzten Zielen und vielen Kontextfaktoren ab. Wir sind nie von Überraschungen gefeit.“ Scheinbar selbstverständliche Kausalitäten widerlegt immer wieder die Praxis. Reaktionen bestimmen nicht nur äußere Faktoren, sondern auch innere Wirklichkeiten, die sich jedoch einer systematischen, rationalen Analyse entziehen.</p>
<p><strong>Menschen sind ambivalente Wesen</strong></p>
<p>Allan Guggenbühl betont: „Da unsere Reaktionen von unbekannten und unbewussten Faktoren abhängen, hat das Nachdenken über den Menschen immer einen spekulativen Charakter und muss als Interpretation verstanden werden.“ Was ein Mensch denkt, fühlt, empfindet und wie er sich entscheidet, spiegelt das Setting wider, das er in sich trägt. Dazu zählen die Fantasien, die in ihm aufsteigen, den Zeitgeist, der ihn lenkt, die Bildung, die ihn geformt hat und die Persönlichkeit, zu der er heranwuchs. Dazu kommen noch aktuelle Paradigmen, Mythologien und die Religion.</p>
<p>Da es sich um gewichtige Einflussfaktoren handelt, sind Voraussagen schwierig. Die bewussten Zielsetzungen und Standpunkte sind nur ein Faktor der menschlichen Motivationsstruktur. Allan Guggenbühl stellt fest: „Wir müssen nüchtern eingestehen, dass wir ambivalente Wesen sind, verführbar und oft zu schwach, um unsere eigen Ansprüche einzuhalten.“ Menschen schwören ewige Treue, lassen sich jedoch von einer Kollegin verführen oder wollen nicht lügen, schwindeln jedoch ihren Chef an. Quelle: „Die vergessene Klugheit“ von Allan Guggenbühl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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