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	<title>Rache &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Rache soll den Selbstwert wieder herstellen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Da Lieblosigkeiten, Benachteiligungen oder Entwertungen als Angriff auf den Kern der Persönlichkeit empfunden werden, soll durch Rache der Selbstwert wiederhergestellt und das ramponierte Selbstvertrauen verbessert werden.“ Der spätere Rächer, anfangs Opfer, führt sich durch eine gegen ihn gerichtete Ungerechtigkeit tief verletzt und sieht sich durch das Erleben seiner Erniedrigung, Schwächung und Hilflosigkeit ... <a title="Rache soll den Selbstwert wieder herstellen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-rache-soll-den-selbstwert-wieder-herstellen.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache soll den Selbstwert wieder herstellen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Da Lieblosigkeiten, Benachteiligungen oder Entwertungen als Angriff auf den Kern der Persönlichkeit empfunden werden, soll durch Rache der Selbstwert wiederhergestellt und das ramponierte Selbstvertrauen verbessert werden.“ Der spätere Rächer, anfangs Opfer, führt sich durch eine gegen ihn gerichtete Ungerechtigkeit tief verletzt und sieht sich durch das Erleben seiner Erniedrigung, Schwächung und Hilflosigkeit gedemütigt. Wenn er nicht niedergeschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes – bleiben will, muss er alles tun, um seine frühere Stärke wieder zu erlangen. Einer der am meisten begangenen Wege dazu ist jener über die Rache, mit der man das Gleichgewicht zum jetzt mächtiger gewordenen Schädiger einpendeln und die eigene Erniedrigung oder Schwächung beheben will. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6204"></span></p>
<p><strong>Angriffe auf das Selbstbild führen zu Rachehandlungen</strong></p>
<p>Kaum etwas fördert das Selbstgefühl mehr als das Auskosten des Triumphes über den zuvor übermächtig wirkenden Feind. Reinhard Haller erklärt: „Erniedrigung des Selbstwerts wird immer als Anschlag auf den innersten Kern der Persönlichkeit verstanden und weckt die menschliche Urangst: Jene vor Liebesmangel und Liebesentzug.“ Den Angriff auf das Kostbarste verzeiht man nicht leicht, es entsteht das Bedürfnis nach Rache. Dem wird alles geopfert: Das unbeschwerte Dasein, die Freiheit, das ganze Leben.</p>
<p>Am besten lässt sich der Zusammenhang zwischen Selbstwert und Rache anhand des Drei-Säulen-Modells des griechisch-deutschen Psychoanalytikers Stavros Mentzos (1930 – 2015) erklären. Reinhard Haller erläutert: „Rachehandlungen sind demnach ein Angriff auf das Selbstbild, die positive Vorstellung von sich selbst, somit auf die wichtigste Säule. Kommt es u einer Attacke wichtiger Bezugspersonen, von deren Spiegelung die Selbstwertregulierung abhängt, wird gleichsam ein Teil des eigenen Ichs betroffen – die zweite Säule.“</p>
<p><strong>Die Rache dient der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls</strong></p>
<p>Die dritte Säule des Selbstwerts ist nach Mentzos jene des „reifen Gewissens“, die auch für das Gerechtigkeitsgefühl zuständig ist. Reinhard Haller ergänzt: „Zu Erschütterungen des Selbstwerts kommt es nach diesem Modell immer dann, wenn beim Schädigungsopfer eine Diskrepanz zwischen dem realen und dem idealen Selbstbild, dem wirklichen und vorgestellten Bild wichtiger Bezugspersonen, auch zwischen äußeren Vorkommnissen und inneren Gewissenansprüchen eintritt.“</p>
<p>Zu Diskrepanzen in der ersten Säule können Krankheiten, Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg oder andere Schicksalsschläge führen. Reinhard Haller fügt hinzu: „Wird eine zuvor idealisierte Person als nunmehr kränkend erlebt, kommt es zu Turbulenzen in der zweiten Säule. Die dritte Säule des Selbstwerts ist betroffen, wenn man sich schuldig gemacht hat, etwa durch Rächen.“ Rache ist eine Reaktionsmöglichkeit auf eine subjektive narzisstische Verletzung. Sie dient der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls und bedeutet eine Art „magischer Wiedergutmachung“, wie dies Erich Fromm bezeichnet hat. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kränkung]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
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					<description><![CDATA[Die emotionale Sprengkraft der Moral entlädt sich deshalb so leicht, weil sie bloß, wenn man es juristisch ausdrücken wollte, über eine „dezentrale“ Form der Durchsetzung verfügt. Alexander Somek erläutert: „Die Moral ist „subjektiv“ in dem Sinne, als letztlich die verletzte Person selbst bestimmt, unter welchen Bedingungen sie sich für verletzt erachtet. Das schließ nicht aus, ... <a title="Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-moral-besitzt-eine-emotionale-sprengkraft.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Moral besitzt eine emotionale Sprengkraft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die emotionale Sprengkraft der Moral entlädt sich deshalb so leicht, weil sie bloß, wenn man es juristisch ausdrücken wollte, über eine „dezentrale“ Form der Durchsetzung verfügt. Alexander Somek erläutert: „Die Moral ist „subjektiv“ in dem Sinne, als letztlich die verletzte Person selbst bestimmt, unter welchen Bedingungen sie sich für verletzt erachtet. Das schließ nicht aus, dass die von „wohlmeinenden“ anderen dazu angestachelt wird.“ Wenn man solcherart zum Adressaten moralischer Vorwürfe wird und diese für unbegründet oder unsinnig hält, ist es am klügsten, den Kontakt mit der urteilenden Person abzubrechen. Schwieriger ist es dann, wenn man eine Beziehung weiterführen will oder muss. Alexander Somek ist seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. <span id="more-6033"></span></p>
<p><strong>Bei der Gegenverletzung muss übertrieben werden</strong></p>
<p>Wenn man gutmütig veranlagt ist, mag man in einem solchen Fall sogar bereit sein, etwas auf sich zu nehmen – selbst dann, wenn man unschuldig ist. Alexander Somek weiß: „Das moralische Urteil wird entweder von den Verletzten oder von mitfühlenden Dritten ausgesprochen. Es ist ein performativer Akt, der selbst moralisch richtig oder falsch sein kann.“ Wenn die betroffene Person über ein Urteil Unmut verspürt, wird sie geneigt sein, sich über das Verdikt zu rächen.</p>
<p>Denn die Moral ist ja so beschaffen, dass jeder die Sühne seiner moralischen Kränkung selbst in die Hand nehmen muss. Alexander Somek stellt fest: „Aufgrund des Prinzips der Selbsthilfe kann die Rache nur dann angemessen sein, wenn sie gleichzeitig unangemessen ist. Wer sich rächt, ist zwar um Ausgleich bemüht, aber der Ausgleich vermag nur zu gelingen, wenn er unausgeglichen und unausgewogen ist.“ Bei der Gegenverletzung muss übertrieben werden.</p>
<p><strong>Es gibt einen Kreislauf der Rache</strong></p>
<p>Denn nur durch die Unverhältnismäßigkeit eines Racheakts kann der ursprünglich verletzenden Partei vorgeführt werden, wie beleidigend eine ursprüngliche Kränkung war. Alexander Somek nennt ein Beispiel: „Unvermutet wird einem Geld gestohlen. Die Wegnahme derselben Summe vom Täter würde nicht die Gegenseitigkeit wiederherstellen, denn der finanzielle Ausgleich ist ja das Mindeste, was der Geschädigt erwarten darf.“ Die im überraschenden Angriff liegende Beleidigung würde damit aber nicht kompensiert.</p>
<p>Etwas Unerwartetes muss also hinzukommen. Aus heiterem Himmel muss eine erneute Verletzung stattfinden. Alexander Somek erklärt: „Deswegen gibt es den Kreislauf der Rache. Und natürlich will, wer sich rächt, dem Anderen einen Denkzettel verpassen und andeuten, was noch folgen könnte, wenn es weiterginge.“ Die Moral, die jeder selbst in die Hand nimmt, besteht aus einer Verkettung von moralischen Verletzungen, deren Glieder mit der Zeit immer größer werden. Das fanatische moralische Urteil geht dabei in Heuchelei über. Quelle: „Moral als Bosheit“ von Alexander Somek</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>„Auge um Auge – Zahn um Zahn“</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-das-talionsprinzip.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2025 02:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Talionsprinzip oder „ius talionis“, kurz auch „Talion“ genannt, ist ein Rechtsgrundsatz, nach welchem zwischen dem vom Opfer erlittenen Schaden und jenem, der dem Täter als Strafe zugefügt wird, ein Gleichgewicht hergestellt werden soll, ganz nach dem alttestamentarischen Motto „Auge um Auge – Zahn um Zahn“. Reinhard Haller weiß: „Der Grundsatz des Eintreibens eines gleichartigen ... <a title="„Auge um Auge – Zahn um Zahn“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-das-talionsprinzip.html" aria-label="Mehr Informationen über „Auge um Auge – Zahn um Zahn“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Talionsprinzip oder „ius talionis“, kurz auch „Talion“ genannt, ist ein Rechtsgrundsatz, nach welchem zwischen dem vom Opfer erlittenen Schaden und jenem, der dem Täter als Strafe zugefügt wird, ein Gleichgewicht hergestellt werden soll, ganz nach dem alttestamentarischen Motto „Auge um Auge – Zahn um Zahn“. Reinhard Haller weiß: „Der Grundsatz des Eintreibens eines gleichartigen Ausgleichs lässt sich geschichtlich weit zurückverfolgen.“ Als erster Beleg gelten die Worte in der Sammlung von Rechtssätzen des sumerischen Königs Ur-Nammu (2112 – 2095 v. Chr.): „Wenn ein Mann einen Mord begangen hat, soll besagter Mann getötet werden.“ Es geht also um Vergeltung im Sinne eines Ausgleichs, ganz nach dem Prinzip „wie du mir – so ich dir“. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5876"></span></p>
<p><strong>Das Prinzip der identischen Vergeltung zieht sich durch die Geschichte</strong></p>
<p>Das sogenannte „Auge um Auge“ findet sich in der zwischen 1000 bis 500 v. Chr. entstandenen Tora, im 2. Buch Mose: „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“ Das Prinzip der identischen Vergeltung zieht sich durch die Geschichte und findet sich zum Beispiel im römischen Tafelgesetz (451 v. Chr.). Reinhard Haller erklärt: „Das Talionsprinzip kommt nur bei Konflikten zwischen Menschen zur Anwendung, nicht bei kultischen Vergehen, da dort die Rache den göttlichen Instanzen überlassen wird.“</p>
<p>Auch muss es sich immer um vorsätzliche Taten handeln, während Fahrlässigkeit mit Sachleistungen gesühnt werden können. So heißt es schon im Codex Hammurapi, einer babylonischen Sammlung von Rechtsprüchen aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. : „Wenn ein Bürger die Tochter eines Bürgers schlägt und dabei eine Fehlgeburt verursacht, so soll er zehn Schequel Silber für die Leibesfrucht zahlen.“ Reinhard Haller blickt zurück: „In früheren Kulturen konnte sich die scheinbar ausgleichende Rache auch auf die Sippe beziehen.“</p>
<p><strong>Das Talionsprinzip gilt heute als verpönt</strong></p>
<p>Dem trat die wahrscheinlich im 5. Jahrhundert v. Chr. verfasste Tora entgegen, um jegliche Fortsetzung und Ausdehnung der Rache zu unterbinden: „Es sollen nicht Väter für die Söhne und nicht Söhne für die Väter getötet werden“ oder „Jeder soll nur für seine eigene Verfehlung getötet werden.“ Jesus stellt in der Bergpredigt gleichsam eine Antithese zum ius Talionis: „Wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dann biete auch die andere dar … .“</p>
<p>Damit eröffnet er eine Rache-Alternative, nämlich die Möglichkeit des Vergebens. Reinhard Haller erläutert: „Zwar wurde das Talionsprinzip in den meisten Gesellschaften abgeschafft und gilt heute als verpönt. Viele Rechts- und Kulturforscher vertreten allerdings die Meinung, hinter dem Talionsprinzip stehe die Absicht, überschießende Racheakte zu verhindern und die früher weitverbreitete Blutrache einzudämmen.“ Durch das Prinzip der gleichzeitigen Vergebung sollt die überdimensionale Rache unterbunden werden. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2024 02:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und ... <a title="Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erlebte-ungerechtigkeit-fuehrt-immer-zu-spannungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Erlebte Ungerechtigkeit führt zu Spannungen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Gerechtigkeit wird in den meisten Kulturen als Leittugend schlechthin gesehen und das Streben nach Gerechtigkeit als zentraler Aspekt des sozialen Zusammenlebens und des Menschseins überhaupt interpretiert.“ Erlebte Ungerechtigkeit führt immer zu Spannungen. Individuell können psychische Probleme wie Grübeleien, Depressivität, sozialer Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, aber auch Selbstzweifel, Zwangsgedanken und Missbrauch von Alkohol und Medikamenten, eingesetzt zur inneren Stabilisierung und Dämpfung der Aggressionsimpulse, die Folgen sein. Sieht ein Mensch sein Gerechtigkeitsgefühl verletzt, kämpft er mit vielen Mitteln dagegen an und fühlt sich dazu berechtigt, sich zu wehren, besonders durch Vergeltung und Rache. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5763"></span></p>
<p><strong>Rächer wollen ihre moralische Integrität bewahren</strong></p>
<p>Als ungerecht wird eine Situation erlebt, in der eine Person ihre Ansprüche als zurückgewiesen empfindet, die Verantwortung dafür jedoch einer anderen Person zuschieben kann. Reinhard Haller erklärt: „Modellhaft wurde ungerechtes Verhalten in folgenden Gruppen zusammengefasst: Enttäuschung, fehlende Loyalität, Betrügen/Stehlen, unfreundliche und aggressive Behandlung, egoistisches Verhalten, Ausübung elterlicher Autorität, Willkür von Autoritätspersonen sowie parteiische Güterverteilung.“ Die Rache trifft dann nicht selten Akteure des Justizsystems, also Richter, Staats- und Rechtsanwälte oder Sachverständige.</p>
<p>Entscheidend ist, aus welcher Rolle ein ungerechtes Vorkommnis wahrgenommen wird: Aus jener des Opfers, jener des Täters oder jener des Beobachters. Reinhard Haller ergänzt: „Ist eine Person als Opfer involviert, fühlt sie sich im Selbstbild angegriffen und versucht, den Selbstwert zu schützen oder wiederherzustellen, letzteres durch Rachehandlungen.“ Als Rächer werden Personen ihr Verhalten begründen und als gerecht darstellen, wodurch sie ihre moralische Integrität bewahren wollen. Die Reaktion der Beobachter hängt von deren Beziehung zu den Opfern und von ihrem eigenen Gerechtigkeitssinn ab.</p>
<p><strong>Rückzug der Angriff sind die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten</strong></p>
<p>Als Faustregel kann gelten, dass die Bereitschaft zur Rache mit der Höhe des Gerechtigkeitsbedürfnisses korreliert und sich gegenüber dem Selbstwert reziprok verhält, das heißt, je niedriger der Selbstwert und je höher das Gerechtigkeitsbedürfnis, desto stärker das Verlangen nach Rache. Reinhard Haller fügt hinzu: „Oder anders gesagt: Je empfindlicher ein Mensch auf Ungerechtigkeit reagiert, je sensibler sein Gerechtigkeitsgefühl ausgeprägt ist, desto mehr steigt die Motivation für Rachehandlungen.“</p>
<p>Die Reaktionen auf Ungerechtigkeiten lassen sich in zwei große Klassen unterteilen, nämlich in Rückzug und Angriff. Reinhard Haller erläutert: „Das Rückzugsverhalten dient dem Schutz, soll Rachehandlungen provozierendes Verhalten vermeiden, hat aber Selbstabwertung, Depressivität und Ohnmachtsgefühle zur Folge.“ Wird die Rache von einem strengen Gewissen nicht zugelassen, geraten die Betroffenen in Einsamkeit und Verbitterung, die inakzeptable Rache wird gleichsam in chronisches Gekränktsein umgewandelt. Beim Angriffsverhalten schwinden vorerst Angst und Schuld, ehe die Reaktionen vom Gutartigen ins Bösartige umschlagen, vor allem in der Rache. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gerechtigkeit zählt zu den wichtigsten Werten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
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					<description><![CDATA[Die wahrscheinlich wichtigste Wurzel von Rachegefühlen und -gedanken liegt in der Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls. Dieses ist tief in der menschlichen Psyche verankert und eine wesentliche Voraussetzung für ein positives Selbstbild. Reinhard Haller erklärt: „So gehört Gerechtigkeitsempfinden zu den heikelsten psychischen Funktionen, und Gerechtigkeit gehört zu den wichtigsten menschlichen Werten.“ Sie gilt in den meisten Religionen ... <a title="Gerechtigkeit zählt zu den wichtigsten Werten" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerechtigkeit-gehoert-zu-den-wichtigsten-werten.html" aria-label="Mehr Informationen über Gerechtigkeit zählt zu den wichtigsten Werten">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die wahrscheinlich wichtigste Wurzel von Rachegefühlen und -gedanken liegt in der Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls. Dieses ist tief in der menschlichen Psyche verankert und eine wesentliche Voraussetzung für ein positives Selbstbild. Reinhard Haller erklärt: „So gehört Gerechtigkeitsempfinden zu den heikelsten psychischen Funktionen, und Gerechtigkeit gehört zu den wichtigsten menschlichen Werten.“ Sie gilt in den meisten Religionen als göttliche Eigenschaft und wird als Grundlage jedes funktionierenden Staatensystems gesehen. Platon bezeichnete sich als wichtigste aller Tugenden, da sie die drei übrigen Kardinaltugenden – Tapferkeit, Besonnenheit, Weisheit – in sich vereine und sogar Voraussetzung für ein glückliches Leben jedes Einzelnen und aller Gemeinschaften sei. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5652"></span></p>
<p><strong>Größtmögliche Gerechtigkeit ist nur in der Demokratie erreichbar</strong></p>
<p>Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) bezeichnete Gerechtigkeit als „Tugend in vollkommener Ausprägung“ und „oberster unter den Vorzügen des Charakters“. Reinhard Haller ergänzt: „In der als Leitfaden für ein gutes Leben konzipierten Nikomachischen Ethik beschreibt er Gerechtigkeit als etwas Menschliches, welches sich auf das individuelle und gemeinschaftliche Leben beziehe. Er unterscheidet zwischen Verteilungsgerechtigkeit und jener der Wiedergutmachung und Kompensation dienenden Tauschgerechtigkeit beziehungsweise ausgleichender Gerechtigkeit.“ </p>
<p>Größtmögliche Gerechtigkeit sei aber nur in der besten Staatsform erreichbar, in der gleiche und freie Bürger sich abwechselnd regieren lassen und regieren, also in der Demokratie. Reinhard Haller stellt fest: „Gerechtigkeit kommt im aristotelischen Verständnis somit der Weisheit sehr nahe.“ Nach dem römischen Kaiser Justinian (482 – 565 n. Chr.) basiert gerechtes Handeln auf drei Säulen: Ehrenhaft leben, niemandem unrecht tun und jedem das Seine gewähren. Werden diese Prinzipien eingehalten, könnte die gesamte Menschheit zu einer „Gerechtigkeitsgemeinschaft“ werden, wie dies der deutsche Philosoph Otfried Höffe ausdrückt.</p>
<p><strong>Gerechtigkeit kann nicht mit dem Recht gleichgesetzt werden</strong></p>
<p>Wissenschaftlich wird Gerechtigkeit definiert als „Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt“. Reinhard Haller erläutert: „Gerechtigkeit, die nicht mit Recht gleichgesetzt werden kann, ist in vielen Grundgesetzen verankert und dient als übergeordnetes Leitprinzip staatlichen Handelns.“ Meist werden die Begriffe „Gerechtigkeit“ und „Fairness“ gleichsinnig verwendet, wobei Gerechtigkeit eher an die Obrigkeit gebunden ist, während der Fairness-Begriff mehr den alltäglichen Umgang meint, sei es im Handel, bei Diskussionen oder im Sport.</p>
<p>In der griechischen Mythologie, der Fundgrube für tiefenpsychologisches Gedankengut schlechthin, gibt es eine eigene Rachegottheit, die bezeichnenderweise als Göttin des gerechten Zorns und der ausgleichenden Gerechtigkeit verehrt wird. Reinhard Haller fügt hinzu: „Nemesis ist die Tochter der Nyx, der personifizierten Nacht, vor der sich selbst der Gottvater Zeus fürchtete, und des in der Unterwelt angesiedelten Erebos, des Gottes der Finsternis.“ Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Genugtuung hat mit Rehabilitierung zu tun</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/genugtuung-hat-mit-rehabilitierung-zu-tun.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jul 2024 01:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Genugtuung]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
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					<description><![CDATA[„Sie müssen mir volle Genugtuung leisten“, lautet eine mehr oder weniger unverblümte Rachedrohung. Reinhard Haller erläutert: „Diese spricht weniger den Wunsch nach Strafe und Wiederherstellung der Gerechtigkeit an, als vielmehr den Lustaspekt und gleichzeitig die letzte gemeinsame Strecke: Das Erlangen von Genugtuung.“ Genugtuung hat mit Rehabilitierung, Wiederherstellung des eigenen Rufes, Eigenstärkung und Befriedigung zu tun, ... <a title="Genugtuung hat mit Rehabilitierung zu tun" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/genugtuung-hat-mit-rehabilitierung-zu-tun.html" aria-label="Mehr Informationen über Genugtuung hat mit Rehabilitierung zu tun">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Sie müssen mir volle Genugtuung leisten“, lautet eine mehr oder weniger unverblümte Rachedrohung. Reinhard Haller erläutert: „Diese spricht weniger den Wunsch nach Strafe und Wiederherstellung der Gerechtigkeit an, als vielmehr den Lustaspekt und gleichzeitig die letzte gemeinsame Strecke: Das Erlangen von Genugtuung.“ Genugtuung hat mit Rehabilitierung, Wiederherstellung des eigenen Rufes, Eigenstärkung und Befriedigung zu tun, weniger mit gestilltem Aggressionstriebe und Machtbedürfnissen. Fast alle Menschen wissen aus eigener Erfahrung, dass Rache zumindest im Augenblick guttut, vor allem, wenn sie das eigene Gerechtigkeitsgefühl befriedigt und den ramponierten Selbstwert stärkt. Allerdings kommt sofort die Frage auf, ob dieses als positiv erlebtes Gefühl von Dauer ist, ob die eigene Welt durch die Rache wieder kontrollierbarer ist und ob das Selbstwertgefühl anhaltend gehoben werden konnte. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5535"></span></p>
<p><strong>Das Wohlgefühl bei der Rache resultiert aus dem Leid anderer</strong></p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Die Fragen, ob das eigene Racheverhalten nicht primitiv und unangebracht war, ob es wirklich keine andere Konfliktlösung als eine Racheaktion gegeben hätte und ob jetzt tatsächlich der Gerechtigkeit Genüge getan sei, lässt einen Rächer mit normaler emotionaler Ausstattung jedenfalls nie richtig los.“ Denn eigenes Wohlgefühl resultiert in einem solchen Fall aus dem Leid anderer. Die Zufriedenheit nicht ein wie bei der Vergebung aus eigener Leistung, sondern geht auf Kosten Dritter.</p>
<p>Dadurch bekommt das Gefühl der Genugtuung einen bitteren Beigeschmack. Reinhard Haller erklärt: „Der Glaube an eine gerechte Gesellschaft beruht auf der Vorstellung des Lebens in einer Welt, in der jeder das bekommt, was er verdient – sowohl im Positiven als auch im Negativen.“ Da diese Einstellung nicht nur für das Aufrechterhalten einer stabilen und harmonischen Weltordnung verantwortlich ist, sondern auch für die Tendenz zur Schuldzuweisung an jene, die für die Verunsicherung verantwortlich gemacht werden, bildet sie eine Wurzel der Rache.</p>
<p><strong>Gerechtigkeitsempfinden gehört zu den heikelsten psychischen Funktionen</strong></p>
<p>Wenn der Glaube an eine gerechte Welt ausschließlich mit Wohlbefinden, Lebenszufriedenheit und rascher Bewältigung emotionaler Stressfaktoren verbunden ist, erklärt das am besten den der Rache innewohnenden Wunsch nach Genugtuung. Reinhard Haller vermutet: „Die wahrscheinlich wichtigste Wurzel von Rachegefühlen und -gedanken liegt in der Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls.“ Diese ist tief in der menschlichen Psyche verankert und eine wesentliche Voraussetzung für ein positives Selbstbild.</p>
<p>So gehört Gerechtigkeitsempfinden zu den heikelsten psychischen Funktionen, und Gerechtigkeit gehört zu den wichtigsten menschlichen Werten. Reinhard Haller fügt hinzu: „Sie gilt in den meisten Religionen als göttliche Eigenschaft und wird als Grundlage jedes funktionierenden Staatssystem gesehen.“ Platon bezeichnete sie als wichtigste aller Tugenden, da sie die drei übrigen Kardinaltugenden – Tapferkeit, Besonnenheit, Weisheit – in sich vereine und sogar Vorrausetzung für ein glückliches Leben jedes Einzelnen und aller Gemeinschaften sei. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jun 2024 01:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Ressentiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Ressentiment handelt es sich oft um eine Nicht-Reaktion, um den Verzicht auf eine Reaktion. Man muss die Zeit „ausgesetzt“ haben, um besser und dauerhafter hassen zu können. Cynthia Fleury fügt hinzu: „Man muss sich diese ganz besondere Form von Hoffnung, die die Rache darstellt, zu eigen machen, auch hier eine verdorbene Hoffnung, deren belebende ... <a title="Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/cynthia-fleury-traegheit-des-ressentiments.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Rache ist eine besondere Form der Hoffnung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Ressentiment handelt es sich oft um eine Nicht-Reaktion, um den Verzicht auf eine Reaktion. Man muss die Zeit „ausgesetzt“ haben, um besser und dauerhafter hassen zu können. Cynthia Fleury fügt hinzu: „Man muss sich diese ganz besondere Form von Hoffnung, die die Rache darstellt, zu eigen machen, auch hier eine verdorbene Hoffnung, deren belebende Kraft jedoch sehr heftig werden kann.“ Letztlich ist das Ressentiment nicht einfach eine Re-Aktion, sondern offenbart das wiederholte Durch- und Nachleben. Es ist nicht leicht, zwischen einer Definition des Ressentiments zu wählen, die es auf die Seite des „Unvermögens zu“ stellt, und einer anderen, die schließlich einräumt, dass es eine Entscheidung für das „Unvermögen zu“ gibt. Die Philosophin und Psychoanalytikerin Cynthia Fleury ist unter anderem Professorin für Geisteswissenschaften und Gesundheit am Conservatoire National des Arts et Métiers in Paris. <span id="more-5503"></span></p>
<p><strong>Die Rache ist ebenso schrecklich wie kontaminierend</strong></p>
<p>Das ist hier zweifellos eine Frage des Grades und der vom Ressentiment geschaffenen mehr oder weniger akzeptierten Beeinträchtigung. Cynthia Fleury erklärt: „Man kann in der Falle des Ressentiments gefangen sein, aber versuchen, sich daraus zu befreien, sich weigern, dem auf den Leim zu gehen, was es heraufbeschwört.“ Man kann sich auf der Schneide der Rache befinden, wiederholt durch- und nachleben, aber immer noch genug auf der Schneide, um ihr nicht völlig zu verfallen, ihr damit völlig verfallen zu wollen. </p>
<p>Cynthia Fleury weiß: „Und dann ist die Rache kein Ressentiment; sie ist ebenso schrecklich wie kontaminierend, bleibt jedoch adressiert, bestimmt, insofern sie möglicherweise gestillt werden kann.“ Max Scheler glaubt: „Die gelungene Rache hebt das Rachegefühl auf.“ Cynthia Fleury ist sich dessen nicht so sicher. Weiß die Rache doch, sich zu bewegen und findet ein neues Objekt. Es ist alles andere als einfach, diese Form einer tödlichen Dynamik, diese verdorbene Energie loszuwerden.</p>
<p><strong>Das Ressentiment verbittert die Persönlichkeit </strong></p>
<p>Doch mit dem Ressentiment ist das nicht so. Sein Gegenstand scheint die Verhinderung jeglicher moralischer Überwindung zu sein; sein Ziel sich selbst dem Scheitern zu verschreiben. Cynthia Fleury stellt fest: „Bei einigen hartnäckigen Psychosen kann man sehr gut sehen, wie der Patient seine ganze Energie darauf verwendet, eine Lösung zu verhindern, den Arzt oder die Medizin versagen zu lassen und nichts als den Nicht-Ausweg zu produzieren.“</p>
<p>Es wird keine Überwindung akzeptiert: Zweifellos würde ihre Akzeptanz einen neuen Durchbruch produzieren, den man nicht auf sich nehmen will. Cynthia Fleury erläutert: „Dann ist die Dysfunktionalität als Funktionsweise vorzuziehen. Die einzige Fähigkeit des Ressentiments, in der es brilliert, ist: zu verbittern, die Persönlichkeit zu verbittern, den Blick auf die Welt zu verbittern.“ Das Ressentiment verhindert die Öffnung, es verschließt, es schließt aus, kein Ausweg ist möglich. Quelle: „Hier liegt die Bitterkeit begraben“ von Cynthia Fleury</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Rache ist keine Krankheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 May 2024 01:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fanatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Querulant]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine ... <a title="Rache ist keine Krankheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-krankhafte-rachegefuehle.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache ist keine Krankheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal setzen Menschen Krankheiten und Krankheitssymptome unbewusst zur Rache ein. Reinhard Haller erklärt: „Mit den Symptomen psychischer Leiden lässt sich nicht nur Macht ausüben, sondern sie können auch als Rachewerkzeuge eigesetzt werden.“ Dies sieht man etwa bei magersüchtigen Patienten, die instinktiv spüren, wie sehr allein die Essensverweigerung die Angehörigen belastet und wie viel Sorge eine neuerliche Gewichtsabnahme für die liebenden Mitmenschen bringen kann. Ähnliche Abläufe sieht man bei abstinenten Suchtpatienten, die sich an Eltern oder Partnern für Lieblosigkeiten oder Benachteiligungen rächen und diesen für sich selbst als verständliche Vergeltung rechtfertigen. Weil Rache jedoch keine Krankheit ist, können Rachemotive niemals Krankheitsauslöser sein. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5435"></span></p>
<p><strong>Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“</strong></p>
<p>Allerdings nehmen Rachemotive manchmal einen pathologischen Charakter an und entwickeln sich zu Symptomen einer schweren psychischen Störung. Reinhard Haller nennt ein Bespiel: „Bei Gewalttaten Wahnkranker lassen sich manchmal Motive finden, die eindeutig aus dem wahnhaften Erleben, Empfinden und Interpretieren des Betroffenen resultieren. Wenn ein solcher Patient unter akustischen Halluzinationen leidet und hinter dem ihn Tag und Nacht belästigenden Lärm die Nachbarn vermutet, kann es sein, dass er sich an diesen auf aggressive Weise rächt.“ </p>
<p>Zu den krankhaften Motiven sind laut Reinhard Haller auch Fanatismus und Querulanz zu zählen: „Gerade bei schweren Gewalttaten entwickelt sich Rache oft aus fanatischen Ideen und querulativen Einstellungen.“ Besonders gefährlich sind die sogenannten „Kampffanatiker“, die ihre fixe Überzeugung mit rücksichtslosem und aggressivem Einsatz vertreten und sich an allen rächen, die sich gegen ihre Ideen stellen. Heute sind derart rachebegünstigende Störungen bei politischen Extremisten und Terroristen sowie den sogenannten „Identitären“ zu finden. </p>
<p><strong>Querulanten sind Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie</strong></p>
<p>Die Rachebedürfnisse die mit den fanatischen Persönlichkeitsstörungen eng verwandten Querulanten resultieren nicht nur aus überwertigen Ideen, sondern aus einem narzisstischen Gerechtigkeitsgefühl. Querulanten, die treffend als „Grenzgänger zwischen Recht und Psychiatrie“ beschrieben werden, sind unfähig zu Toleranz und Selbstreflexion. Reinhard Haller erläutert: „Den Rechts-, Karriere-, Ehe- und Kollektivquerulanten geht es weniger um persönliches Unrecht als ums Prinzip.“</p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Das ganze Leben dieser als pedantisch, humorlos und aggressiv beschriebenen Menschen dreht sich um angebliche Ungerechtigkeiten. All jene, die dafür verantwortlich gemacht werden, müssen die Reaktion dieses zahlenmäßig sehr kleinen, aber recht gefährlichen Menschenschlags fürchten: die Rache.“ Die extreme Stärke mancher Rachemotivation ist wohl am besten mit der bemerkenswerten Parallelität zur Sucht zu erklären. Auch dort geht der als angenehm empfundene berauschende Zustand bald in den durch Missbefindlichkeiten geprägten Entzug über. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 02:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Vergeltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken ... <a title="Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/rache-verlangt-nach-gerechtigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache soll der Gerechtigkeit Genüge tun">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller betont: „Von den pathologischen und bösen Motiven sind die das alltägliche Miteinander bestimmenden normalpsychologischen, durchgehenden Rachemotiven zu unterscheiden.“ Also alle jene, die bei jeder Vergeltungsaktion wirksam sind, zumindest im Hintergrund. Bei jeder Rache, egal, ob sie aus Neid, Hass oder Gekränktheit resultiert, sind die wesentlichen Motivationsfaktoren im Wiederherstellungsversuch des Selbstvertrauens sowie im Ausgleichsgedanken zu finden. Rache ist vielmehr ein primitiver Trieb denn ein humanes Bedürfnis – sie ist verbunden mit dem Verlangen nach Selbstwertstärkung und nach Gerechtigkeit. Daneben sind der Wunsch nach Bestrafung des Schädigers – dieser muss büßen und soll Sühne leisten – sowie das Ziel nach eigenem Schutz durch Abschreckung von Bedeutung. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5290"></span></p>
<p><strong>Rache ist mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden</strong></p>
<p>Während eines dieser großen Motive einmal mehr und einmal weniger dominiert, sind Rachehandlungen in jeglicher Form stets mit emotionalen Begleitreaktionen verbunden. Reinhard Haller erklärt: „Im Sinne der Gefühlsregulierung soll durch den Rachevollzug negative Befindlichkeit beseitigt und ein positiver Gemütszustand erreicht werden.“ Die belastenden Gefühle bestehe aus Gekränktheit, Irritationen, Ärger, Trauer, Angst, Wut, Grübelei, Schlafstörungen, Resignation und Verbitterung, permanente Gespanntheit und Aggressivität.</p>
<p>Entscheidende emotionale Motive liegen aber nicht nur im Spannungsabbau, sondern im Erreichen eines als offensichtlich sehr angenehm erlebten Gefühls, jenes der Genugtuung. Rachemotive lassen sich laut Reinhard Haller wie folgt zusammenfassen: Erstens soll Rache Ausgleich schaffen und der Gerechtigkeit Genüge tun. Zweitens soll Rache das angeschlagene Selbstwertgefühl wieder herstellen. Drittens soll Rache Schutz geben und die eigene Sicherheit gewährleisten. Viertens soll Rache den Schädiger bestrafen. Fünftens soll Rache von Irritations-, Spannungs- und Kränkungsgefühlen befreien. Sechstens soll Rache Genugtuung bringen.</p>
<p><strong>Die Rachemotive liegen nicht selten im Unbewussten</strong></p>
<p>Allerdings kann nur eine genaue Analyse von Gerechtigkeitsempfinden, Selbstwert-Problematik und Strafbedürfnis das Wesen der Rache noch besser erfassen. Reinhard Haller weiß: „Meist sind die Rachemotive bewusst, nicht selten liegen sie im Unbewussten. Oft werden sie verdrängt, sodass die Rachehandlungen aus den verschatteten Anteilen der Seele, aus den nicht erkennbaren Teilen der Tiefenpsychologie resultieren.“ Nach psychoanalytischem Verständnis will man sich mit Racheaktionen für Lieblosigkeiten, Kränkungen und Traumatisierungen in der frühen Kindheit entschädigen.</p>
<p>Dabei handelt es sich um ein erlittenes Unrecht in einer Zeit, an die man sich gar nicht mehr erinnern kann. Reinhard Haller erläutert: „So findet man die Ursache für schwere Leidenszustände wie psychosomatischen Störungen oder Angsterkrankungen in verdrängten Rachebedürfnissen. Manifeste Racheabsichten werden also vom strengen Gewissen gar nicht zugelassen und konkrete Rachepläne von vorherein ins Unbewusste verdrängt.“ Manches Mal ist Rache auch unbewusst ein stellvertretender Wiedergutmachungsversuch für Niederlagen, die gar nicht der Rächer selbst, sondern ihm nahestehende Personen erlitten haben. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Rache ist ein äußerst vielfältiges Gefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2024 02:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Motive]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Rache ist ein ungemein vielfältiges, nicht völlig durchschaubares und nur in Teilbereichen zu begreifendes Gefühl. Dies trifft auch auf die ihr zugrunde liegenden Ursachen und Motive zu. Reinhard Haller erläutert: „Diese sind oft ganz klar zu erkennen. Manchmal bleiben sie zweifelhaft, manchmal diffus. Nicht selten enthalten sie neben vordergründigen auch verdrängte Komponenten.“ Zu unterscheiden ... <a title="Die Rache ist ein äußerst vielfältiges Gefühl" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ursachen-und-motive-der-rache.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Rache ist ein äußerst vielfältiges Gefühl">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rache ist ein ungemein vielfältiges, nicht völlig durchschaubares und nur in Teilbereichen zu begreifendes Gefühl. Dies trifft auch auf die ihr zugrunde liegenden Ursachen und Motive zu. Reinhard Haller erläutert: „Diese sind oft ganz klar zu erkennen. Manchmal bleiben sie zweifelhaft, manchmal diffus. Nicht selten enthalten sie neben vordergründigen auch verdrängte Komponenten.“ Zu unterscheiden sind – auch bei der Rache – die Motive von den Ursachen, welche die sichtbaren äußeren Faktoren erfassen. Im Gegensatz dazu betrifft die Motivation die innere Seite, also das, was die rächende Person psychisch antreibt und zur Rache verlockt. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5156"></span></p>
<p><strong>Bei der Rache muss man bewusste von unbewussten Motiven unterscheiden</strong></p>
<p>Mit „Motiv“, auch als „Beweggrund“ oder „Triebfeder“ bezeichnet, ist eine psychische Einstellung gemeint, mit der Wert und Wichtigkeit von Handlungszielen für eine Person beschrieben werden. Reinhard Haller erklärt: „Sie beinhaltet jene Überlegungen und Impulse, durch die sich ein Individuum oder eine Gruppe bewogen fühlt, etwas Bestimmtes zu tun. Wichtig, auch in therapeutischer Hinsicht, ist die Abgrenzung von bewussten und unbewussten Motiven.“ </p>
<p>Rache kann aus nichtigem Anlass genauso erfolgen wie aus schweren Traumatisierungen, aus Lieblosigkeiten und mangelnder Anerkennung ebenso wie aus Verachtung, Entwertung oder Gefühlen der Benachteiligung und Kränkung. Die Motive reichen von verständlichen und nachvollziehbaren bis zu krankhaften und bösartigen, von bewussten zu unbewussten und von „edlen“ zu den „niederen“. Wie bei jeglicher Motivation kann diese auch bei der Rache gut oder schlecht, hoch oder niedrig, steigend oder schwindend, konstant oder flüchtig, nachvollziehbar oder unverständlich, moralisch gerechtfertigt oder verpönt sein. </p>
<p><strong>Die Ursache einer Rachehandlung sind sehr schwer zu analysieren</strong></p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Jedem bekannt sind Motive wie partnerschaftliche Untreue und Eifersucht, Enttäuschung und Bruch des Vertrauens, Verleumdung und Verrat, Betrug und Übervorteilung.“ Unter den krankhaften Motiven sind Kränkung, Eifersucht, neurotische Reaktionen, Fanatismus und Wahnideen zu nennen. Als wichtigste Vertreter der „bösen“ Triebfeder gelten Eifersucht, Neid und Hass. Viel schwerer als die Motive sind die Ursachen einer Rachehandlung zu analysieren. Diese sind vielfältiger, weniger abgrenzbar, durch oft schwer durchschaubare Interaktionen untereinander verbunden und durch verschiedenste psychische und soziale Umstände bedingt. </p>
<p>Neben der im Vordergrund stehenden, am leichtesten zu erkennenden Ursache, nämlich dem Motiv, sind die Persönlichkeitsstrukturen des Rächers, seine Sozialisation und sein aktueller psychischer Zustand, sein Verhältnis zum Racheopfer sowie die situativen und gesellschaftlichen Umstände zu berücksichtigen. Bedeutend ist sicher die oft verherrlichte, meist aber gefürchtete Persönlichkeitsstruktur des Rächers mit deren Empfindlichkeit und Aggressivität, deren Narzissmus und Gerechtigkeitsempfinden, gleichfalls deren Resistenz und Bewältigungsmöglichkeiten. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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