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	<title>Schuldgefühle &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Erschöpfung erzeugt zornige Abgrenzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2025 02:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Abgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der sogenannte „Überlebensmechanismus“ wird als eigene Phase in der Burnout-Spirale beschrieben, denn Distanzierung, Depersonalisation, Desillusionierung und Zynismus sind die Folge. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Diese Lösungen setzen allerdings selbstverständlich nicht am sinnvollen Ende des Kreislaufs „Erschöpfung erzeugt zornige Abgrenzung – zornige Abgrenzung erzeugt noch mehr Erschöpfung“ an.“ Nützlicher wäre: eigene Rechte aufbauen, innere Gesetze verändern, den ... <a title="Erschöpfung erzeugt zornige Abgrenzung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-burnout-spirale.html" aria-label="Mehr Informationen über Erschöpfung erzeugt zornige Abgrenzung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der sogenannte „Überlebensmechanismus“ wird als eigene Phase in der Burnout-Spirale beschrieben, denn Distanzierung, Depersonalisation, Desillusionierung und Zynismus sind die Folge. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Diese Lösungen setzen allerdings selbstverständlich nicht am sinnvollen Ende des Kreislaufs „Erschöpfung erzeugt zornige Abgrenzung – zornige Abgrenzung erzeugt noch mehr Erschöpfung“ an.“ Nützlicher wäre: eigene Rechte aufbauen, innere Gesetze verändern, den Futterkreislauf grenzenloser Basis-Empathie stoppen, Mentalisieren in vier Schritten lernen, Hilflosigkeit aushalten durch Abgrenzung – und sich auf jenen winzigen Teil der inneren oder äußeren Welt konzentrieren, den man verändern kann. Es gibt leider noch keinen psychologischen Zusatzbonus, wenn man Notleidende beschuldigt, der auch als Selbstberuhigungsmechanismus der Angst bekannt ist. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5891"></span></p>
<p><strong>Niemand kann und muss Streitigkeiten vermeiden</strong></p>
<p>Sobald man bei der von Leid betroffenen Person irgendeine Schuld findet, sie also selbst etwas zur Not beigetragen hat, schützt es die Nicht-Betroffenen vor dem angstvollen Gedanken: „Vielleicht kann mir das auch passieren?“ Denn im Brustton der Überzeugung kommt die Antwort: „Nein. Denn ich würde diesen Fehler nie machen, nie so leben, keine solche Entscheidung treffen.“ Helga Kernstock-Redl betont: „Empathie in ihren unterschiedlichen Spielarten ist selbstverständlich trotz allem mehr Segen als Fluch, doch wer stark dazu neigt, tut gut daran, den Umgang mit ihr zu lernen.“ </p>
<p>Wie das gehen kann? Selbstberuhigung funktioniert in vier Schritten und man kann dabei mit sich selbst so umgehen wie mit einem richtig guten Freund. Helga Kernstock-Redl weiß: „So wie kein Mensch ohne Gefühle leben kann, kommt keine Gruppe ohne Konflikte aus. Niemand kann und muss Streitigkeiten vermeiden.“ Menschen haben nun einmal unterschiedliche Ansichten, verschiedene Bedürfnisse, wollen Ziele wie Liebe, Macht, Geld oder Ideen durchsetzen, Gefahren abwehren  &#8211; oder Gerechtigkeit erreichen.</p>
<p><strong>Schuldgefühle wollen eigentlich der Sicherung des Friedens dienen</strong></p>
<p>Schädlich – und glücklicherweise durchaus vermeidbar – sind Eskalationen und Zerstörung. Es gibt natürlich viele Bücher, die unterschiedliche Facetten von Konfliktlösung beleuchten, zum Beispiel jene des Psychologen Friedrich Glasl. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Vielfach übersehen wird jedoch, welch große Rolle der Kampf um Gerechtigkeit und die Abwehr von Schuld und Schuldgefühlen dabei spielt, wenn sich eine sachliche Differenz zum Krieg hochschaukelt.“</p>
<p>Schon früh haben viele Kinder das scheinbar Wichtigste begriffen: Schuld ist schlecht, denn sie verursacht Wiedergutmachung oder Strafe. Die Unschuldigen kriegen den Ball. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Auch Schuldgefühle sind lästig, schwächen sie doch den Kampfgeist und hemmen die Schlagkraft. Wer ohne Zweifel glaubt, im Recht zu sein, hat größere Chancen zu gewinnen.“ Und dabei wollen Schuldgefühle, so vermutlich der „Plan“ der Biologie, eigentlich der Sicherung des Friedens und Zusammenhalts in Gemeinschaften dienen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Schuldgefühle sind oftmals irrational</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2023 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Komplikation erschwert den Umgang mit irrationalen Schuldgefühlen. Es sind die sogenannten Gefühlsvermischungen. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Schuldgefühle treten häufig zeitgleich mit Angst vor Strafe und sozialer Ausgrenzung auf, sie vermischen sich außerdem mit Scham, Mitgefühl, Zorn oder Trauer.“ Manchmal überdeckt das eine das andere oder drängt es weg. Alles gemeinsam bildet ein belastendes, verwirrendes Durcheinander. ... <a title="Schuldgefühle sind oftmals irrational" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-gefuehlsvermischungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Schuldgefühle sind oftmals irrational">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Komplikation erschwert den Umgang mit irrationalen Schuldgefühlen. Es sind die sogenannten Gefühlsvermischungen. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Schuldgefühle treten häufig zeitgleich mit Angst vor Strafe und sozialer Ausgrenzung auf, sie vermischen sich außerdem mit Scham, Mitgefühl, Zorn oder Trauer.“ Manchmal überdeckt das eine das andere oder drängt es weg. Alles gemeinsam bildet ein belastendes, verwirrendes Durcheinander. Wenn man auf „Gefühlsknäuel“ trifft, ist es am besten, sie zu entwirren und die einzelnen Fäden voneinander zu trennen. Dabei kann es sehr klärend sein, die einzelnen Bestandteile in Worte zu fassen. Denn jeder einzelne hat gute Gründe und verlangt eigene Lösungen. Angst ist die Reaktion auf reale oder irrationale Gefahr und braucht vielleicht Sicherheitsmaßnahmen oder Strategien der Selbstberuhigung. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-4891"></span></p>
<p><strong>Ein Gefühlsgeflecht lässt sich nur Faden für Faden auflösen</strong></p>
<p>Scham kann man zum Beispiel als betroffene Person selbst ansprechen, um nicht im Boden zu versinken. Trauer darf in Wellen weiterlaufen, denn nur so heilen Verluste und Verletzungen. Die Wege heraus mögen konträr sein. Ein Geflecht kann man jedoch meist nicht als Ganzes auflösen, sondern nur Faden für Faden. Beim Aufdecken der wahren Ursachen von Schuldgefühlen findet man häufig zugleich den dazu passenden Lösungsweg. Man kann beispielsweise das ursächliche, jedoch als falsch erkannte, moralische Gesetz verändern. </p>
<p>Oder man lernt bewusst Empathie zu steuern und eine Situation voller Ausweglosigkeit ohne echte Wahl traurig anzuerkennen. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Unvernünftige Gefühle brauchen vielleicht sogar unvernünftige Wege oder Lösungen durch die Kraft der Fantasie – und hie und da eine Traumaverarbeitung.“ Im Wissen, dass es Strategien heraus aus dem Schuldgefühl gibt, verlieren viele Betroffene die Angst davor, es zu sehen und seine Existenz anzuerkennen, davor, hinein- und hindurchzugehen. </p>
<p><strong>Manche Menschen fühlen sich niemals schuldig</strong></p>
<p>Gäbe es keinen Ausweg, wäre es tatsächlich logisch, ja sogar selbstfürsorglich, eine solche Reise zu vermeiden. Helga-Kernstock-Redl rät: „Sollten Sie selbst jemanden „beschuldigen“ müssen oder wollen, zeigen Sie im selben Atemzug eine Tür hinaus.“ Natürlich gibt es Mitmenschen, die sich grundsätzlich niemals schuldig fühlen. Manche betonen sogar ständig ihre Unschuld. Andere wieder verleugnen berechtigte Opfergefühle oder beschäftigen sich im Gegenteil intensiv damit. </p>
<p>Die Unschuld oder Schuldlosigkeit ist eine begehrte, manchmal heiß umkämpfte Position. Denn sie schützt „nach innen“ vor Schuldgefühlen und „nach außen“ vor Rache, Rückforderungen oder Strafen. Möglicherweise wurde jemand geschädigt oder hat Unrecht erlitten. Er oder sie wird zum Opfer. Daran kann eine andere Person schuld sein. Es gibt zum Beispiel Schuld durch Rechtsbruch, aber ohne Schaden. In vergleichbare Weise gibt es Opfer ohne Schuldige. Helga Kernstock-Redl zählt dazu Erkrankungen, Naturkatastrophen oder Unfälle, die dennoch gravierendes Leid verursachen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Schuldzuweisungen schaden dem Selbstwert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Aug 2023 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwert]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine andauernde, wenn auch falsche Schuldzuweisung ist leider irgendwann erfolgreich und sei sie noch so abstrus. Helga Kernstock-Redl weiß: „Denn steter Tropfen höhlt jeden Selbstwert, nur ein völlig lernunfähiges Gehirn wäre gefeit. Der unspezifische, ungute Eindruck, wohl doch die Ursache für das aktuelle Übel des anderen zu sein, stellt sich ein.“ Besonders schwierig zu entdecken ... <a title="Schuldzuweisungen schaden dem Selbstwert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-falsche-schuldzuweisung.html" aria-label="Mehr Informationen über Schuldzuweisungen schaden dem Selbstwert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine andauernde, wenn auch falsche Schuldzuweisung ist leider irgendwann erfolgreich und sei sie noch so abstrus. Helga Kernstock-Redl weiß: „Denn steter Tropfen höhlt jeden Selbstwert, nur ein völlig lernunfähiges Gehirn wäre gefeit. Der unspezifische, ungute Eindruck, wohl doch die Ursache für das aktuelle Übel des anderen zu sein, stellt sich ein.“ Besonders schwierig zu entdecken sind nonverbale Schuldzuweisungen, die das wachsame Auge der Logik unterfliegen: Blicke, Seufzer, subtile Vorwürfe. Sie nähren eine innere Überzeugung, die wie ein Damoklesschwert jederzeit schlagend werden kann: „Wenn etwas nicht funktioniert, bin immer ich schuld. Es liegt an mir.“ Das ist selbstverständlich immer falsch. Sind Sie tatsächlich so allmächtig und enorm wichtig, dass Sie tatsächlich an allen Übeln wirklich schuld sein könnten? Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-4717"></span></p>
<p><strong>Manche Schuldgefühle überschatten jedes eigene Glück</strong></p>
<p>Eine häufig unerkannte Ursache für unberechtigte Schuldgefühle ist die Empathie mit jemandem, der selbst unter Schuldgefühlen leidet. Viele Menschen haben das vermutlich bei Ärger, Angst oder Scham schon selbst erlebt. Es ist überaus peinlich, wenn sich der andere schämen muss, oder man ärgert sich sofort mit, wenn jemand einem von seinem Ärger berichtet. Vorrangig wichtig ist, überhaupt zu erkennen, dass eine solche Ansteckung passiert ist. </p>
<p>In manchen herzensguten Menschen treibt ein ungerechtfertigtes Schuldgefühl sein Unwesen, das seine Energie aus der Regel bezieht: „Mir darf es nicht gut gehen, weil es jemand anderem schlecht geht.“ Wer einem so lebensfeindlichen innerem Gesetz folgt, für den überschattet das Schuldgefühl zwangsläufig jedes eigene Glück. Hat man jemandem Unrecht getan, zwingen einen die Schuldgefühle förmlich, recht oft an die geschädigte Person zu denken. Man beschäftigt sich mir ihr und der eigenen Schuld, das Gehirn sucht verzweifelt nach Möglichkeiten der Wiedergutmachung oder malt sich aus, welch großes Leid man verursacht haben könnte. </p>
<p><strong>Ein Mensch kann sich schuldig und zugleich als Opfer fühlen</strong></p>
<p>Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Wir Menschen mit unseren beständig arbeitenden Gehirnen können uns bei entsprechendem innerem Regelwerk sehr leicht schuldig und zugleich als Opfer fühlen.“ Sogar sich selbst gegenüber, weil man sich „etwas angetan“ hat. Ein komplexes Gehirn vollbringt solche Meisterleistungen. Wieder sind es jene mit ehrgeizigen Ansprüchen an sich selbst, die sich – zusätzlich zu all dem Stress – mit Selbstvorwürfen geißeln. </p>
<p>Andere wieder haben starke Schuldgefühle wegen eigener Entscheidungen, die sie in der Vergangenheit getroffen haben, unter denen sie heute am meisten leiden: Opfergefühl steht in der Innenwelt neben Schuldgefühl, Verzweiflung neben Ärger über sich selbst. Man merkt: Das menschliche Gehirn ist enorm erfinderisch. Helga Kernstock-Redl fasst zusammen: „Alle hier besprochenen Varianten von Schuldgefühlen sind vermutlich zumindest zum Teil ungerechtfertigt, aber trotzdem real da.“ Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Schuldgefühle können ein Schutzmantel sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2023 01:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grübeln]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Einige der hartnäckigsten Schuldgefühle trotz erwiesener Unschuld, die Helga Kernstock-Redl in den letzten Jahren begegnet sind, enttarnten sich im Lauf der Zeit als Schutzmantel gegen erschreckende, belastende, vielleicht verbotene Gefühle. Wer beständig und intensiv über seine Schuld an einem Verlust nachdenkt, vermeidet vielleicht, den noch schwierigeren Weg durch die Trauer betreten zu müssen. Helga Kernstock-Redl ... <a title="Schuldgefühle können ein Schutzmantel sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-hartnaeckige-schuldgefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Schuldgefühle können ein Schutzmantel sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einige der hartnäckigsten Schuldgefühle trotz erwiesener Unschuld, die Helga Kernstock-Redl in den letzten Jahren begegnet sind, enttarnten sich im Lauf der Zeit als Schutzmantel gegen erschreckende, belastende, vielleicht verbotene Gefühle. Wer beständig und intensiv über seine Schuld an einem Verlust nachdenkt, vermeidet vielleicht, den noch schwierigeren Weg durch die Trauer betreten zu müssen. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Sobald sich der eigene Anteil an einem Unglück innerlich überbreit macht, bleibt der Ärger auf die anderen Schuldigen im Hintergrund.“ Solche schützenden Gefühle sind kurzfristig nützlich. Doch über längere Zeiträume binden sie wertvolle Aufmerksamkeit und Energie, blockieren nützliche Entwicklung oder lenken Lösungsversuche in eine falsche Richtung. Es hilft auf Dauer nicht weiter, sich mit der Ablenkung zu beschäftigen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-4526"></span></p>
<p><strong>Eine Strategie der Vermeidung führt ins Grübeln</strong></p>
<p>Ähnliches gilt für Kontrollillusionen, die Schuldgefühle als Nebenprodukt liefern. Das menschliche Gehirn durchstöbert die Außenwelt beständig nach Ursachen und Einflussmöglichkeiten und findet sie – speziell in der Not – selbst dort, wo es gar keine geben kann. Denn die Anerkennung einer eigenen Schuldlosigkeit würde automatisch bedeuten, akzeptieren zu müssen: „Ich kann daher auch nichts daraus lernen, nichts besser und nichts anders machen. Es kann mir jederzeit wieder passieren.“ </p>
<p>Helga Kernstock-Redl weiß: „Allerdings führt diese Vermeidungsstrategie mitten hinein in das Grübel-Übel: Vielleicht könnte die Lösung ja noch gefunden werden, wenn man sich nur richtig stark darum bemüht, den eigenen Anteil, den Fehler, die übersehenen Anzeichen zu finden?“ Die Akzeptanz der Ohnmacht und der Trauer ist zwar ein steiniger, doch letztendlich nützlicher Weg, um sich davon zu befreien. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber manchmal muss man sie regelrecht erschlagen, um sie begraben zu können. </p>
<p><strong>Kinder sind nicht für die Stimmungen der Erwachsenen zuständig</strong></p>
<p>Sollte jemand vermuten, dass sich hinter dem Schuldgefühl ein anderes verbirgt, kann folgende Frage weiterhelfen: „Was würde wohl passieren, wenn das Schuldgefühl wie durch Zauberei verschwindet?“ Manche Menschen lassen sich ziemlich schnell Schuld einreden. Das trifft besonders Kinder, hilfsbereite oder liebende Erwachsene, die gern die Erwartungen anderer erfüllen wollen. Doch wohl jeder lässt sich hin und wieder von gut gemachten Vorwürfen überrumpeln. </p>
<p>Und außerdem ist in Stress- und Notsituationen sowieso jedes Gehirn hochgradig anfällig dafür, wie die Schuldübernahme in traumatischen Katastrophen zeigt. Helga Kernstock-Redl warnt: „Kindern darf man keinesfalls falsche Ursachen-Schuld überstülpen oder schädigende moralische Regeln vermitteln. Sie würden das unbesehen glauben müssen.“ Kinder sind auch nicht für die Entscheidungen und Stimmungen der Erwachsenen verantwortlich, können sich selbst nur unzureichend steuern und haben keinerlei Einfluss darauf, was sie selbst brauchen und fühlen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Auch Gefühle können sich täuschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Nov 2022 02:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal prüfen Menschen ein konkretes Schuldgefühl und erkennen es als unbegründet. Es könnte nun sofort verschwinden – das tut es aber nicht immer. Helga Kernstock-Redl weiß: „Sobald Sie beginnen, ein offensichtlich unberechtigtes Gefühl zu erforschen, ist Überraschung fast garantiert.“ Auch ein unberechtigtes Gefühl, das betont Helga Kernstock-Redl nochmals, hat im Prinzip eine gute Absicht und ... <a title="Auch Gefühle können sich täuschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-unbegruendete-schuldgefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Auch Gefühle können sich täuschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal prüfen Menschen ein konkretes Schuldgefühl und erkennen es als unbegründet. Es könnte nun sofort verschwinden – das tut es aber nicht immer. Helga Kernstock-Redl weiß: „Sobald Sie beginnen, ein offensichtlich unberechtigtes Gefühl zu erforschen, ist Überraschung fast garantiert.“ Auch ein unberechtigtes Gefühl, das betont Helga Kernstock-Redl nochmals, hat im Prinzip eine gute Absicht und verständliche Ursachen. Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum, dass Gefühle sich nicht täuschen und man daher immer unreflektiert „auf den Bauch“ oder „sein Herz hören“ soll, kann oder darf. Doch trotzdem wollen sie vermutlich wichtige Botschaften über die Außen- oder Innenwelt vermitteln. Daher verdienen auch die unbegründeten Schuldgefühle ein wenige Aufmerksamkeit. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-4099"></span></p>
<p><strong>Jede Moralregel hat ihre eigene Geschichte</strong></p>
<p>Ein Schuldgefühl hat oft – nicht immer – mit innerlich aufgestellten oder übernommenen Gesetzen zu tun, gegen die verstoßen wurde. Helga Kernstock-Redl betont: „Manche dieser Regeln sind wichtig und bringen Einzelne oder ganze Gemeinschaften recht gut durchs Leben. Doch andere verursachen nur sinnloses Schuld-Leid, Unrecht oder verhindern Entwicklung.“ Oder sie erlauben jenen, die im Umgang damit gewieft sind, unbehelligt jahrelang Manipulation, Gewalt und Tyrannei. </p>
<p>Viele solche Gesetze haben ihren Ursprung in der Vergangenheit. Jede einzelne Moral- oder Sozialregel hat eine eigene Geschichte und einen guten Grund für ihre Entstehung. Denn kein Kind kommt damit auf die Welt. Nach dem Entdecken kann also die Forschungsreise beginnen, seit wann es diese inneren Regeln gibt und wie sie entstanden sein könnten. Vielleicht kommt dann die Zeit, einige dieser früher möglicherweise lebenswichtigen Gebote durch nützlichere, neue zu ersetzen? Solange ein Gehirn lernfähig ist, kann es gelingen.</p>
<p><strong>Manchmal kann man gar nicht anders handeln</strong></p>
<p>Hochstress verändert die Funktionstüchtigkeit des menschlichen Gehirns. Im Angesicht von Lebensgefahr oder in körperlichen Ausnahmesituationen ist die logische Kompetenz nachweislich beeinträchtigt. Das Sprachzentrum kann blockiert sein, das Körpergefühl verändert. Rettende Erinnerungen sind wie weggeblasen, ein Erstarrungszustand verhindert das Helfen oder Weglaufen. Es geht auch weniger dramatisch: Eine zeitliche Überlastung machte es nicht möglich, sich daneben noch um die Krise im Freundeskreis zu kümmern, oder eine eigene Erkrankung verhinderte eine optimale Begleitung eines Familienmitgliedes. </p>
<p>Helga Kernstock-Redl erläutert: „Die Tatsache zu verleugnen, dass wir manchmal gar nicht anders können, ist wie eine Einbahnstraße mitten hinein in unberechtigte Schuldgefühle. Während es in Konflikten eher darum geht, die eigene Wahlmöglichkeit zu erkennen, geht es in der Verarbeitung solcher Erlebnisse im Gegenteil darum, die eigenen Grenzen zu akzeptieren.“ Kinder haben nur eingeschränkt echte Schuld, doch sie können unter Umständen enorm viele, unberechtigte Schuldgefühle haben. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<item>
		<title>Zufall und Pech befreien von Schuldgefühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2022 01:00:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Zufall]]></category>
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					<description><![CDATA[Etwas als Zufall, als Pech akzeptieren zu müssen, hat Menschen früher wie heute zwar frei von Schuldgefühlen gemacht. Gleichzeitig wurden sie jedoch hilflos und ängstlich. Immerhin könnte es dann einem selbst jederzeit auch passieren und man kann nichts dagegen tun. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Inzwischen wurden in Gesundheitsfragen viele, echte Kausalzusammenhänge erforscht, manche Risikofaktoren gefunden, die ... <a title="Zufall und Pech befreien von Schuldgefühlen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-pech-oder-zufall.html" aria-label="Mehr Informationen über Zufall und Pech befreien von Schuldgefühlen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas als Zufall, als Pech akzeptieren zu müssen, hat Menschen früher wie heute zwar frei von Schuldgefühlen gemacht. Gleichzeitig wurden sie jedoch hilflos und ängstlich. Immerhin könnte es dann einem selbst jederzeit auch passieren und man kann nichts dagegen tun. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Inzwischen wurden in Gesundheitsfragen viele, echte Kausalzusammenhänge erforscht, manche Risikofaktoren gefunden, die Wahrscheinlichkeiten erhöhen. Doch noch immer ist manches unerklärbar und vieles unbeeinflussbar.“ „Glücklicherweise“ werden alle Menschen einmal krank und entwickeln hoffentlich mehr Verständnis, auch mit uns selbst. Denn es hat mit Sicherheit noch niemanden gesünder gemacht, in der Enttäuschung darüber unterzugehen: „Aber ich habe doch alles richtig gemacht“, oder sich selbst mit aggressiven Schuldzuweisungen zu überhäufen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-3503"></span></p>
<p><strong>Jedes Lebewesen will in Sicherheit leben</strong></p>
<p>Besser ist es wohl, den Zufall als Teil des Lebens zu akzeptieren, sich echte Fehler, falls vorhanden, zu verzeihen und, wenn möglich, daraus für die Zukunft zu lernen. Manchmal bleibt nur die radikale Akzeptanz einer Erkrankung: vielleicht traurig, dafür aber wahr. Helga Kernstock-Redl weiß: „In Sicherheit zu leben, ist ein weiteres, zentrales Bedürfnis aller Lebewesen. Nur angstfrei können wir genießen, lachen, spielen, uns erholen und optimal lernen.“ </p>
<p>Falls man sich hin und wieder ein wenig Aufregung und Gefahr ins Leben holt, dann nur etwas „Thrill“, also vermeintlich absolut kontrollierbares Risiko wie bei einem Fallschirmsprung oder Computerspiel. Kinder beginnen nur in sicherer Umgebung neugierig und autonom ihre kleine Welt zu erforschen – im Wissen um den Hafen bei ihren wichtigen Personen, in den sie jederzeit zurückkehren können. Die Schuldsuche leistet laut Helga Kernstock-Redl einen wichtigen Beitrag dazu. </p>
<p><strong>Jeder kann aus eigenen Fehlern und denjenigen anderer lernen</strong></p>
<p>Denn wer die Ursachen eines Unglücks kennt, der kann prüfen, ob er selbst in Gefahr ist, oder kann aus den Fehlern anderer lernen. Man verhilft sich selbst und vielleicht auch anderen zu mehr realer Sicherheit, indem man sich bewusst fragt: „Was kann ich aus diesem Stück Vergangenheit für die Zukunft lernen?“ Es müssen glücklicherweise nicht immer eigene Erfahrungen sein. Das wird nicht nur spannende Ergebnisse liefern, sondern kann die eine oder andere Geschichte erst wirklich zum Abschluss bringen. </p>
<p>Auch deshalb ist für Helga Kernstock-Redl das „Daraus-lernen“ einer der hilfreichsten Wege zur „Ent-Schuldung“. Eine fragwürdige Strategie, die sich trotzdem großer Beliebtheit erfreut, ist die Schuldzuweisung an die ohnehin Leidenden. Sie verhindert nicht nur eigene Hilflosigkeit, sondern ist auch eine Strategie gegen die Angst. Jeder Unterschied, jede Schuld des anderen suggeriert einem Menschen Sicherheit, während Zufälle und Ähnlichkeiten beunruhigen. Schließlich könnte einem selbst ja dann das Gleiche passieren. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen fürchten die soziale Ausgrenzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jan 2022 02:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Die zuständigen Hirnbereiche für Schmerz bei körperlicher Verletzung und jene für Schmerz bei sozialer Ausgrenzung sind nahezu identisch, wie funktionelle MRT-Untersuchungen sichtbar machen. Menschen waren von Natur aus niemals als Einzelwesen gedacht, sondern konnten nur in der Gemeinschaft in sicherer Verbindung mit anderen überleben, beweisen Bindungsforscher wie Henri Julius. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Die Beachtung ... <a title="Menschen fürchten die soziale Ausgrenzung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-soziale-kontakte.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen fürchten die soziale Ausgrenzung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die zuständigen Hirnbereiche für Schmerz bei körperlicher Verletzung und jene für Schmerz bei sozialer Ausgrenzung sind nahezu identisch, wie funktionelle MRT-Untersuchungen sichtbar machen. Menschen waren von Natur aus niemals als Einzelwesen gedacht, sondern konnten nur in der Gemeinschaft in sicherer Verbindung mit anderen überleben, beweisen Bindungsforscher wie Henri Julius. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Die Beachtung sozialer Spielregeln und die Angst vor sozialer Ausgrenzung haben wir also in den Genen, auch wenn wir es als Erwachsene durchaus allein gut aushalten können.“ Um Schuldgefühle zu verstehen, ist es besonders spannend zu wissen, dass in der „Gehirn-Hardware“ Spiegelneuronen für den Sozialkontakt fix einprogrammiert sind. Diese wurden erstmals bei Primaten entdeckt. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-3242"></span></p>
<p><strong>Die Basis-Empathie entwickelt sich zum Mitgefühl</strong></p>
<p>Empathie nennt die Forschung die Fähigkeit zu fühlen, was andere fühlen, und das beobachtete Verhalten anderer intuitiv zu verstehen. Tiere können sich dagegen gar nicht wehren. Auch Menschen tragen diese Basis-Empathie in sich. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Ergriffen von Basis-Empathie verlieren wir für den Moment das eigene Gefühl.“ Es sind wohl die Sprache und das Großhirn, die Menschen später helfen, diese Basis-Empathie noch viel konstruktiver zu nutzen und zum Mitgefühl weiterzuentwickeln. </p>
<p>Ein Mensch wendet sich dann empathisch-freundlich einem anderen zu, doch behält er daneben sein eigenes Gefühl. Später kann man, darauf aufbauend, die Fähigkeit des „Mentalisierens“ erwerben, ein von der Bindungsforschung rund um die Psychoanalytiker Peter Fonagy und Mary Target geprägter Begriff. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich selbst und andere zu beruhigen und vor emotionaler Überflutung zu bewahren – eine wichtige Voraussetzung für seelisches Wohlbefinden. </p>
<p><strong>Extreme Schuldgefühle sind kontraproduktiv</strong></p>
<p>Schuldgefühle fördern indirekt den Kontakt. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Denn schließlich befolgen wir soziale und moralische Spielregeln, leben friedlich und handeln fürsorglich nicht nur aus Liebe, Empathie, Begeisterung, Vernunft oder Angst, sondern eben auch deshalb, um ein Schuldgefühl zu vermeiden.“ Ein ungebremstes Schuldgefühl bewirkt jedoch Schlechtes. Helga Kernstock-Redl kennt Erwachsene, die so hohe Ansprüche an sich haben, so viele innere Regeln, dass sie niemals Führungspositionen einnehmen oder Eltern werden, um den befürchtet hohen Berg aus Schuldgefühlen zu vermeiden. </p>
<p>Und auch für die Selbsterhaltung sind extreme Schuldgefühle kontraproduktiv, kann man doch endlos im „Futterkreislauf“ festhängen und im Extremfall daran psychisch fast zugrunde gehen. Menschen mögen Einfluss auf sich selbst und auf die Welt um sich herum haben. Davon können sie einfach nicht genug bekommen. Unter anderem gehören dazu Wahlmöglichkeiten, kontrollierbare Bereiche und das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Darin besteht in der psychologischen Forschung eine seltene Einigkeit. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham ist ein überaus belastendes Gefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 May 2021 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man eine zentrale, moralische Regel bricht, wird das ein ungutes Licht auf die eigene Person werfen. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Es zeigt mehr als einen Regelbruch, sondern weist auf einen persönlichen Makel hin, stellt unsere Identität und unseren Wert als guten Menschen infrage.“ Daher keimt neben extrem intensiven Schuldgefühlen, Angst vor Strafe und sozialer Abwertung ... <a title="Scham ist ein überaus belastendes Gefühl" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/scham-ist-ein-ueberaus-belastendes-gefuehl.html" aria-label="Mehr Informationen über Scham ist ein überaus belastendes Gefühl">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man eine zentrale, moralische Regel bricht, wird das ein ungutes Licht auf die eigene Person werfen. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Es zeigt mehr als einen Regelbruch, sondern weist auf einen persönlichen Makel hin, stellt unsere Identität und unseren Wert als guten Menschen infrage.“ Daher keimt neben extrem intensiven Schuldgefühlen, Angst vor Strafe und sozialer Abwertung ein weiteres auf: ein Schamgefühl. „Was sollen die Leute von mir denken? Wie konnte ich das nur tun? So peinlich.“ Scham will unter den Teppich kriechen und nie wieder hervorkommen. Es ist ein wichtiges, doch ebenfalls überaus belastendes Gefühl. Aber auch daraus kann ein Ausstieg gelingen. Die Übertretung moralischer Gesetze lässt also vorrangig ebenfalls Schuldgefühle entstehen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-2688"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen teilen großzügig Schuld aus</strong></p>
<p>Sobald Helga Kernstock-Redl von Ursachen spricht, meint sie damit wie allgemein üblich Handlungen oder Umstände, die bestimmte Konsequenzen haben. Die bloße Verursachung darf keinesfalls mit einem echten Verschulden in einen Topf geworfen werden. Obwohl man hier üblicherweise das gleiche Wort verwendet. Echte Ursachen-Schuld trifft nur zu, wenn jemand etwas schuldhaft verursacht. Dieses „schuldhaft“ ist dabei entscheidend. Leider sind unberechtigte Ursachen-Schuldgefühle furchtbar häufig. Doch auch sie können realistisch geprüft und danach anerkannt oder abgelehnt werden. </p>
<p>Die deutsche Sprache geht überaus großzügig mit dem Schuldbegriff um. Das führt Menschen oft in die Irre und manchmal sogar in den Aberglauben. Dazu kommt noch die Neigung von vielen Menschen, tatsächlich großzügig und spontan Schuld auszuteilen, sobald die „böse Welt“ ihre Erwartungen nicht erfüllt. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Wenn wir also etwas verursachen, ohne selbst einen Funken Schuld zu haben, treffen wir viel zu oft auf einen Mitmenschen, der uns trotzdem vehement beschuldigt.“</p>
<p><strong>Unschuldige sind von Strafen befreit</strong></p>
<p>Unschuld bedeutet natürlich, keine Form echter Schuld zu haben. Durch erwiesene Unschuld ist man frei von etwaigen Forderungen und Strafen und muss natürlich auch keine Schuldgefühle entwickeln. Das scheint auf den ersten Blick also nur Vorteile zu haben, doch das ist ein Irrtum. Von manchen wird diese Position der Unschuld so energisch verteidigt, als ginge es um ihr Leben. Dahinter stehen manchmal extrem ungute Erlebnisse mit Schuld und Strafe. </p>
<p>Sobald Unrecht oder Ungerechtigkeit passiert, gibt es nicht nur die Schuldfrage zu klären. Denn möglicherweise wurde dabei jemand geschädigt und daher zum Opfer einer schuldhaften Handlung. Die dabei häufig entstehende Gefühlsmischung nennt Helga Kernstock-Redl global „Opfergefühl“. Ähnlich wie das Schuldgefühl kann man es haben, obwohl es objektiv gesehen nicht vernünftig ist. Daher sollte man dieses Gefühl genauso prüfen und erforschen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Schuldgefühle sind unangenehm</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/schuldgefuehle-sind-unangenehm.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 07:26:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Biologie hat die Menschheit wohl nur jene Gefühle vererben lassen, die grundsätzlich sinnvoll sind. Oder zumindest in der Steinzeit gut für die Menschen waren. Das wichtigste: Menschen strengen sich an, verinnerlichten Gesetzen zu folgen, damit sie sich eben nicht schuldig fühlen müssen. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Denn weil Schuldgefühle so unangenehm sind, wollen wir instinktiv ... <a title="Schuldgefühle sind unangenehm" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/schuldgefuehle-sind-unangenehm.html" aria-label="Mehr Informationen über Schuldgefühle sind unangenehm">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Biologie hat die Menschheit wohl nur jene Gefühle vererben lassen, die grundsätzlich sinnvoll sind. Oder zumindest in der Steinzeit gut für die Menschen waren. Das wichtigste: Menschen strengen sich an, verinnerlichten Gesetzen zu folgen, damit sie sich eben nicht schuldig fühlen müssen. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Denn weil Schuldgefühle so unangenehm sind, wollen wir instinktiv vermeiden, unrecht zu handeln.“ Diese Dynamik hat der Menschheit bei der Selbst- und Arterhaltung geholfen und wurde deshalb irgendwann zur emotionalen Standardausrüstung. Wer frei von Schuldgefühlen und zugleich als Teil einer Gruppe leben will, verinnerlicht und beachtet zumindest teilweise die moralischen und sozialen Regeln, die dort herrschen. Das sorgt für Anerkennung, soziale Sicherheit und viele andere Vorzüge. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-2518"></span></p>
<p><strong>Gerechtigkeit ist ein äußerst unklarer Begriff</strong></p>
<p>Das System funktioniert natürlich nicht immer. Regeln werden gebrochen, Unrecht geschieht, Konflikte entstehen, vielleicht gibt es sogar Geschädigte. Sobald jemand ein Schuldgefühl spürt, ist er meistens stark motiviert, es wieder loszuwerden. Indem er Schuldausgleich, Strafe oder ähnliches auf sich nimmt. Er lernt aus Fehlern, entschuldigt sich oder verhandelt das Gesetz neu, befreit sich davon und stellt Gerechtigkeit her. Das beendet Konflikte, bringt gegenseitige Unterstützung und sichert den Fortbestand einer Gemeinschaft.</p>
<p>Gerechtigkeit ist jedoch ein äußerst unklarer Begriff. Obwohl die meisten Menschen das dazugehörige Gefühl und den Gedanken „So ist das fair“ gut kennen. Nur selten denkt man darüber nach, was genau damit gemeint ist: „Gerecht ist, wenn jene Gesetze befolgt werden, die ich für richtig halte.“ „Gerecht ist, Schwache zu schützen.“ Oder doch: „Gerecht ist die Gleichbehandlung“? Es sind in den allermeisten Fällen die herzensguten, mitfühlenden Personen, die unter starken Schuldgefühlen leiden.</p>
<p><strong>Überstarke Schuldgefühle belasten die Psyche</strong></p>
<p>Sie sind ehrenwert, haben hohe Ansprüche an sich selbst, sehen oder suchen den eigenen Anteil am Geschehen. Ein solcher Mensch schiebt die Verantwortung nicht ab, sondern übernimmt sie. Schuldgefühle sagen also grundsätzlich etwas Gutes über den Charakter der Person aus, die sie hat. Sie laden mit Recht ein, ihr zu vertrauen. Doch trotz aller guten Absicht: Überstarke Schuldgefühle belasten Psyche, Körper und soziale Beziehungen – und damit auch das Umfeld.</p>
<p>Falls sie zu lange oder zu stark auf Menschen einwirken, machen sie regelrecht krank. Dann können sie sogar Depressionen, Burn-out, Traumafolgesymptome, sogar Gewaltbeziehungen erzeugen oder stabilisieren. Glücklicherweise ist jede erwachsene Person imstande, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich muss man Ursachen-Schuldzuweisungen nicht übernehmen. Zudem kann man Verantwortung abgeben, sich für neue Spielregeln entscheiden oder den persönlichen Moralkodex verändern. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt verschiedene Schuldarten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2021 07:42:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Helga Kernstock-Redl gibt es bei näherer Betrachtung unterschiedliche Schuldarten. Die „Moral-Schuld“ ist eine Frage der Ehre. Gute Menschen tun dies oder jenes nicht. Daneben steht die konventionelle oder „Regel-Schuld“. In einem Umfeld gelten diese, im anderen andere soziale Regeln. Schon früh unterscheiden Kinder diese beiden Schuldarten. Sie bewerten die Moral-Schuld völlig anders als eine ... <a title="Es gibt verschiedene Schuldarten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-verschiedene-schuldarten.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt verschiedene Schuldarten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Helga Kernstock-Redl gibt es bei näherer Betrachtung unterschiedliche Schuldarten. Die „Moral-Schuld“ ist eine Frage der Ehre. Gute Menschen tun dies oder jenes nicht. Daneben steht die konventionelle oder „Regel-Schuld“. In einem Umfeld gelten diese, im anderen andere soziale Regeln. Schon früh unterscheiden Kinder diese beiden Schuldarten. Sie bewerten die Moral-Schuld völlig anders als eine bloße Regel-Schuld. Für allergrößte Verwirrung sorgt jedoch die dritte Form, die „Ursachen-Schuld“. Helga Kernstock-Redl weiß: „Schuldgefühle und die dahinter stehenden Regeln können eingeredet werden. Sei es manipulativ oder mit guter Absicht. Manches ist ein simples Missverständnis, verursacht durch Ungenauigkeiten unserer Sprache.“ Es gibt in zwei von zehn Fällen weitere Ursachen, die einem Schuldgefühl zugrunde liegen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-2477"></span></p>
<p><strong>Das Schuldgefühl verschickt Botschaften</strong></p>
<p>Vielleicht ist das Schuldgefühl Ausdruck einer „Gefühls-Infektion“. Gefühle sind nämlich ansteckender als jede Grippe, weil Empathie im Spiel ist. In Gegenwart eines Menschen, der sich immer schuldig fühlt, kann man selbst sofort das Gleiche empfinden. Man schwingt dabei mit dem Gefühl des anderen mit. Die Alltagssprache nennt es Mitleid. Helga Kernstock-Redl schreibt: „Ich fühle empathisch, was du fühlst – so stark dass es anstrengend ist, das Eigene vom anderen zu unterscheiden.“</p>
<p>Eine weitere Ursache sind Erlebnisse reiner, unschuldiger Ohnmacht. Diese Form taucht sehr häufig bei extrem oder frühkindlich traumatisierten Menschen auf. Das Schuldgefühl schickt einem Menschen die Botschaft über einen Gesetzesbruch: „Du hast etwas falsch gemacht.“ Indirekt suggeriert es jedoch damit eine zweite Botschaft: „Du hättest es also richtig machen können. Du hattest die Wahl. Das nächste Mal kannst und musst Du besser sein.“ Was auf den ersten Blick als mühselige Aufforderung zur Verhaltensänderung erscheint, kann in der Not zu einem wichtigen Überlebensfaktor werden.</p>
<p><strong>Das Schuldgefühl kann als Schutzmantel dienen</strong></p>
<p>Das Schuldgefühl erzeugt Illusionen der Kontrolle, eine Überlebensstrategie der Psyche, um lähmende Hoffnungslosigkeit nicht spüren zu müssen. Daher bezeichnet man diesen Mechanismus in der Schematherapie nach Eckhart Roedinger als Escape-Strategie. In dieser Schutzmantelfunktion überdeckt das Schuldgefühl fallweise unerträgliche Trauer, Wut, erloschene Liebe oder Angst. Immer stehen dann Gefühle oder Tatsachen dahinter, die nach Ansicht der eigenen Psyche noch weit unerträglicher wären.</p>
<p>Darunter fallen auch die bösen Seiten von überlebenswichtigen Personen. Misshandelte Kinder, betrogene Erwachsene oder Entführungsopfer fühlen plötzlich, als wären sie an ihrer Not selbst schuld. Letzteres wurde unter dem Namen „Stockholm-Syndrom“ bekannt. Die Psyche kann als Schuldgefühle in einer Notsituation erfinden – als Überlebensstrategie und Schutzmantel. Schuldgefühle tauchen also natürlich nicht nur aufgrund verständlicher Ursachen auf, sie verfolgen auch nützliche Ziele. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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