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	<title>Trauma &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Mikroaggression breitet sich immer mehr aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mikroaggression]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn in den Neunzigerjahren ein Lehrer einen Schüler schlug, verurteilte man das einhellig als „Aggression“. Heute kann es schon als „Mikroaggression“ gewertet werden, wenn ein Lehrer lediglich übersieht, dass sich ein Schüler meldet. Philipp Hübl ergänzt: „Zählten früher ausschließlich körperliche Angriffe als Gewalt, werden heute auch Beleidigungen oder Witze als verbale Gewalt klassifiziert. Dass Beleidigungen ... <a title="Mikroaggression breitet sich immer mehr aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/mikroaggression-breitet-sich-immer-mehr-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Mikroaggression breitet sich immer mehr aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn in den Neunzigerjahren ein Lehrer einen Schüler schlug, verurteilte man das einhellig als „Aggression“. Heute kann es schon als „Mikroaggression“ gewertet werden, wenn ein Lehrer lediglich übersieht, dass sich ein Schüler meldet. Philipp Hübl ergänzt: „Zählten früher ausschließlich körperliche Angriffe als Gewalt, werden heute auch Beleidigungen oder Witze als verbale Gewalt klassifiziert. Dass Beleidigungen für sich genommen moralisch falsch sind, steht außer Frage, doch sind nun eben in die Gewaltkategorie gerutscht.“ „Missbrauch“ bezeichnete einst körperliche Gewalt oder sexuelle Nötigung, inzwischen kann auch Vernachlässigung als „Missbrauch“ zählen. Natürlich ist Vernachlässigung ebenfalls moralisch falsch, und man kann auch ein Nicht-Tun verantwortlich sein, beispielsweise für unterlassene Hilfeleistung. Philipp Hübl ist Philosoph und Autor des Bestsellers „Folge dem weißen Kaninchen … in die Welt der Philosophie“ (2012). <span id="more-6179"></span></p>
<p><strong>Heute wird sogar schon ein negatives Gefühl als „Trauma“ bezeichnet</strong></p>
<p>Doch wenn man Tatenlosigkeit als „Missbrauch“ klassifiziert, erweitert man einen ursprünglich aktiven Handlungsbegriff. Besonders offensichtlich liegt der Fall bei „Trauma“. Philipp Hübl erläutert: „Zuerst war damit eine Verletzung des Körpers gemeint, wie wir sie heute noch vom Schädeltrauma kennen. Später umfasste es auch die „posttraumatische Belastungsstörung“, also die physischen Folgen von einschneidenden Erlebnissen: von Krieg, Unfällen, Naturkatastrophen und dramatischen Gewalterfahrungen.“</p>
<p>Heute kann sogar in Teilen der Fachdiskussion schon ein alltägliches negatives Gefühl als „Trauma“ bezeichnet werden, etwa wenn man bemerkt, dass der Partner untreu war. Philipp Hübl weiß: „Begriffserweiterungen lassen sich in Handbüchern der Medizin, in Broschüren von Antidiskriminierungsstellen oder in Forschungsprojekten zur Menschenfeindlichkeit nachweisen.“ Der Psychologe Nick Haslam hat gezeigt, dass sich Begriffe in zwei Richtungen ausdehnen: zum einen horizontal, also zur Seite, indem man Fälle einbezieht, die vorher nicht dazugehörten, wie „psychische Gewalt oder „emotionaler Missbrauch“.</p>
<p><strong>Zur aktiven Tat kommt das passive Unterlassen hinzu</strong></p>
<p>Zum anderen vertikal, sodass nun Fälle in den Blick geraten, die bisher als zu schwach galten, um als Schäden zu zählen. Philipp Hübl erklärt: „Früher bezeichnete man wiederholtes absichtliches Hänseln von Mitschülern als „Mobbing“, heute kann dafür schon ein einziger achtloser Witz ausreichen, den ein Mitschüler als unangenehm empfindet.“ Mit anderen Worten: Zur aktiven Tat kommt das passive Unterlassen hinzu, zum absichtlichen Handeln gesellen sich jetzt unbeabsichtigte oder zufällige Nebeneffekte, und zum körperlichen Schaden fügt man den seelischen Schaden, den „symbolischen Schaden“ oder manchmal sogar einfach nur ein allgemeines Unwohlsein hinzu.</p>
<p>So verschieben sich die Kriterien für Schaden von einer körperlichen, objektiv erforschbaren Ebene auf eine schwer zu erfassende subjektive Ebene. Natürlich hat niemand ein Patentrecht auf Begriffe. Man kann sie so weit oder eng fassen, wie man will. Philipp Hübl stellt fest: „Doch die oft unbemerkte Erweiterung suggeriert vielen, die Welt habe sich verschlechtert, obwohl nur die Begriffe erweitert wurden. Und das ist noch nicht alles.“ In der Öffentlichkeit nimmt auch die Frequenz von bestimmten moralischen Begriffen zu. Quelle: „Moralspektakel“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Begegnungen können sogar das Leben retten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2024 01:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
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					<description><![CDATA[Man kann nicht über die entscheidende Rolle von Begegnungen in seinem Leben sprechen, ohne an solche zu erinnern, die einem buchstäblich das Leben retten. Charles Pépin ergänzt: „Eine Begegnung kann uns das Leben auch unter weniger außergewöhnlichen Umständen, ohne heroische Tat retten. Das kann ein Arzt sein, der unsere Krankheit rechtzeitig diagnostiziert, eine Therapeutin, die ... <a title="Begegnungen können sogar das Leben retten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/manche-begegnungen-koennen-das-leben-retten.html" aria-label="Mehr Informationen über Begegnungen können sogar das Leben retten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann nicht über die entscheidende Rolle von Begegnungen in seinem Leben sprechen, ohne an solche zu erinnern, die einem buchstäblich das Leben retten. Charles Pépin ergänzt: „Eine Begegnung kann uns das Leben auch unter weniger außergewöhnlichen Umständen, ohne heroische Tat retten. Das kann ein Arzt sein, der unsere Krankheit rechtzeitig diagnostiziert, eine Therapeutin, die als „Verbündete“ ein erlösende Wirkung hat, oder eine Person aus unserem näheren Umfeld.“ Der französische Neurologe und Psychiater Boris Cyrulnik nennt sie „Resilienzhelfer“, die durch Fürsorge, Achtsamkeit und Liebe, die sie einem Menschen entgegenbringen, ihm helfen kann, wieder auf die Beine zu kommen. Boris Cyrulnik hat das Konzept der „Resilienz“ bei der amerikanischen Entwicklungspsychologin Emmy Werner entdeck. Charles Pépin ist Schriftsteller und unterrichtet Philosophie. Seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. <span id="more-5334"></span></p>
<p><strong>Die Resilienz gibt immer noch Rätsel auf</strong></p>
<p>Boris Cyrulnik konnte die verschiedenen Beobachtungen aus der eigenen praktischen Arbeit, die alle in dieselbe Richtung wiesen, wie folgt zusammenfassen. Charles Pépin erläutert: „Manche Menschen, die eine großen Zusammenbruch erlebt haben und durch diesen Schock hätten niedergeschmettert, gebrochen sein müssen, sind fähig, ohne dass man genau versteht warum, unverhoffte Ressourcen in sich zu mobilisieren und sich normal weiterzuentwickeln.“ Auch wenn das Trauma kolossal, der Bruch irreparabel erscheint, schaffen sie es, wieder ins Leben zurückzufinden, ein neues Leben zu beginnen. </p>
<p>Obwohl die Resilienz immer noch Rätsel aufgibt, konnte man inzwischen zahlreiche begünstigende Faktoren identifizieren. Dazu zählt Charles Pépin ein gutes „frühes Gerüst“ der resilienten Person. Nämlich die Fürsorge und die Liebe, die sie in den ersten Monaten ihres Lebens, vor dem Trauma, bekommen hat. Zudem die Entwicklung von Schutzmechanismen – Träumerei, Leugnung, Abspaltung und so weiter – die sich allerdings später möglicherweise als problematisch erweisen, aber die Härte des Schocks abfedern.</p>
<p><strong>„Resilienzhelfer“ akzeptieren den Anderen bedingungslos</strong></p>
<p>Zu den begünstigenden Faktoren zählt auch die Fähigkeit, eine Erzählung des Traumas für sich zu finden, die aushaltbar ist. Zudem kann man Tätigkeiten entdecken, die es erlauben, sich über Umwege der Vergangenheit zu stellen oder deren Brutalität zu sublimieren – Schreiben, Musik, Theater et cetera – sowie vor allem die Begegnung mit einem „Resilienzhelfer“. Charles Pépin weiß: „Diese Begegnung sehen sowohl Emmy Werner als auch Boris Cyrulnik als den wichtigsten Faktor an.</p>
<p>Charles Pépin betont: „Nicht nur, dass er oftmals die anderen Faktoren bedingt, es kann sogar sein, dass keines der anderen Faktoren gegeben ist und dann die Begegnung mit einem solchen Helfer allein genügt, um einen Menschen vor dem Zusammenbruch zu bewahren, der ihn ereilt hätte.“ A priori kann sich jeder als Helfer erweisen: ein Verwandter, eine Erzieherin, ein Psychologe, eine Lehrerin, ein Patenonkel oder eine Patentante. Diese „Resilienzhelfer“ urteilen nicht über den Anderen, sondern zeigen ihm gegenüber Wohlwollen, jene Form der Liebe, die aus der bedingungslosen Akzeptanz des Anderen entspringt. Quelle: „Kleine Philosophie der Begegnung“ von Charles Pépin</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Ressentiment zehrt und bohrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2024 02:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Max Scheler hat das Ressentiment 1912 in einem Essay mit großer Klarheit definiert. Er schreibt: „Es ist das wiederholte Durch- und Nachleben einer bestimmten emotionalen Antwortreaktion gegen einen anderen […], durch die jene Emotion eine gesteigerte Vertiefung und Einsenkung in das Zentrum der Persönlichkeit sowie eine damit einhergehende Entfernung von der Ausdrucks- und Handlungszone der ... <a title="Das Ressentiment zehrt und bohrt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-ressentiment.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ressentiment zehrt und bohrt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Max Scheler hat das Ressentiment 1912 in einem Essay mit großer Klarheit definiert. Er schreibt: „Es ist das wiederholte Durch- und Nachleben einer bestimmten emotionalen Antwortreaktion gegen einen anderen […], durch die jene Emotion eine gesteigerte Vertiefung und Einsenkung in das Zentrum der Persönlichkeit sowie eine damit einhergehende Entfernung von der Ausdrucks- und Handlungszone der Person erhält.“ Der Schlüsselbegriff, um die Dynamik des Ressentiments zu verstehen, ist für Cynthia Fleury das wiederholte Durch- und Nachleben. Dabei handelt es sich ihrer Meinung nach um etwas, das durchgekaut und wiedergekäut wird, übrigens mit der charakteristischen Bitterkeit einer vom Kauen ausgelutschten Speise. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5205"></span></p>
<p><strong>Ursprünglich bezieht sich das Ressentiment auf eine Person</strong></p>
<p>Das wiederholte Durch- und Nachleben ist selbst das eines anderen Durch- und Nachlebens. Dabei handelt es sich von Anfang an um das Wiedererleben einer emotionalen „Re-Aktion“. Diese mochte sich ursprünglich auf jemand Bestimmtes bezogen haben. Cynthia Fleury weiß: „Doch mit dem fortschreitenden Ressentiment nimmt die Unbestimmtheit der Adresse zu. Die Abscheu wird weniger persönlich und mehr global. Sie kann diverse Personen treffen, die zunächst nicht von der affektiven Reaktion betroffen waren, nun aber durch die Ausweitung des Phänomens erfasst werden.“ </p>
<p>Von da an vollzieht sich eine Doppelbewegung. Je mehr das Ressentiment an Tiefe gewinnt, je mehr die Person in ihrem Innersten, ihrem Herzen davon beeinflusst ist, desto weniger bleibt ihre Handlungsfähigkeit erhalten. Und die Kreativität ihres Ausdrucks lässt nach. Das zehrt. Es bohrt. Und die Kompensation erweist sich mit jeder Wiederankurbelung des besagten Ressentiments unmöglicher, da das Bedürfnis nach Wiedergutmachung an diesem Punkt unstillbar ist. </p>
<p><strong>Das Ressentiment umgibt eine Sphäre eines spitzen Stachels</strong></p>
<p>Cynthia Fleury stellt fest: „Das Ressentiment führt uns auf den zweifellos illusorischen, aber dennoch sehr bitteren Weg der unmöglichen Wiedergutmachung, wenn nicht ihrer Ablehnung.“ Es ist offensichtlich, dass es unmögliche Wiedergutmachungen gibt, die zur Erfindung, zur Schöpfung, zur Sublimierung zwingen. Aber sich in das Ressentiment hineinzubegeben bedeutet, in die Sphäre eines spitzen Stachels einzudringen. Diese verhindert klare Projektionen oder vielmehr durch eine Umkehrung, wie durch eine umgekehrte Stigmatisierung, eine bestimmte Form des Genusses des Dunklen bestätigt.</p>
<p>Hier sieht Cynthia Fleury übrigens, dass eine mögliche Verwandtschaft mit dem Phänomen des Traumas besteht, dass einen „Durchbruch“ in der Psyche erzeugt. Es hat also ursprünglich eine Verletzung, einen Schlag, einer erste Unfähigkeit zur Vernarbung gegeben. Und der nicht verheilte Bruch macht später die Öffnung aktiver, manchmal akut, manchmal chronisch. Und gegenüber der Schwankung, die das wiederholte Durch- und Nachleben in Gang hält, bleibt die Arbeit des Intellekts, die Hilfe des Vernünftigen, hilflos. Quelle: „Hier liegt Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em> </p>
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		<title>Das Trauma der Geburt besteht lebenslang</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jan 2024 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Der erste Schrei eines Neugeborenen ist Ausdruck von Verlust, Trennung, Vereinzelung und Todesangst. Der Psychoanalytiker Otto Rank hat in diesem „Trauma der Geburt“ den Verlust einer embryonalen „Urlust“ und Wurzel aller Ängste gesehen, die der Mensch in seinem späteren Leben entwickelt. Albert Kitzler ergänzt: „Erst wenn die Hebamme das Neugeborene auf den Bauch der Mutter ... <a title="Das Trauma der Geburt besteht lebenslang" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-trauma-der-geburt-ist-die-wurzel-aller-aengste.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Trauma der Geburt besteht lebenslang">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Schrei eines Neugeborenen ist Ausdruck von Verlust, Trennung, Vereinzelung und Todesangst. Der Psychoanalytiker Otto Rank hat in diesem „Trauma der Geburt“ den Verlust einer embryonalen „Urlust“ und Wurzel aller Ängste gesehen, die der Mensch in seinem späteren Leben entwickelt. Albert Kitzler ergänzt: „Erst wenn die Hebamme das Neugeborene auf den Bauch der Mutter legt, hört es auf zu weinen, weil es wiedervereinigt ist mit dem, woher es kommt.“ Viele Impulse, Regungen und Empfindungen hat der Fötus über die Blutbahn der Mutter, ihre Bewegungen und Gefühle über das gemeinsame Netzwerk des Hormon-, Nerven- und Immunsystem erhalten und gespeichert. Der Philosoph und Medienanwalt Dr. Albert Kitzler gründete 2010 „Maß und Mitte – Schule für antike Lebensweisheit und eröffnete ein Haus der Weisheit in Reit im Winkl. <span id="more-5193"></span></p>
<p><strong>Der Embryo erlebt in der Schwangerschaft wohlige Geborgenheit</strong></p>
<p>Hier kann es auch zu ersten Irritationen und Beunruhigungen kommen. Insbesondere bei problematischen Schwangerschaften entsprechend der jeweiligen psychischen und körperlichen Verfassung der Mutter und ihrem Verhältnis zum Vater und zu ihrer Umwelt. Aber nichts davon dürfte auch nur annähernd heranreichen an die vorgeburtlichen Prägungen. Einerseits handelt es sich dabei um den neumonatigen Zustand der wohligen Geborgenheit, des Getragen- und Geschütztseins im Mutterleib. </p>
<p>Andererseits haben sich die als qualvoll empfundenen Stunden der Geburt in die Seele des werdenden Menschen für immer eingeschrieben. Albert Kitzler stellt fest: „Diese Erfahrung dürfte mehr oder weniger jeder Mensch gemacht haben.“ In einem gemeinsamen Buch schreiben der Gehirnforscher Gerald Hüther und die Psychotherapeutin Inge Krens: „Sie – die Menschen – gleichen sich auch deshalb, weil sie alle aus einer für alle Menschen typischen intrauterinen Welt kommen. In dieser Welt haben sie alle ähnliche Bedingungen vorgefunden und prinzipiell ähnliche Erfahrungen gemacht.“</p>
<p><strong>Alle Menschen sehnen sich nach Liebe</strong></p>
<p>Gerald Hüther und Inge Krens fahren fort: „Deshalb ist auch ihr Gehirn, wenn sie zur Welt kommen, entsprechend ähnlich strukturiert.“ In dieser fundamentalen Grunderfahrung liegt der Ursprung der Sehnsucht der Menschen nach Liebe. Bei jeder Art von Liebesregung erwacht immer wieder aufs Neue der unbewusste Wunsch, jene Gefühle der Geborgenheit, des Genährtwerdens, des Schutzes, der Wärme und des Getragenseins und alle damit zusammenhängenden Gefühlsschattierungen wieder zu erleben. </p>
<p>Albert Kitzler weiß: „Wo sich im Leben eines Menschen diese oder verwandte Gefühle einstellen und befriedigt werden, da erleben wir Freude und Erfüllung, Momente des Glücks. In jeder dieser Emotionen erlebt unsere Seele, sei es auch in noch so schwacher Form, eine Art Wiedervereinigung mit ihrem Ursprung.“ Nämlich mit der Mutter, mit der Natur, von der Menschen ein Teil sind und nach deren Gesetzen ihr und alles Leben geboren wird, sich entwickelt, wächst, erblüht und vergeht. Quelle: „Die Weisheit der Liebe“ von Albert Kitzler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Im Krieg erlebt man nicht nur ein Trauma</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gerlinde-felix-trauma.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2023 01:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerlinde Felix stellt fest: „Ein Trauma liegt laut dem US-amerikanischen Diagnose Manual (DSM-5) vor, wenn eine Konfrontation mit dem Tod, Verletzung, Verlust oder sexueller Gewalt passiert ist.“ „Und zwar auch dann, wenn es der Person nicht selbst passiert ist, sie aber Zeuge wurde, wie jemand es erleben musste“, sagt Meryam Schouler-Ocak. Im Krieg erlebe man ... <a title="Im Krieg erlebt man nicht nur ein Trauma" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerlinde-felix-trauma.html" aria-label="Mehr Informationen über Im Krieg erlebt man nicht nur ein Trauma">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerlinde Felix stellt fest: „Ein Trauma liegt laut dem US-amerikanischen Diagnose Manual (DSM-5) vor, wenn eine Konfrontation mit dem Tod, Verletzung, Verlust oder sexueller Gewalt passiert ist.“ „Und zwar auch dann, wenn es der Person nicht selbst passiert ist, sie aber Zeuge wurde, wie jemand es erleben musste“, sagt Meryam Schouler-Ocak. Im Krieg erlebe man nicht nur ein Trauma, sondern eine Aneinanderreihung von traumatisierenden Erlebnissen. Es würden täglich welche dazukommen. Die sogenannte traumatische Zange spielt dabei eine Rolle, bestehend aus überflutender Todesangst, dem Gefühl, einer Situation nicht entfliehen zu können, und dem Gefühl des Ausgeliefertseins, also der persönlichen Ohnmacht. Flashbacks sind die Folge einer fehlerhaften Abspeicherung von Erinnerungen an das traumatische Erlebnis im Gehirn. Die ersten Tage nach dem Trauma seien die Schockphase. <span id="more-4453"></span></p>
<p><strong>Der Schlüssel zum Umgang mit einem Trauma liegt in der Kindheit</strong></p>
<p>Gekennzeichnet ist sie häufig durch den Eindruck, nichts spüren oder fühlen zu können. „Ob sich daraus später eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt oder man wieder auf die Beine kommt, hängt sehr stark davon ab, ob man das Erlebte in den ersten zwei bis vier Wochen nach der Schockphase in einer sogenannten Einwirkungsphase verarbeiten kann“, sagt Meryam Schouler-Ocak. In dieser Zeit entscheide sich, wie das Gehirn die Geschehnisse verarbeitet. Ob es Strategien entwickelt hat, mit der Belastung umzugehen. </p>
<p>Der Schlüssel dazu liegt oftmals in der Kindheit. Gerlinde Felix erklärt: „Menschen, die emotionale Sicherheit erfahren haben, können spätere traumatisierende Erlebnisse besser verarbeiten. Bei gut 40 Prozent bilden sich die Symptome von selbst zurück.“ Wer aber keine Bewältigungsstrategien gelernt hat, um seine aufgewühlte Seele zu beruhigen, wer keine Unterstützung erhält, dem droht, die Kontrolle über die Gefühle zu entgleisen. Mit jeder Misshandlungserfahrung aus Kindheit und Jugend, dem fehlenden Gefühl der Sicherheit, steigt auch das Risiko zu erkranken überproportional an. </p>
<p><strong>Bei einem Trauma leidet der ganze Körper</strong></p>
<p>Jeder Flashback bedeutet ein erneutes Trauma. Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust treten nochmal auf. Gerlinde Felix ergänzt: „Hinzu gesellen sich oft zusätzliche Leiden wie Sucht- oder Essstörungen.“ „Knapp 70 Prozent der Betroffenen haben nicht nur eine, sondern sogar zwei dieser Trauma induzierten Störungen“, berichtet Meryam Schouler-Ocak. „Neben der PTBS handelt es sich oftmals um eine Depression oder Angststörung oder um beides.“</p>
<p>Aber nicht nur die Psyche, der ganze Körper leidet. Oft gesellen sich körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Kurzatmigkeit und Herzstechen hinzu. Manchmal nur als leichte Störung, manchmal auch als ausgeprägte Erkrankung. „Traumatisierte Menschen wirken häufig körperlich verfrüht gealtert“, sagt die Psychologin und Psychotraumatologin Iris-Tatjana Kolassa, die die Abteilung Klinische und Biologische Psychologie an der Universität Ulm leitet. Ein traumatisierter Mensch sei permanent auf einem erhöhten Stresslevel und ständig in Alarmbereitschaft. Quelle: „Die Wunden werden immer wieder aufgerissen“ von Gerlinde Felix in „DIE WELT“ vom 23. Februar 2023</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gaslighting kommt häufig vor</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-gaslighting.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jan 2023 02:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gaslighting]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine besondere Form der Traumatisierung, die häufiger vorkommt, als man gemeinhin annehmen würde, ist das sogenannte „Gaslighting“. Damit sind gegenüber einer Person über längere Zeit ausgeübte krasse Einschüchterungen mit einem hohen Maß an verbaler, manchmal auch körperlicher Gewalt gemeint. Joachim Bauer erläutert: „Die Gewalt besteht darin, dass der betroffenen Person vom Täter ständig zurückgemeldet wird, ... <a title="Gaslighting kommt häufig vor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-gaslighting.html" aria-label="Mehr Informationen über Gaslighting kommt häufig vor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine besondere Form der Traumatisierung, die häufiger vorkommt, als man gemeinhin annehmen würde, ist das sogenannte „Gaslighting“. Damit sind gegenüber einer Person über längere Zeit ausgeübte krasse Einschüchterungen mit einem hohen Maß an verbaler, manchmal auch körperlicher Gewalt gemeint. Joachim Bauer erläutert: „Die Gewalt besteht darin, dass der betroffenen Person vom Täter ständig zurückgemeldet wird, ihre Wahrnehmungen seinen falsch. Dinge hätten sich anders zugetragen, als vom Opfer erinnert.“ Auch den auf den gegenwärtigen Moment bezogenen Wahrnehmungen des Opfers widerspricht der Täter systematisch. Derartige Erfahrungen seelischer Folter, die in Partnerschaften, aber auch am Arbeitsplatz vorkommen können, haben zur Folge, dass das Selbst einer Person seiner Rolle als Akteur beraubt wird. Dies führt zu einer massiven Verunsicherung und psychischen Lähmung. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-4218"></span></p>
<p><strong>Der Täter kapert das Selbst des Opfers</strong></p>
<p>Wenn es dem Opfer nicht gelingt, sich aus der Situation – zum Beispiel durch Trennung – zu retten, dann führt der Dauerbeschuss mit Botschaften, die das Wahrnehmungssystem des Opfers systematisch in Frage stellen, dazu, dass das Selbst seine Rolle als Selbstkonstrukteur irgendwann aufgibt und dem Täter überlässt. Das Selbst des Opfers wird in einem solchen Fall durch den Täter gleichsam gekapert. Der Täter hat die Schutzhülle des Selbst des Opfers beseitigt. </p>
<p>Jetzt kann der Täter seine eigenen toxischen Fragmente seines Selbst ungehindert im Opfer platzieren, das seinerseits nun dazu übergeht, den eigenen Wahrnehmungen nicht mehr zu trauen und die des Täters zu übernehmen. Ein dem Gaslighting ähnliches Phänomen sind „falsche Geständnisse“. Diese machen nicht nur Beschuldigte unter dem Eindruck von massiv suggestiven oder einschüchternden Verhören, sondern auch Menschen auf die man nur wenig oder gar keinen Druck ausübt. </p>
<p><strong>Traumata können eine Demenz auslösen</strong></p>
<p>Joachim Bauer erklärt: „Die eigene Täterschaft wird, obwohl die Betroffenen die Tat definitiv nicht begangen haben, von den Beschuldigten tatsächlich geglaubt. Weltweit sitzen in jedem Gefängnis, neben vielen zu Recht Verurteilten, auch solche Menschen.“ Das Problem betrifft aber nicht nur die Justiz. Mehr noch als Erwachsene neigen Kinder dazu, der suggestiven Kraft von an sie gerichteten Botschaften zu erliegen. Wer, wie tatsächlich geschehen, zum Beispiel einen im Kindergarten von einer Erzieherin verübten Missbrauch vermutet und diesen lange genug in ein Kind hineinfragt, wird schließlich „erfolgreich“ sein. </p>
<p>Das Selbst des Kindes spürt, dass seine eigene Wahrnehmung der Erwartung seiner Befrager entgegensteht und kapituliert irgendwann. Joachim Bauer weiß auch: „Erschütterungen des Selbst begünstigen die Entwicklung von Demenzerkrankungen.“ Daher können Traumata, neben der Verursachung einer Posttraumatischen Belastungsstörung, auch einen Beitrag zu der Entstehung einer Demenz leisten. Sie können in Einzelfällen sogar unmittelbar eine Demenz auslösen. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Traumata sind sehr weit verbreitet</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/bessel-van-der-kolk-trauma.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2022 02:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Trauma ist ein Ereignis, das die eigene Fähigkeit, es zu bewältigen, übersteigt und bei dem man niemanden hat, der einen beschützt. Kinder sind ständig überfordert, aber dann heben ihre Eltern sie hoch, trösten sie kümmern sich. Bessel van der Kolk warnt: „Wenn man jedoch allein ist und ein tiefes Gefühl des Schreckens und der ... <a title="Traumata sind sehr weit verbreitet" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/bessel-van-der-kolk-trauma.html" aria-label="Mehr Informationen über Traumata sind sehr weit verbreitet">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Trauma ist ein Ereignis, das die eigene Fähigkeit, es zu bewältigen, übersteigt und bei dem man niemanden hat, der einen beschützt. Kinder sind ständig überfordert, aber dann heben ihre Eltern sie hoch, trösten sie kümmern sich. Bessel van der Kolk warnt: „Wenn man jedoch allein ist und ein tiefes Gefühl des Schreckens und der Hilflosigkeit erlebt, besteht die Gefahr, dass man darin stecken bleibt.“ Wenn so ein Trauma das zentrale Nervensystem überwältigt, dann wird es zur endlosen Episode. Dann reagiert der Betroffene körperlich und mit seinem hormonalen Stresssystem weiter so, als ob das Trauma immer noch stattfände. Bessel van der Kolk meint damit das, was man als „Flashbacks“ bezeichnet. Der Mediziner Bessel van der Kolk forscht seit Jahrzehnten an der Behandlung von Traumata. <span id="more-4163"></span></p>
<p><strong>Für viele Menschen beginnt der Krieg zu Hause</strong></p>
<p>Ein „Flashback“ ist eines der Hauptphänomene der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS): dass man sich schlagartig so fühlt, als wäre man im Trauma zurück. Typischerweise denkt man bei Traumata an Krieg, Verbrechen, Naturkatastrophen. Ist das heute immer noch so, oder ist das Leiden weiter gefasst. Bessel van der Kolk antwortet: „Mit großen Katastrophen fing es an – bis wir erkannten, wie weitverbreitet Traumata in der Bevölkerung sind.&#8220; Für viele Menschen beginnt der Krieg zu Hause. </p>
<p>Es ist leider überhaupt nicht außergewöhnlich, dass eine Frau vergewaltigt oder sexuell genötigt wird. Im Laufe ihres Lebens passiert das etwa einer von fünf Frauen. Und es ist auch überhaupt nicht selten, dass Kinder daheim Gewalt ausgesetzt sind. Bessel van der Kolk weiß: „Bei einem von drei Elternpaaren kommt es zu Phasen häuslicher Gewalt. Die Zahlen sind enorm hoch.“ Im Moment hat die überwiegende Mehrheit der Menschen, die psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen, eine traumatische Vorgeschichte. </p>
<p><strong>Viele Menschen ignorieren ihre unglückliche Kindheit</strong></p>
<p>Man versucht aber häufig nur, die oberflächlichen Erscheinungsformen der Probleme zu lindern. Dazu kommt: Viele Menschen mit einer unglücklichen Kindheit wollen ignorieren, was ihnen widerfahren ist. Aber ihr Körper vergisst nicht. Bessel van der Kolk erklärt: „Er reagiert automatisch auf Situationen, die dem ursprünglichen Ereignis ähneln. So als ob das eigene Leben weiterhin in Gefahr wäre.“ Psychiatrische Diagnosen sind auch immer Kinder ihrer Zeit. </p>
<p>Jede Kultur pathologisiert andere Probleme. Zunächst erkannte Sigmund Freud das Trauma, sein Aufsatz von 1893 über Hysterie ist laut Bessel van der Kolk brillant. So ist es häufig mit dem Trauma: Die Leute wollen es vergessen. Aber das Trauma verschwindet nicht. Sigmund Freud sagte sehr richtig: Die Patienten erinnern sich vielleicht nicht daran, weil es zu schrecklich ist. Anstatt sich zu erinnern, wiederholen sie es. Das sagt er, ist ihre Art, sich zu erinnern. Traumatisierte Menschen neigen dazu, entweder vor Wut zu explodieren oder sich abzuschotten. Quelle: „Der Krieg beginnt zu Hause“, in Der Spiegel Nr.45 vom 5. November 2022</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gewaltakte führen zu Traumatisierungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2022 02:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Stockholm-Syndrom]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Die unverhohlenste Form einer Traumatisierung sind auf den Körper eines Opfers massiv einwirkende oder in ihn eindringende Gewalthandlungen. Joachim Bauer erläutert: „Im Moment des Gewaltakts erkennt das Selbst des Opfers seine Machtlosigkeit und gibt auf.“ Wenn Überwältigungen längere Zeit anhalten, kann es vorkommen, dass die Opfer mit den Tätern ein Bündnis eingehen, ein als Stockholm-Syndrom ... <a title="Gewaltakte führen zu Traumatisierungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-traumatisierung.html" aria-label="Mehr Informationen über Gewaltakte führen zu Traumatisierungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die unverhohlenste Form einer Traumatisierung sind auf den Körper eines Opfers massiv einwirkende oder in ihn eindringende Gewalthandlungen. Joachim Bauer erläutert: „Im Moment des Gewaltakts erkennt das Selbst des Opfers seine Machtlosigkeit und gibt auf.“ Wenn Überwältigungen längere Zeit anhalten, kann es vorkommen, dass die Opfer mit den Tätern ein Bündnis eingehen, ein als Stockholm-Syndrom bezeichneter Vorgang, der zunächst paradox erscheint. Die Erklärung für dieses Syndrom ist, dass die Täter mit kriminellen Teilen ihres Selbst-Systems, welche das Kommando über die Ausführung der Tat haben, in das Selbst-System des Opfers eindringen und dieses kapern. Die für diese vermeintliche Verrücktheit verantwortliche Grundlage ist die neuronale Ich-Du-Koppelung im Frontalhirn. Das Du kann also nicht nur die Macht im eigenen Haus übernehmen, wenn es vom Ich – wie bei der Verliebtheit – dazu eingeladen wird. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-4086"></span></p>
<p><strong>Eine gewaltsame Kaperung beseitigt das Selbst des Opfers</strong></p>
<p>Das Du kann sich des Selbst einer anderen Person auch durch rohe Gewalt bemächtigen. Joachim Bauer erklärt: „Wenn diese Bemächtigung einvernehmlich stattfindet, bleibt das Selbst des „Opfers“ in Funktion, weshalb wir hier nicht von einem Trauma sprechen – im Gegensatz zur gewaltsamen Kaperung, die das Selbst des Opfers beseitigt oder „umdreht“, also in den Dienst des Täters stellt.“ Lange Zeit unverstanden war, warum Opfer von Vergewaltigungen nach der Tat, oft über einen sehr langen Zeitraum, immer wieder plötzlich von Suizidimpulsen erfasst werden. </p>
<p>Die Erklärung ist, dass der Täter im Moment der Tat das kriminell handelnde Teilstück seines Selbst in das Opfer implantiert hat. Dieses Implantat lebt im Opfer weiter, es behält seine kriminelle, auf die Vernichtung des Opfers gerichtete Energie. Das Introjekt produziert nun die immer wieder auftretenden Suizidimpulse, die sich für das Opfer aber so anfühlen, als wären es seine eigenen! Um derartige bösartige Introjekte zu identifizieren und – wie ein Minenräumdienst – unschädlich zu machen, bedarf es psychotherapeutischer Hilfe. </p>
<p><strong>Traumaopfer erleiden auch neuronale Schäden</strong></p>
<p>Joachim Bauer weiß: „Bleibt eine solche Hilfestellung aus, dann erleiden Traumaopfer nicht nur psychische, sondern auch neuronale Schäden.“ Traumatisierte Menschen zeigen eine deutliche Volumenverminderung in der „unteren Etage“ des Stirnhirns, wo das Selbst seinen Sitz hat. Die anhaltende, hochgiftige Wirkung von Introjekten, die durch kriminelle Ereignisse verursacht wurden, zeigt sich auch bei Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch werden. </p>
<p>Die Täter ziehen, wenn sie nicht offen gewalttägig vorgehen, das Kind in ein Geschehen hinein, das darauf zielt, das junge Opfer zu einem Bündnispartner des Täters zu machen. Der objektiv traumatische Charakter der Tat ergibt sich daraus, dass sie vom Täter initiieren sexuellen Handlungen aus Sicht des kindlichen Selbst aversiv erlebt werden, vor allem aber völlig unverständlich sind, weshalb das Geschehen vom kindlichen Selbst nicht integriert werden kann. Dessen ungeachtet versuchen die Täter nun aber, dem Opfer ihre Interpretation des Geschehens aufzuoktroyieren. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Jul 2022 01:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Joachim Bauer betont: „Nicht jede Widrigkeit ist ein Trauma, auch wenn heute eine Tendenz zu beobachten ist, jede Kränkung oder Verletzung, jeden Unfall oder jede unerwartete Veränderung zu einem Trauma zu erklären.“ Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht, entscheidet sich daran, ob das Selbst durch eine extreme Erfahrung völliger Hilflosigkeit seiner Möglichkeiten als ... <a title="Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/joachim-bauer-trauma.html" aria-label="Mehr Informationen über Nicht jede Kränkung führt zu einem Trauma">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Joachim Bauer betont: „Nicht jede Widrigkeit ist ein Trauma, auch wenn heute eine Tendenz zu beobachten ist, jede Kränkung oder Verletzung, jeden Unfall oder jede unerwartete Veränderung zu einem Trauma zu erklären.“ Ob eine Erfahrung ein Trauma ist oder nicht, entscheidet sich daran, ob das Selbst durch eine extreme Erfahrung völliger Hilflosigkeit seiner Möglichkeiten als Akteur vollständig beraubt und dadurch dauerhaft geschwächt wurde. Das menschliche Selbst ist, ein Lebewesen eigener Art, ein Lebewesen im Lebewesen Mensch. Wie die Heldin oder der Held eines Märchens durchläuft es eine Kindheit, wird groß, versucht sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, zieht in die Welt hinaus, erlebt Prüfungen, Siege, Erschütterungen und Niederlagen. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt. <span id="more-3762"></span></p>
<p><strong>Das Selbst ist zu Beginn ein empfangendes Lebewesen</strong></p>
<p>Auch der Tod kann dem Selbst widerfahren – lange bevor das Lebewesen Mensch, in dem das Selbst zu Hause ist, seinen Tod findet. Joachim Bauer erklärt: „Frühe, in den ersten Lebensmonaten erlebte, durch das System der Spiegelneuronen hinterlassen im Körper des Säuglings Spuren, die zu einem ersten zarten, ephemeren, verletzlichen Selbst führen.“ Dieses Selbst ist zu Beginn ein überwiegend empfangendes Lebewesen. Das Selbst wird zu einem integralen Teil des Kindes, nicht nur weil es im Körper des Kindes eingebettet ist, sondern weil seine Komponenten unter der Regie des kindlichen Organismus aktiv sortiert und integriert werden müssen. </p>
<p>Diese innere Selbstorganisation lässt ein gefestigtes Selbst entstehen. Schwere Vernachlässigung eines Kindes oder ihm in der Frühphase des Lebens zugefügte emotionale oder körperliche Gewalt sind eindeutig als Traumen zu bewerten. Denn sie können die Entstehung seines Selbst – und damit auch dessen spätere Rolle als Akteur – auf Schwerste beeinträchtigen. Sie haben schwere psychische Erkrankungen und tief greifende Störungen der späteren Persönlichkeit – oft auch beides in Kombination – zur Folge. </p>
<p><strong>Die Sprache spielt für das Selbst eine entscheidende Rolle</strong></p>
<p>Joachim Bauer stellt fest: „Innerhalb weniger Monate nach der Geburt beginnt der Säugling damit, sein im Entstehen begriffenes Selbst als aktives Subjekt ins Spiel zu bringen.“ Was an ihn adressiert wird, schlägt jenseits des ersten Lebensjahres immer weniger direkt auf den Körper des Säuglings durch, sondern trifft nun auf einen zwischengeschalteten Adressaten. Nämlich auf ein Selbst, das jetzt mehr als nur ein Empfänger ist. Das Kind lässt im zweiten Lebensjahr mehr und mehr erkennen, dass es versucht, die von außen und aus dem eigenen Inneren kommenden, im Selbst des Kindes zusammentreffenden Impulse zu integrieren und „den eigenen Laden zusammenzuhalten“. </p>
<p>Eine Frustration wird nun nicht mehr zu total entgrenzter Wut oder absoluter Verzweiflung führen, sondern sich zunehmen auf das fokussieren, worum es dem Kind geht. Eine dabei ganz entscheidende Rolle spielt die sich die nun entwickelnde Sprache. Sie hilft dem Kind, das Heft des Geschehens mit in die Hand zu nehmen und an seiner tragenden Selbst-Konstruktion mitzuwirken. Die Fähigkeit, einen inneren Integrator – das Selbst – zur Verfügung zu haben und ihn Schritt für Schritt auszubauen, hilft dem Kind, kleine Störungen des Alltags besser zu ertragen. Quelle: „Wie wir werden, wer wir sind“ von Joachim Bauer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Vertrauensbruch wirkt lange nach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Aug 2020 06:16:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Posttraumatische Reaktionen können über Tage, Monate und sogar Jahre andauern. Obwohl nicht alle Traumata gleich sind, sind doch die traumatischen Symptome erkennbar gleich. Traumatisierte Partner, die sich von einem unvorstellbaren Betrug durch einen geliebten Menschen erholen, weisen das obsessive Bedürfnis auf, die Geschichte mit all ihren Details zu hören. Shirley P. Glass erklärt: „Ihre übermäßige ... <a title="Ein Vertrauensbruch wirkt lange nach" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-vertrauensbruch-wirkt-lange-nach.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Vertrauensbruch wirkt lange nach">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Posttraumatische Reaktionen können über Tage, Monate und sogar Jahre andauern. Obwohl nicht alle Traumata gleich sind, sind doch die traumatischen Symptome erkennbar gleich. Traumatisierte Partner, die sich von einem unvorstellbaren Betrug durch einen geliebten Menschen erholen, weisen das obsessive Bedürfnis auf, die Geschichte mit all ihren Details zu hören. Shirley P. Glass erklärt: „Ihre übermäßige Wachsamkeit bei der Beobachtung ihrer Umwelt und ihres Partners entsteht durch die realistische Angst davor, nochmals verwundet zu werden.“ Flashbacks werden durch minimale Reize ausgelöst, die wie ein Echo den Moment der persönlichen Vernichtung wiederholen. Bewältigungsstrategien müssen einerseits diese Symptome überprüfen und andererseits Methoden bieten, sie in Grenzen zu halten und damit umzugehen. Dr. phil. Shirley P. Glass war niedergelassene Psychologin und Familientherapeutin. Sie starb im Jahr 2003 im Alter von 67 Jahren an einer Krebserkrankung. <span id="more-2340"></span></p>
<p><strong>Ironischerweise muss der Täter zum Heiler werden</strong></p>
<p>Posttraumatische Reaktionen sind laut Dr. Judith Herman, einer Trauma-Expertin, besonders dann sehr heftig, wenn sie aus dem Betrug in wichtigen Beziehungen resultieren. Ein Vertrauensbruch in  einer engen Beziehung hat langanhaltende Nachwirkungen, die die Erholung davon schwierig gestalten. Dabei ist es normal, sich labil und verwirrt zu fühlen. Höchstwahrscheinlich ist weder man selbst noch der Partner verrückt, und diese verrückten Gefühle werden nicht ewig andauern. Eine Ironie der Heilung von einem Betrug besteht darin, dass der Täter zum Heiler werden muss.</p>
<p>Das bedeutet, dass betrogene Partner verletzlich sind, weil genau der Mensch, an den sie sich in Krisenzeiten höchstwahrscheinlich wenden werden, die Quelle der Gefahr darstellt. Shirley P. Glass fügt hinzu: „Auf der anderen Seite empfinden es die untreuen Partner manchmal als sehr schwer, in engem Kontakt mit ihrem Ehepartner zu bleiben, in dem Wissen, dass sie die Quelle solch heftigen Leids sind.“ Der betrogene Partner leidet möglicherweise das ganze erste Jahr nach der Enthüllung unter beängstigen mentalen, physischen und emotionalen Schwankungen.</p>
<p><strong>Es gibt drei Kategorien einer posttraumatischen Reaktion</strong></p>
<p>Es ist normal, diese traumatischen Reaktionen zu erleben, und sie werden weniger werden, aber nur schrittweise. Zuerst wird ihre Häufigkeit zurückgehen, dann die Dauer. Die Intensität der Symptome verringert sich zuletzt, so dass es sich anfühlen kann, als würde man einen Rückfall haben, trotz anderweitiger Anzeichen für Fortschritt. Posttraumatische Reaktionen lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen: Intrusion, das heißt das beharrliche Wiedererinnern und Wiedererleben der traumatischen Ereignisse, Vermeidung und extreme Überreaktion.</p>
<p>Die Intrusion entsteht durch traumatische, mit dem Betrug verknüpfte Bilder, Gefühle und Gedanken. Shirley P. Glass erläutert: „Diese Reaktionen werden formal als posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostiziert, wenn die Bedrohung physischer Natur oder lebensbedrohlich ist und die Symptome über einen Zeitraum von mehr als einem Monat andauern.“ Betrogene Partner, deren psychische Stabilität durch Untreue bedroht wird, zeigen jedoch dieselben Symptome, die über einen langen Zeitraum hinweg auftreten können. Quelle: „Die Psychologie der Untreue“ von Shirley P. Glass</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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