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	<title>Gefühle &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2025 02:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Konflikte überdauern Generationen und vernichten Familien oder ganze Völker. So hat die Natur diese Sache mit der Gerechtigkeit, mit Schuld- und Opfergefühlen sicher nie gewollt. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Daneben gibt es Streitigkeiten ohne das Gerechtigkeitsthema: Manche wollen um jeden Preis ein Ziel erreichen oder bis zum bitteren Ende etwas Wichtiges – einen Menschen, ... <a title="Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-richtig-streiten.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Streit muss nicht immer zerstörerisch sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Konflikte überdauern Generationen und vernichten Familien oder ganze Völker. So hat die Natur diese Sache mit der Gerechtigkeit, mit Schuld- und Opfergefühlen sicher nie gewollt. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Daneben gibt es Streitigkeiten ohne das Gerechtigkeitsthema: Manche wollen um jeden Preis ein Ziel erreichen oder bis zum bitteren Ende etwas Wichtiges – einen Menschen, eine Idee, Gesundheit oder etwas Materielles – verteidigen und schützen.“ Vielleicht ist ein Angriff reine Strategie, um den Status in einer Gruppe zu festigen. Es wäre als unfair, dem Schuldthema immer alle Schuld zu geben. Glücklicherweise muss ein Streit nicht immer zerstörerisch ablaufen. Arbeits-, Liebes- und Freundschaftsbeziehungen sind zum Beispiel nach gut gelösten Konflikten tragfähiger und vertrauensvoller als davor, weil Wichtiges geklärt oder verändert wurde, ohne dass dauerhafte Verletzungen passiert sind. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-6391"></span></p>
<p><strong>Mann ist seinen Gefühlen nicht wehrlos ausgeliefert</strong></p>
<p>Manchmal steigt einer der Beteiligten aufgrund vernünftiger Überlegungen aus oder tritt aus purer Angst den Rückzug an. Helga Kernstock-Redl nennt weitere Beispiele: „Vielleicht schätzt man die Lage als hoffnungslos ein, gibt auf – und reicht die Scheidung ein, wechselt Arbeitsplatz oder Wohnort.“ Ein „Ende mit Schrecken“ ist tatsächlich immer besser als schrecklicher Streit ohne Ende. Die gute Nachricht lautet also: Man ist den antreibenden Mechanismen und Gefühlen nicht wehrlos ausgeliefert.</p>
<p>Innere Gesetze lassen sich erkennen, diskutieren und verändern. Helga Kernstock-Redl weiß: „Gefühle beruhigen sich durch Gesprächspausen, Entschuldigungen, Gegenleistungen oder Neubewertung. Wege aus sachlichen Differenzen können gefunden werden – sobald es gelingt, sich nicht in das scheinbar so edle Ziel der Gerechtigkeit zu verrennen, sondern dem friedlichen Ausgang Priorität zu geben.“ Wenn Menschen aus verworrenen, eskalierten Schuld-Opfer-Konflikten herausfinden wollen, braucht es manchmal Schuldgefühle dafür. </p>
<p><strong>Es gibt konstruktive Wege in Richtung Frieden</strong></p>
<p>Eine Mitschuld zu erkennen und somit einen eigenen Anteil fühlbar zu machen, kann vieles verändern. Was wer, wenn wir die Schuldgefühle häufiger so nutzen, wie es von der Natur vorgehen ist? Helga Kernstock-Redl erklärt: „Dann hören wir auf, sie zornig zu verleugnen, sondern spüren sie, wollen sie loswerden und lassen und dadurch motivieren, konstruktive Wege in Richtung Frieden zu gehen: in Form von Schuldausgleich, Entschuldigung, der Bitte um Verzeihung oder anderen Schritten.“</p>
<p>So mancher Streit lässt sich durch eine Art vorbeugender Entschuldigung vermeiden. Das ist wohl der Grund, warum wir manchmal ein Kompliment einer Kritik voranstellen. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Bei uns Menschen wählen Frauen im Durschnitt deutlich häufiger die Strategie der vorbeugenden Entschuldigung als Männer. Manche übertreiben das ziemlich und entschuldigen sich oft Dutzende Male pro Tag.“ Dahinter stehen allerdings nicht immer Schuldgefühle, sondern solche Formulierungen stellen lediglich Höflichkeitsfloskeln dar. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Emotionen sind die Vorläufer der Gefühle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Oct 2025 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist neurobiologisch erwiesen, dass sogar die Körperhaltung Auswirkungen auf das Befinden, das Denken und das Verhalten hat. Hadija Haruna-Oelker ergänzt: „Unser Körper ist Zugang und Brennglas verdeckter innerer Muster und zugleich der Schlüssel für Lösungen, wenn wir in Krisen strecken. Gefühle sind überall. Nicht ohne Grund wird in der Werbung auf den Dreiklang gesetzt: ... <a title="Emotionen sind die Vorläufer der Gefühle" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gefuehle-sind-ueberall.html" aria-label="Mehr Informationen über Emotionen sind die Vorläufer der Gefühle">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist neurobiologisch erwiesen, dass sogar die Körperhaltung Auswirkungen auf das Befinden, das Denken und das Verhalten hat. Hadija Haruna-Oelker ergänzt: „Unser Körper ist Zugang und Brennglas verdeckter innerer Muster und zugleich der Schlüssel für Lösungen, wenn wir in Krisen strecken. Gefühle sind überall. Nicht ohne Grund wird in der Werbung auf den Dreiklang gesetzt: über Emotionen die Neugier wecken und über die Neugier die Kenntnis.“ Damit wird die Brücke zwischen Emotion und Kognition geschlagen. Emotion ist ein Begriff, bei dem die meisten sicher an Gefühle wie Angst, Wut, Freude, Trauer und Liebe denken. In der Wissenschaft gibt es aber mehrere Erklärungen dafür: zum Beispiel, dass Gefühle Wahrnehmungen von Emotionen beziehungsweise von Körperzustandsveränderungen sind. Hadija Haruna-Oelker lebt als Autorin, Redakteurin und Moderatorin in Frankfurt am Main. Hauptsächlich arbeitet sie für den Hessischen Rundfunk. <span id="more-6290"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen haben Schwierigkeiten über ihre Gefühle zu sprechen</strong></p>
<p>Gefühle sind also das Endprodukt, und Emotionen sind die körperlichen Vorläufer. Hadija Haruna-Oelker erklärt: „Mir wird warm, mein Herz schlägt schneller, meine Stimme wird lauter, oder ich spreche plötzlich mit mehr Druck in der Stimme – all das sind Emotionen.“ Hadija Haruna-Oelker versucht ihre Emotionen verstehen zu lernen, seitdem ihr Kind das tut. Schließlich wissen Kinder erst einmal nicht, wie das geht. Wenn sie Emotionen irgendwann entwickeln, brauchen sie ihre Eltern oder Bezugspersonen als Spiegel, um zu verstehen, in welchem Zustand sie sich befinden. </p>
<p>Zu sehen, wie ihr Kind einmal plötzlich Angst verspürte, dieser Moment wird Hadija Haruna-Oelker im Gedächtnis bleiben. Sie konnte die Angst in seinem Gesicht lesen und war aufgefordert, diesem Gefühl einen Namen zu geben. Hadija Haruna-Oelker stellt fest: „Vielen Menschen fällt es schwer, über ihre Gefühle zu sprechen, obwohl das heilsam und gerade in gesellschaftlichen Zusammenhängen hilfreich wäre.“ Hadija Haruna-Oelker hat sich deshalb angewöhnt, ihre Gefühle auf ihre Art auch in öffentlichen Runden auszudrücken.</p>
<p><strong>Man sollte seine Emotionen für andere sichtbar machen</strong></p>
<p>Hadija Haruna-Oelker vermutet: „Ich glaube, wir täten gut daran, Emotionen mit mehr Selbstverständlichkeit nach außen zu tragen und zu zeigen, dass das nichts mit Schwäche zu tun hat oder damit, dass wir machtlos werden.“ Die Stärke zu entwickeln, Emotionen für andere sichtbar zu machen, zeigt, dass wir alle menschlich sind. Hadija Haruna-Oelker ist der festen Überzeugung, dass wir nicht darum herumkommen, das Thema Differenz auch spirituell zu begreifen, wenn wir gute Beziehungen zueinander haben wollen.</p>
<p>Was für Hadija Haruna-Oelker heißt, einen Zustand zu erlangen, in dem sie wach und bewusst sich selbst und ihre Umgebung spürt, ohne von Gedanken, Erinnerungen, Fantasien oder anderen Gefühlen abgelenkt zu sein. Bist du da? Bist du bei dir? Warum passiert das alles gerade? Simple, einfache Fragen, die sie sich stellt, um die Füße wieder auf den Boden zu bekommen, um sich nicht im Stress oder in Konflikten zu verlieren, wenn sie sich in einer fordernden Situation befindet. Quelle: „Die Schönheit der Differenz“ von Hadija Haruna-Oelker</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erinnerungen sind von Emotionen abhängig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Aug 2025 01:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Einiges spricht dafür, dass die Genauigkeit von Erinnerungen, die Menschen abrufen können, auch von den emotionalen Gehalt abhängig ist, mit dem sie verknüpft sind. Kit Yates ergänzt: „Gefühle können Menschen dazu bringen, Aussagen zu akzeptieren, die sie sehr gern hören wollen, selbst wenn diese unlogisch sind – Psychologen sprechen dann von „Motivated Reasoning“ – Wunschdenken.“ ... <a title="Erinnerungen sind von Emotionen abhängig" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erinnerungen-sind-von-emotionen-abhaengig.html" aria-label="Mehr Informationen über Erinnerungen sind von Emotionen abhängig">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einiges spricht dafür, dass die Genauigkeit von Erinnerungen, die Menschen abrufen können, auch von den emotionalen Gehalt abhängig ist, mit dem sie verknüpft sind. Kit Yates ergänzt: „Gefühle können Menschen dazu bringen, Aussagen zu akzeptieren, die sie sehr gern hören wollen, selbst wenn diese unlogisch sind – Psychologen sprechen dann von „Motivated Reasoning“ – Wunschdenken.“ Personen, die vor Kurzem einen gelebten Menschen verloren haben, befinden sich oft in einem derart emotional aufgewühlten Zustand. Viele Trauernde, die vielleicht nicht akzeptieren können oder wollen, dass der geliebte Mensch für sie nicht mehr erreichbar ist, sind geneigt, Wahrsager oder Medien aufzusuchen. Die Trauer, die mit dem Tod eines engen Freundes oder Verwandten einhergeht, ist ein schmerzhafter Prozess, und es ist nur allzu verständlich, dass sich die Leidtragenden nach tröstlichen Worten sehnen. Kit Yates lehrt an der Fakultät für mathematische Wissenschaften und is Co-Direktor des Zentrums für mathematische Biologie der University of Bath. <span id="more-6208"></span></p>
<p><strong>Kit Yates hat aus nächster Nähe die Tricks einer Wahrsagerin erlebt</strong></p>
<p>Kit Yates weiß: „Natürlich sind trauernde Klienten, die verzweifelt Kontakt zu einem geliebten, kürzlich verstorbenen Menschen suchen, besonders empfänglich für all die vagen Andeutungen, die ein Medium im Hinblick auf den Verstorbenen macht, und weniger kritisch, als sie es zu anderen Zeiten wären.“ Für Kit Yates war es amüsant, eine Wahrsagerin aufzusuchen, um aus nächster Nähe die Tricks zu erleben, die Medien, Hellseher und Mentalisten über Jahrtausende im Geschäft gehalten haben.</p>
<p>Für viele ist so ein Besuch jedoch ein verzweifelter Versuch, mit ihrer Trauer fertigzuwerden. Einigen ist praktisch kein Preis zu hoch für die Antworten, die sie suchen. Kit Yates stellt fest: „Nach besonders aufwühlenden Tragödien, wie Morden oder Vermisstenfälle, treten Horden selbst ernannter Detektive mit angeblich übersinnlichen Fähigkeiten nicht selten unaufgefordert an Menschen heran, die sich in einem besonders verletzlichen Zustand befinden.“</p>
<p><strong>Skrupellose Hellseher begehen übersinnlichen Betrug</strong></p>
<p>Nur in imageträchtigen Fällen kommt es regelmäßig vor, dass sich Hellseher unaufgefordert an ihre Opfer wenden. Kit Yates fügt hinzu: „Viele Menschen, die eine geliebte Person verloren haben, suchen jedoch von sich aus Wahrsager auf, um sich bei ihnen Trost zu holen. Bestenfalls kann ein solcher Besuch jedoch dazu führen, dass man die Sitzung mit dem Gefühl verlässt, man habe tatsächlich eine hilfreiche Botschaft von einem geliebten Verstorbenen oder einen guten Rat erhalten, und sich damit zufriedengibt.“</p>
<p>Leider sind einige Hellseher absolut skrupellos und begehen übersinnlichen Betrug. Für alle bis auf die Abergläubischsten erscheint der Ausdruck „übersinnlicher Betrug“ wie eine Tautologie. Kit Yates erläutert: „Zweifellos werden Menschen, die Hellseher aufsuchen, dazu gebracht, Geld für etwas zu bezahlen, das keinen wirklichen Wert besitzt – was eine gute Definition für Betrug ist.“ Der juristische Unterschied wird jedoch deutlich, wenn solche Scharlatane versuchen, ihren offensichtlich verletzlichen Klienten Geld abzunötigen. Quelle: „Wie man vorhersieht, womit keiner rechnet“ von Kit Yates</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen konstruieren ihre Emotionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jun 2025 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bisher war die Vorstellung geläufig, Emotionen würden aufgrund bestimmter äußerlicher Einflüsse – wie dem Messer, an dem wir uns schneiden, oder der tolle Mensch, in den wir uns verlieben – fast automatisch „passieren“. Maren Urner fügt hinzu: „Darin steck auch etwas Beruhigendes, denn immerhin befreit es uns aus der aktiven Rolle und entlässt uns in ... <a title="Menschen konstruieren ihre Emotionen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/maren-urner-ausloeser-von-emotionen.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen konstruieren ihre Emotionen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher war die Vorstellung geläufig, Emotionen würden aufgrund bestimmter äußerlicher Einflüsse – wie dem Messer, an dem wir uns schneiden, oder der tolle Mensch, in den wir uns verlieben – fast automatisch „passieren“. Maren Urner fügt hinzu: „Darin steck auch etwas Beruhigendes, denn immerhin befreit es uns aus der aktiven Rolle und entlässt uns in eine gewissen Widerstandslosigkeit.“ Frei nach dem Motto: „Ich konnte nicht anders!“ Gleichzeitig ist die Vorstellung, dass wir alle nahezu automatisch auf Anlässe, Auslöser und Reize mit bestimmten Gefühlen wie Wut, Angst, Ekel und Freude reagieren, auf gewisse Weise ein Gleichmacher. Egal ob arm oder reich, Frau oder Mann, Beamtin oder Bettler, die scharfe Klinge eines Messers an der Fingerkuppe schmerzt sie alle. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-6048"></span></p>
<p><strong>Die Gefühlswelt eines Menschen ist alles andere als deterministisch</strong></p>
<p>Doch bevor man es sich mit dieser Vorstellung zu gemütlich macht, lohnt ein tiefer Blick auf die Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte. Maren Urner weiß: „Sie zeigen: Emotionen entstehen nicht in geschlossenen neuronalen Schaltkreisen. Stattdessen sind sie immer von uns konstruiert. Wir selbst sind somit stets Architekten unserer eigenen Erfahrungen und Gefühlswelten.“ Bestimmt werden diese durch einen Mix aus Einflüssen aus der Umwelt, inklusive der eigenen Kultur, Erfahrungen aus der Vergangenheit mit all unseren Erlebnissen und unseren Erwartungshaltungen, Hoffnungen und Wünschen.</p>
<p>Diese Erkenntnis ist revolutionär. Die Gefühlswelt eines Menschen ist alles andere als deterministisch und „stabil“. Maren Urner ergänzt: „Stattdessen fühlen wir heute – selbst in gleicher Umgebung – anders als morgen und werden unsere Gefühle von unseren Erwartungen beeinflusst. Und zuletzt, aber nicht weniger wichtig, fühlst du anders als ich – oder besser gesagt: Ich konstruiere meine Gefühlswelt anders als du die deine.“ Hier deutet sich eine große kommunikative Herausforderung an.</p>
<p><strong>Menschen sind keine objektiven Informationsverarbeiter</strong></p>
<p>Maren Urner betont: „Das alles bedeutet, dass wir als Individuen unsere eigenen emotionalen Konzepte, die unseren Gefühlen und Emotionen zugrunde liegen, ständig beeinflussen und verändern.“ Um das bewusster zu tun, braucht man eine emotionale Reife. Der vielleicht größte Fehler, den Menschen, die andere Menschen von etwas überzeugen wollen, machen können, ist anzunehmen, dass wir eine Art objektiver Informationsverarbeiter sind. </p>
<p>Frei nach der falschen, aber nicht wenig populären Vorstellung: Wenn wir einen Menschen mit genügend Informationen versorten, wird er es schon irgendwann verstehen und auf eine bestimmte Art und Weise reagieren – idealerweise in der Form, die sich die Überzeugenden wünschen. Schließlich funktioniert das bei Computern ja auch. Wenn es doch so einfach wäre … Ja wenn. Dann wäre niemand übergewichtig und würde rauchen, weil Menschen auf den Rat ihre Ärzte hören würden. Quelle: „Radikal emotional“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gefühle sind schneller als der Verstand</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-gefuehl-versus-vernunft.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2025 02:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Gefühle haben eine besondere Macht. Ein aktueller Gefühlszustand hat einen entscheidenden Einfluss auf so essentielle Fragen wie die Gesamteinschätzung des eigenen Lebens. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unser Urteil, denn alles, was an Eindrücken auf uns einwirkt, wird immer auf der Basis unserer gespeicherten Erfahrungen emotional bewertet.“ Gefühle dienen der raschen Reaktion, sind ... <a title="Gefühle sind schneller als der Verstand" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-gefuehl-versus-vernunft.html" aria-label="Mehr Informationen über Gefühle sind schneller als der Verstand">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gefühle haben eine besondere Macht. Ein aktueller Gefühlszustand hat einen entscheidenden Einfluss auf so essentielle Fragen wie die Gesamteinschätzung des eigenen Lebens. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unser Urteil, denn alles, was an Eindrücken auf uns einwirkt, wird immer auf der Basis unserer gespeicherten Erfahrungen emotional bewertet.“ Gefühle dienen der raschen Reaktion, sind schneller als der Verstand, der ja gegebenenfalls den aus einem Gefühl entspringenden Handlungsimpuls hemmen kann. Gefühle sollen Menschen dabei helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sind also wichtige Vereinfachungshilfen. Doch zugleich sind sie fehleranfällig. Aus dem Bauch heraus treffen Menschen Entscheidungen, die im Moment noch ihr Glück bedeuten, ihnen bald darauf schon darauf das Leben zur Hölle machen können. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-5942"></span></p>
<p><strong>Die menschlichen Grundgefühle sind angeboren</strong></p>
<p>Hans-Otto Thomashoff betont: „Nur wenn Gefühl und Verstand in guter Feinabstimmung zusammenarbeiten, kann die menschliche Psyche optimal funktionieren und ein auf die jeweilige Situation zugeschnittenes, zielgerichtetes Handeln bestmöglich steuern.“ Die menschlichen Grundgefühle – etwa Freude, Überraschung, Furcht, Traurigkeit, Angst und Ekel – sind angeboren. Doch wie und in welcher Heftigkeit sie sich in welcher Situation zeigen, wird von der persönlichen Lebenserfahrungen bestimmt, weshalb jeder in seinen Gefühlsäußerungen individuell verschieden ist.</p>
<p>Was oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass das menschliche Gehirn den Umgang mit seinen Gefühlen erst lernen muss. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Je besser es gelingt, die eigenen Gefühle an realen Lebenserfahrungen zu schulen, desto verlässlicher können sie gezielt genutzt werden. Im Lauf der Zeit baut sich so eine Intuition auf, die es erlaubt, situationsangemessene Entscheidungen auch ohne bewusstes Nachdenken zu fällen.“ Jeder, der seinen Beruf seit vielen Jahren routiniert ausübt, weiß um den unschätzbaren Wert dieser Erfahrung. </p>
<p><strong>Bei ungestümen Gefühlen neigt der Verstand zu Fehlinterpretationen</strong></p>
<p>Doch selbst den Routiniertesten fällt es schwer, angemessen zu reagieren, wenn die eigenen Gefühle zu heftig sind. Ein Extrembeispiel dafür sind Massenpaniken, bei denen sogar Menschen zu Tode getrampelt werden. Die Bilder der tragischen Ereignisse anlässlich der Loveparade in Duisburg sind vielen noch vor Augen. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Im heftigen Gefühl der Panik ist der Verstand außer Kraft gesetzt, ist nur noch der gefühlsgesteuerte Drang zum Handeln präsent – ohne Rücksicht auf Verluste.“</p>
<p>Gerade wenn die Gefühle ungestüm sind, neigt der Verstand zu Fehlinterpretationen. Etwa wenn Menschen nach einer durchzechten Nacht morgens mit mieser Laune aufwachen und nach einem Grund für ihren Zustand suchen. Hans-Otto Thomashoff weiß: „Wie sehr Gefühle unser Denken beeinflussen, ist von zentraler Bedeutung für die Politik. Denn wie, wenn nicht durch die Macht der Gefühle, lassen wir Bürger uns manipulieren und instrumentalisieren? Sofern wir nicht bewusst gegensteuern.“ Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Gefühl und eine Emotion unterscheiden sich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 02:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen wissen zwar, wie sehr Gefühlsäußerungen zum menschlichen Dasein dazugehören, aber trotzdem bestimmte Verhaltensmuster zeigen, um sie tunlichst zu vermeiden. Maren Urner stellt fest: „Diese Differenz zwischen „wissen“ und „handeln“ zeigt, dass es uns schwerfällt, auf die grundlegende Ebene der Gefühle und Emotionen zuzugreifen, die uns als Spezies ausmacht.“ An dieser Stelle bietet sich ... <a title="Ein Gefühl und eine Emotion unterscheiden sich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/maren-urner-ordnet-die-begriffe-gefuehl-und-emotion-ein.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Gefühl und eine Emotion unterscheiden sich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen wissen zwar, wie sehr Gefühlsäußerungen zum menschlichen Dasein dazugehören, aber trotzdem bestimmte Verhaltensmuster zeigen, um sie tunlichst zu vermeiden. Maren Urner stellt fest: „Diese Differenz zwischen „wissen“ und „handeln“ zeigt, dass es uns schwerfällt, auf die grundlegende Ebene der Gefühle und Emotionen zuzugreifen, die uns als Spezies ausmacht.“ An dieser Stelle bietet sich für Maren Urner eine kurze Einordnung der beiden Begriffe Gefühle und Emotionen an. Denn es lohnt sich ein kurzer Blick auf eine interessante Entwicklung in der psychologischen und neurowissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema. Vorab sei gesagt, dass auch nach über einem Jahrhundert Emotionsforschung noch unklar ist, was genau eine Emotion eigentlich ist. Dr. Maren Urner ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln. <span id="more-5912"></span></p>
<p><strong>Für eine Emotion gibt es keine einheitliche Definition</strong></p>
<p>Das ist auf der einen Seite beunruhigend, denn weil Maren Urner, selbst wenn sie es wollte, hier keine klare, einheitliche Definition liefern kann. Auf der anderen Seite findet Maren Urner es einen wundervollen Gedanken, weil es soviel Raum für neue Entdeckungen gibt. Unterschiedliche Ansätze gibt es viele. So wurden Emotionen beispielsweise als „evolutionäre, grundlegende Affektprogramme“, als „soziale und kulturelle Konstruktionen des Geistes“ und als „Mehrkomponenten-Prozesse, getrieben durch Beurteilung einer Situation“ konzeptualisiert.</p>
<p>Was also kann man mit Sicherheit über Emotionen und Gefühle sagen? Maren Urner weiß: „Als gemeinhin anerkannt gilt, dass Gefühle einen neurophysiologischen Zustand meinen, der uns bewusst zugänglich ist. Wir können sagen, wenn uns etwas schmerzt oder uns etwas erregt. Dafür benötigen wir einen bildgebenden Gehirn-Scan, sondern spüren es einfach.“ Vielleicht ausgelöst durch ein scharfes Messer oder eine schöne Berührung. Wie genau die neurophysiologische Basis des entsprechenden Gefühls „aussieht“, ist der Inhalt aktueller Forschungsprojekte von zahlreichen Neurowissenschaftlern.</p>
<p><strong>Gefühle finden im Gehirn statt</strong></p>
<p>Was man aber mit Sicherheit weiß – nur um das noch einmal festzuhalten: Gefühle sind neurophysiologisch, finden also im Gehirn statt. Maren Urner fügt hinzu: „Das Gleiche gilt für Emotionen. Anders als die einfachen, bewusst zugänglichen Gefühle, sind sie komplexer und involvieren meist verschiedene Gefühle, Stimmungen und Eindrücke. Wir können sie nicht immer klar benennen.“ Manchmal weil Menschen selbst noch gar nicht wissen, was gerade in ihnen vorgeht.</p>
<p>So wie man ständig an diese eine bestimmte Person denken muss, aber einem Menschen noch nicht klar ist, dass er gerade dabei ist, sich zu verlieben. Maren Urner ergänzt: „Oder wenn wir neu in eine fremde Stadt gezogen sind und uns eine gewisse Schwere aufgrund damit verbundener Abschiede umgibt, ohne dass wir die aufkommende Trauer direkt klar benennen können.“ Aufbauend auf diesem Grundverständnis von Gefühlen und Emotionen werden zukünftige Entwicklungen in der Gefühls- und Emotionsforschung umso interessanter. Quelle: „Radikal emotional“ von Maren Urner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Hassende will den Gehassten schädigen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-das-feindselige-gefuehl-des-hasses.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Vernichtung]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle feindseligen Gefühle sind Ablehnungsgefühle, dies gilt auch für die scheinbar harmloseren Verwandten des Hasses wie Ärger, Ekel, Empörung, Neid, Verachtung, Wut und Zorn. Christoph Demmerling weiß: „Der Hass ist nicht deshalb ein so brisantes Gefühl, weil er eine Form der Ablehnung darstellt, sondern weil er – anders als aversive Gefühle wie Ekel, Wut oder ... <a title="Der Hassende will den Gehassten schädigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-das-feindselige-gefuehl-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Hassende will den Gehassten schädigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle feindseligen Gefühle sind Ablehnungsgefühle, dies gilt auch für die scheinbar harmloseren Verwandten des Hasses wie Ärger, Ekel, Empörung, Neid, Verachtung, Wut und Zorn. Christoph Demmerling weiß: „Der Hass ist nicht deshalb ein so brisantes Gefühl, weil er eine Form der Ablehnung darstellt, sondern weil er – anders als aversive Gefühle wie Ekel, Wut oder Zorn – auf die Schädigung des Gehassten zielt.“ Darauf sind die Kräfte des Hassenden in konzentrierter Form gerichtet. Die mit dem Hass verbundenen destruktiven Energien und Impulse der Mobilisation scheinen ungleich größer als im Fall anderer negativer Gefühle. Hass ist mit Feindschaft und in der Regel mit offener Gewalt oder zumindest mit Gewaltphantasien verbunden. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5836"></span></p>
<p><strong>Der Hass besitzt Tiefe und Zentralität</strong></p>
<p>Im extremen Fall geht es um die Vernichtung des Gehassten. Christoph Demmerling betont: „Letztlich ist Vernichtung als folgerichtige Konsequenz des Hasses anzusehen. Wer ernsthaft hasst, kann nichts anderes wollen als das Verschwinden oder den Tod des Gehassten. Wäre der Hass eine magische Kraft, würden die Hassenden das Gehasste einfach aus der Welt schaffen.“ Scheidungskriege, Morde, politisch oder religiös motivierte Attentate bezeugen dies ebenso wie Genozide und andere Gräueltaten, die ihre Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen haben und nach wie vor die Gegenwart in vielen Teilen der Welt prägen.</p>
<p>Der Impuls der Vernichtung, der dem Hass innewohnt, ist eines der Merkmale, durch die sich Hass deutlich von anderen feindseligen Gefühlen unterscheiden lässt. Christoph Demmerling ergänzt: „Ein weiteres, spezifisches Merkmal des Hasses besteht darin, dass er Tiefe und Zentralität besitzt. Diese von Aurel Kolnai verwendeten Ausdrücke sind erläuterungsbedürftig. Die Rede von der Tiefe des Gefühls betrifft die Frage nach der Verankerung eines Gefühls in der Psyche.“</p>
<p><strong>Hassende werden zur Gänze vom Hass ergriffen</strong></p>
<p>Tief ist ein Gefühl, wenn es alle Bereiche einer Person im Sinne einer grundierenden Tönung durchzieht. Es muss aber nicht unbedingt einen tiefgreifenden Einfluss auf die Lebensgestaltung haben und auch nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Christoph Demmerling erklärt: „Die Rede von der Zentralität hingegen bezieht sich auf die aktuelle Stellung eines Gefühls in der Psyche, darauf, dass es die Aufmerksamkeit gefangen nimmt.“ </p>
<p>Als Beispiele für tiefe Gefühle ohne Zentralität lassen sich mystische Stimmungen anführen, Beispiel für ein Gefühl mit Zentralität, aber ohne Tiefe ist der Ärger über mangelnden Service in einem Restaurant. Christoph Demmerling erläutert: „Solche Gefühle können zwar unmittelbar mit einem Handlungsdruck verbunden sein, aber auch schnell wieder verfliegen. Das ist beim Hass anders. Hass ist sowohl tief in dem Sinne, dass Hassende zur Gänze von dem Gefühl ergriffen werden, sie ihm kaum entkommen können, als auch zentral, er bindet die Aufmerksamkeit.“ Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 25 „Der Hass“ </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Angst findet immer auf drei Ebenen statt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2024 02:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
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		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ängstliche Gefühle sind ein fester und gesunder Bestandteil der menschlichen Gefühlsklaviatur. Allerdings sind sie derart unangenehm, dass die meisten Menschen sie am liebsten nie fühlen würden. Die Angst vor der Angst und die Vermeidung all der Umstände, in denen der empfindliche Alarmschaltkreis anspringen könnte, verstärkt das Problem. Franca Cerutti weiß: „Konkret gesagt: 15 bis 20 ... <a title="Angst findet immer auf drei Ebenen statt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/franca-cerutti-aengstliche-gefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst findet immer auf drei Ebenen statt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ängstliche Gefühle sind ein fester und gesunder Bestandteil der menschlichen Gefühlsklaviatur. Allerdings sind sie derart unangenehm, dass die meisten Menschen sie am liebsten nie fühlen würden. Die Angst vor der Angst und die Vermeidung all der Umstände, in denen der empfindliche Alarmschaltkreis anspringen könnte, verstärkt das Problem. Franca Cerutti weiß: „Konkret gesagt: 15 bis 20 Prozent aller Menschen sind einmal in ihrem Leben von einer Angststörung betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer.“ Angst findet immer auf drei Ebenen statt: Sie erfasst das Denken, beeinflusst das Verhalten und verändert das Gefühl. In ihrem Buch &#8222;Psychologie to go! Wie verrückt sind wir eigentlich?&#8220; erklärt die Psychotherapeutin mit eigener Praxis und Podcasterin Franca Cerutti, was im Körper eines Menschen bei psychischen Erkrankungen, die oft unseren Alltag erschweren, konkret passiert. <span id="more-5834"></span></p>
<p><strong>Bei Angststörungen verquicken sich blöde Missverständnisse</strong></p>
<p>Alle drei Systeme stehen in Wechselwirkung zueinander. Franca Cerutti erklärt: „Beispielsweise führen beunruhigende Gedanken zu einer angespannten Körpersprache, die eine Habtachtstellung ausdrückt, und sie geben dir ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Hier steckt bereits eine gute Nachricht für dich drin: Auf allen Ebenen kannst du ansetzen, um deine Ängste zu besänftigen.“ Eigentlich handelt es sich bei allen Angststörungen um die Verquickung ganz blöder Missverständnisse.</p>
<p>Missverständnis 1: „Ich bin in Gefahr.“ Allzu oft verschätzen sich Menschen mit Angststörungen hinsichtlich ihrer Gefährdung und überschätzen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bedrohlicher Situationen. Missverständnis 2: „Angst ist gefährlich“. Franca Cerutti erläutert: „Stresshormone werden ins Blut geschossen, dein Kreislauf ist maximal mobilisiert, dein Herz pumpt Blut in die Muskulatur und tut alle Dinge, die – basierend auf Missverständnis 1 – folgerichtig sind.“ Diese völlig normalen Körperreaktionen bewertet man womöglich angstvoll, als seien sie ein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft im eigenen Organismus.</p>
<p><strong>Franca Cerutti erklärt das Phänomen der „emotionalen Beweisführung“</strong></p>
<p>Wie ein Brandbeschleuniger befeuern solche negativen Gedanken natürlich die Angst. Wieder ist ein Faktencheck hilfreich: Der Körper tut gerade sein Bestes – er ist dafür gebaut und kann das. Missverständnis 3: „Wenn ich Angst empfinde, muss da auch was Ängstigendes sein.“ Franca Cerutti schreibt: „Vielleicht kennst du das Phänomen der „emotionalen Beweisführung“. Du empfindest Zorn, also glaubst du, dass du geärgert wurdest. Du bist traurig, also denkst du, dass dich jemand verletzt hat.“</p>
<p>Das ist jedoch keineswegs immer der Fall. Es ist stattdessen sehr wahrscheinlich, dass die Gefühle eines Menschen das Resultat seiner Bewertung von Situationen sind und nicht der Situation an sich. Franca Cerutti fügt hinzu: „Wieder ein kleiner Faktencheck: Dass dein Angstschaltkreis heiß läuft, bedeutet keineswegs, dass wirklich etwas Dramatisches vor sich geht. Angstsensitive Menschen mit einem hochempfindlichen inneren Alarm, reagieren manchmal auf sogenannte Trigger, die ihnen selbst nicht bewusst werden.“ Quelle: „Psychologie to go! von Franca Cerutti</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empfindungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Anders als Gedanken besitzen Gefühle eine phänomenale Qualität, sie werden aus der Perspektive dessen, der sie hat, auf bestimmte Weise erfahren. Christoph Demmerling erklärt: „Es klänge eigenartig zu sagen, ich habe Angst, fühle das aber nicht. Das Gefühl der Angst ist etwas anderes als der Gedanke, dass man sich gerade in einer gefährlichen Situation befindet.“ ... <a title="Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gefuehle-wie-gedanken-haben-einen-inhalt.html" aria-label="Mehr Informationen über Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anders als Gedanken besitzen Gefühle eine phänomenale Qualität, sie werden aus der Perspektive dessen, der sie hat, auf bestimmte Weise erfahren. Christoph Demmerling erklärt: „Es klänge eigenartig zu sagen, ich habe Angst, fühle das aber nicht. Das Gefühl der Angst ist etwas anderes als der Gedanke, dass man sich gerade in einer gefährlichen Situation befindet.“ Gefühle sind aber nicht nur von Gedanken zu unterscheiden, sondern auch von bloßen Empfindungen wie einem Kälteschauer oder einem Schmerz. Denn anders als Empfindungen haben Gefühle wie Gedanken einen Inhalt, sie sind auf Sachverhalte oder Objekte in der Welt bezogen, sie handeln von etwas und präsentieren Sachverhalte und Objekte in einem bestimmten Licht. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5640"></span></p>
<p><strong>Gefühle wie Gedanken weisen einen Weltbezug auf</strong></p>
<p>Gefühle sind – wie die Philosophen sagen – intentionale Zustände, das heißt sie sind auf etwas gerichtet. Christoph Demmerling erläutert: „Viele Argumente sprechen dafür, dass Gefühle wie Gedanken und im Unterschied zu Empfindungen einen Weltbezug aufweisen, der allerdings anders zu explizieren ist als der Weltbezug eines Gedankens.“ Mit einem Gefühl ist man nicht nur auf etwas gerichtet oder bezogen, etwas präsentiert sich nicht nur als so oder so, sondern in diesem Bezogen-Sein geht es um etwas, jemand ist betroffen, und der Bezug manifestiert sich auf eine qualitative Art und Weise, er wird verspürt.</p>
<p>Christoph Demmerling stellt fest: „Mit qualitativen Erfahrungen eröffnen sich für die Wesen, die sie haben, ein Bedeutsamkeitshorizont. Im Licht eines Gefühls präsentiert sich etwas auf eine bedeutsame Weise als – grob gesprochen – gut oder schlecht.“ Im Fall von Gefühlen sind der intentionale Aspekt und die qualitative Dimension von vornherein miteinander verwoben. Gefühle lassen sich als qualitatives Gewahrsein von etwas auffassen. Anders als ein bloßes Gewahr-Werden oder Sehen ist das Gefühl der Angst auf eine spezifische Weise auf etwas in der Welt gerichtet.</p>
<p><strong>Hass hat zunächst eine durchaus „positive“ Funktion</strong></p>
<p>Für diesen Umstand – man bezieht sich auf etwas im Lichte einer Emotion – hat sich die Rede von einer „affektiven Intentionalität“ eingebürgert. Christoph Demmerling weiß: „Wer ein Gefühl hat, wird von etwas betroffen. Durch ein Gefühl tritt ein Weltausschnitt in den Blick, und Gefühle machen deutlich, was einem wirklich wichtig ist. Das gilt auch für den Hass.“ Ebenso wie andere Gefühle, hat Hass zunächst einmal durchaus eine „positive“ Funktion, indem sich vermöge seiner die Welt in einem bestimmten Licht präsentiert.</p>
<p>Wer hasst, der sieht etwas, was andere nicht sehen. Selbst wenn man das Widerwärtige und Hassenswerte, das der Hassende zu sehen vorgibt, als Ergebnis einer subjektiven Projektion betrachtet, dem auf der Seite des gehassten Objekts keine Eigenschaft entspricht, könnte man dem Hass immer noch einen Erkenntniswert zubilligen: Er informiert den Hassenden darüber, was für ihn auf negative Weise von Belang ist und was nicht gewollt beziehungsweise abgelehnt wird. Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 24 „Der Hass“, herausgegeben von Konrad Paul Liessmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2024 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in ... <a title="Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hass-zaehlt-zu-den-feindseligen-gefuehlen.html" aria-label="Mehr Informationen über Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in den Krieg ziehen, und es handelt sich um ein Gefühl, welches zu unfassbaren Gräueltaten anstiften kann. Auch trägt Hass zur Zersetzung innerhalb sozialer Gefüge bei, in denen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen oder unterschiedlichen religiösen Orientierungen, die sich wechselseitig ablehnen, zusammenleben. Ganz gleich, was der Hass aus und mit den Menschen macht, er stellt eine Kraft im menschlichen Leben dar, in die Frage, wie mit ihm umzugehen ist, ist beileibe keine einfache Frage. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5501"></span></p>
<p><strong>Hass ist auf offene Weise mit Gewalt verbunden</strong></p>
<p>Feindselige Gefühle zu verurteilen fällt nicht schwer, sie zu verstehen ist allerdings nicht immer leicht. Christoph Demmerling ergänzt: „Dies gilt insbesondere für den Hass, der zumeist auf eine offene Weise mit Gewalt verbunden ist. Hass wird oft abgelehnt, gelegentlich auch von denjenigen, die dieses Gefühl haben.“ Kaum jemand verspürt gerne Hass. Deshalb ist das Gefühl anfällig für vielfältige Rationalisierungen und Uminterpretationen.</p>
<p>Bevor Rezepte für den Umgang mit feindseligen Gefühlen ausgestellt werden – so sich denn überhaupt welche ausstellen lassen – gilt es erst einmal auf den Begriff zu bringen, was feindselige Gefühle sind und wie sie funktionieren. Christoph Demmerling erläutert: „Ein Phänomen auf den Begriff zu bringen, heißt in philosophischer Perspektive, es zu beschreiben beziehungsweise zu erklären, es zu verstehen und es gegebenenfalls zu bewerten.“</p>
<p><strong>Hass ist ein Gefühl radikaler Ablehnung</strong></p>
<p>Philosophen stellen häufig die Frage, was etwas ist. Christoph Demmerlings Antwort auf die Frage, was Hass ist, ist nicht originell, das soll sie auch nicht sein, sie soll richtig sein: „Hass ist ein mit Gewaltbereitschaft oder Gewalt verbundenes Gefühl radikaler Ablehnung.“ Problematisch am Hass ist seine Verbindung mit Gewalt. Gefühle der Ablehnung, auch radikale Gefühle der Ablehnung, sollte man aufgeklärten Menschen allerdings zumuten können und sie ihnen auch zubilligen.</p>
<p>Um den Hass zu verstehen, ist sein Verhältnis zu anderen feindseligen Gefühlen in Betracht zu ziehen. Was die Frage nach Gefühlen im Allgemeinen betrifft, so mag ein knappe Bemerkung genügen. Christoph Demmerling erklärt: „In der neueren philosophischen Diskussion werden Gefühle häufig wie Gedanken als geistige Zustände aufgefasst. Gefühle sind allerdings keine rein geistigen Zustände, sondern Weisen, sich zur Welt zu verhalten, im Rahmen derer häufig Bewertungen vorgenommen werden, und die leiblich gespürt werden.“ Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 25 „Der Hass“, herausgegeben von Konrad Paul Liessmann </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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