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	<title>Gehirn &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Angst ist ein subjektives Geschehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2025 02:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht immer gelingt es einem Menschen, sich selbst gut zu beobachten und sich bewusst zu machen, ob er nun irritiert, bereits verunsichert oder schon völlig hilflos ist. Gerald Hüther erläutert: „Die Übergänge sind fließend, oft handelt es sich auch um nur schwer zu beschreibende Empfindungen. Meist sind diese Empfindungen auch schon von Versuchen zur Wiederherstellung ... <a title="Angst ist ein subjektives Geschehen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-aengste-verstehen.html" aria-label="Mehr Informationen über Angst ist ein subjektives Geschehen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht immer gelingt es einem Menschen, sich selbst gut zu beobachten und sich bewusst zu machen, ob er nun irritiert, bereits verunsichert oder schon völlig hilflos ist. Gerald Hüther erläutert: „Die Übergänge sind fließend, oft handelt es sich auch um nur schwer zu beschreibende Empfindungen. Meist sind diese Empfindungen auch schon von Versuchen zur Wiederherstellung der verloren gegangenen Kohärenz begleitet und werden davon überlagert.“ Deshalb ist das Gefühl der Angst immer und grundsätzlich Ausdruck eines inneren, subjektiven Geschehens. Objektiv messbar sind nur die mit dieser subjektiv empfundenen Angst einhergehenden körperlichen Reaktionen und Verhaltensweisen. Die Angst wird in Form dieser automatisch ablaufenden Reaktionen als Irritation, Verunsicherung und Ohnmacht erlebt. Eine Person kann dieses Erleben beschreiben, aber nicht durch kognitive Überlegungen steuern. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-5883"></span></p>
<p><strong>Manche Personen haben Angst vor den Abläufen im eigenen Körper</strong></p>
<p>Das Erleben läuft in der Person ab und lässt sich willkürlich nicht beeinflussen. Gerald Hüther erklärt: „Die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf dieses körperliche Angsterleben verstärkt die Wahrnehmung der dabei stattfindenden Körperreaktionen – und erzeugt bei manchen Personen eine zusätzliche Angst vor dem, was nun auch noch im eigenen Körper abläuft.“ Bewusst erlebt wird aber das befreiende Gefühl, das sich immer dann einstellt, wenn es gelungen ist, den als Angst empfundenen inkohärenten Zustand im Gehirn durch eine eigene Lösung oder eine glückliche Fügung wieder in einen kohärenten Zustand zu verwandeln.</p>
<p>Dann bekommt man wieder „den Kopf frei“. Gerald Hüther stellt fest: „Erst dann, wenn sich das bis dahin im Frontalhirn als allgemeines „Arousal“ entstandene Durcheinander wieder beruhigt hat, ist es einer Person möglich, sich bewusst zu vergegenwärtigen und darüber nachzudenken, was tatsächlich vorgefallen ist.“ Erst jetzt, wenn es im Gehirn wieder etwas kohärenter zugeht, ist sie auch in der Lage, die Ursache oder zumindest den Auslöser ihrer Angst zu erkennen.</p>
<p><strong>Das Überwinden einer bedrohlichen Situation aktiviert das „Belohnungssystem“</strong></p>
<p>Erst dann kann die Person begreifen und sich bewusst machen, was ihr geholfen hat und wie es ihr gelungen ist, die drohende Gefahr doch noch abzuwenden und die damit einhergehende Angst zu beruhigen. Gerald Hüther betont: „Es ist also nicht der Zustand der Angst, in dem dieser Erkenntnisprozess abläuft und diese Lernerfahrung gemacht wird. Es ist der Umstand, dass diese Angst überwunden, eine geeignete Lösung gefunden werden konnte.“</p>
<p>All das, was eine Person erfolgreich eingesetzt und unternommen hat, um einen inkohärent gewordenen Zustand wieder in einen kohärenten zu verwandeln, wird nun in Form der dabei aktivierten neuronalen Verschaltungen fest in ihrem Gehirn verankert. Gerald Hüther fügt hinzu: „Nicht die Angst, sondern das Erleben, eine bedrohliche Situation gemeistert zu haben, führt zur Aktivierung des sogenannten „Belohnungssystems“ und damit zur Freisetzung von Botenstoffen und Wachstumshormonen, die das Auswachsen neuer Fortsätze und das Knüpfen neuer Nervenzellkontakte stimulieren.“ Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Erleben wird im Gehirn zu Biologie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2024 02:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Die biologische Struktur des Gehirns wird durch all das geformt, was sie an Informationen über die Jahre aufnimmt. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Unser Erleben wird in unserem Gehirn zu Biologie. Dadurch passen wir uns mit jedem Schritt, den wir in unser Leben hineinwachsen, besser an die Bedingungen unserer Umwelt an, ein Entwicklungsprozess, der bereits vor der ... <a title="Das Erleben wird im Gehirn zu Biologie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-erleben-wird-im-gehirn-zu-biologie.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Erleben wird im Gehirn zu Biologie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die biologische Struktur des Gehirns wird durch all das geformt, was sie an Informationen über die Jahre aufnimmt. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Unser Erleben wird in unserem Gehirn zu Biologie. Dadurch passen wir uns mit jedem Schritt, den wir in unser Leben hineinwachsen, besser an die Bedingungen unserer Umwelt an, ein Entwicklungsprozess, der bereits vor der Geburt beginnt und ein Leben lang anhält.“ Einmal im Gehirn gespeicherte Erfahrungsmuster werden bewahrt und bei Bedarf wie eine Schablone über das aktuell wahrgenommene Geschehen gelegt. Passt die existierende Schablone, wird sie beibehalten und mit jeder Anwendung verstärkt, um bei nächster Gelegenheit umso leichter und schneller präsent zu sein. Es ist wie beim Vokabellernen. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-5766"></span></p>
<p><strong>Unbewusst wollen Menschen ihre Meinung immer wieder bestätigen</strong></p>
<p>Auf jede aktuelle Gegebenheit projizieren Menschen erst einmal den Erfahrungsschatz, den sie bereits aufgebaut haben, weil er in der Struktur ihres Gehirns verankert ist und deshalb ihre Erwartungshaltung bestimmt. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Deshalb neigen wir dazu, einmal gemachte und bewährte Erfahrungen beizubehalten und selbst neue Erfahrungen an die bekannten Schablonen anzupassen. Kein Wunder, dass diese Neigung im Alter zunimmt, weil sich Muster, die wir jahrelang beibehalten, regelrecht in unsere Hirnstruktur einbrennen.“</p>
<p>Das gilt keineswegs nur für Handlungs- sondern auch für Denkmuster. Unbewusst streben Menschen also danach, sich ihre Meinung immer wieder aufs Neue zu bestätigen. Sofern sie nicht bewusst gegensteuern, sind sie latent intolerant bis missionarisch. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Die Folge dieses strukturell konservativen Aufbaus unseres Gehirns ist eine Selbstverstärkungstendenz, die nicht nur unseren individuellen Starrsinn im Alltag prägt, sondern auch unsere staatlichen Strukturen.“ Etwa werden in der Steuergesetzgebung einmal aufgebaute Regelungen beibehalten und solange weiterentwickelt, bis keiner mehr den Durchblick hat.</p>
<p><strong>Revolutionen ermöglichen einen Neustart</strong></p>
<p>Vergleichbar mit der Struktur im menschlichen Gehirn fällt es überall dort, wo staatliche Strukturen in vielen Jahren aufgebaut wurden, schwer, etwas zu ändern. Hans-Otto Thomashoff vermutet: „Das dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass es in der Geschichte oft radikaler Umbrüche bedurfte, um neuen Strukturen eine Chance zu geben. Revolutionen ermöglichten einen Neustart, wo verkrustete Ordnungen erstarrt waren – allerdings häufig um einen hohen Preis.“</p>
<p>Auch die Politiker selbst sind – wie jeder andere Berufsstand – dem Drang zur Selbstverstärkung ausgesetzt. Hans-Otto Thomashoff fügt hinzu: „Die ihnen zugeteilte Machtfülle ist narzisstisch verlockend und wird zur Selbstverständlichkeit mit einem permanenten Streben nach mehr.“ Noch weitaus drastischer kam die Selbstverstärkungstendenz bei manchen Alleinherrschern, die, einmal an der Macht, in ihrem Streben nach nicht enden wollender Selbstinszenierung keine Grenzen mehr kannten. Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Bei psychischer Störungen regiert das Chaos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Nov 2024 02:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[psychische Störungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Jede Herangehensweise an psychische Störungen betont eine bestimmte Ursache und einen entsprechenden Handlungsansatz. Randolph M. Nesse nennt Beispiele: „Ärzte, die nach ererbten Einflussfaktoren und Gehirnstörungen Ausschau halten, empfehlen Medikamente. Therapeuten, die Kindheitserfahrungen und mentale Konflikte für die Symptome verantwortlich machen, raten zu einer Psychotherapie, während diejenigen, die auf falsche und belastende Überzeugungen fixiert sind, eine ... <a title="Bei psychischer Störungen regiert das Chaos" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/randolph-m-nesse-psychische-stoerungen.html" aria-label="Mehr Informationen über Bei psychischer Störungen regiert das Chaos">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jede Herangehensweise an psychische Störungen betont eine bestimmte Ursache und einen entsprechenden Handlungsansatz. Randolph M. Nesse nennt Beispiele: „Ärzte, die nach ererbten Einflussfaktoren und Gehirnstörungen Ausschau halten, empfehlen Medikamente. Therapeuten, die Kindheitserfahrungen und mentale Konflikte für die Symptome verantwortlich machen, raten zu einer Psychotherapie, während diejenigen, die auf falsche und belastende Überzeugungen fixiert sind, eine kognitive Therapie vorschlagen.“ Bei einer religiösen Orientierung legt man den Hilfesuchenden Meditation und Gebet nahe. Und diejenigen, die glauben, dass die meisten Probleme in der Familiendynamik verankert sind, spreche sich, was sonst, für eine Familientherapie aus. Professor Randolph M. Nesse ist Mitbegründer der Evolutionären Medizin. Seit 2014 lehrt er and er University of Arizona, wo er als Gründungsmitglied und Direktor das Center for Evolution and Medicine leitet. <span id="more-5745"></span></p>
<p><strong>Debatten über die Diagnostik werden heutzutage erbittert geführt</strong></p>
<p>Der Psychiater George Engel erkannte das Problem 1977 und entwickelte ein integratives „Biopsychosoziales Modell“ von Gesundheit und Krankheit. Seither wurden jedes Jahr erneut Rufe nach einer Sichtweise laut, die biologische, psychische und soziale Einflussfaktoren als Teile eines miteinander verwobenen Ganzen versteht, womit bedauerlicherweise die Fragmentierung der Psychiatrie noch verstärkt wurde. Randolph M. Nesse stellt fest: „Die chaotischen Realitäten psychischer Störungen werden ignoriert, damit sie in das Prokrustesbett des einen oder anderen Schemas eingepasst werden können.“ </p>
<p>Fachausschüsse plädieren für einen integrierenden Ansatz, aber die Ausschüsse, die über die Zuteilung von Fördergeldern und Festanstellungen entscheiden, unterstützen ausschließlich Projekte, die sich in eine der eng gefassten Disziplinen einfügen. Debatten über die Diagnostik werden heutzutage so erbittert geführt, dass sie es bis in die Editorials von Zeitschriften schaffen. Randolph M. Nesse ergänzt: „Die Suche nach Gehirnanomalien als Ursache psychischer Störungen bot eine weitere Hoffnung, der Verwirrung ein Ende zu setzen.“ </p>
<p><strong>Biopolare Störungen oder Autismus werden in der Regel vererbt</strong></p>
<p>Denn das Gehirn von Menschen mit bipolarer Störung oder Autismus müsste sich doch in irgendeiner Form von dem Gehirn nichtbetroffener Personen unterscheiden. Randolph M. Nesse betont: „Doch Studien haben nur geringfügige Abweichungen entdeckt. Sie sind real, aber nicht konsistent. Es ist schwer, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Keine Untersuchungsmethode kommt an eine definitive Diagnose heran, die vergleichbar wäre mit einer Lungenentzündung oder Krebserkrankung.“</p>
<p>Auch die Hoffnungen, die sich auf die Genetik stützten haben sich zerschlagen. Ob jemand Schizophrenie, eine bipolare Störung oder Autismus entwickelt, ist fast ausschließlich eine Vererbungssache, sodass die meisten, die um die Jahrtausendwende mit Forschungsprojekten im psychiatrischen Bereich befasst waren, zu der Überzeugung gelangten, dass es keine weit verbreiteten genetischen Variationen mit größeren Auswirkungen auf diese Erkrankungen gibt. Randolph M. Nesse erläutert: „Fast alles spezifischen Variationen erhöhen das Anfälligkeitsrisiko nur um ein Prozent oder weniger.“ Quelle: „Gute Gründe für schlechte Gefühle“ von Randolph M. Nesse</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Leben ohne Probleme kann es nicht geben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2024 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstheilungskräfte]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstellungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie schön wäre es, wenn die Welt endlich zu einem Paradies für alle Menschen würde. Oder das Himmelreich auf Erden endlich anbräche. In dieser so sehnsüchtig erträumten Welt soll es kein Unglück, keine Probleme, keine Krankheiten und stattdessen alles, was das Herz begehrt, im Überfluss geben. Gerald Hüther weiß: „Aber auch wenn wir es uns ... <a title="Ein Leben ohne Probleme kann es nicht geben" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-leben-ohne-probleme-kann-es-nicht-geben.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Leben ohne Probleme kann es nicht geben">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie schön wäre es, wenn die Welt endlich zu einem Paradies für alle Menschen würde. Oder das Himmelreich auf Erden endlich anbräche. In dieser so sehnsüchtig erträumten Welt soll es kein Unglück, keine Probleme, keine Krankheiten und stattdessen alles, was das Herz begehrt, im Überfluss geben. Gerald Hüther weiß: „Aber auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen: Ein Leben ohne Probleme, ohne immer wieder auftretende und unser Gehirn durcheinanderbringende Inkohärenzen kann und wird es nicht geben, solange wir noch am Leben sind.“ Nicht dass es so bleibt, wie es einmal geworden ist, sondern dass es ständig aufs Neue durcheinanderkommt, sich neu ordnen muss und daher herausfindet, wie es sich selbst verändern, sich an neue Gegebenheiten anpassen kann, zeichnet das Leben als Ganzes und jedes lebendige Wesen als einzigartigen Teil davon aus. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-5706"></span></p>
<p><strong>Das größte krankmachende Problem ist die Angst</strong></p>
<p>Was Menschen daran hindert, gesund zu bleiben, ist nicht das Wind und das Wetter oder ein schlechter Standort. Gerald Hüther erklärt: „Unser größtes krankmachendes Problem ist die Angst, von anderen abgelehnt, nicht gesehen, nicht gemocht zu werden. Das macht uns schwer zu schaffen, und deshalb versuchen wir auch alle, uns selbst so lange zu verbiegen und unsere eigenen Bedürfnisse zu unterdrücken, bis diese Angst einigermaßen weg ist.“ Dabei bilden Menschen dann jeweils eigene Vorstellungen davon heraus, worauf es im Leben ankommt.</p>
<p>Oft übernehmen Menschen diese Vorstellungen einfach nur von anderen, von wichtigen Bezugspersonen und machen sie sich zu eigen. Gerald Hüther warnt: „Auch wenn wir es anfangs noch gar nicht bemerken, sind diese Vorstellungen nicht immer gut für uns. Oft passen sie nicht zu dem, was wir brauchen, um glücklich und gesund zu bleiben.“ Sie erzeugen im Gehirn Inkohärenzen, die sich auch durch größte Anstrengungen nicht vollständig und vor allem dauerhaft unterdrücken lassen.</p>
<p><strong>Ein inkohärenter Zustand im Gehirn löst Angst aus</strong></p>
<p>So kommen auch die für die Körperregulation verantwortlichen Bereiche im Gehirn immer wieder durcheinander, die Selbstheilungskräfte funktionieren dadurch nicht mehr hinreichend gut, und Menschen werden deshalb über kurz oder lang krank. Gerald Hüther rät: „Um diese Selbstheilungskräfte wieder zu stärken, müssten wir lernen, etwas besser zu verstehen, was uns Angst macht. Vielleicht gelingt es uns dann, diese Ängste anzunehmen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und uns womöglich auch von der einen oder anderen krankmachenden Vorstellung liebevoll zu verabschieden.“ </p>
<p>Angst ist ein Gefühl, das immer dann entsteht, wenn sich im Gehirn ein inkohärenter Zustand so stark auszubreiten beginnt, dass davon auf ältere und tiefer im Hirn liegende, für die Regulation körperlicher Funktionen zuständige Bereiche erfasst werden. Gerald Hüther erläutert: „Das ist keine einfache Reiz-Antwort-Reaktion, sondern ein Prozess, und der braucht Zeit. Er beginnt mit einer leichten Irritation.“ Diese geht dann in ein Gefühl der Verunsicherung über, woraus das Empfinden von Hilflosigkeit und Ohnmacht erwächst. Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erinnerungen können verschwinden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2023 02:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Erinnerung ist kein Ort im Gehirn, an dem etwas von früher gespeichert wäre. Man realisiert sie in der Gegenwart, für andere und vor anderen. Sonst wäre das, woran man sich erinnert, gar nicht mittelbar. Valentin Groebner erläutert: „Deswegen verblassen Erinnerungen, die ich anderen nicht erzähle, und verschwinden. Häufiger aufgerufene Episoden aus meiner eigenen Vergangenheit dagegen ... <a title="Erinnerungen können verschwinden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erinnerungen-koennen-verblassen-und-verschwinden.html" aria-label="Mehr Informationen über Erinnerungen können verschwinden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erinnerung ist kein Ort im Gehirn, an dem etwas von früher gespeichert wäre. Man realisiert sie in der Gegenwart, für andere und vor anderen. Sonst wäre das, woran man sich erinnert, gar nicht mittelbar. Valentin Groebner erläutert: „Deswegen verblassen Erinnerungen, die ich anderen nicht erzähle, und verschwinden. Häufiger aufgerufene Episoden aus meiner eigenen Vergangenheit dagegen verändern sich genau dadurch, dass ich mich an sie erinnere und sie dabei aufdatiere.“ Sich an etwas zu erinnern heiß, es durch Benutzung umzuschreiben. Der Speicher im Kopf unterscheidet nicht zwischen Träumen, Filmen, Fotografien und tatsächlich Geschehenem. Valentin Groebner lehrt als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Seit 2017 ist er Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. <span id="more-5087"></span></p>
<p><strong>Erinnerung hat nicht sehr viel mit Vergangenheit zu tun</strong></p>
<p>Alles baut das Gehirn unterschiedslos weiter und baut es ineinander. Gedächtnis ist ständiges Aufdatieren. Und wie jedes Archiv verändert es das Material, das es aufbewahrt. Valentin Groebner behauptet: „Erinnerung hat einfach nicht sehr viel mit der Vergangenheit zu tun.“ Woran sich Menschen erinnern, schreibt der holländische Gedächtnisforscher Douwe Draaisma, hänge von der Geschichte ab, für die sie diese Erinnerung benötigen. Große Folgen müssen in der Rückschau auch große Ursachen gehabt haben. Also erinnern sich dazu befragte Personen im Nachhinein auch an sie. </p>
<p>Juristen, Ärzte und Psychologen kennen das Phänomen als Rückschaufilter. Valentin Groebner erklärt: „Jeder Mensch neigt dazu, diejenigen Informationen zu suchen und bevorzugt zu behalten, die das bestätigen, was er bereits zu wissen glaubt. Deswegen nehme ich Vergangenes immer als eindeutiger, eigentlicher und weniger von Widersprüchen und Zweifeln besetzt wahr als dieses unübersichtlich Jetzt.“ Erinnerungen haben eine so starke Wirkung, weil sie vieles weglassen. Man erinnert sich nur an Abkürzungen und an Eingedicktes.</p>
<p><strong>Menschen sind emotionale Zeitreisende</strong></p>
<p>Jedes Reden über die eigene Geschichte verschafft einem Menschen eine neue, jeweils passende Vergangenheit: „So möchte ich geworden sein.“ Denn Informationen, die man nach einem Erlebnis erhält, verändern die Erinnerung an das Erlebte, ohne dass man zwischen der älteren und der neueren Version unterscheiden könnte. Man kann nur sehr schlecht abschätzen, wieviel das fleißige Gehirn dem Vergangenen hinzugefügt hat. Sondern man projiziert auch seine eigenen Empfindungen und Wertungen in die Vergangenheit zurück. </p>
<p>Valentin Groebner stellt fest: „Ich bin ein emotionaler Zeitreisender, ohne es selbst auch nur zu bemerken. Und bitte nehmen Sie es nicht persönlich, aber bei Ihnen ist es genauso. Je älter eine Person wird, desto intensiver erinnert sie sich an Ereignisse, die sie zwischen 14 und 24 erlebt hat.“ Sie findet in dieser Phase das wieder, was sie vermeintlich ausmacht – nachträglich. Das wird dann „meine Zeit“. Bei Popmusik mit dem Ergebnis, dass die beste Musik dann gemacht wurde, als man selbst Anfang 20 war. Quelle: „Bin ich das?“ von Valentin Groebner</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kinder entwickeln eine intuitive Psychologie</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gerd-gigerenzer-gesunder-menschenverstand.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Oct 2023 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Gerd Gigerenzer erklärt: „Die Neugier auf Ursachen statt auf bloße Assoziationen ist charakteristisch für menschliche Intelligenz und das Kennzeichen von Wissenschaft.“ Kausales Denken ist sowohl eine Stärke als auch der Ursprung von Aberglauben. Etwa, wenn man glaubt, dass das Drücken von Daumen Glück bringt. In den ersten Jahren entwickeln Kinder eine intuitive Psychologie. Sie „wissen“, ... <a title="Kinder entwickeln eine intuitive Psychologie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/gerd-gigerenzer-gesunder-menschenverstand.html" aria-label="Mehr Informationen über Kinder entwickeln eine intuitive Psychologie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerd Gigerenzer erklärt: „Die Neugier auf Ursachen statt auf bloße Assoziationen ist charakteristisch für menschliche Intelligenz und das Kennzeichen von Wissenschaft.“ Kausales Denken ist sowohl eine Stärke als auch der Ursprung von Aberglauben. Etwa, wenn man glaubt, dass das Drücken von Daumen Glück bringt. In den ersten Jahren entwickeln Kinder eine intuitive Psychologie. Sie „wissen“, dass Menschen Gefühle und Absichten haben, und sie können die Perspektive anderer Menschen einnehmen. Spezielle Schaltkreise im Gehirn haben offenbar die Aufgabe zu beobachten, was andere wissen, denken und glauben. Ein Mangel an intuitiver Psychologie ist ein Zeichen für Autismus. Ganz ähnlich entwickeln Kinder auch eine intuitive Physik. Gerd Gigerenzer ist ein weltweit renommierter Psychologe. Das Gottlieb Duttweiler Institut hat Gigerenzer als einen der hundert einflussreichsten Denker der Welt bezeichnet. <span id="more-4973"></span></p>
<p><strong>Computer verfügen über keinen gesunden Menschenverstand</strong></p>
<p>Beispielsweise wissen die Kinder, dass sich ein Festkörper nicht durch einen anderen Körper hindurchbewegen kann. Und sie wissen, dass Körper in der Zeit fortbestehen und dass sich die Zeit nicht umkehren lässt. Wenn Kinder älter als drei Jahre sind, entwickeln sie ein intuitives Sozialverhalten. Sie sind bestrebt, Gruppennormen zu folgen und moralische Standards zu entwickeln und zu verteidigen. Der gesunde Menschenverstand ist eine gewaltige Herausforderung für die Entwickler der Künstlichen Intelligenz.</p>
<p>Das gilt sogar für das Grundverständnis, dass Wörter und Bilder Objekte in der sozialen und physischen Welt repräsentieren. Es ist den Forschern nicht gelungen, gesunden Menschenverstand in Computer zu programmieren oder tiefe neuronale Netze zu entwickeln, die ihn lernen können. Gerd Gigerenzer ergänzt: „Sensomotorische sind eine andere große Herausforderung.“ Es ist nach wie vor schwierig, einen Roboter zu bauen, der seine Finger ebenso flexibel bewegen kann wie ein Geiger. </p>
<p><strong>Algorithmen können Muster in Bildern entdecken</strong></p>
<p>In Ermangelung dieser Fertigkeiten besteht eine Lösung darin, die Wohnwelten der Menschen an die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) anzupassen. Computer brillieren bei Fähigkeiten anderer Art. Gerd Gigerenzer nennt Beispiele: „Hochgeschwindigkeitsrechnen ist die Grundlage von Suchmaschinen und Schachcomputern. Zunehmende Rechengeschwindigkeit ermöglicht die Suche nach Assoziationen zwischen Merkmalen in großen Datensätzen.“ Algorithmen können Muster in Bildern entdecken, etwa in Genomen und astronomischen Beobachtungen, die für das menschliche Auge schwer zu erkennen sind.</p>
<p>Schnelle Rechenleistung an sich bringt weder kausales Denken noch intuitive Psychologie, Physik oder Sozialität hervor. Ein brillantes Schachprogramm weiß nicht, dass es Schach spielt, noch nicht einmal, dass sein Gegner ein Mensch ist, und genießt den Kick des Gewinnens nicht. Gerd Gigerenzer erläutert: „Diese Unterschiede zwischen menschlicher und maschineller Intelligenz werden deutlicher, wenn wir konkrete Beispiele wie das Erkennen von Objekten und Szenarien betrachten.“ Quelle: „Klick“ von Gerd Gigerenzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Episoden strukturieren narratives Denken</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/fritz-breithaupt-thesen-zu-narrationen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2023 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Narrationen erlauben Menschen das Miterleben. In ihnen lassen sich Erfahrungen von einem Menschen zum anderen übertragen. Fritz Breithaupt fügt hinzu: „Ja, wir können in Fiktion, Fantasie und Planung auch mögliche und sogar unmögliche Erfahrungen machen und austauschen. Dank unseres narrativen Gehirns sind wir mit uns ähnlichen Wesen verbunden.“ Menschen sind in ihren wichtigsten Erlebnissen nicht ... <a title="Episoden strukturieren narratives Denken" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fritz-breithaupt-thesen-zu-narrationen.html" aria-label="Mehr Informationen über Episoden strukturieren narratives Denken">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Narrationen erlauben Menschen das Miterleben. In ihnen lassen sich Erfahrungen von einem Menschen zum anderen übertragen. Fritz Breithaupt fügt hinzu: „Ja, wir können in Fiktion, Fantasie und Planung auch mögliche und sogar unmögliche Erfahrungen machen und austauschen. Dank unseres narrativen Gehirns sind wir mit uns ähnlichen Wesen verbunden.“ Menschen sind in ihren wichtigsten Erlebnissen nicht allein und können sie später wiedererleben und teilen. Das narrative Miterleben erlaubt eine Gemeinsamkeit, die weit über das bloße räumliche Zusammensein hinausgeht. Dieser Ausbruch aus dem Gefängnis des eigenen Gehirns und im Hier und Jetzt ist ungeheuerlich. Diese Bewusstseinsmobilität ist die große evolutionäre Leistung der Spezies Homo sapiens. Eine zentrale Hypothese von Fritz Breithaupt lautet: „Episoden strukturieren das narrative Denken.“ Fritz Breithaupt ist Professor für Kognitionswissenschaften und Germanistik an der Indiana University in Bloomington. <span id="more-4790"></span></p>
<p><strong>Emotionen belohnen das narrative Denken</strong></p>
<p>Am Ende einer gelungenen Episode steht jeweils eine Emotion. Emotionen belohnen das narrative Denken. Narrationen führen Menschen in Versuchung, lösen ihr Bewusstsein aus dem Hier und Jetzt und transportieren sie in eine Welt, in der sie auf eine emotionale Belohnung hoffen. Fritz Breithaupt ergänzt: „Auch in unserem Verhalten suchen wir eine solche Episodenstruktur mit emotionaler Belohnung. Narratives Denken ist so wichtig für uns, weil es Anfang und Ende von Sequenzen erkennen lässt und uns mit der Emotion am Ende ein Signal gibt, dass nun etwas geschafft und vollendet ist.“</p>
<p>Die Emotion ist am Ende daher eine Belohnung im doppelten Sinne. Sie belohnt und bewertet die konkreten Handlungen, die man narrativ miterlebt hat. Und sie belohnt einen Menschen zugleich dafür, dass er sich überhaupt auf eine Narration eingelassen hat. Das Happy End belohnt offensichtlich moralisch gutes Verhalten. Das Narrativ der Neugier findet seine Belohnung im Staunen und im Gefühl des Wunders. Aber auch negative Gefühle gehören hierher. </p>
<p><strong>Menschen erwarten bestimmte Narrationen als Belohnung</strong></p>
<p>Dazu zählt beispielsweise das ambivalente Gefühl der Scham, das eine Strafe für denjenigen sein kann, der aus der Reihe getanzt ist. Auf der anderen Seite kann es den verärgerten Beobachter belohnen. Fritz Breitkopf fasst zusammen: „Narrationen trainieren uns darauf, Emotionen zu erwarten. Wir erwarten oder erhoffen bestimmte Emotionen als Belohnung für unser Engagement in narrativen Sequenzen.“ Die Abenteuergeschichte trainiert einen Menschen darauf, einen Triumpf zu erwarten.</p>
<p>Bei Liebesgeschichten erwartet man, nach entsprechenden Verzögerungen, ein warmes romantisches Gefühl. Subtile Geschichten gewöhnen einen Menschen an ästhetische Emotionen der plötzlichen Klarheit. Ebenso geht es vielen Menschen ja auch im realen Leben, wo sie etwa nach harter Arbeit eine Befriedigung des Geschaffthabens fühlen oder nach der Mahnung und dem Streitgespräch auf die anschließende Versöhnung hoffen. Dieses Training und diese Erwartungen strukturieren das Leben. Quelle: „Das narrative Gehirn“ von Fritz Breithaupt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Im Gehirn gibt es Areale für Hassgefühle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2023 01:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Hass]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller möchte wissen welche Erkenntnisse die Neurowissenschaften zu den Grundlagen des Hasses erbringen können. Möglicherweise ist das menschliche Gehirn jedoch niemals in der Lage, sich selbst ganz zu begreifen. Obwohl das Gehirn 100 Milliarden Nervenzellen, 5,8 Kilometer an Nervenbahnen und seiner über die Trillionengrenze hinausreichende Zahl an Schaltstellen besitzt. Weil die Hirnforschung aber heute ... <a title="Im Gehirn gibt es Areale für Hassgefühle" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-hass-und-gehirn.html" aria-label="Mehr Informationen über Im Gehirn gibt es Areale für Hassgefühle">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller möchte wissen welche Erkenntnisse die Neurowissenschaften zu den Grundlagen des Hasses erbringen können. Möglicherweise ist das menschliche Gehirn jedoch niemals in der Lage, sich selbst ganz zu begreifen. Obwohl das Gehirn 100 Milliarden Nervenzellen, 5,8 Kilometer an Nervenbahnen und seiner über die Trillionengrenze hinausreichende Zahl an Schaltstellen besitzt. Weil die Hirnforschung aber heute nachweisen kann, welche Teile des Gehirns unter welchen Bedingungen aktiviert werden, müsste es möglich sein, dort Repräsentationen für den Hass zu finden. In der Tat gibt es einige interessante Ergebnisse: So konnte aufgezeigt werden, welche Hirnareale des zentralen Nervensystems bei Hassgefühlen aktiv sind. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-4766"></span></p>
<p><strong>Es gibt eine Art „Schaltplan des Hasses“</strong></p>
<p>Es sind dies das zu den Kerngebieten des Großhirns gehörende Putamen, das die Vorbereitung von Bewegungen steuert, und die auf negative Reize reagierende Inselrinde, auch Insellappen genannt. Reinhard Haller erläutert: „Beide Hirnregionen sind Teil der grauen Substanz des Gehirns, also der für alle höheren Leistungen zuständigen „grauen Zellen“. Die Aktivitäten des Putamen könnten bei Gefahr eine Flucht oder einen Angriff auslösen.“ Dies besagt, dass ein hassender Mensch ebenso wie das den Hass wahrnehmende Opfer immer fluchtbereit ist, also unter chronischem Stress steht. </p>
<p>Wenn der versteckt liegende Insellappen bei ausgesendeten oder empfangenen Hassgefühlen starke Aktivitäten anzeigt, beweist dies, dass die zentrale Bewertung von Hass ebenso wie die Bewertung von Schmerzen oder Ekel mit negativem Stress verbunden ist. Zwei Forscher der University College London, Semir Zeki und John Romaya, haben eine Art „Schaltplan des Hasses“ entdeckt. Sie zeigten 17 männlichen und weiblichen Versuchspersonen Fotos von gehassten und von gern gesehenen Bekannten.</p>
<p><strong>Hassende wollen viel stärker als Liebende die Kontrolle behalten</strong></p>
<p>Reinhard Haller stellt fest: „Bei Messung der Gehirnaktivitäten der beiden genannten Areale – Putamen und Inselrinde – zeigte sich, dass diese zwar bei Hass anspringen, nicht jedoch bei hassverwandten Gefühlen wie Wut oder Angst. Erstaunlicherweise reagieren sie aber auch auf Liebe und Romantik.“ Die Entdeckung dieses Schaltplans beweist nicht nur die hirnbiologische Verankerung der Hassliebe. Die nachgewiesene Nähe von Liebe und Hass im Gehirn gibt Hoffnung für die Therapie von Paaren, die wenigstens noch durch Hassliebe verbunden sind. </p>
<p>Ein weiterer interessanter Befund aus der Hirnforschung zeigt sich bei Untersuchungen des Frontallappens. In diesem für Selbststeuerung und Impulskontrolle maßgebenden Hirnteil werden die für logisches Denken verantwortlichen Areale durch negative Gefühle weit stärker angesprochen als durch positive. Daraus folgert Reinhard Haller: „Dass Hassende viel stärker als Liebende die Kontrolle behalten wollen. Dies könnte mit dem verlangen, die Rache besser planen zu können, zu tun haben. Es beweist aber auch die gefährliche Bedeutung des planenden Denkens beim Hass.“ Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Menschen können ihre Handlungen steuern</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-theory-of-mind.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jun 2023 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Handlung]]></category>
		<category><![CDATA[Theory of Mind]]></category>
		<category><![CDATA[Verstand]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Theory of Mind geht einher mit der Kompetenz, sich eine Vorstellung von den Konsequenzen des eigenen Handelns machen zu können. Sie stellt damit eine Vorbedingung für eine gezielte Steuerung der eigenen Impulse dar, die wiederum Grundvoraussetzung für zielgerichtetes und verantwortungsvolles Handeln ist. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Das eigene Handeln verantwortungsbewusst steuern zu können – ... <a title="Menschen können ihre Handlungen steuern" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-theory-of-mind.html" aria-label="Mehr Informationen über Menschen können ihre Handlungen steuern">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Theory of Mind geht einher mit der Kompetenz, sich eine Vorstellung von den Konsequenzen des eigenen Handelns machen zu können. Sie stellt damit eine Vorbedingung für eine gezielte Steuerung der eigenen Impulse dar, die wiederum Grundvoraussetzung für zielgerichtetes und verantwortungsvolles Handeln ist. Hans-Otto Thomashoff stellt fest: „Das eigene Handeln verantwortungsbewusst steuern zu können – auch das muss gelernt werden. Dieser Lernprozess besteht im Wesentlichen darin, einen Handlungsimpuls, den unser Gehirn setzt und der meist begleitet ist von einem Gefühl, ihn bei Bedarf gezielt hemmen zu können.“ Erst im Erwachsenenalter ist eine solche Impulshemmung voll ausgebildet, weil erst dann die dafür verantwortlichen Strukturen im Frontalhirn – jener Teil des Gehirns, der für bewusste Steuerung zuständig ist – ausgereift sind. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-4639"></span></p>
<p><strong>Der Verstand ist die wichtigste Entscheidungsinstanz</strong></p>
<p>Jedoch gelingt die bewusste Impulssteuerung keineswegs immer und jedem. Das Grundmuster, nach dem das menschliche Gehirn arbeitet, lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen. Ein äußerer Reiz wird blitzschnell vom Gefühlszentrum bewertet, das einen Handlungsimpuls setzt, der, sofern das eben gelernt wurde, bei Bedarf vom Verstand gesteuert werden kann. Gefühl, Handlung und Verstand sind also die drei ineinandergreifenden psychischen Ebenen, mit deren Hilfe man mit der Umwelt interagiert. </p>
<p>In der westlichen Kultur haben die Menschen den Verstand zur wichtigsten Entscheidungsinstanz erkoren: „Cogito ergo sum: Ich denke, also bin ich.“ Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Das Denken wurde zum Motor für unsere kulturelle Entwicklung und zur Richtschnur für den Wert des Geschaffenen. Geistige Arbeit wird oder wurde zumindest lange ein höherer Wert beigemessen als körperlicher Arbeit. Wir haben das Verstehen, die neugierige Eroberung der materiellen und geistigen Welt zum wichtigsten Ziel unserer Existenz erklärt.“ </p>
<p><strong>Im Fernen Osten zählt allein die Handlung</strong></p>
<p>Menschen suchen nach den entlegensten Winkeln der Erde und des Universums und nach den Regeln, die in ihnen gelten, und streben dabei andauernd nach mehr. Aus Sicht der Hirnforschung haben die Menschen mit dieser permanenten Suche das Motivationssystem und damit das Dopamin an die erste Stelle des Gesellschafts- und persönlichen Lebensentwurf gerückt. Der Psychoanalytiker Erich Fromm hat das in seinem Buch „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ auf den Punkt gebracht. </p>
<p>Erich Fromm schreibt: „Die Idee, dass man die Wahrheit auf dem Weg des Denkens finden könne … führte nicht nur zum Dogma, sondern auch zur Wissenschaft … zur katholischen Kirche und zur Entdeckung der Atomenergie.“ Dem entgegengesetzt steht in den Denkschulen des Fernen Ostens nicht die Suche nach einer absoluten Wahrheit im Vordergrund. Das Denken an sich ist unbedeutend, es zählt allein die Handlung. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Die Frage, ob das Leben eines Menschen gelungen ist, wird an seinen Handlungen und nicht an den Errungenschaften seines Geistes gemessen.“ Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das menschliche Gehirn arbeitet rastlos</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/james-suzman-homo-sapiens.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 May 2023 01:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[So hilflos ein neugeborener Homo sapiens erscheinen mag, so rastlos arbeitet sein Gehirn. James Suzman erklärt: „Angespornt von einem brodelnden Universum aus akustischen, olfaktorischen, taktilen und – nach einigen Wochen – optischen Reizen, entwickelt sich das Gehirn in dieser Phase in atemberaubendem Tempo.“ Schauer neuer Neuronen ketten sich zu Synapsen zusammen und filtern aus dem ... <a title="Das menschliche Gehirn arbeitet rastlos" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/james-suzman-homo-sapiens.html" aria-label="Mehr Informationen über Das menschliche Gehirn arbeitet rastlos">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>So hilflos ein neugeborener Homo sapiens erscheinen mag, so rastlos arbeitet sein Gehirn. James Suzman erklärt: „Angespornt von einem brodelnden Universum aus akustischen, olfaktorischen, taktilen und – nach einigen Wochen – optischen Reizen, entwickelt sich das Gehirn in dieser Phase in atemberaubendem Tempo.“ Schauer neuer Neuronen ketten sich zu Synapsen zusammen und filtern aus dem Gewitter der Sinnesreize Bedeutungen heraus. Dieser Prozess setzt sich durch die gesamte Kindheit und bis ins frühe Jugendalter hinein fort. Zu diesem Zeitpunkt besitzt das Gehirn doppelt so viele Synapsen wie bei seiner Geburt, und phantasmagorische, häufig groteske Imaginationen beflügeln sein Denken. Grundlegende Fähigkeiten, die man in dieser Lebensphase erwirbt, erweisen sich, kaum verwunderlich, als diejenigen, die man in späteren Lebensjahren intuitiv und instinktiv beherrscht. James Suzman ist Direktor des anthropologischen Thinktanks Anthropos und Fellow am Robinson Collage der Cambridge University. <span id="more-4585"></span></p>
<p><strong>Die Anpassung des Gehirns ist ein ständiger Prozess</strong></p>
<p>Mit Beginn der Pubertät beginnt der menschliche Organismus die Masse der in der frühen Kindheit geknüpften synaptischen Verbindungen zu lichten. Deshalb verfügen die meisten Menschen beim Erreichen des Erwachsenenalters nur noch über halb so viele Synapsen wie beim Eintritt in die Pubertät. James Suzman erläutert: „Diese Auslichtung von Synapsen ist für die Entwicklung des erwachsenen Gehirns ebenso wichtig wie die vorausgegangene Periode des stürmischen Wachstums.“ </p>
<p>Im Zuge dieses Prozesses lernt das Gehirn, seine Prozesse zu optimieren, um besser mit äußeren Anforderungen klarzukommen und die eigenen Energieressourcen dort zu konzentrieren, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Das ist ein Prozess, in dessen Verlauf die unterforderten synaptischen Verbindungen verkümmern und absterben. Der Prozess der fortschreitenden Anpassung des menschlichen Gehirns an die Umwelt, in der Menschen leben, endet nicht an dieser Stelle. </p>
<p><strong>Menschen lernen aus Erfahrung</strong></p>
<p>Er setzt sich vielmehr in Gestalt neuraler Umgruppierungen und Umprägungen im Erwachsenenalter und im Grunde bis zum Lebensende fort. Auch wenn im Greisenalter das treibende Moment eher Rückentwicklung ist als Wachstum oder Regenerierung. Es ist ironischerweise gerade die außerordentliche Plastizität des Gehirns in den frühen Lebensphasen und ihre Abnahme mit zunehmendem Lebensalter, die dafür verantwortlich sind, dass man sich im Alter immer mehr gegen Veränderungen sträubt. </p>
<p>Menschen tun sich daher schwer, Gewohnheiten, die sie in sehr frühem Alter angenommen haben, später abzulegen. Sie bilden sich gerne ein, ihre kulturellen Überzeugungen und Werte seinen in einem fundamentalen Sinn Ausdruck ihres innersten Wesens. Zudem tun sie die Überzeugungen und Werte anderer, die mit ihren eigenen kollidieren, gerne als widernatürlich und unmenschlich ab. Kognitiv flexible Lebewesen verfügen über die Fähigkeit, aus Erfahrung zu lernen. Für sich allein betrachtet, hat ihre Flexibilität jedoch Grenzen. Denn sie erfordert doch, dass jedes Individuum dieselben Lektionen von der Pike auf lernt. Quelle: „Sie nanntes es Arbeit“ von James Suzman</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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