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	<title>Intelligenz &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Intelligenz lässt sich in Grenzen verbessern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Dec 2024 02:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Kann man seine Intelligenz verbessern? Sind also Intelligenzwerte veränderbar und kognitive Fähigkeiten steigerbar. Die Antwort auf diese Fragen lautet: ja, aber … Jakob Pietschnig erläutert: „Leider zählen schnelle, unkomplizierte – und dubiose – Lösungen wie das Hören von klassischer Musik im Sinne des Mozart-Effekts nicht zu den wirkungsvollen positiven Einflüssen auf unsere Denkleistungen.“ Die Ausprägung ... <a title="Intelligenz lässt sich in Grenzen verbessern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/intelligenz-laesst-sich-in-grenzen-verbessern.html" aria-label="Mehr Informationen über Intelligenz lässt sich in Grenzen verbessern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kann man seine Intelligenz verbessern? Sind also Intelligenzwerte veränderbar und kognitive Fähigkeiten steigerbar. Die Antwort auf diese Fragen lautet: ja, aber … Jakob Pietschnig erläutert: „Leider zählen schnelle, unkomplizierte – und dubiose – Lösungen wie das Hören von klassischer Musik im Sinne des Mozart-Effekts nicht zu den wirkungsvollen positiven Einflüssen auf unsere Denkleistungen.“ Die Ausprägung der Intelligenz eines Menschen ist eine Folge der Kombination von genetischer Anlage und Umwelteinflüssen. Die Anlage ist im Sinne der Veränderbarkeit von Intelligenz dort von Interesse, wo sie mit der Umwelt interagiert. Anders gesagt: Die genetische Anlage gibt die Bandbreite für die Intelligenzentwicklung vor. Wie hoch die Amplituden innerhalb dieser Bandbreite ausschlagen, ist den Umwelteinflüssen geschuldet. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-5798"></span></p>
<p><strong>Einige erreichen die Obergrenze ihrer Anlage früher als andere</strong></p>
<p>Die allermeisten Menschen werden wohl Ausprägungen zwischen den beiden Extremen erreichen. Man kann sich diese Bandbreite wiederum mit einer Analogie aus dem Sport vorstellen, dieses Mal aus dem alpinen Skiweltcup. Jakob Pietschnig ergänzt: „Alle diejenigen Fahrer, die es in diesen erlesenen Kreis schaffen, werden wohl nahezu ein Maximum ihrer sportlichen Fähigkeiten in dieser Disziplin erreicht haben.“ Dafür trainieren sie hart, und ihre Umwelt in Form von Trainern, Serviceleuten, Ärzten und Physiotherapeuten begünstigen diese Entwicklung.</p>
<p>Auch die Nachwuchsfahrer, die in die Elite hineinstreben, finden günstige Bedingungen vor, die ihr Talent fördern, dennoch schaffen es nicht alle in den Weltcup. Jakob Pietschnig erklärt: „Das liegt daran, dass einige von ihnen die Obergrenze ihrer Anlage früher erreichen als andere. Auf die Intelligenz umgelegt, könnte man also sagen, dass die Umwelt uns bei der Entfaltung unserer Fähigkeiten unterstützt, die Anlage jedoch die Grenzen vorgibt, innerhalb derer wir uns entwickeln können.“</p>
<p><strong>Drei Faktoren können die Intelligenz fördern</strong></p>
<p>Potenziell intelligenzfördernde Einflüsse kann man im Großen und Ganze auf drei Faktoren zurückführen: Erstens die physische Umwelt, zweitens die soziale Umgebung und drittens Bildung beziehungsweise Training. Jakob Pietschnig stellt fest: „Zumeist hat die Frage, wie sich Intelligenz steigern ließe, das gezielte Training im Fokus, mindestens ebenso wichtig sind jedoch auch die beiden ersten Faktoren.“ Die physische Umwelt wirkt sich in vielfacher Weise auf die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen aus.</p>
<p>Jakob Pietschnig weiß: „Mangelernährung – vor allem pränatal und im Säuglingsalter, aber auch bei Kindern und Jugendlichen – und pathogener Stress wirken sich negativ aus. Ihnen sollte man gezielt mit einer ausgewogenen Ernährung, einer hygienischen Umgebung und einer stets gewährleisteten medizinischen Versorgung entgegenwirken.“ Bei einigen Umwelteinflüssen tut man jedoch besser daran, sie zu meiden, um keine schädlichen Folgen davonzutragen. Logischerweise sind Kopfverletzungen wenig förderlich für die Intelligenz. Sie können mitunter auch bleibende Schäden verursachen und deshalb die Intelligenz beeinträchtigen. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Akademikerquote ist gestiegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jul 2024 01:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Zeit, die Kinder und Jugendliche heute in Bildungseinrichtungen verbringen, ist deutlich länger geworden, und auch die Anzahl an Bildungsabschlüssen ist in den letzten Jahrzehnten drastisch nach oben gegangen. Jakob Pietschnig nennt ein Beispiel: „In Deutschland ist die Akademikerquote von sieben Prozent im Jahr 1975 auf fast 18 Prozent im Jahr 2004 gestiegen.“ Diverse Reformen ... <a title="Die Akademikerquote ist gestiegen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-akademikerquote-ist-gestiegen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Akademikerquote ist gestiegen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeit, die Kinder und Jugendliche heute in Bildungseinrichtungen verbringen, ist deutlich länger geworden, und auch die Anzahl an Bildungsabschlüssen ist in den letzten Jahrzehnten drastisch nach oben gegangen. Jakob Pietschnig nennt ein Beispiel: „In Deutschland ist die Akademikerquote von sieben Prozent im Jahr 1975 auf fast 18 Prozent im Jahr 2004 gestiegen.“ Diverse Reformen haben in den letzten Jahrzehnten zu Verbesserungen im Bildungssystem geführt. So erlaubt beispielsweise das Belegen von Wahlpflichtfächern im Rahmen des Unterrichts eine individuelle Schwerpunktsetzung, die jeweils dem Interesse des Schülers entspricht. Und dadurch steigt natürlich die Lernmotivation. Wie verhält es sich, in Bezug auf die Intelligenz, mit den modernen Technologien, die für viele Menschen scheinbar unverzichtbar geworden sind? Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-5553"></span></p>
<p><strong>Die Digitalisierung hat die Anforderungen an das Denken verändert</strong></p>
<p>Wirken sie sich positiv auf die Intelligenz aus oder lassen sie Menschen womöglich sogar verdummen? Jakob Pietschnig stellt fest: „Immer wieder wird vermutet, dass das Benutzen von Computern, Tablets und Handys unser Fähigkeit, logisch und abstrakt zu denken, beiläufig trainiert und so zu besseren Testleistungen führt.“ Mit Sicherheit ist es so, dass die Digitalisierung die Anforderungen an das Denken der Menschen verändert hat. Die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Intelligenz gibt, kann von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln aus gestellt und auch beantwortet werden.</p>
<p>Kulturoptimisten gehen davon aus, dass moderne Technologien Intelligenz begünstigen. Sie nehmen an, dass der Umgang mit den komplexen Geräten des modernen Alltags viel Intelligenz erfordert – und Letztere damit fördert. Jakob Pietschnig fügt hinzu: „Tatsächlich erscheint es aus dieser Perspektive auch als plausibel, dass unsere kognitiven Fähigkeiten von der Digitalisierung profitieren. Man denke etwa an Computerspiele. Um solche erfolgreich zu meistern, muss man Aufgaben bewältigen, die im Laufe des Spiels immer anspruchsvoller werden.“</p>
<p><strong>Das Fernsehen trug zur Anhebung des Grundwortschatzes bei</strong></p>
<p>Seit ihrem Aufkommen gibt es Verfechter der Meinung, Computerspiele würden mehr nützen als schaden. Jakob Pietschnig ergänzt: „Neben dem Spielen kann man natürlich vor allem auch das Arbeiten am Computer und die Nutzung des Internets im Allgemeinen als informelle Lernumgebung betrachten, die unsere kognitiven Fähigkeiten fördert, und zwar insbesondere die Fähigkeiten im visuell-räumlichen Bereich.“ Durchaus können Parallelen zum Phänomen des Fernsehens gezogen werden.</p>
<p>Die weite Verbreitung des Letzteren zeichnet immerhin verantwortlich für die Anhebung des Grundwortschatzes von Menschen sämtlicher Bevölkerungsschichten. Jakob Pietschnig weiß: „Ein gänzlich anderes Bild zeichnen die Kulturpessimisten. Sie sind davon überzeugt, dass sich die omnipräsente Verfügbarkeit des Internets negativ auf das Wissen der Menschen auswirkt.“ Das Abrufen der Informationen auf Knopfdruck ersetze das mühsame Aneignen von Wissen. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Dem Blöden fehlt der Sinn für das Urteil</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jun 2024 01:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Thomas von Aquin beispielsweise beschäftigte sich der Frage, ob Dummheit das Gegenstück der Weisheit sei und leitete den Begriff von der Stumpfheit ab, einer Gefühllosigkeit des Herzens, Stumpfheit der Sinne und Stumpfheit im Urteil. Heidi Kastner ergänzt: „Diese unterschied er von der Blödheit, die den völligen Mangel an geistiger Aufnahmefähigkeit bezeichnet und wie die Geisteskrankheit ... <a title="Dem Blöden fehlt der Sinn für das Urteil" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/dem-bloeden-fehlt-der-sinn-fuer-das-urteil.html" aria-label="Mehr Informationen über Dem Blöden fehlt der Sinn für das Urteil">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Thomas von Aquin beispielsweise beschäftigte sich der Frage, ob Dummheit das Gegenstück der Weisheit sei und leitete den Begriff von der Stumpfheit ab, einer Gefühllosigkeit des Herzens, Stumpfheit der Sinne und Stumpfheit im Urteil. Heidi Kastner ergänzt: „Diese unterschied er von der Blödheit, die den völligen Mangel an geistiger Aufnahmefähigkeit bezeichnet und wie die Geisteskrankheit einen natürlichen Mangel darstellt.“ Laut Thomas von Aquin fehlt dem Blöden der Sinn für das Urteil; der Tor hat ihn zwar, aber abgestumpft. Robert Musil stellte fast sechzig Jahre vor Daniel Goleman fest, dass die ältere Psychologie zwischen Empfindung, Wille, Gefühl und Vorstellungsvermögen oder Intelligenz unterschieden habe und dass es für ihn klar gewesen sei, dass Dummheit ein geringer Grad von Intelligenz sei. Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-5464"></span></p>
<p><strong>Die Erziehung soll die Neugier und die Lust am Entdecken fördern</strong></p>
<p>Heidi Kastner vermutet: „Vielleicht hat nicht nur die Forschung die emotionalen Aspekte von Menschen zu lange als irrelevant abgetan. Vielleicht hat eine auf überwiegend wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtete Gesellschaft die Dummheit begangen, sich ihre Subjekte ausschließlich im Sinne und im Interesse ihrer Funktionsansprüche modellieren zu wollen und hat damit Persönlichkeitsentwicklungen begünstigt, die das Wundmal der Dummheit tragen.“</p>
<p>Karl Landauer, ein deutscher Psychiater und Psychoanalytiker“ untersuchte mehrfach die Auswirkungen der Erziehung auf die Entwicklung von Kindern. Dabei kam er zu dem Schluss, dass sowohl die zu rigide als auch die zu wenig zugewandte, Neugier und Entdecken fördernde Erziehung das lustvolle Erobern der Welt verhindern und dass sich dort, wo Kinder die Fühler nach Neuem ausstrecken, mit der Zeit Narben bilden, wenn sie zu oft auf Hemmungen stoßen. </p>
<p><strong>Emotionale Intelligenz verstärkt die Selbstmotivation</strong></p>
<p>Max Horkheimer und Theodor W. Adorno schrieben dazu: „Solche Narben bilden Deformationen. Sie können Charaktere machen, hart und tüchtig, sie können dumm machen, im Sinne der Ausfallserscheinung der Blindheit.“ Heidi Kastner fügt hinzu: „Daniel Goleman sieht die wesentlichen Voraussetzungen der von ihm so benannten „emotionalen Intelligenz“ in Selbstbeherrschung, Eifer und Beharrlichkeit sich selbst zu motivieren.“ Das sind allesamt Fähigkeiten, die man Kindern vermitteln sollte, um das intellektuelle Potenzial, das ihnen die genetische Lotterie vermittelt hat, besser nutzen zu können.</p>
<p>Dahinter steckt ein drängendes moralisches Gebot. Heidi Kastner erläutert: „In unserer Zeit sei der Zusammenhang von Gefühl, Charakter und moralischen Instinkten besonders wichtig.“ So weit, so nachvollziehbar. Allerdings mutet der nicht sehr diskrete Geruch von Zweckorientiertheit und Utilitarismus etwas verdächtig an, so, als ob hier alter Wein in neue Schläuche gegossen worden wäre. Konsequenterweise hatte Daniel Goleman den Karriereerfolg im Blick, als er die Bedeutung der emotionalen Intelligenz betonte. Quelle: „Dummheit“ von Heidi Kastner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Emotionale Intelligenz ist ein Modebegriff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2024 02:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionale Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt ein breites Feld an Möglichkeiten, in der Interaktion mit anderen zu versagen. Heidi Kastner erklärt: „Für die Qualitäten, die in diesem Zusammenhang zum Tragen kommen, hat sich der Begriff der emotionalen Intelligenz eingebürgert.“ Dieser ist allerdings nicht unumstritten. Den Terminus führten zwei amerikanische Psychologen ein, John D. Mayer von der University of New ... <a title="Emotionale Intelligenz ist ein Modebegriff" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-emotionale-intelligenz.html" aria-label="Mehr Informationen über Emotionale Intelligenz ist ein Modebegriff">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ein breites Feld an Möglichkeiten, in der Interaktion mit anderen zu versagen. Heidi Kastner erklärt: „Für die Qualitäten, die in diesem Zusammenhang zum Tragen kommen, hat sich der Begriff der emotionalen Intelligenz eingebürgert.“ Dieser ist allerdings nicht unumstritten. Den Terminus führten zwei amerikanische Psychologen ein, John D. Mayer von der University of New Hampshire und Peter Salovey von der Yale University. Der Begriff schloss sich an Überlegungen an, die schon von David Wechsler aufgestellt worden waren. Schon dieser hatte von sozialer Intelligenz gesprochen, die Idee aber nicht weiterverfolgt. Einem breiten Publikum wurde das Thema durch ein Buch des Psychologen und Wissenschaftsjournalisten Daniel Goleman bekannt. Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-5299"></span></p>
<p><strong>Die „emotionale Intelligenz“ fand begeisterte Anhänger</strong></p>
<p>Daniel Goleman definierte die emotionale Intelligenz, die sich zu einem Schlagwort entwickelte. Manchmal im wahrsten Sinn des Wortes, wie Heidi Kastner erläutert: „Dem fehlt einfach die emotionale Intelligenz gehört zum Abschätzigsten, das man innerhalb der Grenzen der Höflichkeit über einen anderen sagen kann.“ Das Buch erschien 1995, war 18 Monate lang auf der Bestsellerliste der „New York Times“ und wurde in 40 Sprachen übersetzt. Insgesamt über fünf Millionen Exemplare wurden davon verkauft.</p>
<p>Man integrierte die „emotionale Intelligenz“ in den allgemeinen Sprachgebrauch. Man fragte sie in nichtssagenden Pseudo-Testverfahren von Zeitschriften ab und fand entsprechend begeisterte Anhänger. Diese hatten sich vermutlich weder mit dem Konzept Daniel Golemans noch mit der fehlenden einschlägigen Empirie auseinandergesetzt. Heidi Kastner stellt fest: „Ein typisches Beispiel für ein gar nicht so seltenes Phänomen: Manche Begriffe kommen in Mode und werden recht gerne und häufig verwendet.“ </p>
<p><strong>Ein Mangel an emotionaler Kompetenz ist eng mit Dummheit verbunden</strong></p>
<p>Wenn man diejenigen, die sich ganz selbstverständlich ihrer bedienen, nach der genauen Bedeutung fragt, endet die schwungvolle Rede in Gestammel. Die Kritik an diesem Begriff scheint für Heidi Kastner nicht ganz unberechtigt zu sein. Das Konzept der emotionalen Intelligenz, die man vielleicht eher als emotionale Kompetenz bezeichnen sollte, passt nicht so recht zu den mühsam errungenen Definitionen der Intelligenz. Es ist daher fraglich, ob dieses Konzept überhaupt eine sinnvolle Ergänzung dazu darstellt oder nicht eher ganz andere menschliche Qualitäten beschreibt, die für sich stehen und mit den Bausteinen der Intelligenz wenig gemein haben.</p>
<p>Heidi Kastner weiß: „Intelligenz und emotionale Intelligenz korrelieren nur schwach, die wissenschaftliche gestaltet sich schwierig. Dass es sich bei der emotionalen Kompetenz um wesentliche Qualitäten handelt, die für das Zusammenleben von Menschen herausragende Bedeutung besitzen, wird wissenschaftlich nicht infrage gestellt, dass ein Mangel daran der Dummheit eng verbunden ist, ist alltägliche Erfahrung.“ In früheren Zeiten wären die konstituierenden Bestandteile der emotionalen Intelligenz als moralische oder theologische Fragen abgehandelt worden. Quelle: „Dummheit“ von Heidi Kastner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Persönlichkeit ist mehr als Intelligenz</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/persoenlichkeit-ist-mehr-als-intelligenz.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Dec 2023 02:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie gut sich ein Mensch in seiner Umwelt zurechtfindet, hängt von vielen Dingen ab. Die Kombination dieser Faktoren ist die Persönlichkeit. Jakob Pietschnig ergänzt: „Auch darum kümmert sich die Psychologie, auch wenn es da um viele Aspekte geht, die mit der kognitiven Leistung nicht immer etwas zu tun haben.“ Um die Gesamtheit der Persönlichkeit erfassen ... <a title="Persönlichkeit ist mehr als Intelligenz" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/persoenlichkeit-ist-mehr-als-intelligenz.html" aria-label="Mehr Informationen über Persönlichkeit ist mehr als Intelligenz">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gut sich ein Mensch in seiner Umwelt zurechtfindet, hängt von vielen Dingen ab. Die Kombination dieser Faktoren ist die Persönlichkeit. Jakob Pietschnig ergänzt: „Auch darum kümmert sich die Psychologie, auch wenn es da um viele Aspekte geht, die mit der kognitiven Leistung nicht immer etwas zu tun haben.“ Um die Gesamtheit der Persönlichkeit erfassen zu können, reicht natürlich ein Intelligenztest nicht. Daher hat man andere Verfahren, andere Modelle entwickelt, um weitere Facetten der Persönlichkeit messbar zu machen. Das gängigste ist momentan das sogenannte OCEAN-Modell, das die Persönlichkeitszüge Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus darstellt. In den 1960er- und 1970er-Jahren herrschte ein sehr positives Menschenbild vor. Daher erfasste man negative Züge eines Menschen nicht, denn man hielt alles Aversive für krank. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-5078"></span></p>
<p><strong>Auch ein gesunder Mensch hat dunkle Facetten</strong></p>
<p>Später befand man, dass auch beim gesunden Menschen aversive Züge vorkommen. Das OCEAN-Modell erweiterte man durch die sogenannte „dunkle Triade der Persönlichkeit“. Aversive Persönlichkeiten lassen sich auf den Dimensionen Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie einordnen. In jüngster Zeit fügte man sogar noch eine vierte dunkle Facette, den Sadismus, hinzu. Jakob Pietschnig betont aber: „Grundsätzlich steht Intelligenz in einem positiven Zusammenhang mit Gesundheit und vielen weiteren wünschenswerten Lebensoutcomes.“ </p>
<p>Aber zu einem guten Menschen macht einen die Intelligenz nicht. Man sieht es an Hochbegabten, deren Biografien man sehr lange durchleuchtet hat. Und man muss erkennen, dass es innerhalb der Intelligenz-Elite genauso viele Verbrecher gibt wie bei Normalbegabten. Allerdings sitzen die hochbegabten Kriminellen weniger häufig im Gefängnis. Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind sie öfter im sogenannten White-Colour-Crime zu Hause. Also nicht unbedingt bei Wirtshausraufereien, Mord und Totschlag, sondern etwa bei Wirtschaftsdelikten, die typischerweise mit geringeren Strafandrohungen einhergehen.</p>
<p><strong>Assessment-Center funktionierten oft nicht gut</strong></p>
<p>Andererseits sind sie im Allgemeinen erfolgreicher damit, einen positiven Eindruck bei Gericht zu hinterlassen, oder wenn sie einmal im Gefängnis sitzen, frühzeitiger entlassen zu werden. Jakob Pietschnig erklärt: „Darüber hinaus scheint es auch plausibel, dass sich intelligente Straftäter nicht so leicht erwischen lassen wie weniger intelligente.“ Die Erfassung von unterschiedlichen Persönlichkeitsfacetten ist besonders wichtig, wenn es um Stellenbesetzungen geht.</p>
<p>Wenn alle Kandidaten gleich intelligent sind, sollte man davon ausgehen, dass es lediglich die fachliche Passung – also im Prinzip der Lebenslauf – ist, die den Ausschlag gibt, wer die Stelle bekommt. Im Gegenteil ist es aber oft die Persönlichkeit, die bestimmt, wer erfolgreich ist. Diejenigen, die sich vor den Auswahlkomitees geschickt verhalten, bekommen den Job eher als die weniger Geschickten. Heutzutage sind Assessment-Center in der Personalauswahl sehr beliebt. Allerdings weiß man inzwischen, dass sie oft nicht gut funktionierten. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer sogenannten niedrigen Validität. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt eine Art der „kluger Dummheit“</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-gefuehlsdummheit.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 01:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Klugheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Heidi Kastner weiß: „Es gibt auch eine Dummheit im Handeln, die sich relativ häufig im zwischenmenschlichen Bereich abspielt und nicht zwingend mit der Entscheidung zur Ignoranz von Fakten in Zusammenhang steht.“ Schon David Wechsler hatte, als er sich mit der Vermessung der Intelligenz abmühte, erkannt, dass rein faktisches Wissen, verbunden mit logischem Denken, nicht alles ... <a title="Es gibt eine Art der „kluger Dummheit“" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heidi-kastner-gefuehlsdummheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Es gibt eine Art der „kluger Dummheit“">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heidi Kastner weiß: „Es gibt auch eine Dummheit im Handeln, die sich relativ häufig im zwischenmenschlichen Bereich abspielt und nicht zwingend mit der Entscheidung zur Ignoranz von Fakten in Zusammenhang steht.“ Schon David Wechsler hatte, als er sich mit der Vermessung der Intelligenz abmühte, erkannt, dass rein faktisches Wissen, verbunden mit logischem Denken, nicht alles sein konnte. Manche hatten wenig davon und kamen erstaunlich gut zurecht im Leben, manche, auch die gab es, hatten sehr viel davon und waren weitgehend unbrauchbar, scheiterten im Beruf, scheiterten in Beziehungen und hatten kaum Freunde. Doris Lessing, wie immer Denkverbotsresistent und unbesorgt über mögliche Anfeindungen als Folge ihrer Meinungsäußerung, argumentierte, dass kaum einer so dumm sein könne wie ein Intellektueller. Heidi Kastner ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 2005 ist sie Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklink Linz. <span id="more-4955"></span></p>
<p><strong>Superkluge verstehen oft ihr Scheitern nicht</strong></p>
<p>Dabei handle es sich um eine Art „kluger Dummheit“, beruhend auf einem ganzen Kopf voll kalter Logik, aber gänzlich ohne die aus Erfahrung gewonnene Erkenntnis. Georg Christoph Lichtenberg, Physiker, Naturforscher und Aphoristiker, schlug im 18. Jahrhundert in eine ähnliche Kerbe, indem er meinte, die Superklugheit sei eine der verächtlichsten Arten von Unklugheit. Was sowohl Lessing wie auch Lichtenberg auffiel, war die unerklärliche Unfähigkeit mancher Menschen, ihre intellektuellen und Wissensressourcen in einer für sie und andere vorteilhaften Weise zu nutzen. </p>
<p>Edward Lee Thorndike, ein US-amerikanischer Psychologe, illustrierte das Problem 1920 mit einem Beispiel, wonach der fachlich kompetenteste Mechaniker als Vorarbeiter scheitern werde, wenn es ihm an der Fertigkeit mangle, mit anderen zu kooperieren und sie in Kooperation zu halten. Heidi Kastner stellt fest: „Eine besondere Fußangel dieser Konstellation liegt darin, dass die Betroffenen ihr Scheitern nicht verstehen: Sie wissen alles, sie können alles, folglich sind sie – so denken sie – besser als die anderen oder zumindest gleich gut.“ </p>
<p><strong>Es gibt eine Trias der dümmsten Argumente</strong></p>
<p>Und trotzdem kommen sie beruflich nicht weiter, sind unbeliebt und werden zu allem Übel für ihre intelligenten Äußerungen oft auch noch verlacht. Bei der Trias der dümmsten Argumente handelt es sich um eine unschlagbare Kombination von Pseudo-Begründungen für jede beliebige Situation, mit denen man verlässlich jede Diskussion beenden kann. Denn sie befassen sich eben nicht mit dem Thema, sondern sind so nichtssagend und allgemein gehalten, dass sie einerseits allzeit anwendbar sind und andererseits keine spezifische Replik ermöglich. </p>
<p>Die Trias lautet: 1. „Das war schon immer so.“ 2. „Woanders geht das auch nicht.“ 3. „Wenn das jeder täte, wo kämen wir da hin.“ Gegebenenfalls, aber eher nur im privaten Rahmen, wäre noch ein viertes schlagkräftiges und ebenso nichtssagendes Argument möglich: „Werd´ einmal so alt wie ich.“ Heidi Kastner rät: „Falls es Ihnen nicht peinlich ist, vielleicht für dumm gehalten zu werden: Probieren Sie es, Sie werden erstaunt sein, welch durchschlagenden Erfolg Sie damit bei der Mehrzahl der im Umgang mit staatlichen Institutionen geschulten Mitmenschen für sich verbuchen können.“ Quelle: „Dummheit“ von Heidi Kastner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hochbegabung sieht man nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2023 01:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hochbegabung]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Es existiert ein Vorurteil, das anscheinend von jeher auf theoretische Denker gemünzt war. Jakob Pietschnig weiß: „Kaum einer, dem man nicht eine gewisse Realitätsferne oder mangelnde Alltagstauglichkeit vorwirft.“ Hochbegabung ist etwas, das man nicht sieht, das man aus ihren vermeintlichen Defiziten heraus definieren kann. Ein Mangel an Sinn für das Praktische lässt nicht automatisch den ... <a title="Hochbegabung sieht man nicht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hochbegabung-sieht-man-nicht.html" aria-label="Mehr Informationen über Hochbegabung sieht man nicht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es existiert ein Vorurteil, das anscheinend von jeher auf theoretische Denker gemünzt war. Jakob Pietschnig weiß: „Kaum einer, dem man nicht eine gewisse Realitätsferne oder mangelnde Alltagstauglichkeit vorwirft.“ Hochbegabung ist etwas, das man nicht sieht, das man aus ihren vermeintlichen Defiziten heraus definieren kann. Ein Mangel an Sinn für das Praktische lässt nicht automatisch den Umkehrschluss zu, nämlich dass es sich bei demjenigen um ein Genie handeln müsse. Die geistige, aber auch körperliche Gesundheit von Hochbegabten war etwa Gegenstand einer Langzeitstudie, die der US-amerikanische Psychologe Lewis M. Terman im Jahr 1928 initiiert hatte. Sie trägt den Namen „Genetic Studies of Genius“. Es handelt sich dabei um eine der ältesten und auch längsten Längsschnittstudien in der Geschichte der psychologischen Forschung überhaupt. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-4733"></span></p>
<p><strong>Hohe Intelligenz geht nicht mit psychischer Schwäche einher</strong></p>
<p>Zu Beginn der Studie in den 1920er-Jahren war die Meinung vorherrschend, dass hohe Intelligenz im Allgemeinen mit physischer Schwäche und emotionaler Instabilität einhergeht. Wissenschaftliche Belege dafür gab es aber nicht. Jakob Pietschnig blickt zurück: „Im Fokus der Studie stand so der Lebensweg hochbegabter Kinder. Um diese zu identifizieren, bat Terman Lehrer in Kalifornien, ihm jeweils das klügste, das zweitklügste und ferner das jüngste und älteste Kind in der Klasse zu benennen.“ </p>
<p>Diese Kinder wie auch ihre Geschwister unterzog er dann mehreren Intelligenztests. Diese 250.000 Kinder bekamen in weiterer Folge einen Gruppenintelligenztest vorgelegt. Erreichten sie dort einen Intelligenz Quotienten (IQ), der niedriger als 130 war, schieden sie aus. Erreichten sie allerdings einen höheren IQ, wurden sie in einem Individualsetting mit der Langform des Stanford-Binet-Intelligenztests getestet. Diejenigen, die dort einen IQ von 140 oder höher erreichten, nahm man in die Hauptstudie auf. </p>
<p><strong>Die Hochbegabten heben sich von der Allgemeinbevölkerung ab</strong></p>
<p>Jakob Pietschnig erläutert: „Das waren immerhin über 1.500 Schüler, die allesamt weit überdurchschnittlich auf der damals modernsten Intelligenzbatterie abgeschnitten hatten.“ Man kann also davon ausgehen, dass diese Kinder kognitiv außergewöhnlich begabt waren. Diese Stichprobe von 1.500 Schülern kontaktierte und untersuchte Lewis M. Terman in regelmäßigen Abständen. Er befragte sie im Laufe der Zeit unter anderem über ihre Bildungskarriere, höchste abgeschlossene Ausbildung, ihr Einkommen und ihren Beruf.</p>
<p>Terman wollte also feststellen, ob sich die ungewöhnlich hohen Testergebnisse im Schulalter auch in den Lebenswegen der betroffenen Personen widerspiegelten. In den 1950er-Jahren waren so gut wie alle Studienteilnehmer mit ihrer formalen Ausbildung fertig. Von diesen hatten 70 Prozent der Männer und 67 Prozent der Frauen ein Bachelorstudium abgeschlossen. Auch in vielen anderen Bereichen hoben sich die Hochbegabten von der Allgemeinbevölkerung ab. Sie waren gesünder, hatten überdurchschnittlich hohe Heirats- und niedrige Scheidungsraten. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Intelligenztest misst die Intelligenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Nov 2022 02:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fähigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenztest]]></category>
		<category><![CDATA[Training]]></category>
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					<description><![CDATA[Anschauen allein reicht in der Regel nicht aus, um ein seriöses Urteil über die Intelligenz eines Menschen abgeben zu können. Was nicht heißt, dass man nicht gelegentlich versucht ist, genau das zu tun. Jakob Pietschnig weiß: „Für die Erfassung von Intelligenz braucht es mehr als ein einzelnes Ereignis. Ideal wäre eine Auswahl von vielen verschiedenen ... <a title="Ein Intelligenztest misst die Intelligenz" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-intelligenztest-misst-die-intelligenz.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Intelligenztest misst die Intelligenz">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anschauen allein reicht in der Regel nicht aus, um ein seriöses Urteil über die Intelligenz eines Menschen abgeben zu können. Was nicht heißt, dass man nicht gelegentlich versucht ist, genau das zu tun. Jakob Pietschnig weiß: „Für die Erfassung von Intelligenz braucht es mehr als ein einzelnes Ereignis. Ideal wäre eine Auswahl von vielen verschiedenen relevanten Verhaltensweisen von ein und derselben Person, um ihren Grad an Intelligenz feststellen zu können.“ Das ist natürlich aufwendig und in den meisten Fällen praktisch unmöglich. Man kann einzelnen Personen nicht monatelang folgen. Weitaus realistischer ist es da schon, eine möglichst repräsentative Auswahl an Szenarien und Fragen zu erarbeiten. Man legt sie jemandem zu einem gewissen Zeitpunkt vor und fordert angemessen beurteilbare Antworten ein. Es handelt sich dabei um einen Intelligenztest. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-4104"></span></p>
<p><strong>Testvorbereitungen trainieren nicht die Intelligenz</strong></p>
<p>Rätsel lösen, Hintergründe aufdecken – das alles will der Detektiv in einem Menschen. Jakob Pietschnig stellt fügt hinzu: „Diese detektivische Lust mach tauch vor dem Intelligenztest nicht halt und ruft die „Testknacker“ auf den Plan. Ganze Bücher erklären, wie man bei diesen Tests besser abschneidet. Kurz gesagt, man kann Fähigkeitstests austricksen. Allerdings funktioniert das nur in eine Richtung.“ Es wird nicht gelingen, sich besser darzustellen, als man ist, außer man schummelt richtig.</p>
<p>„Faking good“ ist bei Leistungstests also in der Regel nicht möglich – bei Selbstberichtfragebogen geht das jedoch sehr gut. „Faking bad“, sich schlechter darzustellen, als man ist, funktioniert hingegen sehr wohl. Man kann sich natürlich gezielt auf einen Test vorbereiten, soweit man sich darüber schlaumacht, was genau erwartet wird. Aber damit trainiert man nicht seine Intelligenz, sondern die Fähigkeit, einen bestimmten Aufgabentyp zu lösen.</p>
<p><strong>Ein Abscheiden über den tatsächlichen Fähigkeiten ist sinnlos</strong></p>
<p>Dennoch lässt sich in gewissen Fällen durch das Training trotzdem Kapital schlagen. Für große formalisierte Aufnahmetests wie für das Medizinstudium beispielsweise gibt es sogar Vorbereitungskurse. In denen kann man sich gezielt auf bestimmte Aufgabentypen aus Fähigkeitstest vorbereiten. Aber was bringt es eigentlich, ein besseres Ergebnis zu ertrainieren oder zu erschummeln? Warum will man überhaupt besser abschneiden, als man eigentlich ist? Rational betrachtet ist ein Abschneiden über den tatsächlichen Fähigkeiten sinnlos.</p>
<p>Jakob Pietschnig erklärt: „Wenn man etwa bei einer Bewerbung vorgibt, etwas zu können, das man nicht kann, ist das für das eigene berufliche Weiterkommen ungünstig. Man braucht ja genau diese geforderte Fähigkeit.“ Muss man in weiterer Folge tagtäglich Aufgaben ausüben, welche die eigenen Fähigkeiten übersteigen, wird man in dem Beruf wohl auch nicht glücklich werden. Auch abseits von Tricks haben es Testpersonen nicht leicht. Typischerweise sind die Aufgaben in Intelligenztests der Schwierigkeit nach geordnet. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Emotionale Intelligenz ist keine Intelligenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 01:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionale Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man darüber spricht, was Intelligenz denn eigentlich sei, ist es für Jakob Pietschnig auch wichtig festzuhalten, was sie auf keinen Fall ist. Er erklärt: „Auch wenn der Begriff von der „Emotionalen Intelligenz“ seit den 1960er-Jahren immer wieder auftaucht – und von Howard Gardner in die Liste seiner „multiplen Intelligenzen“ aufgenommen worden ist, zählen emotionale ... <a title="Emotionale Intelligenz ist keine Intelligenz" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jakob-pietschnig-was-intelligenz-nicht-ist.html" aria-label="Mehr Informationen über Emotionale Intelligenz ist keine Intelligenz">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man darüber spricht, was Intelligenz denn eigentlich sei, ist es für Jakob Pietschnig auch wichtig festzuhalten, was sie auf keinen Fall ist. Er erklärt: „Auch wenn der Begriff von der „Emotionalen Intelligenz“ seit den 1960er-Jahren immer wieder auftaucht – und von Howard Gardner in die Liste seiner „multiplen Intelligenzen“ aufgenommen worden ist, zählen emotionale Intelligenz und auch soziale Kompetenzen nicht zur Intelligenz.“ Bei ihnen handelt es sich vielmehr um Persönlichkeitseigenschaften als um Fähigkeiten. In aller Munde ist die „Emotionale Intelligenz“ sei der Publikation „EQ. Emotionale Intelligenz“ des Psychologen und Wissenschaftsjournalisten Daniel Goleman (*1946) aus dem Jahr 1995, die international zum Bestseller avancierte. Er stellt darin einer breiten Öffentlichkeit sein Konzept von der „emotionalen Intelligenz“ vor und preist die Vorzüge zwischenmenschlicher Kompetenzen gegenüber den, wie er sagt, „herkömmlichen“ Fähigkeiten. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-3945"></span></p>
<p><strong>Die emotionale Intelligenz lässt sich nicht messen</strong></p>
<p>Den theoretischen Unterbau für seine Theorie lieferten die Persönlichkeitspsychologen John D. Mayer (*1953) und Peter Salovey (*1958) in den 1990er-Jahren, die auf die Schlüsselrolle der Kompetenz im Umgang mit Gefühlen für ein glückliches Leben hingewiesen haben. Im Gegensatz zur psychometrischen Intelligenz lässt sich beim Versuch der Erfassung der emotionalen Intelligenz nicht zwischen eindeutig richtigen und eindeutig falschen Antworten unterscheiden. </p>
<p>Bei emotionalen Intelligenztests soll etwa die emotionale Aussage eines Gesichtsausdrucks auf einem Foto bestimmt werden. Wirkt die Person eher erfreut oder überrascht? Jakob Pietschnig weiß: „Eine objektiv richtige Antwort gibt es darauf nicht. Man versucht, diesem Problem mit einer Art „Mehrheitsentscheid“ der Testteilnehmer zu begegnen, indem man diejenige Antwort als „am richtigsten“ wertet, die von den meisten Teilnehmern gewählt wird.“ Bei dem Versuch der Erfassung einer kognitiven Fähigkeit wäre ein solches Verhalten undenkbar. </p>
<p><strong>Soziale Kompetenzen sind nicht unwichtig</strong></p>
<p>Die Erfassung von emotionaler Intelligenz basiert auf demokratischen Prinzipien, die von kognitiven Fähigkeiten auf objektiven Kriterien. Noch schwerer wiegt der Umstand, dass sich nur verhältnismäßig geringe Zusammenhänge mit anderen etablierten Faktoren, welche die psychometrische Intelligenz repräsentieren, zeigen. Emotionale Intelligenz und sozialen Kompetenzen haben also mit psychometrisch erfasster Intelligenz wenig zu tun. Das bedeutet natürlich nicht, dass soziale Kompetenzen unwichtig sind.</p>
<p>Oft im Gegenteil. Aber sie stellen eben keine Form der Intelligenz dar. Jakob Pietschnig betont: „Die große Herausforderung bei der Messung unserer geistigen Fähigkeiten besteht darin, dass diese unsichtbar in unserem Inneren wirken. Anders als physische Merkmale lassen sich psychische – und zwar weder Persönlichkeitseigenschaften noch geistige Fähigkeiten – direkt beobachten.“ Grundsätzlich ist das für andere Maße einfacher. Will man beispielsweise eine Distanz bestimmen, dann besorgt man sich ein Lineal, Maßband oder etwas Ähnliches. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Intelligenz lässt sich nur schwer definieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Aug 2022 01:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl noch immer keine einheitlich anerkannte wortwörtliche Definition von Intelligenz existiert, herrscht in der Wissenschaft ein erstaunlich hohes Einverständnis darüber, welche Eigenschaften auf das Konzept Intelligenz zutreffen und welche nicht. Jakob Pietschnig weiß: „Hauptsächlich liegt das an den vielen bemerkenswert robust reproduzierbaren Ergebnissen, welche die Grundlage der Intelligenzforschung bilden.“ Intelligente Menschen sind jedoch nicht automatisch ... <a title="Intelligenz lässt sich nur schwer definieren" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/jakob-pietschnig-definitionen-von-intelligenz.html" aria-label="Mehr Informationen über Intelligenz lässt sich nur schwer definieren">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl noch immer keine einheitlich anerkannte wortwörtliche Definition von Intelligenz existiert, herrscht in der Wissenschaft ein erstaunlich hohes Einverständnis darüber, welche Eigenschaften auf das Konzept Intelligenz zutreffen und welche nicht. Jakob Pietschnig weiß: „Hauptsächlich liegt das an den vielen bemerkenswert robust reproduzierbaren Ergebnissen, welche die Grundlage der Intelligenzforschung bilden.“ Intelligente Menschen sind jedoch nicht automatisch immer gesünder als weniger intelligente. Dennoch scheint Intelligenz im Allgemeinen mit vielen wünschenswerten Lebensereignissen in Beziehung zu stehen. Sie erscheint, kurz gesagt, durchaus nützlich. Einer der wichtigsten und stabilsten Befunde bezieht sich auf die sogenannte „positive Kupplung“ der Intelligenz. Sie besagt, dass Leistungen in Intelligenztests positiv miteinander verknüpft sind, und zwar unabhängig davon, welches spezifische Merkmal betrachtet wird. Jakob Pietschnig lehrt Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik an der Universität Wien. <span id="more-3806"></span></p>
<p><strong>Intelligente Menschen schneiden meist überall gut ab</strong></p>
<p>Jakob Pietschnig erklärt: „Wenn also jemand in bestimmten Bereichen gut abschneidet, ist er im Allgemeinen auch in den allermeisten anderen gut. Gute Rechner sind in der Regel auch gute Rechtschreiber, gute Schlussfolgerer haben in der Regel auch hohes Wissen.“ Deshalb kommt man nur relativ selten mit Personen in Berührung, die in einem ganz bestimmten Teilbereich der Intelligenz äußerst gut abschneiden, in einem anderen aber außerordentlich schlecht. </p>
<p>Ausnahmen bilden Personen mit sogenannten „Teilleistungsschwächen“. Die am häufigsten vorkommende ist die Lese- und Rechtschreibschwäche, die landläufig auch als Legasthenie bekannt ist und ungefähr fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen betrifft. Diese Personen zeigen oft durch- oder sogar überdurchschnittliche Leistungen in anderen Bereichen, haben jedoch Probleme beim Lesen, Schreiben oder bei beidem. Eine Leseschwäche ist durch stark verminderte Lesegeschwindigkeit gekennzeichnet, während sich eine Rechtschreibschwäche, wie der Name schon sagt, in der Unfähigkeit, orthografisch richtig zu schreiben, äußert, und zwar trotz intensiven Unterrichts.</p>
<p><strong>Inselbegabungen sind ein sehr seltenes Phänomen</strong></p>
<p>Jakob Pietschnig fügt hinzu: „Um von einer Teilleistungsschwäche sprechen zu können, dürfen andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel das schlussfolgernde Denken, die Raumvorstellungsfähigkeit oder numerische Fähigkeiten, nicht beeinträchtigt sein.“ Umgekehrt, wenngleich auch wesentlich seltener, gibt es auch das Phänomen der „Teilleistungsstärke“, die man oft auch als „Inselbegabung“ bezeichnet. Eine Inselbegabung ist eine außergewöhnliche Fähigkeit, die in einem starken Kontrast zu der sonstigen Leistungsfähigkeit einer Person steht.  </p>
<p>Teilleistungsstärken sind ein faszinierendes, jedoch auch ein sehr seltenes Phänomen. Viel öfter aber findet man konsistent bessere oder schlechtere Leistungen in den verschiedenen Intelligenzbereichen. Jakob Pietschnig stellt fest: „Das Phänomen der positiven Kupplung der Intelligenz lässt, ganz allgemein formuliert, den Schluss zu, dass es etwas geben muss, das allen intelligenten Verhaltensweisen gemeinsam ist.“ Der wahrscheinlich Erste, der so dachte, war Charles Spearman (1863 – 1945) zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Quelle: „Intelligenz“ von Jakob Pietschnig</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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