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	<title>Scham &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Scham ist eine quälende Emotion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Maren Lammers]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn sie jeder schon einmal gefühlt hat: Scham ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Der Duden versucht es mit „eine quälende Empfindung, ausgelöst durch das Bewusstsein, versagt zu haben, durch das Gefühl, sich eine Blöße gegeben zu haben“. Carola Felchner stellt fest: „Klingt etwas theoretisch, aber zustimmen würden die meisten wohl in Bezug auf das Quälende. Scham ist überwältigend und schmerzhaft – und eine sogenannte selbstbezogene Emotion.“ Doch wie entsteht eigentlich Scham, welchen Zweck hat sie und ab wann wird das Gefühl zum dauerhaften, quälenden Begleiter? Wissenschaftler ergründen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn sie jeder schon einmal gefühlt hat: Scham ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Der Duden versucht es mit „eine quälende Empfindung, ausgelöst durch das Bewusstsein, versagt zu haben, durch das Gefühl, sich eine Blöße gegeben zu haben“. Carola Felchner stellt fest: „Klingt etwas theoretisch, aber zustimmen würden die meisten wohl in Bezug auf das Quälende. Scham ist überwältigend und schmerzhaft – und eine sogenannte selbstbezogene Emotion.“ Doch wie entsteht eigentlich Scham, welchen Zweck hat sie und ab wann wird das Gefühl zum dauerhaften, quälenden Begleiter? Wissenschaftler ergründen das Schamgefühl und kommen zur erstaunlichen Erkenntnis, dass Schamgefühle in Krisenzeiten sogar positive Effekte haben können. Verselbstständigt sich das Gefühl hingegen, kann der Teufelskreis der Scham zu Angststörungen und Depressionen führen. <span id="more-4156"></span></p>
<p><strong>Frauen fühlen Scham häufiger als Männer</strong></p>
<p>Um Scham zu empfinden, ist ein soziales Gefüge notwendig. Der Austausch mit anderen und die Angst vor deren negativen Urteil sind entscheidend. Carola Felchner erklärt: „Indem wir mutmaßen, was andere über uns denken könnten, wird eine verinnerlichte Instanz aktiv, die sich an gelernten Werten, Normen und sozialen Erfahrungen orientiert.“ Damit ein Schamgefühl aufkommt, braucht es nicht einmal eine reale Situation. „Um sich zu schämen, genügt es, sich vorzustellen, dass andere etwas Bestimmtes über mich denken, sagen oder erwarten könnten, dem ich nicht genügt habe“, erläutert die Hamburger Psychotherapeutin Maren Lammers. </p>
<p>Maren Lammers hat mehrere Bücher zum Thema Scham geschrieben. Was genau Scham auslöst, ist individuell unterschiedlich und hängt stark mit kulturellen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Regeln zusammen. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede: Erziehungsbedingt fühlen Frauen Scham häufiger und intensiver als Männer. Scham in Studien zu untersuchen, ist aufgrund des subjektiven Empfindens schwierig. „Es lässt sich keine experimentelle Situation herstellen, die eindeutig und nur Scham auslöst“, erklärt Maren Lammers. </p>
<p><strong>Scham ist ein universelles Gefühl</strong></p>
<p>Allerdings entsteht die Emotion wohl nur, wenn bestimmte Faktoren zusammenkommen. Die Psychologin Neda Sedighimornani von der Universität Bath in England hat diese Faktoren in einer Arbeit aus dem Jahr 2018 als „stabil, nicht kontrollierbar und internal“ zusammengefasst. Diese Aspekte scheinen besonders oft in den Bereichen „soziale und körperliche Abweichungen/Sexualität“, „Fehler und Versagen“, sowie „Grenzüberschreitungen und Regelverstöße“ zusammenzutreffen. </p>
<p>„Diese Kernthemen sind in Bezug auf Scham überall auf der Welt und über die Generationen gleich“, sagt Maren Lammers. Scham ist also ein universelles Gefühl. Carola Felchner ergänzt: „Setzt sie ein, macht das der Körper nachdrücklich und unmissverständlich klar – und zwar uns selbst ebenso wie unserem Umfeld. Wir werden rot, schlagen die Augen nieder, nehmen eine demütig gebückte Haltung ein, ziehen uns zurück oder fühlen uns wie erstarrt. Und auch, wenn wir uns in solchen Momenten nichts sehnlicher wünschen: Diese Reaktionen können wir nicht beeinflussen.“ Quelle: „Die Macht der Scham“ von Carola Felchner in „DIE WELT“ vom 9. November 2022</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham schützt und Beschämung verletzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2022 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Beschämte Menschen tun sich ausgesprochen schwer, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wenn es doch dazu kommt, ist ein sehr behutsames Vorgehen erforderlich, um den in seiner nackten Scham dastehenden Menschen nicht zu entwürdigen und bei ihm noch schwerere Schamgefühle hervorzurufen. Reinhard Haller weiß: „Scham hat aber auch noch zwei weitere Funktionen: jene des Warnens und Schützens.“ Scham, vom mittelhochdeutschen „skham“ kommend, heißt ursprünglich „sich bedecken, sich verhüllen“. „Scham schützt und Beschämung verletzt“, lautet eine alte Redensweise. Der Schweizer Psychiater Daniel Hell bezeichnet Scham als „Türhüter des Selbst“. Scham ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beschämte Menschen tun sich ausgesprochen schwer, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wenn es doch dazu kommt, ist ein sehr behutsames Vorgehen erforderlich, um den in seiner nackten Scham dastehenden Menschen nicht zu entwürdigen und bei ihm noch schwerere Schamgefühle hervorzurufen. Reinhard Haller weiß: „Scham hat aber auch noch zwei weitere Funktionen: jene des Warnens und Schützens.“ Scham, vom mittelhochdeutschen „skham“ kommend, heißt ursprünglich „sich bedecken, sich verhüllen“. „Scham schützt und Beschämung verletzt“, lautet eine alte Redensweise. Der Schweizer Psychiater Daniel Hell bezeichnet Scham als „Türhüter des Selbst“. Scham ist Wächterin der Grenzen beziehungsweise der Intimität, wenn man etwa sagt: „Die Scham verbietet mir …“ Wenn aber die Scham als Gefühl empfunden wird, etwas Falsches zu tun, nimmt sie einen destruktiven Charakter an. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3595"></span></p>
<p><strong>Scham hat mindestens drei Funktionen</strong></p>
<p>In treffenden Volksworten heißt dies „vor Scham vergehen“ oder „sich in Grund und Boden schämen“. Damit will man wohl die Nähe zum Sterben andeuten. Scham hat also bei genauer Betrachtung mindestens drei Funktionen. Reinhard Haller erklärt: „Sie dient der Regulierung unseres Verhaltens und damit der sozialen Anpassung. Sie beschützt unsere Individualität und persönliche Integrität. Sie wird eingesetzt als Erziehungsfaktor, als Strafe und oft auch als Demütigung.“ </p>
<p>Scham gehört somit zu den menschlichen Grundgefühlen, zu den emotionalen Basisausstattungen, die einem Individuum in allen Zeiten und in allen Kulturen gegeben sind. Scham hat eine hohe soziale Bedeutung. Scham wird dann zum Problem, wenn sie nicht oder im Übermaß vorhanden ist. Entscheidend ist auch hier die rechte Dosis. Schamgefühle sind aber auch unverzichtbare Voraussetzung für Empathie, für Verantwortung und für sozial verträgliches Verhalten. </p>
<p><strong>Eifersucht resultiert im Wesentlichen aus Angst</strong></p>
<p>Eifersucht ist eine mit der Kränkung eng verwandte, komplexe Emotion von schmerzhaftem Charakter. Reinhard Haller erläutert: „Im Wesentlichen resultiert sie aus Angst: Angst vor wenig Zuwendung und vorenthaltener Liebe, Angst vor Verlusterlebnissen, Angst vor eigener Schwäche.“ Bereits König Salomon, der in Sachen Eifersucht ja nicht unerfahren war, hat gemeint: „Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Eifersucht ist Eiter in den Gebeinen.“ </p>
<p>Das Wort Eifersucht birgt in seinem Wortstamm die Begriffe Feuer (ai = Feuer), Bitterkeit (eiver = das Bittere) und Krankheit (Sucht = Seuche). Damit sind bereits im Ausdruck die wesentlichen Elemente einer Kränkung enthalten. Friedrich Nietzsche postuliert, die Eifersucht gehöre wie der Neid zu Schamteilen der menschlichen Seele. Max Frisch betont die Verbindung mit dem Selbstwert, wenn er Eifersucht als „Angst vor dem Vergleich“ bezeichnet. Eifersucht ist nie, wie dies oft missverstanden wird, ein Ausdruck leidenschaftlicher und verzehrender Liebe, sondern von Selbstzweifeln und Besitzansprüchen, hat also sehr viel mit Machtausübung zu tun. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham erfasst stets die ganze Person</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2022 02:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Scham wird zur Zurechtweisung und Verhaltenskorrektur eingesetzt, was im Tadel „Schäm dich!“ zum Ausdruck kommt. Reinhard Haller betont: „Der Inhalt des Schämens ist stark vom Zeitgeist und Kultur abhängig.“ Während sich Scham früher besonders auf sexuelle Dinge bezogen hat, stehen heute Aussehen und Leistung, Besitz und Statussymbole im Mittelpunkt. Scham wirkt ernüchternd, anfangs oft schockierend, immer reduzierend und deprimierend. Primär reagiert man auf Scham defensiv und mit Rückzug. Der Beschämte gerät in die Defensive, er entschuldigt sich und betont seine Betroffenheit. Dieses niederdrückende Gefühl kann in extremen Fällen bis zur&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Scham wird zur Zurechtweisung und Verhaltenskorrektur eingesetzt, was im Tadel „Schäm dich!“ zum Ausdruck kommt. Reinhard Haller betont: „Der Inhalt des Schämens ist stark vom Zeitgeist und Kultur abhängig.“ Während sich Scham früher besonders auf sexuelle Dinge bezogen hat, stehen heute Aussehen und Leistung, Besitz und Statussymbole im Mittelpunkt. Scham wirkt ernüchternd, anfangs oft schockierend, immer reduzierend und deprimierend. Primär reagiert man auf Scham defensiv und mit Rückzug. Der Beschämte gerät in die Defensive, er entschuldigt sich und betont seine Betroffenheit. Dieses niederdrückende Gefühl kann in extremen Fällen bis zur völligen Unterwerfung und Hilflosigkeit führen, was erklärt, weshalb Opfer von Vergewaltigungen oft keine Anzeige erstatten. Scham erfasst stets die ganze Person. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3402"></span></p>
<p><strong>Scham bedeutet negativen Stress</strong></p>
<p>Scham spielt sich meist vor anderen ab, manchmal schämt man sich – und dies zeugt von tiefer Betroffenheit – vor sich selbst. Reinhard Haller weiß: „Das kann sich steigern bis zur Selbstablehnung, zum Selbsthass, ja sogar zum Suizid.“ Schamgefühle treten als solche der Angst unmittelbar ein und erfassen sofort den ganzen Menschen. Sie überfluten geradezu das gesamte Ich und breiten sich schneller aus als die meisten anderen Effekte, schneller auch als die übrigen Kränkungsreaktionen. </p>
<p>Scham bedeutet negativen Stress und führt zu einer tiefen Krise. Selbst beim Zuschauer, sofern er nicht voyeuristisch oder sadistisch veranlagt ist, lösen Scham und Beschämung unangenehme Gefühle aus, die man in milderer Form als Peinlichkeit kennt. Dies ist wohl auch auf die Funktion der Spiegelneuronen zurückzuführen, jenen Hirnzellen, die dafür verantwortlich sind, dass „ich fühle, wie du fühlst“. Die öffentliche Beschämung, die in Zeiten des Internetprangers in großem Stil zelebriert wird, galt als Schandstrafe schlechthin. </p>
<p><strong>Es gibt viele „Masken der Scham“</strong></p>
<p>Beschämung wurde und wird als „Erziehungsmethode“ eingesetzt. Beschämende Berichte ergeben sich aus den diversen Protokollen über die Missbrauchshandlungen in verschiedenen staatlichen und kirchlichen Institutionen. Reinhard Haller stellt fest: „Kann das Gefühl der Scham nicht überwunden werden, treten in weiterer Folge chronische Schuldgefühle, vermehrte Selbstbeobachtung, Schüchternheit, Angst und Depressionen auf.“ Dies kann bis zur Aufgabe der eigenen Persönlichkeit und zur Unterordnung der individuellen Rolle unter die tatsächlichen oder vermuteten Vorstellungen der Mitmenschen führen. </p>
<p>Erhöhtes Schamgefühl, auch als Skrupelhaftigkeit bezeichnet, ist Ausdruck von Ängstlichkeit, von geringem Selbstvertrauen, von Versagensbefürchtungen und gesellschaftlichen Adaptionsschwierigkeiten. Oft sind diese neurotischen Schamgefühle hinter Depressionen, süchtigem Verhalten oder verschiedenen Verhaltensstörungen verborgen. Recht treffend werden diese als die „Masken der Scham“ beschreiben. Es entsteht ein „neurotischer Panzer“, durch den sich die anderen zurückgewiesen fühlen, der aber auch die Annahme von Hilfe verhindert. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham hat immer einen fassbaren Grund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 02:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Scham, Schämen und Beschämung gehören zum großen Kreis dessen, was die Kränkung erfasst. Reinhard Haller erläutert: „Wenn man sich schämt oder beschämt wird, leidet man an einem Zustand des Unwohlseins, der Peinlichkeit, der Unruhe, der Depressivität. Man fühlt sich unsicher, schuldig und bloßgestellt, man ist gekränkt.“ Die Auslöser dieser Kränkungsreaktion sind in Mängeln, Fehlern oder Peinlichkeiten, im Verletzten basaler Gebote oder in gesellschaftlich nicht akzeptierten Verhaltensweisen zu sehen. Wenn aufgezeigt wird, dass persönliche Ziele nicht erreicht, Erwartungen der Mitmenschen nicht erfüllt und gesellschaftliche Normen nicht eingehalten worden sind, fühlt man&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Scham, Schämen und Beschämung gehören zum großen Kreis dessen, was die Kränkung erfasst. Reinhard Haller erläutert: „Wenn man sich schämt oder beschämt wird, leidet man an einem Zustand des Unwohlseins, der Peinlichkeit, der Unruhe, der Depressivität. Man fühlt sich unsicher, schuldig und bloßgestellt, man ist gekränkt.“ Die Auslöser dieser Kränkungsreaktion sind in Mängeln, Fehlern oder Peinlichkeiten, im Verletzten basaler Gebote oder in gesellschaftlich nicht akzeptierten Verhaltensweisen zu sehen. Wenn aufgezeigt wird, dass persönliche Ziele nicht erreicht, Erwartungen der Mitmenschen nicht erfüllt und gesellschaftliche Normen nicht eingehalten worden sind, fühlt man sich beschämt. Kränkungen können völlig unbewusst, ohne eigenes Zutun und ohne wesentliche Fehler ausgelöst werden. Schämen hat immer einen fassbaren Grund, der aber nicht unbedingt mit Schuld zu tun haben muss. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3289"></span></p>
<p><strong>Scham ist ein tief verankerter Instinkt</strong></p>
<p>Durch die Scham wird das Individuum infrage gestellt und sieht sich in der sozialen Wertschätzung, in seiner Akzeptanz und Anerkennung bedroht. Scham ist stets mit den Gefühlen des Bedrohtseins und der Angst verbunden. Scham ist ein tief verankerter Instinkt, den es wie Gekränktheit auch im Tierreich gibt. Wie sehr Scham mit dem Menschsein verbunden ist, zeigt ihre frühe Erwähnung im Alten Testament. In der im Buch Genesis enthaltenen Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies wird die ganze Psychologie der Scham in wenigen Sätzen beschrieben. </p>
<p>Reinhard Haller erklärt: „Am Beginn steht die Übertretung eines Verbots beziehungsweise die persönliche Schwäche, einer Versuchung nicht widerstanden zu haben. Die Scham öffnet die Augen und liefert neue Erkenntnisse, indem man zwischen Gut und Böse unterscheiden kann.“ In erster Linie macht sie aber die eigene Verletzlichkeit bewusst und motiviert dadurch letztlich zu einer zivilisatorischen Leistung. Sie erfordert Rechtfertigung und wird mit der Vertreibung aus dem Paradies geahndet. </p>
<p><strong>Scham kann auch „stellvertretend“ auftreten</strong></p>
<p>Im menschlichen Erleben wird Scham als „peinlich“, demütigend und kränkend empfunden. Scham fühlt sich für den Betroffenen wie eine unerwartete Bloßstellung, wie die Aufdeckung eines Defizits oder einer Schuld an. Man sieht sich in seiner Intimität verletzt und den Blicken des anderen wie unter einem Vergrößerungsglas ausgesetzt. Scham tritt auch auf, wenn man in der persönlichen oder gesellschaftlichen Entwicklung gleichsam auf eine frühere Stufe zurückfällt. </p>
<p>Deshalb sind auch animalische Vorgänge wie Nahrungsaufnahme, Verdauung, Ausscheidung oder Sexualität mit Scham besetzt, selbst wenn sie in kultivierter Form erfolgen. Scham kann auch „stellvertretend“ auftreten, indem man sich für nahe Angehörige oder sonst nahestehende Personen schämt. Der Ausdruck „Fremdschämen“ wurde in Österreich im Jahr 2010 sogar zum „Wort des Jahres“ gekürt. Andere Ausdrücke für Scham sind Peinlichkeit, Verlegenheit, Scheu oder Verschämtheit. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Scham ist ein überaus belastendes Gefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 May 2021 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldgefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man eine zentrale, moralische Regel bricht, wird das ein ungutes Licht auf die eigene Person werfen. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Es zeigt mehr als einen Regelbruch, sondern weist auf einen persönlichen Makel hin, stellt unsere Identität und unseren Wert als guten Menschen infrage.“ Daher keimt neben extrem intensiven Schuldgefühlen, Angst vor Strafe und sozialer Abwertung ein weiteres auf: ein Schamgefühl. „Was sollen die Leute von mir denken? Wie konnte ich das nur tun? So peinlich.“ Scham will unter den Teppich kriechen und nie wieder hervorkommen. Es ist ein wichtiges, doch&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man eine zentrale, moralische Regel bricht, wird das ein ungutes Licht auf die eigene Person werfen. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Es zeigt mehr als einen Regelbruch, sondern weist auf einen persönlichen Makel hin, stellt unsere Identität und unseren Wert als guten Menschen infrage.“ Daher keimt neben extrem intensiven Schuldgefühlen, Angst vor Strafe und sozialer Abwertung ein weiteres auf: ein Schamgefühl. „Was sollen die Leute von mir denken? Wie konnte ich das nur tun? So peinlich.“ Scham will unter den Teppich kriechen und nie wieder hervorkommen. Es ist ein wichtiges, doch ebenfalls überaus belastendes Gefühl. Aber auch daraus kann ein Ausstieg gelingen. Die Übertretung moralischer Gesetze lässt also vorrangig ebenfalls Schuldgefühle entstehen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-2688"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen teilen großzügig Schuld aus</strong></p>
<p>Sobald Helga Kernstock-Redl von Ursachen spricht, meint sie damit wie allgemein üblich Handlungen oder Umstände, die bestimmte Konsequenzen haben. Die bloße Verursachung darf keinesfalls mit einem echten Verschulden in einen Topf geworfen werden. Obwohl man hier üblicherweise das gleiche Wort verwendet. Echte Ursachen-Schuld trifft nur zu, wenn jemand etwas schuldhaft verursacht. Dieses „schuldhaft“ ist dabei entscheidend. Leider sind unberechtigte Ursachen-Schuldgefühle furchtbar häufig. Doch auch sie können realistisch geprüft und danach anerkannt oder abgelehnt werden. </p>
<p>Die deutsche Sprache geht überaus großzügig mit dem Schuldbegriff um. Das führt Menschen oft in die Irre und manchmal sogar in den Aberglauben. Dazu kommt noch die Neigung von vielen Menschen, tatsächlich großzügig und spontan Schuld auszuteilen, sobald die „böse Welt“ ihre Erwartungen nicht erfüllt. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Wenn wir also etwas verursachen, ohne selbst einen Funken Schuld zu haben, treffen wir viel zu oft auf einen Mitmenschen, der uns trotzdem vehement beschuldigt.“</p>
<p><strong>Unschuldige sind von Strafen befreit</strong></p>
<p>Unschuld bedeutet natürlich, keine Form echter Schuld zu haben. Durch erwiesene Unschuld ist man frei von etwaigen Forderungen und Strafen und muss natürlich auch keine Schuldgefühle entwickeln. Das scheint auf den ersten Blick also nur Vorteile zu haben, doch das ist ein Irrtum. Von manchen wird diese Position der Unschuld so energisch verteidigt, als ginge es um ihr Leben. Dahinter stehen manchmal extrem ungute Erlebnisse mit Schuld und Strafe. </p>
<p>Sobald Unrecht oder Ungerechtigkeit passiert, gibt es nicht nur die Schuldfrage zu klären. Denn möglicherweise wurde dabei jemand geschädigt und daher zum Opfer einer schuldhaften Handlung. Die dabei häufig entstehende Gefühlsmischung nennt Helga Kernstock-Redl global „Opfergefühl“. Ähnlich wie das Schuldgefühl kann man es haben, obwohl es objektiv gesehen nicht vernünftig ist. Daher sollte man dieses Gefühl genauso prüfen und erforschen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<item>
		<title>Verletzlichkeit ist die Voraussetzung für Intimität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2020 10:05:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Intimität]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Verletzlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrautheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Scham ist universell. Und dennoch redet niemand gerne über sie. Aber je mehr ein Mensch sie fürchtet, desto stärker hindert sie ihn daran, mit sich selbst und anderen in Verbindung zu treten. Scham drückt sich in Gefühlen aus wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Wenn das schiefgeht, bin ich blamiert bis auf die Knochen“. Andreas Salcher ergänzt: „Scham hat mit unserer Verletzlichkeit zu tun. Die Bereitschaft, uns verletzbar zu machen, ist die Voraussetzung, um Intimität zulassen zu können.“ Nur ein verletzbarer Mensch kann ein empfindsamer und liebender Mensch sein.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Scham ist universell. Und dennoch redet niemand gerne über sie. Aber je mehr ein Mensch sie fürchtet, desto stärker hindert sie ihn daran, mit sich selbst und anderen in Verbindung zu treten. Scham drückt sich in Gefühlen aus wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Wenn das schiefgeht, bin ich blamiert bis auf die Knochen“. Andreas Salcher ergänzt: „Scham hat mit unserer Verletzlichkeit zu tun. Die Bereitschaft, uns verletzbar zu machen, ist die Voraussetzung, um Intimität zulassen zu können.“ Nur ein verletzbarer Mensch kann ein empfindsamer und liebender Mensch sein. Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben, glauben, dass sie die Liebe und Zugehörigkeit wert sind. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-2189"></span></p>
<p><strong>Vertrauensvolle Menschen haben Mut</strong></p>
<p>Diese Überzeugung ermöglicht es diesen liebenden Menschen zuzulassen, dass sie so gesehen werden wie sie sind. Dadurch können intime und tiefe Beziehungen entstehen. Klingt ganz einfach. Doch woher kam diese Überzeugung? Die erste Gemeinsamkeit, die vertrauensvolle Menschen gemeinsam haben, ist Mut. Diese Menschen sind mutig genug, unvollkommen zu sein, sich aber von ganzem Herzen selbst anzunehmen. Weil sie Mitgefühl für sich selbst empfinden können, ermöglicht ihnen das auch, Mitgefühl für andere zu zeigen. </p>
<p>Diese Menschen können sich mit anderen verbinden, weil sie aufgehört haben, ständig darüber nachzudenken, wer sie sein sollen, und sich stattdessen so akzeptieren, wie sie sind. Eine andere Gemeinsamkeit ist, dass sie ihre Verletzlichkeit uneingeschränkt annehmen. Erst das Eingeständnis ihrer Verletzlichkeit macht sie attraktiv für andere und hilft diesen, sich ebenfalls zu öffnen. Verletzlichkeit ist weder etwas Angenehmes noch Qualvolles, sondern etwas Notwendiges. Sie waren bereit, als Erstes etwas wie „Ich liebe dich“ zu sagen, in dem Wissen, sich damit verwundbar zu machen.</p>
<p><strong>Intimität ist ein Zustand tiefster Vertrautheit</strong></p>
<p>Intimität liegt oft in der Luft. Viele Menschen wagen es aber nicht, sie anzusprechen und ihr damit Raum zu geben. Intimität ist ein Zustand tiefster Vertrautheit. Den Zutritt zu seiner Intimsphäre gewährt ein Mensch nur ganz besonders ausgewählten Menschen. Die Hemmschwelle, um Intimität zu wagen, ist oft gerade gegenüber nahestehenden Menschen besonders hoch. Das hat mit der Angst zu tun, dass man sie mit zu viel Offenheit und Ehrlichkeit erschrecken könnte. </p>
<p>Andreas Salcher warnt: „Wir verdrängen dadurch leicht, dass wir keine intimen Beziehungen zu uns wichtigen Menschen wie Eltern, Geschwistern oder dem Partner haben und der Bereich des Unausgesprochenen immer größer wird.“ Intimität kann allerdings auch unangenehm sein, wenn jemand versucht, einem näher zu kommen, als man es selbst will. In solchen Situationen ist es erlaubt, Nein zu sagen. Eine Ablehnung bleibt aber stets eine Ablehnung, und die bekommt man oft dort, wo sie besonders schmerzt. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Scham und die Freiheit bedingen einander</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2017 06:59:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Scham, die keinem Menschen fremd sein dürfte, ist ein urmenschliches Gefühl. Wer sich nicht zu schämen vermag, ist keine erwachsene Person, das bemerkte bereits Charles Darwin. Ulrich Greiner erläutert: „Scham bedingt Reflexivität, welche die Abweichung vom Ideal für den Handelnden erst einsichtig macht.“ Im Augenblick der Scham erkennt sich ein Mensch als eine Person, die einen Fehler gemacht hat oder zumindest meint, einen gemacht zu haben, und das Bild, das ihm jetzt entgegentritt, verletzt oder beleidigt jenes Bild, das er von sich selbst hat und er wahren möchte. Ulrich&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Scham, die keinem Menschen fremd sein dürfte, ist ein urmenschliches Gefühl. Wer sich nicht zu schämen vermag, ist keine erwachsene Person, das bemerkte bereits Charles Darwin. Ulrich Greiner erläutert: „Scham bedingt Reflexivität, welche die Abweichung vom Ideal für den Handelnden erst einsichtig macht.“ Im Augenblick der Scham erkennt sich ein Mensch als eine Person, die einen Fehler gemacht hat oder zumindest meint, einen gemacht zu haben, und das Bild, das ihm jetzt entgegentritt, verletzt oder beleidigt jenes Bild, das er von sich selbst hat und er wahren möchte. Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg. <span id="more-1599"></span></p>
<p><strong>Die Scham ist eine Emotion und kann nicht verloren gehen</strong></p>
<p>Für Ulrich Greiner ist Schamhaftigkeit eine Tugend, denn nur wer sich schämt, betrachtet sich in einem moralischen Sinn und versteht sich als eine Person, die moralisch fehlbar ist. Moralisch fehlbar zu sein bedarf jedoch nicht nur der Selbstreflexion, sondern auch der Freiheit. Der Sündenfall erzählt genau diese Verschränkung von Freiheit und Scham und zeichnet den Menschen als Wesen, der sich nicht nur seines nackten Körpers schämt, sondern überhaupt schämt, weil es in der Lage ist, seine Freiheit zu nutzen und entsprechend auch zu fehlen.</p>
<p>Erst indem Gott ein Verbot in die Welt setzt, schafft er die Möglichkeit zu dessen Übertretung. Damit erst ist der Mensch frei, diese Regel auch zu brechen und sich dann dafür zu schämen. Das unschuldige Kleinkind kennt das Gefühl der Scham noch nicht, aber es ist auch unfrei, es ist gefangen in seinen Trieben, zu denen es sich nicht verhalten kann. Schamhaftigkeit ist dem erwachsenen Menschen stets eigen. Insofern handelt es sich dabei um eine Emotion, deren man nicht verlustig gehen kann.</p>
<p><strong>An die Stelle der Scham tritt zunehmend die Peinlichkeit</strong></p>
<p>Dennoch schämen sich viele Menschen weniger als früher, es besteht die Tendenz eines Schamverlusts. Tatsächlich ging die Entformalisierung der Gesellschaft auch einher mit einer Entmoralisierung – insbesondere im Bereich der intimen und privaten Sphäre. Diese Entmoralisierung brachte der Soziologe Richard Sennet schon den 1980er Jahren in Zusammenhang mit einer zunehmenden Aufhebung der Grenze zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Das, was Richard Sennet als „Tyrannei der Intimität“ bezeichnete, wird im World Wide Web mittlerweile in einer synästhetischen Parforcetour inszeniert.</p>
<p>Doch der Trend zu flexibleren Regeln bedeutet nicht: anything goes, alles geht. Der Schamverlust, der sich breitmacht, wird vielmehr überdeckt von wachsenden Peinlichkeitsgefühlen. Die meisten Menschen schämen sich also immer noch. Doch an die Stelle der Scham tritt zunehmend Peinlichkeit. Peinlichkeit ist dabei deutlich schwächer als Scham. Der Anlass ist geringfügiger. Es geht nicht mehr um ein Vergehen moralischer Natur. Aber auch die Peinlichkeit bedarf wie die Scham der Reflexivität – allerdings nicht hinsichtlich des Selbstbildes, das mit moralischen Idealen und Vorbildern in Einklang gebracht werden soll. Sondern die Reflexivität, die Peinlichkeit empfinden lässt, bemisst sich an Bildern, die andere sich von einem machen. Quelle: „Neue Menschen“ von Konrad Paul Liessmann (Hrsg.)</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ulrich Greiner analysiert die Begriffe Scham und Schuld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Oct 2015 08:23:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt so gut wie keine Gesellschaft, in der die Scham derart ausschließlich handlungsgeleitet wäre, dass nicht auch Fragen des Gewissens und der Schuld eine Rolle spielten. Umgekehrt gibt es auch keine Gesellschaft, in der Schuldgefühle nicht auch von Scham begleitet würden. Ulrich Greiner erklärt: „Die Begriffe Schamkultur und Schuldkultur sind also nicht dazu geeignet, eine Entwicklung zu beschreiben, die von einer primitiven Kulturstufe zu einer komplexeren führen würde.“ Sie eignen sich aber wohl dazu, das weitläufige Feld von Scham und Schuld zu analysieren und zu strukturieren. Ulrich Greiner war&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt so gut wie keine Gesellschaft, in der die Scham derart ausschließlich handlungsgeleitet wäre, dass nicht auch Fragen des Gewissens und der Schuld eine Rolle spielten. Umgekehrt gibt es auch keine Gesellschaft, in der Schuldgefühle nicht auch von Scham begleitet würden. Ulrich Greiner erklärt: „Die Begriffe Schamkultur und Schuldkultur sind also nicht dazu geeignet, eine Entwicklung zu beschreiben, die von einer primitiven Kulturstufe zu einer komplexeren führen würde.“ Sie eignen sich aber wohl dazu, das weitläufige Feld von Scham und Schuld zu analysieren und zu strukturieren. Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg. <span id="more-886"></span></p>
<p><strong>Schuld hat mit der Verletzung eines Gesetzes zu tun</strong></p>
<p>Das moralisch unzweifelhaft Richtige mag einem Menschen Nachteile bescheren, ihn in schwere Konflikte stürzen, aber er würde sich seiner zumeist nicht schämen, wenn er ihm folgte. Der umgekehrte Fall jedoch, dass ein Mensch das moralische Gebot aus bestimmten Gründen missachtet, sei es aus Bequemlichkeit, sei es, weil er findet, es treffe auch ihn in der konkreten Situation nicht zu, führt auch nicht unbedingt zur Scham. Die Philosophin Gabriele Taylor weist darauf hin, dass Schuld in der Regel mit der Verletzung eines Gesetzes zu tun hat.</p>
<p>Ein Mensch kann schuldig sein, muss sich aber nicht schuldig fühlen. Er kann die Schuld – im Gegensatz zur unwillkürlichen Scham – ablehnen. Es gibt einfach Situationen, bei denen ein Mensch unwillentlich Ursache eines Unglücks geworden ist. Der englische Philosoph Bernard Williams definiert die Schuld wie folgt: „Die Schuld schaut vor allem auf das, was ich einem anderen getan habe, ob nun willentlich oder nicht.“ Anders verhält es sich seiner Meinung nach mit der Scham: „Die Scham verweist mich auf das, was ich bin.“</p>
<p><strong>Durch die Scham lässt sich die Schuld kontrollieren</strong></p>
<p>Die Scham kann durch viele Dinge hervorgerufen werden – durch Handlungen, Gedanken, Wünsche oder die Reaktion der anderen. Bernard Williams erläutert: „Selbst wo es ganz sicher um eine Handlung geht, kann es für den Akteur immer noch sehr mühevoll sein, die Quelle der Scham ausfindig zu machen, also ausfindig zu machen, ob diese Quelle in der Intention, in der Handlung oder in dem Resultat der Handlung zu finden ist.“ Gerade weil die Scham auf diese Weise schwer zu durchdringen ist, können sich die Menschen mit Gewinn darum bemühen, sie durchsichtiger zu machen.</p>
<p>Es kann für einen Menschen hilfreich sein, etwa zu verstehen versuchen, wie sich eine Handlung oder ein Gedanke zu einem selbst verhält, zu dem, was man ist und was man realistischerweise von sich erwarten kann. Denn wenn ein Mensch seine Scham versteht, wird er vielleicht auch seine Schuld besser verstehen. Ulrich Greiner erklärt: „Die Struktur der Scham enthält die Möglichkeit, die Schuld zu kontrollieren und von ihr zu lernen, weil wir durch sie ein Verständnis unserer ethischen Identität erhalten, durch das die Schuld einen Sinn erhält.“ Quelle: „Schamverlust“ von Ulrich Greiner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Bei der Scham treten Gefühle der Machtlosigkeit auf</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/bei-der-scham-treten-gefuehle-der-machtlosigkeit-auf.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2015 13:49:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wer Scham empfindet, fühlt sich – zumindest für den Augenblick – machtlos. Und wer Macht hat, neigt nicht dazu, sich zu schämen“, stellt Ulrich Greiner fest. Empfindungen der Scham sind dabei relativ unabhängig von einer historischen und kulturellen Situation, wobei die Betonung auf dem Wörtchen relativ liegt. Außerdem sind diese Schamempfindungen auf besondere Weise von der der sozialen Lage desjenigen bestimmt, der sich schämt oder beschämt wird. Niederdrückende Armut oder demütigende Abhängigkeit können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Es geht dabei auch immer um Fragen der Macht. Das können auch&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wer Scham empfindet, fühlt sich – zumindest für den Augenblick – machtlos. Und wer Macht hat, neigt nicht dazu, sich zu schämen“, stellt Ulrich Greiner fest. Empfindungen der Scham sind dabei relativ unabhängig von einer historischen und kulturellen Situation, wobei die Betonung auf dem Wörtchen relativ liegt. Außerdem sind diese Schamempfindungen auf besondere Weise von der der sozialen Lage desjenigen bestimmt, der sich schämt oder beschämt wird. Niederdrückende Armut oder demütigende Abhängigkeit können dabei eine entscheidende Rolle spielen. Es geht dabei auch immer um Fragen der Macht. Das können auch mehr oder weniger zufällige sein. Ulrich Greiner war zehn Jahre lang der Feuilletonchef der ZEIT. Als Gastprofessor lehrte er in Hamburg, Essen, Göttingen und St. Louis. Außerdem ist er Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg. <span id="more-705"></span></p>
<p><strong>Ein Ritual hängt vom Glauben der Anwesenden ab</strong></p>
<p>Beim Verhältnis von Macht und Scham drückt sich die Macht darin so aus, dass die Scham vom Täter zum Opfer verschoben wird und das Opfer dieser Verschiebung ohnmächtig zustimmt. Dass ein Vorgesetzter seinem Untergebenen die Untat, die er selbst an ihm begangen hat, verzeiht, das eben ist schiere Macht. Daneben gibt es rituelle Handlungen, bei denen die Menschen wissen, wie sie sich zu verhalten haben, wo ihr Platz ist, was sie sagen und was sie nicht sagen dürfen. Das hat allerdings in diesem Fall nichts mit Verboten zu tun, sondern mit Respekt.</p>
<p>Ulrich Greiner schreibt über ein Ritual folgendes: „Ein Ritual hängt nicht von der vollkommenen Geistesgegenwart der Anwesenden ab, nur von ihrem Glauben und ihrer stummen Zustimmung. Die Regeln eines solchen sozialen Rituals sind in einer ständischen Ordnung klar festgelegt.“ Machtverhältnisse, die sich in Demütigungen und Beschämungen ausdrücken, sind laut Ulrich Greiner in der modernen Gesellschaft unübersichtlicher, doch keineswegs seltener geworden. Die alte Ordnung war gewaltsam und streng, dafür hatte sie den Vorzug, dass sie klar und leicht zu begreifen war.</p>
<p><strong>Abhängigkeit ist ein gefühlter Zustand</strong></p>
<p>Im Zeitalter der Ungleichheit ist Abhängigkeit nicht mehr an den Stand oder die Klasse gebunden, sondern an die Willkür des jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Systems. Ulrich Greiner erklärt: „Es kann, wie im Kapitalismus, darauf abzielen, die Individuen für Zwecke der Arbeitseffizienz und Rendite herzurichten; und es kann, wie im Sozialismus, den Versuch unternehmen, die Individuen zu Sklaven einer totalitären Ideologie zu erziehen.“ Dabei eröffnet sich die Disziplin besondere Räume, um die Individuen für ihre Aufgaben zuzurichten: die Klausur, die Kaserne, die Fabrik und die Schule.</p>
<p>Armut muss für einen Betroffenen kein Grund zur Scham sein, vor allem wenn der Betroffene keine Vergleichsmaßstäbe besitzt, also nur von Menschen seinesgleichen umgeben ist, oder wenn er mit denjenigen, deren besseres Los er zu Gesicht bekommt, keinesfalls konkurrieren will. Abhängigkeit dagegen ist für Ulrich Greiner zuallererst eine subjektive Bedingung, ein gefühlter Zustand. Dabei spielt es keine erhebliche Rolle, ob diese Abhängigkeit auch objektiv besteht. Es genügt, dass die eigene Lage als belastend, vielleicht gar als ungerecht empfunden wird. Quelle: &#8222;Schamverlust&#8220; von Ulrich Greiner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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