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	<title>Charakter &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Ein guter Charakter sollte ein Liebensziel sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2025 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
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					<description><![CDATA[Adam Grant stellt fest: „Wenn uns unsere kognitiven Fähigkeiten sind, die uns von Tieren unterscheiden, dann sind es unsere Charaktereigenschaften, die uns Maschinen stellen.“ Computer und Roboter können heute Autos bauen, Flugzeuge lenken, Kriege führen, Geld verwalten, Mandanten vor Gericht vertreten, Krebs diagnostizieren, und sie führen auch Herzoperationen durch. Mehr und mehr kognitive Fähigkeiten werden ... <a title="Ein guter Charakter sollte ein Liebensziel sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-herrscht-eine-charakterrevolution.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein guter Charakter sollte ein Liebensziel sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Adam Grant stellt fest: „Wenn uns unsere kognitiven Fähigkeiten sind, die uns von Tieren unterscheiden, dann sind es unsere Charaktereigenschaften, die uns Maschinen stellen.“ Computer und Roboter können heute Autos bauen, Flugzeuge lenken, Kriege führen, Geld verwalten, Mandanten vor Gericht vertreten, Krebs diagnostizieren, und sie führen auch Herzoperationen durch. Mehr und mehr kognitive Fähigkeiten werden automatisiert, wir befinden uns mitten in einer Charakterrevolution. Der technologische Fortschritt stellt Interaktion und Beziehungen in den Vordergrund, denn diese Fähigkeiten sind es, die uns menschlich machen und die daher beherrscht werden müssen. Wenn die meisten Menschen Erfolg und Glück als ihre wichtigsten Lebensziele angehen, fragt sich Adam Grant, warum der Charakter nicht ganz oben auf der Liste steht. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-6196"></span></p>
<p><strong>Fehlversuche dürfen nicht zur Mutlosigkeit führen</strong></p>
<p>Bei Adam Grants Untersuchung der Charaktereigenschaften, die verborgenes Potenzial freisetzen können, hat er bestimmte wichtige Formen von Proaktivität, Entschlossenheit und Disziplin identifiziert. Große Entfernungen zu überwinden erfordert den Mut, die richtige Dosis an Unangenehmen auszuhalten, sowie die Fähigkeit, die richtigen Informationen aufzunehmen, und den Willen, die richtigen Unvollkommenheiten zu akzeptieren. Die Schriftstellerin Helen Keller schreibt: „Der Charakter kann sich nicht in einem Zustand der Ruhe und Gelassenheit entwickeln.“</p>
<p>Helen Keller fährt fort: „Nur wenn man Prüfungen und Leid erfährt, kann die Seele gestärkt, der Weitblick geschärft, Ehrgeiz geweckt und Erfolg erzielt werden.“ Wenn man sich mit dem Unbehagen anfreundet, kann das verborgenes Potenzial in vielen verschiedenen Arten des Lernens freisetzen. Den Mut aufzubringen, sich dem Unangenehmen zu stellen, ist eine charakterliche Fähigkeit – eine besonders wichtige Form der Entschlossenheit. Man braucht sehr viel Mut, die bewährten Methoden aufzugeben, bevor man sich bereit fühlt und mehr Fehlversuche zu machen, als andere es überhaupt probieren.</p>
<p><strong>Jahrzehnte lang wurden viele Schulen betrieben wie Fabriken</strong></p>
<p>Der beste Weg, um sich weiterzuentwickeln, besteht darin, das Unbehagen anzunehmen, zu suchen und zu verstärken. Adam Grant kritisiert: „Eine gängige Lehrmethode in den Schulen hat viele Lernende davon abgehalten, sich in unangenehme Situationen zu begeben. Sie entstand als gut gemeinte Lösung für ein allgegenwärtiges Problem im US-amerikanischen Bildungssystems. Jahrzehnte lang wurden viele Schulen betrieben wie Fabriken, und Schüler wurden wie austauschbare Teile in der Massenproduktion von jungen Denkern behandelt.“</p>
<p>Obwohl sie alle über unterschiedliche Stärken verfügten, mussten sie dasselbe Wissen durch die dieselben standardisierten Unterrichtseinheiten und Lektionen aufnehmen. In den 1970er-Jahren stellte dann eine neue Denkweise auf den Kopf. Adam Grant erklärt: „Die Grundannahme bestand darin, dass die Schwierigkeiten der Schüler darauf zurückzuführen seien, dass die Unterrichtsmethoden nicht auf ihren Lernstil zugeschnitten waren, also auf die kognitiven Funktionen, die sie dazu befähigten, Informationen am besten aufzunehmen und abzuspeichern.“ Quelle: „Hidden Potential“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter bleibt auch im Alter formbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 02:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Ende des 19. Jahrhunderts stellte William James, der Gründervater der Psychologie in den USA, eine kühne Behauptung auf: „Im Alter von dreißig Jahren erstarrt der Charakter wie Gips und wird nie wieder weich.“ Kinder können demnach ihren Charakter noch entwickeln, Erwachsene haben Pech gehabt. Vor Kurzem hat ein Team von Sozialwissenschaftlern ein Experiment gestartet, um ... <a title="Der Charakter bleibt auch im Alter formbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adam-grant-charakterstaerken.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter bleibt auch im Alter formbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ende des 19. Jahrhunderts stellte William James, der Gründervater der Psychologie in den USA, eine kühne Behauptung auf: „Im Alter von dreißig Jahren erstarrt der Charakter wie Gips und wird nie wieder weich.“ Kinder können demnach ihren Charakter noch entwickeln, Erwachsene haben Pech gehabt. Vor Kurzem hat ein Team von Sozialwissenschaftlern ein Experiment gestartet, um diese Hypothese zu überprüfen. Adam Grant erklärt: „Die Gruppe, bei der es um die Förderung des Charakters ging, nahm an einem von Psychologen konzipieren Kurs teil, der zum Ziel hatte, die Eigeninitiative zu steigern.“ Die Probanden beschäftigten sich mit den Themen Proaktivität, Disziplin und Entschlossenheit und übten, diese Eigenschaften in die Tat umzusetzen. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-5887"></span></p>
<p><strong>Charakter wird oft mit Persönlichkeit verwechselt</strong></p>
<p>Das Charaktertraining zeigte Wirkung. Es ist ein Beleg dafür, dass Charakterstärken Menschen Großes vollbringen lassen können. Adam Grant betont: „Die Studie zeigt aber auch, dass es nie zu spät ist, sie zu entwickeln. William James war ein sehr kluger Mann, aber in diesem Fall lag er total daneben. Der Charakter härtet nicht aus wie Gips, er bleibt formbar.“ Charakter wird oft mit Persönlichkeit verwechselt, doch handelt es sich hierbei um unterschiedliche Facetten. </p>
<p>Die Persönlichkeit ist die individuelle Veranlagung, ein grundlegender Instinkt dafür, wie man denkt, fühlt und handelt. Charakter hingegen ist die Fähigkeit, die eigenen Werte über den Instinkt zu stellen. Adam Grant weiß: „Die eigenen Prinzipien zu kennen, bedeutet nicht unbedingt, zu wissen, wie man nach ihnen lebt – besonders in Stresssituationen oder unter Druck.“ Es ist leicht, proaktiv und entschlossen zu sein, wenn alles gut läuft. Die wahre Charakterprüfung besteht vielmehr darin, ob es einem Menschen gelingt, zu diesen Werten zu stehen, wenn man starkem Gegenwind ausgesetzt ist.</p>
<p><strong>Die Persönlichkeit ist lediglich eine Neigung</strong></p>
<p>Die Persönlichkeit zeigt sich an der Art, wie man an einem typischen Tag reagiert, der Charakter daran, wie man es an einem schwierigen Tag tut. Man ist seiner Persönlichkeit jedoch nicht unterworfen, sie ist lediglich eine Neigung. Charakterstärken ermöglichen es einem Menschen, diese Neigung zu überwinden und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Adam Grant erläutert: „Nicht die Wesenszüge sind es, die hier von Bedeutung sind, sondern wie man sie einsetzt.“ </p>
<p>Wo auch immer ein Mensch heute steht, nichts hält ihn davon ab, seine Charakterstärken weiterzuentwickeln. Adam Grant kritisiert: „Viel zu lange wurden Charakterstärken wie Proaktivität und Entschlossenheit als sogenannte Soft Skills abgetan.“ Der Begriff kam Ende der 1960er-Jahre auf, als Psychologen zu einer Neuausrichtung der Ausbildung der US-Armee hinzugezogen wurden, damit nicht nur Panzerfahren und der Umgang mit Waffen auf dem Lehrplan standen. Quelle: „Hidden Potential“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Persönlichkeit kann sich verändern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 02:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anlage]]></category>
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		<category><![CDATA[Gene]]></category>
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					<description><![CDATA[Lange Jahre wurde in der psychologischen Forschung angenommen, dass Menschen eine stabile Persönlichkeit haben, die nahezu unverändert ist. Michaela Brohm-Badry betont: „Heute wissen wir aus zahlreichen Forschungsbefunden, dass das so nicht stimmt.“ Beispielsweise fand ein Forscherteam der Universität Michigan State in einer aktuellen Studie heraus, dass Kinder sich gegenseitig in ihren Persönlichkeitseigenschaften anstecken, wenn sie ... <a title="Die Persönlichkeit kann sich verändern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/michaela-brohm-badry-beduerfnisse-befriedigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Persönlichkeit kann sich verändern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Lange Jahre wurde in der psychologischen Forschung angenommen, dass Menschen eine stabile Persönlichkeit haben, die nahezu unverändert ist. Michaela Brohm-Badry betont: „Heute wissen wir aus zahlreichen Forschungsbefunden, dass das so nicht stimmt.“ Beispielsweise fand ein Forscherteam der Universität Michigan State in einer aktuellen Studie heraus, dass Kinder sich gegenseitig in ihren Persönlichkeitseigenschaften anstecken, wenn sie im frühen Alter viel Zeit miteinander verbringen. Sie entwickeln und übernehmen dabei Charaktereigenschaften des anderen Kindes. So zeigen auch Forschungen an Ehepaaren, dass sich Charaktereigenschaften und auch die Intelligenz im Laufe der Jahre angleichen. Ein Beleg mehr, dass das Ich auch durch die Umgebung geprägt wird und nicht nur genetisch festgelegt ist. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. <span id="more-5752"></span></p>
<p><strong>Die Gene und die Umwelten verändern sich</strong></p>
<p>Die Psychotherapieforschung zeigt das ebenso: Die ehemaligen Patienten sind nach der Therapie extrovertierter und weit weniger neurotisch als vorher. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Wir wissen also, dass Teile der Persönlichkeit lebenslang veränderbar bleiben. Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht von Geburt an festgelegt. Die Persönlichkeit eines Menschen ist nicht statisch.“ Doch wie viel ist angeboren, wie hoch ist der veränderliche Anteil genau?</p>
<p>Die Forschung geht heute nicht mehr davon aus, dass Anlage und Umwelt Gegensätze sind – das eine ist stabil in den Genen, das andere veränderbar. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Von Anlage wird oft gar nicht mehr gesprochen, weil der Begriff zu ungenau ist, denn Gene verändern sich und Umwelten verändern sich und beide beeinflussen sich im Laufe des Lebens gegenseitig.“ Sie stehen also in Wechselwirkung über die Zeit, da genetische Unterschiede Einfluss auf die Umwelt und Umweltunterschiede Einfluss auf die Genaktivität nehmen können.</p>
<p><strong>Das Erbgut kommuniziert mit der Umwelt</strong></p>
<p>Die Epigenetik untersucht die beeinflussenden Faktoren bezüglich der Aktivität eines Gens. Dabei wurde herausgefunden, dass sich genetische Codes im Laufe eines Lebens durch Umwelteinflüsse ändern können. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Zum einen sind da die zufälligen, genetischen Mutationen, die bereits direkt nach der Teilung der Eizelle im Körper beginnen. Zum anderen aber finden sich Änderungen im genetischen Code durch diejenigen chemischen Prozesse, die durch die Umwelt stimuliert werden.“</p>
<p>Ernährung, Gewohnheiten, Stress, sportliche Aktivität und geistige Herausforderungen sowie Erlebnisse können ihre Spuren im genetischen Code hinterlassen. Michaela Brohm-Badry nennt Beispiele: „Eindrucksvoll sind auch die Befunde der Krebsforschung oder von traumatisierten Eltern, die ihre Angstneigung an die Kinder weitervererben. Oder von Kindern, die mangelhafte Elternliebe erfahren und diese frühe Trauma in ihren genetischen Code einbauen.“ Das Epigenom, also die Veränderung der Gene, „ist die Sprache, in der das Erbgut mit der Umwelt kommuniziert“, sagte einst der US-amerikanische Epigenetiker Rudolf Jaenisch. Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter besteht aus Fähigkeiten</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/charakter-besteht-aus-einer-reihe-von-faehigkeiten.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2024 01:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Fähigkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigenschaften wie diszipliniert oder prosozial zu sein nannte Aristoteles Tugenden. Adam Grant fügt hinzu: „Den Charakter beschrieb er als aus einer Reihe von Grundsätzen bestehend, die sich die Menschen aneignen und durch bloße Willenskraft umsetzen.“ Früher war das auch Adam Grants Auffassung von Charakter. Er dachte, es ginge darum, sich einem klaren Moralkodex zu verpflichten. ... <a title="Der Charakter besteht aus Fähigkeiten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/charakter-besteht-aus-einer-reihe-von-faehigkeiten.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter besteht aus Fähigkeiten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigenschaften wie diszipliniert oder prosozial zu sein nannte Aristoteles Tugenden. Adam Grant fügt hinzu: „Den Charakter beschrieb er als aus einer Reihe von Grundsätzen bestehend, die sich die Menschen aneignen und durch bloße Willenskraft umsetzen.“ Früher war das auch Adam Grants Auffassung von Charakter. Er dachte, es ginge darum, sich einem klaren Moralkodex zu verpflichten. Aber es ist sein Job, die Ideen, über die sich Philosophen so gerne die Köpfe zerbrechen, zu prüfen und weiterzuentwickeln. Und in den letzten zwei Jahrzehnten haben die Informationen, die er gesammelt hat, ihn dazu veranlasst, diese Ansicht zu überdenken. Adam Grant sieht Charakter jetzt weniger als eine Frage des Willens, sondern vielmehr als eine Reihe von Fähigkeiten. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der renommierten Wharton Business School. Seine Forschungsbeiträge im Bereich Motivation und Produktivität wurden vielfach ausgezeichnet. <span id="more-5714"></span></p>
<p><strong>Charakterstärken sagen den Erfolg im Leben voraus</strong></p>
<p>Charakter bedeutet mehr, als nur Prinzipien zu haben. Adam Grant erläutert: „Es ist eine erlernte Fähigkeit, nach unseren Prinzipien zu leben. Charakterstärken bringen einen Menschen, der sonst immer nur alles aufschiebt, dazu, eine Frist für jemanden einzuhalten, der ihm wichtig ist.“ Sie lassen eine schüchterne Person den Mut finden, sich gegen eine Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen, und halten den Klassenfiesling davon ab, sich vor einem wichtigen Spiel mit seiner Mannschaftskameraden zu prügeln.</p>
<p>Diese Fähigkeiten sind es, die gute Pädagogen im Kindergartenalter fördern – und die dann von guten Coaches ausgebaut werden. Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckman erklärt: „Charakterstärken sagen den Erfolg im Leben voraus und generieren ihn.“ Aber sie entstehen nicht im Vakuum, unabdingbar sind die Möglichkeit und die Motivation, sie zu fördern. Wenn man von „Förderung“ spricht, sind in der Regel die kontinuierlichen Investitionen gemeint, die Eltern und Lehrkräfte in die Entwicklung und Unterstützung von Kindern und Studenten stecken.</p>
<p><strong>Lernende müssen ihren eigenen unabhängigen Lernansatz entwickeln</strong></p>
<p>Doch ihnen zu helfen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, erfordert etwas ganz anderes. Adam Grant weiß: „Es bedarf einer konzentrierten, temporären Form der Unterstützung, die sie darauf vorbereitet, ihr eigenes Lernen und ihre Entwicklung zu lenken. In der Psychologie spricht man hier von Scaffolding.“ Im Bauwesen ist ein Gerüst, im Englischen „scaffold“, eine temporäre Konstruktion, die es den Arbeitern ermöglicht, eigentlich unerreichbare Höhen zu erklimmen. </p>
<p>Sobald das Gebäude steht, wird das Gerüst wieder abgebaut. Von diesem Zeitpunkt an steht das Bauwerk selbstständig. Adam Grant ergänzt: „Eine Lehrkraft oder ein Trainer gibt erste Hilfestellung, dann wird die Unterstützung beendet. Der Grundgedanke besteht darin, die Verantwortung an die Lernenden zu übergebend, damit sie ihren eigenen unabhängigen Lernansatz entwickeln können.“ Ein beliebtes Sprichwort lautet: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Doch dabei vergisst man gern, dass manche, wenn sie den Weg nicht sehen, aufhören, von ihrem Ziel zu träumen. Quelle: „Hidden Potential“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter bestimmt die Handlungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Mar 2024 02:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Ethos sind Eigenschaften wie Integrität, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit. Wirklich überzeugende Menschen erzählen anderen nicht, was sie tun sollen, sondern sie leben es ihnen vor. Thorsten Havener weiß: „Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Manipulator und einem überzeugenden Menschen. Dieser überzeugt weniger durch seine Worte, sondern vielmehr durch seine Handlungen. Die Resultate dieser Handlungen sind ... <a title="Der Charakter bestimmt die Handlungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-starker-charakter-verhindert-manipulation.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter bestimmt die Handlungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ethos sind Eigenschaften wie Integrität, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit. Wirklich überzeugende Menschen erzählen anderen nicht, was sie tun sollen, sondern sie leben es ihnen vor. Thorsten Havener weiß: „Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Manipulator und einem überzeugenden Menschen. Dieser überzeugt weniger durch seine Worte, sondern vielmehr durch seine Handlungen. Die Resultate dieser Handlungen sind der Beweis für die Richtigkeit seiner Aussagen.“ Das ist echte Überzeugungskraft fern jeder dunklen Manipulation. Es gibt keine verborgenen Tricks. Handlungen und Worte passen zusammen. Ein starker Charakter ist laut Thorsten Havener auch einer der Faktoren, der Manipulation verhindert. Durch Charakterbildung können Menschen unterscheiden zwischen dem, was sie wirklich wollen, und dem, was andere ihnen einflüstern, um ihnen zu suggerieren, was sie wollen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-5326"></span></p>
<p><strong>Ein selbst Überzeugter überzeugt am besten</strong></p>
<p>Es ist immer der Mensch, der manipuliert wird. Jede Manipulation ist ausgerichtet auf Denken, Handeln und Wirken. Genau diese drei haben auch erheblichen Einfluss auf die Charakterbildung eines Menschen. Thorsten Havener erklärt: „Einflussnahme gibt es, seit Menschen bestehen. Und es wird sie immer geben, sobald Menschen miteinander in Kontakt treten. Wir beeinflussen uns, unser Zusammenleben bestimmt, wie wir handeln, und unsere Handlungen formen unseren Charakter.“ Genau wie der Charakter die Handlungen bestimmt. Es ist keine Einbahnstraße.</p>
<p>Was sind nun die stärksten Argumente der Einflussnahme? Thorsten Havener kennt sie: „Ich denke, es sind wir selbst. Wenn ich andere überzeugen möchte, ist das stärkste Mittel der Einflussnahme meine eigene Überzeugung.“ Nicht der Manipulator überzeugt am besten, nein, der selbst Überzeugte überzeugt am besten. Fast alle Menschen wissen, dass es nicht richtig ist, eine andere Person zu bitten, etwas zu tun, was sie selbst nicht tun würden. Genauso falsch fühlt es sich jedoch an, jemand anderen von etwas zu überzeugen zu wollen, wovon man selbst nicht überzeugt ist, oder?</p>
<p><strong>Echte Fähigkeiten und Fertigkeiten sprechen für sich</strong></p>
<p>Der große Komiker Steve Martin sagt: „Sei einfach so gut, dass keiner dich übersehen kann.“ Diese Aussage ist stärker als jeder Trick. Echte Fähigkeiten und Fertigkeiten sprechen für sich. Wahre Meister sprechen nicht über das, was sie aller können und im Angebot haben, sie leben es anderen vor. Das bildet den Charakter und stärkt ihn. Thorsten Havener rät: „Wenn Sie von etwas überhaupt nicht überzeugt sind, dann lassen Sie es! Sie werden nie gut darin sein und auch nie überzeugend.“</p>
<p>Selbst wenn man seine Worte optimal wählt, der Mensch Gegenüber fühlt, dass etwas nicht stimmt. Denn es sind nicht die Worte, die überzeugen, sondern alles Weitere, das mitschwingt. Ein starker Charakter ist das Gegenteil von Manipulation, die ja immer mit Täuschung zu tun hat. Natürlich kann man Pathos und Logos zum Überzeugen anderer nutzen. Thorsten Havener erläutert: „Ob es sich dabei um Manipulation handelt oder Überzeugungskraft, hängt nicht von der Methode ab, sondern von unserer Intention.“ Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Emotionen besitzen starke Kräfte</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/emotionen-besitzen-starke-kraefte.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Feb 2024 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Vorbilder nutzen die Kraft der positiven Emotionen, um Einfluss geltend zu machen und zu bestärken. Demagogen und Diktatoren nutzen die Macht von negativen Emotionen, um Menschen zu unterjochen und einzusperren. Nach Aristoteles nutzen sie alle die Kraft des Pathos. Thorsten Havener weiß: „Wenn Sie positive Emotionen aussenden und säen, dann werden sie im Gegenzug positive ... <a title="Emotionen besitzen starke Kräfte" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/emotionen-besitzen-starke-kraefte.html" aria-label="Mehr Informationen über Emotionen besitzen starke Kräfte">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorbilder nutzen die Kraft der positiven Emotionen, um Einfluss geltend zu machen und zu bestärken. Demagogen und Diktatoren nutzen die Macht von negativen Emotionen, um Menschen zu unterjochen und einzusperren. Nach Aristoteles nutzen sie alle die Kraft des Pathos. Thorsten Havener weiß: „Wenn Sie positive Emotionen aussenden und säen, dann werden sie im Gegenzug positive Emotionen empfangen und ernten. Wenn Sie jedoch eine Stimmung der Angst und Unberechenbarkeit verbreiten, schaffen Sie eine Umgebung von Angst und Unberechenbarkeit.“ Jeder Mensch entscheidet persönlich, welche Umgebung er kultiviert, indem er sie selbst schafft. Wie kann man die Kraft der Emotionen nutzen, um andere zu beeinflussen? Der erste Schritt besteht ganz einfach darin, die richtigen Emotionen zu zeigen. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-5213"></span></p>
<p><strong>Metaphern sprechen die Emotionen anderer Menschen an</strong></p>
<p>Dazu muss man offen und aufrichtig sein sowie die emotionale Ebene ansprechen. Dann empfängt man Empathie und man kann eine Verbindung auf dieser Ebene aufbauen. Man kann dazu zum Beispiel eine persönliche Geschichte erzählen. Große Redner haben das schon immer genutzt. Denn Menschen lieben und erinnern sich an Geschichten. Thorsten Havener erklärt: „Eine weitere großartige Methode, um die Emotionen anderer Menschen anzusprechen, sind Metaphern, also gesprochene Bilder.“ </p>
<p>Eine der besten Reden, die jemals gehalten wurden, ist „I have a dream“ von Martin Luther King jr. Er hielt sie 1963 in Washington vor über 200.000 Menschen, um ein Zeichen zu setzen für die Gleichstellung aller Menschen. Sie wurde nicht nur in den USA, sondern auch in Europa im Fernsehen und Radio übertragen. Im „Vorprogramm“ sprachen und sielten Größen wie Bob Dylan, Marlon Brando oder auch Harry Belafonte, um nur ein paar zu nennen. Als Schlussredner betritt Martin Luther King das Podest vor der Lincoln-Gedächtnisstätte. </p>
<p><strong>Der Charakter ist das stärkste Mittel der Überzeugung</strong></p>
<p>Seine Worte sind in die Geschichte eingegangen. Sie sind so stark, dass sie sich bis zum heutigen Tag in der amerikanischen Sprache wiederfinden. Thorsten Havener fügt hinzu: „Noch heute können 97 Prozent der amerikanischen Schüler Auszüge der Rede King jr. und seiner Mission zuordnen. Die Rede ist so überzeugend und mitreißend, weil sie von starken Metaphern und Bildern nur so strotzt und dadurch die Emotionen der Zuhörer durchgehend anspricht.“ </p>
<p>Der Charakter eines Menschen ist laut Aristoteles das stärkste Mittel der Überzeugung. Er schreibt: „Es ist nicht wahr, wie einige Schriftsteller in ihren Abhandlungen annehmen, dass die persönliche Güte, die der Sprecher offenbart, nichts zu seiner Überzeugungskraft beiträgt; im Gegenteil, sein Charakter kann fast als das wirksamste Mittel zur Überzeugung bezeichnet werden, das er besitzt.“ Was meint Aristoteles damit? Unter „Ethos“ versteht Aristoteles ein Wertesystem. Aus diesem Wort leitet sich auch das Wort „Ethik“ ab, also die Lehre vom moralischen Handeln. Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen flüchten vor der Freiheit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-erich-fromm.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 01:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Fromm]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische ... <a title="Viele Menschen flüchten vor der Freiheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stuart-jeffries-erich-fromm.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen flüchten vor der Freiheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische Demokratien ebenfalls eine, wenn auch andere Form der Flucht vor der Freiheit bieten. Stuart Jeffries fügt hinzu: „In seinem 1955 veröffentlichten Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ führt er aus, dass der Frühkapitalismus eine hortende Orientierung aufgewiesen habe, wobei sowohl Besitztümer als auch Gefühle gehrtet worden seien.“ Im Nachkriegskapitalismus hingegen sei ein neuer Typus aufgetreten: der „Marketing-Charakter“. Stuart Jeffries arbeitete zwanzig Jahre für den „Guardian“, die „Financial Times“ und „Psychologies“. <span id="more-3935"></span></p>
<p><strong>Der „produktive Charakter“ liebt und ist schöpferisch tätig</strong></p>
<p>An die Stelle einer rationalen oder irrationalen, aber offenen Autorität ist die anonyme Autorität der öffentlichen Meinung und des Marktes getreten. Das individuelle Gewissen wird durch das Bedürfnis, sich anzupassen und die Billigung der anderen zu finden, ersetzt. An die Stelle des Gefühls des Stolzes und der Herrschaft über die Welt ist ein ständig zunehmendes, wenngleich meist unbewusstes Gefühl der Ohnmacht getreten. Ein solcher Mensch sei nicht dazu in der Lage, jemanden wirklich gern zu haben. </p>
<p>Erich Fromm begründet seine Annahme wie folgt: „Nicht, weil er so egoistisch ist, sondern weil seine Beziehung zu anderen und zu sich selbst so dünn ist.“ Gegen den Marketing-Charakter grenzt Erich Fromm seinen idealen Typus ab, den „produktiven Charakter“, der liebt und schöpferisch tätig ist, und für den Sein wichtiger ist als Haben. Solche produktiven Charaktere werden in der Marktökonomie demotiviert. Faktisch stellen sie geradezu eine Bedrohung für den Markt dar. </p>
<p><strong>Zwischen dem Selbst und der Gesellschaft kann es keine Harmonie geben</strong></p>
<p>Stuart Jeffries stellt fest: „Vieles davon scheint mit Herbert Marcuses Diagnose durchaus übereinzustimmen; umso schwerer ist verständlich, warum Erich Fromm im Epilog von „Eros und Kultur“ so heftig angegriffen wird. Vor dem Hintergrund von Fromms positiven Verhältnis zum Marxismus ist es unwahrscheinlich, dass er die Psychoanalyse zu einer konformistischen Psychologie abgeändert hätte – doch genau das wirft Marcuse ihm vor.“ Der Epilog wurde in leicht modifizierter Form der Zeitschrift „Dissent“ zum Abdruck vorgelegt, wo er 1955 veröffentlicht wurde und einen erbitterten Streit auslöste. </p>
<p>Der Streit wurde in der Zeitschrift über mehrere Ausgaben hinweg ausgetragen. Die Wurzeln des Konflikts reichen allerdings bis in die 1930er Jahre zurück, als Erich Fromms zunehmende Abneigung gegen die freudsche Orthodoxie zu einem Konflikt zwischen ihm, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno führte, was 1939 Fromms Entlassung aus dem Institut zur Folge hatte. Damals stimmten Adorno und Horkheimer Sigmund Freuds These zu, dass es zwischen dem Selbst und der Gesellschaft keine Harmonie geben könne. Quelle: „Grand Hotel Abgrund“ von Stuart Jeffries</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Charakter macht den Menschen aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2022 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Philosophie behandelt man die Frage „Welche Eigenschaft darf ich nicht verlieren, um weiterhin als Person zu existieren?“ unter dem Thema „personale Identität. Dabei geht es nicht um die Gruppenzugehörigkeit wie bei der Identitätspolitik. Sondern es geht darum, was einen Menschen über einen längeren Zeitraum zu derselben Person macht. Wenn sein moralischer Charakter einen ... <a title="Der Charakter macht den Menschen aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-charakter-macht-den-menschen-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Charakter macht den Menschen aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Philosophie behandelt man die Frage „Welche Eigenschaft darf ich nicht verlieren, um weiterhin als Person zu existieren?“ unter dem Thema „personale Identität. Dabei geht es nicht um die Gruppenzugehörigkeit wie bei der Identitätspolitik. Sondern es geht darum, was einen Menschen über einen längeren Zeitraum zu derselben Person macht. Wenn sein moralischer Charakter einen Menschen als Person ausmacht, dürfte er ihn nicht verlieren, denn das käme dem Sterben gleich. Selbst wenn der Körper beispielsweise im Koma weiterexistierte. Philipp Hübl ergänzt: „Meine Arme und Beine hingegen könnte ich verlieren und wäre immer noch dieselbe Person. Nur eben mit einem veränderten Körper.“ Was also macht die Identität eines Menschen aus? Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-3658"></span></p>
<p><strong>Die personale Integrität hängt vom moralischen Charakter ab</strong></p>
<p>John Locke hat diese Frage im 17. Jahrhundert zum ersten Mal gestellt. Seitdem betrachten die meisten Philosophen mentale Eigenschaften, vor allem autobiographische Erinnerungen, als zentral für die menschliche Identität. Philosophische Laien sehen das anders. Sie machen die Identität eines Menschen an seinem Charakter, besonders an seinem moralischen Kompass fest. Denn die meisten Menschen gehen Freund- oder Liebschaften mit Menschen ein, die so sind wie sie selbst, also ihre moralischen Überzeugungen teilen.</p>
<p>Philipp Hübl fasst diese Tatsache noch allgemeiner: „Wir glauben, dass die personale Identität eines Menschen von seinem moralischen Charakter abhängt.“ Wenn Tatsachen oder Argumente dem eigenen moralischen Verhalten widersprechen, kann man auf zwei Weisen reagieren. Man kann sein Verhalten ändern oder die Welt umdeuten. Damit löst man eine kognitive Dissonanz, eine innere Unstimmigkeit, auf. Umdeuten ist oft verlockender, und zwar aus zwei Gründen.</p>
<p><strong>Die meisten Menschen wollen moralisch konsistent sein</strong></p>
<p>Zum einen steckt in der Verhaltensänderung immer auch ein Schuldeingeständnis. Zum anderen ist es einfach bequemer, unliebsame Fakten zu ignorieren oder umzudeuten, als seine Lebensweise zu ändern. Viele Menschen haben sich unbewusste Strategien angewöhnt, mit ihren Unzulänglichkeiten zu leben und kein schlechtes Gewissen zu haben. So problematisch die Neigung zur Selbsttäuschung sein mag, sie zeigt auch, dass die meisten Menschen moralisch konsistent sein wollen. Das Handeln soll in das persönliche Weltbild passen, oder wie Sigmund Freud sagt: „Wir wollen unser Ich-Ideal erhalten.“</p>
<p>Die Irrtümer, die daraus entstehen, nennen Psychologen „identitätsschützende Denkfehler“. In moralischen Fragen neigen Menschen vermutlich gerade deshalb zur Selbsttäuschung, weil sie ihre Moral als essentiell ansehen. Deshalb wollen sie sie unter allen Umständen erhalten. Experimente zur Selbsttäuschung deuten ebenfalls darauf hin, dass die Moral eines Menschen den Kern seiner Identität bildet. So hält beispielsweise die Mehrheit der Eltern ihre Kinder für intelligenter und sich selbst für gesünder als der Durchschnitt. Quelle: „Die aufgeregte Gesellschaft“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Theodor W. Adorno erforscht den autoritären Charakter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2020 06:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsradikale]]></category>
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					<description><![CDATA[Während seines Exils in Kalifornien betrieb Theodor W. Adorno 1943 empirische Studien zum autoritären Charakter. Philipp Hübl weiß: „Dabei hatte er den typischen deutschen Nationalsozialisten genau vor Augen. Da Faschisten ihre Gesinnung normalerweise ihrer Umgebung verhehlen, fragte Adorno sich, ob man sie auch über indirekte Hinweise verlässlich erkennen kann.“ Inspiriert war er durch die Vorarbeiten ... <a title="Theodor W. Adorno erforscht den autoritären Charakter" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/theodor-w-adorno-erforscht-den-autoritaeren-charakter.html" aria-label="Mehr Informationen über Theodor W. Adorno erforscht den autoritären Charakter">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während seines Exils in Kalifornien betrieb Theodor W. Adorno 1943 empirische Studien zum autoritären Charakter. Philipp Hübl weiß: „Dabei hatte er den typischen deutschen Nationalsozialisten genau vor Augen. Da Faschisten ihre Gesinnung normalerweise ihrer Umgebung verhehlen, fragte Adorno sich, ob man sie auch über indirekte Hinweise verlässlich erkennen kann.“ Inspiriert war er durch die Vorarbeiten von Erich Fromm und durch Sigmund Freuds Studien zum „Analcharakter“. Sigmund Freud beschrieb damit einen Typen, der durch strenge Erziehung „ordentlich, sparsam und eigensinnig“ ist und zur Pedanterie und übermäßiger Reinlichkeit neigt. Diese Merkmalliste hat Theodor W. Adorno erweitert. Der autoritäre Charakter denkt seiner Meinung nach konventionell und ordnet sich den Autoritäten in der Gruppe unter. Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-2373"></span></p>
<p><strong>Rechtsradikale misstrauen der Demokratie</strong></p>
<p>Außerdem verhält sich der autoritäre Charakter aggressiv gegenüber Regelbrechern und verachtet sowohl Phantasie als auch Kreativität. Zudem glaubt er an das Schicksal, will Stärke beweisen und Schwache dominieren, hält die Welt für bedrohlich und lehnt ausschweifende Sexualpraktiken ab. Dem autoritären Typ hat Theodor W. Adorno einen demokratischen Typ gegenübergestellt, der liberal und kosmopolitisch ist und sich für Kunst und Literatur interessiert.</p>
<p>Aktuelle empirische Studien belegen, dass Rechtsradikale typischerweise der Demokratie misstrauen. Sie sind nationalistisch eingestellt, lehnen die Europäische Union (EU) ab, halten Gewalt für ein probates Mittel gegen Fremde und bevorzugen eine harte Linie bei „Recht und Ordnung“. Die Liste beschreibt laut Phillip Hübl sicherlich den rechten Rand in Deutschland sehr treffend. Doch schon wie bei Theodor W. Adorno fragt man sich, wie diese Merkmale zusammenhängen. Warum verachten Rechtsradikale beispielsweise sowohl Ausländer als auch homosexuelle Landsleute?</p>
<p><strong>Der autoritäre Typ ist menschenfeindlich gesinnt</strong></p>
<p>Der autoritäre Typ, um des es Theodor W. Adorno ging, hat der aktuellen Forschung zufolge zwei Eigenschaften: Ihm ist Hierarchie wichtig, und er hat eine menschenfeindliche Gesinnung. Philipp Hübl ergänzt: „Die Vorliebe für starre Hierarchien entspricht der Extremform des Prinzips Autorität und heißt rechtsradikaler Autoritarismus.“ Die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hingegen entspricht der Extremform des Prinzips Loyalität und heißt sozialdominante Orientierung.</p>
<p>Große Untersuchungen der letzten Jahre legen allerdings nahe, dass das Attribut „rechtsradikal“ besser zum sozialen Dominanzdenken passt, also zur Menschenfeindlichkeit. Eine Vorliebe für Autorität allein, die man in vielen politischen Strömungen findet, macht Menschen nicht rechtsradikal. Denn dafür ist die menschenfeindliche Vorstellung, es gäbe „minderwertige“ Gruppen, ausschlaggebend. Auch in ihrer Extremform sind die Prinzipien Autorität und Loyalität stark korreliert. Sie tauchen also bei vielen Menschen zusammen auf, weshalb Theodor W. Adorno sie für Untermerkmale des „autoritären Charakters“ gehalten hat. Quelle: „Die aufgeregte Gesellschaft“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Charakter und Moral prägen die Identität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 06:15:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen denken beim Begriff „Gedächtnis“ in der Regel an autobiographische Erinnerungen, an Erlebnisse und Episoden aus der Vergangenheit. Seit John Locke haben auch viele Philosophen diese Form des Gedächtnisses als das entscheidende Merkmal der personalen Identität angesehen. Philipp Hübl ergänzt: „Doch auch andere Fähigkeiten und Eigenschaften müssen im Gedächtnis gespeichert sein: das sprachlich ... <a title="Charakter und Moral prägen die Identität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/charakter-und-moral-praegen-die-identitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Charakter und Moral prägen die Identität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen denken beim Begriff „Gedächtnis“ in der Regel an autobiographische Erinnerungen, an Erlebnisse und Episoden aus der Vergangenheit. Seit John Locke haben auch viele Philosophen diese Form des Gedächtnisses als das entscheidende Merkmal der personalen Identität angesehen. Philipp Hübl ergänzt: „Doch auch andere Fähigkeiten und Eigenschaften müssen im Gedächtnis gespeichert sein: das sprachlich verfasste Faktenwissen wie „Sizilien liegt am Mittelmeer“.“ Dazu zählt auch die Sprachfähigkeit, die die mentale Grammatik und das mentale Lexikon umfasst. Zum Beispiel nichtsprachliches Hintergrundwissen über die Beschaffenheit von Schnee, praktisches Können wie Klavier spielen oder Auto fahren, Wünsche oder Vorlieben, beispielsweise ob man lieber Arzt oder Architekt werden will, saure Gurken mag oder sich für den Expressionismus begeistert. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2365"></span></p>
<p><strong>Der Mensch besitzt unterschiedliche Gedächtnisarten</strong></p>
<p>Außerdem sind im Gedächtnis Charaktereigenschaften gespeichert wie schüchtern, abenteuerlustig oder vorsichtig sowie moralische Einstellungen wie Ehrlichkeit, Egoismus oder Höflichkeit. Philipp Hübl erklärt: „Die Forschung geht davon aus, dass es sich dabei um unterschiedliche Gedächtnisarten handelt. Diese können sich unabhängig voneinander verändern oder sogar einzeln ausfallen.“ Die Psychologin Nina Strohminger und der Philosoph Shaun Nichols vermuten aufgrund ihrer Forschungsergebnisse, dass Charaktereigenschaften und vor allem die persönliche moralische Richtschnur einen Menschen in den Augen anderer zu dem machen, was er ist, und er deshalb so viel Wert darauf legt.</p>
<p>Ein Grund könnte darin liegen, dass Menschen ihr Sozialleben nach diesen Kriterien ausrichten. Sie möchten gerne Freund- oder Liebschaften mit denjenigen Menschen eingehen, die ähnliche moralische Standards haben wie sie selbst. Der amerikanischen Philosophen Sydney Shoemaker vertritt die folgende These. Der Charakter und die persönliche moralische Haltung machen den wichtigsten Teil der menschlichen Identität aus. Dazu kommt, dass jede Aktualisierung des Gedächtnisses im Bewusstsein eine subjektive Perspektive enthält.</p>
<p><strong>Bewusstsein und Gedächtnis interagieren miteinander</strong></p>
<p>Philipp Hübl erläutert: „Wir können uns zwar über alles irren, was uns passiert ist, aber niemals darüber, dass wir es sind, die sich irren.“ Personale Identität liegt Sydney Shoemaker zufolge in der psychischen Kontinuität des Gedächtnisses. Dieses umfasst neben Erlebnissen auch Charaktereigenschaften, Fähigkeiten, Neigungen und so weiter, die man sich ins Bewusstsein rufen kann. So wird auch klar, warum einige Forscher die Rollentheorie so ansprechend finden. Denn soziale Rollen haben oft etwas mit dem Charakter und den persönlichen moralischen Haltungen zu tun.</p>
<p>Doch als abgespeicherte Handlungs- und Erwartungsmuster machen sie eben nur einen Teil des menschlichen Gedächtnisses aus. Das Selbst hat zwei Aspekte: das Bewusstsein mit einer Ich-Perspektive und die Persönlichkeit, die sich aus Charakter, Neigungen, moralischen Haltungen und anderen Fähigkeiten zusammensetzt. Diese Verbindung zwischen beiden ist aber nicht zufällig, denn die eigene Persönlichkeit färbt die Art und Weise ein, wie man sein Bewusstsein erlebt. Der Strom momentaner bewusster Erlebnisse, ob wiederkehrend oder flüchtig, schießt im Flussbett fester Gedächtnisstrukturen dahin. Bewusstsein und Gedächtnis interagieren also über Rückkopplungsschleifen miteinander. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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