<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Erinnerung &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/erinnerung/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Jan 2025 08:49:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>Die Erinnerung kann oftmals täuschen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-erinnerung-kann-oftmals-taeuschen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-erinnerung-kann-oftmals-taeuschen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Feb 2025 02:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Nostradamus]]></category>
		<category><![CDATA[Rückschaufehler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5896</guid>

					<description><![CDATA[Die vielleicht wichtigste Gedächtnisverzerrung, die sich Wahrsager zunutze machen, ist der Bestätigungsfehler, dem die Mehrheit ihrer Klienten unterliegt – nämlich diejenigen, die wirklich an übersinnliche Kräfte glauben wollen. Kit Yates erklärt: „Diese Menschen neigen dazu, sich vor allem an die Äußerungen des Mediums zu erinnern, die zu ihrer positiven Erwartung passen – die korrekte, auf ... <a title="Die Erinnerung kann oftmals täuschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-erinnerung-kann-oftmals-taeuschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Erinnerung kann oftmals täuschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die vielleicht wichtigste Gedächtnisverzerrung, die sich Wahrsager zunutze machen, ist der Bestätigungsfehler, dem die Mehrheit ihrer Klienten unterliegt – nämlich diejenigen, die wirklich an übersinnliche Kräfte glauben wollen. Kit Yates erklärt: „Diese Menschen neigen dazu, sich vor allem an die Äußerungen des Mediums zu erinnern, die zu ihrer positiven Erwartung passen – die korrekte, auf Wissen basierende Rekonstruktion von Informationen über die Person, die das Medium ihrer Meinung nach nicht hätte kennen können –, wobei sie häufig die Fälle ignorieren, in denen sich das Medium irrt.“ Diese Art von selektiven Gedächtnis funktioniert in komplementärer Weise, wenn es um Aussagen des Mediums geht, welche die Zukunft betreffen. Kit Yates lehrt an der Fakultät für mathematische Wissenschaften und is Co-Direktor des Zentrums für mathematische Biologie der University of Bath. <span id="more-5896"></span></p>
<p><strong>Hellseher profitieren vor allem vom sogenannten Rückschaufehler</strong></p>
<p>Bombardiert das Medium den Klienten so rasch mit Prognosen, dass dieser sich nicht an alle erinnern kann, wird er sich höchstwahrscheinlich an die Vorhersagen erinnern, die eine gewissen Ähnlichkeit mit tatsächlich eintretenden Ereignissen aufweisen. Kit Yates stellt fest: „Das gleicht der Erfahrung, die vermutlich schon viele von uns gemacht haben, nämlich dass man sich erst später am Tag an einen Traum erinnert, wenn ein Ereignis eine Erinnerung daran auslöst.“</p>
<p>Das heißt natürlich nicht, dass der Traum in irgendeiner Weise prophetisch war. Kit Yates erläutert: „Vielmehr spricht es dafür, dass wir uns ohne dieses auslösende Ereignis gar nicht an den Traum erinnert hätten. In gleicher Weise erinnern sich Gläubige nur an die wenigen Vorhersagen, die anscheinend tatsächlich eintreffen, und vergessen die vielen anderen, die das nicht tun – die Treffer werden betont, die Fehlschlüsse negiert.“ Hellseher profitieren vor allem vom sogenannten Rückschaufehler – die Verzerrung der Erinnerungen im Lichte des Wissens um spätere Ereignisse.</p>
<p><strong>Nostradamus hatte angeblich seherische Fähigkeiten</strong></p>
<p>Diese Verzerrung kann so wirken, als ob ursprünglich vage Vorhersagen auf spätere Ereignisse passen, da nur die zutreffenden Details erinnert und gleichzeitig so umgeformt werden, dass sie mit den tatsächlichen Geschehnissen übereinstimmen. Kit Yates blickt zurück: „Zu den bekanntesten Anhängern des Rückschaufehlers gehören die Jünger des Nostradamus. In seinem Buch „Les Prophéties“ formulierte der französiche Seher im 16. Jahrhundert eine Sammlung von 942 vagen und mit Metaphern vollgepackten Vierzeilern, die angeblich die Zukunft beschrieben.“</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass keine der 942 „Voraussagen“ des Nostradamus je dazu benutzt wurde, um ein konkretes Ereignis vor seinem Eintreten vorherzusagen. Kit Yates fügt hinzu: „Sie sind stets erst im Nachhinein herangezogen worden; diesen Trick bezeichnet man als Retrodiktion oder Retrognose.“ Um ganz offen über die seherischen Fähigkeiten des Nostradamus zu sprechen: Eine Prophezeiung, die erst dann mit dem Ereignis, das sie angeblich vorhersagt, in Verbindung gebracht werden kann, wenn es bereits stattgefunden hat, ist so nützlich wie eine Teekanne aus Schokolade. Quelle: „Wie man vorhersieht, womit keiner rechnet“ von Kit Yates</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-erinnerung-kann-oftmals-taeuschen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Identität und Erinnerung sind eng verbunden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/barbara-schmitz-zeit-im-alter.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/barbara-schmitz-zeit-im-alter.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Dec 2024 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=5831</guid>

					<description><![CDATA[Das Alter ist auch die Zeit der Erinnerung. „Erinnerung ist die Gegenkraft zur Ohnmacht des Lebens“, so der Philosoph Emil Angehrn. Durch die Erinnerung wird das Vergangene durchschaubarer und verstehbarer. Barbara Schmitz ergänzt: „Uns bietet sich damit eine Möglichkeit, der vergangenen Zeit etwas entgegenzusetzen. Und die Erinnerung erlaubt uns zu verstehen, wer wir sind, wie ... <a title="Identität und Erinnerung sind eng verbunden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/barbara-schmitz-zeit-im-alter.html" aria-label="Mehr Informationen über Identität und Erinnerung sind eng verbunden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Alter ist auch die Zeit der Erinnerung. „Erinnerung ist die Gegenkraft zur Ohnmacht des Lebens“, so der Philosoph Emil Angehrn. Durch die Erinnerung wird das Vergangene durchschaubarer und verstehbarer. Barbara Schmitz ergänzt: „Uns bietet sich damit eine Möglichkeit, der vergangenen Zeit etwas entgegenzusetzen. Und die Erinnerung erlaubt uns zu verstehen, wer wir sind, wie wir die geworden sind, die wir sind.“ Die enge Verbindung zwischen Identität und Erinnerung wird im Alter besonders sichtbar. Der narrative Ansatz ist auch im Kontext von Generativität hilfreich. Das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte, die Weitergabe von eigenen Erfahrungen kann einen positiven Effekt auf schmerzhafte Erlebnisse des eigenen Lebens haben, kann mit ihnen versöhnen. Barbara Schmitz ist habilitierte Philosophin. Sie lehrte und forschte an den Universitäten in Basel, Oxford, Freiburg i. Br., Tromsø und Princeton. Sie lebt als Privatdozentin, Lehrbeauftragte und Gymnasiallehrerin in Basel. <span id="more-5831"></span></p>
<p><strong>Die Diagnose Demenz ist für die meisten ein großer Schock</strong></p>
<p>Das Bild vom Alter als einer individuell auszugestaltenden Lebensspanne scheint jedoch eine fatale Konsequenz nach sich zu ziehen. Barbara Schmitz erklärt: „Unter der Voraussetzung, dass das Alter auch die Zeit der neuen Potenziale und der Möglichkeit der Rückschau ist, wird Demenz stärker denn je zu einer Tragödie, denn man verliert ja gerade die Fähigkeit, etwas Neues auszuprobieren oder sich zu erinnern.“ Wie kann man bei einer Demenz noch von einem lebenswerten Leben sprechen?</p>
<p>Studien auf empirischer Basis zeigen, dass Menschen vor allem deswegen Angst vor Demenz haben, weil sie den Verlust von Autonomie und Selbstbestimmung fürchten, mit ihr den Verlust des Verstandes verbinden, den Verlust von Selbstkontrolle befürchten, Angst vor Abhängigkeit haben und mit der Krankheit bei fortschreitender Demenz den Verlust von Würde verbinden. Barbara Schmitz stellt fest: „Genau diese Ängste prägen das Bild von Demenz und sind damit wohl dafür verantwortlich, dass die Diagnose Demenz für die meisten ein großer Schock ist.“ </p>
<p><strong>Bei Demenz zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Außen- und Innenperspektive</strong></p>
<p>Um zu verstehen, was Demenz ist und inwiefern ein lebenswertes Leben damit möglich ist, sind die Zeugnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen unverzichtbar. Barbara Schmitz weiß: „Es zeigt sich bei Demenz ähnlich wie bei Behinderung eine Diskrepanz zwischen Außen- und Innenperspektive. Das Behinderungsparadox besagt, dass sich Außen- und Innensicht fundamental voneinander unterscheiden, wenn es um die Frage des lebenswerten Lebens geht.“ </p>
<p>Ein Leben, das aus der Außensicht miserabel und leidvoll zu sein scheint, kann aus der Innensicht ein erfüllendes lebenswertes Leben sein. Barbara Schmitz erläutert: „Dass in diesem Zusammenhang überhaupt von einem Paradox gesprochen wird, zeigt, dass es Vorurteile und Ängste gibt, die Menschen im Wege stehen, wenn es um die Beurteilung des lebenswerten Lebens für Menschen mit Behinderung geht, und dass an diesen Vorurteilen gearbeitet werden sollte.“ Quelle: „Was ist ein lebenswertes Leben?“ von Barbara Schmitz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/barbara-schmitz-zeit-im-alter.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Menschen wollen nicht vergessen werden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-spuren-der-menschen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-spuren-der-menschen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2023 02:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erik H. Erikson]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Generativität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbsterfahrung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=4355</guid>

					<description><![CDATA[Menschen hinterlassen Spuren, indem sie Kinder in die Welt setzen, Häuser bauen, Gärten anlegen oder Stiftungen gründen. Manchmal schreiben sie auch Bücher. Andreas Salcher weiß: „Die Bibliothek, die Antiquitäten, die Sammlung von Reiseandenken, die Fotoalben oder Privatarchive gewinnen für uns an Bedeutung, weil sie unsere Erlebnisse und Erfahrungen für die Nachwelt erhalten.“ Durch das ehrenamtliche ... <a title="Menschen wollen nicht vergessen werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-spuren-der-menschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen wollen nicht vergessen werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen hinterlassen Spuren, indem sie Kinder in die Welt setzen, Häuser bauen, Gärten anlegen oder Stiftungen gründen. Manchmal schreiben sie auch Bücher. Andreas Salcher weiß: „Die Bibliothek, die Antiquitäten, die Sammlung von Reiseandenken, die Fotoalben oder Privatarchive gewinnen für uns an Bedeutung, weil sie unsere Erlebnisse und Erfahrungen für die Nachwelt erhalten.“ Durch das ehrenamtliche Engagement in Institutionen und Vereinen wird man Teil von Ideen, die über das eigene Leben hinausreichen. Unbewusst geht man davon aus, dass all diese Projekte im Grunde nie abgeschlossen sind. Keine Sammlung ist jemals vollständig, kein Verein erlischt mit dem Tod eines Gründungsmitglieds, kein Garten verdorrt mit dem Hinscheiden des Gärtners. Spenden und Stiftungen halten den Namen eines Menschen lebendig. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-4355"></span></p>
<p><strong>Die Generativität ist das menschliche Überlebensprojekt schlechthin</strong></p>
<p>Andreas Salcher erläutert: „Bestimmte Projekte, an denen wir mitwirken, überschreiten unsere Lebenszeit, und es besteht die Hoffnung, dass sie von anderen fortgesetzt werden könnten.“ An dieser Sehnsucht hat sich seit dem Bau der großen Kathedralen nichts geändert. Die Generativität, die sich um Kultur und Sorge für die nächste Generation bemüht, ist das menschliche Überlebensprojekt schlechthin. Sie kann die Gedanken an einen Menschen über den Tod hinaus lebendig erhalten. </p>
<p>Die Generativität kann die Gedanken an einen Menschen über den Tod hinaus lebendig halten. Besonders für Menschen, die keine Kinder haben und nicht an die Auferstehung, ewige Seligkeit oder Reinkarnation glauben, ist die kulturelle Generativität eine starke Motivation, sich dadurch eine symbolische Verlängerung der eigenen Existenz zu schaffen. Der Wunsch „Meine Ekelkinder sollen es einmal besser haben“ ist kulturübergreifend tief im Menschen verankert. Gerade wenn man reich an Lebenserfahrung und Wissen ist, liegt in der Generativität die große Chance zur Selbstentfaltung und zum Lebenssinn. </p>
<p><strong>Erik H. Erikson zählt zu den einflussreichsten Psychologen des 20. Jahrhunderts</strong></p>
<p>Der Schöpfer des Begriffs Generativität zählt zu den einflussreichsten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Vor allem sein Acht-Stufen-Modell der psychosozialen Entwicklung von der Bindungsfähigkeit des Kleinkindes bis zur Weisheit im reifen Alter hat bis heute Gültigkeit. Erik H. Erikson lebenslange Beschäftigung mit der Entwicklung der Ich-Identität wurzelt wohl in seiner eigenen spannungsreichen Lebensgeschichte. Schlussendlich wurde er von keiner geringeren als Anna Freud zum Psychoanalytiker ausgebildet. </p>
<p>Die sozialen Umbrüche der Sechzigerjahre trugen wesentlich zur Popularisierung seiner These bei, dass jeder Mensch eine Reihe von Entwicklungsphasen durchläuft und in diesen besondere Herausforderungen und potenzielle Krisen bewältigen muss. Vor allem der Begriff „Identitätskrise“ erlebte eine erste Hochkonjunktur. Im aktiven Berufsleben agieren Menschen als großzügige Geber, als auf ihren Vorteil bedachte Nehmer oder als kalkulierende Tauscher. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-spuren-der-menschen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/das-gedaechtnis-ist-kein-datenspeicher.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/das-gedaechtnis-ist-kein-datenspeicher.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2021 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Rationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2610</guid>

					<description><![CDATA[Menschliches Erleben und Erinnern sind in hohem Maß subjektiv bestimmt und in der Regel nimmt man dies nicht wahr. Denn das Gedächtnis funktioniert nicht wie ein Datenspeicher, in dem man unverändert reproduzierbare Inhalte abspeichern kann. Thomas Fischer fügt hinzu: „Merken und Erinnern sind vielmehr stark mit Emotionen, einer Gesamtheit von sensorischen, unbewussten und reflektierten Prozessen ... <a title="Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-gedaechtnis-ist-kein-datenspeicher.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschliches Erleben und Erinnern sind in hohem Maß subjektiv bestimmt und in der Regel nimmt man dies nicht wahr. Denn das Gedächtnis funktioniert nicht wie ein Datenspeicher, in dem man unverändert reproduzierbare Inhalte abspeichern kann. Thomas Fischer fügt hinzu: „Merken und Erinnern sind vielmehr stark mit Emotionen, einer Gesamtheit von sensorischen, unbewussten und reflektierten Prozessen verbunden.“ Die Speicher der Erinnerung sind Teil des Gesamtkörpers eines Menschen. Erinnerung ist nicht das Öffnen einer Datei, sondern die Neukonstruktion einer Gesamtsituation, die ihrerseits wiederum ein Gefühls- und Reflexionsprozess ist. Dieser wird verarbeitet und hat seinerseits Einfluss auf das Ergebnis des Erinnerns. So entsteht jedes Mal ein etwas anderes Bild der Vergangenheit. Thomas Fischer war bis 2017 Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. <span id="more-2610"></span></p>
<p><strong>Es entstehen immer mehr „parallele“ Wahrheiten</strong></p>
<p>Durch gezielte oder unbeabsichtigte Einflussnahmen ist es ohne weiteres möglich, in Personen lebhafte Erinnerungen hervorzurufen, die tatsächlich niemals stattgefunden haben. Auch solche scheinbaren Erinnerungen akzeptieren die betroffenen Personen schließlich als Wahrheit. Eine in den letzten Jahren verstärkt zu beobachtende sozialpsychologische Erscheinung ist das Entstehen von „parallelen“ Wahrheiten. Diese umfassen nicht allein Wertungen und Beurteilungen, sondern beziehen sich explizit auf Tatsachen. Dies sind zum einen die erstaunlich verbreiteten Verschwörungstheorien, die beliebige Tatsachen zu geschlossenen, wahnhaft erscheinenden Deutungssystemen integrieren.</p>
<p>Zum anderen sind es die politisch, ideologisch oder religiös motivierten Weigerungen, Tatsachen außerhalb des eigenen Deutungskontexts überhaupt oder als potenziell wahr zur Kenntnis zu nehmen. Die Begriffe „Fake News“ und „Alternative Facts“ stammen nicht zufällig aus dem Bereich der amerikanischen Kommunikation. In dieser hat eine Kombination von Meinungen mit Tatsachen du Spaltung des Wirklichkeitsempfindens ein früher kaum vorstellbares Ausmaß erreicht.</p>
<p><strong>In Europa herrscht eine Kultur der Rationalität</strong></p>
<p>Die Menschen in Europa leben seit rund fünfhundert Jahren vorwiegend in einer Kultur der Rationalität. Die Vernunft im Sinn einer Systematisierung von Erkenntnissen ist dabei das Prinzip des Denkens und das Garantieversprechen einer Definition der Wahrheit. Es wird den Menschen heute nicht als abstraktes Prinzip zugeschrieben, sondern als individuelle Eigenschaft und Pflicht: Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung. Im Zentrum des Denkens der Moderne steht der Mensch als Ich, Selbst, Subjekt.</p>
<p>Thomas Fischer stellt fest: „Es ist in der Welt am Ende des 20. Jahrhunderts jedenfalls nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg bestreitbar, dass es bei der Beurteilung von abweichendem Verhalten und individuelle Schuld und Verantwortung geht. Und dass dies eine wahre, das heißt rational nachvollziehbare, legitime und allgemein akzeptable Zuweisung von Schuldvoraussetzungen erfordert.“ Es reicht zur Bestrafung wegen Mordes also nicht aus, dass Personen durch Eingebung, Traum oder kraft Tradition überzeugt sind, ein Beschuldigter habe dafür gesorgt, dass eine andere Person starb. Die Wahrheit muss nach Maßstäben festgestellt werden, die rationalen Sinnzusammenhängen folgen. Quelle: „Über das Strafen von Thomas Fischer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/das-gedaechtnis-ist-kein-datenspeicher.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreativität wird hoch bewertet</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/kreativitaet-wird-von-vielen-menschen-hoch-bewertet.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/kreativitaet-wird-von-vielen-menschen-hoch-bewertet.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Mar 2021 06:32:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Analogie]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2527</guid>

					<description><![CDATA[Allgemein besteht Einigkeit darüber, dass kreative Problemlösung häufig mit der „Erfindung einer neuen Analogie“ zu tun hat. Manchmal spricht man auch davon, das Problem werde „restrukturiert“. David Gelernter erläutert: „Wenn wir plötzlich einen Zusammenhang zwischen zwei Sachverhalten erkennen, die in unserem Sprechen oder Denken in der Regel nicht zusammen vorkommen, haben wir die Grundlage für ... <a title="Kreativität wird hoch bewertet" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/kreativitaet-wird-von-vielen-menschen-hoch-bewertet.html" aria-label="Mehr Informationen über Kreativität wird hoch bewertet">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Allgemein besteht Einigkeit darüber, dass kreative Problemlösung häufig mit der „Erfindung einer neuen Analogie“ zu tun hat. Manchmal spricht man auch davon, das Problem werde „restrukturiert“. David Gelernter erläutert: „Wenn wir plötzlich einen Zusammenhang zwischen zwei Sachverhalten erkennen, die in unserem Sprechen oder Denken in der Regel nicht zusammen vorkommen, haben wir die Grundlage für eine neue Analogie oder einen kreativen Gedanken.“ Inspiration ereignet sich in der Mehrzahl der Fälle auf einer achselzuckenden Ebene der ganz gewöhnlichen, wenig bemerkenswerten Gedanken des Alltags. Aber vielfach hat eine wichtige Inspiration auch die gleichen bescheidenen Anfänge: eine „neue Analogie“. Indem man ein rätselhaftes Etwas mit etwas anderem vergleicht, reißt man eine Öffnung in das alltägliche Gewebe des Geisteslebens und blickt hindurch. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2527"></span></p>
<p><strong>Eine Analogie ist immer mit einer Reflexion verbunden</strong></p>
<p>Jetzt kann man über das Etwas auch unter dem Gesichtspunkt des etwas anderen nachdenken. Man kann es auf eine neue Art betrachten. Kreative Problemlösung dreht sich also um die Entdeckung und Nutzung einer neuen Analogie. Und das ist gleichbedeutend mit Erinnerung plus Reflexion. Eine kreative Entdeckung kann eine technische Errungenschaft sein, oder auch eine poetische. Um ungewöhnliche Erinnerungen in eine tatsächliche Analogie umzuwandeln, muss man sie wahrnehmen. Man muss darüber nachdenken und sich an sie erinnern – das heißt, man muss reflektieren.</p>
<p>Wann ein Mensch mit der Frage nach einer Information konfrontiert wird, erinnert er sich an die entsprechende Information oder an Inhalte in seinem Gedächtnis, aus denen er die Information entnehmen kann. David Gelernter fügt hinzu: „Der gleiche mentale Ablauf, der Routinefragen beantwortet, liegt auch der Erfindung neuer Analogien zugrunde – vorausgesetzt, ich nutze ihn richtig.“ Auf der anderen Seite ist Kreativität selten, und vermutlich ist sie die geistige Leistung, die viele Menschen am höchsten bewerten.</p>
<p><strong>Neue Analogien führen zur Kreativität</strong></p>
<p>Natürlich besteht Kreativität nicht nur aus der Erfindung von Analogien. Wichtig ist auch die Bereitschaft, die Einfälle bis an ihre äußersten Grenzen und darüber hinaus zu treiben. Wichtig ist ebenfalls, Grenzen und Regeln zu ignorieren, die sich ausschließlich auf Konventionen gründen. Eine grundlegende Voraussetzung kommt noch hinzu: das Gespür für die Eleganz und Sparsamkeit der Natur. Außerdem ist Neugier wichtig; die Fähigkeit, sich überraschen zu lassen, ist sehr bedeutend. Aber nichts ist für die Kreativität rundlegender als die Entdeckung neuer Analogien.</p>
<p>Wenn man des Wesen oder die Essenz einer Erinnerung oder Erfahrung – einer Person, eines Ortes, einer Szene – zusammenfassen könnte, könnte man auch jede Erinnerung mit ihrer „Essenz-Zusammenfassung“ kennzeichnen. Der leistungsfähigste Essenz-Zusammenfasser des Geistes ist das Gefühl. Zwei Gegenstände, Personen oder Ereignisse, die sich oberflächlich überhaupt nicht ähneln, können bei einem Menschen das gleiche Gefühl auslösen – oder zumindest grundsätzlich das gleiche. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/kreativitaet-wird-von-vielen-menschen-hoch-bewertet.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielleicht sind alle Menschen Rassisten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/vielleicht-sind-alle-menschen-rassisten.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/vielleicht-sind-alle-menschen-rassisten.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2021 08:09:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesichter]]></category>
		<category><![CDATA[Rassist]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2521</guid>

					<description><![CDATA[Manche Menschen können sich sehr gut an Gesichter erinnern, andere besonders gut an Namen, Julia Shaw kann weder das eine noch das andere. Es gibt einfach individuelle Unterschiede bei der Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen. Nicht nur im Sinne des Erinnerns, sondern grundsätzlich in dem Vermögen, sich die Gesichtszüge einzuprägen. Die Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, fällt in die ... <a title="Vielleicht sind alle Menschen Rassisten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/vielleicht-sind-alle-menschen-rassisten.html" aria-label="Mehr Informationen über Vielleicht sind alle Menschen Rassisten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche Menschen können sich sehr gut an Gesichter erinnern, andere besonders gut an Namen, Julia Shaw kann weder das eine noch das andere. Es gibt einfach individuelle Unterschiede bei der Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen. Nicht nur im Sinne des Erinnerns, sondern grundsätzlich in dem Vermögen, sich die Gesichtszüge einzuprägen. Die Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, fällt in die Zuständigkeit eines spezifischen Teils des Gehirns, das man fusiformes Gesichtsareal nennt. Es mag vielleicht allzu selbstverständlich klingen, aber wenn man glaubt, eine Person klar in Erinnerung zu haben, dann hat man auch ein hohes Maß an Selbstvertrauen, wenn man gebeten wird, diese Erinnerung abzurufen. Julia Shaw ergänzt: „Aber dass wir glauben, wir hätten eine klare Erinnerung an etwas, heißt nicht unbedingt, dass das auch so ist.“ Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2521"></span></p>
<p><strong>Scheinbar gibt es systematischen Alltagsrassismus</strong></p>
<p>Ein Faktor, der die Fähigkeit, andere zu identifizieren, beeinflusst, ist die ethnische Zugehörigkeit. Julia Shaw erläutert: „Wenn sie schwarz sind und beobachten, wie ein Asiat ein Verbrechen begeht, haben Sie schlechte Karten, wenn Sie den Richtigen erkennen wollen.“ Dasselbe gilt für jede andere Kombination unterschiedlicher Ethnien. Menschen sind einfach generell schlecht darin, jemanden aus einer anderen ethnischen Gruppe zu identifizieren, ein Phänomen, das man Ausländereffekt oder own race bias (ORB) nennt.</p>
<p>Dieser Ausländereffekt stellt im Rechtswesen ein gewaltiges Problem dar, da es natürlich vorkommt, dass Menschen unterschiedlicher Ethnien Verbrechen gegeneinander begehen. Und noch schlimmer ist, dass das Recht ständig mit etwas zu kämpfen hat, das nach systematischen Alltagsrassismus aussieht. Vielleicht sind ja alle Menschen Rassisten, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Die eigene Kultur prägt einen Menschen, wie der Gesichter sieht. Man Gesichter nur deswegen erkennen, weil man bestimmte Strategien zum Erfassen von Gesichtern hat.</p>
<p><strong>Die Datenbank für Gesichter nicht viel Neues verkraften</strong></p>
<p>Nur weil man starke und zahlreiche Erinnerungen daran hat, wie ein Gesicht aussieht, kann man neue Gesichter identifizieren. Gesichter werden dem Gehirn durch ihre Ähnlichkeit mit Beispielen anderer Gesichter repräsentiert, die man schon gesehen hat. Julia Shaw sagt es mit anderen Worten: „Wir erinnern uns an neue Gesichter im Verhältnis zu Gesichtern, die wir bereits in unserer Datenbank haben.“ Man nennt diesen Vorgang das sogenannte exemplarbasierte Modell der Erinnerung an Gesichter.</p>
<p>Die Datenbank erlaubt eine Optimierung der Art und Weise, wie ein Mensch Gesichter analysiert, und minimiert die Zeit und die Mühe, die er in die Erfassung eines neuen Gesichts stecken müsste. Aber genau diese angewendeten Strategien führen zu einer Trübung der Erinnerung an neue Gesichter und können sich gegen einen selbst wenden, wenn ein Gesicht zu viele neue Merkmale hat. Es ist beinahe so, als könne die Datenbank für Gesichter nicht allzu viel Neues auf einmal verkraften. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/vielleicht-sind-alle-menschen-rassisten.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vieles ist dem Geist verborgen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 02:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2510</guid>

					<description><![CDATA[Wenn Menschen das Gewicht vom äußeren auf den inneren Bereich des Bewusstseins verlagern, versinken sie in sich selbst. Und indem sie in sich selbst versinken, versinken sie auch in der Vergangenheit. David Gelernter erläutert: „Unser subjektives Ich ist ein Subjekt. Dieses befindet sich in der Zeit wie eine Straße oder ein Baum im Raum. Das ... <a title="Vieles ist dem Geist verborgen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html" aria-label="Mehr Informationen über Vieles ist dem Geist verborgen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Menschen das Gewicht vom äußeren auf den inneren Bereich des Bewusstseins verlagern, versinken sie in sich selbst. Und indem sie in sich selbst versinken, versinken sie auch in der Vergangenheit. David Gelernter erläutert: „Unser subjektives Ich ist ein Subjekt. Dieses befindet sich in der Zeit wie eine Straße oder ein Baum im Raum. Das Leben eines Menschen ist eine Art Dorf in der Zeit. Dazu gehören tausend kleine in die Zeitlandschaft gesprenkelten Gebäude, von denen die meisten in der frühen Kindheit entstanden.“ Jedes Leben enthält Augenblicke, die dem menschlichen Geist verborgen sind. Die meisten von ihnen bekommt man nie zu Gesicht, aber manchen begegnet man noch einmal. Man ruft die Erinnerungen manchmal nicht nur ab, sondern bewohnt sie noch einmal. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2510"></span></p>
<p><strong>Vor dem Traum tritt der Mensch in alte Erinnerungen ein</strong></p>
<p>Die gespenstige Fähigkeit, noch einmal in Erinnerungen aus vergangenen Zeiten einzutreten und sie nicht nur zu kennen, sondern auch noch einmal zu erleben, ist ein bestimmendes Merkmal der geistigen Realität. Solche Augenblicke vergangener Zeiten werden in einem Menschen hinter verschlossenen Türen auf ewig bewahrt. Wenn ein Mensch tief genug taucht, kann er die Türen finden. Dann kann er das Schloss öffnen und noch einmal in die unverhüllte Vergangenheit eintreten. Genau wie er sie beim ersten Mal erlebt hat.</p>
<p>Wenn sich ein Mensch dem Schlaf nähert, durchläuft sein Geist eine Reihe seltsamer Zustände, an die er sich fast nie erinnert. Jenseits der Schwelle zur Halluzination, halluziniert man, als würde man träumen. Aber die Entstellungen des tatsächlichen Träumens haben noch nicht begonnen. Man tritt in alte Erinnerungen ein, wie sie wirklich angelegt sind, und nicht in ihre veränderte Traumform. David Gelernter erklärt: „Insgeheim wurden wir dabei in der Zeit zurück bis zu Situationen geleitet von denen wir glaubten, sie seien für immer vergangen.“</p>
<p><strong>In den Träumen kehrt die Vergangenheit zurück</strong></p>
<p>Im Schlaf wechselt der Mensch von der äußeren in die innere Realität. Eine Studie über den zeitlichen Bezug von Träumen aus dem Jahr 1965 von Paul Verdone kommt zu folgendem Ergebnis: „In den ersten 3,5 Stunden der Schlafperiode bezogen sich die Traumberichte auf Elemente, die in der Realität während der letzten Woche aufgetreten waren; in den nächsten 4 Stunden bewegte sich der zeitliche Bezug zurück zu immer entfernteren Ereignissen …, bis sich nach ungefähr 7,5 Stunden der Schlafperiode der zeitliche Bezug wieder in Richtung kürzer zurückliegender Ereignisse umkehrt.</p>
<p>In den Gedanken beim Einschlafen und in den Träumen kehrt die Vergangenheit zurück. Dort befindet man sich wieder in der Gegenwart von Menschen, die man liebt und die nicht mehr da sind – oder zwischen Menschen oder an Orten, die zentrale Bestandteile der Kindheit waren. Man durchlebt diese Erfahrungen, und doch sind sie einem nicht zugestoßen, weil man sich nicht an sie erinnert. Aber wiederholte Erlebnisse dieser Art können das Ich auf andere Weise verändern: Sie können die eigene Persönlichkeit durch direkten Druck belasten, oder sie hinterlassen in einem Menschen das unheimliche Gefühl, dass unmittelbar hinter dem Horizont etwas Wichtiges geschehen ist. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/vieles-ist-dem-geist-verborgen.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Menschen interpretieren Dinge fast nie isoliert</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/menschen-interpretieren-dinge-fast-nie-isoliert.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/menschen-interpretieren-dinge-fast-nie-isoliert.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Sep 2020 06:16:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2360</guid>

					<description><![CDATA[Meistens begegnen Menschen die verschiedensten Dinge in einem bestimmten Zusammenhang. Und sie haben alle eine große Anzahl von komplexen Erinnerungen und Schemata – intuitive Vorstellungen davon, wie die Welt funktioniert. Julia Shaw erklärt: „Fast nie interpretieren wir einen Gegenstand isoliert, sondern bringen Erinnerungen in unsere Deutung der Welt ein.“ Wenn man eine Blume anschaut, sieht ... <a title="Menschen interpretieren Dinge fast nie isoliert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/menschen-interpretieren-dinge-fast-nie-isoliert.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen interpretieren Dinge fast nie isoliert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Meistens begegnen Menschen die verschiedensten Dinge in einem bestimmten Zusammenhang. Und sie haben alle eine große Anzahl von komplexen Erinnerungen und Schemata – intuitive Vorstellungen davon, wie die Welt funktioniert. Julia Shaw erklärt: „Fast nie interpretieren wir einen Gegenstand isoliert, sondern bringen Erinnerungen in unsere Deutung der Welt ein.“ Wenn man eine Blume anschaut, sieht man nicht einfach Formen und Farben. Sondern man weiß auch, dass man Teile einer Pflanze sieht, die man „Blume“ nennt, und dass man sie im Allgemeinen nicht essen kann. Man weiß auch, dass die Blume im Raum existiert und den Gesetzen der Schwerkraft unterliegt. Diese Fähigkeit, relativ elementare Informationen zu interpretieren und in einen Sinnzusammenhang zu bringen, ist überraschend komplex und von Erinnerungen abhängig. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2360"></span></p>
<p><strong>Die Wahrnehmung ist ein fließender Prozess</strong></p>
<p>Menschen verfügen also über die erstaunliche Fähigkeit, Informationen aus einem sehr begrenzten Input von Daten zu extrapolieren. Der Sehsinn zum Beispiel hat sich zu dem Zweck entwickelt, die Reize aus der Umgebung interpretieren zu können. Julia Shaw erläutert: „Er wurde von unserer Erfahrung mit der natürlichen Welt geschärft, die unser Verständnis und unsere Erwartungen geprägt hat.“ Im Wesentlichen stellt ein Mensch fundierte Vermutungen über die von ihm wahrgenommene Welt an. Diese beruhen auf seinen bisherigen Erfahrungen.</p>
<p>Das ist bei Licht besehen eine überlebenswichtige Fähigkeit. Schon seit prähistorischer Zeit mussten Menschen häufig Entscheidungen auf der Grundlage begrenzter Informationen treffen. Folglich beschreitet man bei der Interpretation der Welt einen Weg, den man als vernünftige Abkürzung ansieht. Julia Shaw stellt fest: „Wir erleben Wahrnehmung nur deshalb als kohärenten und fließenden Prozess, weil unser Gehirn fortwährend begründete Vermutungen anstellt. Damit füllt es die Informationslücken.“</p>
<p><strong>Menschen unterliegen Täuschungen der Wahrnehmung</strong></p>
<p>Meistens ist die automatische Einbeziehung des Gedächtnisses bei Annahmen und begründeten Vermutungen hilfreich. Denn dadurch ist man viel schneller in der Interpretation der verschiedenen Reize aus der Umgebung. Und diese Einschätzungen sind normalerweise zutreffend. Die Erinnerungen an bisherige Erfahrungen beeinflussen nicht nur, welches Verhalten man von anderen Menschen erwartet. Sie prägen ganz allgemein die persönliche Auffassung davon, wie die Welt funktioniert – Schwerkraft, Dimensionen, Möglichkeiten.</p>
<p>Ebenso wie einen Menschen der erste Eindruck von einem Gesicht täuschen kann, kann man von generellen Täuschungen der Wahrnehmung hereingelegt werden. Diese nutzen beispielsweise Zauberer. Julia Shaw erklärt: „Wenn unsere Wahrnehmung in irgendeiner Weise in die Irre geführt wurde und wir dies nicht merken, dann können die Vermutungen, die unser Gehirn anstellt, um uns beim Verständnis der Welt zu helfen, sogar genau den entgegengesetzten Effekt haben und unsere Erinnerungen schon von vornherein fehlerhaft anlegen.“ Quelle: &#8222;Das trügerische Gedächtnis&#8220; von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/menschen-interpretieren-dinge-fast-nie-isoliert.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/julia-shaw-erklaert-die-fuzzy-trace-theorie.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/julia-shaw-erklaert-die-fuzzy-trace-theorie.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2020 05:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Fuzzy-Trace-Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2344</guid>

					<description><![CDATA[Eine Theorie, die genauer zu erklären versucht, warum Menschen inkorrekte Erinnerungen bilden, heißt Fuzzy-Trace-Theorie. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen elegante Theorie, mit deren Hilfe sich viele Phänomene des Gedächtnisses erklären lassen. Sie postuliert, dass es bei der Erinnerung um zwei Dinge geht: Um eine „gist trace“, eine Spur des Wesentlichen oder des Bedeutungskerns ... <a title="Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/julia-shaw-erklaert-die-fuzzy-trace-theorie.html" aria-label="Mehr Informationen über Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Theorie, die genauer zu erklären versucht, warum Menschen inkorrekte Erinnerungen bilden, heißt Fuzzy-Trace-Theorie. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen elegante Theorie, mit deren Hilfe sich viele Phänomene des Gedächtnisses erklären lassen. Sie postuliert, dass es bei der Erinnerung um zwei Dinge geht: Um eine „gist trace“, eine Spur des Wesentlichen oder des Bedeutungskerns einer Erfahrung und um eine „verbatim trace“, eine wortwörtliche Spur, die eine Erinnerung an die spezifischen Einzelheiten ist. Julia Shaw ergänzt: „Die meisten Erinnerungen enthalten sowohl die Bedeutung erfassende als auch die wortwörtliche Komponente.“ Julia Shaw stellt vier Prinzipien vor, die erklären, wie es zu Erinnerungstäuschungen kommt. Bei dem ersten Prinzip handelt es sich um parallele Verarbeitung und Speicherung. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2344"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn speichert Erinnerungen separat</strong></p>
<p>Dabei encodieren Menschen wortwörtliche Erinnerungsspuren und solche, die den Bedeutungskern erfassen, gleichzeitig und speichern sie als dissoziierte Repräsentationen. Wenn man beispielsweise eine Szene beobachtet, verarbeitet man zur gleichen Zeit, wie die Szene aussieht (verbatim) und welche Bedeutung oder Interpretation man ihr zuschreibt (gist). Diese beiden Informationsgruppen werden separat gespeichert. Beim zweiten Prinzip geht es um den getrennten Abruf. Dabei ruft das Gehirn unterschiedlichen Erinnerungsspuren auch getrennt ab.</p>
<p>Julia Shaw erläutert: „Das heißt, dass die eine Art von Erinnerungsspur von einer Erfahrung stärker sein kann als die andere. Es heißt auch, dass eine Art, beide Arten oder gar keine Art von Erinnerungsspur als Reaktion auf eine gegebene Situation zugänglich sein kann.“ Das hilft, zu erklären, warum man sich manchmal an den Namen einer Person erinnern kann, aber nicht mehr daran, was man von ihr hält. Im schlimmsten Fall erinnert man sich weder an das eine noch an das andere, im besten Fall an beides.</p>
<p><strong>Jeder Erinnerung ist in Fragmenten gespeichert</strong></p>
<p>Beim dritten Prinzip handelt es sich um die Fehleranfälligkeit. Der unabhängige Abruf der beiden Arten von Erinnerungsspuren setzt Individuen einer Vielzahl potentieller Erinnerungsfehler aus. Julia Shaw erklärt: „Die grundsätzlich unscharfe Natur von Erinnerungsfragmenten zur Bedeutung einer Sache erlaubt, dass Gefühle der Vertrautheit mit einem bestimmten Ergebnis die Erfindung von wortwörtlichen Details verursachen.“ Es ist dabei ein normaler Prozess, dass eine Person versucht, ihre das Wesentliche erfassenden Erinnerungen so zu verstehen, dass sie zu ihrer persönlichen Geschichte passen.</p>
<p>Das vierte Prinzip handelt von der Lebendigkeit. Sie ist sowohl für die Verarbeitung von wortwörtlichen als auch für die Bedeutung erfassenden Spuren lebhafter Erinnerungen zuständig. Besonders starke Erinnerungsspuren können das fördern, was man als Phantomerinnerung bezeichnet. Julia Shaw fasst zusammen: „Die Fuzzy-Trace-Theorie postuliert, dass Erinnerungstäuschungen möglich sind, weil jede unserer Erinnerungen in einer Vielzahl von Fragmenten gespeichert ist; und diese Fragmente können auf eine Weise neu kombiniert werden, die dem tatsächlich Geschehenen nicht entspricht.“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/julia-shaw-erklaert-die-fuzzy-trace-theorie.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Online-Welt schenkt ein Gefühl der Verbundenheit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/die-online-welt-schenkt-ein-gefuehl-der-verbundenheit.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/die-online-welt-schenkt-ein-gefuehl-der-verbundenheit.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2020 06:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2320</guid>

					<description><![CDATA[Die meisten Menschen lieben die Online-Welt, weil sie ihnen ein ständiges Gefühl der Verbundenheit schenkt. Sie gibt ihnen Zugang zu einem beinahe unbegrenzten Informationsfluss über die Welt. Außerdem bietet sie ihnen ein Forum, das ihnen erlaubt, augenblicklich ihre Erlebnisse und ihre Empfindungen mit anderen Menschen zu teilen. Julia Shaw stellt fest: „Durch diesen Prozess der ... <a title="Die Online-Welt schenkt ein Gefühl der Verbundenheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-online-welt-schenkt-ein-gefuehl-der-verbundenheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Online-Welt schenkt ein Gefühl der Verbundenheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen lieben die Online-Welt, weil sie ihnen ein ständiges Gefühl der Verbundenheit schenkt. Sie gibt ihnen Zugang zu einem beinahe unbegrenzten Informationsfluss über die Welt. Außerdem bietet sie ihnen ein Forum, das ihnen erlaubt, augenblicklich ihre Erlebnisse und ihre Empfindungen mit anderen Menschen zu teilen. Julia Shaw stellt fest: „Durch diesen Prozess der ständigen Mitteilung sind unsere Erinnerungen Teil einer sozialen Landschaft geworden, zu einem sozialen Bewusstseinsstrom, den wir formen und der uns formt.“ Viele Menschen neigen dazu, beim ersten Anzeichen eines potenziell wichtigen Geschehens ihre Smartphones zu zücken und zu filmen, zu knipsen, zusammenzufassen und zu posten. Noch nie in der Geschichte hatte die Menschheit eine so zuverlässige, unabhängige und umfangreiche Dokumentation bedeutender historischer Ereignisse. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2320"></span></p>
<p><strong>Neue Informationen können die Erinnerung verändern</strong></p>
<p>Diese Möglichkeit, die eigene Einschätzung von Situationen zu bestätigen, ist erstaunlich, aber sie kann auch zu „Erinnerungskonformität“ führen. Nämlich dann, wenn die eigene Denkweise und die persönlichen Erinnerungen zu einer vermischten Version der Berichte werden, die man gesehen und gehört hat, und es unmöglich wird, zu unterscheiden, was eine einzelne Person tatsächlich selbst beobachtet hat. Wissenschaftler untersuchen sogenannte „post-event information“ (nachträgliche Information) – Informationen, die die persönliche Erinnerung beeinflussen kann.</p>
<p>Diese erhält man, nachdem man bei einem Ereignis dabei war oder Zeuge davon wurde. Julia Shaw erläutert: „Sie kann aus vielen verschiedenen Quellen stammen – aus der Diskussion über das Ereignis mit anderen (online oder offline), aus der Lektüre über das Ereignis oder ähnliche Ereignisse, aus dem Betrachten eigener oder fremder Fotos, um nur einige wenige zu nennen.“ Jede Informationsquelle hat das Potential, die eigenen Erinnerungen im Nachhinein zu verändern. Laut dem Psychologen Alan Brown von der Southern Methodist University und seinen Kollegen ist eine weitere Quelle falscher Erinnerungen  das „Ausleihen“ von Erinnerungen (memory borrowing).</p>
<p><strong>Erinnerungen sind ansteckend</strong></p>
<p>Dabei eignet sich jemand eine autobiografische Erinnerung eines anderen an und gibt sie als seine eigene aus. Julia Shaw stellt fest, dass der Diebstahl von Erinnerungen besonders oft bei Familiengeschichten vorkommt, und sie ertappt sich gelegentlich dabei, dass sie sich mit einem anderen Familienmitglied vergewissern muss, wie etwas wirklich war. Es ist für Julia Shaw also klar, dass Erinnerungen ansteckend sind. Wenn man eine seiner Erinnerungen preisgibt, haben andere Menschen die Möglichkeit, sie sich anzueignen.</p>
<p>Und wenn man Details aus anderen Quellen in die eigenen Erzählungen von einem Ereignis einwebt, kann man potenziell sowohl richtige als auch falsche Details einfügen. Henry Roedinger und seine Kollegen von der Washington University prägten dafür einen guten Begriff: soziale Ansteckung (social contagion) von Erinnerung. Sie haben gezeigt, dass die Erinnerung eines Menschen von den Erinnerungsfehlern eines anderen angesteckt werden kann; eine Art Wucherungseffekt falscher Erinnerungen. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/die-online-welt-schenkt-ein-gefuehl-der-verbundenheit.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
