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	<title>Hass &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Erweckt der Neid das Gefühl, eine andere Person habe ihren Erfolg nicht verdient und müsse vom hohen Ross heruntergeholt werden, entsteht schwarzer Neid, der meist in Missgunst umschlägt. Reinhard Haller ergänzt: „Wenn jemand dann der anderen Person nicht das Wasser reichen kann und es gar nicht möglich ist, sie „zurechtzustutzen“, also abzuwerten, verdichtet sich die ... <a title="Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/frustrierte-missgunst-schlaegt-in-hass-um.html" aria-label="Mehr Informationen über Frustrierte Missgunst schlägt in Hass um">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erweckt der Neid das Gefühl, eine andere Person habe ihren Erfolg nicht verdient und müsse vom hohen Ross heruntergeholt werden, entsteht schwarzer Neid, der meist in Missgunst umschlägt. Reinhard Haller ergänzt: „Wenn jemand dann der anderen Person nicht das Wasser reichen kann und es gar nicht möglich ist, sie „zurechtzustutzen“, also abzuwerten, verdichtet sich die so frustrierte Missgunst in Hass.“ Der destruktive Neid ist also eine Hassquelle ersten Grades. Er ist Ursache für Feindschaften unter Geschwistern und Generationen, zwischen Partnern und Freunden, zwischen Gesellschaftsschichten und Völkern. Kinder beneiden andere, weil diese besser Schul- oder Sportleistungen erbringen, mehr Taschengeld und schönere Geschenke bekommen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6282"></span></p>
<p><strong>Destruktiver Neid hat immer mit angeschlagenen Selbstbewusstsein zu tun</strong></p>
<p>Zwischen Geschwistern entsteht oft eine lebenslange Feindschaft, weil einer dem anderen die bessere Heirats-Partie oder den ungerecht größeren Erbanteil missgönnt. Reinhard Haller fügt hinzu: „Der Neid wegen beruflicher, künstlerischer oder sportlicher Erfolge weckt Hass in den Herzen der Kollegen und Konkurrentinnen. Der in einer jahrhundertelangen Tradition entstandene, in das Grauen des Holocaust mündende Judenhass wurde durch Neid auf die vermeintlich Tüchtigeren, Wohlhabenderen, geschäftlich Geschickteren, Schlaueren, angeblich die Weltherrschaft an sich reißenden Juden geschürt. </p>
<p>Hass wird solange unter den Menschen sein, wie es ihnen nicht gelingt, den zur Grundausstattung der menschlichen Gefühlswelt gehörenden Neid in eine positive, motivierende und konstruktive Form umzuwandeln – was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Reinhard Haller erläutert: „Destruktiver Neid hat aber immer – dies wird allgemein zu wenig bedacht – mit angeschlagenen Selbstbewusstsein zu tun, weil dadurch die Blick auf die eigenen Stärken und Erfolge verloren geht.“</p>
<p><strong>Die Eifersucht ist Liebe plus Hass</strong></p>
<p>Zudem wäre bei gutem Selbstbewusstsein die innere Zufriedenheit mehr von sich selbst als von äußeren Umständen abhängig. Reinhard Haller erklärt: „Zur Überwindung des zu Hass führenden destruktiven Neides schlägt man in der Psychotherapie vier Schritte vor: Den Neid nicht unterdrücken oder abwehren, sondern wahrnehmen und analysieren. Missgunst in positiven Neid umwandeln. Unrealistische Vergleiche unterlassen. Den Blick für die eigenen Stärken und Möglichkeiten schärfen.“</p>
<p>Es gilt, destruktiven Neid entweder gar nicht erst zuzulassen oder ihn zu bewältigen. Denn „der Neid, der keinen Weg sieht, begibt sich auf den einzigen Ausweg: ins Verbrechen“, sagt Erich Kästner (1899 – 1974). Er meint damit wohl das Hassverbrechen. Eifersucht wird dagegen als ein quälender Gefühlsmix aus Verunsicherung, Angst vor Liebesentzug, Gekränktheit, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Rachebedürfnissen, Wut und Hass empfunden. „Liebe sieht scharf. Hass sieht schärfer. Eifersucht sieht am schärfsten, denn sie ist Liebe plus Hass.“ Mit seinem aus Arabien stammenden Aphorismus wird das Wesen der Eifersucht sehr genau beschrieben. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Liebe und Hass können ineinander übergehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2025 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Christoph Demmerling schreibt: „In der Geschichte der Philosophie findet sich eine Reihe von Analysen, dies geht für die klassischen Affektlehren, etwa bei René Descartes, Baruch de Spinoza oder David Hume, gilt aber beispielsweise auf für Thomas von Aquin, die den Hass in einem Atemzug mit der Liebe nennen.“ Beide Phänomene gelten als konträr, als Gefühle, ... <a title="Liebe und Hass können ineinander übergehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-gestalt-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Liebe und Hass können ineinander übergehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Christoph Demmerling schreibt: „In der Geschichte der Philosophie findet sich eine Reihe von Analysen, dies geht für die klassischen Affektlehren, etwa bei René Descartes, Baruch de Spinoza oder David Hume, gilt aber beispielsweise auf für Thomas von Aquin, die den Hass in einem Atemzug mit der Liebe nennen.“ Beide Phänomene gelten als konträr, als Gefühle, die einander gegengesetzt sind. Gut und zuträglich, schlecht und schädlich, so lauten die einschlägigen Charakterisierungen. Die Hinweise auf die Schädlichkeit treffen sich mit Christoph Demmerlings Überlegungen zur Normalform des Hasses. Liebe und Hass können ineinander übergehen oder sich miteinander verbinden. Entgegengesetzt sind diese Gefühle zunächst einmal in dem einfachen Sinn, dass die hedonistischen Valenzen, die mit ihnen verbunden sind, gegenläufig sind. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-6320"></span></p>
<p><strong>Liebe und Hass können von großer Intensität sein</strong></p>
<p>Liebe ist mit Lust, Hass mit Unlust verbunden. Christoph Demmerling erklärt: „Dass beide Gefühle häufig in einem Atemzug zur Sprache gebracht werden, hängt sicher auch damit zusammen, dass sie beide von großer Intensität sein können und ihre Objekte als solche von großer Bedeutsamkeit erfahren werden.“ Wer Hass theoretisch verstehen möchte, tut gut daran, ihn im Zusammenhang mit anderen feindseligen und aggressiven Gefühlen zu betrachten. </p>
<p>Hass als aversives Gefühl geht mit Feindschaft und Ablehnung einher, er impliziert dezidiert negative Wertungen. Personen oder Gruppen werden aus einem bestimmten Anlass gehasst. Hass hat Gründe. Christoph Demmerling erläutert: „Verletzungen, Demütigungen, durch andere Personen erfahrene Bedrohungen und Einschränkungen sind es, die häufig den Anlass zur Ausbildung von Hassgefühlen geben.“ Hass kann nicht nur durch die genannten Erfahrungen hervorgerufen und verursacht werden, sondern auch dadurch, dass Hass durch den Verweise auf diese Erfahrungen legitimiert und gerechtfertigt wird.</p>
<p><strong>In der Regel ist der Hass moralisch gebrandmarkt</strong></p>
<p>Christoph Demmerling unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen kausal wirksamen Verursachungsbeziehungen – Ursachen- und rational wirksamen Rechtfertigungsbeziehungen – Gründen. Wie ist es um die Rechtfertigung von Hassgefühlen bestellt? Rechtfertigungen für den Hass mögen zwar in der Perspektive des Hassenden als belanglos angesehen werden, aber aus der Warte Außenstehender kann durchaus unklar bleiben, ob Gründe für den Hass tatsächlich bestehen oder lediglich vorgegeben werden.</p>
<p>Ganz unabhängig davon jedoch zeigt sich, dass selbst ein Gefühl wie der Hass, der häufig als durch und durch irrational gilt, interne Rationalitätsbedingungen besitzt, gerechtfertigt und seinerseits als Grund für Handlungen angeführt werden kann. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Als Reaktion auf Verletzungen oder Bedrohungen scheint der Hass nachvollziehbar, was nicht unbedingt heißt, dass er dadurch Akzeptanz gewinnt.“ In der Regel wird der Hass jedoch unter Irrationalitätsverdacht gestellt und moralisch gebrandmarkt. Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech „Der Hass“ von Konrad Paul Liessmann (Hg.)</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Jun 2025 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsverhütung]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler schreibt: „Sigmund Freud wendet sich in seinen Überlegungen zur Kriegsverhütung schließlich Gedanken zu, die er in seinen Überlegungen zur Massenpsychologie noch nicht verfolgt hatte: dem Widerstand gegen nationalistische Euphorie und der „organischen“ Grundlage unserer menschlichen Natur.“ Und er kommt zum Schluss, dass die Kriegsneigung nur zweierlei entgegengesetzt werden kann: die Mobilisierung des „Eros ... <a title="Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-kriegsverhuetung-bei-sigmund-freud.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Bewahrung des Lebens selbst ist ein Gut">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler schreibt: „Sigmund Freud wendet sich in seinen Überlegungen zur Kriegsverhütung schließlich Gedanken zu, die er in seinen Überlegungen zur Massenpsychologie noch nicht verfolgt hatte: dem Widerstand gegen nationalistische Euphorie und der „organischen“ Grundlage unserer menschlichen Natur.“ Und er kommt zum Schluss, dass die Kriegsneigung nur zweierlei entgegengesetzt werden kann: die Mobilisierung des „Eros als Gegenspieler“ und die Herstellung von Gefühlsbindungen durch Identifizierung. Eine Weiterentwicklung der Masse, so spekuliert Sigmund Freud zu diesem Zweck, ist vielleicht durch Erziehung und die Kultivierung von Gemeinschaftsgefühlen nicht-nationalistischer Art möglich. Ideal wäre, wenn jeder Angehörige einer Gemeinschaft Selbstbeherrschung übt, indem er einsieht, dass die Bewahrung des Lebens selbst ein Gut ist, das gemeinschaftlich gepflegt werden muss. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-6144"></span></p>
<p><strong>Der Hass zerreißt gedankenlos soziale Bindungen</strong></p>
<p>Sigmund Freuds Ideal einer Gemeinschaft, deren Mitglieder sich alle gleichermaßen der Selbstbeherrschung im Namen der Lebensbewahrung verpflichten, eröffnet die Möglichkeit einer Demokratisierung der kritischen Urteilskraft und des kritischen Denkens, die nicht in der extremen Selbstherabsetzung des Über-Ich zum Zweck der Erreichung einer moralischen Position gründet. Einerseits muss man sich, so Sigmund Freud, auf die Liebe konzentrieren, die soziale Bindungen schafft und aufrechterhält, und auf die Identifizierung, die Gemeinschaftsgefühl schafft und aufrechterhält.</p>
<p>Zudem muss man sich gegen den Hass oder Thanatos wenden, der unkontrolliert und gedankenlos soziale Bindungen zerreißt. Judith Butler erklärt: „Auf der anderen Seite betont er immer wieder, dass Liebe und Hass gleich konstitutiv für das Triebleben sind und dass sich Destruktivität nicht einfach durch Stärkung des Eros ausschalten lässt.“ Man muss nicht nur sein Leben oft in aggressiver Weise verteidigen und bewahren – das Ziel des Eros –, sondern auch mit denjenigen zusammenleben, gegen die wir intensive feindselige und mörderische Impulse hegen.</p>
<p><strong>Liebe und Hass sind aneinander gebunden</strong></p>
<p>In Sigmund Freuds Ausführungen zu Identifizierung und Melancholie wird deutlich, dass alle Liebesbeziehungen Ambivalenzen bergen und in die beiden gegenläufigen Richtungen Liebe und Hass drängen. „Liebe“ ist also ein Pol in der gegenläufigen Beziehung von Liebe und Hass. Judith Butler fügt hinzu: „Sie bezeichnet aber auch den Gegensatz selbst, der als emotionale Ambivalenz mit all ihrer Wechselhaftigkeit ausgelebt wird.“ Man kann sagen: „Ich liebe dich und hasse dich deshalb nicht.“</p>
<p>Aber man kann auch sagen, dass Liebe und Hass aneinander gebunden sind und dass man dieses Paradox meint, wenn man von „Liebe“ spricht. Judith Butler erläutert: „In der ersten Formulierung ist Liebe etwas Eindeutiges, in der zweiten entgeht sie dieser Ambivalenz nicht.“ Sigmund Freuds Sicht auf Destruktivität und Krieg scheint zwei Folgerungen zu öffnen, die aber beide nicht weiterverfolgt werden. Sigmund Freud schreibt in einem Brief an Albert Einstein: „Ich glaube, der Hauptgrund, weshalb wir uns gegen den Krieg empören, ist, dass wir nicht anders können. Wir sind Pazifisten, weil wir es aus organischen Gründen sein müssen.“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt verschiedene Objekte des Hasses</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 01:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Gefühle ohne Tiefe können schnell wieder vergehen und abebben, indem andere Gefühle an ihre Stelle treten. Christoph Demmerling ergänzt: „Gefühle ohne Zentralität lassen sich gelegentlich ignorieren, da sie nicht im Mittelpunkt der eigenen Aufmerksamkeit stehen müssen.“ Für den Hass gilt dies nicht. Hass durchzieht eine Person – er ist tief –, und er ist ein ... <a title="Es gibt verschiedene Objekte des Hasses" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-objekte-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt verschiedene Objekte des Hasses">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gefühle ohne Tiefe können schnell wieder vergehen und abebben, indem andere Gefühle an ihre Stelle treten. Christoph Demmerling ergänzt: „Gefühle ohne Zentralität lassen sich gelegentlich ignorieren, da sie nicht im Mittelpunkt der eigenen Aufmerksamkeit stehen müssen.“ Für den Hass gilt dies nicht. Hass durchzieht eine Person – er ist tief –, und er ist ein aufmerksamkeitserheischendes Gefühl, besitzt Zentralität. Hass betriff die gesamte Person aus ihrem Zentrum heraus. Dabei gibt es verschiedene Objekte des Hasses. Beim Hass handelt es sich im Kern um ein Gefühl, das sich in der Regel auf Personen oder Personengruppen bezieht, nicht auf unbelebte Gegenstände. Hass scheint sich nur auf Objekte richten zu können, die man für voll nimmt und denen man in moralischer Perspektive etwas zurechnen zu können glaubt. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-6030"></span></p>
<p><strong>Selbst Symbole können Gegenstand einer Hassattacke werden</strong></p>
<p>In einem übertragenen Sinn können auch Symbole, die für eine bestimmte Gruppe stehen – eine Flagge steht für die Angehörigen einer Nation, das Kreuz für das Christentum –, Gegenstand einer Hassattacke werden, aber dies spricht nicht gegen den personenbezogenen Charakter des Hasses. Christoph Demmerling erklärt: „Gegenstände werden gehasst, insofern sie Personen oder Gruppen symbolisieren, also lediglich in einem übertragenen Sinne.“</p>
<p>Personen oder Gruppen sind die Objekte beziehungsweise Ziele des Hasses. Christoph Demmerling erläutert: „Das Hassobjekt wird im Vergleich mit den Objekten anderer Gefühle schärfer herausgehoben, und der intentionale Akt ist durch eine zugespitzte Hinwendung auf das Objekt charakterisiert.“ Personen, die man hasst, gelten als solche, die einem schaden könnten oder geschadet haben. Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen, welches beinahe schon ein Klischee darstellt: Jemand hasst seinen früheren Lebenspartner, der inzwischen in einer glücklichen neuen Partnerschaft lebt.</p>
<p><strong>Gehassten Kollektiven begegnet man nicht in der Erfahrung</strong></p>
<p>Der Lebenspartner ist das Objekt oder Ziel des Hasses. Gehasst wird er für sein Verhalten, hat er doch die Trennung wegen einer anderen Person vollzogen und auf die gemeinsamen Kinder und ein gemeinsames Leben in der Zukunft gepfiffen. Christoph Demmerling stellt fest: „Zentral für das Gefühl sind die seelischen Verletzungen, die psychischen und vielleicht auch ökonomischen Schäden, die durch das Verhalten des ehemaligen Partners ausgelöst wurden.“</p>
<p>Auch auf kollektive gerichtete Hassdispositionen wie Misogynie oder Rassismus lassen sich grundsätzlich nach diesem Muster analysieren, auch wenn sie aufgrund der in ihnen enthaltenen Projektionen komplexer sind. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Kollektive sind keine Objekte, denen man in der Erfahrung begegnet, in einem bestimmten Sinne werden sie durch eine Projektion in Form der Zuschreibung einer gemeinsamen Eigenschaft erzeugt.“ Frauen oder Afrikaner werden gehasst, sie sind Objekt oder Ziel des Gefühls, da sie als zügellos, verschwenderisch, boshaft, kriminell oder übergriffig gelten. Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech, Band 25 „Der Hass“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Neid ist die Wurzel des Hasses</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Neben den allgemeinen, an jeder Hassentwicklung beteiligten Ursachen und Motiven wie Kränkung oder Benachteiligung gibt es mehrere große Wurzeln, die gehäuft Hass auslösen oder diesen verstärken. Reinhard Haller kennt sie: „Im Einzelnen sind dies Neid und Eifersucht – von Nietzsche als „Schamteile der menschliche Seele“ bezeichnet –, weiters Gier und Rache.“ All dies sein eigeneständige ... <a title="Neid ist die Wurzel des Hasses" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/neid-gibt-dem-hass-fluegel.html" aria-label="Mehr Informationen über Neid ist die Wurzel des Hasses">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neben den allgemeinen, an jeder Hassentwicklung beteiligten Ursachen und Motiven wie Kränkung oder Benachteiligung gibt es mehrere große Wurzeln, die gehäuft Hass auslösen oder diesen verstärken. Reinhard Haller kennt sie: „Im Einzelnen sind dies Neid und Eifersucht – von Nietzsche als „Schamteile der menschliche Seele“ bezeichnet –, weiters Gier und Rache.“ All dies sein eigeneständige und verschiedenartige Gefühlskomplexe, denen aber eines gemein ist: Sie führen häufig zum Hass. „Neid gibt dem Hass Flügel“, meint der Aphoristiker Fred Ammon. Xenophon (430 – 354 v. Chr.), griechischer Schriftsteller und Schüler des Sokrates, sah im Neid die Wurzel des Hasses: „Zur Feindschaft führen auch Streitsucht und Zorn, zum Groll die Habgier, und zum Hass führt der Neid.“ Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5852"></span></p>
<p><strong>Hass lässt sich durch kein Argument entkräften</strong></p>
<p>In der Bibel wird der Neid an mehreren Stellen verurteilt, beginnend in der Erzählung von Kain und Abel. Reinhard Haller ergänzt: „Seit dem 6. Jahrhundert gehört er im Christentum zu den sieben Hauptsünden. Im Islam gilt Neid als schlechte Eigenschaft, die zu Unheil und Tod führen kann. Der Hinduismus sieht im Neid ein nicht akzeptiertes Karma, das der Welt der Kasten entgegensteht.“ Der römische Philosoph Seneca (1 – 65 n. Chr.) warnte: „Nie wird einer glücklich sein, den das größere Glück eines anderen wurmt.“ </p>
<p>Und der deutsch-jüdische Philosoph Hermann Cohen interpretiert den Hass als „verhärteten Neid“. Neid sei aber leichter zu bekämpfen, weil er häufig einen Grund habe, während sich Hass als „eine elementare Gewalt außerhalb der sittlichen Überlegung“ darstelle. Deshalb lasse sich Hass durch kein Argument entkräften, so Cohen. Aber was ist Neid überhaupt? Reinhard Haller erläutert: „Nach der psychologischen Definition ist er eine menschliche Emotion, die sich innerlich auf Besitz, Eigenschaften oder etwas anderes beziehen kann, was einen anderen Menschen in seiner Individualität auszeichnet.“ </p>
<p><strong>Narzisstische Störungen führen häufig zu Hass</strong></p>
<p>Elementar ist die Unterscheidung zwischen dem konstruktiven und dem auch als Missgunst bezeichneten destruktiven Neid. Reinhard Haller erklärt: „Im ersten Fall kann der Neid den Betroffenen anspornen, sich selbst zu verbessern und so zu werden, wie es der Beneidete ist, bestenfalls ihn gar zu übertreffen.“ Bei der Missgunst hingegen will man die Leistungen des Besseren schmälern, ihn herunterholen von dem Sockel, auf den man ihn gestellt hat, und nach Möglichkeit niedermachen.</p>
<p>Das schadenfreudige Sprichwort „Wer hoch steigt, der fällt tief“ beinhaltet diesen motivationalen Hintergrund, vor dem sich Hass entwickeln kann. Reinhard Haller weiß: „Im Gegensatz zu Sigmund Freud, welcher im Neid keine wesentliche Ursache neurotischer Störungen sieht, weisen ihm andere Psychoanalytiker in der frühkindlichen Entwicklung große Bedeutung zu.“ Otto Kernberg etwa sieht im abwertenden Neid eine wesentliche Komponente der narzisstischen Störungen, die ihrerseits häufig zu Hass führen. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Hassende will den Gehassten schädigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Vernichtung]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle feindseligen Gefühle sind Ablehnungsgefühle, dies gilt auch für die scheinbar harmloseren Verwandten des Hasses wie Ärger, Ekel, Empörung, Neid, Verachtung, Wut und Zorn. Christoph Demmerling weiß: „Der Hass ist nicht deshalb ein so brisantes Gefühl, weil er eine Form der Ablehnung darstellt, sondern weil er – anders als aversive Gefühle wie Ekel, Wut oder ... <a title="Der Hassende will den Gehassten schädigen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/christoph-demmerling-das-feindselige-gefuehl-des-hasses.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Hassende will den Gehassten schädigen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alle feindseligen Gefühle sind Ablehnungsgefühle, dies gilt auch für die scheinbar harmloseren Verwandten des Hasses wie Ärger, Ekel, Empörung, Neid, Verachtung, Wut und Zorn. Christoph Demmerling weiß: „Der Hass ist nicht deshalb ein so brisantes Gefühl, weil er eine Form der Ablehnung darstellt, sondern weil er – anders als aversive Gefühle wie Ekel, Wut oder Zorn – auf die Schädigung des Gehassten zielt.“ Darauf sind die Kräfte des Hassenden in konzentrierter Form gerichtet. Die mit dem Hass verbundenen destruktiven Energien und Impulse der Mobilisation scheinen ungleich größer als im Fall anderer negativer Gefühle. Hass ist mit Feindschaft und in der Regel mit offener Gewalt oder zumindest mit Gewaltphantasien verbunden. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5836"></span></p>
<p><strong>Der Hass besitzt Tiefe und Zentralität</strong></p>
<p>Im extremen Fall geht es um die Vernichtung des Gehassten. Christoph Demmerling betont: „Letztlich ist Vernichtung als folgerichtige Konsequenz des Hasses anzusehen. Wer ernsthaft hasst, kann nichts anderes wollen als das Verschwinden oder den Tod des Gehassten. Wäre der Hass eine magische Kraft, würden die Hassenden das Gehasste einfach aus der Welt schaffen.“ Scheidungskriege, Morde, politisch oder religiös motivierte Attentate bezeugen dies ebenso wie Genozide und andere Gräueltaten, die ihre Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen haben und nach wie vor die Gegenwart in vielen Teilen der Welt prägen.</p>
<p>Der Impuls der Vernichtung, der dem Hass innewohnt, ist eines der Merkmale, durch die sich Hass deutlich von anderen feindseligen Gefühlen unterscheiden lässt. Christoph Demmerling ergänzt: „Ein weiteres, spezifisches Merkmal des Hasses besteht darin, dass er Tiefe und Zentralität besitzt. Diese von Aurel Kolnai verwendeten Ausdrücke sind erläuterungsbedürftig. Die Rede von der Tiefe des Gefühls betrifft die Frage nach der Verankerung eines Gefühls in der Psyche.“</p>
<p><strong>Hassende werden zur Gänze vom Hass ergriffen</strong></p>
<p>Tief ist ein Gefühl, wenn es alle Bereiche einer Person im Sinne einer grundierenden Tönung durchzieht. Es muss aber nicht unbedingt einen tiefgreifenden Einfluss auf die Lebensgestaltung haben und auch nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Christoph Demmerling erklärt: „Die Rede von der Zentralität hingegen bezieht sich auf die aktuelle Stellung eines Gefühls in der Psyche, darauf, dass es die Aufmerksamkeit gefangen nimmt.“ </p>
<p>Als Beispiele für tiefe Gefühle ohne Zentralität lassen sich mystische Stimmungen anführen, Beispiel für ein Gefühl mit Zentralität, aber ohne Tiefe ist der Ärger über mangelnden Service in einem Restaurant. Christoph Demmerling erläutert: „Solche Gefühle können zwar unmittelbar mit einem Handlungsdruck verbunden sein, aber auch schnell wieder verfliegen. Das ist beim Hass anders. Hass ist sowohl tief in dem Sinne, dass Hassende zur Gänze von dem Gefühl ergriffen werden, sie ihm kaum entkommen können, als auch zentral, er bindet die Aufmerksamkeit.“ Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 25 „Der Hass“ </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kränkungen quälen die Psyche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Sep 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kränkung ist eine psychologische Großmacht ersten Ranges, die für viele psychische Störungen verantwortlich ist – und eben auch für den Hass. Kränkungen sind mehr als ein Gefühl. Reinhard Haller erläutert: „Sie bestehen aus der Interaktion zwischen jemandem, der kränkt, und dem Kränkungsempfänger sowie dem eigentlichen Inhalt der Kränkung, der Kränkungsbotschaft.“ Da Kränkungen im Gegensatz ... <a title="Kränkungen quälen die Psyche" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-zerstoererische-kraenkung.html" aria-label="Mehr Informationen über Kränkungen quälen die Psyche">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kränkung ist eine psychologische Großmacht ersten Ranges, die für viele psychische Störungen verantwortlich ist – und eben auch für den Hass. Kränkungen sind mehr als ein Gefühl. Reinhard Haller erläutert: „Sie bestehen aus der Interaktion zwischen jemandem, der kränkt, und dem Kränkungsempfänger sowie dem eigentlichen Inhalt der Kränkung, der Kränkungsbotschaft.“ Da Kränkungen im Gegensatz zu ihrer subjektiven Bedeutung, die der Empfänger ihr beimisst, objektiv oft als kaum beachtenswerte Kleinigkeiten erscheinen, wird ihre Wirkung maßlos unterschätzt. Denn Kränkungen bedeuten immer einen Angriff auf persönliche Gefühle und Vorstellungen. Sie führen zu Verletzungen vieler psychischer Komponenten, besonders des Selbstbewusstseins, und bedingen eine anhaltende Erschütterung des Selbst und seiner Werte. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5655"></span></p>
<p><strong>Eine Kränkung ist ein Angriff auf das innerste Ich</strong></p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Die destruktive Macht trifft auf sensible psychische Stellen, reißt innere Wunden auf, verletzt den Gerechtigkeitssinn und ruft beim Kränkungsoper Enttäuschung, Ohnmachtsgefühl und Wut hervor.“ Psychodynamisch handelt es sich bei Kränkungen immer um fehlende Positivresonanz, um Liebesentzug und Angriff auf das innerste Ich. Dagegen wehrt sich der Gekränkte mit allen Mitteln, er sinnt auf Rache an der Person, die ihn gekränkt hat, im Extremfall auf deren Vernichtung – das ist dann Hass.</p>
<p>Der Hass entwickelt sich bei Kränkungen in einer „Frustrations-Kränkungs-Spirale“, die aus dem Zusammenspiel von Selbstwert und Entwertung durch Kränkung resultiert. Reinhard Haller erklärt: „Diese Entwertung ist mit Verunsicherung, Zweifel, Scham und Angst verbunden, auch mit Schuldgefühlen, gegen die der Gekränkte Widerstand leistet.“ Der Hass ist eine Art Kränkungsabwehrreaktion, mit der man sich selbst schützt und den übermächtig gewordenen Verursacher bekämpft.</p>
<p><strong>Kränkungen verwandeln Liebe in Hass</strong></p>
<p>Da der Hass alle anderen Gefühle übertönt, ist er bei der Überdeckung und Überwindung zunächst erfolgreich. Der Hass ist, wie dies Reinhard Haller schon öfter betont hat, ein primitives Gefühl, das über differenzierte Emotionen wie Kränken und Gekränktsein gleichsam hinwegfährt. Kommt Hass zum Einsatz, werden Traumatisierungen oder weniger verletzend und Kränkungen als nicht so schmerzhaft erlebt. Das destruktive Potenzial von Kränkungen ist enorm.</p>
<p>Kränkungen zerstören Partnerschaften, machen Freunde zu Feinden und verwandeln Liebe in Hass. Reinhard Haller fügt hinzu: „Sie entfachen den Hass von Amokläufern und Terroristen, ja können selbst zur schlimmsten Form des Hasses führen, zum Krieg. Die intensivste und verheerendste Kränkungsart ist dabei die Demütigung.“ Diese ist auf Erniedrigung des Opfers bedacht. Sie nimmt ihm, wie der Name sagt, den letzten Mut und ruft das für die weitere Hassentwicklung so gefährliche Gefühl der Ohnmacht hervor. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2024 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empfindungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Anders als Gedanken besitzen Gefühle eine phänomenale Qualität, sie werden aus der Perspektive dessen, der sie hat, auf bestimmte Weise erfahren. Christoph Demmerling erklärt: „Es klänge eigenartig zu sagen, ich habe Angst, fühle das aber nicht. Das Gefühl der Angst ist etwas anderes als der Gedanke, dass man sich gerade in einer gefährlichen Situation befindet.“ ... <a title="Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gefuehle-wie-gedanken-haben-einen-inhalt.html" aria-label="Mehr Informationen über Gefühle wie Gedanken haben einen Inhalt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anders als Gedanken besitzen Gefühle eine phänomenale Qualität, sie werden aus der Perspektive dessen, der sie hat, auf bestimmte Weise erfahren. Christoph Demmerling erklärt: „Es klänge eigenartig zu sagen, ich habe Angst, fühle das aber nicht. Das Gefühl der Angst ist etwas anderes als der Gedanke, dass man sich gerade in einer gefährlichen Situation befindet.“ Gefühle sind aber nicht nur von Gedanken zu unterscheiden, sondern auch von bloßen Empfindungen wie einem Kälteschauer oder einem Schmerz. Denn anders als Empfindungen haben Gefühle wie Gedanken einen Inhalt, sie sind auf Sachverhalte oder Objekte in der Welt bezogen, sie handeln von etwas und präsentieren Sachverhalte und Objekte in einem bestimmten Licht. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5640"></span></p>
<p><strong>Gefühle wie Gedanken weisen einen Weltbezug auf</strong></p>
<p>Gefühle sind – wie die Philosophen sagen – intentionale Zustände, das heißt sie sind auf etwas gerichtet. Christoph Demmerling erläutert: „Viele Argumente sprechen dafür, dass Gefühle wie Gedanken und im Unterschied zu Empfindungen einen Weltbezug aufweisen, der allerdings anders zu explizieren ist als der Weltbezug eines Gedankens.“ Mit einem Gefühl ist man nicht nur auf etwas gerichtet oder bezogen, etwas präsentiert sich nicht nur als so oder so, sondern in diesem Bezogen-Sein geht es um etwas, jemand ist betroffen, und der Bezug manifestiert sich auf eine qualitative Art und Weise, er wird verspürt.</p>
<p>Christoph Demmerling stellt fest: „Mit qualitativen Erfahrungen eröffnen sich für die Wesen, die sie haben, ein Bedeutsamkeitshorizont. Im Licht eines Gefühls präsentiert sich etwas auf eine bedeutsame Weise als – grob gesprochen – gut oder schlecht.“ Im Fall von Gefühlen sind der intentionale Aspekt und die qualitative Dimension von vornherein miteinander verwoben. Gefühle lassen sich als qualitatives Gewahrsein von etwas auffassen. Anders als ein bloßes Gewahr-Werden oder Sehen ist das Gefühl der Angst auf eine spezifische Weise auf etwas in der Welt gerichtet.</p>
<p><strong>Hass hat zunächst eine durchaus „positive“ Funktion</strong></p>
<p>Für diesen Umstand – man bezieht sich auf etwas im Lichte einer Emotion – hat sich die Rede von einer „affektiven Intentionalität“ eingebürgert. Christoph Demmerling weiß: „Wer ein Gefühl hat, wird von etwas betroffen. Durch ein Gefühl tritt ein Weltausschnitt in den Blick, und Gefühle machen deutlich, was einem wirklich wichtig ist. Das gilt auch für den Hass.“ Ebenso wie andere Gefühle, hat Hass zunächst einmal durchaus eine „positive“ Funktion, indem sich vermöge seiner die Welt in einem bestimmten Licht präsentiert.</p>
<p>Wer hasst, der sieht etwas, was andere nicht sehen. Selbst wenn man das Widerwärtige und Hassenswerte, das der Hassende zu sehen vorgibt, als Ergebnis einer subjektiven Projektion betrachtet, dem auf der Seite des gehassten Objekts keine Eigenschaft entspricht, könnte man dem Hass immer noch einen Erkenntniswert zubilligen: Er informiert den Hassenden darüber, was für ihn auf negative Weise von Belang ist und was nicht gewollt beziehungsweise abgelehnt wird. Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 24 „Der Hass“, herausgegeben von Konrad Paul Liessmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Enttäuschungen zerstören Hoffnungen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/enttaeuschung-ist-ein-gefuehl-der-zerstoerten-hoffnung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jul 2024 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Enttäuschung ist unweigerlich mit Täuschung verbunden. Wer ent-täuscht wird oder ist, hat sich vorher in etwas oder jemanden getäuscht, oder wurde getäuscht. Reinhard Haller weiß: „Ursprünglich war der Begriff durchaus positiv besetzt. Denn er bedeutete, dass jemand aus einer Täuschung herausgerissen und eines Besseren belehrt worden ist.“ Später wurde das Wort Enttäuschung eher im Sinne ... <a title="Enttäuschungen zerstören Hoffnungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/enttaeuschung-ist-ein-gefuehl-der-zerstoerten-hoffnung.html" aria-label="Mehr Informationen über Enttäuschungen zerstören Hoffnungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Enttäuschung ist unweigerlich mit Täuschung verbunden. Wer ent-täuscht wird oder ist, hat sich vorher in etwas oder jemanden getäuscht, oder wurde getäuscht. Reinhard Haller weiß: „Ursprünglich war der Begriff durchaus positiv besetzt. Denn er bedeutete, dass jemand aus einer Täuschung herausgerissen und eines Besseren belehrt worden ist.“ Später wurde das Wort Enttäuschung eher im Sinne von Desillusionierung eingesetzt, womit eine zur Ernüchterung führende, als negativ empfundene Erfahrung oder Erkenntnis gemeint ist. Heute bezeichnet die Enttäuschung ein Gefühl der zerstörten Hoffnung oder des nicht erwarteten Kummers. Enttäuschungen können das bisherige Menschen- und Welt- und Selbstbild infrage stellen. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5542"></span></p>
<p><strong>Enttäuschungen können sogar zum Selbsthass führen</strong></p>
<p>Enttäuschungen führen zum Zusammenbruch von Idealen und Weltanschauungen und lassen Zweifel an der eigenen Person hochkommen. Reinhard Haller erklärt: „Die Entdeckung des Selbstbetrugs löst Schuld- und Versagensgefühle aus, welche dann wiederum den Hass anstacheln.“ Enttäuschung bedeutet jedoch nicht nur das Erkennen einer falschen Erwartungshaltung, sondern auch den Verlust der Kontrolle. Sie ist deshalb regelhaft mit starken negativen Gefühlen wie Ärger, Frustration, Wut und Hass verbunden.</p>
<p>Reinhard Haller erläutert: „Da Enttäuschungen gleichsam hausgemacht sind, das Individuum selbst für seine Hoffnungen und Erwartungen verantwortlich ist, auch dann, wenn sich diese als falsch erwiesen haben und die Wüsche frustriert wurden, gerät die von sich selbst enttäuschte eigene Person unter Druck.“ Die große Gefahr der Enttäuschung liegt in der Schuldverschiebung auf das Ich, im Selbsthass. Das heißt, der Hass richtet sich dann nicht auf ein Gegenüber, das in die Enttäuschung involviert ist, sondern gegen sich selbst.</p>
<p><strong>Kränkungen können eine gewaltige Dynamik entfalten</strong></p>
<p>„Enttäuschungen sind aber im Leben unvermeidbar, da Einstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche unser menschliches Dasein bestimmen. Nur wer keine Hoffnungen hätte, könnte auch nicht enttäuscht werden“, betont Reinhard Haller. Etwas zynisch hat dies der englische Dichter Alexander Pope (1688 – 1744) zum Ausdruck gebracht: „Gesegnet ist der, der nichts erwartet, denn er wird nie enttäuscht.“ Der Gefahr des aus Enttäuschungen resultierenden Hasses, besonders des Selbsthasses kann man entgegenwirken.</p>
<p>Nämlich indem man Enttäuschungen als unvermeidbaren Bestandteil des Lebens, als Herausforderung und Prüfung betrachtet. Reinhard Haller fügt hinzu: „Indem man darüber spricht und versucht herauszufinden, welche Bedeutungen Enttäuschungen haben, was wir aus ihnen lernen und wie wir sie loslassen und überwinden können.“ Unter den Hassauslösern wird kein anderer so häufig genannt wie die Kränkung. Kränkungen sind jedem bestens bekannt, denn sie spielen sich im Alltag millionenfach ab und können nahezu unbemerkt eine gewaltige Dynamik entfalten. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2024 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in ... <a title="Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hass-zaehlt-zu-den-feindseligen-gefuehlen.html" aria-label="Mehr Informationen über Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in den Krieg ziehen, und es handelt sich um ein Gefühl, welches zu unfassbaren Gräueltaten anstiften kann. Auch trägt Hass zur Zersetzung innerhalb sozialer Gefüge bei, in denen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen oder unterschiedlichen religiösen Orientierungen, die sich wechselseitig ablehnen, zusammenleben. Ganz gleich, was der Hass aus und mit den Menschen macht, er stellt eine Kraft im menschlichen Leben dar, in die Frage, wie mit ihm umzugehen ist, ist beileibe keine einfache Frage. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5501"></span></p>
<p><strong>Hass ist auf offene Weise mit Gewalt verbunden</strong></p>
<p>Feindselige Gefühle zu verurteilen fällt nicht schwer, sie zu verstehen ist allerdings nicht immer leicht. Christoph Demmerling ergänzt: „Dies gilt insbesondere für den Hass, der zumeist auf eine offene Weise mit Gewalt verbunden ist. Hass wird oft abgelehnt, gelegentlich auch von denjenigen, die dieses Gefühl haben.“ Kaum jemand verspürt gerne Hass. Deshalb ist das Gefühl anfällig für vielfältige Rationalisierungen und Uminterpretationen.</p>
<p>Bevor Rezepte für den Umgang mit feindseligen Gefühlen ausgestellt werden – so sich denn überhaupt welche ausstellen lassen – gilt es erst einmal auf den Begriff zu bringen, was feindselige Gefühle sind und wie sie funktionieren. Christoph Demmerling erläutert: „Ein Phänomen auf den Begriff zu bringen, heißt in philosophischer Perspektive, es zu beschreiben beziehungsweise zu erklären, es zu verstehen und es gegebenenfalls zu bewerten.“</p>
<p><strong>Hass ist ein Gefühl radikaler Ablehnung</strong></p>
<p>Philosophen stellen häufig die Frage, was etwas ist. Christoph Demmerlings Antwort auf die Frage, was Hass ist, ist nicht originell, das soll sie auch nicht sein, sie soll richtig sein: „Hass ist ein mit Gewaltbereitschaft oder Gewalt verbundenes Gefühl radikaler Ablehnung.“ Problematisch am Hass ist seine Verbindung mit Gewalt. Gefühle der Ablehnung, auch radikale Gefühle der Ablehnung, sollte man aufgeklärten Menschen allerdings zumuten können und sie ihnen auch zubilligen.</p>
<p>Um den Hass zu verstehen, ist sein Verhältnis zu anderen feindseligen Gefühlen in Betracht zu ziehen. Was die Frage nach Gefühlen im Allgemeinen betrifft, so mag ein knappe Bemerkung genügen. Christoph Demmerling erklärt: „In der neueren philosophischen Diskussion werden Gefühle häufig wie Gedanken als geistige Zustände aufgefasst. Gefühle sind allerdings keine rein geistigen Zustände, sondern Weisen, sich zur Welt zu verhalten, im Rahmen derer häufig Bewertungen vorgenommen werden, und die leiblich gespürt werden.“ Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 25 „Der Hass“, herausgegeben von Konrad Paul Liessmann </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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