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	<title>Gedächtnis &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Der Ruf der Generation Z ist schlecht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Jan 2025 02:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Generation Z]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder wird behauptet, die Angehörigen der Generation Z können nicht richtig arbeiten, denn Bewerber werden immer dümmer, fauler und haben weniger Durchhaltevermögen. Schimpfen auf die aktuellen Nachwuchskräfte gab es schon immer, aber mittlerweile hat es eine Dimension angenommen, die Rüdiger Maas bewegt hat, das Buch „Generation arbeitsunfähig“ zu schreiben. Es ist großartig, wenn Mitarbeitende ... <a title="Der Ruf der Generation Z ist schlecht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-ruf-der-generation-z-ist-schlecht.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Ruf der Generation Z ist schlecht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder wird behauptet, die Angehörigen der Generation Z können nicht richtig arbeiten, denn Bewerber werden immer dümmer, fauler und haben weniger Durchhaltevermögen. Schimpfen auf die aktuellen Nachwuchskräfte gab es schon immer, aber mittlerweile hat es eine Dimension angenommen, die Rüdiger Maas bewegt hat, das Buch „Generation arbeitsunfähig“ zu schreiben. Es ist großartig, wenn Mitarbeitende stolz sind auf das, was entweder sie, die Kollegen, die Unternehmensleitung oder andere Akteure im Unternehmen geschafft haben. Für die Jungen ist das alles aber oft sehr schwer nachzuempfinden, da es sehr wenig Räume in ihrer Lebenswirklichkeit gab, die sie erst erschaffen mussten. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer eines Instituts für Generationenforschung. Zuletzt erschien sein Bestseller „Generation lebensunfähig“. <span id="more-5856"></span></p>
<p><strong>Das menschliche Gedächtnis ist extrem flexibel</strong></p>
<p>Rüdiger Maas stellt fest: „Wenn Angehörige der Generation Z über Boomer schimpfen, blenden sie oft aus, dass die Zeit, die sie heute vorfinden, anders ist als die der jugendlichen Boomer; somit folgt oft ein kontrafaktischer Vorwurf.“ Wenn Boomer über die Generation Z schimpfen, wie schlecht es heute sei und wie gut es früher war, sprechen sie in der Regel über vermeintliche Erinnerung, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit so gar nicht abgespielt hat.</p>
<p>Wenn Menschen von früher schwärmen, beschreiben sie in der Regel ein Fantasiekonstrukt mit nur bedingt tatsächlich so erlebten Anteilen. Rüdiger Maas erklärt: „Unser Gedächtnis ist flexibler, als die meisten Menschen glauben. Das sogenannte autobiografische Gedächtnis, das wichtige Erinnerungen abspeichert, speichert nicht jeden Tag minutiös genau ab, wie wir den Moment der Abspeicherung objektiv aus allen Perspektiven erlebt haben.“ Zudem ändert sich der abgespeicherte Inhalt mit jedem neuen, der dazukommt.</p>
<p><strong>Menschen speichern Dinge je nach Lebensalter anders ab</strong></p>
<p>Und erleben Menschen immer das Gleiche, fasst ihr Gehirn gerne mal zusammen. Alles in einen Ordner und ab in den kognitiven Speicherschrank. Rüdiger Maas fügt hinzu: „Auch die Emotionen, die wir rückblickend mit einem bestimmten Ereignis verbinden, können sich ändern, was den Inhalt des scheinbar Erlebten gravierend beeinflussen kann.“ Neben emotionalen Veränderungen speichern Menschen Dinge je nach Lebensalter anders ab. Theoretisch können sie sich zum Beispiel gar nicht an die Zeit vor dem dritten Lebensjahr, der Phase der „infantilen Amnesie“, erinnern. </p>
<p>Meinen Menschen jedoch, sich daran erinnern zu können, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um „Fabulierungen“. Rüdiger Maas erläutert: „Viele Teile unserer Erinnerung sind oft nur fragmentiert verfügbar, Erinnerungslücken werden dann gerne mit neuen, oft auch anderen Inhalten geschlossen. Das macht es für uns greifbarer.“ Dieser Mechanismus geschieht in vielen Bereichen zu großen Teilen unbewusst, in Experimenten konnte man dieses Phänomen gut belegen. Quelle: „Generation arbeitsunfähig“ von Rüdiger Maas</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Apr 2021 01:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschliches Erleben und Erinnern sind in hohem Maß subjektiv bestimmt und in der Regel nimmt man dies nicht wahr. Denn das Gedächtnis funktioniert nicht wie ein Datenspeicher, in dem man unverändert reproduzierbare Inhalte abspeichern kann. Thomas Fischer fügt hinzu: „Merken und Erinnern sind vielmehr stark mit Emotionen, einer Gesamtheit von sensorischen, unbewussten und reflektierten Prozessen ... <a title="Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-gedaechtnis-ist-kein-datenspeicher.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Gedächtnis ist kein Datenspeicher">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschliches Erleben und Erinnern sind in hohem Maß subjektiv bestimmt und in der Regel nimmt man dies nicht wahr. Denn das Gedächtnis funktioniert nicht wie ein Datenspeicher, in dem man unverändert reproduzierbare Inhalte abspeichern kann. Thomas Fischer fügt hinzu: „Merken und Erinnern sind vielmehr stark mit Emotionen, einer Gesamtheit von sensorischen, unbewussten und reflektierten Prozessen verbunden.“ Die Speicher der Erinnerung sind Teil des Gesamtkörpers eines Menschen. Erinnerung ist nicht das Öffnen einer Datei, sondern die Neukonstruktion einer Gesamtsituation, die ihrerseits wiederum ein Gefühls- und Reflexionsprozess ist. Dieser wird verarbeitet und hat seinerseits Einfluss auf das Ergebnis des Erinnerns. So entsteht jedes Mal ein etwas anderes Bild der Vergangenheit. Thomas Fischer war bis 2017 Vorsitzender des Zweiten Senats des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe. <span id="more-2610"></span></p>
<p><strong>Es entstehen immer mehr „parallele“ Wahrheiten</strong></p>
<p>Durch gezielte oder unbeabsichtigte Einflussnahmen ist es ohne weiteres möglich, in Personen lebhafte Erinnerungen hervorzurufen, die tatsächlich niemals stattgefunden haben. Auch solche scheinbaren Erinnerungen akzeptieren die betroffenen Personen schließlich als Wahrheit. Eine in den letzten Jahren verstärkt zu beobachtende sozialpsychologische Erscheinung ist das Entstehen von „parallelen“ Wahrheiten. Diese umfassen nicht allein Wertungen und Beurteilungen, sondern beziehen sich explizit auf Tatsachen. Dies sind zum einen die erstaunlich verbreiteten Verschwörungstheorien, die beliebige Tatsachen zu geschlossenen, wahnhaft erscheinenden Deutungssystemen integrieren.</p>
<p>Zum anderen sind es die politisch, ideologisch oder religiös motivierten Weigerungen, Tatsachen außerhalb des eigenen Deutungskontexts überhaupt oder als potenziell wahr zur Kenntnis zu nehmen. Die Begriffe „Fake News“ und „Alternative Facts“ stammen nicht zufällig aus dem Bereich der amerikanischen Kommunikation. In dieser hat eine Kombination von Meinungen mit Tatsachen du Spaltung des Wirklichkeitsempfindens ein früher kaum vorstellbares Ausmaß erreicht.</p>
<p><strong>In Europa herrscht eine Kultur der Rationalität</strong></p>
<p>Die Menschen in Europa leben seit rund fünfhundert Jahren vorwiegend in einer Kultur der Rationalität. Die Vernunft im Sinn einer Systematisierung von Erkenntnissen ist dabei das Prinzip des Denkens und das Garantieversprechen einer Definition der Wahrheit. Es wird den Menschen heute nicht als abstraktes Prinzip zugeschrieben, sondern als individuelle Eigenschaft und Pflicht: Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung. Im Zentrum des Denkens der Moderne steht der Mensch als Ich, Selbst, Subjekt.</p>
<p>Thomas Fischer stellt fest: „Es ist in der Welt am Ende des 20. Jahrhunderts jedenfalls nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg bestreitbar, dass es bei der Beurteilung von abweichendem Verhalten und individuelle Schuld und Verantwortung geht. Und dass dies eine wahre, das heißt rational nachvollziehbare, legitime und allgemein akzeptable Zuweisung von Schuldvoraussetzungen erfordert.“ Es reicht zur Bestrafung wegen Mordes also nicht aus, dass Personen durch Eingebung, Traum oder kraft Tradition überzeugt sind, ein Beschuldigter habe dafür gesorgt, dass eine andere Person starb. Die Wahrheit muss nach Maßstäben festgestellt werden, die rationalen Sinnzusammenhängen folgen. Quelle: „Über das Strafen von Thomas Fischer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Fühlen und Gedächtnis gehören zusammen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Dec 2020 09:13:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Fühlen ist ein Resultat des bewussten Geistes. Gedächtnis ist das Nachbarland. Man kann aber das Gedächtnis nicht verstehen, wenn man nicht versteht, wie das Fühlen dazu beiträgt, dass Erinnerung funktioniert. David Gelernter erklärt: „Während ein Aspekt vieler Erinnerungen eine Abstraktion liefert, können alle Aspekte einer Erinnerung ein Gefühl liefern.“ Manche Erlebnisse sind kompakt und einfach. ... <a title="Fühlen und Gedächtnis gehören zusammen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/fuehlen-und-gedaechtnis-gehoeren-zusammen.html" aria-label="Mehr Informationen über Fühlen und Gedächtnis gehören zusammen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fühlen ist ein Resultat des bewussten Geistes. Gedächtnis ist das Nachbarland. Man kann aber das Gedächtnis nicht verstehen, wenn man nicht versteht, wie das Fühlen dazu beiträgt, dass Erinnerung funktioniert. David Gelernter erklärt: „Während ein Aspekt vieler Erinnerungen eine Abstraktion liefert, können alle Aspekte einer Erinnerung ein Gefühl liefern.“ Manche Erlebnisse sind kompakt und einfach. Andere haben viele Teile. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie man jedes Ereignis erleben will und mit welchem Tempo man sich bewegt. Ein Gefühl oder eine Stimmung ist die Zusammenfassung einer Szene, die einen oder mehrere Aspekte vieler Erinnerungen komprimiert. Eine solche Gefühlszusammenfassung kann wie der Köder an einem Haken sein, mit dem man aus dem tiefen Ozean seines Gedächtnisses eine bestimmte Erinnerung herausfischt. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale Universität. <span id="more-2463"></span></p>
<p><strong>Erinnerungen benötigen einen Ausgangspunkt</strong></p>
<p>Man kann eine Erinnerung nicht abrufen, wenn man nicht von irgendetwas ausgeht. Irgendetwas muss einen Menschen dorthin führen – ein Anhaltspunkt, ein Fragment der Szene, eine Assoziation. Bei geringer Konzentration führen Zusammenfassungen von Gefühlen zu Erinnerung, die ansonsten verloren gegangen wären. Ohne die Gefühle als Köder gäbe es keinen Weg, sie wiederzufinden. Die Tatsache, dass Gefühle eine Rolle als Zusammenfassungen oder Abstraktionen spielen, ist für David Gelernter eine tiefgreifende, grundlegende Erkenntnis über den Geist.</p>
<p>Man kann einen Menschen ansehen und sich daran erinnern, dass man ihm zuvor schon einmal begegnet ist. Man kann an einen Ort reisen und sich an Dinge erinnern, die man mit diesem Ort assoziiert. Der Geist hat die Fähigkeit, aus vielen Elementen einer Erinnerung eine einzige, zusammenfassende Stimmung herauszudestillieren – genau wie er ein Element vieler Erinnerungen auf eine Matrize oder Abstraktion reduzieren kann. Alle Details eines Ortes erzeugen gemeinsam ein bestimmtes Ambiente, eine Stimmung oder ein Gefühl.</p>
<p><strong>Rückgriffe auf das Gedächtnis sind ein Teil des Denkens</strong></p>
<p>David Gelernter stellt fest: „Und mit diesem Gefühl als Suchschlüssel können wir andere Erinnerungen finden, die mit der gleichen Stimmung markiert sind.“ Bewusstsein kann destillieren und synthetisierend: Das ist eine der wichtigsten Fähigkeiten des Geistes und ein zentraler Aspekt von Gedächtnis und Erinnerung. Bewusster Geist und Gedächtnis haben jeweils eigene Funktionen, aber für die Funktionsfähigkeit des Ganzen ist entscheidend, wie sie zusammenwirken. Wenn man denkt, taucht man immerzu in Erinnerungen ein.</p>
<p>Rückgriffe auf das Gedächtnis sind ein Teil des Denkens. Zwischen Wahrnehmung und Erinnerungsvermögen findet ein ständiger Austausch statt. Heute sind die meisten Forscher generell davon überzeugt, dass die Wahrnehmung äußerer Reize ohne einen gewissen Abgleich dieser Reize mit Inhalten des Langzeitgedächtnisses nicht effizient funktionieren könnte. Ein äußeres Ereignis oder ein Gedanke kann als „Erinnerungsstichwort“ dienen und dafür sorgen, dass man sich an einen Ort, ein Ereignis oder einen Menschen erinnert. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Nov 2020 07:07:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
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					<description><![CDATA[Psychologen und Neurowissenschaftler unterscheiden Aufmerksamkeit und Bewusstsein zwar schon seit über 100 Jahren, doch besonders in den letzten 30 Jahren hat die Forschung stark angezogen. Philosophen waren allerdings zunächst nur vom phänomenalen Bewusstsein in den Bann geschlagen, das sie als das größte Rätsel der Menschheit ansehen. Phillip Hübl ergänzt: „Die Aufmerksamkeit, die kleine Schwester des ... <a title="Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-aufmerksamkeit-dient-vor-allem-der-selektion.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Aufmerksamkeit dient vor allem der Selektion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Psychologen und Neurowissenschaftler unterscheiden Aufmerksamkeit und Bewusstsein zwar schon seit über 100 Jahren, doch besonders in den letzten 30 Jahren hat die Forschung stark angezogen. Philosophen waren allerdings zunächst nur vom phänomenalen Bewusstsein in den Bann geschlagen, das sie als das größte Rätsel der Menschheit ansehen. Phillip Hübl ergänzt: „Die Aufmerksamkeit, die kleine Schwester des Bewusstseins, hat ihren Durchbruch erst kürzlich geschafft.“ Neben „Konzentration“ kennt man noch andere mit „Aufmerksamkeit“ verwandte Begriffe wie „Wachsamkeit“, „Fokus“, „Sorgfalt“ oder „Geistesgegenwart“. Auch wenn sie sich sicherlich in Nuancen unterscheiden, kann man Aufmerksamkeit als das Kernstück dieser Phänomene betrachten. Angesichts der Fülle von Phänomenen hat sich unter Fachleuten der Verdacht breitgemacht, dass Aufmerksamkeit keine einheitliche Erscheinung sei. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2424"></span></p>
<p><strong>Die Aufmerksamkeit ist in ihrer Kapazität beschränkt</strong></p>
<p>Philipp Hübl geht allerdings davon aus, dass es zumindest ein Kernphänomen der Aufmerksamkeit gibt. Vor allem ist die Funktion der Aufmerksamkeit eine Form der Selektion. Außerdem verändert die Aufmerksamkeit das Bewusstseinsfeld, indem es Reize intensiviert, verbindet oder neu sortiert. Schließlich ist die Aufmerksamkeit in ihrer Kapazität beschränkt. Ein Tier lebt immer nur im Moment und kann seine Eindrücke nicht weiterverarbeiten oder gar in Worte fassen. Der Mensch hingegen hat diese Fähigkeit, und zwar, weil sein Arbeitsspeicher ihm dabei hilft.</p>
<p>Er ist eines von mehreren Systemen des Kurzzeitgedächtnisses, zu denen ein sensorischer Speicher und ein fragiler visueller Arbeitsspeicher gehört. Philipp Hübl erklärt: „Der menschliche Arbeitsspeicher ist wie bei einem Computer beschränkt, denn es können nur wenige Informationseinheiten auf einmal hineingelangen, die dann auch nur für wenige Sekunden Bestand haben.“ Ein Mensch kann zum Beispiel auch nur wenige Wörter am Stück erfassen, und zwar auch nur dann, wenn er sie als mentale Einheiten verarbeitet und nicht als Folgen von Buchstaben.</p>
<p><strong>Das Langzeitgedächtnis hat zwei Wächter</strong></p>
<p>Offenbar kommen Einheiten im Arbeitsspeicher im sensorischen Format an und werden dann kategorisiert, also in ein anderes, abstrakteres Format umgewandelt, beispielsweise formen sich Laute in abstrakte Wortbedeutungen um. So können diese Einheiten dann an andere Systeme im Geist weitergereicht werden, beispielsweise an das Langzeitgedächtnis. Man merkt sich ja normalerweise nicht jedes einzelne Wort von Geschichten, sondern deren Inhalt. Damit ein unbewusster Reiz im Langzeitgedächtnis ankommt, muss er mindestens an zwei Wächtern vorbei.</p>
<p>Der erste lässt ihn ins Bewusstsein, der zweite lässt ihn in den Arbeitsspeicher. Philipp Hübl nennt den ersten Wächter „Türsteher“ und den zweiten, der im Innenraum des Bewusstseins arbeitet, „Selekteur“. Die sogenannten „Türsteher-Theorien“ sagen, Aufmerksamkeit sei der Wächter, der Reizen den Zugang zum Bewusstsein ermöglicht. Die eher klassischen Theorien, die man „Selekteur-Theorien“ nennen könnte, sehen die Funktion von Aufmerksamkeit darin, Informationen aus dem Bewusstsein Zugang zum Arbeitsspeicher zu verschaffen, sodass man auf sie zugreifen und sie sich dauerhaft merken kann. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/erregung-erhoeht-die-leistung-des-gedaechtnisses.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2020 05:39:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Forscher sagt, eine Versuchsperson sei erregt, dann meint er, das Herzfrequenz, Schwitzen, Pupillendilatation und andere physiologische Indikatoren relativ zum Ruhezustand erhöht sind. Und es hat sich laut Julia Shaw gezeigt, dass das Erregungsniveau eines Menschen eine große Rolle für seine Fähigkeit spielt, Erinnerungen zu verschlüsseln, zu speichern und abzurufen. Eine Steigerung der Erregung ... <a title="Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/erregung-erhoeht-die-leistung-des-gedaechtnisses.html" aria-label="Mehr Informationen über Erregung erhöht die Leistung des Gedächtnisses">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Forscher sagt, eine Versuchsperson sei erregt, dann meint er, das Herzfrequenz, Schwitzen, Pupillendilatation und andere physiologische Indikatoren relativ zum Ruhezustand erhöht sind. Und es hat sich laut Julia Shaw gezeigt, dass das Erregungsniveau eines Menschen eine große Rolle für seine Fähigkeit spielt, Erinnerungen zu verschlüsseln, zu speichern und abzurufen. Eine Steigerung der Erregung geht zugleich mit einer Erhöhung der Gedächtnisleistung einher. Das ist stimmig. Denn wenn man an seine lebhaftesten Erinnerungen zurückdenkt, geht es meist um emotionale Ereignisse. Nun ist die Versuchung groß, vorschnell den Schluss zu ziehen, dass größere Erregung dabei hilft, Dinge zu behalten. Doch Julia Shaw schaut genauer hin und stellt fest: „Wenn wir übererregt und panisch sind, erscheint uns unser Kopf oft leer. Und deshalb vergessen wir Informationen, die wir andernfalls ganz leicht abrufen könnten.“ Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2399"></span></p>
<p><strong>Das Gedächtnis entzieht sich manchmal der Kontrolle</strong></p>
<p>Laut einer Theorie die Robert Yerkes und John Dodson schon 1908 entwickelt haben, wird die Leistung bei jeglicher Aufgabe mit steigender Erregung besser. Und zwar solange, bis ein bestimmter, optimaler Punkt erreicht ist. Jenseits dieses Punktes verschlechtert sie sich jedoch durch jede weitere Steigerung der Erregung. Dabei gehen die beiden Forscher davon aus, dass ein Mensch an den Extremen, also ganz ohne oder bei übermäßig starker Erregung, eine gegebene Aufgabe überhaupt nicht meistern kann. In einer Grafik lässt sich das als umgekehrte U-Kurve darstellen.</p>
<p>Julia Shaw hat eine Lieblingsverknüpfung zwischen Erregung und Gedächtnis. Eine Möglichkeit, die Assoziation von Erregung und Gedächtnis zu ihrem Vorteil zu nutzen, besteht darin, die sogenannte zustandsabhängige Erinnerung zu würdigen. Ein Phänomen, das wiederholt demonstriert und bestätigt wurde. Das bedeutet, dass man sich an Dinge besser erinnert, wenn man beim Abruf einer Erinnerung im gleichen Zustand ist wie bei ihrer Encodierung. Das Gedächtnis kann also nicht nur von unkontrollierbaren Faktoren der äußeren Umgebung beeinflusst werden. Es wirken auch weitgehend unkontrollierbaren Elemente der inneren Umgebung auf das Gedächtnis ein.</p>
<p><strong>Das Gedächtnis ist für die Zeitwahrnehmung entscheidend</strong></p>
<p>Julia Shaw ergänzt: „Ebenfalls von unserer Erregung und der emotionalen Verfassung abhängig ist unsere Zeitwahrnehmung. Wie wir alle wissen, verfliegt die Zeit scheinbar umso schneller, je erregter oder angeregter wir sind.“ Die innere Beteiligung an einer Aktivität wirkt sich deutlich darauf aus, wie man sie zeitlich in Erinnerung hat. Viel zu oft glaubt man, man hätte ein magische innere Uhr, die einem in relativ objektiver Weise die Zeit anzeigt. Manchmal als die vierte Dimension bezeichnet, ist die Zeit etwas, das man als primär inneres Phänomen betrachten kann.</p>
<p>Die Zeit ist charakterisiert durch Linearität, Sequenzialität und Veränderung, Vermehrung oder Vernichtung. Die subjektive Zeitwahrnehmung hat der Gedächtnisforscher Endel Tulving als „chronesthesia“ bezeichnet. Sie wird von Wissenschaftlern in so unterschiedlichen Bereichen wie Neurophysiologie, Psychologie und Philosophie untersucht. All diese Fachrichtungen kamen zu dem Ergebnis, dass das Gedächtnis für die Fähigkeit der Wahrnehmung der Zeit entscheidend ist. Quelle: „Das trügerische Gedächtnis“ von Julia Shaw</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Charakter und Moral prägen die Identität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2020 06:15:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die meisten Menschen denken beim Begriff „Gedächtnis“ in der Regel an autobiographische Erinnerungen, an Erlebnisse und Episoden aus der Vergangenheit. Seit John Locke haben auch viele Philosophen diese Form des Gedächtnisses als das entscheidende Merkmal der personalen Identität angesehen. Philipp Hübl ergänzt: „Doch auch andere Fähigkeiten und Eigenschaften müssen im Gedächtnis gespeichert sein: das sprachlich ... <a title="Charakter und Moral prägen die Identität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/charakter-und-moral-praegen-die-identitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Charakter und Moral prägen die Identität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Menschen denken beim Begriff „Gedächtnis“ in der Regel an autobiographische Erinnerungen, an Erlebnisse und Episoden aus der Vergangenheit. Seit John Locke haben auch viele Philosophen diese Form des Gedächtnisses als das entscheidende Merkmal der personalen Identität angesehen. Philipp Hübl ergänzt: „Doch auch andere Fähigkeiten und Eigenschaften müssen im Gedächtnis gespeichert sein: das sprachlich verfasste Faktenwissen wie „Sizilien liegt am Mittelmeer“.“ Dazu zählt auch die Sprachfähigkeit, die die mentale Grammatik und das mentale Lexikon umfasst. Zum Beispiel nichtsprachliches Hintergrundwissen über die Beschaffenheit von Schnee, praktisches Können wie Klavier spielen oder Auto fahren, Wünsche oder Vorlieben, beispielsweise ob man lieber Arzt oder Architekt werden will, saure Gurken mag oder sich für den Expressionismus begeistert. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2365"></span></p>
<p><strong>Der Mensch besitzt unterschiedliche Gedächtnisarten</strong></p>
<p>Außerdem sind im Gedächtnis Charaktereigenschaften gespeichert wie schüchtern, abenteuerlustig oder vorsichtig sowie moralische Einstellungen wie Ehrlichkeit, Egoismus oder Höflichkeit. Philipp Hübl erklärt: „Die Forschung geht davon aus, dass es sich dabei um unterschiedliche Gedächtnisarten handelt. Diese können sich unabhängig voneinander verändern oder sogar einzeln ausfallen.“ Die Psychologin Nina Strohminger und der Philosoph Shaun Nichols vermuten aufgrund ihrer Forschungsergebnisse, dass Charaktereigenschaften und vor allem die persönliche moralische Richtschnur einen Menschen in den Augen anderer zu dem machen, was er ist, und er deshalb so viel Wert darauf legt.</p>
<p>Ein Grund könnte darin liegen, dass Menschen ihr Sozialleben nach diesen Kriterien ausrichten. Sie möchten gerne Freund- oder Liebschaften mit denjenigen Menschen eingehen, die ähnliche moralische Standards haben wie sie selbst. Der amerikanischen Philosophen Sydney Shoemaker vertritt die folgende These. Der Charakter und die persönliche moralische Haltung machen den wichtigsten Teil der menschlichen Identität aus. Dazu kommt, dass jede Aktualisierung des Gedächtnisses im Bewusstsein eine subjektive Perspektive enthält.</p>
<p><strong>Bewusstsein und Gedächtnis interagieren miteinander</strong></p>
<p>Philipp Hübl erläutert: „Wir können uns zwar über alles irren, was uns passiert ist, aber niemals darüber, dass wir es sind, die sich irren.“ Personale Identität liegt Sydney Shoemaker zufolge in der psychischen Kontinuität des Gedächtnisses. Dieses umfasst neben Erlebnissen auch Charaktereigenschaften, Fähigkeiten, Neigungen und so weiter, die man sich ins Bewusstsein rufen kann. So wird auch klar, warum einige Forscher die Rollentheorie so ansprechend finden. Denn soziale Rollen haben oft etwas mit dem Charakter und den persönlichen moralischen Haltungen zu tun.</p>
<p>Doch als abgespeicherte Handlungs- und Erwartungsmuster machen sie eben nur einen Teil des menschlichen Gedächtnisses aus. Das Selbst hat zwei Aspekte: das Bewusstsein mit einer Ich-Perspektive und die Persönlichkeit, die sich aus Charakter, Neigungen, moralischen Haltungen und anderen Fähigkeiten zusammensetzt. Diese Verbindung zwischen beiden ist aber nicht zufällig, denn die eigene Persönlichkeit färbt die Art und Weise ein, wie man sein Bewusstsein erlebt. Der Strom momentaner bewusster Erlebnisse, ob wiederkehrend oder flüchtig, schießt im Flussbett fester Gedächtnisstrukturen dahin. Bewusstsein und Gedächtnis interagieren also über Rückkopplungsschleifen miteinander. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2020 05:26:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Fuzzy-Trace-Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Theorie, die genauer zu erklären versucht, warum Menschen inkorrekte Erinnerungen bilden, heißt Fuzzy-Trace-Theorie. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen elegante Theorie, mit deren Hilfe sich viele Phänomene des Gedächtnisses erklären lassen. Sie postuliert, dass es bei der Erinnerung um zwei Dinge geht: Um eine „gist trace“, eine Spur des Wesentlichen oder des Bedeutungskerns ... <a title="Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/julia-shaw-erklaert-die-fuzzy-trace-theorie.html" aria-label="Mehr Informationen über Julia Shaw erklärt die Fuzzy-Trace-Theorie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Theorie, die genauer zu erklären versucht, warum Menschen inkorrekte Erinnerungen bilden, heißt Fuzzy-Trace-Theorie. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen elegante Theorie, mit deren Hilfe sich viele Phänomene des Gedächtnisses erklären lassen. Sie postuliert, dass es bei der Erinnerung um zwei Dinge geht: Um eine „gist trace“, eine Spur des Wesentlichen oder des Bedeutungskerns einer Erfahrung und um eine „verbatim trace“, eine wortwörtliche Spur, die eine Erinnerung an die spezifischen Einzelheiten ist. Julia Shaw ergänzt: „Die meisten Erinnerungen enthalten sowohl die Bedeutung erfassende als auch die wortwörtliche Komponente.“ Julia Shaw stellt vier Prinzipien vor, die erklären, wie es zu Erinnerungstäuschungen kommt. Bei dem ersten Prinzip handelt es sich um parallele Verarbeitung und Speicherung. Die Rechtspsychologin Julia Shaw lehrt und forscht an der London South Bank University. <span id="more-2344"></span></p>
<p><strong>Das Gehirn speichert Erinnerungen separat</strong></p>
<p>Dabei encodieren Menschen wortwörtliche Erinnerungsspuren und solche, die den Bedeutungskern erfassen, gleichzeitig und speichern sie als dissoziierte Repräsentationen. Wenn man beispielsweise eine Szene beobachtet, verarbeitet man zur gleichen Zeit, wie die Szene aussieht (verbatim) und welche Bedeutung oder Interpretation man ihr zuschreibt (gist). Diese beiden Informationsgruppen werden separat gespeichert. Beim zweiten Prinzip geht es um den getrennten Abruf. Dabei ruft das Gehirn unterschiedlichen Erinnerungsspuren auch getrennt ab.</p>
<p>Julia Shaw erläutert: „Das heißt, dass die eine Art von Erinnerungsspur von einer Erfahrung stärker sein kann als die andere. Es heißt auch, dass eine Art, beide Arten oder gar keine Art von Erinnerungsspur als Reaktion auf eine gegebene Situation zugänglich sein kann.“ Das hilft, zu erklären, warum man sich manchmal an den Namen einer Person erinnern kann, aber nicht mehr daran, was man von ihr hält. Im schlimmsten Fall erinnert man sich weder an das eine noch an das andere, im besten Fall an beides.</p>
<p><strong>Jeder Erinnerung ist in Fragmenten gespeichert</strong></p>
<p>Beim dritten Prinzip handelt es sich um die Fehleranfälligkeit. Der unabhängige Abruf der beiden Arten von Erinnerungsspuren setzt Individuen einer Vielzahl potentieller Erinnerungsfehler aus. Julia Shaw erklärt: „Die grundsätzlich unscharfe Natur von Erinnerungsfragmenten zur Bedeutung einer Sache erlaubt, dass Gefühle der Vertrautheit mit einem bestimmten Ergebnis die Erfindung von wortwörtlichen Details verursachen.“ Es ist dabei ein normaler Prozess, dass eine Person versucht, ihre das Wesentliche erfassenden Erinnerungen so zu verstehen, dass sie zu ihrer persönlichen Geschichte passen.</p>
<p>Das vierte Prinzip handelt von der Lebendigkeit. Sie ist sowohl für die Verarbeitung von wortwörtlichen als auch für die Bedeutung erfassenden Spuren lebhafter Erinnerungen zuständig. Besonders starke Erinnerungsspuren können das fördern, was man als Phantomerinnerung bezeichnet. Julia Shaw fasst zusammen: „Die Fuzzy-Trace-Theorie postuliert, dass Erinnerungstäuschungen möglich sind, weil jede unserer Erinnerungen in einer Vielzahl von Fragmenten gespeichert ist; und diese Fragmente können auf eine Weise neu kombiniert werden, die dem tatsächlich Geschehenen nicht entspricht.“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Selbst ist real und keine Illusion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2020 05:27:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Empfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Diskussion darum, was Personen sind, muss man zwischen drei Fragen unterscheiden. Die erste Frage lautet, was ein Wesen zu einer Person macht. Das könnte unter anderem das Gedächtnis sein, das Bewusstsein, der Charakter; die Vernunft oder die Selbstreflexion. Die zweite Frage, die damit eng zusammenhängt, lautet: Wie können Personen über längere Zeiträume dieselben ... <a title="Das Selbst ist real und keine Illusion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-selbst-ist-real-und-keine-illusion.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Selbst ist real und keine Illusion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Diskussion darum, was Personen sind, muss man zwischen drei Fragen unterscheiden. Die erste Frage lautet, was ein Wesen zu einer Person macht. Das könnte unter anderem das Gedächtnis sein, das Bewusstsein, der Charakter; die Vernunft oder die Selbstreflexion. Die zweite Frage, die damit eng zusammenhängt, lautet: Wie können Personen über längere Zeiträume dieselben bleiben, obwohl sie sich kontinuierlich verändern? Eine dritte Frage, die viel mit den ersten beiden überblenden, lautet: Was bestimmt den Menschen als Individuum? Philipp Hübl erklärt: „Das ist die Frage nach der Persönlichkeit, also den Charaktereigenschaften und den moralischen Haltungen. Dabei geht es um die Individualität von Personen im Vergleich zu anderen Personen.“ In den ersten beiden Fragen hingegen war der Kontrast zwischen Personen und Nichtpersonen entscheidend. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2338"></span></p>
<p><strong>Bewusstsein und Gedächtnis bilden eine Einheit</strong></p>
<p>John Locke war als Philosoph des 17. Jahrhunderts einer der Ersten, die das Problem der personalen Identität diskutierten. Philipp Hübl erläutert: „Er nahm an, dass nur unser Bewusstsein uns zu Personen machen könnte, weil die Materie, aus der unsere Körper bestehen, sich dauernd wandelt.“ John Locke nennt sowohl das Gedächtnis als auch das Bewusstsein als Merkmale von Personen. Er scheint beide Merkmale als eine Einheit gesehen zu haben. Denn die Erinnerung zeigt sich ihm zufolge im Bewusstsein.</p>
<p>David Hume stellt folgende These auf: „Wenn ich mein eigenes Bewusstsein analysiere, entdecke ich zwar Gedanken, Wahrnehmungen oder Vorstellungen, aber nicht noch mich selbst neben diesen Erlebnissen.“ Der Denkfehler sei, nach einem Selbst auf derselben Ebene zu suchen, auf der man auch seine Eindrücke finden kann. Das Selbst bestünde vielmehr aus allen Eindrücken zusammen, aus dem Bündel der persönlichen mentalen Zustände. Die Menschen sind, so David Hume, eine Art mentales Mosaik. Deshalb sollten sie sich von der Idee verabschieden, dass ein substantielles Selbst in ihnen waltet.</p>
<p><strong>Jeder hat seine ganz persönlichen Empfindungen</strong></p>
<p>Alles was das menschliche Bewusstsein ausmacht, ist laut David Hume ein Kommen und Gehen von Gedanken und Sinneseindrücken. Das ist eine Position, die stark an den Kerngedanken des Buddhismus erinnert. Im Bewusstsein eines Menschen wandeln sich die Zustände zwar ständig, doch etwas bleibt dabei immer gleich. Nämlich, dass es das eigene Bewusstsein ist und dass man Eindrücke als seine persönlichen Eindrücke erlebt. Das Ich-Gefühl ist Teil der persönlichen Erfahrung der Welt, als dasjenige Element, dass jede einzelne Erfahrungen zur eigenen Erfahrung macht.</p>
<p>Das Selbst ist für Philipp Hübl so real wie das Bewusstsein, innerhalb dessen es existiert: „Jedes Ereignis im Bewusstsein hat nicht nur eine Ich-Perspektive, es hat auch andere Arten von Ursachen und Wirkungen als Hirnereignisse, die ohne Bewusstsein auftreten. Das „Selbst“ ist also nicht bloß das Display, sondern Hauptelement der kausalen Maschinerie des Geistes. Das Selbst ist also real und kein bloßes Bündel an Eindrücken und schon gar keine Illusion. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Niemand hält das eigene Gedächtnis für fehlerlos</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/niemand-haelt-das-eigene-gedaechtnis-fuer-fehlerlos.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jul 2020 07:08:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Mensch die Erfahrung von etwas macht, hat er in der Regel, aber nicht zwangsläufig, ein Bewusstsein von diesem Etwas. Das phänomenale Bewusstsein ist reine, einfache Erfahrung. Aber das Bewusstsein kann auch lästig werden. Und das nicht nur dann, wenn man sich einer Operation unterziehen muss. Wie die meisten Menschen wissen, kann eine Tätigkeit, ... <a title="Niemand hält das eigene Gedächtnis für fehlerlos" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/niemand-haelt-das-eigene-gedaechtnis-fuer-fehlerlos.html" aria-label="Mehr Informationen über Niemand hält das eigene Gedächtnis für fehlerlos">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Mensch die Erfahrung von etwas macht, hat er in der Regel, aber nicht zwangsläufig, ein Bewusstsein von diesem Etwas. Das phänomenale Bewusstsein ist reine, einfache Erfahrung. Aber das Bewusstsein kann auch lästig werden. Und das nicht nur dann, wenn man sich einer Operation unterziehen muss. Wie die meisten Menschen wissen, kann eine Tätigkeit, die fokussierte Konzentration zu erfordern scheint, völlig danebengehen, wenn man sich seiner selbst bewusst wird. David Gelernter erläutert: „Unter den Tätigkeiten, die wir beherrschen, beherrschen wir manche mit unserem bewussten, viele andere aber auch mit dem unbewussten Geist. Ein klassisches Beispiel ist das Gehen: Wir vollziehen es automatisch, die Steuerung übernimmt der unbewusste Geist.“ David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2304"></span></p>
<p><strong>Es gibt den bewussten und den unbewussten Geist</strong></p>
<p>Auf der Landkarte des Geistes gibt es zwei große Regionen: den bewussten und den unbewussten Geist. Innerhalb des bewussten Geistes kann man zwischen Handeln und Sein unterscheiden, die jeweils eine eigene Unterstruktur haben. Die Erinnerungen eines Menschen unterliegen endlosen Einstellungen; sie verschwinden, werden an die falsche Stelle gerückt, umgeordnet und neu geschrieben. Niemand hält das eigene Gedächtnis für fehlerlos. Die meisten Menschen haben auch schon einmal bemerkt, dass sie sich an etwas sehr eindringlich und genau erinnern können – und doch ist es falsch.</p>
<p>Das Gedächtnis spielt dem Menschen manchmal einen Streich. Das ist keine tiefsinnige Beobachtung, aber sie ist wahr und wichtig. David Gelernter erklärt: „Meist stehen unsere Wahrnehmungen in der Reihenfolge ihres Zustandekommens für die Betrachtung durch den Geist bereit, wie geordnete, nebeneinander ausgelegte Spielkarten.“ Reagiert der Geist nachdenklich, dann heißt dass, dass die Wahrnehmungen Erinnerungen oder Gedanken auslösen. Diese Nicht-Wahrnehmungen kann man sich als Elemente in der gleichen Reihe von Spielkarten vorstellen.</p>
<p><strong>Das Gedächtnis ermöglicht einen Blick in die Zukunft</strong></p>
<p>Wenn am vorderen Ende der Reihe neue Erfahrungen hinzukommen, werden geringfügig ältere vom hinteren Ende der Reihe mit den frischen Erfahrungen in den vorderen Teil des Langzeitgedächtnisses – das heißt des eigentlichen Gedächtnisses – verschoben. Wie Sigmund Freud genau wusste, können spätere sogenannte Deckerinnerungen frühere Erinnerungen entstellen oder beschädigen. Was wie eine einzelne Erinnerung wirkt, ist in Wirklichkeit möglicherweise aus mehreren älteren Gedächtnisinhalten zusammengeflickt.</p>
<p>In solchen Fällen erinnert man sich scheinbar an etwas, dass in Wirklichkeit nie stattgefunden hat. Daran sieht man, wie leicht das Gedächtnis eine Ansammlung ähnlicher Erinnerungen in eine einzige Matrize, ein Schema oder eine Abstraktion umformt. Dieser Prozess läuft unbewusst ab, ist aber für das bewusste Denken entscheidend. Das Gedächtnis kennt zwar nur die Vergangenheit, ermöglicht aber auf mehrfache Weise auch einen Blick in die Zukunft. Die Herstellung von Matrizen oder Schemata ist einer der besten Tricks des Gedächtnisses. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Stimmungen sind Emotionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2020 05:15:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Stimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Emotionen oder Stimmungen können die Macht haben, Erinnerungen ans Licht zu holen. Sie wirken wie Stichwörter: Wenn sich ein Gefühl, dass man jetzt erlebt, mit einem Gefühl überschneidet, das im Gedächtnis gespeichert oder mit einer im Gedächtnis gespeicherten Erinnerung verknüpft ist, dann kann man diese Erinnerung abrufen. David Gelernter fügt hinzu: „Die gemeinsamen Inhalte von ... <a title="Stimmungen sind Emotionen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/stimmungen-sind-emotionen.html" aria-label="Mehr Informationen über Stimmungen sind Emotionen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Emotionen oder Stimmungen können die Macht haben, Erinnerungen ans Licht zu holen. Sie wirken wie Stichwörter: Wenn sich ein Gefühl, dass man jetzt erlebt, mit einem Gefühl überschneidet, das im Gedächtnis gespeichert oder mit einer im Gedächtnis gespeicherten Erinnerung verknüpft ist, dann kann man diese Erinnerung abrufen. David Gelernter fügt hinzu: „Die gemeinsamen Inhalte von Stichwort und Gedächtnisinhalt sorgen dafür, dass es zur Erinnerung kommt. Auch ein Gefühl, an das wir nur denken, ohne es aber zu erleben, kann ein solches auslösendes Stichwort sein.“ Wenn man nicht wenigstens einen Aspekt einer vergessenen Erinnerung abrufen kann, bleibt sie vergessen. Aber wenn nichts anderes mehr funktioniert, kann manchmal ein Gefühl als Hinweis auf eine Gedächtnisinhalt dienen. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale Universität. <span id="more-2217"></span></p>
<p><strong>Eine Stimmung kann vergangene Zeiten einzufangen</strong></p>
<p>Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man in der Welt, die man heute bewohnt, nicht über irgendeine Einzelheit stolpern, die genau zu einer erinnerten Szene aus der fernen Vergangenheit passt. Aber Emotionen sind abstrakte Zusammenfassungen, und das Gefühl, das man vor langer Zeit empfunden und gespeichert hat, könnte sich dann wieder einstellen, selbst wenn alle sensorischen Details ganz anders sind. Die geradezu gespenstige Fähigkeit der Stimmung, vergangene Zeiten einzufangen, ist ein zentrales Faktum des Geistes.</p>
<p>Stimmung ist Emotion. Die interessantesten mentalen Vorgänge spielen sich bei geringer Konzentration ab, und zwar gerade wegen der geringen Konzentration. Aber man kann sich an sie nicht oder kaum erinnern, gerade weil sie bei geringer Konzentration geschehen. Dass zwei Gefühle ähnlich oder identisch sind, erkennt der Geist offenbar ebenso, wie er identische Gesichter oder Stimmen erkennt. Erkennen ist eine Art des – weitgehend unbewussten – Sehens. Kurz gesagt, sind Gefühle nicht nur ein Weg, um zwei grundsätzlich verwandte, oberflächlich aber unähnliche Erinnerungen zu verbinden.</p>
<p><strong>Zuweilen kann man die Gefühle eines anderen sogar spüren</strong></p>
<p>Sie bewirken auch, dass man eine solche Verbindung unbewusst und nahezu augenblicklich erkennt. Schnell arbeitende Gedächtnisprozesse sind von entscheidender Bedeutung, wenn man in einem großen Bestand von Erinnerungen eine einzelne finden will. Manchmal kann man das Gefühl, das zwei Teile einer Analogie verbindet, regelrecht spüren. Gedanken sind häufig undurchschaubar, Gefühle dagegen liegen in der Regel auf der Hand. Zuweilen kann man die Gefühle eines anderen nicht nur erkennen, sondern sogar spüren.</p>
<p>David Gelernter erläutert: „Dass jemand wütend, unsicher oder überschwänglich ist, spüren wir dann genauso unmittelbar wie eine warme Brise.“ An all diesen Tatsachen erkennt man, wie gut Gefühle die Dinge einander näherbringen können – zwei schweigende Menschen, einen Autor und einen Leser, die sich nie getroffen haben und nie treffen werden; zwei Hälften einer neuen Analogie; zwei getrennte Welten. Der englische Dichter und Philosoph Samuel Taylor Coleridge schreibt: „Ich behaupte, dass Assoziationen in größerem Maße vom Wiederauftauchen ähnlicher Gefühlszustände abhängen als von Gedankengängen.“ Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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