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	<title>Ressentiment &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Das Ressentiment ist ein tödliches Gift</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 02:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Ablehnung von Gewalt kommt nicht nur den „Schwachen“ zu, sondern ist auch eine Seelenfestigkeit, die auf jeden Fall anzustreben ist. Cynthia Fleury ergänzt: „Im Übrigen kann jeder anhand der Geschichte und Gegenwart bestätigen, dass diejenigen, die zur Feindschaft unfähig sind, dies in der Regel nur konjunkturell sind und dass die Feindschaft bei der geringsten ... <a title="Das Ressentiment ist ein tödliches Gift" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-die-ablehnung-von-gewalt.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ressentiment ist ein tödliches Gift">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ablehnung von Gewalt kommt nicht nur den „Schwachen“ zu, sondern ist auch eine Seelenfestigkeit, die auf jeden Fall anzustreben ist. Cynthia Fleury ergänzt: „Im Übrigen kann jeder anhand der Geschichte und Gegenwart bestätigen, dass diejenigen, die zur Feindschaft unfähig sind, dies in der Regel nur konjunkturell sind und dass die Feindschaft bei der geringsten Möglichkeit, sie auszudrücken, ohne den Preis dafür zu zahlen, wieder ausbricht.“ Man muss also wachsam bleiben. Das Ressentiment ist ein umso tödlicheres Gift, als es mit der Zeit wächst und tief in die Herzen der Menschen eindringt. Die Liebe ist, wie Max Scheler in Erinnerung ruft, nach christlichem Verständnis ein Akt des Geistes und nicht des Empfindens, anders gesagt, ein Akt der Entscheidung, des Pflicht- und Verantwortungsgefühls. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-6324"></span></p>
<p><strong>Pathologien sind stark in bestimmte Epochen eingebettet</strong></p>
<p>Der Umstand, dass Frauen laut Max Scheler der Gefahr des Ressentiments stärker ausgesetzt sind, ist nicht essentialistisch zu verstehen. Es spiegelt vielmehr die patriarchale Struktur wider, in die Frauen eingebunden oder in der sie vielfach gefangen sind. Cynthia Fleury stellt fest: „Der Groll ist die Waffe der Schwachen; die üble Nachrede ist die einfachste Art, sprachliche Performativität zu erzeugen, umso mehr, als das Handeln entzogen ist.“ Max Schelers etwas ranziger Konservatismus muss ebenso wie sein Antisemitismus dekonstruiert werden.</p>
<p>Seine Ode an die „rein weibliche“ Frau wird vielleicht diejenigen entzücken, welche die emanzipatorische und feministische Moderne verurteilen. Cynthia Fleury betont: „Hier hat sie das Verdienst, zu zeigen, dass eine oft zutreffende Beschreibung des Ressentiments uns nicht unbedingt vor unserem eigenen Ressentiment schützt und dass die Arbeit der Dekonstruktion immer zuerst bei einem selbst zu leisten ist.“ Abgesehen davon ist es gut, sich in Erinnerung zu rufen, wie sehr Pathologien in Epochen eingebettet und schwer teilbar sind, auch wenn manche von ihnen auf persönlichen Faktoren beruhen.</p>
<p><strong>Hysterien verweisen auf ein egalitäres Schicksal der Unterwerfung</strong></p>
<p>Nehmen wir die Hysterie. Diese wurde lange Zeit feminisiert, obwohl sie vor allem eine bestimmte Konditionierung widerspiegelt, die der Frau auferlegt wurde. Cynthia Fleury erläutert: „Die Reduzierung ihrer Welt, die Beschränkung auf das Private und Kleine, der Hausarrest, das Verbot der weiten Welt und der Selbsterweiterung.“ Im klinischen Bereich sind heute die Hysterien, wenn sie in den demokratischen Gesellschaften bestehen bleiben, ebenso männlich wie weiblich, da sie – leider – auf ein eher egalitäres Schicksal in der Unterwerfung verweisen.</p>
<p>Cynthia Fleury hätte sich gewünscht, dass die Unterwerfung in unseren sogenannten modernen Gesellschaften an Boden verliert, was sie in mancher Hinsicht auch getan hat, doch hat sie dabei ihren Wirkungskreis vergrößert un die Männer konsequenter einbezogen. Es sind die Deklassierten, diejenigen, der verächtlich als „Überzählige“ oder „Schmarotzer“ bezeichnet werden, diejenigen, die „hatten“, oder nur das Gefühl hatten, „gehabt“ zu haben, und die nun nur noch den Verlust konstatieren. Quelle: „Hier liegt Bitterkeit gegraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die geringste Ungleichheit verletzt das Auge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jan 2025 02:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Egalitarismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Max Scheler sieht in der demokratischen Ordnung einen Ort, der strukturell mehr zum Ressentiment neigt. Cynthia Fleury erklärt: „Alexis de Tocqueville hatte dies zu seiner Zeit bereits gespürt, als er auf ein Übel hinwies, das den Menschen befällt, den Egalitarismus, und auf die Tatsache, dass er für die Gleichheit umso sensibler wird, je klarer sich ... <a title="Die geringste Ungleichheit verletzt das Auge" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-melancholie-im-ueberfluss.html" aria-label="Mehr Informationen über Die geringste Ungleichheit verletzt das Auge">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Max Scheler sieht in der demokratischen Ordnung einen Ort, der strukturell mehr zum Ressentiment neigt. Cynthia Fleury erklärt: „Alexis de Tocqueville hatte dies zu seiner Zeit bereits gespürt, als er auf ein Übel hinwies, das den Menschen befällt, den Egalitarismus, und auf die Tatsache, dass er für die Gleichheit umso sensibler wird, je klarer sich die Egalisierung der Bedingungen abzeichnet.“ Dies ist ein logisches, aber schwer zu kanalisierendes Phänomen. Die geringste Ungleichheit verletzt das Auge, hatte er gesagt, und die Unersättlichkeit des Individuums in Bezug auf den Egalitarismus ist verheerend. Schon damals sprach er vom Übel der Melancholie inmitten des Überflusses. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5848"></span></p>
<p><strong>Ressentiment ist das Ergebnis einer misslungenen Demokratie</strong></p>
<p>Ist die Perversion unausweichlich? Cynthia Fleury glaubt das nicht. Es ist für sie eine Frage der Erziehung. Sie spielt sich laut Michel Foucault auf der Ebene der „Regierung des Selbst“ ab, dem einzigen Horizont, der eine „Regierung der anderen“ ermöglicht, die diesen Namen verdient und die egalitäre Herausforderung der Demokratie respektiert. Für Max Scheler ist das Ressentiment natürlich nicht das Ergebnis einer perfekten Demokratie, sondern einer misslungenen Demokratie.</p>
<p>Diese erweist sich letztlich immer als die Realität der Demokratie, auch wenn man sie keineswegs als solche gelten lassen darf. In einer nicht nur politischen, sondern auch sozialen, auf Besitzgleichheit hin tendierenden Demokratie wäre zum mindesten das soziale Ressentiment gering. Cynthia Fleury erläutert: „Das Ressentiment entsteht durch eine Diskrepanz zwischen den anerkannten und gleichen politischen Rechten und der Realität konkreter Ungleichheiten. Diese Koexistenz des formalen Rechts mit dem Fehlen des konkreten Rechts erzeugt das kollektive Ressentiment.“</p>
<p><strong>Bei ständiger Demütigung stellt sich das Gefühl der Fatalität ein</strong></p>
<p>Doch im Gegensatz zu Max Scheler glaubt Cynthia Fleury, dass das Ressentiment mehr strukturell im Menschen angelegt ist. Denn in einer egalitären wirtschaftlichen Situation verlegt es sich auf die symbolische Anerkennung und fordert immer mehr Gleichheit oder projiziert seine Abneigung auf den anderen. Dies verweist durchaus auf persönliche und nicht analysierte Faktoren. Das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Gesellschaften durch das Wiederaufleben der Ungleichheit nicht das Potenzial für Ressentiments produzieren.</p>
<p>Wenn man sich beleidigt, gedemütigt und machtlos fühlt, führt dies zunächst zu einem Rückzug auf sich selbst, ja zu einer Art Zustimmung, die auf eine Art Knock-out folgt; dann richtet sich das Subjekt glücklicherweise wieder auf. Cynthia Fleury fügt hinzu: „Wenn die Sache jedoch andauert, sich wiederholt und das Gefühl vermittelt, dass sie von einer wachsenden Zahl von Individuen, zum Beispiel einer Elite getragen wird, wird die Beleidigung zur Welt, einer Welt der Einsperrung, die das Subjekt zu ihrem Gefangenen macht, und es stellt sich das Gefühl der Fatalität ein.“ Quelle: „Hier liegt Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Ressentiment entwertet alles</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Sep 2024 01:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Max Scheler beschreibt laut Cynthia Fleury einen Umstand perfekt: Das Ressentiment bedient sich der Urteilskraft, um alles zu entwerten, was es dazu bringen könnte, sich zu reformieren und damit zu verschwinden. Das Ressentiment hat eine extrem starke Fähigkeit zur Selbsterhaltung. Ein erster Weg zur Entwicklung eines Gegenmittels gegen das Ressentiment ist der Begriff der gefühlten ... <a title="Das Ressentiment entwertet alles" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ressentiment-verfuegt-ueber-einen-selbsterhaltungstrieb.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ressentiment entwertet alles">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Max Scheler beschreibt laut Cynthia Fleury einen Umstand perfekt: Das Ressentiment bedient sich der Urteilskraft, um alles zu entwerten, was es dazu bringen könnte, sich zu reformieren und damit zu verschwinden. Das Ressentiment hat eine extrem starke Fähigkeit zur Selbsterhaltung. Ein erster Weg zur Entwicklung eines Gegenmittels gegen das Ressentiment ist der Begriff der gefühlten Gleichheit. Cynthia Fleury erklärt: „Die Struktur des Ressentiments ist egalitär: Es entsteht in dem Moment, in dem sich das Subjekt zwar als ungleich, aber vor allem als benachteiligt, weil gleich, empfindet.“ Sich ungleich zu fühlen reicht nicht aus, um einen solchen Gemütszustand zu erzeugen. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5642"></span></p>
<p><strong>Ressentiment entsteht durch den Glauben an ein Recht</strong></p>
<p>Die Frustration entwickelt sich auf dem Nährboden des „Rechts auf“. Cynthia Fleury ergänzt: „Ich fühle mich frustriert, weil ich an mein Soll oder an mein Recht glaube. Es bedarf des Glaubens an ein Recht, um Ressentiments zu empfinden.“ Zumindest ist dies die These von Max Scheler und der Erben Alexis de Tocquevilles, die davon ausgingen, dass die Demokratie ihrem Wesen nach ein System ist, welches das Ressentiment genau deshalb hervorruft, weil der Begriff der Gleichheit ein strukturelles Problem ist. </p>
<p>Es geht hier nicht darum, die Notwendigkeit der Gleichheit zur Vermeidung des Ressentiments zu leugnen – das hieße, die Ultralösung der Palo-Alto-Schule zu übernehmen, die darin besteht, den Kraken zu töten, um ein Übel auszurotten: „Operation gelungen, Patient tot.“ Cynthia Fleury macht noch einmal auf das Zitat von Max Scheler aufmerksam: „Wenn der „Gemeine“ nur durch das Gefühl zufrieden ist, einen gleichen Wert zu besitzen, bedeutet das nicht, dass er einen solchen besitzt, sondern dass er die Illusion davon haben muss.“ </p>
<p><strong>Die Erfindung der eigenen Überlegenheit hat noch nie Überlegenheit hervorgebracht</strong></p>
<p>Anders gesagt: „Die „gemeinsame Welt wird dadurch aufrechterhalten, dass jeder das Recht hat, sich über seinen eigenen Wert Illusionen zu machen. Cynthia Fleury betont: „Außerdem ist das, was den Gemeinen ausmacht oder ihn zumindest in der Mittelmäßigkeit gefangen hält, die Unfähigkeit, den Wert anderer anzuerkennen, obwohl er glaubt, dass ihm das helfen würde, aus seiner Unzulänglichkeit herauszukommen.“ Doch die Erfindung der eigenen Überlegenheit hat noch nie Überlegenheit hervorgebracht.</p>
<p>Bewundern zu können, den Wert anderer anerkennen zu können ist dagegen ein echtes Gegenmittel gegen Ressentiments, auch wenn es zunächst mehr Seelenstärke erfordert. Cynthia Fleury erläutert: „Gleichwohl reicht es beim Ressentiment nicht, andere schlechtzumachen. Es bedarf eines weiteren Schrittes, nämlich der Anklage. Da diese aber keinen wirklichen Gegenstand hat, schlägt sie in Denunziation und Desinformation um.“ Da es keinen Mord gegeben hat, muss man eine Leiche fabrizieren. Von nun an wird der andere schuldig sein. Es setzt sich eine Art „universelle Entwertung“ in Gang. Quelle: „Hier liegt Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 01:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Ressentiment handelt es sich oft um eine Nicht-Reaktion, um den Verzicht auf eine Reaktion. Man muss die Zeit „ausgesetzt“ haben, um besser und dauerhafter hassen zu können. Cynthia Fleury fügt hinzu: „Man muss sich diese ganz besondere Form von Hoffnung, die die Rache darstellt, zu eigen machen, auch hier eine verdorbene Hoffnung, deren belebende ... <a title="Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-traegheit-des-ressentiments.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Ressentiment handelt es sich oft um eine Nicht-Reaktion, um den Verzicht auf eine Reaktion. Man muss die Zeit „ausgesetzt“ haben, um besser und dauerhafter hassen zu können. Cynthia Fleury fügt hinzu: „Man muss sich diese ganz besondere Form von Hoffnung, die die Rache darstellt, zu eigen machen, auch hier eine verdorbene Hoffnung, deren belebende Kraft jedoch sehr heftig werden kann.“ Letztlich ist das Ressentiment nicht einfach eine Re-Aktion, sondern offenbart das wiederholte Durch- und Nachleben. Es ist nicht leicht, zwischen einer Definition des Ressentiments zu wählen, die es auf die Seite des „Unvermögens zu“ stellt, und einer anderen, die schließlich einräumt, dass es eine Entscheidung für das „Unvermögen zu“ gibt. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5503"></span></p>
<p><strong>Die Rache ist ebenso schrecklich wie kontaminierend</strong></p>
<p>Das ist hier zweifellos eine Frage des Grades und der vom Ressentiment geschaffenen mehr oder weniger akzeptierten Beeinträchtigung. Cynthia Fleury erklärt: „Man kann in der Falle des Ressentiments gefangen sein, aber versuchen, sich daraus zu befreien, sich weigern, dem auf den Leim zu gehen, was es heraufbeschwört.“ Man kann sich auf der Schneide der Rache befinden, wiederholt durch- und nachleben, aber immer noch genug auf der Schneide, um ihr nicht völlig zu verfallen, ihr damit völlig verfallen zu wollen. </p>
<p>Cynthia Fleury weiß: „Und dann ist die Rache kein Ressentiment; sie ist ebenso schrecklich wie kontaminierend, bleibt jedoch adressiert, bestimmt, insofern sie möglicherweise gestillt werden kann.“ Max Scheler glaubt: „Die gelungene Rache hebt das Rachegefühl auf.“ Cynthia Fleury ist sich dessen nicht so sicher. Weiß die Rache doch, sich zu bewegen und findet ein neues Objekt. Es ist alles andere als einfach, diese Form einer tödlichen Dynamik, diese verdorbene Energie loszuwerden.</p>
<p><strong>Das Ressentiment verbittert die Persönlichkeit </strong></p>
<p>Doch mit dem Ressentiment ist das nicht so. Sein Gegenstand scheint die Verhinderung jeglicher moralischer Überwindung zu sein; sein Ziel sich selbst dem Scheitern zu verschreiben. Cynthia Fleury stellt fest: „Bei einigen hartnäckigen Psychosen kann man sehr gut sehen, wie der Patient seine ganze Energie darauf verwendet, eine Lösung zu verhindern, den Arzt oder die Medizin versagen zu lassen und nichts als den Nicht-Ausweg zu produzieren.“</p>
<p>Es wird keine Überwindung akzeptiert: Zweifellos würde ihre Akzeptanz einen neuen Durchbruch produzieren, den man nicht auf sich nehmen will. Cynthia Fleury erläutert: „Dann ist die Dysfunktionalität als Funktionsweise vorzuziehen. Die einzige Fähigkeit des Ressentiments, in der es brilliert, ist: zu verbittern, die Persönlichkeit zu verbittern, den Blick auf die Welt zu verbittern.“ Das Ressentiment verhindert die Öffnung, es verschließt, es schließt aus, kein Ausweg ist möglich. Quelle: „Hier liegt die Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2024 01:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in ... <a title="Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hass-zaehlt-zu-den-feindseligen-gefuehlen.html" aria-label="Mehr Informationen über Hass zählt zu den feindseligen Gefühlen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hass, Ressentiment und Verachtung – dies sind typische Beispiele für feindselige Gefühle. Christoph Demmerling fügt hinzu: „Aufgrund ihres aversiven Charakters gelten feindselige Gefühle als Störenfriede, die man nicht gerne sieht am Tisch derjenigen, die sich für zivilisiert halten.“ Auf der politischen Bühne sind feindselige Gefühle, insbesondere der Hass, viel beredete Sorgenkinder. Hass lässt Menschen in den Krieg ziehen, und es handelt sich um ein Gefühl, welches zu unfassbaren Gräueltaten anstiften kann. Auch trägt Hass zur Zersetzung innerhalb sozialer Gefüge bei, in denen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen oder unterschiedlichen religiösen Orientierungen, die sich wechselseitig ablehnen, zusammenleben. Ganz gleich, was der Hass aus und mit den Menschen macht, er stellt eine Kraft im menschlichen Leben dar, in die Frage, wie mit ihm umzugehen ist, ist beileibe keine einfache Frage. Univ.-Prof. Dr. Christoph Demmerling lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. <span id="more-5501"></span></p>
<p><strong>Hass ist auf offene Weise mit Gewalt verbunden</strong></p>
<p>Feindselige Gefühle zu verurteilen fällt nicht schwer, sie zu verstehen ist allerdings nicht immer leicht. Christoph Demmerling ergänzt: „Dies gilt insbesondere für den Hass, der zumeist auf eine offene Weise mit Gewalt verbunden ist. Hass wird oft abgelehnt, gelegentlich auch von denjenigen, die dieses Gefühl haben.“ Kaum jemand verspürt gerne Hass. Deshalb ist das Gefühl anfällig für vielfältige Rationalisierungen und Uminterpretationen.</p>
<p>Bevor Rezepte für den Umgang mit feindseligen Gefühlen ausgestellt werden – so sich denn überhaupt welche ausstellen lassen – gilt es erst einmal auf den Begriff zu bringen, was feindselige Gefühle sind und wie sie funktionieren. Christoph Demmerling erläutert: „Ein Phänomen auf den Begriff zu bringen, heißt in philosophischer Perspektive, es zu beschreiben beziehungsweise zu erklären, es zu verstehen und es gegebenenfalls zu bewerten.“</p>
<p><strong>Hass ist ein Gefühl radikaler Ablehnung</strong></p>
<p>Philosophen stellen häufig die Frage, was etwas ist. Christoph Demmerlings Antwort auf die Frage, was Hass ist, ist nicht originell, das soll sie auch nicht sein, sie soll richtig sein: „Hass ist ein mit Gewaltbereitschaft oder Gewalt verbundenes Gefühl radikaler Ablehnung.“ Problematisch am Hass ist seine Verbindung mit Gewalt. Gefühle der Ablehnung, auch radikale Gefühle der Ablehnung, sollte man aufgeklärten Menschen allerdings zumuten können und sie ihnen auch zubilligen.</p>
<p>Um den Hass zu verstehen, ist sein Verhältnis zu anderen feindseligen Gefühlen in Betracht zu ziehen. Was die Frage nach Gefühlen im Allgemeinen betrifft, so mag ein knappe Bemerkung genügen. Christoph Demmerling erklärt: „In der neueren philosophischen Diskussion werden Gefühle häufig wie Gedanken als geistige Zustände aufgefasst. Gefühle sind allerdings keine rein geistigen Zustände, sondern Weisen, sich zur Welt zu verhalten, im Rahmen derer häufig Bewertungen vorgenommen werden, und die leiblich gespürt werden.“ Quelle: „Feindselige Gefühle“ von Christoph Demmerling in Philosophicum Lech Band 25 „Der Hass“, herausgegeben von Konrad Paul Liessmann </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Groll raubt den Willen seine gute Richtung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/groll-raubt-dem-willen-seine-gute-richtung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2024 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Groll]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Groll, das ist die Tatsache, gram sein zu wollen. Und man sieht, wie dieses Gramsein den Platz des Willens einnimmt, wie eine negative Energie an die Steller der positiven Lebensenergie tritt. Es tritt eine Verfälschung des Willens, oder vielmehr eine Hintertreibung des guten Willens ein. Dieses schlechte Objekt beraubt den Willen einer guten Richtung, wie ... <a title="Groll raubt den Willen seine gute Richtung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/groll-raubt-dem-willen-seine-gute-richtung.html" aria-label="Mehr Informationen über Groll raubt den Willen seine gute Richtung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Groll, das ist die Tatsache, gram sein zu wollen. Und man sieht, wie dieses Gramsein den Platz des Willens einnimmt, wie eine negative Energie an die Steller der positiven Lebensenergie tritt. Es tritt eine Verfälschung des Willens, oder vielmehr eine Hintertreibung des guten Willens ein. Dieses schlechte Objekt beraubt den Willen einer guten Richtung, wie es das Subjekt beraubt. Man muss defokussieren. Cynthia Fleury weiß: „Aber mit dem fortschreitenden Ressentiment wird die Unbestimmtheit größer und die Defokussierung schwieriger. Alles ist kontaminiert. Der Blick fällt auf das, was ihn umgibt, er schweift nicht mehr umher.“ Alles ist ein Bumerang, um das Ressentiment anzufachen. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5370"></span></p>
<p><strong>Ressentiment führt zur „Selbstvergiftung“</strong></p>
<p>Dabei handelt es sich um ein Zeichen, das nicht da ist, um auszubrechen, sondern um im Wiedererleben gefangen zu bleiben. Das Subjekt „nährt sich in seinem Blute“. Es verliert seine Agilität, für welche die Möglichkeit der Bewegung notwendig ist, sei sie körperlich oder geistig. Cynthia Fleury erklärt: „Zu voll, zu eingezwängt, befindet sich das Subjekt an der Grenze zur Übelkeit, und sein sukzessives Erbrechen, seine Schreie werden nichts dagegen ausrichten. Sie werden es nur für eine sehr kurze Zeit beruhigen.“ </p>
<p>Friedrich Nietzsche sprach von Vergiftung, Max Scheler von „Selbstvergiftung“, um die schädlichen Wirkungen des Ressentiments zu beschreiben. Diese hat laut Scheler gewisse dauernde Einstellungen auf bestimmte Arten von Werttäuschungen und diesen entsprechenden Werturteilen zur Folge. Cynthia Fleury stellt fest: „Die Wirkung des Ressentiments greift somit den Sinn des Urteils an. Letzteres ist verdorben, von innen zerfressen, verrottet. Daher wird es schwierig, ein klares Urteil zu fällen, obwohl dies der Weg zur Erlösung ist.“ </p>
<p><strong>Die Urteilskraft dient der Aufrechterhaltung des Ressentiments</strong></p>
<p>Es geht darum, das Echo, die Aura des Ressentiments zu identifizieren, auch wenn dieser Begriff zu würdig ist, um das zu bezeichnen, was sich hier abspielt. Es handelt sich dabei eher um eine Ausstrahlung, eine sklavische Kontamination, der mit der Zeit Rechtfertigungen finden wird, die diesen Namen verdienen. Cynthia Fleury erläutert: „Die Urteilskraft dient also so der Aufrechterhaltung des Ressentiments und nicht seiner Dekonstruktion. Das ist das Verfahren an diesem Phänomen, welches das mögliche Instrument der Befreiung – die Urteilskraft – als Instrument zur Aufrechterhaltung der Knechtschaft und Entfremdung gebraucht.“</p>
<p>Denn es besteht durchaus eine Knechtschaft gegenüber dem Todestrieb. Die „Sklaven-Moral“ kommt bereit hier zum Tragen, in der Tatsache, sich dem wiederholten Durch- und Nachleben zu unterwerfen. Man kann und muss sich anders ernähren, verdorbene Nahrung ablehnen. Doch hier bevorzugt man die Wahl des Aases. Die Bevorzugung des Verdorbenen ist für das Vorgehen wesentlich, denn das Ressentiment ist für Cynthia Fleury nicht mit einer Gegenwehr, einer Notwehr, einer einfachen Reaktion gleichzusetzen. Quelle: „Hier liegt Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Ressentiment zehrt und bohrt</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Jan 2024 02:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
		<category><![CDATA[Trauma]]></category>
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					<description><![CDATA[Max Scheler hat das Ressentiment 1912 in einem Essay mit großer Klarheit definiert. Er schreibt: „Es ist das wiederholte Durch- und Nachleben einer bestimmten emotionalen Antwortreaktion gegen einen anderen […], durch die jene Emotion eine gesteigerte Vertiefung und Einsenkung in das Zentrum der Persönlichkeit sowie eine damit einhergehende Entfernung von der Ausdrucks- und Handlungszone der ... <a title="Das Ressentiment zehrt und bohrt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-ressentiment.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ressentiment zehrt und bohrt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Max Scheler hat das Ressentiment 1912 in einem Essay mit großer Klarheit definiert. Er schreibt: „Es ist das wiederholte Durch- und Nachleben einer bestimmten emotionalen Antwortreaktion gegen einen anderen […], durch die jene Emotion eine gesteigerte Vertiefung und Einsenkung in das Zentrum der Persönlichkeit sowie eine damit einhergehende Entfernung von der Ausdrucks- und Handlungszone der Person erhält.“ Der Schlüsselbegriff, um die Dynamik des Ressentiments zu verstehen, ist für Cynthia Fleury das wiederholte Durch- und Nachleben. Dabei handelt es sich ihrer Meinung nach um etwas, das durchgekaut und wiedergekäut wird, übrigens mit der charakteristischen Bitterkeit einer vom Kauen ausgelutschten Speise. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5205"></span></p>
<p><strong>Ursprünglich bezieht sich das Ressentiment auf eine Person</strong></p>
<p>Das wiederholte Durch- und Nachleben ist selbst das eines anderen Durch- und Nachlebens. Dabei handelt es sich von Anfang an um das Wiedererleben einer emotionalen „Re-Aktion“. Diese mochte sich ursprünglich auf jemand Bestimmtes bezogen haben. Cynthia Fleury weiß: „Doch mit dem fortschreitenden Ressentiment nimmt die Unbestimmtheit der Adresse zu. Die Abscheu wird weniger persönlich und mehr global. Sie kann diverse Personen treffen, die zunächst nicht von der affektiven Reaktion betroffen waren, nun aber durch die Ausweitung des Phänomens erfasst werden.“ </p>
<p>Von da an vollzieht sich eine Doppelbewegung. Je mehr das Ressentiment an Tiefe gewinnt, je mehr die Person in ihrem Innersten, ihrem Herzen davon beeinflusst ist, desto weniger bleibt ihre Handlungsfähigkeit erhalten. Und die Kreativität ihres Ausdrucks lässt nach. Das zehrt. Es bohrt. Und die Kompensation erweist sich mit jeder Wiederankurbelung des besagten Ressentiments unmöglicher, da das Bedürfnis nach Wiedergutmachung an diesem Punkt unstillbar ist. </p>
<p><strong>Das Ressentiment umgibt eine Sphäre eines spitzen Stachels</strong></p>
<p>Cynthia Fleury stellt fest: „Das Ressentiment führt uns auf den zweifellos illusorischen, aber dennoch sehr bitteren Weg der unmöglichen Wiedergutmachung, wenn nicht ihrer Ablehnung.“ Es ist offensichtlich, dass es unmögliche Wiedergutmachungen gibt, die zur Erfindung, zur Schöpfung, zur Sublimierung zwingen. Aber sich in das Ressentiment hineinzubegeben bedeutet, in die Sphäre eines spitzen Stachels einzudringen. Diese verhindert klare Projektionen oder vielmehr durch eine Umkehrung, wie durch eine umgekehrte Stigmatisierung, eine bestimmte Form des Genusses des Dunklen bestätigt.</p>
<p>Hier sieht Cynthia Fleury übrigens, dass eine mögliche Verwandtschaft mit dem Phänomen des Traumas besteht, dass einen „Durchbruch“ in der Psyche erzeugt. Es hat also ursprünglich eine Verletzung, einen Schlag, einer erste Unfähigkeit zur Vernarbung gegeben. Und der nicht verheilte Bruch macht später die Öffnung aktiver, manchmal akut, manchmal chronisch. Und gegenüber der Schwankung, die das wiederholte Durch- und Nachleben in Gang hält, bleibt die Arbeit des Intellekts, die Hilfe des Vernünftigen, hilflos. Quelle: „Hier liegt Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury </p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em> </p>
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