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	<title>Psychiatrie &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>In der Psychiatrie herrschte ein Meinungschaos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 01:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[Angst kann durchaus nützlich sein. Die meisten Menschen haben jedoch mehr als nötig davon. Zu wenig Angst dagegen kann zu einer Katastrophe führen. Randolph M. Nesse erklärt: „Die Aufgabe der Psychiatrie besteht darin, Menschen dabei zu helfen, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, die sie zu vermeiden versuchen.“ Allerdings herrschte im Psychiatriebetrieb lange Zeit das reinste ... <a title="In der Psychiatrie herrschte ein Meinungschaos" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bei-psychischen-stoerungen-herrscht-meinungschaos.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Psychiatrie herrschte ein Meinungschaos">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angst kann durchaus nützlich sein. Die meisten Menschen haben jedoch mehr als nötig davon. Zu wenig Angst dagegen kann zu einer Katastrophe führen. Randolph M. Nesse erklärt: „Die Aufgabe der Psychiatrie besteht darin, Menschen dabei zu helfen, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen, die sie zu vermeiden versuchen.“ Allerdings herrschte im Psychiatriebetrieb lange Zeit das reinste Meinungschaos. Das bedeutet nicht, dass psychiatrische Therapieansätze unwirksam sind. Für fast alle psychiatrischen Probleme gibt es eine Lösung, und die Therapie kann bemerkenswert oft eine dauerhafte Heilung bewirken. Menschen mit Panikstörungen und Phobien erleben so verlässlich eine Besserung, dass die Behandlung eintönig würde, wenn es nicht die Zufriedenheit gäbe, mitzuerleben, wie sei in ein rundum erfüllendes Leben zurückkehren. Professor Randolph M. Nesse ist Mitbegründer der Evolutionären Medizin. Seit 2014 lehrt er and er University of Arizona, wo er als Gründungsmitglied und Direktor das Center for Evolution and Medicine leitet. <span id="more-5568"></span></p>
<p><strong>Nicht alle emotionalen Störungen sind auf Hirnerkrankungen zurückzuführen</strong></p>
<p>Selbst Menschen mit schweren Störungen kommen oft in den Genuss spektakulärer Besserungen. Randolph M. Nesse erhielt unverhofft ein E-Mail von einer Patientin, die vor fünfundzwanzig Jahren bei ihm war. Sie bedankten sich spontan und von ganzem Herzen, weil die erfolgreiche Behandlung ihrer Zwangsneurose ihr Leben dramatisch verändert und sie möglicherweise sogar gerettet hatte. Es gibt viele Bücher, die das Feld der Psychiatrie unter Beschuss nehmen. </p>
<p>Das Buch „Gute Gründe für schlechte Gefühle“ von Randolph M. Nesse gehört nicht dazu. Er gibt jedoch zu: „Und ja, die riesigen Umsätze der Pharmagiganten haben in der Psychiatrie mehr Korruption zur Folge als in einigen anderen medizinischen Spezialgebieten.“ Die von der Industrie finanzierten Werbekampagnen und professionellen „Aufklärungsmaßnahmen“ fördern eine auf maximale Gewinnsteigerung ausgerichtete vereinfachte Sichtweise. Diese geht davon aus, dass alle emotionalen Störungen auf Hirnerkrankungen zurückzuführen sind und eine medikamentöse Therapie erfordern.</p>
<p><strong>Die psychiatrische Arbeit ist meist zutiefst befriedigend</strong></p>
<p>Doch die Mehrzahl der Psychiaterinnen und Psychiater, die Randolph M. Nesse kennt, sind nicht vom finanziellen Gewinn, sondern von Fürsorglichkeit und dem Gedanken getrieben, wie sie ihren Patienten helfen können, mit welchen Erfolg versprechenden Mitteln auch immer. Randolph M. Nesse betont: „Die meisten von uns finden in vielen Nächten keinen Schlaf, weil sie sich um Patienten sorgen und sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie ihnen helfen können.“ </p>
<p>Den meisten Betroffenen geht es jedoch irgendwann besser, und die Möglichkeit, unser Scherflein beizutragen, macht die psychiatrische Arbeit trotz aller Herausforderungen zutiefst befriedigend. Randolph M. Nesse fügt hinzu: „Die Herausforderung, psychische Störungen besser zu verstehen, ist im Gegensatz dazu zutiefst unbefriedigend. Nachdem ich einige Jahre lang einen Lehrstuhl für Psychiatrie bekleidet hatte, war ich nicht nur frustriert, sondern auch verwirrt.“ Dieser Bereich schien sich zu verengen und auf den Leitsatz zu fokussieren: „Psychische Störungen sind Gehirnerkrankungen.“ Quelle: „Gute Gründe für schlechte Gefühle“ von Randolph M. Nesse</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2023 02:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Sucht]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ... <a title="Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-sucht-und-freiheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ob er selbst bei vergleichbarem Suchtdruck nicht auch gegen seinen Willen getrunken hätte. Das macht Therapeuten bescheiden. So kommt die Freiheit vor allem bei der Therapie mit ins Spiel. Unter dem Aspekt der Freiheit kann man sich durchaus fragen, was der Sinn einer psychischen Störung sein könnte. Jedenfalls ist die Perspektive der Freiheit für jede psychische Situation immer möglich. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-4233"></span></p>
<p><strong>Das Leben eines Menschen ist ein Kunstwerk</strong></p>
<p>Auch ist die Freiheit natürlich stets mehr oder weniger angemessen. Man kann das ganze Leben eines Menschen als Kunstwerk seiner selbst betrachten. Und das gilt nicht nur für große Künstler, sondern im Grunde für jeden Menschen. Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt der Volksmund. Und diesmal hat er jedenfalls nicht ganz recht. Was frei entschieden wird, ist jedenfalls nie krank. Es ist gut oder böse, es ist sogar unglaublich gut und bestialisch böse. </p>
<p>Manfred Lütz stellt fest: „Und doch, es gibt keine Psychomethode, mit der man Gutes oder Böses vermehren oder vermindern kann, denn Gutes oder Böses zu tun, ist niemals krank. Psychische Krankheiten dagegen sind immer Einschränkungen der Freiheit eines Menschen, gut oder böse zu handeln.“ Durch die Symptome der Krankheit wird ein Patient mehr oder weniger daran gehindert, zu sagen und zu tun, was er selbst existenziell eigentlich sagen und tun will. </p>
<p><strong>In der humanen Psychiatrie sind Räume der Freiheit wichtig</strong></p>
<p>Die Perspektive der Freiheit ist die wichtigste von allen Perspektiven auf das Leben. In ihr trifft man sozusagen den Menschen selbst an und nicht bloß seine Krankheit. Immer ist hinter all den sich in den Vordergrund drängenden psychischen Störungen der einzelne Mensch als freies Wesen da, auch wenn man das mitunter bei sehr ausgeprägten psychischen Erkrankungen nur ahnen kann. Daher sind in der humanen Psychiatrie Räume der Freiheit wichtig. </p>
<p>Man darf nicht alles bloß unter therapeutischen Gesichtspunkt sehen. Manfred Lütz erläutert: „Die Patienten müssen auch mal tun und lassen können, was sie wollen. Sie sollen ohnehin so weit wie möglich in die Therapieplanung einbezogen werden.“ Es gibt nur wenige Studien darüber, auf welche Weise Ergotherapie, Kunsttherapie und Musiktherapie helfen. Sicher ist aber, dass sie dort wohl kaum eine therapeutische Wirkung entfalten können, wo sie nur als aufgezwungene Behandlung erlebt werden. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Krankheiten haben auch ihre guten Seiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2022 08:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewiss, man stutzt, wenn es heißt, man verdanke etwas einer Krankheit. Manfred Lütz betont: „Doch es ist eine Tatsache, dass selbst die schwere psychische Krankheit nicht nur ihre leidvollen, sondern auch ihre guten Seiten hat. Für viele Patienten, die längst wieder gesund sind, stellt sich ihre kranke Phase im Nachhinein als positiver Wendepunkt in ihrem ... <a title="Krankheiten haben auch ihre guten Seiten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-welt-der-psychiatrie.html" aria-label="Mehr Informationen über Krankheiten haben auch ihre guten Seiten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gewiss, man stutzt, wenn es heißt, man verdanke etwas einer Krankheit. Manfred Lütz betont: „Doch es ist eine Tatsache, dass selbst die schwere psychische Krankheit nicht nur ihre leidvollen, sondern auch ihre guten Seiten hat. Für viele Patienten, die längst wieder gesund sind, stellt sich ihre kranke Phase im Nachhinein als positiver Wendepunkt in ihrem Leben dar.“ Sie verklären die Krankheit nicht, dazu besteht kein Anlass, aber sie reihen sie in die abenteuerlichen Wegstrecken ihres Lebens ein, die auch zu mancher wichtigen Erkenntnis beigetragen haben. Es klingt banal, aber wer einmal überraschend eine depressive Phase erlitten hat, der kann nie mehr unvorbereitet in eine Depression stürzen. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3491"></span></p>
<p><strong>Ehemals Kranke kosten helle Lebensphasen voll aus</strong></p>
<p>Vielleicht geht der Betroffene jetzt dankbarer und intensiver mit allen hellen Lebensphasen um als ein immer Gesunder, dem alles in gleicher trüber Beleuchtung vor dem Auge vorbeizieht. Wer in einem schizophrenen Schub akustische Halluzinationen erlebt hat, der hat da eine kaum überbietbare Lebensintensität gespürt. Das ist auch Leid, aber es gibt Menschen, die sogar das als Bereicherung ihres Lebens verstehen und annehmen. Genau das versuchen auch die modernen Methoden von Psychiatrie und Psychotherapie zu tun.</p>
<p>Das Störende der Störung, das Kranke der Krankheit, das Belastende der Belastung, das sieht der Patient meist selber zur Genüge, wenn er erstmals in Behandlung kommt. Manfred Lütz erklärt: „Da ist es Aufgabe des professionellen Therapeuten, die Beleuchtung zu ändern und ihre Perspektive so zu wechseln, dass eine nützlichere Sichtweise zustande kommt, die zu Lösungen führt.“ Von der Kinderpsychiaterin Thea Schönfelder stammt der berührende Satz: „Was mich von meinen psychotischen Mitmenschen unterscheidet, ist meine Möglichkeit, ihn „heiler“ zu sehen, als er es selbst vermag.“</p>
<p><strong>Der Wahnkranke kann seine Perspektive nicht wechseln</strong></p>
<p>Diese nützlicher Perspektive kann dann die Fähigkeiten und Kräfte des Patienten ins Licht stellen, die er früher bewiesen, jetzt in der Krise aber ausgeblendet hat. Denn womit soll der Patient die Krise lösen? Gewiss nicht mit den Fähigkeiten, die er gerne hätte, sondern nur mit den Fähigkeiten, die er einmal hatte. Manfred Lütz weiß: „Die Unfähigkeit, die Perspektive zu wechseln, wird psychiatrisch als Wahn bezeichnet. Der Wahnkranke kann die ganze Welt nur unter dem beherrschenden Gesichtspunkt sehen, dass zum Beispiel der Nachbar ihn mit Kameras überwacht, mit Autos verfolgen lässt und mit energiereichen Strahlen quält.“ </p>
<p>Von diesen Gedanken ist er mit keinem vernünftigen Argument abzubringen, obwohl er ansonsten ganz rational reagiert. Ideologien haben ebenfalls etwas Wahnähnliches. Sie sehen die Welt nur unter einer bestimmten Perspektive. Und auch die Psychiatrie ist ideologieanfällig. Psychiatrische oder psychologische Schulen sehen den Menschen gern unter nur einem Gesichtspunkt. Doch neuerdings ist man zur Einsicht gelangt, dass gerade die Möglichkeit zum Perspektivwechsel den guten Therapeuten auszeichnet. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-warum-diagnosen-nie-wahr-sind.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Mar 2022 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Für Manfred Lütz gibt es in der Psychiatrie in Wirklichkeit keine Diagnosen und Klassifikationen: „Es gibt natürlich keine Schizophrenie, es gibt keine Depression, es gibt keine Sucht. Es gibt nur Menschen, die unter verschiedenen Phänomenen leiden.“ Und Diagnosen sind Worte, die Psychiater erfunden haben, um diesen leidenden Menschen kompetent zu helfen. Diagnosen sind Hinweise auf ... <a title="Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-warum-diagnosen-nie-wahr-sind.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychiatrische Diagnosen sind nie wahr">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für Manfred Lütz gibt es in der Psychiatrie in Wirklichkeit keine Diagnosen und Klassifikationen: „Es gibt natürlich keine Schizophrenie, es gibt keine Depression, es gibt keine Sucht. Es gibt nur Menschen, die unter verschiedenen Phänomenen leiden.“ Und Diagnosen sind Worte, die Psychiater erfunden haben, um diesen leidenden Menschen kompetent zu helfen. Diagnosen sind Hinweise auf die richtige Therapie. Man kann die Diagnosen also getrost vergessen, wenn man mit den Menschen zu tun hat, die unter psychischen Störungen leiden. Es gibt nämlich auch nicht den Schizophrenen, den Depressiven, den Süchtigen. Es sind vielmehr ganz unterschiedliche beeindruckende Menschen, die zeitweilig oder länger andauernd unter bestimmten außergewöhnlichen Erscheinungen leiden. Und jeder auf eine ganz andere persönliche Weise. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3398"></span></p>
<p><strong>Diagnosen sind Beschreibungen von Phänomenen</strong></p>
<p>Diagnosen können also nicht beanspruchen, Wahrheiten zu sein. Es sind mehr oder weniger nützliche Beschreibungen von Phänomenen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass es in Deutschland eine Zeit gab, in der Diagnosen brutal missbraucht wurden. Manfred Lütz weiß: „Da waren sie nicht mehr Hilfen für leidende Menschen, sondern da tat man so, als seien Diagnosen Wahrheiten, tödliche Wahrheiten. Die Identifikation von Menschen mit Diagnosen ist eine Perversion.“ </p>
<p>Nicht nur die Theorie der Psychiatrie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. In der Praxis hat man die psychisch kranken Menschen aus den psychiatrischen Anstalten draußen vor der Stadt wieder in die Gesellschaft zurückgeholt. Man hat manches Großkrankenhaus aufgelöst, und chronisch psychisch kranke Menschen können nun in normalen Wohnungen oder Wohngemeinschaften leben. Es gilt der Grundsatz „ambulant vor tagesklinisch (der Patient übernachtet zuhause), tagesklinisch vor vollstationär.“ </p>
<p><strong>Einige Psychiatrien verzichten auf geschlossene Stationen</strong></p>
<p>So müssen Patienten nur noch selten in einer akuten Krise ins Krankenhaus und da sind die früheren Krankensäle normalen freundlichen Krankenzimmern gewichen. Es gibt auch moderne Modelle alternativer stationärer Behandlung mit mehr Beziehungskonstanz und weniger Unruhe als bei der klassischen Krankenhausbehandlung. Inzwischen gibt es sogar Psychiatrien, die auf geschlossene Stationen verzichten und bei Zwangsunterbringungen ganz auf spezielle Betreuungskonzepte setzen. Früher brachten viele psychisch Kranke Jahre im Krankenhaus zu. </p>
<p>Heute liegt die durchschnittliche Liegezeit in Deutschland bei drei Wochen! Und „Liegezeit“ ist eigentlich auch ein überholter Begriff. Manfred Lütz erläutert: „Denn die Patienten sind tagsüber in der Regel unterwegs zu Therapien, haben Ausgang, halten Kontakt mit Angehörigen und Freunden.“ Die vergleichsweise Kürze stationärer Behandlung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass inzwischen jeder Patient in seiner Nähe wirksame ambulante Hilfe nutzen kann, die es ihm ermöglichen, in seinem normalen sozialen Umfeld zu bleiben. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Psychisch Kranke sind leidende Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Feb 2022 02:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emil Kraepelin]]></category>
		<category><![CDATA[Eugen Bleuler]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Gewiss gab es auch in längst vergangenen Zeiten eindeutig psychisch Kranke. Doch die wurden als solche nicht wahrgenommen. Denn die Psychiatrie war noch gar nicht erfunden. Manfred Lütz blickt zurück: „Und so wurden psychisch Kranke als von bösen Geistern besessen oder schlicht als kriminell betrachtet und entsprechend behandelt. Einige stellte man auf Jahrmärkten zur Schau.“ ... <a title="Psychisch Kranke sind leidende Menschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/psychisch-kranken-sind-leidende-menschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Psychisch Kranke sind leidende Menschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gewiss gab es auch in längst vergangenen Zeiten eindeutig psychisch Kranke. Doch die wurden als solche nicht wahrgenommen. Denn die Psychiatrie war noch gar nicht erfunden. Manfred Lütz blickt zurück: „Und so wurden psychisch Kranke als von bösen Geistern besessen oder schlicht als kriminell betrachtet und entsprechend behandelt. Einige stellte man auf Jahrmärkten zur Schau.“ Noch in den Jahren 1807 bis zu seinem Tod 1843 wurde der psychisch erkrankte Friedrich Hölderlin in seinem „Narrenturm“ in Tübingen trotz aller Freundlichkeit der Wirtsleute im Grunde wie ein Tier gefangen gehalten. ES war nicht die Wissenschaft, sondern es waren unstudierte christliche Ordensleute, die zuerst erkannten, dass psychisch Kranke in Wirklichkeit leidende Menschen waren, und nahmen sich ihrer an.  Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3318"></span></p>
<p><strong>Im 19. Jahrhundert macht die Psychiatrie große Fortschritte</strong></p>
<p>Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckte dann die Wissenschaft die psychisch Kranken. Dramatisch befreit auf einem Gemälde in der medizinischen Akademie in Paris der französische Psychiater Philippe Pinel die psychisch kranken von ihren Ketten. Man schrieb das Jahr 1793, in Paris war Revolution und der Revolutionsrat hatte Pinel soeben zum Leiter der Anstalt Bicetre ernannt. Dieses Ereignis gestaltete man später mit viel Fantasie zum Gründungsmythos der modernen Psychiatrie aus. </p>
<p>Im 19. Jahrhundert boomte dann die neue Disziplin. Wilhelm Griesinger erkannte das Gehirn als die Ursache allen Übels: Psychische Krankheiten sind Hirnkrankheiten. Man baute Heil- und Pflegeanstalten. Heilanstalten, um akute Zustände zu heilen. Pflegeanstalten, um chronisch Kranke angemessen zu betreuen. Manfred Lütz stellt fest: „Das war damals ein großer Fortschritt. Man verlegte die Kliniken außerhalb der Städte auf die grüne Wiese, weil man glaubte, frische Luft und Schonung seien gut für die Kranken.“ </p>
<p><strong>Emil Kraepelin teilt die Geisteskrankheiten in zwei Gruppen ein</strong></p>
<p>Dadurch brachen freilich oft alle ohnehin schon fragilen sozialen Kontakte dieser Menschen ab und es entwickelten sich psychische Störungen, die durch die Behandlung erst entstanden. Hospitalismus nannte man dieses Phänomen später. Die Kranken standen starr herum, machten wiederkehrende wippende Bewegungen und zeigten andere Auffälligkeiten. Zwar hatte man die psychisch kranken Menschen vor der Verwahrlosung bewahrt, aber dadurch neue Probleme produziert. </p>
<p>Die Wissenschaft allerdings machte tatsächlich Fortschritte. Der deutsche Psychiater Emil Kraepelin teilte vor etwas über 100 Jahren die sogenannten Geisteskrankheiten in zwei Gruppen ein: das heilbare „Manisch-Depressive Irresein“, das nur phasenhaft verlief, und die unheilbare „Dementia praecox“, die chronische „vorzeitige Verblödung“ in der drastischen Terminologie der damaligen Psychiatrie, die Eugen Bleuler dann später Schizophrenie nennen sollte. Bei der ganzen bunten Vielfalt der Verrücktheiten eine solche Zweiteilung zu etablieren, war ein großer Fortschritt. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alle turnen am Abgrund des Todes entlang</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-genie-und-wahnsinn.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Dec 2021 02:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>
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					<description><![CDATA[Manche Menschen können sich selbst und andere aufgrund einer psychischen Erkrankung in Gefahr bringen. Im Fachjargon heißt das: Sie sind selbst- oder fremdgefährdend. Diese Menschen können auch gegen ihren Willen über das zuständige Ordnungsamt in die örtliche Psychiatrie eingewiesen werden. So etwas kommt jedoch vergleichsweise selten vor. Manfred Lütz warnt: „Die Psychiatrie darf sich nicht ... <a title="Alle turnen am Abgrund des Todes entlang" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-genie-und-wahnsinn.html" aria-label="Mehr Informationen über Alle turnen am Abgrund des Todes entlang">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Menschen können sich selbst und andere aufgrund einer psychischen Erkrankung in Gefahr bringen. Im Fachjargon heißt das: Sie sind selbst- oder fremdgefährdend. Diese Menschen können auch gegen ihren Willen über das zuständige Ordnungsamt in die örtliche Psychiatrie eingewiesen werden. So etwas kommt jedoch vergleichsweise selten vor. Manfred Lütz warnt: „Die Psychiatrie darf sich nicht dazu verleiten lassen, das Außergewöhnliche, das Exzentrische durch Diagnosen ruhig zu stellen. Wir alle turnen mehr oder weniger kunstvoll am Abgrund des sicheren Todes entlang.“ Normalerweise schauen Menschen da nicht hinein. Das heißt zwar nicht, dass man alle diese Menschen einfach für kurzsichtig erklären darf. Aber man darf diejenigen, die immer mal wieder in diesen Abgrund starren und dann etwas anders wirken als die meisten, deswegen nicht für verrückt erklären.  Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3181"></span></p>
<p><strong>Friedrich Nietzsche war nicht wahnsinnig</strong></p>
<p>Der große Denker Friedrich Nietzsche hat wie kaum ein anderer Mensch an den Grenzen der menschlichen Existenz gedacht, gedichtet und gelitten. Manfred Lütz stellt fest: „Es ist kein Zeichen von geistiger Souveränität, wenn manche Christenmenschen sein ganzes Denken am liebsten als Ausgeburt des Wahnsinns darstellen. Friedrich Nietzsche war nicht wahnsinnig.“ Nur am Ende seines Lebens litt er an den Folgen einer Hirnentzündung durch Syphilisbakterien. Das hat ihn dann zeitweilig verwirrt. </p>
<p>Aber seine großen Gedankenexperimente waren überhaupt nicht verrückt, sondern die konsequenteste Ausformulierung eines leidenden Atheismus. Nicht dieses Denken hat Friedrich Nietzsche in den Wahnsinn getrieben, wie es manche gerne hätten, sondern es waren kleine Bakterien, die sein Gehirn zerstörten. Es ist ein Mythos von missgünstigen und kleingeistigen Stammtischphilosophen, dass zu viel Denken einen Menschen wahnsinnig machen kann. </p>
<p><strong>Die wenigsten Gedanken sind krank</strong></p>
<p>Die Psychiatrie kennt so etwas nicht. So eignet sie sich nicht für die Entschärfung schwieriger oder gefährlicher Gedanken. Wenige Gedanken sind richtig, viele Gedanken sind falsch, aber die wenigsten Gedanken sind krank. Genie und Wahnsinn, das gehe häufig zusammen, meint der Volksmund. Doch da hat er ausnahmsweise einmal Unrecht. Manfred Lütz erklärt: „Menschen, die Geniales vollbringen, sind zwar nicht normal, aber deswegen noch lange nicht verrückt.“</p>
<p>Im Gegenteil, um Großes zu vollbringen, muss man seine Tassen im Schrank ziemlich geordnet haben. Zwar sind auch „Wahnsinnige“ bisweilen zu genialen Produktionen in der Lage, aber am ehesten dann, wenn die Krankheit nicht akut ist. Es wird mitunter übertrieben viel Aufhebens von der Kunst psychisch Kranker gemacht. Die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg ist legendär. Und doch ist nicht das Verrückte selbst das Künstlerische. Psychisch kranke Künstler sind in der Regel nicht wegen, sondern trotz ihrer psychischen Krankheit kreativ. Auch wenn sie sie psychische Erkrankung vielleicht unmittelbarer mit ihren existenziellen Tiefen in Berührung gebracht haben mag. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Zweck der Diagnose ist die Therapie</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-psychiatrie.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Oct 2021 02:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Begriff Psychiatrie kommt aus dem Griechischen. Psyche heißt Seele und latros heißt Arzt. Manfred Lütz betont: „Die einzige wirkliche Aufgabe von Ärzten ist es, leidende Menschen zu helfen oder ihr Leid wenigstens zu lindern. Zu diesem Zweck – und nur zu diesem Zweck! – brauchen Ärzte Diagnosen.“ Die Diagnose ist also, wie schon Aristoteles ... <a title="Der Zweck der Diagnose ist die Therapie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manfred-luetz-psychiatrie.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Zweck der Diagnose ist die Therapie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff Psychiatrie kommt aus dem Griechischen. Psyche heißt Seele und latros heißt Arzt. Manfred Lütz betont: „Die einzige wirkliche Aufgabe von Ärzten ist es, leidende Menschen zu helfen oder ihr Leid wenigstens zu lindern. Zu diesem Zweck – und nur zu diesem Zweck! – brauchen Ärzte Diagnosen.“ Die Diagnose ist also, wie schon Aristoteles erkannt hat, eine ganz besondere Erkenntnisform. Eine Diagnose ist keine Erkenntnis an sich, wie die Erkenntnisse der Naturwissenschaft. Die Diagnose ist von ihrem Wesen her eine zweckgerichtete Erkenntnis. Und der einzige Zweck der Diagnose ist die Therapie, die Behandlung von leidenden Menschen. Das Leid psychisch kranker Menschen besteht nicht nur in der Last der sie bedrängenden außergewöhnlichen Phänomene. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe. <span id="more-3060"></span></p>
<p><strong>Psychisch Kranke verschließen sich in ihrer eigenen Welt</strong></p>
<p>Ihr Leid besteht auch in einer oft tief greifenden Störung der Kommunikation mit anderen, mit der normalen Welt. Manche psychisch Kranke verschließen sich ganz in ihrer eigenen Welt. Sie haben felsenfeste Überzeugungen, die kein anderer Mensch mit ihnen teilt. Sie scheuen aus einem Gefühl der Unfähigkeit heraus den mitmenschlichen Kontakt. Erfolgreiche Therapie heißt dann in der Psychiatrie nicht nur, dass die psychische Störung selbst beseitigt oder wenigstens gelindert ist, sondern Therapie betrifft auch die sozialen Folgen. </p>
<p>Manfred Lütz erläutert: „Der Mensch muss sich wieder befreit als kommunikatives soziales Wesen erleben dürfen. Mit allen Mitteln der Psychotherapie, der medikamentösen Therapie und vieler anderer Methoden das zu erreichen, das ist, kurz gesagt, die ganze Aufgabe der Psychiatrie.“ Dabei ist es gefährlich, Einsichten, zu denen die Psychiatrie bei leidenden Menschen gelangt ist, umstandslos auf nicht leidende Menschen zu übertragen. Die Unart mancher Psychoexperten, Diagnosen auch auf Leute anzuwenden, die bei ihnen gar nicht den Krankenschein abgegeben haben, ist ein Missbrauch von Diagnosen. </p>
<p><strong>Im Zweifel ist ein Mensch gesund</strong></p>
<p>Es muss der Grundsatz gelten, dass ein Mensch im Zweifel gesund ist. Sonst wird die Welt zur Diktatur der langweiligen Normopathen, der grauen Mäuse jeder Gesellschaft, die mit einer Ideologie korrekter Normalität alles Außerordentliche einebnen. Zudem missbrauchen sie eine willfährige Psychiatrie dazu, alles Irritierende in diagnostische Schubladen zu sperren. Dann würde diese ganze bunte Welt totalitär mit nicht erwünschten Behandlungen überzogen – und für die wirklich Leidenden bliebe keine Zeit mehr. </p>
<p>Wissenschaft ist im Sinn moderner Wissenschaftstheorie keine Wahrheitslehre. Und die Psychiatrie beruht auf einer hermeneutischen Methode. Das heißt, sie liefert mehr oder weniger nützliche Bildbeschreibungen – aus denen man gewisse Schlüsse für die Therapie leidender Menschen ziehen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Eine imperialistisch werdende Psychiatrie würde nicht nur einen so fantasievollen Menschen wie Franz von Assisi grandios missverstehen. Quelle: „Neue Irre!“ von Manfred Lütz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Psychotherapie geht auf Sigmund Freud zurück</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 07:17:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Psychotherapie ist im Gesundheitswesen ein relativ neues Berufsfeld. Die kaum hundert Jahre alte Bezeichnung hat die Menschheit Sigmund Freud zu verdanken. Die Psychoanalyse war nach Sigmund Freud bis zur Hälfte des vorigen Jahrhunderts die vorherrschende Behandlungsform, wenn auch nur für ausgewählte Patienten. Der Durchbruch gelang der Psychotherapie in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, als ... <a title="Die Psychotherapie geht auf Sigmund Freud zurück" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-psychotherapie-geht-auf-sigmund-freud-zurueck.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Psychotherapie geht auf Sigmund Freud zurück">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Psychotherapie ist im Gesundheitswesen ein relativ neues Berufsfeld. Die kaum hundert Jahre alte Bezeichnung hat die Menschheit Sigmund Freud zu verdanken. Die Psychoanalyse war nach Sigmund Freud bis zur Hälfte des vorigen Jahrhunderts die vorherrschende Behandlungsform, wenn auch nur für ausgewählte Patienten. Der Durchbruch gelang der Psychotherapie in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, als völlig verschiedene psychotherapeutische Methoden nebeneinander, durcheinander und vor allem auch gegeneinander angeboten wurden. Paul Verhaeghe ergänzt: „Wenn die verschiedenen Therapeuten überhaupt etwas gemein hatten, dann war es ihre Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft, zu der sie übrigens auch die Psychoanalyse zählten.“ Ihr Ziel war es, die Patienten von bevormundenden Strukturen zu befreien, Gesundheitssystem inklusive. Paul Verhaeghe lehrt als klinischer Psychologe und Psychoanalytiker an der Universität Gent. <span id="more-2141"></span></p>
<p><strong>Die Psychiatrie ist heute ein Teilbereich der Neurowissenschaften</strong></p>
<p>Ironischerweise lautete eine zentrale These gerade Sigmund Freuds, die viktorianische Gesellschaft mache krank und sei unter anderem schuld an den Neurosen jener Zeit. Paul Verhaeghe fügt hinzu: „Obendrein war der gesamte medizinische Sektor, zu dem auch die Psychotherapie gehörte, durchdrungen von einem religiösen Paternalismus.“ Der Befreiungstherapeut der Sechzigerjahre wollte mit Sigmund Freud nichts zu tun haben, er wollte die Schafe sowohl von der Herde als auch vom Schäfer befreien – wobei die entfremdete Gesellschaft die Herde darstellte, während der Patriarch, in dessen Namen all das geschah, der Schäfer war.</p>
<p>Heute versteht sich die Psychiatrie als Teilbereich der Neurowissenschaften und ist zu einem respektierten Sektor des Gesundheitswesens aufgestiegen. Die Herangehensweise ist evidenzbasiert, womit gemeint ist, dass es überzeugende wissenschaftliche Belege (Evidenz) für die Wirksamkeit einer Behandlung gibt. Eine Behandlungsform, die anfangs nur wohlhabenden Bürgern vorbehalten war, steht nun so tut wie allen zur Verfügung, da die Kosten psychotherapeutischer Behandlung häufig von den Krankenkassen übernommen werden.</p>
<p><strong>Nicht jede Psychotherapie ist erfolgreich</strong></p>
<p>Sigmund Freud nannte Psychotherapie einen unmöglichen Beruf. Gegenwärtig ist die Therapieform zwar sehr erfolgreich, dennoch nimmt die Unmöglichkeit immer deutlichere Formen an. Häufig scheitert die Psychotherapie – und somit der Psychotherapeut –, weil die Erwartungen zu hoch sind. Dazu kommt, dass die Ursachen persönlicher Probleme in der Tat immer häufiger gesellschaftlicher Natur sind. Wenn jemand psychische Probleme hat, weil er trotz eifriger Suche keine Arbeit findet und dafür noch als Schmarotzer bezeichnet wird, erhält er beim Psychotherapeuten keine zufriedenstellenden Antworten.</p>
<p>Paul Verhaeghe stellt fest: „Im schlechtesten Fall spielt Psychotherapie dann dieselbe Rolle wie ein Beruhigungsmittel für eine von ihrem Mann misshandelte Frau; dank der Pillen nimmt sie den Missbrauch kaum mehr wahr und versinkt immer tiefer in einer höchst ungesunden Umgebung.“ In beiden Fällen (existentielle und gesellschaftliche Probleme) wird dem Psychotherapeuten eine Expertenrolle zugewiesen – die des Lehrers also – der er unmöglich ausfüllen kann. Das macht Therapeuten krank. Quelle: „Autorität und Verantwortung“ von Paul Verhaeghe</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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