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	<title>Krieg &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Im Krieg tritt das Primitive hervor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2024 01:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Realität des Krieges kennt Sigmund Freud, wie er selbst einräumt, nur als Beobachter aus der Ferne. Noch gibt es keine traumatisierten Kriegsrückkehrer, die sich auf seine Couch legen, und so bemerkt er: „Es wäre gewiss sehr interessant, die Veränderungen in der Psychologie der Kämpfer zu studieren, aber ich weiß zu wenig darüber.“ Was für ... <a title="Im Krieg tritt das Primitive hervor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-krieg.html" aria-label="Mehr Informationen über Im Krieg tritt das Primitive hervor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Realität des Krieges kennt Sigmund Freud, wie er selbst einräumt, nur als Beobachter aus der Ferne. Noch gibt es keine traumatisierten Kriegsrückkehrer, die sich auf seine Couch legen, und so bemerkt er: „Es wäre gewiss sehr interessant, die Veränderungen in der Psychologie der Kämpfer zu studieren, aber ich weiß zu wenig darüber.“ Was für ein Fundus wäre, so lässt sich aus heutiger Sicht sagen, Ernst Jünger für Sigmund Freud gewesen. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Und wie sehr hätte der Begründer der Psychoanalyse seine Hypothesen über das Unbewusste durch jenen Mann, der zu den Kriegsbegeistertsten und auch, nach damaligen Kategorien, Heldenhaftesten seiner Zeit zählte, bestätigt gefunden.“ Während Sigmund Freud in Wien versucht, den „Wirbel dieser Kriegszeit“ zu verstehen, macht Ernst Jünger Erfahrungen als Soldat, die er in Tagebüchern festhält. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-5519"></span></p>
<p><strong>Das Primitive mildert den Schock des Krieges ab</strong></p>
<p>Aus den Aufzeichnungen hervor geht unter anderem Ernst Jüngers erfolgreichsten Buch „In Stahlgewittern“, dessen Handlung zu Beginn des Jahres 1915 einsetzt. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Jünger hat mit seiner Kompanie gerade die Champagne erreicht, untergebracht sind die Männer in der Schule des kleines Ortes Orainville. Noch hat der junge Mann keinen wirklichen Kontakt mit dem Krieg gehabt, doch das soll sich an diesem, wie der Autor schreibt, „ersten Kriegstag“ ändern.“</p>
<p>Bei seinen Schilderungen wird anschaulich, was Sigmund Freud theoretisch beschreibt: Hervor tritt das Primitive, das den Schock abmildert, in Fall von Ernst Jünger gar zu Faszination verwandelt. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Der unmittelbare Anblick des Grauens wirft ihn auf eine primitive Vorzeit zurück, wobei dieser Zustand es ihm ermöglicht, nicht nur standzuhalten, sondern genau diese Erfahrung fortan zu suchen, nicht zuletzt der existenziellen Intensität willen.“ </p>
<p><strong>Der Einsatz seines Lebens hat für Ernst Jünger einen hohen Reiz</strong></p>
<p>Ernst Jünger hält in seinem Tagebuch fest: „Mir macht das Kriegsleben jetzt grade den richtigen Spaß, das ständige Spiel mit dem Leben als Einsatz hat einen hohen Reiz. Man lebt, man erlebt, man gelangt zu Ruhm und Ehren – das alles nur um den Einsatz eines armseligen Lebens.“ 1920, zwei Jahre nach Kriegsende, erscheint Ernst Jüngers Buch „Kampf als inneres Erlebnis“, und hier zeigt sich deutlich, wie sehr sich sein eigener Versuch der Reflexion mit derjenigen Sigmund Freuds berührt.</p>
<p>Der Krieg so Ernst Jünger, sei etwas Ewiges, Urzeitliches, das alle Menschen tief in sich tragen. In seinem Buch schwingt nicht nur Sigmund Freud, sondern auch der Philosoph Arthur Schopenhauer mit, dessen Metaphysik die Psychoanalyse tief beeinflusst hat. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Der „Wille“ ist nach Schopenhauer der Urgrund menschlichen Handelns und der weltlichen Erscheinungen, ein reiner, unbewusster Lebensdrang, der alles durchwirkt und den Tod verachtet.“ Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2023 02:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen ... <a title="Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-destruktivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen selbst richtet. Judith Butler weiß: „In der Kriegsneurose setzen sich die Kriegsleiden als durch unerbittliche Wiederholdung geprägte traumatische Symptome fort.“ Man wird bombardiert, attackiert, belagert – alles Metaphern eines Krieges, der auf dem posttraumatischen Schauplatz weitergeht. Sigmund Freud sieht hier den Wiederholungscharter der Destruktion. Beim Patienten führt das zu Isolation und weiter gefasst nicht nur zur Schwächung des sozialen Bandes, das Gesellschaften zusammenhält, sondern auch zur Selbstzerstörung bis hin zum Suizid. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5118"></span></p>
<p><strong>Der Beweis für den Todestrieb findet sich im Sadomasochismus</strong></p>
<p>Judith Butler erläutert: „In dieser Art der Destruktion spielen Libido oder Sexualität eine verminderte oder verschwindende Rolle, und die für das politische Leben zentralen sozialen Bindungen lösen sich auf.“ Gegen Ende seinen Buchs „Jenseits des Lustprinzips“ stellt Sigmund Freud nicht nur fest, dass jeder menschliche Organismus in einem bestimmten Sinn seinen eigenen Tod anstrebt, sondern auch, dass sich diese Neigung nicht auf die Sexualtriebe zurückführen lässt.</p>
<p>Der Beweis für den Todestrieb, sagt Sigmund Freud, findet sich im sexuellen Sadismus und allgemeiner im Phänomen des Sadomasochismus. Obgleich die Sexualisierung des Todestriebes seine Destruktivität den nach Freud nicht destruktiven Zielen der Sexualität unterordnen kann, kann es auch zur Vorherrschaft des Todestriebes kommen, eine Situation, die klar im Fall sexueller Gewalt zum Ausdruck kommt. Sowohl die Selbstzerstörung wie die Zerstörung des anderen sind potenziell im Sadomasochismus am Werk.</p>
<p><strong>Der Sadismus ist ein „Vertreter“ des Todestriebes</strong></p>
<p>Flüchtig und opportunistisch bemächtigt sich der Todestrieb des sexuellen Begehrens, ohne offen zutage zu treten. Judith Butler erklärt: „Eine sexuelle Beziehung mit dem ursprünglichen Begehren der Vereinigung wird von zahllosen Formen der Selbstzerstörung durchbrochen, die in manifestem Gegensatz zu den ausdrücklichen Zielen der Liebenden stehen.“ Das zutiefst Beunruhigende an offensichtlich selbstzerstörerischen Handlungen, die gerade die Bindungen auflösen, die man am meisten beibehalten will, ist nur eine alltägliche Spielart des Scheiterns, im dem sich der Todestrieb im Sexualleben kundtut.</p>
<p>In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ führt Sigmund Freud den Sadismus erneut als „Vertreter“ des Todestriebes ein, verknüpft ihn aber in diesem Spätwerk deutlicher mit den Konzepten der Aggression und der Destruktivität. Darin kann man laut Judith Butler eine zweitere oder spätere Fassung der Todestriebtheorie sehen. Dabei wird die Aggression nicht mehr ausschließlich im Kontext des sexuellen Sadomasochismus gesehen, da man, so Freud, „die Ubiquität der nicht erotischen Aggression und Destruktion nicht länger übersehen und versäumen kann“. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Oct 2023 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud ging es in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ unter anderem um die Frage, wie der furchtbaren Destruktivität, wie er sie im Ersten Weltkrieg beobachten konnte und wie er sie für die 1930er Jahre in noch größerem Ausmaß befürchtete, etwas entgegensetzt werden kann. Für Sigmund Freud sind die von Gruppen gegenüber sich ... <a title="Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-triebe.html" aria-label="Mehr Informationen über Zwanghafte Destruktivität mündet in Krieg">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud ging es in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ unter anderem um die Frage, wie der furchtbaren Destruktivität, wie er sie im Ersten Weltkrieg beobachten konnte und wie er sie für die 1930er Jahre in noch größerem Ausmaß befürchtete, etwas entgegensetzt werden kann. Für Sigmund Freud sind die von Gruppen gegenüber sich selbst angeführten bewussten Gründe für ihr Handeln nicht identisch mit ihren handlungsleitenden Beweggründen. Judith Butler erläutert: „Daher muss das Nachdenken über die mögliche Vermeidung von Zerstörungen anderes bieten als bloß für das rationale Denken annehmbare Argumente. Es muss in irgendeiner Weise den Trieb berücksichtigen oder einen Weg finden, mit – und gegen – diese zwanghafte Destruktivität zu arbeiten, die in Krieg münden kann.“  Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4989"></span></p>
<p><strong>Sigmund Freud entwickelte die Konzeption des Todestriebes</strong></p>
<p>Die Skepsis gegenüber der Triebtheorie geht unter anderem auf die Verwechslung von Trieb und Instinkt zurück. Sigmund Freud verwendet zwar beide Begriffe, aber der Triebbegriff erscheint weit häufiger, und er spricht nie von einem „Todesinstinkt“. Sigmund Freud macht in seinem Text „Triebe und Triebschicksale“ deutlich, dass der Trieb – oder „Drang“ – weder nur der Biologie noch einer vollständig autonomen psychischen Sphäre angehört, sondern vielmehr ein „Grenzbegriff“ zwischen somatischer und seelischer Sphäre ist. </p>
<p>Judith Butler weiß: „Bis 1920 vertrat Sigmund Freud die Auffassung, das Seelenleben sei durch Lust, Sexualität oder Libido bestimmt.“ Erst als er mit Kriegsneurosen konfrontiert wurde, zog er Symptome in Erwägung, die durch zwanghafte Wiederholung gekennzeichnet sind und sich nicht als Wunscherfüllung oder Triebbefriedigung erklären lassen. Vor dem Hintergrund des Krieges entwickelte er dann also die Konzeption des Todestriebes, auch aufgrund von Überlegungen zur Destruktivität, insbesondere mit Wiederholungszwängen einhergehenden Destruktivität. </p>
<p><strong>Der Verlauf des Lebens erweist sich als „Umweg zum Tode“</strong></p>
<p>Diese charakterisierte er später in „Das Unbehagen in der Kultur“ als „nicht erotische Aggression“. Judith Butler erläutert: „Mit der ersten Formulierung der Todestriebtheorie in „Jenseits des Lustprinzips“ suchte Freud nach einer Erklärung für Wiederholungshandlungen, die nicht im Dienst der Wunscherfüllung zu stehen schienen.“ Er war Patienten mit Kriegsneurosen begegnet, die traumatische Gewalt- und Verlusterfahrungen immer wieder in Formen durchlebten, die nicht eindeutig den durch das Lustprinzip erklärbaren Wiederholungen entsprachen.</p>
<p>Diese leidvollen Wiederholungen entbehren nicht nur der Befriedigung, sondern verschlimmern zudem den Zustand des Patienten bis zu einem Punkt, an dem die Grundlagen seines organischen Lebens in Gefahr gerieten. Von hier ausgehend, entwickelte Sigmund Freud die erste Version seiner Todestriebtheorie, nach der der Organismus die Rückkehr zu einem ursprünglichen organischen Status ohne jede Erregung anstrebt. Jeder menschliche Organismus strebt nach Rückkehr zu seinem Ursprung, sodass sich der Verlauf des Lebens letzten Endes als „Umweg zum Tode“ erweist. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Krieg ist der Vater des Bösen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 01:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
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					<description><![CDATA[Die schlimmste, folgenschwerste und grauenhafteste Form der Rache ist der Krieg. Reinhard Haller erklärt: „Der Vater des Bösen ist auch deshalb so verhängnisvoll, weil hier nicht nur das Aggressive und Grausame autorisiert ist, sondern weil die Psychologie des Krieges den Durchbruch aller sonst kontrollierten und zurückgehaltenen negativen Impulse zulässt, darunter auch jenen der Rache.“ Rache ... <a title="Der Krieg ist der Vater des Bösen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krieg.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Krieg ist der Vater des Bösen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die schlimmste, folgenschwerste und grauenhafteste Form der Rache ist der Krieg. Reinhard Haller erklärt: „Der Vater des Bösen ist auch deshalb so verhängnisvoll, weil hier nicht nur das Aggressive und Grausame autorisiert ist, sondern weil die Psychologie des Krieges den Durchbruch aller sonst kontrollierten und zurückgehaltenen negativen Impulse zulässt, darunter auch jenen der Rache.“ Rache ist eines der Hauptmotive für Kriege, Angriffe und Gegenschläge. Sie intensiviert und prolongiert kriegerische Auseinandersetzungen. Durch nichts lässt sich die Kriegsbegeisterung eines Volkes oder einer Nation mehr stimulieren als durch Appelle an Demütigungsgefühle und an Rachebedürfnisse, die zu den wichtigsten Steuerungsfaktoren in der Massenpsychologie zählen. Im Krieg können aggressiv-sadistische Psychopathen ihre Rachebedürfnisse meist ohne Konsequenzen ausleben. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3738"></span></p>
<p><strong>Krieg ist Rache und Rache ist Krieg</strong></p>
<p>Die zu jedem Krieg gehörenden Vergeltungsmaßnahmen verstärken seinen Schrecken. Der Ausdruck „Rachefeldzug“ ist selbstredend – mit einem Wort, Krieg und Rache sind miteinander auf verhängnisvolle Weise verbunden. Racheschwüre und gezielte Racheaktionen befeuern die Endloskriege im Mittleren Osten und verhindern jeglichen Friedenschluss in afrikanischen Krisenregionen. Reinhard Haller stellt fest: „Krieg ist Ursache und Folge von Rache, Krieg ist die Bühne der Rächer, Krieg lässt Rache jeder Art zu, Krieg heizt die Rachespirale an, Krieg ist Rache und Rache ist Krieg.“</p>
<p>Welche enorme Bedeutung der politische Umgang mit den Rachegefühlen der Gesellschaft hat, zeigt sich in den unterschiedlichen Reaktionen auf Terroranschläge. Manche Staatenführer versprechen dem Volk Vergeltung, schwören Rache und schreiten gleich zur Tat, wie dies etwa durch den Afghanistanfeldzug der US-Regierung nach dem 9/11-Anschlag erfolgt ist. Andere rufen zur Besonnenheit und Solidarität auf, vorbildlich gesehen durch die norwegische Regierung nach dem entsetzlichen von Anders Breivik angerichteten Massaker vom 22. Juli 2011. </p>
<p><strong>Offenheit braucht Sicherheit</strong></p>
<p>Ministerpräsident Stoltenberg versprach seinen Landsleuten schon in seiner ersten Rede nach dem Attentat, die Antwort auf die Morde werde mehr Offenheit und Demokratie sein. Reinhard Haller ergänzt: „Stoltenberg sah keinen Widerspruch zwischen der Ablehnung eines Verbots rechtsextremer Organisationen und strengeren Kontrollen von Internetforen und Verschärfung der Antiterrorgesetze.“ Stoltenbergs Meinung nach ist eine der Voraussetzungen für Offenheit, dass sie Menschen sich sicher fühlen. </p>
<p>Norwegen wies damit nicht nur den Königsweg zur Überwindung gesellschaftlicher Rachebedürfnisse, sondern hatte auch demokratiepolitischen Erfolg. Die politische Debatte wurde konstruktiver, das Vertrauen der Bürger in die Gesellschaft stieg stark an. Zu weiteren Anschlägen ist es seither – man mag es nicht verschreien – nicht mehr gekommen. Hält er sich die Wichtigkeit und Häufigkeit von Rachegefühlen und -handlungen vor Augen, ist Reinhard Haller erstaunt, wie wenig sich die Wissenschaft mit diesem Thema befasst hat. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kränkungen können sogar Kriege auslösen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krieg-durch-kraenkung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2021 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demütigung]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei manchen Kriegen bleiben die Ursachen ein Rätsel. Die sonst üblichen Gründe wie Herrschaftsinteressen, Territorialansprüche, ethnisch-kulturelle Heterogenität, soziale Ungerechtigkeiten oder Machtkonkurrenz liefern keine stimmige Erklärung. Reinhard Haller weiß: „in vielen Fällen wird man bei Demütigungen und Kränkungen fündig, die vielleicht nicht das ganze Drama verursacht, aber zumindest ausgelöst und den letzten Ausschlag gegeben haben.“ Das ... <a title="Kränkungen können sogar Kriege auslösen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krieg-durch-kraenkung.html" aria-label="Mehr Informationen über Kränkungen können sogar Kriege auslösen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei manchen Kriegen bleiben die Ursachen ein Rätsel. Die sonst üblichen Gründe wie Herrschaftsinteressen, Territorialansprüche, ethnisch-kulturelle Heterogenität, soziale Ungerechtigkeiten oder Machtkonkurrenz liefern keine stimmige Erklärung. Reinhard Haller weiß: „in vielen Fällen wird man bei Demütigungen und Kränkungen fündig, die vielleicht nicht das ganze Drama verursacht, aber zumindest ausgelöst und den letzten Ausschlag gegeben haben.“ Das Beispiel schlechthin findet man in der griechischen Mythologie, im Trojanischen Krieg, den Homer in seiner „Illias“ schildert. Dessen mythologische Wurzeln sind Kränkungen und sich nach dem Schneeballprinzip ausbreitende Kränkungsreaktionen. Am Anfang steht die Gekränktheit der Göttin der Zwietracht Eris. Diese war als Einzige von den Olympiern nicht zur Hochzeit des Helden Peleus mit der Göttin Thetis eingeladen worden. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2847"></span></p>
<p><strong>Paris entscheidet sich für Aphrodite</strong></p>
<p>Darüber tief verletzt, warf Eris einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „für die Schönste“ in die Hochzeitsrunde und traf ins Volle. Sie löste einen erbitterten Streit zwischen der Göttermutter Hera, der Weisheitsgöttin Athene und Aphrodite, der Gottheit der Liebe, aus. Jede wollte die Schönste sein und beanspruchte den Apfel für sich. Da sie sich nicht einigen konnten, sollte Paris, der verstoßene Königssohn Trojas, entscheiden. Das berühmte „Urteil des Paris“ fiel zugunsten der Liebesgöttin aus. </p>
<p>Denn Aphrodite hatte ihm Helena, die schönste Frau auf Erden, versprochen. Diese war jedoch mit dem spartanischen König Menelaos verheiratet. Mit ihr flüchtete Paris dann nach Troja. Der gehörte Gatte rief die Eidpflichtigen zu Kampf und Rache auf, und so zog das griechische Heer unter dem Führer Agamemnon zur Freude der gekränkten unterlegenen Göttinnen gegen Troja. Kränkungen ziehen sich durch die ganze „Illias“. Sie geben Anlass für neue Feindschaften, für den Streit der Helden untereinander, für den Untergang der Sieger und Besiegten. </p>
<p><strong>Es gibt eine Demütigungshypothese von Kriegen</strong></p>
<p>Historiker können die Ursachen von Kriegen differenziert beurteilen. Kränkungen, besonders massenpsychologischer Natur, spielen aber innerhalb des komplexen Bedingungsgefüges eine bedeutende Rolle. Reinhard Haller nennt ein Beispiel: „So hat eine Stimmung aus geschichtlich gewachsener Rivalität, Eifersüchtelei, gegenseitigen Demütigungen, unausgesprochenen Drohungen und zum Teil irrealen Befürchtungen wesentlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beigetragen.“ </p>
<p>Das allgemein als Auslöser des Krieges geltende Attentat von Sarajevo auf den habsburgischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin durch einen bosnischen Serben war eine schwere Demütigung der K.-u.-k.-Monarchie. Der kränkende Funke, der 17 Millionen Tote zu Folgen haben sollte, war gezündet. Als Paradebeispiel für die Demütigungshypothese von Kriegen wird auch immer wieder die „Schmach“ des Friedens von Versailles und St. Germain für die Verlierer des Ersten Weltkrieges genannt. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Fanatiker sind von ihren Vorstellungen besessen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2020 06:44:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diktatur]]></category>
		<category><![CDATA[Fanatiker]]></category>
		<category><![CDATA[Ideologie]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Das lateinische Wort „fanaticus“ bedeutet wie das französische „fanatique“ so viel wie „göttlich inspiriert“. Tatsächlich glauben die meisten fanatischen Menschen, im Besitz einer höheren, besseren und auf jeden Fall richtigen Idee zu sein. Reinhard Haller weiß: „Der fanatische Mensch ist von einem Gedanken, einer Vorstellung oder Überzeugung geradezu besessen.“ Es genügt ihm dabei aber nicht, ... <a title="Fanatiker sind von ihren Vorstellungen besessen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fanatiker-sind-von-ihren-vorstellungen-besessen.html" aria-label="Mehr Informationen über Fanatiker sind von ihren Vorstellungen besessen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das lateinische Wort „fanaticus“ bedeutet wie das französische „fanatique“ so viel wie „göttlich inspiriert“. Tatsächlich glauben die meisten fanatischen Menschen, im Besitz einer höheren, besseren und auf jeden Fall richtigen Idee zu sein. Reinhard Haller weiß: „Der fanatische Mensch ist von einem Gedanken, einer Vorstellung oder Überzeugung geradezu besessen.“ Es genügt ihm dabei aber nicht, seine Vorstellungen für absolut wahr zu halten. Sondern er zeigt auch gegenüber allen Menschen, die seine Ansicht bezweifeln oder relativieren wollen, völlig intolerant. Mit missionarischem Eifer versucht er, Andersdenkende zu überzeugen. Er verteidigt seine Idee kämpferisch und ist keinem vernünftigen Argument zugänglich. Bernhard Verbeek meint in seinem Werk „Die Wurzeln der Kriege“: „Die subjektive moralische Gutheit fanatisierter Menschen kennt offenbar keine Grenzen.“ Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2430"></span></p>
<p><strong>Diktaturen und Kriege sind ohne Ideologie nicht möglich</strong></p>
<p>Der Ausdruck „Kampffanatiker“ beschreibt diesen Persönlichkeitstypus sehr treffend. In anderen Bereichen kann er durchaus vernünftig denken und urteilen. Seine fanatische Vorstellung ist jedoch jedem kritischen Reflexionsvermögen entzogen. Fanatische Ideen findet man in politischen und religiösen Fragestellungen. Sie tauchen auf in extremistischen Ideologien, im Fundamentalismus und im Rassismus. Fanatismus ist viel mehr als überschwängliche Begeisterung, wie sie etwa jedem Sport- oder Popfan eigen ist.</p>
<p>Die fanatische Idee ist emotional hochgradig besetzt und nimmt immer weitere Teile des Denkens, Fühlen und Handelns in Besitz. Bereits Voltaire hatte die Gefährlichkeit fanatischer Ideen erkannt. Er sagt: „Bedenkt, dass Fanatiker gefährlicher sind als Schurken. Einen Besessenen kann man niemals zur Vernunft bringen, einen Schurken wohl!“ Diktaturen und Kriege sind ohne Ideologie, ohne fanatische und böse Ideen nicht möglich. Dazu können unzählige historische Beispiele angeführt werden. Etwa die Kreuzzüge, denen der Gedanke zugrunde lag, das Heilige Land aus den Händen der Sarazenen zu befreien.</p>
<p><strong>Der Ausdruck „Rassenwahn“ ist gründlich falsch</strong></p>
<p>Der Rassenwahn der Nazis leitet sich von Lombrosos Idee vom geborenen Verbrecher und den gesunden Arten ab. Der Ausdruck „Rassenwahn“ ist allerdings gründlich falsch. Denn es handelt sich bei der NS-Ideologie um kein pathologisches und somit nicht zu verantwortendes Gedankengut. Sondern es sind Ideen, die von gesunden Gehirnen hervorgebracht worden sind. Dieser Gedanke erscheint vielen Menschen jedoch kaum erträglich.</p>
<p>Doch man braucht in der Geschichte gar nicht so weit zurückzugehen. Auch die jüngste Zeit liefert genügend Beispiele, wie sich Ideen auswirken und wie sich das Böse entwickelt. Reinhard Haller nennt das Stichwort „killing fields“. Die böse Idee des 1998 verstorbenen Schlächters Pol Pot bestand darin, Kambodscha über Nacht in einen Bauernstaat zu verwandeln. Die uralte Kulturnation sollte gewaltsam auf die „Stunde null“ zurückgedreht werden, um dort anschließend ein agrarisches Utopia zu schaffen. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Reinhard Haller lotet die Abgründe des Bösen aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Feb 2020 07:33:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Mörder]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Haller]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[Weit über ein Jahr seines Lebens hat sich Reinhard Haller von Mördern ihre Lebensgeschichten erzählen lassen. Es ging ihm darum, die Persönlichkeit der Täter zu beschreiben, ihre Motive zu analysieren und festzustellen, ob sie mit klarem Verstand – das Gesetz spricht dann von bösem Willen – oder krankhafter Absicht gehandelt haben. In seinem neuen Buch ... <a title="Reinhard Haller lotet die Abgründe des Bösen aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-lotet-die-abgruende-des-boesen-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Reinhard Haller lotet die Abgründe des Bösen aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weit über ein Jahr seines Lebens hat sich Reinhard Haller von Mördern ihre Lebensgeschichten erzählen lassen. Es ging ihm darum, die Persönlichkeit der Täter zu beschreiben, ihre Motive zu analysieren und festzustellen, ob sie mit klarem Verstand – das Gesetz spricht dann von bösem Willen – oder krankhafter Absicht gehandelt haben. In seinem neuen Buch „Das Böse“ präsentiert er seine Ergebnisse. Dabei hat er festgestellt, dass die zur bösen Tat führenden Motive, zumindest vordergründig, oft erstaunlich banal waren. Manchmal entwickelt sich das Böse aus einer jahrelangen Konfliktsituation, dann wieder resultiert es aus den sich aufschaukelnden Emotionen eines Streits. Oft entspringt es momentanen Frustrationen, manchmal folgt es einem umfassenden, bis in alle Einzelheiten durchdachten, grauenhaften Plan. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2138"></span></p>
<p><strong>Böses geht aus Bösem hervor und dieser Kreislauf endet nie</strong></p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „In nicht wenigen Fällen standen hinter dem Bösen fanatische Ideen, psychische Beeinträchtigungen oder wahnhafte Gedanken, sodass man nicht von der bösen, sondern von der kranken Tat sprechen müsste.“ Manchmal konnte Reinhard Haller die kalte Planung und die gefühllose Durchführung eines Gewaltverbrechens kaum glauben, oft erschauderte er vor den grausig-sadistischen Fantasien, die sich hinter scheinbar normalen menschlichen Fassaden zeigen.</p>
<p>Im Schicksal vieler Täter, die selbst Opfer waren, konnte Reinhard Haller erkennen, wie das Böse aus Bösem hervorgeht und der Kreislauf nie endet. Die meisten Täter sind bemüht, ihre kriminelle Handlung als etwas Gestörtes und Krankes, als eine nicht zu ihrer Person gehörende Handlung darzustellen und vermuten die Ursachen in unbewussten tiefenpsychologischen Vorgängen oder in den niemanden geheueren „Abgründen der Seele“. Die Schuld wird damit vom eigenen Willen auf dunkle seelische Kräfte, für die man weniger verantwortlich zu sein scheint, geschoben.</p>
<p><strong>Der Krieg lässt das Böse in all seinen Formen zu</strong></p>
<p>Aus kriminalpsychiatrischer Sicht sind in einer durch und durch bösen Tat folgende Elemente, die den Code des Bösen bilden könnten, enthalten: Fehlende Empathie, einseitige Machtverteilung, eine psychopathische Charakterstruktur – Sadismus, Maligner Narzissmus – Entwürdigung der Opfer, Planungsgrad, Schwere der Folgen für die Opfer und Missachtung des Moralinstinktes. Wenn man sich fragt, wo der Code des Bösen am unmittelbarsten angetroffen werden kann, landet man unweigerlich beim Krieg.</p>
<p>Der Krieg ist laut Reinhard Haller nicht nur eine Verdichtung des Bösen, er lässt auch das Böse in all seinen Formen zu: „Der Krieg setzt ungezügelte Aggressionen, mörderische Kräfte, eine durch und durch zerstörerische Energie, wie wir im zivilen Antrag unterdrücken, frei.“ Wenn man einen Blick auf die Pressemeldungen der letzten Monate wirft, wird man feststellen, dass das Böse weitergeht, in unverminderter Härte, in vielfältiger Grausamkeit, in nicht enden wollendem Umfang. Sigmund Freud vertrat die These, dass das Böse nur durch die Kultur zurückgedrängt werde könne. Der chinesische Philosoph Hsün Dse wusste das schon 220 v. Chr.: „Der Mensch ist von Natur aus böse; wenn er dennoch gut ist, so ist dies die Frucht der Kultur.“</p>
<p><strong>Das Böse<br />
Die Psychologie der menschlichen Destruktivität<br />
Reinhard Haller<br />
Verlag: Ecowin<br />
Gebundene Ausgabe: 231 Seiten, Auflage 3: 2020<br />
ISBN: 978-3-7110-0248-8, 24,00 Euro</strong></p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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