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	<title>Konflikt &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Erwartungen fallen zu lassen ist befreiend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 02:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Die wenigsten Menschen können ihre Erwartungen fallen lassen. Reinhard K. Sprenger nennt ein Beispiel: „Viele Ehepaare halten oft jahrzehntelang wechselseitig an Erwartungen fest, die der andere beim besten Willen gar nicht erfüllen kann. Der eine macht permanent Druck und wundert sich, dass der andere verhärtet.“ Mehr noch: Die meisten Menschen kommen überhaupt nicht auf die Idee, dass man Erwartungen auch loslassen kann. Diese Menschen haben keine Erwartungen, sie sind ihre Erwartungen. Dabei kann niemand eine Person zwingen, an Erwartungen festzuhalten. Wer das erkennt, ist nicht frei von Problemen, aber frei&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die wenigsten Menschen können ihre Erwartungen fallen lassen. Reinhard K. Sprenger nennt ein Beispiel: „Viele Ehepaare halten oft jahrzehntelang wechselseitig an Erwartungen fest, die der andere beim besten Willen gar nicht erfüllen kann. Der eine macht permanent Druck und wundert sich, dass der andere verhärtet.“ Mehr noch: Die meisten Menschen kommen überhaupt nicht auf die Idee, dass man Erwartungen auch loslassen kann. Diese Menschen haben keine Erwartungen, sie sind ihre Erwartungen. Dabei kann niemand eine Person zwingen, an Erwartungen festzuhalten. Wer das erkennt, ist nicht frei von Problemen, aber frei von der daraus entstehenden Lähmung. Es ist nämlich unglaublich befreiend, über diese Denkmöglichkeit zu verfügen. Jedenfalls war es für Reinhard K. Sprenger eine wertvolle Erkenntnis, dass er Erwartungen loslassen kann – an seine Kinder, an seine Frau, an seine Freunde. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5914"></span></p>
<p><strong>An manchen Erwartungen sollte man unbedingt festhalten</strong></p>
<p>Reinhard K. Sprenger betont: „Denn, und das ist wichtig: Es gibt Erwartungen, an denen Sie unbedingt festhalten sollten. Wenn Sie sie vorher als solche erkannt und erkannt haben.“ Die Freiheit, die Reinhard K. Sprenger sich selbst gibt, beginnt mit Loslassen. Es ist ein berauschendes Gefühl, nichts zu erwarten, nichts zu wollen, sich in den Strom des Lebens einzufügen, nichts abzusichern. Erwartungen los zu lassen, das ist wahre Gelassenheit. Daneben besteht die Möglichkeit, die eigenen Erwartungen zu verhandeln.</p>
<p>Dabei sollte man wie folgt vorgehen. Zunächst sagen: „Dies sind meine Erwartungen.“ Damit definiert man sein persönliches Soll. Dann fragen: „Was sind die Erwartungen des Anderen.“ Damit erkundet man das Soll seines Gegenübers. Wenn die Erwartungen nicht richtungsgleich sind beziehungsweise die Schnittmenge zu gering, muss man abklären: „Wo ist der Punkt, an dem wir uns treffen können?“ Reinhard K. Sprenger ergänzt: „Wenn Sie diesen Punkt nicht finden, können Sie sich zunächst vertagen und die Situation überdenken.“ </p>
<p><strong>Hohe Erwartungen führen oftmals zu Konflikten</strong></p>
<p>Sollte man zu denjenigen Menschen gehören, die Konflikte eher vermeiden, dann gilt folgendes: Je weniger Erwartungen man hat, desto konfliktfreier ist das eigene Leben. Je höher die Erwartungen sind, desto wahrscheinlicher werden Konflikte. Und desto extremer. Zugespitzt: Wollen Sie recht haben oder glücklich sein? „Beides“, werden Sie rufen. „Klappt nur selten“, wird Reinhard K. Sprenger antworten. Der Konflikt als Erwartungsdifferenz wird also von zwei Seiten genährt – von den eigenen Erwartungen an andere und den Erwartungen anderer an die eigene Person.</p>
<p>Die Erwartungen anderer haben zunächst nichts mit der eigenen Person zu tun. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Die Erwartungen anderer können auch dort bleiben, wo sie herkommen – bei den anderen. Ob Sie sie erfüllen oder nicht, das können Sie wählen.“ Wenn man sie nicht erfüllt, ist ein sozialer Konflikt wahrscheinlich. Wenn man sie erfüllt, ist ein intrapsychischer Konflikt wahrscheinlich. In jedem Fall aber ist ein Preis zu zahlen, entweder auf der einen Seite oder auf der anderen. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Bedürfnisse verwandeln sich oft in Vorwürfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 02:00:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Erwartungstypen sind Bedürfnisse, die zumindest teilweise unreflektiert in den tiefen Schichten des Bewusstseins eines Menschen schlummern. Erst der äußere Anstoß des Nicht-Erfüllens verlagert sie ins Bewusstsein. Diese Chance wird jedoch selten genutzt. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Wir haben in der Regel nicht gelernt, uns selbst über unsere Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen aufzuklären, noch haben wir gelernt, darüber zu sprechen. Deshalb lenken wir sie aggressiv nach außen.“ Wenn Menschen sprechen, dann im Modus der Anklage: Sie externalisieren. Das haben sie gelernt. Daher kommen ihre Bedürfnisse zumeist in grimmiger Form ans&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erwartungstypen sind Bedürfnisse, die zumindest teilweise unreflektiert in den tiefen Schichten des Bewusstseins eines Menschen schlummern. Erst der äußere Anstoß des Nicht-Erfüllens verlagert sie ins Bewusstsein. Diese Chance wird jedoch selten genutzt. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Wir haben in der Regel nicht gelernt, uns selbst über unsere Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen aufzuklären, noch haben wir gelernt, darüber zu sprechen. Deshalb lenken wir sie aggressiv nach außen.“ Wenn Menschen sprechen, dann im Modus der Anklage: Sie externalisieren. Das haben sie gelernt. Daher kommen ihre Bedürfnisse zumeist in grimmiger Form ans Tageslicht: Bedürfnisse werden in Vorwürfe verwandelt. Unausgesprochene Erwartungen sind ebenso zugänglich wie üblich: Erwartungen und Maßstäbe sind dabei nicht abgeglichen worden. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5823"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen können sich nicht offen zu ihren Bedürfnissen bekennen</strong></p>
<p>Der naheliegende Grund dafür: Solange der Konflikt „negativ“ erlebt wird, fällt es vielen Menschen schwer, sich offen zu ihren Bedürfnissen zu bekennen. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Es könnte ja deutlich werden, dass der andere ihren Erwartungen nicht entsprechen will. Oder ihr eigener Zweifel an der Angemessenheit ihrer Erwartungen bestätigt wird.“ Deshalb ist die Neigung verbreitet, vorbeugend nicht zu viel zu erwarten. Das ist ein Leben aus dem Halben, nicht aus dem Vollen.</p>
<p>Wer diesen Konflikt vermeidet, vermeidet die Welt. Reinhard K. Sprenger fügt hinzu: „Und hofft. Häufig vergeblich. Dann wird es teuer. Sie zahlen entweder den Preis ihrer Selbstachtung oder hohe Abfindungen.“ Allerdings gilt auch: Man sollte sich nicht in Ausgesprochenen verlieren. Manchmal ist Schweigen einfach praktisch. Wer alle Konflikte im Voraus beseitigen will, sollte erst gar keine Beziehung beginnen. Denn allem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne.</p>
<p><strong>Die Liebe ist immer eine zweifelnde Liebe</strong></p>
<p>Es ist nicht klug, ihn gleich zu Beginn zu zerstören. Viele Wege entstehen erst beim Gehen. Und selbst die Liebe kann sich entwickeln. Auch die Liebe zu einer Aufgabe. Eine Definition sozialer Konflikte lautet: Der andere erfüllt nicht die eigenen Erwartungen. Das Gefühl kennen viele Menschen seit frühester Kindheit – dass ihre Erwartungen frustriert werden. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Was ihr ganzes Leben überschattet mit der Möglichkeit, nicht das zu bekommen, was sie wollen.“</p>
<p>Verständlicherweise gefällt ihnen das heute noch nicht. Wenn mich ein anderer enttäuschen kann, gebe ich ihm ja Bedeutung für mein Leben. So wie die Liebe für einen anderen immer eine zweifelnde Liebe ist, die mit der Möglichkeit Nichtwiedergeliebtwerdens rechnen muss – sonst wäre sie nicht die ganze Liebe. Bezogen auf die eigenen Erwartungen hat man verschiedene Handlungsmöglichkeiten. Erstens kann man an seinen Erwartungen festhalten. Das tut man sehr häufig. Aber das ist nicht kostenlos. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder Konflikt hat ein Innen und ein Außen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2024 01:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder Konflikt wurzelt in einer Zweischrittigkeit. Erstens die Unterscheidung zwischen Innen und Außen. Zweitens die Abwertung des Außen. Wichtig ist für Reinhard K. Sprenger folgendes: „Die Unterscheidung und Abwertung/Aufwertung eines Dings oder eines Wertes macht eine Differenz deutlich. Damit eröffnet sie die Möglichkeit des Widerspruchs. Die Differenz ist also die Einladung zum Nicht-Einverstandensein.“ Aber das ist noch kein Konflikt. Der entsteht erst, wenn man die Erfahrung anderer negiert, seine eigene Rechthaber-Story über die anderen stellt und für allein seligmachend hält. Es gibt etwas, das für alle Konflikte essentiell ist, nämlich&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Konflikt wurzelt in einer Zweischrittigkeit. Erstens die Unterscheidung zwischen Innen und Außen. Zweitens die Abwertung des Außen. Wichtig ist für Reinhard K. Sprenger folgendes: „Die Unterscheidung und Abwertung/Aufwertung eines Dings oder eines Wertes macht eine Differenz deutlich. Damit eröffnet sie die Möglichkeit des Widerspruchs. Die Differenz ist also die Einladung zum Nicht-Einverstandensein.“ Aber das ist noch kein Konflikt. Der entsteht erst, wenn man die Erfahrung anderer negiert, seine eigene Rechthaber-Story über die anderen stellt und für allein seligmachend hält. Es gibt etwas, das für alle Konflikte essentiell ist, nämlich die Existenz des Anderen beziehungsweise die Existenz der anderen Möglichkeit. Und wenn man den anderen nicht findet, schafft man sich einen. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5586"></span></p>
<p><strong>Immer mehr Menschen sehnen sich nach Führung</strong></p>
<p>Man erwählt einen, den man verantwortlich machen kann für alles, was schiefläuft. Reinhard K. Sprenger weiß: „Deshalb sehnen sich immer mehr Menschen nach Führung, sogar autoritärer Führung. Deshalb arbeitet auch so mancher Mitarbeiter lieber in einer durchgestuften Hierarchie mit klaren Zuständigkeiten und Weisungswegen statt in einer flachen Hierarchie, die ihm viele Wahlmöglichkeiten lässt, aber eben auch Verantwortung zuweist.“ Überall zu spüren ist die Sehnsucht nach dem Ende der Ambivalenz.</p>
<p>Diese Nachfrage greifen Unternehmensführer auf, die mit scheinbar „eindeutigen“ Botschaften aus der Kontingenz fliehen. Diesen Trend greifen auch Populisten auf, die ihren Wählern wenigstens Alternativen bieten, wenngleich simplifizierte. Davon ist eine eindeutig „gut“, die anderen eindeutig „schlecht“. Reinhard K. Sprenger fügt hinzu: „Das erleichtert, denn so fühlen wir uns nicht im Stich gelassen und mit uns selbst allein. Und es erspart uns die Zumutung, die andere Seite durchdenken und womöglich anerkennen zu müssen.“ </p>
<p><strong>Dogmen sollte man konstant herausfordern</strong></p>
<p>Dann ist der äußere Konflikt das Mittel, um den inneren Konflikt totzuschweigen. Die Weltgeschichte ist randvoll mit Beispielen dazu, die als „tragisch“ zu bezeichnen verharmlosend wäre. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Aber auch wir in unserem individuellen Schicksal bleiben von dieser Tragik oftmals nicht verschont. Was kann das für Sie ganz lebenspraktisch heißen? Halten Sie die Gitterstäbe Ihrer Weltsicht nicht für Haltestangen. Um für die Sichtweise des anderen empfänglich zu sein, muss man seine Schutzschilde senken. Immer wieder.“ </p>
<p>Man sollte die Konzepte fallen lassen, die dem eigenen Selbst irritierende Erfahrungen vom Leib halten. Menschen müssen durchlässig werden, um sich von anderen wirklich berühren zu lassen. Reinhard K. Sprenger rät: „Probieren Sie, auf die andere Seite zu gehen und die Dinge von dort aus zu betrachten. Üben Sie „integrales Denken“: Möglichst viele Realitätskanäle zusammenführen, verknüpfen; Dogmen konstant herausfordern. Ein Besucher der anderen Seite lohnt sich fast immer. Seien Sie und bleiben Sie neugierig.“ Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Aufgabenkonflikte können nützlich sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jul 2024 01:00:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Neue Denkweisen erwachsen oft als alten Bindungen. Es scheint, dass Menschen auf einer Wellenlänge sein müssen, um gemeinsam voranzukommen. Doch die Wahrheit ist komplizierter – wie alle Wahrheiten. Eine der weltweit führenden Konfliktforscherinnen ist die in Australien ansässige Karen „Etty“ Jehn. Adam Grant stellt fest: „Wenn Sie an Konflikte denken, stellen sich sie wahrscheinlich vor, was Etty Beziehungskonflikte nennt – persönliche, emotionale Auseinandersetzungen, die nicht nur von Spannungen, sondern auch Feindseligkeit geprägt sind. Doch Etty hat noch eine andere Variante namens Aufgabenkonflikt entdeckt – Auseinandersetzungen über Ideen und Meinungen. Die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neue Denkweisen erwachsen oft als alten Bindungen. Es scheint, dass Menschen auf einer Wellenlänge sein müssen, um gemeinsam voranzukommen. Doch die Wahrheit ist komplizierter – wie alle Wahrheiten. Eine der weltweit führenden Konfliktforscherinnen ist die in Australien ansässige Karen „Etty“ Jehn. Adam Grant stellt fest: „Wenn Sie an Konflikte denken, stellen sich sie wahrscheinlich vor, was Etty Beziehungskonflikte nennt – persönliche, emotionale Auseinandersetzungen, die nicht nur von Spannungen, sondern auch Feindseligkeit geprägt sind. Doch Etty hat noch eine andere Variante namens Aufgabenkonflikt entdeckt – Auseinandersetzungen über Ideen und Meinungen. Die Frage ist, ob die beiden Konfliktarten unterschiedliche Folgen haben. Insgesamt wurden dazu im Rahmen von mehr als hundert Studien Konfliktarten in über 8.000 Teams untersucht. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-5564"></span></p>
<p><strong>Das Fehlen von Konflikten bedeutet Apathie</strong></p>
<p>Eine Metaanalyse dieser Studien zeigte, dass Beziehungskonflikte im Allgemeinen die Leistung beeinträchtigen, einige Aufgabenkonflikte jedoch nützlich sein können: Sie werden mit einer größeren Kreativität und klügeren Entscheidungen in Verbindung gebracht. Adam Grant erläutert: „So gibt es Hinweise darauf, dass Teams, in denen es zu einem frühen Zeitpunkt leichte Aufgabenkonflikte gibt, Folgendes tun: Sie entwickeln, wie in chinesischen Technologiefirmen geschehen, originellere Ideen, führen, wie in niederländischen Lieferservices beobachtet, mehr Neuerungen ein, und treffen, wie in amerikanischen Krankenhäusern geschehen, bessere Entscheidung.“</p>
<p>Wie ein Forscherteam schlussfolgerte: „Das Fehlen von Konflikten bedeutet nicht Harmonie, sondern Apathie. Beziehungskonflikte dagegen sind teilweise destruktiv, weil sie dem Umdenken im Weg stehen. Adam Grant ergänzt: „Wenn ein Streit persönlich und emotional wird, werden wir zu selbstgerechten Predigern und Ansichten, zu gehässigen Anklägern der anderen Seite oder zu unbeirrbaren Politikern, die von den eigenen Sichtweisen abweichende Meinungen ablehnen.“ </p>
<p><strong>Nochmaliges Nachdenken bringt einen Menschen der Wahrheit näher</strong></p>
<p>Aufgabenkonflikte können dagegen konstruktiv sein, wenn sie Gedankenvielfalt herbeiführen, und Menschen davon abhalten, in Selbstüberschätzungszyklen hineinzugeraten. Adam Grant betont: „Sie können uns helfen, demütig zu bleiben, können Zweifel an die Oberfläche bringen und uns neugierig darauf machen, was uns entgehen könnte. Das kann uns dazu veranlassen, noch einmal nachzudenken, und uns der Wahrheit näherbringen, ohne unseren Beziehungen Schaden zuzufügen.“ </p>
<p>Obwohl es eine wichtige Lebenserfahrung ist, sich produktiv auseinandersetzen zu können, haben viele Menschen diese Fertigkeit nie vollständig entwickelt. Adam Grant weiß: „Das Problem beginnt früh: Eltern streiten sich hinter verschlossenen Türen, weil sie fürchten, dass Konflikte Kinder verängstigen oder sich schädigend auf ihren Charakter auswirken.“ Forschungen zeigen jedoch, dass es keinen Einfluss auf die schulische, soziale oder emotionale Entwicklung von Kindern hat, wie oft ihre Eltern sich streiten. Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gedanken und Gefühle bilden eine Einheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2024 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut Reinhard K. Sprenger gibt es keinen Unterschied zwischen rationalem Erkennen und emotionalen Erfühlen. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Deshalb kann ein Mensch seine Gefühle in Konflikten durchaus beeinflussen, indem er seine Gedanken ändert. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Nur das Zusammenspiel von Gedanken und Gefühlen gibt Ihnen die Möglichkeit, sich in einer wandelnden Umwelt selbst als Einheit zu erleben.“ Studien haben vielfach nachgewiesen, dass die Dominanz der Gefühle im Konfliktfall zu einer gefährlichen Über-Vereinfachung des Konfliktgegenstandes führt. Man „erspart“ sich gleichsam die komplexen Zusammenhänge, kocht die Suppe auf einen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut Reinhard K. Sprenger gibt es keinen Unterschied zwischen rationalem Erkennen und emotionalen Erfühlen. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Deshalb kann ein Mensch seine Gefühle in Konflikten durchaus beeinflussen, indem er seine Gedanken ändert. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Nur das Zusammenspiel von Gedanken und Gefühlen gibt Ihnen die Möglichkeit, sich in einer wandelnden Umwelt selbst als Einheit zu erleben.“ Studien haben vielfach nachgewiesen, dass die Dominanz der Gefühle im Konfliktfall zu einer gefährlichen Über-Vereinfachung des Konfliktgegenstandes führt. Man „erspart“ sich gleichsam die komplexen Zusammenhänge, kocht die Suppe auf einen simplen Punkt herunter, um ihn umso effektvoller präsentieren zu können. Das sollten man sich und seinem Konfliktpartner mit Blick auf einen weiterer gemeinsamen Weg nicht antun. Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5492"></span></p>
<p><strong>Denken ohne Gegensätze ist nicht möglich</strong></p>
<p>Beim Rechthaben arbeitet der Verstand in zwei Schritten. Erstens: Er öffnet die Augen und beobachtet die Welt. Genau genommen fasst er nur Teile der Welt ins Auge, was man gemeinhin „selektive Wahrnehmung“ nennt. Reinhard K. Sprenger ergänzt: „Er wählt aus der Gesamtheit aller beobachtbaren Dinge jene aus, die ihm wichtig erscheinen. Deshalb nehmen wir zunächst wahr, was uns emotional entgegenkommt. Das ist ein Akt der Unterscheidung.“ </p>
<p>Gewisse Dinge treten in den Vordergrund, andere bleiben in der Kulisse. Danach spaltet der Verstand das Ausgewählte in zwei Seiten – die Gegensätze. Denn Denken ohne Gegensätze ist nicht möglich. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Der Verstand ordnet die Welt in Oppositionen, spitzt Unterscheidungen zu Gegensätzen zu, Gegensätze zu Widersprüchen.“ Auf welche Seite des Gegensatzpaares wird er sich stellen? Natürlich auf die richtige, die gute – und hat so ein „Innen“ geschaffen.</p>
<p><strong>In der „Entzweiung“ liegt der Beginn des Konflikts</strong></p>
<p>Der zweite Akt dieses Prozesses ist die Bewertung. Damit hat der Verstand auch ein „Außen“ bestimmt, etwas, das weniger Geltung beanspruchen kann. Reinhard K. Sprenger formuliert es noch einmal anders: „Jeder Standpunkt, den der Verstand einnimmt, erschafft mit mechanischer Zuverlässigkeit sein eigenes Gegenteil. Weil er etwas braucht, von dem er sich absetzen kann.“ Am Beginn allen Denkens steht also die „Entzweiung“. Hier liegt der Beginn des Konflikts.</p>
<p>Wenn diese andere Seite in der eigenen Person selbst liegt, erlebt man das als innere Zerrissenheit. Wenn diese andere Seite von einem anderen Menschen vertreten wird, gibt man dieser Person unrecht. Und man kann sicher sein, dass es immer jemanden gibt, der genau diese andere, die von einem selbst abgewertete Seite bevorzugt. Reinhard K. Sprenger weiß: „Jeder Mensch unterscheidet nun einmal anders. Manchmal will man sich ja auch nur unterscheiden von jenen, die unterscheiden: zwischen Weißen und Schwarzen, Frauen und Männern, Hiesigen und Fremden.“ Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Negative Emotionen verschärfen Konflikte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Apr 2024 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es knistert und kracht, sind die Betroffenen ja in der Regel erregt, zumindest emotional stark engagiert. Zu den Gefühlen, die dann hochkommen, zählen Wut, Entrüstung, Trauer, Empörung, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Scham. Ruft ein Mensch diese Emotionen auf, ist er „mitten drin“. Und da die spätmoderne Gesellschaft dem Ideal des intensiven Lebens nachjagt, gelten Gefühle als gut und „authentisch“. Dann ist es nicht weit bis zu der Bemerkung, Gefühle hätten eine „überwältigt“. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Wenn man zum Beispiel im Streit laut wird oder weint. Wir verweisen auf die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es knistert und kracht, sind die Betroffenen ja in der Regel erregt, zumindest emotional stark engagiert. Zu den Gefühlen, die dann hochkommen, zählen Wut, Entrüstung, Trauer, Empörung, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Scham. Ruft ein Mensch diese Emotionen auf, ist er „mitten drin“. Und da die spätmoderne Gesellschaft dem Ideal des intensiven Lebens nachjagt, gelten Gefühle als gut und „authentisch“. Dann ist es nicht weit bis zu der Bemerkung, Gefühle hätten eine „überwältigt“. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Wenn man zum Beispiel im Streit laut wird oder weint. Wir verweisen auf die Eigenständigkeit unserer Gefühle und hoffen auf Rabatt. Gerade in Konflikten ist es Brauch, die Verantwortung für ein bestimmtes Verhalten an die Gefühle abzutreten.“ Reinhard K. Sprenger, promovierter Philosoph, ist einer der profiliertesten Führungsexperten Deutschlands. <span id="more-5376"></span></p>
<p><strong>Die Trennung zwischen „Kopf“ und „Bauch“ ist beliebt</strong></p>
<p>Schon in den Kuschelkulturen der 68er-Generation immunisierte der Rückgriff auf Gefühle gegen jedwede vernünftige Auseinandersetzung. „Das ist halt so mein Gefühl …“ – „Ich empfinde das aber so …“ – und das Gespräch war beendet. Gefühl wurde Kalkül. Wobei früher in der Regel vor allem positive Gefühle willkommen waren, negative nicht. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Das hat sich geändert: die überschießenden Erwartungen an in idealisiertes Leben produzieren vorrangig negative Emotionen, die Konflikte aggressiver machen.“</p>
<p>„Einfach mal was rauslassen!“ – vor allem im Schutz der Internet-Anonymität. Worauf aber will man sich noch verständigen, wenn das „Ich fühle das halt anders als du“ das Gespräch beendet? Reinhard K. Sprenger kritisiert: „Fakten spielen keine Rolle mehr, wenn jeder sich seine eigene Realität aus Gefühlen zusammenbaut. Das wäre das Ende der Aufklärung.“ Die Trennung zwischen „Kopf“ und „Bauch“ ist beliebt, weil Menschen dann für ihr Verhalten nicht verantwortlich scheinen. Sie steht jedoch auf dünnem Eis.</p>
<p><strong>Gefühle und Gedanken gehören zusammen</strong></p>
<p>Gefühle sind physiologische Reaktionen auf Gehirnreize. Menschen können nicht fühlen, ohne zu denken. Und nicht denken, ohne zu fühlen. Reinhard K. Sprenger ergänzt: „Wir machen Erfahrungen, von denen manche uns mehr beeindrucken, andere weniger. Entsprechend dieser Erfahrungen erzeugen wir richtungsgleich emotionale Energien, die wir dann als Gefühle wahrnehmen und die unsere Gedanken energetisch unterfüttern.“ Bisweilen tun sie dies überaus machtvoll, man erlebt sie gleichsam körperlich.</p>
<p>Reinhard K. Sprenger weiß: „Unsere Einstellungen haben also sowohl kognitive als auch eine affektive Komponente. Es gibt keine scharfe Unterscheidung. Aber für Ihre Gefühle sind Sie – nüchtern betrachtet – genauso verantwortlich wie für Ihre Gedanken.“ Beide stehen im limbischen System in enger Verbindung. Die Neurowissenschaften weisen immer wieder den Zusammenhang zwischen Gefühl und Verstand nach. Neuropsychologisch sind Gefühle Bewusstseinsphänomene, die mit körperlichen Empfindungen garniert sind. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Konflikt ist kein Wettbewerb</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-ein-konflikt-ist-kein-wettbewerb.html</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Dec 2023 02:00:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer Konflikte als Gewinner-Verlierer-Modell spielt, will gewinnen. Und hat damit verloren: nämlich den Verlierer. Als Freund, als Kollegen, als Ehemann, als Kraft der Solidargemeinschaft. Reinhard K. Sprenger weiß: „Sie können sicher sein: Für Ihren Sieg werden Sie einen Preis bezahlen. An einem Ort, wo Sie es nicht für möglich halten. Zu einem Zeitpunkt, auf den Sie nicht vorbereitet sind. Aber Sie werden ihn zahlen.“ Denn niemand lässt eine Niederlage auf sich sitzen. Das „schlagende“ Argument ist nämlich bei Weitem nicht immer das Beste, was sich Menschen gegenseitig antun. Deshalb ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Konflikte als Gewinner-Verlierer-Modell spielt, will gewinnen. Und hat damit verloren: nämlich den Verlierer. Als Freund, als Kollegen, als Ehemann, als Kraft der Solidargemeinschaft. Reinhard K. Sprenger weiß: „Sie können sicher sein: Für Ihren Sieg werden Sie einen Preis bezahlen. An einem Ort, wo Sie es nicht für möglich halten. Zu einem Zeitpunkt, auf den Sie nicht vorbereitet sind. Aber Sie werden ihn zahlen.“ Denn niemand lässt eine Niederlage auf sich sitzen. Das „schlagende“ Argument ist nämlich bei Weitem nicht immer das Beste, was sich Menschen gegenseitig antun. Deshalb ist es wichtig – wenngleich ungemein schwer – Wettbewerbs-Mentalität aus einem Konflikt herauszuhalten und ihn mehr als einen Tanz der Energien zu verstehen. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-5091"></span></p>
<p><strong>Manche Menschen wollen „ums Verrecken“ Rechthaben</strong></p>
<p>Geradezu unmöglich wird ein vernünftiger Umgang mit Konflikten, wenn man das Gewinner-Verlierer-Modell für die Tribüne spielt. Wie viele Konflikte sind zum Selbstzweck geworden, nur weil jemand zuschaut? Reinhard K. Sprenger nennt Beispiele: „Die Konflikt-Simulation im Wettkampf, nahezu jede Art von Meeting im Unternehmen, Pausenhofgerangel, Online-Foren, WhatsApp-Gruppen.“ Oder auch Talkshows – Dramen der Medien-Demokratie. Reinhard K. Sprenger weist in diesem Zusammenhang auf eine Paradoxie hin: Rechthaben hat mitunter eine größere Kraft als der Wille zum Überleben.</p>
<p>Dann fragt ein Mensch nicht mehr „Wie kann ich überleben?“ sondern „Wie kann ich gut überleben?“ oder „Welche Annehmlichkeiten sind erstrebenswert?“ Mit der Befriedigung der Grundbedürfnisse findet sich dann ein solcher Mensch nicht mehr ab. Dann will man im Unternehmen „ambitionierte“ Ziele erreichen. Dann greift man zu moralisch grundierter Rechtsbeugung, wie es die Ökopopulisten handhaben. Manche Menschen sind gar „ums Verrecken“ verbohrt in ihr Rechthaben.</p>
<p><strong>Das Rechthaben hat schon viele Beziehungen zerstört</strong></p>
<p>Auf der höchsten Eskalationsstufe wird dafür der eigene Untergang in Kauf genommen, und zwar nicht nur im Rahmen einer Diskussion, sondern auch im größeren Maßstab. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Krieg ist dafür ein tödliches Beispiel, Gesinnungsethik auch. Gesinnungsethiker sind jene Figuren, die uns die Helden in Hollywood-Filmen vorführen. Die fahnden ruhelos nach Missständen, die zurechtzurücken sind, oftmals mit Waffengewalt.“ Umstandslos setzt man Rechthaben mit Gutsein gleich. Da mögen links und rechts hundert Tote liegen – der Held ist moralisch auf der richtigen Seite.</p>
<p>Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Das Rechthaben hat schon viele Ehen, Freundschaften und Beziehungen zerstört. Flächendeckend ist das gegenwärtig in den USA zu beobachten, wo Republikaner und Demokraten sich wechselseitig lähmen.“ Philosophiegeschichtlich prominent ist das Beispiel des französischen Philosophen Louis Althusser, der seine Frau ermordete, wie sie, wie man sagt, mit ihm in einer Detailfrage des Marxismus nicht übereinstimmte. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Alles entsteht aus einem Mangel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Sep 2023 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Mangel]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Konflikt hat die Form des „Suchens“, der Suche nach Einheit. Und – wie bei aller Magie – kommt es darauf an, dass der Kreis geschlossen ist. Reinhard K. Sprenger fügt hinzu: „So wie das Vieleck mit unendlich vielen Ecken sich dem Kreis annähert. So wie Ihre zwei Augen eine Sicht erzeugen. Einsicht. Das Glück des Menschen bestehe mithin, so Aristophanes, im Wiederherstellen eines früheren Zustandes – im Aufheben der Trennung.“ Diesen Gedanken hat der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan prominent aufgegriffen: „Alles entsteht aus einem Mangel.“ Er meinte damit: Entbehrung&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Konflikt hat die Form des „Suchens“, der Suche nach Einheit. Und – wie bei aller Magie – kommt es darauf an, dass der Kreis geschlossen ist. Reinhard K. Sprenger fügt hinzu: „So wie das Vieleck mit unendlich vielen Ecken sich dem Kreis annähert. So wie Ihre zwei Augen eine Sicht erzeugen. Einsicht. Das Glück des Menschen bestehe mithin, so Aristophanes, im Wiederherstellen eines früheren Zustandes – im Aufheben der Trennung.“ Diesen Gedanken hat der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan prominent aufgegriffen: „Alles entsteht aus einem Mangel.“ Er meinte damit: Entbehrung zwingt einen Menschen zur Reaktion. Das Fehlende ist jedoch nicht im Außerhalb, nicht im Universum. Sondern mitten in einem Menschen selbst. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-4921"></span></p>
<p><strong>Stets gibt es ein Begehren</strong></p>
<p>So konturiert man sein Selbst durch unerfüllte Wünsche, durch Frustrationen. Wie eine Leerstelle, durch die Kraft entsteht, die selbst jedoch windstill ist. Das Fehlende ist der tiefere Grund des Handelns eines Menschen, der Motor, der ihn vorantreibt. Das, was ihn weitermachen lässt. Stets gibt es ein Begehren – und wenn es nur ein Rest ist, der unerfüllt bleibt. Nun möchte Reinhard K. Sprenger veranschaulichen, wie der menschliche Verstand funktioniert.</p>
<p>Vor der Geburt ist der Verstand mit einem Rechner vergleichbar, auf dem zwar viele Logiken gespeichert sind, freilich noch keine Inhalte. Die Philosophen würden sagen, viel Abstraktes ist vorhanden, nur wenig Konkretes, viele allgemeine Begriffe, noch keine sinnlichen Vorstellungen. Eine andere Sprachgabelung ist die zwischen „potenzialiter“ und „aktualiter“, zwischen Blaupause und definierter Landkarte. Bei der Geburt dann drückt man die Record-Taste, man schaltet auf „Aufzeichnen“! Dies geschieht wohl schon pränatal, wie Alfred Tomatis in „Der Klang des Lebens“ veranschaulicht hat. </p>
<p><strong>Alle Systeme streben nach Selbsterhalt</strong> </p>
<p>Ein Mensch macht Erfahrungen, bespielt gleichsam die Festplatte. Wichtig ist für Reinhard K. Sprenger: „Diese Erfahrungen sind Ihre Erfahrungen, Ihre eigenen, einzigartigen, mit keinem anderen Wesen auf diesem Planeten identisch. Von Grund auf anders. Anders als alle anderen auf der Welt.“ Wer zum Beispiel schon früh um die Liebe seiner Eltern kämpfen musste, hat eine andere Weltsicht als jener, der von einem liebenden Willkommen umfangen wurde. </p>
<p>Selbst bei eineiigen Zwillingen muss man davon ausgehen, dass sie – als Umwelt des jeweils anderen – Unterschiedliches speichern. Der Verstand ist also zunächst nichts anderes als ein Speichermedium. Er zeichnet auf: Jetzt! Jetzt! Jetzt! Woran orientiert sich dieser Speicher? Viele Forscher aus den unterschiedlichsten Disziplinen sagen unisono: „Überleben!“ Alles Leben will weitermachen. Alle Systeme, eben auch biologische Systeme, streben nach Selbsterhalt. Das ist ihr höchster Daseinszweck, der Rest ist Beiwerk. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Konflikte müssen bewältigt werden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/ruediger-maas-erik-h-erikson.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2023 01:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erik H. Erikson]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson hat die Theorie der lebenslangen Entwicklung begründet. Rüder Maas erläutert: „Erikson geht von acht psychosozialen Entwicklungsstufen im Lebenszyklus eines Menschen aus. Vom Säuglingsalter bis ins höhere Erwachsenenalter müssen Menschen auf jeder Entwicklungsstufe, die sie durchlaufen, einen bestimmten Konflikt bewältigen.“ Nur wenn der entsprechende Konflikt der jeweiligen Entwicklungsstufe bewältigt wurde, kann der Konflikt der nächsten Stufe erfolgreich bewältigt werden. Jede Stufe setzt dabei ein neues Niveau der sozialen Interaktion und des Konfliktes voraus. Bis zum Alter von etwa anderthalb Jahren müssen Kinder ein Urvertrauen zu ihrer&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson hat die Theorie der lebenslangen Entwicklung begründet. Rüder Maas erläutert: „Erikson geht von acht psychosozialen Entwicklungsstufen im Lebenszyklus eines Menschen aus. Vom Säuglingsalter bis ins höhere Erwachsenenalter müssen Menschen auf jeder Entwicklungsstufe, die sie durchlaufen, einen bestimmten Konflikt bewältigen.“ Nur wenn der entsprechende Konflikt der jeweiligen Entwicklungsstufe bewältigt wurde, kann der Konflikt der nächsten Stufe erfolgreich bewältigt werden. Jede Stufe setzt dabei ein neues Niveau der sozialen Interaktion und des Konfliktes voraus. Bis zum Alter von etwa anderthalb Jahren müssen Kinder ein Urvertrauen zu ihrer Umgebung aufbauen. Gefördert werden kann dies durch eine starke und stabile Beziehung zu den Eltern, die dem Kind Nahrung, Wärme, körperliche Nähe und Geborgenheit geben. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung. <span id="more-4567"></span></p>
<p><strong>Durch Überbehütung leidet die Selbstständigkeit</strong></p>
<p>So kann das Kind Vertrauen aufbauen. Werden die Grundbedürfnisse des Kindes dagegen nicht befriedigt, entsteht beim Kind Misstrauen, Unsicherheit und Angst. Der Konflikt bestand also zwischen Vertrauen und Misstrauen. Von anderthalb Jahren sind Kinder mit dem Konflikt zwischen Autonomie und Selbstzweifel konfrontiert. Wenn das Kind mehr Fähigkeiten erlangt und langsam seinen Mobilitätsradius ausweitet, ist es darauf angewiesen, dass diese Aktivitäten von einem Gefühl der Autonomie begleitet sind, also dem Gefühl, etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben. </p>
<p>Das große Problem der Überbehütung trifft vor allem auf die Kinder zu, die sich gerade im Alter von anderthalb Jahren bis zu drei Jahren befinden. Rüdiger Maas weiß: „Ein Kind, das ständig in seinen Aktivitäten eingebremst wir, kann den Konflikt zwischen Autonomie und Selbstzweifel nur schwer zugunsten der Autonomie gewinnen.“ Übertriebene Kontrolle reduziert den Mut des Kindes, mittels eigenen Anstrengungen Aufgaben bewältigen zu können. In der Folge leidet die Selbstständigkeit. </p>
<p><strong>In den ersten Lebensjahren entscheiden sich viele Wege</strong></p>
<p>In Stufe drei des Modells von Erik H. Erikson liegt der Konflikt zwischen Initiative und Schuld. Im Alter von drei bis sechs Jahren muss das Kind zu seiner unmittelbaren Umgebung und zu sich selbst ein Urvertrauen aufbauen. Rüdiger Maas fügt hinzu: „Das Kind soll in dieser Phase lernen, sowohl bei intellektuellen als auch bei körperlichen Aktivitäten Initiative ergreifen zu können.“ In Stufe vier, die im Alter von sechs Jahren bis zum Beginn der Pubertät soll das Kind in Interaktion mit anderen sowohl in Schule und Sport seine eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.</p>
<p>Erlebt sich das Kind hier als erfolgreich, konnte es den Konflikt zwischen Kompetenz und Minderwertigkeit zu Gunsten der Kompetenz entscheiden. Misserfolgserlebnisse können dagegen Minderwertigkeitsgefühle auslösen. Rüdiger Maas betont: „In den ersten Lebensjahren entscheiden sich viele Wege. Nichts ist verbaut, nichts in Stein gemeißelt, aber ein großer Teil des Lebensweges wird nun schon geebnet und Jahr für Jahr gefestigt.“ Quelle: „Generation lebensunfähig“ von Rüdiger Maas</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Konflikte sollte man nicht totschweigen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-k-sprenger-konflikte-vermeiden.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 01:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Streit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen wollen nicht verletzen und wollen auch nicht verletzt werden. Daraus resultiert eine gewisse Schwellenangst. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Im Regelfall müssen wir erst einen langen Anlauf nehmen, bevor wir einen Konflikt ansprechen. Aber: Wer Streit vermeidet, erntet noch lange nicht Frieden.“ Im Gegenteil: Er verlagert den Streit nach innen. Er lässt die Konfliktlinie nicht da, wo sie hingehört: zwischen den Kontrahenten. Sondern zieht sie in sich hinein, ohne dass der andere sich dessen bewusst ist. Über kurz oder lang resultiert das in einer Implosion, zuweilen auch in&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen wollen nicht verletzen und wollen auch nicht verletzt werden. Daraus resultiert eine gewisse Schwellenangst. Reinhard K. Sprenger erklärt: „Im Regelfall müssen wir erst einen langen Anlauf nehmen, bevor wir einen Konflikt ansprechen. Aber: Wer Streit vermeidet, erntet noch lange nicht Frieden.“ Im Gegenteil: Er verlagert den Streit nach innen. Er lässt die Konfliktlinie nicht da, wo sie hingehört: zwischen den Kontrahenten. Sondern zieht sie in sich hinein, ohne dass der andere sich dessen bewusst ist. Über kurz oder lang resultiert das in einer Implosion, zuweilen auch in einem eruptiven Akt. Verbreitet ist heutzutage auch das Blockdenken. Dabei handelt es sich um eine Sonderform des Tabus. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands. <span id="more-4560"></span></p>
<p><strong>Elisabeth Noelle-Neumann prägt den Begriff der „Schweigespirale“</strong></p>
<p>Die digitalen Medien fördern die Lagerbildung nach dem Muster „0/1“, „Ja/Nein“, „Like/Dislike“. Dadurch entstehen Unterkollektive, die sich erkennen und abgrenzen, als Eigene und Fremde. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Im Unternehmen wird häufig unterschieden zwischen good guys und bad guys – und wir sind die Guten. Deshalb tut man jemandem aus dem eigenen Lager nicht weh, da mag er noch so viel Blödsinn reden.“ Haut aber umso mehr drauf bei jemandem aus dem anderen Lager, ohne dessen Argument zu prüfen.</p>
<p>Das hat gesellschaftlich weitreichende Folgen, sei es zwischen politischen Parteien, sozialen Gruppen oder Länderbünden. Die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann setzte in den 70ern den Begriff der „Schweigespirale“ in die Welt. Damit beschrieb sie die Bereitschaft der Menschen, sich öffentlich zu ihrer Meinung zu bekennen. Diese Bereitwilligkeit hänge von der Einschätzung des umgebenden Meinungsklimas ab. Um nicht isoliert zu werden, bestehe die Tendenz, sich mit dieser allgemeinen Gesamtheit zu harmonisieren – obwohl man die Dinge vielleicht völlig anders sieht und bewertet. </p>
<p><strong>Alternativlose Lösungen gibt es nicht</strong></p>
<p>Reinhard K. Sprenger erläutert: „Man schweigt, weil man den „lieben Frieden“ nicht stören will, der Meinungstrend in eine andere Richtung geht oder der Chef an seinem Durchsetzungswillen keinen Zweifel lässt.“ Heute hat der Begriff der politischen Korrektheit Teile dieses Phänomens übernommen. Als Beispiel nennt Reinhard K. Sprenger das Schweigen großer Bevölkerungsteile zum „moralisch“ aufgerüsteten Themen wie Öko-, Flüchtlings- oder Gleichstellungspolitik. </p>
<p>Und wenn das Schweigen doch gebrochen wird, dann nur unter Vorbehalt: „Darf man das noch sagen?“ Der Begriff der „Lösungsfixierung“ bedeutet folgendes: Noch bevor über den Konflikt selbst gesprochen wird, steht die „einzig mögliche Lösung“ bereits fest. Sie ist „alternativlos“. Entsprechend selektiv wird das Gespräch geführt. Man lässt überhaupt nur Argumente zu, welche die fixierte Lösung stützen. Alle Augen richten sich auf das Minenspiel des Höchstrangigen, um zu sehen, welche Lösung vorentschieden ist. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Sprenger</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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