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	<title>Liebe &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Liebe besteht aus geben und nehmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2025 02:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Liebe verführt Menschen zu einer kritiklosen Hingabe, in der sie sich selbst übersehen. Michael Lehofer erklärt: „Das Problem ist die Überanpassung: Wenn der eine Partner – häufiger ist es die Partnerin – sich selbst in der Hingabe verliert und auf diese Weise dem anderen die Notwendigkeit der Hingabe erspart. Beziehung heißt: geben und nehmen.“ ... <a title="Liebe besteht aus geben und nehmen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michael-lehofer-ueberanpassung.html" aria-label="Mehr Informationen über Liebe besteht aus geben und nehmen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liebe verführt Menschen zu einer kritiklosen Hingabe, in der sie sich selbst übersehen. Michael Lehofer erklärt: „Das Problem ist die Überanpassung: Wenn der eine Partner – häufiger ist es die Partnerin – sich selbst in der Hingabe verliert und auf diese Weise dem anderen die Notwendigkeit der Hingabe erspart. Beziehung heißt: geben und nehmen.“ Michael Lehofer verwendet zuweilen die Metapher des Brückenbauens für Beziehungen. Manche bauen eine Brücke vom eigenen Ufer bis zum Ufer des anderen. Sie erwarten nicht, dass der andere seine Brücke baut, denn es gibt ja die eigene Brücke. Manche jedoch bauen eine Brücke bis zur Mitte des Flusses und erwarten halbe-halbe. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter der einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz II. <span id="more-6343"></span></p>
<p><strong>Erst die Selbstliebe macht die Liebe zum Partner wertvoll</strong></p>
<p>Eine Beziehung funktioniert aber nicht mit halbe-halbe, sondern nur mit ganz-ganz. Jeder beiden muss hundert Prozent Verantwortung übernehmen, ansonsten wird eine Beziehung zur Rechenübung. Michael Lehofer erläutert: „Erst wenn ich mich selbst liebe, mache ich die Liebe zu meinem Partner wertvoll. So gesehen ist die Liebe, die Wertschätzung der eigenen Person überhaupt die Grundlage für die konstruktive Liebe zum Partner. Lieben ist ein dialektischer Prozess.“</p>
<p>Man macht die Liebe zum Partner erst dadurch wertvoll, indem man sich selbst liebt. Sonst entwertet man sich selbst und dadurch sein Gegenüber, indem man ihn oder sie zwar liebt, aber ohne die Kraft und Energie der Selbstliebe. Michael Lehofer ergänzt: „Wenn man das Gesetz des Nehmens und Gebens nicht beachtet und aus Liebe mehr gibt als man hat – das ist der Fall, wenn in der Liebe zum anderen die Selbstliebe zu kurz kommt – nimmt das Gegenüber an, dieses Verhalten wäre im eigenen Sinne.“</p>
<p><strong>Manchmal scheitern Beziehungen an zu großer Liebe zueinander</strong></p>
<p>Er oder sie hält das für selbstverständlich. Irgendwann, nach vielen Jahren, wird es aber dem Gebenden zu viel und er beschuldigt den anderen, der von alldem nichts geahnt hat, an der Selbstentäußerung schuld zu sein. Michael Lehofer fügt hinzu: „Aus Liebe wird tiefe Abneigung, eine Form von Hass. Nicht selten ist das erste Anzeichen, dass man die Körperlichkeit des anderen nicht mehr in einer Nähe erträgt. Plötzlich oder schleichend ekelt es einen vor dem anderen.“</p>
<p>So scheitern Beziehungen sehr häufig an einer falsch verstandenen, zu großen Liebe zueinander. Die Liebe verführt uns zu einer kritiklosen Hingabe, in der wir uns selbst übersehen. Michael Lehofer rät: „Doch wenn wir einen anderen Menschen dauerhaft lieben wollen, dürfen wir keinesfalls das Wesentliche vergessen, nämlich mit uns selbst innig verbunden zu bleiben. Daher sollten wir in Beziehungen immer uns selbst und den anderen im Blick behalten.“ Quelle: „40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer“ von Michael Lehofer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Liebe und Hass können ineinander übergehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Christoph Demmerling schreibt: „In der Geschichte der Philosophie findet sich eine Reihe von Analysen, dies geht für die klassischen Affektlehren, etwa bei René Descartes, Baruch de Spinoza oder David Hume, gilt aber beispielsweise auf für Thomas von Aquin, die den Hass in einem Atemzug mit der Liebe nennen.“ Beide Phänomene gelten als konträr, als Gefühle, ... <a title="Liebe und Hass können ineinander übergehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-gestalt-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Liebe und Hass können ineinander übergehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Demmerling schreibt: „In der Geschichte der Philosophie findet sich eine Reihe von Analysen, dies geht für die klassischen Affektlehren, etwa bei René Descartes, Baruch de Spinoza oder David Hume, gilt aber beispielsweise auf für Thomas von Aquin, die den Hass in einem Atemzug mit der Liebe nennen.“ Beide Phänomene gelten als konträr, als Gefühle, die einander gegengesetzt sind. Gut und zuträglich, schlecht und schädlich, so lauten die einschlägigen Charakterisierungen. Die Hinweise auf die Schädlichkeit treffen sich mit Christoph Demmerlings Überlegungen zur Normalform des Hasses. Liebe und Hass können ineinander übergehen oder sich miteinander verbinden. Entgegengesetzt sind diese Gefühle zunächst einmal in dem einfachen Sinn, dass die hedonistischen Valenzen, die mit ihnen verbunden sind, gegenläufig sind. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-6320"></span></p>
<p><strong>Liebe und Hass können von großer Intensität sein</strong></p>
<p>Liebe ist mit Lust, Hass mit Unlust verbunden. Christoph Demmerling erklärt: „Dass beide Gefühle häufig in einem Atemzug zur Sprache gebracht werden, hängt sicher auch damit zusammen, dass sie beide von großer Intensität sein können und ihre Objekte als solche von großer Bedeutsamkeit erfahren werden.“ Wer Hass theoretisch verstehen möchte, tut gut daran, ihn im Zusammenhang mit anderen feindseligen und aggressiven Gefühlen zu betrachten. </p>
<p>Hass als aversives Gefühl geht mit Feindschaft und Ablehnung einher, er impliziert dezidiert negative Wertungen. Personen oder Gruppen werden aus einem bestimmten Anlass gehasst. Hass hat Gründe. Christoph Demmerling erläutert: „Verletzungen, Demütigungen, durch andere Personen erfahrene Bedrohungen und Einschränkungen sind es, die häufig den Anlass zur Ausbildung von Hassgefühlen geben.“ Hass kann nicht nur durch die genannten Erfahrungen hervorgerufen und verursacht werden, sondern auch dadurch, dass Hass durch den Verweise auf diese Erfahrungen legitimiert und gerechtfertigt wird.</p>
<p><strong>In der Regel ist der Hass moralisch gebrandmarkt</strong></p>
<p>Christoph Demmerling unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen kausal wirksamen Verursachungsbeziehungen – Ursachen- und rational wirksamen Rechtfertigungsbeziehungen – Gründen. Wie ist es um die Rechtfertigung von Hassgefühlen bestellt? Rechtfertigungen für den Hass mögen zwar in der Perspektive des Hassenden als belanglos angesehen werden, aber aus der Warte Außenstehender kann durchaus unklar bleiben, ob Gründe für den Hass tatsächlich bestehen oder lediglich vorgegeben werden.</p>
<p>Ganz unabhängig davon jedoch zeigt sich, dass selbst ein Gefühl wie der Hass, der häufig als durch und durch irrational gilt, interne Rationalitätsbedingungen besitzt, gerechtfertigt und seinerseits als Grund für Handlungen angeführt werden kann. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Als Reaktion auf Verletzungen oder Bedrohungen scheint der Hass nachvollziehbar, was nicht unbedingt heißt, dass er dadurch Akzeptanz gewinnt.“ In der Regel wird der Hass jedoch unter Irrationalitätsverdacht gestellt und moralisch gebrandmarkt. Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech „Der Hass“ von Konrad Paul Liessmann (Hg.)</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Jun 2025 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsverhütung]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler schreibt: „Sigmund Freud wendet sich in seinen Überlegungen zur Kriegsverhütung schließlich Gedanken zu, die er in seinen Überlegungen zur Massenpsychologie noch nicht verfolgt hatte: dem Widerstand gegen nationalistische Euphorie und der „organischen“ Grundlage unserer menschlichen Natur.“ Und er kommt zum Schluss, dass die Kriegsneigung nur zweierlei entgegengesetzt werden kann: die Mobilisierung des „Eros ... <a title="Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-kriegsverhuetung-bei-sigmund-freud.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler schreibt: „Sigmund Freud wendet sich in seinen Überlegungen zur Kriegsverhütung schließlich Gedanken zu, die er in seinen Überlegungen zur Massenpsychologie noch nicht verfolgt hatte: dem Widerstand gegen nationalistische Euphorie und der „organischen“ Grundlage unserer menschlichen Natur.“ Und er kommt zum Schluss, dass die Kriegsneigung nur zweierlei entgegengesetzt werden kann: die Mobilisierung des „Eros als Gegenspieler“ und die Herstellung von Gefühlsbindungen durch Identifizierung. Eine Weiterentwicklung der Masse, so spekuliert Sigmund Freud zu diesem Zweck, ist vielleicht durch Erziehung und die Kultivierung von Gemeinschaftsgefühlen nicht-nationalistischer Art möglich. Ideal wäre, wenn jeder Angehörige einer Gemeinschaft Selbstbeherrschung übt, indem er einsieht, dass die Bewahrung des Lebens selbst ein Gut ist, das gemeinschaftlich gepflegt werden muss. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-6144"></span></p>
<p><strong>Der Hass zerreißt gedankenlos soziale Bindungen</strong></p>
<p>Sigmund Freuds Ideal einer Gemeinschaft, deren Mitglieder sich alle gleichermaßen der Selbstbeherrschung im Namen der Lebensbewahrung verpflichten, eröffnet die Möglichkeit einer Demokratisierung der kritischen Urteilskraft und des kritischen Denkens, die nicht in der extremen Selbstherabsetzung des Über-Ich zum Zweck der Erreichung einer moralischen Position gründet. Einerseits muss man sich, so Sigmund Freud, auf die Liebe konzentrieren, die soziale Bindungen schafft und aufrechterhält, und auf die Identifizierung, die Gemeinschaftsgefühl schafft und aufrechterhält.</p>
<p>Zudem muss man sich gegen den Hass oder Thanatos wenden, der unkontrolliert und gedankenlos soziale Bindungen zerreißt. Judith Butler erklärt: „Auf der anderen Seite betont er immer wieder, dass Liebe und Hass gleich konstitutiv für das Triebleben sind und dass sich Destruktivität nicht einfach durch Stärkung des Eros ausschalten lässt.“ Man muss nicht nur sein Leben oft in aggressiver Weise verteidigen und bewahren – das Ziel des Eros –, sondern auch mit denjenigen zusammenleben, gegen die wir intensive feindselige und mörderische Impulse hegen.</p>
<p><strong>Liebe und Hass sind aneinander gebunden</strong></p>
<p>In Sigmund Freuds Ausführungen zu Identifizierung und Melancholie wird deutlich, dass alle Liebesbeziehungen Ambivalenzen bergen und in die beiden gegenläufigen Richtungen Liebe und Hass drängen. „Liebe“ ist also ein Pol in der gegenläufigen Beziehung von Liebe und Hass. Judith Butler fügt hinzu: „Sie bezeichnet aber auch den Gegensatz selbst, der als emotionale Ambivalenz mit all ihrer Wechselhaftigkeit ausgelebt wird.“ Man kann sagen: „Ich liebe dich und hasse dich deshalb nicht.“</p>
<p>Aber man kann auch sagen, dass Liebe und Hass aneinander gebunden sind und dass man dieses Paradox meint, wenn man von „Liebe“ spricht. Judith Butler erläutert: „In der ersten Formulierung ist Liebe etwas Eindeutiges, in der zweiten entgeht sie dieser Ambivalenz nicht.“ Sigmund Freuds Sicht auf Destruktivität und Krieg scheint zwei Folgerungen zu öffnen, die aber beide nicht weiterverfolgt werden. Sigmund Freud schreibt in einem Brief an Albert Einstein: „Ich glaube, der Hauptgrund, weshalb wir uns gegen den Krieg empören, ist, dass wir nicht anders können. Wir sind Pazifisten, weil wir es aus organischen Gründen sein müssen.“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2025 01:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert Kitzler schreibt: „An erster Stelle sollen hier einige Gedanken des Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm wiedergegeben werden, der in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts in seinem Weltbestseller „Die Kunst des Liebens“, aber auch in anderen Büchern, das Wesen der Liebe beschrieben und den Zusammenhang von Liebe und Lebensglück herausgearbeitet hat.“ Erich Fromm stellt ... <a title="Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/albert-kitzler-erich-fromm.html" aria-label="Mehr Informationen über Erich Fromm schreibt „Die Kunst des Liebens“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert Kitzler schreibt: „An erster Stelle sollen hier einige Gedanken des Psychoanalytikers, Philosophen und Sozialpsychologen Erich Fromm wiedergegeben werden, der in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts in seinem Weltbestseller „Die Kunst des Liebens“, aber auch in anderen Büchern, das Wesen der Liebe beschrieben und den Zusammenhang von Liebe und Lebensglück herausgearbeitet hat.“ Erich Fromm stellt die fundamentale Bedeutung der Liebe für ein gelingendes Leben heraus und betont ihre Verwurzelung in dem Erlebnis der vorgeburtlichen Einheit mit der Mutter und der Natur. Auf der Grundlage eines umfangreichen psychologischen, philosophischen, soziologischen, anthropologischen und kulturhistorischen Wissens stellt er die verschiedenen Erscheinungsformen der Liebe im weitesten Sinne dar. Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-6016"></span></p>
<p><strong>Die Bindung des Kindes an die Mutter ist die elementarste</strong></p>
<p>Zudem weist Erich Fromm auf die Entstehungsbedingungen der Liebe, aber auch auf ihre pervertierten und krankhaften Erscheinungen hin. Er betont die Bedeutung der Liebe für die Selbstverwirklichung, seelische Gesundheit und Lebensfreude sowie für ein gedeihliches Zusammenleben. Erich Fromm schreibt: „Die elementarste der natürlichen Bindungen, ist die Bindung des Kindes an die Mutter.“ Das Kind beginnt sein Leben im Mutterleib und sogar noch nach der Geburt bleibt das Kind körperlich hilflos und völlig von der Mutter abhängig.</p>
<p>Das Kind erlebt die Mutter in diesen entscheidenden ersten Lebensjahren als die Quelle des Lebens, als eine allumfassende, beschützende, nährende Kraft. Albert Kitzler fügt hinzu: „Die Mutter ist Nahrung; sie ist Liebe; sie ist Wärme; sie ist Erde. Von ihr geliebt zu werden, bedeutet lebendig sein, verwurzelt sein, daheim sein.“ Genauso wie die Geburt bedeutet, dass man den umhüllenden Schutz des Mutterleibes verlassen muss, so bedeutet das Heranwachsen, dass man die schützende Welt der Mutter zu verlassen hat.</p>
<p><strong>Die Bindung an die Mutter ist auch eine Bindung an die Natur</strong></p>
<p>Aber selbst bei reifen Erwachsenen verliert sich die Sehnsucht nach jener einmal vorhandenen Situation nie völlig. Albert Kitzler weiß: „An anderer Stelle weist Erich Fromm darauf hin, dass die Bindung an die Mutter auch eine Bindung an die Natur ist, mit der man – vermittelt durch den Leib der Mutter – eine Einheit bildet.“ Die durch die Geburt vollzogene Trennung würde zum Erlöschen des Lebens führen, wenn an die Stelle der ursprünglichen Einheit keine neuen zwischenmenschlichen Beziehungen treten.</p>
<p>Der Mensch ist aus seiner ursprünglichen Einheit mit der Natur, die für das Leben der Tiere kennzeichnend ist, herausgerissen. Albert Kitzler ergänzt: „Die Notwendigkeit, mit anderen lebenden Wesen eine Verbindung einzugehen, mit ihnen in Beziehung zu stehen, ist ein unverzichtbares Bedürfnis, von dessen Befriedigung die geistige Gesundheit des Menschen abhängt.“ In der Liebe erlebt der Mensch ein neues Gefühl der Einheit, des Teilens und des Einsseins. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Anfangs ist die Liebe bei Narzissten riesengroß</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 01:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Narzissten]]></category>
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					<description><![CDATA[Narzisstische Menschen bombardieren ihren Auserwählten in der Anfangsphase ihrer Beziehung mit Liebe. Turid Müller erläutert: „Denn sie haben uns idealisiert. Uns nah zu sein wertet sie auf. Doch so, wie sie jetzt ihr übertriebenes positives Bild von sich auf uns projizieren, werden wir in den folgenden Phasen auch zur Leinwand, was sie an sich nicht ... <a title="Anfangs ist die Liebe bei Narzissten riesengroß" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/turid-mueller-narzisstische-menschen-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Anfangs ist die Liebe bei Narzissten riesengroß">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Narzisstische Menschen bombardieren ihren Auserwählten in der Anfangsphase ihrer Beziehung mit Liebe. Turid Müller erläutert: „Denn sie haben uns idealisiert. Uns nah zu sein wertet sie auf. Doch so, wie sie jetzt ihr übertriebenes positives Bild von sich auf uns projizieren, werden wir in den folgenden Phasen auch zur Leinwand, was sie an sich nicht sehen wollen. Und das ist dann weniger angenehm … aber davon ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts.“ Der Mensch, in den wir uns verliebt haben, scheint hingebungsvoll zuzuhören und will alles über uns verfahren. Es fühlt sich gut an – kann aber auch etwas überfordernd und einen Tick darüber sein. Die Aufmerksamkeit, die uns geschenkt wird, ist enorm. Turid Müller ist Diplom-Psychologin und ausgebildete Schauspielerin. <span id="more-5998"></span></p>
<p><strong>Nach dem Bombardement mit Liebe folgt der Entzug</strong></p>
<p>Es ist ein berauschendes Gefühl, so sehr gewollt zu werden – haben wir nicht alle in der Kindheit irgendwie ein bisschen zu wenig Aufmerksamkeit bekommen? Turid Müller schreibt: „Morgens war schon beim Aufwachen eine Nachricht da. Abends auch. Oft mit der Frage, wo ich bin. Auch wenn ich gerade erst von ihm nach Hause gekommen war. Ich hielt das für Interesse oder Anhänglichkeit…“ Wenn wir an die Intensität des Kontakts gewöhnt sind, werden wir auf Entzug gesetzt – der Beginn unsere emotionalen Abhängigkeit.</p>
<p>Und alle Verletzlichkeiten, die wir in den scheinbar intimen Gesprächen der Anfangszeit offenbaren, werden später gegen uns verwendet. Aber jetzt halten wir die Fragen danach noch für Interesse. Turid Müller fügt hinzu: „Irgendwann während der Anbahnung gibt es zuweilen eine Art Test: Wir werden daraufhin geprüft, ob wir auch bleiben, wenn es hart auf hart kommt. Wenn wir bestehen, ist klar: Wir sind als Opfer geeignet.“ Das ganze Bombardement ist ein einziges großes Ablenkungsmanöver.</p>
<p><strong>Die Abwertungs-Phase beginnt zuerst ganz harmlos</strong></p>
<p>Man verpasst es, die Person erst einmal gründlich kennenzulernen, bevor man sich an sie bindet. Und man übersieht den Preis, den das kosten wir. Man wähnt sich im siebten Himmel und merkt nicht, wenn es langsam düster wird um Wolke sieben … Nach welcher Zeitspanne die Abwertungs-Phase eingeleitet wird, ist laut Turid Müller unterschiedlich. Meist nach ein paar Wochen oder Monaten. Es kann auch mal ein Jahr sein. Turid Müller hat schon Betroffene sagen hören, dass es bei ihnen auch mehrere Jahre gewesen sein könnten. </p>
<p>Im Rückblick entdeckt man jedoch durchaus das eine oder andere übersehen Warnzeichen bereits beim Lovebombing. Hier schleicht sich unbemerkt bereits die nächste Phase ein. Turid Müller stellt fest: „In der Abwertungs-Phase werden wir unsanft von dem Sockel gestoßen, auf den man uns eben gestellt hatte. Das beginnt harmlos, zum Beispiel mit schleichendem Rückzug – die Restaurant-Rechnung wird nicht mehr übernommen, keine Museumsbesuche mehr gemacht –, und steigert sich dann unmerklich bis zu grausamen Erniedrigungen.“ Quelle: „Verdeckter Narzissmus“ von Turid Müller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>In der Liebe geht es häufig überraschend zu</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-wo-die-liebe-hinfaellt.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 01:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Redensart „Wo die Liebe hinfällt“ bedeutet, dass es in der Liebe häufig überraschend zugeht. Peter Trawny erklärt: „Es ergeben sich Beziehungen, mit denen niemand, selbst die Beteiligten nicht, gerechnet hätte. Zugleich wird auf den Zufall angespielt. Wenn es diese beiden treffen kann, dann ist alles möglich.“ Schließlich scheint der letzte Grund dieser Bemerkung zu ... <a title="In der Liebe geht es häufig überraschend zu" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/peter-trawny-wo-die-liebe-hinfaellt.html" aria-label="Mehr Informationen über In der Liebe geht es häufig überraschend zu">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Redensart „Wo die Liebe hinfällt“ bedeutet, dass es in der Liebe häufig überraschend zugeht. Peter Trawny erklärt: „Es ergeben sich Beziehungen, mit denen niemand, selbst die Beteiligten nicht, gerechnet hätte. Zugleich wird auf den Zufall angespielt. Wenn es diese beiden treffen kann, dann ist alles möglich.“ Schließlich scheint der letzte Grund dieser Bemerkung zu sein, dass es für die Liebe keinen Grund, keine Ursache gibt. Wenn ich wüsste, warum ich Dich – und nicht diese oder jene – liebe, dürfte es mit der Liebe nicht viel auf sich haben. Ich liebe Dich. Punkt! Es gibt kein Warum. Die Redensart hat einen langen Vorlauf. Das Bild vom Gott Eros oder Amor mit dem Bogen und dem Pfeil meint Ähnliches. Peter Trawny gründete 2012 das Matin-Heidegger-Institut an der Bergischen Universität in Wuppertal, dessen Leitung er seitdem innehat. <span id="more-5948"></span></p>
<p><strong>Pheromone bahnen Beziehungen an</strong></p>
<p>Da wird einer von der Liebe getroffen wie gleichsam von einem aus dem Nichts abgeschossenen Pfeil. Peter Trawny fügt hinzu: „Gewiss, das göttliche Geschoss stellt auch eine Art von Gewalt dar, aber wie schon beim Fall oder der Gravitation der Liebe geht es um das Unberechenbare, um das Grund-, das Warumlose.“ Das entspricht häufig genug den subjektiven Perspektiven. Wäre man nicht zu jener Zeit an jenem Ort gewesen, hätte man sie oder ihn nicht getroffen.</p>
<p>Hätte der Zug nicht zehn Minuten Verspätung gehabt, wären wir uns niemals begegnet. Und eigentlich traf man zu jener Zeit an jenem Ort ja auch andere, aber dieser sollte es wohl sein. Peter Trawny stellt fest: „Die Liebe erscheint dabei wie eine unerwartete Zeugung aus dem Nichts. Kurz vorher war da nichts, jetzt ist da alles.“ Dem widersprechen Wissenschaftler, Naturwissenschaftler. Es gebe zum Beispiel Pheromone, Trägerstoffe, die Beziehungen anbahnen wie Ursache und Wirkung.</p>
<p><strong>In der Liebe hängt keineswegs alles nur am Zufall</strong></p>
<p>In Zeiten einer explosionsartig anwachsenden Hörigkeit für die Gehirnforschung, ließen sich noch andere Forschungsergebnisse berücksichtigen. Man denke allein an all jene Präparate wie Viagra, die Liebe oder zumindest Begehren wecken können. Peter Trawny weiß: „Dass die Liebe – vor allem in ihrem Scheitern – häufig medizinische oder therapeutische Konsequenzen nach sich zieht, liegt auf der Hand. Das Zerbrechen einer Liebesbeziehung macht nicht selten krank.“</p>
<p>Antidepressiva und Schlafmittel helfen unmittelbar, mit dem Verlust klarzukommen. Gesprächstherapien führen langsam zum Eingeständnis: Es ist aus! Wie überall, so ist der Mensch heute ebenso in der Liebe auf den technischen Apparat der Wissenschaft angewiesen. Peter Trawny blickt zurück: „Dabei ist die Ansicht, es hänge in der Liebe keineswegs nur am Zufall, älter als die moderne Wissenschaft. Von der spätantiken Temperamentenlehre und der Astrologie her kennen wir die Idee, dass bestimmte Sternzeichen zueinander passen sollen, andere eher nicht.“ Quelle: „Philosophie der Liebe“ von Peter Trawny</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Über-Ich zügelt die Destruktivität</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-ueber-ich-gilt-als-gegengewicht-zur-destruktivitaet.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 02:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst ... <a title="Das Über-Ich zügelt die Destruktivität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ueber-ich-gilt-als-gegengewicht-zur-destruktivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Über-Ich zügelt die Destruktivität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst zu vernichten.“ Die Manie dagegen bringt dieses unrealistische Begehren, zu existieren und fortzudauern, ins Spiel, das sich scheinbar auf keine wahrnehmbare Realität stützen kann und keine guten Gründe für die Verankerung einer bestimmten politischen Herrschaftsform hat. Von hieraus kann sich die Manie niemals in Politik verwandeln, ohne zugleich eine gefährliche Form von Destruktion anzunehmen. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5727"></span></p>
<p><strong>Eine Stärkung des Gewissens kann den Todestrieb einhegen</strong></p>
<p>Sigmund Freud wie Albert Einstein geht es um die Einhegung der Destruktivität und um die Frage, ob ein anderer Trieb stärker sein kann als der Todestrieb und ob eine Stärkung des Gewissens nötig ist. Judith Butler stellt fest: „Wir haben hier im Wesentlichen zwei Alternativen. Nach der einen müssen wir uns und andere zu Formen des Gewissens erziehen, die uns moralischen Abscheu gegen Gewalt einimpfen. Nach der anderen müssen wir Bande der Liebe stärken, um den Todestrieb und seine Mechanik zu überwinden.“</p>
<p>Gehorsam gegenüber einer tyrannischen Macht erfordert und verfestigt ein Subjekt, für das die Selbstunterwerfung zum moralischen Imperativ wird. Judith Butler ergänzt: „Sich von tyrannischer Kontrolle zu befreien, geht mit dem Risiko der Auflösung dieser Subjektform einher, insbesondere wenn sie die Gestalt des Über-Ich angenommen hat.“ Könnten Menschen schlicht das Feuer der Liebe anfachen und Liebe zur stärkeren Macht machen, dann hätten sie eine Lösung. </p>
<p><strong>Man darf das eigene destruktive Potenzial nicht verleugnen</strong></p>
<p>Aber Liebe ist ambivalent, sie ist die Oszillation zwischen Liebe und Hass. Judith Butler vermutet: „Es scheint hier also um einen Weg zu gehen, mit dieser Ambivalenz zu leben und zu handeln, einen Weg, der Ambivalenz nicht als Zwickmühle, sondern als innere Teilung begreift, die eine ethische Orientierung und Praxis verlangt.“ Denn nur ethisches Handeln, das um sein eigenes destruktives Potenzial weiß, kann diesem widerstehen. Wer Destruktion dagegen immer bloß als Einwirkung von außen sieht, kann die ethische Forderung nach Gewaltlosigkeit weder anerkennen noch nach ihr handeln.</p>
<p>Gleichwohl bleiben Gewalt und Gewaltlosigkeit sowohl soziopolitische als auch psychische Probleme und daher muss die ethische Debatte laut Judith Butler auf der Schwelle von psychischer und sozialer Welt stattfinden. Ebendieses Problem stellt sich in der Korrespondenz zwischen Sigmund Freund und Albert Einstein 1931/32, kurz vor Adolf Hitlers Aufstieg zu Macht und kurz vor beider Exil aus Österreich beziehungsweise Deutschland. Albert Einstein stellt Sigmund Freud die Frage: „Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Einzelne erzielen in ihrem Leben Fortschritte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2024 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Seele]]></category>
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					<description><![CDATA[Blickt man auf die bisherige Kulturgeschichte der Menschheit, so bestehen erhebliche Zweifel daran, den heutigen Durchschnittsmenschen für glücklicher zu halten als den Menschen in irgendeinem anderen Zeitalter. Albert Kitzler stellt fest: „Die Menschen scheinen unter denselben seelischen Problemen zu leiden wie vor 2000 Jahren, obwohl die Einsichten, die notwendig sind, damit ihr Leben gelingt, schon ... <a title="Einzelne erzielen in ihrem Leben Fortschritte" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/einzelne-erzielen-in-ihrem-leben-fortschritte.html" aria-label="Mehr Informationen über Einzelne erzielen in ihrem Leben Fortschritte">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Blickt man auf die bisherige Kulturgeschichte der Menschheit, so bestehen erhebliche Zweifel daran, den heutigen Durchschnittsmenschen für glücklicher zu halten als den Menschen in irgendeinem anderen Zeitalter. Albert Kitzler stellt fest: „Die Menschen scheinen unter denselben seelischen Problemen zu leiden wie vor 2000 Jahren, obwohl die Einsichten, die notwendig sind, damit ihr Leben gelingt, schon seinerzeit bekannt waren.“ Aber damals wie heute scheitern viele Menschen an der Anwendung und Umsetzung dieser Einsichten im täglichen Leben. Einzelnen mag es gelingen, in ihrem Leben Fortschritte zu erzielen, belastende Prägungen und leidvolle Affekte und Emotionen abzubauen, freudvoller zu leben und liebevoller miteinander umzugehen. Für die Allgemeinheit kann dies leider nicht gesagt werden. Der Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-5632"></span></p>
<p><strong>Die Liebe ist die schöpferische Kraft in allem</strong></p>
<p>Albert Kitzler betont: „Wenn es aber dem Einzelnen gelingen kann, sich weiterzuentwickeln, weil er neugierig ist, der Welt und den anderen offen zugewandt begegnet, kontinuierlich dazulernt und an sich arbeitet, dann ist es sinnvoll, sich an längst bekannte Einsichten zu erinnern, die uns sagen, wie wir friedlich und liebevoll zusammenleben können.“ Häufig erschöpft sich jedoch die philosophische Reflexion darin, wie Aristoteles meinte, vergessene Weisheiten wiederzuentdecken oder, wie sich Konfuzius ausdrückte, Altes neu zu überdenken und es mit den eigenen Erfahrungen zu verschmelzen, um dadurch Veränderungsprozesse anzustoßen.</p>
<p>Der griechische Mythos nennt den Liebesgott Eros den „Erstgeborenen“ unter den Göttern, der aus einem Ei entsprang, das im Schoß der Dunkelheit geborgen war. Albert Kitzler ergänzt: „Nachdem er entschlüpft war, brachte er alles ans Licht, was dann die Welt war, und setzte zugleich das All in Bewegung. Die Liebe ist demnach die lebenschaffende, welterzeugende, schöpferische Kraft in allem. Die Anklänge an den pränatalen Ursprung der Liebe drängen sich in diesem Mythos auf.“</p>
<p><strong>Erfüllte Liebe ist Selbstfindung und Selbstverwirklichung</strong></p>
<p>An der Schwelle zum griechischen Denken und am Anfang der gesamten abendländischen Literatur steht Homer, der mit der „Odyssee“ ein erstes epochales Bild geschaffen hat von der existenziellen Sehnsucht des Menschen nach Rückkehr in die Heimat und nach Wiedervereinigung mit den Seinen. Albert Kitzler erläutert: „Es ist zugleich eine Allegorie für den langen und beschwerlichen Weg der Selbstfindung, der Rückkehr der Seele zu sich selbst und zu ihrem Ursprung.“ </p>
<p>Bildlich stellt das Homer in der Sehnsucht des Odysseus nach seinem Ithaka, nach Frau, Kind und Familie dar. Albert Kitzler weiß: „Die Liebe als Sehnsucht nach Wiedervereinigung ist identisch mit der Sehnsucht nach Selbstwerdung und Vollendung der eigenen Bestimmung. Erfüllte und erwiderte Liebe ist Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Was zusammen war und zusammengehörte, wird wieder zusammengeführt, wird eins, ganz und heil.“ Auch Platon beschreibt die Liebe als Sehnsucht nach Wiedervereinigung, nach einem Ganz- und Heilwerden, nach Rückkehr in einen ursprünglichen Naturzustand, der glückselig macht. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis ... <a title="Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/alles-lebendige-will-sich-mit-anderen-vereinigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis zum Organismus – neigt dazu, sich mit anderen vereinigen zu wollen, um zu wachsen.“ Und dieses, so Erich Fromm, ist nicht nur bei Zellen der Fall, sondern auch beim Fühlen und Denken eines Menschen. Die Vereinigung in Körperlichkeit, aber insbesondere im Fühlen und Denken führt zu einem ständigen Wachstum hin zur Ganzheit. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5430"></span></p>
<p><strong>Die Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe</strong></p>
<p>Ein weiteres Kraftelement von Erich Fromm ist die Liebe zur Menschheit und zur Natur. Er meint hier die umfassende, bedingungslose Liebe zu allem, was lebt im Menschen und der Natur. Erich Fromm schreibt: „Was anzieht, ist immer das Lebendige.“ Das Leben lieben zu können und lebendig zu sein ist für einen Menschen von ganz entscheidender Bedeutung. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Liebe beinhaltet immer das wache Interesse am anderen, an dessen Wachstum und Wohlergehen.“ </p>
<p>Leben wird als Prozess verstanden, in dem Menschen eins mit sich selbst und allem, was lebt, werden. Und die Liebe zu allem, was lebendig ist, findet seinen Ausdruck in dem leidenschaftlichen Wunsch, Wachstum zu fördern. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Und diese Liebe zum Leben ist der Kern jeder Form von Liebe, so Fromm, die sich in der Liebe zu Menschen, zu einem Tier oder einer Pflanze wiederfindet.“ Sowohl bei der Liebe zum Leben und Lebendigen als auch bei der Liebe zur Menschheit und Natur bleibt die Liebe das zentrale Element menschlichen Wollens und Wachsens.</p>
<p><strong>Freiheit entsteht durch die Verwirklichung des Selbst</strong></p>
<p>Es gibt ein weiteres Element der menschlichen Energie. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Jenseits der Liebe zu allem Lebendigen, zu Mensch und Natur, liegt die Freiheit. Freiheit, so Fromm, kann der Mensch dadurch erlangen, dass er sein Selbst verwirklicht, dass er er selbst ist.“ Nicht nur das Denken, sondern die Verwirklichung der gesamten Persönlichkeit führen zum Selbst, wenn nämlich der Mensch alles zum Ausdruck zu bringen vermag, was emotional oder intellektuell in ihm angelegt ist.</p>
<p>Michaela Brohm-Badry betont: „Möglichkeiten zum Ausdruck dieses Selbst hat jeder Mensch, aber verwirklicht werden sie nur in dem Maße, in dem sie auch tatsächlich ausgedrückt werden.“ Mit anderen Worten: Die positive Freiheit besteht im spontanen Tätigsein der gesamten, integrierten Persönlichkeit. „Spontan“ meint hier ein Tätigsein aus freien Stücken. Es geht nicht darum, irgendetwas zu tun, sondern um kreative Tätigkeiten, die sowohl emotional als auch intellektuell, sinnlich als auch willentlich wirken. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hassende empfinden Selbstbestätigung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2024 01:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Lust]]></category>
		<category><![CDATA[Unlust]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Hass ist weniger irrational als vielmehr strategisch. Feinde können sich auf Augenhöhe begegnen, als Konkurrenten, die sich im Kampf um ein Gut wechselseitig sogar achten. Konrad Paul Liessmann weiß: „Hassende jedoch wollen nicht kämpfen, sie wollen beseitigen. Darin finden sie ihre Lust, ihre Genugtuung und ihre Selbstbestätigung.“ Oder, wie es der Philosoph Günther Anders ... <a title="Hassende empfinden Selbstbestätigung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/konrad-paul-liessmann-anatomie-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Hassende empfinden Selbstbestätigung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hass ist weniger irrational als vielmehr strategisch. Feinde können sich auf Augenhöhe begegnen, als Konkurrenten, die sich im Kampf um ein Gut wechselseitig sogar achten. Konrad Paul Liessmann weiß: „Hassende jedoch wollen nicht kämpfen, sie wollen beseitigen. Darin finden sie ihre Lust, ihre Genugtuung und ihre Selbstbestätigung.“ Oder, wie es der Philosoph Günther Anders formulierte: „Durch den Hass auf den anderen – auf den Feind oder Nebenbuhler – und durch deren effektive Auslöschung bestätigt man sein eigenes Dasein.“ Laut Baruch de Spinoza handelt es sich bei Liebe und Hass im Wesentlichen um ein assoziatives Übertragen. Ob der vermeintliche Geliebte oder Gehasste tatsächlich die Ursache der eigen Lust oder Unlust ist, spielt für das Aufkommen dieser Affekte keine Rolle. Konrad Paul Liessmann ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. <span id="more-5365"></span></p>
<p><strong>Bei einer Zerstörung kann man Lust oder Unlust empfinden</strong></p>
<p>Schon Baruch de Spinoza wollte das verstörende Rätsel lösen, warum Menschen imstande sind – offenbar gegen jede Vernunft –, positive oder negative Gefühle auf Gruppen und Kollektive zu übertragen. Baruch de Spinoza schreibt: „Wer sich vorstellt, dass das, was er liebt, zerstört wird, der wird Unlust empfinden. Stellt er sich aber vor, dass es erhalten wird, wird er Lust empfinden. […] Wer sich vorstellt, dass das, was er hasst, zerstört wird, wird Lust empfinden.“ </p>
<p>Die Frage, ob man bei dem Gedanken an Zerstörung Lust oder Unlust empfindet, hängt also ganz davon ab, was von Zerstörung bedroht ist – etwas Geliebtes oder Gehasstes. Konrad Paul Liessmann betont: „Und mit Spinoza könnte man zumindest jener Heuchelei entgehen, die suggerieren möchte, sie sei weder zu Hass noch zu Zerstörung imstande.“ In einem Jahr, in dem mitten in Europa ein Krieg begonnen wurde, den sich niemand mehr hatte vorstellen wollen, erweisen diese Gedanken ihre tragische Hellsichtigkeit.</p>
<p><strong>Hass kann durchaus lustvoll erlebt werden</strong></p>
<p>Das elementare Gefühl des Hasses ist nicht isoliert zu betrachten. Konrad Paul Liessmann erklärt: „Als Komplementärphänomen zur Liebe schöpft der Hass aus jener affektiven Kraft, mit der wir unserer sozialen und biosphärischen Umwelt im Guten wie im Schlechten begegnen.“ Das dunkle Geheimnis dieser Kraft liegt in der Bipolarität von Lust und Unlust. Es befindet sich zudem im Spannungsfeld von Befriedigung und Versagung, von Wohlbefinden und Schmerz, von Ekstase und Verzweiflung, von Gier und Frustration.</p>
<p>Es wundert Konrad Paul Liessmann wenig, dass es die Vernunft schwer hat, diese starken Gefühle in einer Weise zu kontrollieren und zu beschneiden, die dem Zusammenleben der Menschen in einer halbwegs friedlichen Welt zuträglich ist. Anders als Angst und Ekel kann der Hass aber durchaus lustvoll erlebt werden. Und zwar nicht nur dann, wenn es dem Hassenden gelingt, das wirkliche oder vermeintliche Objekt seines Hasses zu beseitigen. Es liegt eine gewisse Lust in der Aktivität des Hassens an sich. Quelle: „Der Hass“ von Konrad Paul Liessmann in Philosophicum Lech „Der Hass“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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