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	<title>Opfer &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Streitigkeiten durchlaufen meist drei Phasen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2025 01:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Streitigkeiten durchlaufen drei Phasen, die laut dem Konfliktforscher und Psychologen Friedrich Glasl überall auf der Welt zu finden sind. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Zu Beginn geht es um die Klärung von Differenzen und Sachfragen, Argumente werden genannt, eine intensive, vielleicht durchaus leidenschaftlich geführte „Diskussion mit Gefühl“ läuft ab.“ Von Schuld- und Opfergefühlen ist keine ... <a title="Streitigkeiten durchlaufen meist drei Phasen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/streitigkeiten-durchlaufen-meist-drei-phasen.html" aria-label="Mehr Informationen über Streitigkeiten durchlaufen meist drei Phasen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Streitigkeiten durchlaufen drei Phasen, die laut dem Konfliktforscher und Psychologen Friedrich Glasl überall auf der Welt zu finden sind. Helga Kernstock-Redl erklärt: „Zu Beginn geht es um die Klärung von Differenzen und Sachfragen, Argumente werden genannt, eine intensive, vielleicht durchaus leidenschaftlich geführte „Diskussion mit Gefühl“ läuft ab.“ Von Schuld- und Opfergefühlen ist keine Rede, es geht um Fragen wie zum Beispiel: „Wie finden wir eine Lösung? Was ist der beste Kompromiss? Wie kann ich meine Ansicht durchsetzen?“ Falls es nicht gelingt, fallen erste Anschuldigungen, das Thema „Gerechtigkeit“ kommt ins Spiel. In Phase zwei, dem „Gerechtigkeitskampf“ treten die ursprünglichen, vielleicht sachlichen Differenzen oder Ziele Schritt für Schritt in den Hintergrund. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-6256"></span></p>
<p><strong>In Phase zweit dominiert die Eskalation</strong></p>
<p>Schuld- und Opfergefühle übernehmen das Ruder, Ärger liefert den Treibstoff. Jetzt reicht eine konkrete Sachlösung, die in Phase eins diesen Konflikt sofort beendet hätte, nicht mehr aus – eine sicheres Zeiten der Eskalation. Sobald Helga Kernstock-Redl in einem Konflikt den Satz hört: „Aber es geht doch ums Prinzip!“, läuten bei ihr alle Alarmglocken, denn der Verstand und logische Kosten-Nutzen-Überlegungen haben sich vermutlich schon verabschiedet. </p>
<p>Die Beteiligten schaukeln einander vielleicht weiter emotional hoch. Helga Kernstock-Redl weiß: „Nahezu immer wird dabei die eigene Wahlfreiheit geleugnet, und damit Schuldzuweisungen und Schuldgefühle abzuschmettern.“ Das eigene Verhalten wird als „logische Konsequenz“ oder „angemessene Gegenwehr“ deklariert: „Ich konnte doch gar nicht anders. Wenn man so provoziert wird, muss man doch …!“ Dann folgt die Beschuldigung als Gegenschlag: „Aber Sie! Sie hätten doch wirklich ganz einfach …“ Andere Menschen beteiligten sich am Streit, mischen sich ein, wollen schützen oder verfolgen ganz eigene Ziele.</p>
<p><strong>In der allerletzten stürzen sich die Streitenden gemeinsam in den Abgrund</strong></p>
<p>Meist laden beide Seiten dazu ein, sammeln Unterstützungserklärungen, gewinnen Mitstreitende. Beide Seiten handeln gefühlt noch immer ehrenwert, streben sie doch „eigentlich“ nach Gerechtigkeit. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „Irgendwann wird die andere Seite zum ultimativen Bösen erklärt, gegen das man sich mit aller Kraft wehren muss, um das erlittene Unrecht zu sühnen. Racheakte sind längst an die die Stelle von Vorwürfen getreten.“</p>
<p>Die allerletzte Phase nennt Friedrich Glasl treffend „Gemeinsam in den Abgrund“, die die Beteiligten haben sich blindwütig ineinander verbissen. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Irgendwann trifft hoffentlich eine obere Instanz eine Entscheidung, die sich auf ein allgemein anerkanntes Gesetz stützen muss. Oder die Lösung wird von einer mächtigen Autorität oder durch den Zusammenbruch der Kräfte einer Seite erzwungen.“ Nun gibt es möglicherweise offiziell die gewinnende und die verlierende Partei, doch in Wahrheit hat der Konflikt beide Seiten unfassbar viel Lebensqualität in Form von Zeit, Geld und Nerven gekostet. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>„Auge um Auge – Zahn um Zahn“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jan 2025 02:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Talionsprinzip]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Talionsprinzip oder „ius talionis“, kurz auch „Talion“ genannt, ist ein Rechtsgrundsatz, nach welchem zwischen dem vom Opfer erlittenen Schaden und jenem, der dem Täter als Strafe zugefügt wird, ein Gleichgewicht hergestellt werden soll, ganz nach dem alttestamentarischen Motto „Auge um Auge – Zahn um Zahn“. Reinhard Haller weiß: „Der Grundsatz des Eintreibens eines gleichartigen ... <a title="„Auge um Auge – Zahn um Zahn“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-das-talionsprinzip.html" aria-label="Mehr Informationen über „Auge um Auge – Zahn um Zahn“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Talionsprinzip oder „ius talionis“, kurz auch „Talion“ genannt, ist ein Rechtsgrundsatz, nach welchem zwischen dem vom Opfer erlittenen Schaden und jenem, der dem Täter als Strafe zugefügt wird, ein Gleichgewicht hergestellt werden soll, ganz nach dem alttestamentarischen Motto „Auge um Auge – Zahn um Zahn“. Reinhard Haller weiß: „Der Grundsatz des Eintreibens eines gleichartigen Ausgleichs lässt sich geschichtlich weit zurückverfolgen.“ Als erster Beleg gelten die Worte in der Sammlung von Rechtssätzen des sumerischen Königs Ur-Nammu (2112 – 2095 v. Chr.): „Wenn ein Mann einen Mord begangen hat, soll besagter Mann getötet werden.“ Es geht also um Vergeltung im Sinne eines Ausgleichs, ganz nach dem Prinzip „wie du mir – so ich dir“. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-5876"></span></p>
<p><strong>Das Prinzip der identischen Vergeltung zieht sich durch die Geschichte</strong></p>
<p>Das sogenannte „Auge um Auge“ findet sich in der zwischen 1000 bis 500 v. Chr. entstandenen Tora, im 2. Buch Mose: „Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“ Das Prinzip der identischen Vergeltung zieht sich durch die Geschichte und findet sich zum Beispiel im römischen Tafelgesetz (451 v. Chr.). Reinhard Haller erklärt: „Das Talionsprinzip kommt nur bei Konflikten zwischen Menschen zur Anwendung, nicht bei kultischen Vergehen, da dort die Rache den göttlichen Instanzen überlassen wird.“</p>
<p>Auch muss es sich immer um vorsätzliche Taten handeln, während Fahrlässigkeit mit Sachleistungen gesühnt werden können. So heißt es schon im Codex Hammurapi, einer babylonischen Sammlung von Rechtsprüchen aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. : „Wenn ein Bürger die Tochter eines Bürgers schlägt und dabei eine Fehlgeburt verursacht, so soll er zehn Schequel Silber für die Leibesfrucht zahlen.“ Reinhard Haller blickt zurück: „In früheren Kulturen konnte sich die scheinbar ausgleichende Rache auch auf die Sippe beziehen.“</p>
<p><strong>Das Talionsprinzip gilt heute als verpönt</strong></p>
<p>Dem trat die wahrscheinlich im 5. Jahrhundert v. Chr. verfasste Tora entgegen, um jegliche Fortsetzung und Ausdehnung der Rache zu unterbinden: „Es sollen nicht Väter für die Söhne und nicht Söhne für die Väter getötet werden“ oder „Jeder soll nur für seine eigene Verfehlung getötet werden.“ Jesus stellt in der Bergpredigt gleichsam eine Antithese zum ius Talionis: „Wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dann biete auch die andere dar … .“</p>
<p>Damit eröffnet er eine Rache-Alternative, nämlich die Möglichkeit des Vergebens. Reinhard Haller erläutert: „Zwar wurde das Talionsprinzip in den meisten Gesellschaften abgeschafft und gilt heute als verpönt. Viele Rechts- und Kulturforscher vertreten allerdings die Meinung, hinter dem Talionsprinzip stehe die Absicht, überschießende Racheakte zu verhindern und die früher weitverbreitete Blutrache einzudämmen.“ Durch das Prinzip der gleichzeitigen Vergebung sollt die überdimensionale Rache unterbunden werden. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Opfer erhalten soziale Wertschätzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jun 2024 01:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer sich glaubwürdig als Opfer gesellschaftlicher Unterdrückung zu repräsentieren vermag, darf mit besonderer sozialer Wertschätzung rechnen. Alexander Somek erläutert: „Ein Opfer verdient Aufmerksamkeit, Zuwendung und vielleicht sogar Unterstützung. Immerhin gehört es zum Opfersein, gelitten zu haben.“ Einem Opfer gebührt Kompensation oder wenigstens deren spiritueller Ersatz, die „Heilung“. Nicht zuletzt wegen der Leidzuschreibung begegnet man Opfern ... <a title="Opfer erhalten soziale Wertschätzung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/opfer-duerfen-mit-sozialer-wertschaetzung-rechnen.html" aria-label="Mehr Informationen über Opfer erhalten soziale Wertschätzung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich glaubwürdig als Opfer gesellschaftlicher Unterdrückung zu repräsentieren vermag, darf mit besonderer sozialer Wertschätzung rechnen. Alexander Somek erläutert: „Ein Opfer verdient Aufmerksamkeit, Zuwendung und vielleicht sogar Unterstützung. Immerhin gehört es zum Opfersein, gelitten zu haben.“ Einem Opfer gebührt Kompensation oder wenigstens deren spiritueller Ersatz, die „Heilung“. Nicht zuletzt wegen der Leidzuschreibung begegnet man Opfern mit der Vermutung, sie hätten mit Widrigkeiten zu ringen oder mit ihnen einmal zu kämpfen gehabt. Ihre Widerstandskraft mag Bewunderung hervorrufen. Eine Person, die Opfer gewesen ist und es dennoch geschafft hat, als etwas zu gelten, muss wohl Ungewöhnliches geleistet haben. Sie hat „überlebt“. Wenn sie aus der Opfersituation heraus Erfolg und Prestige erntet, dann fällt der Abglanz des Heldentums auf sie. Alexander Somek ist seit 2015 Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. <span id="more-5480"></span></p>
<p><strong>Man kann mehr oder weniger Opfer sein</strong></p>
<p>Der Status des Opferseins erweckt den Eindruck, skalierbar zu sein. Man kann mehr oder weniger Opfer sein. Alexander Somek erklärt: „Das hängt damit zusammen, dass gesellschaftlich unterschiedliche Ursachen für den Opferstatus anerkannt sind.“ So mag man davon ausgehen, dass die nach oben offene Skala des Opferstatus dem Frausein die Zahl „eins“ verleiht, weil die betreffende Person aus einem Grund – aufgrund ihres Geschlechts – Gefahr läuft, im Berufsleben und im privaten Bereich jemandem zum Opfer zu fallen.</p>
<p>Wenn eine Frau wegen ihres Teints auch sozial als „fremdländisch“ gilt, dann erhöht sich ihre Statuszahl auf „zwei“. Die Arithmetik täuscht allerdings. Alexander Somek stellt fest: „Der Opferstatus ist nämlich grundsätzlich ein in sich ungleicher. Die Frauen machen immerhin beinahe die Hälfte der Weltbevölkerung aus, und sie sind Jahrtausende lang diskriminiert worden. Das verleiht ihrem Opfersein eine besondere Gravität, zumal im Verhältnis zu Minderheiten.“ </p>
<p><strong>„Rassendiskriminierung“ ein besonders großes Übel</strong></p>
<p>Zu diesen Minderheiten gehören aber gewiss auch Menschen, die aufgrund ererbter, sichtbarer Merkmale sozial als Angehörige einer „Rasse“ gelten. Alexander Somek fügt hinzu: „Im Vergleich zur Unterdrückung des halben Teils der Menschheit mag sich die Unterdrückung einer Minderheit als geringfügig ausnehmen. Aber dafür ist umgekehrt eine „Rassendiskriminierung“ ein besonders großes Übel.“ Die Sklaverei und die Apartheid gehören zu den schlimmsten Sünden der Menschheitsgeschichte.</p>
<p>Sie lassen sich nicht als weniger schwerwiegend als die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts abtun. Alexander Somek vermutet daher, dass die Faktoren, die Ausschlag über den Opferstatus geben, miteinander unvereinbar sind, weil sie sich nicht wechselseitig ineinander übersetzten oder ausdrücken lassen. Die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist daher nicht schlimmer oder weniger schlimm als die Diskriminierung aufgrund der Rasse. Sie ist aber auch nicht dasselbe. Quelle: „Moral als Bosheit“ von Alexander Somek</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Opfergefühl lässt sich stoppen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Apr 2024 01:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Ähnlich wie Schuld- sind auch die hartnäckigsten Opfergefühle nicht immer vernünftig. Doch es gilt: Auch die unvernünftigen und irrationalen haben gute Gründe und meist das eigentlich ehrenwerte Ziel, das Gefühl von Gerechtigkeit wiederherzustellen. Es gibt Opfergefühle, die Katastrophenfantasien nähren. Helga Kernstock-Redl erklärt: „In diese Kategorie fallen Gefühle wegen Umständen, die nie geschehen sind, auch wenn ... <a title="Das Opfergefühl lässt sich stoppen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-opfergefuehl-laesst-sich-stoppen.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Opfergefühl lässt sich stoppen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ähnlich wie Schuld- sind auch die hartnäckigsten Opfergefühle nicht immer vernünftig. Doch es gilt: Auch die unvernünftigen und irrationalen haben gute Gründe und meist das eigentlich ehrenwerte Ziel, das Gefühl von Gerechtigkeit wiederherzustellen. Es gibt Opfergefühle, die Katastrophenfantasien nähren. Helga Kernstock-Redl erklärt: „In diese Kategorie fallen Gefühle wegen Umständen, die nie geschehen sind, auch wenn es natürlich berechtigt ist sie zu denken.“ Nach dem Motto: „Furchtbares hätte mir da passieren können!“ Doch es war dann nicht und damit sind Opfergefühle nicht angemessen, selbst wenn die inneren Bilder Horrorfantasien liefern. Glücklicherweise ist es möglich, innere Bilder stoppen zu lernen, sie zu verändern oder sich einfach abzulenken. Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5338"></span></p>
<p><strong>Persönliche Gesetze wirken manchmal ziemlich „eigen“</strong></p>
<p>So kann man sich, so oft es eben nötig ist, immer wieder auf den Boden der Realität zurückholen. Helga Kernstock-Redl schränkt ein: „Davon muss man allerdings lebensbedrohliche Situationen ausnehmen, die nachhaltige, psychische Belastungen verursachen.“ Posttraumatische Belastungssymptome nach Drohungen oder Überfällen, wo „eigentlich“ niemand verletzt wurde, gelten mit Recht als Schädigung. Denn solche lebensbedrohlichen Erlebnisse können Menschen aller Altersgruppen im Innersten treffen, verletzen und aus der Bahn werfen.</p>
<p>Häufig begründet man Opfergefühle durch die Missachtung persönlicher Gesetze, die bei näherer Betrachtung ziemlich „eigen“ wirken und die man zur Diskussion stellen muss. Denn sie blenden eine anerkannte Rechtslage aus oder stehen dazu in offenem Widerspruch. Wer zum Beispiel das innere Gesetz hochhält: „Alle müssen immer für mich da sein“, fühlt sich vermutlich permanent als Opfer. Helga Kernstock-Redl weiß: „Manchmal bringen Empathie jene innere Instanz zum Verschwinden, die normalerweise auf ein wenig Distanz zu den Gefühlen achtet und uns eine Realitätsprüfung ermöglicht.“ </p>
<p><strong>Traumatische Erlebnisse verzerren jede spätere Wahrnehmung</strong></p>
<p>Das kann bei empathischen Personen sogar sehr schnell passieren, sobald sie mit jemandem sprechen, der selbst von einem enorm starken Opfergefühl erfüllt ist: „Du Arme. Das ist so ungerecht, was dir passiert ist. Komm, wir zwei lassen uns das nicht bieten.“ Es ist wie bei allen Gefühlen: Je mehr Ähnlichkeit, Nähe, Liebe oder die Übernahme von Verantwortung da ist, umso eher identifiziert man sich mit Betroffenen und „adoptiert“ deren Gefühle, als ob es die eigenen wären.</p>
<p>Prägende Lernerfahrungen sind der zweite Grund, wieso man den Blick aufs große Ganze, auf die tatsächliche Realität verlieren kann. Helga Kernstock-Redl erläutert: „Denn emotional intensive, vielleicht traumatische Erlebnisse beeinflussen, filtern und verzerren jede spätere Wahrnehmung.“ Pessimistische Erwartungen verfestigen sich, innere Gesetze werden aufgestellt und verallgemeinert: „Nie habe ich Gerechtigkeit erfahren. Das wird sich auch nicht ändern.“ Für jeden Gegenbeweis gibt es ein Gegenargument. Letztendlich droht die Verbitterung.“ Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder fühlt sich hin und wieder als Opfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Nov 2023 02:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ohnmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Unrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[So manche psychische Schädigung ist die Folge einer langen Ereigniskette. Tausend einzelne, winzige Aktionen, Entscheidungen oder Zufälle haben zu einem unguten Ergebnis geführt. An jeder kleinen Kreuzung hätte es anders laufen können – ist es aber nicht. Leider. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „An einigen Punkten der Kette waren Menschen beteiligt, die möglicherweise eine echte Teilschuld ... <a title="Jeder fühlt sich hin und wieder als Opfer" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-opfer-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder fühlt sich hin und wieder als Opfer">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So manche psychische Schädigung ist die Folge einer langen Ereigniskette. Tausend einzelne, winzige Aktionen, Entscheidungen oder Zufälle haben zu einem unguten Ergebnis geführt. An jeder kleinen Kreuzung hätte es anders laufen können – ist es aber nicht. Leider. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „An einigen Punkten der Kette waren Menschen beteiligt, die möglicherweise eine echte Teilschuld tragen. Anderes wieder ist ohne jede Wahl passiert, zufällig oder in einer Notlage.“ Ist es ein Vorteil, ein „Opfer“ zu sein? Helga Kernstock-Redl schickt voraus: „Niemand kommt durchs Leben, ohne sich hin und wieder als Opfer von Unrecht, als unschuldig geschädigt zu fühlen. Gut fühlt sich das selbstverständlich niemals an.“ Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5072"></span></p>
<p><strong>Im Internet kann David den Goliath besiegen</strong></p>
<p>Im Gegensatz zur aktivierenden Schuldempfindung wirkt das „Opfergefühl“ tendenziell eher lähmend. Das ist eine höchstbelastende Mischung aus Ungerechtigkeitsempfinden, Ohnmacht, vielleicht mit Angst und Trauer. Manchmal gesellt sich heißer Zorn dazu, der seine Kraft zur Verfügung stellt. Dann ziehen Betroffene in den Kampf um Gerechtigkeit oder Schuldausgleich. Allerdings haben sie meist eine eher schwache Position – sonst hätten sie sich vielleicht bereits vorher gegen das Unrecht wehren können – und brauchen Hilfe. </p>
<p>Helga Kernstock-Redl erläutert: „Dafür muss man natürlich das Opfergefühl veröffentlichen – in der Hoffnung, dadurch tatkräftige Unterstützung, Mitgefühl und Gerechtigkeit zu bekommen.“ Manche, zunächst aussichtslos erscheinende Kämpfe wurden auf diese Art und Weise letztendlich gewonnen. Viele Erfolge in Richtung Menschenrechte begannen zum Beispiel als kleine Strömung gegen vorherrschende Strukturen. Früher musste man dafür Straßenkämpfe ausfechten, immer mit dem Risiko, sich selbst ins Unrecht zu setzen. Heute bietet das Internet andere Wege, wie David den Goliath besiegen kann.</p>
<p><strong>Grundsätzlich ist die Opferposition für viele Menschen beängstigend</strong></p>
<p>Das einzig Gute in der Opferposition: In einer Gesellschaft, in der Gerechtigkeit als hoher Wert gilt, hat ein „anerkanntes“ Opfer Anspruch auf Mitgefühl, Hilfe, Wiedergutmachung, Entschädigung. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Oft gibt es Unterstützung durch das soziale Umfeld oder eine obere Instanz, die eine entsprechende Machtposition hat, wie zum Beispiel das Gericht.“ Rechtmäßige Opfer können und müssen selbst nichts verändern, schließlich „können sie nichts dafür.“ </p>
<p>Das empfinden manche als Vorteil, für andere wieder bedeutet das eine extreme Belastung. Ist es gefährlich, ein Opfer zu sein? Helga Kernstock-Redl antwortet: „Grundsätzlich ist die Opferposition für viele Menschen nicht nur unangenehm, sondern auch beängstigend.“ Wer will schon machtlos und auf die Hilfe anderer angewiesen sein, falls er sich zum Kampf entschließt? Diese Position birgt psychologisch und sachlich einige Gefahren. Denn immerhin veröffentlich man dadurch, dass man schwach war oder immer noch ist – und sich vielleicht auch bei neuen Bedrohungen oder Ungerechtigkeiten nicht wehren kann. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen graben sich ihre Grube selbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2023 02:00:11 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Erwartungen]]></category>
		<category><![CDATA[Narrationen]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Pessimist]]></category>
		<category><![CDATA[Unglück]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder ist seines Glückes Schmied, so heißt es. Aber vor allem kennt man den umgekehrten Fall: Viele Menschen graben sich ihre Grube selbst. Fritz Breithaupt erläutert: „Das heißt nicht nur, dass wir unbeabsichtigt in die Fallen tappen, die wir anderen stellen. Vielmehr vertiefen wir unser Unglück immer wieder, indem wir unsere Weltsicht auf ein solches ... <a title="Viele Menschen graben sich ihre Grube selbst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-graben-sich-ihre-grube-selbst.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen graben sich ihre Grube selbst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder ist seines Glückes Schmied, so heißt es. Aber vor allem kennt man den umgekehrten Fall: Viele Menschen graben sich ihre Grube selbst. Fritz Breithaupt erläutert: „Das heißt nicht nur, dass wir unbeabsichtigt in die Fallen tappen, die wir anderen stellen. Vielmehr vertiefen wir unser Unglück immer wieder, indem wir unsere Weltsicht auf ein solches Unglück ausrichten.“ Wer kennt nicht einen Pessimisten, für den noch die beste Nachricht irgendwie zum Beleg seines Unglücks wird. Man möchte solch einen Pessimisten rütteln und schütteln, doch es würde nichts ändern. Sondern es würde ihm nur wieder bestätigen, dass alle gegen ihn sind, inklusive der Freunde, die ihn schütteln. Es ist offensichtlich nicht leicht, seine Muster zu ändern. Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Germanistik an der Indiana University in Bloomington. <span id="more-4311"></span></p>
<p><strong>Menschen sind immer wieder von ihren Narrationen gefangen</strong></p>
<p>Ebenso wie der Pessimist können auch alle anderen Menschen gefangen sein in ihrer Sicht der Dinge. Dahinter steckt aber nicht nur irgendeine schwammige Weltsicht, sondern vielmehr konkrete Erwartungen, wer man ist, wo man ist und wie man sich seine Zukunft vorstellt. Und das heißt vor allem, alle Menschen sind immer wieder von ihren Narrationen gefangen. Man erwartet bestimmte Dinge und ist in seinen Erwartungen verstrickt, bis sie dann doch eintreten.</p>
<p>Und wenn sie nicht eintreten, wartet man so lange, bis sie dann doch eintreten. Fritz Breithaupt weiß: „Im Prozess des Wartens gestalten wir die tatsächlichen Ereignisse in unserem Geist so um, dass sie unserer Sicht entsprechen.“ In den USA können beispielsweise viele Menschen auch nach sechs skandalträchtigen Jahren nicht anders, als Donald Trump für einen Helden zu halten. Als Professor kennt Fritz Breithaupt viele Kollegen, die an einer Vision aus Teenager-Jahren festhalten.</p>
<p><strong>Manche Menschen sehen sich gerne in der Opferrolle</strong></p>
<p>Sie wollen Professor in Harvard werden, einen Nobelpreis gewinnen oder ein Allheilmittel gegen Krebs finden. Das sind alles schöne Ziele, die zur Arbeit anspornen. Doch statt, dass solche Visionen die Kollegen glücklich machen, sind sie bitter, frustriert und neidisch auf das, was andere geschafft haben. Die Narration, die sich diese Kollegen ausgesucht haben, passt nicht mehr zu ihrem Leben. Aber fallen lassen können sie sie anscheinend auch nicht. Andere Menschen sehen sich ständig in der Opferrolle.</p>
<p>Fritz Breithaupt erklärt: „Es ist natürlich wichtig, zu erkennen, wann man unterdrückt wird, um sich dagegen aufzulehnen oder Hilfe zu suchen. Doch das Opfersein kann auch zur Rolle werden, die immer wieder aufgesucht wird, weil jemand diese Rolle gut kennt und in sie wie in einen passenden Schuh schlüpfen kann.“ Immerhin stellt die Opfernarration das Opfer als moralisch überlegen dar und spricht ihm die Verantwortung und Handlungsmöglichkeit ab. Für das Opfer ist die Narration insofern eine Entlastung. Quelle: „Das narrative Gehirn“ von Fritz Breithaupt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Opfergefühle sollte man vermeiden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2023 02:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer bedrohlichen Umwelt ist es eine durchaus kluge Überlegung, ein Opfergefühl zu vermeiden oder zumindest sorgfältig zu verbergen. Raubtiere wählen die Angeschlagenen. „Du Opfer!“ gebraucht man deshalb in einigen Gruppierungen als Schimpfwort. Und so manche Führungskräfte müssen Niederlagen oder Schwächen wohl tatsächlich sorgfältig verbergen, wenn sie ihre Position behalten wollen. Helga Kernstock-Redl weiß: „Einige ... <a title="Opfergefühle sollte man vermeiden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-die-gefahr-ein-opfer-zu-sein.html" aria-label="Mehr Informationen über Opfergefühle sollte man vermeiden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer bedrohlichen Umwelt ist es eine durchaus kluge Überlegung, ein Opfergefühl zu vermeiden oder zumindest sorgfältig zu verbergen. Raubtiere wählen die Angeschlagenen. „Du Opfer!“ gebraucht man deshalb in einigen Gruppierungen als Schimpfwort. Und so manche Führungskräfte müssen Niederlagen oder Schwächen wohl tatsächlich sorgfältig verbergen, wenn sie ihre Position behalten wollen. Helga Kernstock-Redl weiß: „Einige von uns haben die Opferposition regelrecht zu fürchten gelernt und verleugnen sie, auch vor sich selbst, oft zum Preis von künstlichem Dauerärger oder einer quälenden Schuldsuche.“ Die Entstehungsgeschichte dahinter aufklären, kann helfen, Altlasten abzulegen und neue Wege zu beschreiten. Psychologisch gefährlich werden kann die chronische Belastung bei Menschen, die jahrelang keinen Weg aus diesem Gefühl herausfinden. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-5216"></span></p>
<p><strong>Der Begriff der Gerechtigkeit ist vielschichtig</strong></p>
<p>Helga Kernstock-Redl erklärt: „Hierfür kennt die Psychologie den Ausdruck der „Verbitterung“, die unter Umständen das Ausmaß einer schweren, psychischen Erkrankung annehmen kann.“ Verbitterte Menschen, die laut oder nonverbal über ihr Leid klagen, landen leider manchmal in der sozialen Isolation. Manche Opfergefühle können unbegründet und trotzdem beharrlich existent sein. Doch keine Sorge: Ein Ausstieg kann in jedem Fall gelingen, sogar wenn Gerechtigkeit leider niemals hergestellt werden kann. </p>
<p>Apropos: Es ist für Helga Kernstock-Redl spannend, sich über den durchaus vielschichtigen Begriff der Gerechtigkeit ein paar Gedanken zu machen, bevor man in den nächsten Kampf um mehr Gerechtigkeit zieht. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Ein Gefühl genau daraufhin zu prüfen, kann dazu führen, dass wir die am besten passende Lösung dafür finden, um es ablegen zu können.“ Wer sich zum Beispiel ungerechtfertigt als Opfer fühlt, wird in der Realität wohl vergeblich auf Wiedergutmachung warten. </p>
<p><strong>Die Voraussetzung für eine begründete Opferrolle ist die eigene Unschuld</strong></p>
<p>Und wenn ein Mensch die Schuld bei sich sucht, obwohl er in Wahrheit das Opfer ist, ist es wenig verwunderlich, wenn das ihn nicht weiterbringt. Wer kann und muss sich mit Recht als Opfer sehen, welche Kriterien gibt es dafür? Helga Kernstock-Redl erläutert: „Die erste Voraussetzung für eine begründete Opferposition ist die eigene Unschuld.“ Falls das Unrecht, das man als Opfer erlitten hat, sehr groß ist, gilt: Eine eigene Teilschuld kann den Opferanteil verkleinern, lässt ihn jedoch nicht unbedingt vollständig erlöschen. </p>
<p>Die wirklich Hauptschuldigen bemühen sich oft, relativ geringfügige Fehler der Opfer aufzubauschen und ihnen somit möglichst intensive Schuldgefühle zu suggerieren. Helga Kernstock-Redl betont: „Damit aus einer Unschuld eine rechtmäßige Opferposition wir, ist es zusätzlich notwendig, dass tatsächlich ein Unrecht oder ein Schaden, materiell oder psychisch, zugefügt wurde.“ Daneben gilt eine Faustregel: Erst wenn Menschen von der Überzeugung, dass das Eigene das einzig Wahre ist, abrücken können, werden sie gesprächsbereit. Quelle: „Schuldgefühle“ von Helga Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Opfer des Schweigens hat keine Chance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Oct 2021 01:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigen]]></category>
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					<description><![CDATA[Für ein Opfer wäre es leichter auszuhalten, wenn es von anderen kritisiert, beschimpft oder beleidigt werden würde. Denn selbst kränkende Zuwendungen sind nicht so verletzend wie der Stachel des Schweigens. Sogar Schimpfen und Streiten sind erträglicher als die eisige Missachtung. Reinhard Haller betont: „Schweigen bedeutet Schuldzuweisung, Anklage und Verurteilung in einem. Dies ohne Möglichkeit der ... <a title="Das Opfer des Schweigens hat keine Chance" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-schweigen.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Opfer des Schweigens hat keine Chance">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für ein Opfer wäre es leichter auszuhalten, wenn es von anderen kritisiert, beschimpft oder beleidigt werden würde. Denn selbst kränkende Zuwendungen sind nicht so verletzend wie der Stachel des Schweigens. Sogar Schimpfen und Streiten sind erträglicher als die eisige Missachtung. Reinhard Haller betont: „Schweigen bedeutet Schuldzuweisung, Anklage und Verurteilung in einem. Dies ohne Möglichkeit der Rechtfertigung, der Berufung oder der Wiedergutmachung. Das Opfer des Schweigens hat keine Chance.“ Werden äußere und viel mehr noch innere Konflikte nicht zu Wort gebracht, entwickelt sich eine ungeheure Dynamik mit der Entfachung aggressiver Emotionen und der Anstachelung negativer Fantasien. Diese beziehen sich zunächst auf das Verhalten des Schweigenden, auf seine vermuteten Motive und möglichen Beweggründe. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3031"></span></p>
<p><strong>Schweigen ist eine besondere Form der seelischen Gewalt</strong></p>
<p>Danach entfernen sie sich immer weiter vom Boden der Realität und nehmen nahezu paranoiden Charakter an. Die Gnadenlosigkeit des Schweigens verhindert jegliche Korrektur und sämtliche Relativierungen. Später schlagen die durch die Sprachlosigkeit angestachelten Vorstellungen in Zorn und Aggression um. Der Schweiger wird zum verständnislosen Tyrannen, zum herzlosen Gegner, zum grausamen Feind hochstilisiert. In hilfloser Ohnmacht braut sich ein explosives Gemisch aus negativen Emotionen, und überkochenden Effekten der Enttäuschung, der Wut und des Hasses zusammen. </p>
<p>Sofern sich der Druck nicht gegen die eigene Person wendet und zu psychosomatischen Störungen, Depressionen und Suizidalität führt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zur Katastrophe kommt. Reinhard Haller erläutert: „Die Verweigerung des Dialogs ist eine besondere Form der seelischen Gewalt, ein hochgradig perverser Kommunikationsstil.“ Die Analytikerin und Familientherapeutin Marie-France Hirigoyen nennt dieses Schweigen eine der vielen Masken der Niedertracht.  </p>
<p><strong>Sprechen bedeutet den Abbau von Aggressionen</strong></p>
<p>Wenn es dann tatsächlich zur Katastrophe kommt, bersten alle Kräfte. Es gibt keine Sicherung und keine Kontrolle mehr. Der Vulkan der angestauten Aggression macht vor nichts mehr halt. Die Wucht der bösen Emotion setzt sich über alles hinweg: über Mitleid, über die Tötungshemmung, selbst über den Moralinstinkt. Der Mensch ist ein sprechendes Wesen. Nichts unterscheidet ihn so sehr von anderen Lebewesen wie die Fähigkeit, das Denken und Fühlen in Worte zu kleiden und Konflikte zur Sprache zu bringen. </p>
<p>Reinhard Haller weiß: „Werden psychotherapeutische Techniken miteinander verglichen, ergibt sich eine durchgehende Gemeinsamkeit: verschattete Anteile des Unbewussten zu beleuchten, verdrängte Gedanken und Ideen zuzulassen, tabuisierte Probleme zu erörtern – und Unausgesprochenes zur Sprache zu bringen.“ Sprechen bedeutet Abbau von Aggressionen, die Verwendung des Wortes hemmt das Ausufern der Fantasie. Der Dialog entzieht dem Bösen eine seiner giftigen Wurzeln. Schweigen ist in vielen Fällen tatsächlich ein Akt von unbarmherziger, zermürbender Gewalt. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt drei Hauptformen der Aggression</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2021 07:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor allem bei Liebespartnern schließen die Motive für Aggression und Gewalt auch Rache für emotionale Verletzungen, den Wunsch, die Aufmerksamkeit des Partners zu erhalten, sowie Eifersucht und Stress mit ein. Julia Shaw erläutert: „Wir tun denen, die wir lieben, aus sehr vielen Gründen weh. Einige dieser Gründe sind tief verwurzelt und schwer zu kontrollieren.“ Doch ... <a title="Es gibt drei Hauptformen der Aggression" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/es-gibt-drei-hauptformen-der-aggression.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt drei Hauptformen der Aggression">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor allem bei Liebespartnern schließen die Motive für Aggression und Gewalt auch Rache für emotionale Verletzungen, den Wunsch, die Aufmerksamkeit des Partners zu erhalten, sowie Eifersucht und Stress mit ein. Julia Shaw erläutert: „Wir tun denen, die wir lieben, aus sehr vielen Gründen weh. Einige dieser Gründe sind tief verwurzelt und schwer zu kontrollieren.“ Doch es gibt ein paar Dinge, die man kontrollieren kann. Damit verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass man aggressiv handelt. Zum Beispiel kann man einfach eine Kleinigkeit essen. Der Stil der Aggression scheint auch von dem jeweiligen Opfer abzuhängen. In ihrer Studie zu Aggressionen gegenüber Nahestehende stellten Deborah South Richardson und Green Folgendes fest: „Wenn Menschen wütend auf ihren Liebespartner oder Geschwisterteil sind, suchen sie wahrscheinlich die direkte Konfrontation.“ Julia Shaw forscht am University College London im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz. <span id="more-2531"></span></p>
<p><strong>Bei Freunden vermeidet man die direkte Aggression</strong></p>
<p>Deborah South Richardson und Green fahren fort: „Sind sie jedoch wütend auf einen Freund, vermeiden sie eher eine direkte Konfrontation und fügen ihm auf Umwegen Schaden zu. Indem sie zum Beispiel Gerüchte verbreiten oder hinter seinem Rücken reden.“ Zweifellos kann die Aggression also viele Formen annehmen. Im Jahr 2014 fasste Deborah South Richardson über zwei Jahrzehnte ihrer eigenen Aggressionsforschung zusammen. Sie legte dar, dass es drei Hauptformen der Aggression gibt.</p>
<p>Die erste Form, die direkte Form der Aggression, beinhaltet, dass man jemanden mit verletzenden Worten oder verletzendem Handeln angreift, ihn also zum Beispiel anbrüllt oder schlägt. Das kann heißen, dass man einen verbalen Streit mit einem Liebespartner vom Zaun bricht, einen Freund verspottet, um ihm wehzutun, oder verletzend sarkastisch ist. In extremen Formen kann dies zu häuslicher Gewalt führen. Die zweite Form, die indirekte Aggression, ist weniger offensichtlich.</p>
<p><strong>Die passive Aggression lässt sich leicht leugnen</strong></p>
<p>Indirekt aggressive Verhaltensweisen beinhalten den Versuch, jemandem auf dem Umweg über ein Objekt oder eine andere Person wehzutun. Julia Shaw erklärt: „Dies können Aktionen wie die Beschädigung von jemandes Besitz oder die Verbreitung von Gerüchten sein. Indirekte Aggression schließt auch die soziale Aggression mit ein, bei der es darum geht, jemandem wehzutun, indem man seinen Beziehungen Schaden zufügt oder sie zerstört.“</p>
<p>Schließlich gibt es eine dritte Form der Aggression. Diese ist die bei Weitem üblichste und beinhaltet, dass man andere verletzt, indem man mauert – passive Aggression. Bei Freunden ignoriert man vielleicht eine Entschuldigung per SMS, bei den Eltern kommt man vielleicht zu spät, um sie zu frustrieren, und bei Geliebten verweigert man möglicherweise den Sex, um sie für ein wahrgenommenes Fehlverhalten zu bestrafen. Warum tun Menschen das? Ein Grund könnte darin liegen, dass sich ein derartiges Verhalten leicht leugnen lässt. Dennoch gilt: Die passive Aggression ist genauso schlimm wie die anderen Formen der Aggression. Quelle: „Böse“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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