<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Mord &#8211; Psychologie Guide</title>
	<atom:link href="https://www.psychologie-guide.de/tag/mord/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.psychologie-guide.de</link>
	<description>Alles über Psychologie</description>
	<lastBuildDate>Wed, 17 Nov 2021 06:46:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>Manchmal töten Kinder ein Elternteil</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-toetung-eines-elternteils.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-toetung-eines-elternteils.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Dec 2021 02:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Schizophrenie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=3162</guid>

					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Tötungen eines Elternteils durch Kinder haben einen ganz anderen psychologischen Hintergrund als sonstige Fälle von Mord, Totschlag oder Körperverletzungen mit tödlichem Ausgang.“ In allen Fällen weisen die Täter erhebliche psychische Probleme auf, meist liegt zudem eine pathologische Familiensituation vor. Nach internationalen Untersuchungen ist die Hälfte jener Kinder, die ein Elternteil töten, psychisch ... <a title="Manchmal töten Kinder ein Elternteil" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-toetung-eines-elternteils.html" aria-label="Mehr Informationen über Manchmal töten Kinder ein Elternteil">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Tötungen eines Elternteils durch Kinder haben einen ganz anderen psychologischen Hintergrund als sonstige Fälle von Mord, Totschlag oder Körperverletzungen mit tödlichem Ausgang.“ In allen Fällen weisen die Täter erhebliche psychische Probleme auf, meist liegt zudem eine pathologische Familiensituation vor. Nach internationalen Untersuchungen ist die Hälfte jener Kinder, die ein Elternteil töten, psychisch krank, meist leiden sie an einer Schizophrenie. Beim Großteil der restlichen Fälle liegen jahrelange Konfliktsituationen vor, in welchen sich das erwachsen gewordene Kind sich in einer Art Notwehr oder auch als Rache zu Tötung hinreißen lässt. Gerade bei der Tötung des Vaters durch den Sohn spielen auch tiefenpsychologische Ursachen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3162"></span></p>
<p><strong>Die Vatertötung war früher hoch sanktioniert</strong></p>
<p>Der allgemeine Begriff Parrizid bedeutet Tötung eines Elternteils und kann unterteilt werden in Patrizid (Tötung des Vaters) und Matrizid (Tötung der Mutter). Derartige Taten sind relativ selten und umfassen etwa zwei bis drei Prozent aller Tötungsdelikte. Reinhard Haller stellt fest: „Wegen des religiös und kulturell bedingt starken Schutzprivilegs, das Vater und Mutter in unserer Tradition genießen, ist von einer besonders hohen Hemmschwelle für aggressive Handlungen gegen die Eltern auszugehen.“ </p>
<p>Umso mehr erschrecken Tötungshandlungen an den eigenen Eltern, weshalb immer intensiv nach psychischen Störungen, durch welche die Hemmschwelle gegen den Angriff auf die Eltern unterminiert wurde, gefahndet wird. Das Strafrecht hat die Vatertötung in früheren Zeiten sehr hoch sanktioniert. Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die besondere Situation der Täter von den Gerichten entsprechend berücksichtigt und die Prüfung eines entschuldigenden Notstands oder einer psychischen Beeinträchtigung zum Zeitpunkt der Tat angeregt. </p>
<p><strong>Elternmörder sind in der Regel gut gebildet</strong></p>
<p>Obwohl 85 Prozent der Täter, die einen Elternteil töten, männlichen Geschlechts sind, unterscheiden sich diese in vielen Bereichen deutlich von der Großzahl anderer, besonders jugendlicher Gewalttäter. Reinhard Haller erläutert: „Während Letztere oft durch verschiedenartige Formen von Delinquenz, durch Verwahrlosung oder dissoziale Verhaltensweisen auffallen, weisen Elternmörder in ihrer Vorgeschichte keine Vorverurteilungen und kaum asoziale Züge auf.“</p>
<p>Sie stammen meist aus höheren sozialen Schichten als der Großteil delinquenter Jugendlicher und Heranwachsender und sind in der Regel gut gebildet. Beim Patrizid und Matrizid finden sich im Detail unterschiedliche Motive. Meist lässt sich jedoch für beide Formen ein Ursachenbündel aus Angst, Rache und Flucht beziehungsweise Befreiungswünschen feststellen. Selbst bei psychotisch motivierten Parriziden sind diese Zusammenhänge häufig zu erkennen. Bis zu 60 Prozent aller Elterntötungen werden von psychotischen Kindern begangen, umgekehrt betreffen 20 bis 34 Prozent aller Tötungen psychokranker Menschen einen Elternteil. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-toetung-eines-elternteils.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrenmorde sind keine Seltenheit</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ehre.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ehre.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Nov 2021 02:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beleidigung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehre]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=3136</guid>

					<description><![CDATA[Eine Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun. Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. Reinhard Haller ergänzt: „In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit.“ In einer altmodischen Formulierung ... <a title="Ehrenmorde sind keine Seltenheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ehre.html" aria-label="Mehr Informationen über Ehrenmorde sind keine Seltenheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun. Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. Reinhard Haller ergänzt: „In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit.“ In einer altmodischen Formulierung wird die Ehre als „Achtungswirklichkeit“ oder „verdienter Achtungsanspruch“ bezeichnet. Der britische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588 – 1679) betrachtete Ehre als Anerkennung der Macht durch andere. Es bleibt umstritten, ob es sich bei der Ehre um einen inneren Wert, vergleichbar der Menschenwürde, oder um etwas, das von außen beschädigt werden kann, handelt. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-3136"></span></p>
<p><strong>5.000 Frauen und Mädchen werden im Namen der Ehre getötet</strong></p>
<p>In modernen neueren Definitionen wird zwischen dem eigenen Bezug zu Werten und Unwerten – dem Ehrgefühl – und den durch das eigene Handeln bewirkten Werten – dem Verantwortungsgefühl – unterschieden. In manchen Kulturen wird das Ansehen der Familie, der ethnischen Gruppe oder des religiösen Kollektivs über das individuelle und sogar das staatliche Wertesystem gestellt. Angriffe darauf können dramatische Kränkungsreaktionen bis hin zum sogenannten „Ehrenmord“ zur Folge haben. </p>
<p>Reinhard Haller erklärt: „Aus Tätersicht ist ein solches Schwerverbrechen zur Wiederherstellung der Ehre, insbesondere der Familie, gerechtfertigt. Das, was man wegen Fehlens eines befriedigenden Alternativausdrucks als Ehrenmord bezeichnet, ist aber ein soziales und kein religiöses Phänomen.“ Verlust der Ehre bedeutet für alle Gesichtsverlust. Ehrenmorde kommen vornehmlich, aber nicht ausschließlich in der islamischen Welt vor. Hierzulande fast nur bei Familien mit Migrationshintergrund. Laut einem UNO-Bericht werden jährlich mindestens 5.000 Frauen und Mädchen Opfer dieses schlimmsten Verbrechens, das im Namen der Ehre geschieht. </p>
<p><strong>Ehrenmorde sind typische Straftaten einer „Väterherrschaft“</strong></p>
<p>Da die Dunkelziffer sehr groß ist, sind die jährlichen Opferzahlen auf 10.000 bis 100.000 zu schätzen. Weltweit am meisten Fälle gibt es mit über 1.000 Opfern pro Jahr in Pakistan. In Deutschland sind laut Erkenntnissen des Bundeskriminalamts zwischen 1990 und 2005 insgesamt 55 Morde zur Wiederherstellung der Ehre begangen worden. Ehrenmorde werden vornehmlich in traditionell geprägten, patriarchalisch strukturierten Familien und Gesellschaften verübt. </p>
<p>Es sind also typische Straftaten einer „Väterherrschaft“ mit einem archaischen Verständnis der männlichen Ehre, schreibt der Kulturwissenschaftler Werner Schiffauer. Diese hat so hohen Wert, dass es nach Ansicht der Täter besser ist zu sterben, als ohne Ehre zu leben. Die Verletzung der Ehre kann durch Überschreiten der Grenze im innerfamiliären Bereich oder durch der Verhalten weiblicher Familienmitglieder erfolgen: durch voreheliche Beziehungen, durch Verlust der Jungfräulichkeit vor der Ehe, durch eheliche Untreue, aber auch durch Annehmen des westlichen Lebensstils. Quelle: „Die Macht der Kränkung“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ehre.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jeder Mensch trägt Gutes und Böses in sich</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/jeder-mensch-traegt-gutes-und-boeses-in-sich.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/jeder-mensch-traegt-gutes-und-boeses-in-sich.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2020 07:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Das Gute]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2314</guid>

					<description><![CDATA[Wie können, so fragen sich viele Menschen, das Gute und das Böse, das Normale und das Abartige in einer Person vereint sein und in unmittelbarer Form nebeneinander existieren? Reinhard Hallers Antwort lautet: „In jedem Menschen ist das Gute und Böse vorhanden und kann je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen in der einen oder ... <a title="Jeder Mensch trägt Gutes und Böses in sich" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jeder-mensch-traegt-gutes-und-boeses-in-sich.html" aria-label="Mehr Informationen über Jeder Mensch trägt Gutes und Böses in sich">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie können, so fragen sich viele Menschen, das Gute und das Böse, das Normale und das Abartige in einer Person vereint sein und in unmittelbarer Form nebeneinander existieren? Reinhard Hallers Antwort lautet: „In jedem Menschen ist das Gute und Böse vorhanden und kann je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen in der einen oder anderen Form manifest werden.“ Sofern psychische Krankheiten keine Rolle spielen, muss der Mensch die Fähigkeit zur Spaltung in „ganz gut“ und „ganz böse“, in „normal“ und „abnormal“ besitzen. Und er muss imstande sein, mit diesem unmittelbaren Nebeneinander zu leben. Es erübrigt sich deshalb für Reinhard Haller die Frage nach einer eindeutigen Unterscheidung in gute und böse Menschen. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2314"></span></p>
<p><strong>Morde ohne Schuldgefühle sind möglich</strong></p>
<p>Die amerikanische Soziologin Troy Duster fand bei Untersuchungen von Vietnam-Kriegsverbrechern Vorbedingungen für den Mord ohne Schuldgefühle heraus. Die allgemeinste Bedingung ist es, den Opfern jeglichen menschlichen Status abzusprechen. Sie werden als minderwertige Rasse, Brut, unnütze Esser, Volksschädlinge, lebensunwerte Existenzen oder – je nach Zielgruppe – als Niggers und Japs bezeichnet. Die Entmenschlichung benützt Ausdrücke wie Rassenschande, Volkshygiene oder Säuberung.</p>
<p>Die nächste Bedingung ist es, das Unglück der eigenen Person oder einer Gesellschaft auf das Opfer beziehungsweise auf eine Minderheit zu projizieren. Während es früher Juden und Zigeuner waren, sind es heute Ausländer, Flüchtlinge und Asylbewerber. Die dritte Bedingung ist die Entwicklung einer Gruppenmoral. Sie ist vor allem bei Gangs, Terrororganisationen, jugendlichen Banden, aber auch im Pflegekorps oder in totalitären Systemen stark ausgeprägt. Obwohl diese Gruppenmoral von den Gesetzen der jeweiligen Gesellschaft stark abweicht, ist sie für die Mitglieder verbindlich.</p>
<p><strong>Von Menschen ohne Gewissen droht die größte Gefahr</strong></p>
<p>Diejenigen, die sich nicht daran halten, müssen mit Sanktionen bis hin zum Fememord rechnen. Die vierte Bedingung ist die Heimlichkeit, mit welcher die Taten verübt werden. Dies setzt aber oft eine stille Duldung durch die Öffentlichkeit voraus, Reinhard Haller denkt dabei etwa an den Einsatz der Folter in Guantánamo. Die fünfte Bedingung ist die Existenz einer Zielpopulation. Die sechste Voraussetzung ist jene der Motivation, die oft in primitiven Reflexen oder in bösen Ideologien liegt. </p>
<p>Der Zusammenhang zwischen dem Bösen und der Normalität bezieht sich aber nicht nur auf die Frage, wie aus ganz normalen Männern Massenmörder oder aus unauffälligen Menschen Schwerverbrecher werden können. Die Frage bezieht sich auch darauf, wie weit das Böse seinen Schrecken verliert und zur Banalität wird. Und darauf, wie weit sich die Hemmschwelle eines Menschen senken lässt und er das böse Handeln als normal erlebt. Dieser Schritt ist der gefährlichste, da es dann keine Hemmschwelle, keinen Moralinstinkt und kein Gewissen mehr gibt. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/jeder-mensch-traegt-gutes-und-boeses-in-sich.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Böse Taten unterliegen stets einer subjektiven Wertung</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/boese-taten-unterliegen-stets-einer-subjektiven-wertung.html</link>
					<comments>https://www.psychologie-guide.de/boese-taten-unterliegen-stets-einer-subjektiven-wertung.html#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 May 2020 06:42:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Das Böse]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Verbrechen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.psychologie-guide.de/?p=2230</guid>

					<description><![CDATA[Die bösesten Taten sind jene, die genau geplant, mit eiskalter Berechnung durchgeführt werden und dann auf einen qualvollen Tod des Opfers zielen. Trotz der mit amerikanischem Pragmatismus erfolgten Graduierung des Bösen wird man böse Taten niemals wirklich quantifizieren können. Reinhard Haller nennt einen Grund: „Neben den religiösen, moralisch-ethischen und gesetzlichen Maßstäben bleibt die subjektive Wertung ... <a title="Böse Taten unterliegen stets einer subjektiven Wertung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/boese-taten-unterliegen-stets-einer-subjektiven-wertung.html" aria-label="Mehr Informationen über Böse Taten unterliegen stets einer subjektiven Wertung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die bösesten Taten sind jene, die genau geplant, mit eiskalter Berechnung durchgeführt werden und dann auf einen qualvollen Tod des Opfers zielen. Trotz der mit amerikanischem Pragmatismus erfolgten Graduierung des Bösen wird man böse Taten niemals wirklich quantifizieren können. Reinhard Haller nennt einen Grund: „Neben den religiösen, moralisch-ethischen und gesetzlichen Maßstäben bleibt die subjektive Wertung stets ein entscheidendes Kriterium.“ Eine der spannendsten, bis heute heiß umstrittenen Fragen ist jene, ob es den Mord oder überhaupt das Verbrechen ohne Motiv gibt. Literaten und Philosophen haben sich mit dieser Frage viel mehr beschäftigt als Kriminologen und Psychiater. Etwa Friedrich Nietzsche in „Der Wanderer und sein Schatten“ oder Max Frisch in „Graf Öderland“. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-2230"></span></p>
<p><strong>Die innere Leere kann zu einem Verbrechen führen</strong></p>
<p>Die Hauptfigur in dem Roman „Der Fremde“ von Albert Camus tötet ohne jegliches Motiv einen Mann. Camus sieht in dessen Verbrechen einen Aufschrei gegen die Leere des Lebens. Die Kulturschaffenden rücken die Sinnlosigkeit des Daseins und das überhandnehmende Gefühl der Entfremdung in den Mittelpunkt. Wenn das Leben keinen Sinn hat, braucht das Verbrechen keine Erklärung. Es geschieht einfach. Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge hat in seinem Roman „The Rime of the Ancient Mariner” eine solche Einstellung zum Verbrechen auf grandiose Weise beschrieben. </p>
<p>Ein alter Seefahrer erschießt mutwillig einen edlen Albatros. Die Hauptsünde sieht der Autor nicht im Verbrechen, sondern in der zugrunde liegenden inneren Leere. Auch bei berühmten Kriminalfällen wurde von fehlendem Motiv gesprochen. Das Bedürfnis nach einem Motiv ist aber bei allen Akteuren eines Kriminalfalles extrem hoch. Der Täter sagt: „Das war ich nicht, ich hatte ja kein Motiv.“ Die Kriminalisten folgen dem Grundsatz: „Keine Tat ohne Motiv.“ Die Anklage braucht unbedingt ein Motiv, die Verteidigung führt die angebliche Motivlosigkeit als Entlastungsgrund an. </p>
<p><strong>Verbrechen haben fast immer Ursachen</strong></p>
<p>Die Medien wollen ein Motiv, ganz nach dem Grundsatz: „Motive liefern die schönsten Storys.“ Selbst die Öffentlichkeit giert geradezu nach den Motiven der Täter. Als etwa vor Jahren ein Kriminalfilm mit dem Titel „Mord ohne Motiv“ angekündigt wurde, lautete ein Kommentar: „Man will uns natürlich bluffen, wir werden darauf nicht hereinfallen, ein motivloses Verbrechen gibt es nicht.“ Tatsächlich wird in der Diskussion häufig das Motiv mit der Ursache verwechselt. </p>
<p>Reinhard Haller ergänzt: „Auch müsste es konkret lauten, dass manche Taten nicht motivlos sind, sondern kein Motiv erkennen lassen.“ Bei genauer Analyse motivisch unklarer Delikte findet man jedoch fast immer Ursachen, wenngleich diese oft trivial anmuten oder diagnostisch nicht zu fassen sind. Oft lassen sich bei den Tätern symptomarme Störungen wie Borderline oder wahnhafte Entwicklungen feststellen, immer häufiger auch narzisstische Spannungszustände. Quelle: „Das Böse“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.psychologie-guide.de/boese-taten-unterliegen-stets-einer-subjektiven-wertung.html/feed</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
