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	<title>Wünsche &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Unflexibilität führt zu einem doppelten Fehler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2025 02:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschen können sich hinsichtlich dessen, was sie glücklich macht, irren. Eine Begegnung hat beispielsweise tatsächlich das Vermögen, die eigenen Erwartungen und Wünsche, ja sogar die eigenen Vorstellungen von den Dingen und vom Leben umzukrempeln. Charles Pépin fügt hinzu: „Das ist eine schöne Einladung zur Bereitschaft: Zu wissen, dass wir uns hinsichtlich unserer Erwartungen irren können, ... <a title="Unflexibilität führt zu einem doppelten Fehler" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/charles-pepin-ueberraschendes-annehmen.html" aria-label="Mehr Informationen über Unflexibilität führt zu einem doppelten Fehler">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen können sich hinsichtlich dessen, was sie glücklich macht, irren. Eine Begegnung hat beispielsweise tatsächlich das Vermögen, die eigenen Erwartungen und Wünsche, ja sogar die eigenen Vorstellungen von den Dingen und vom Leben umzukrempeln. Charles Pépin fügt hinzu: „Das ist eine schöne Einladung zur Bereitschaft: Zu wissen, dass wir uns hinsichtlich unserer Erwartungen irren können, kann überzeugend sein, um uns für das zu öffnen, was wir nicht erwarten.“ Wer sich unflexibel zeigt und nur in Erwägung zieht, was den eigenen präzisen Wünschen entspricht, macht einen doppelten Fehler. Erstens einen strategischen: Diese Person lässt sich höchstwahrscheinlich so mache Gelegenheit entgehen. Zweitens einen psychologischen: Vielleicht irrt man sich hinsichtlich seiner Wünsche, aber verschließt die Tür für die Begegnung mit jenem Anderen, der es einem ermöglich hätte, sich darüber im Klaren zu werden. Charles Pépin ist Schriftsteller und unterrichtet Philosophie. Seine Bücher wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. <span id="more-5889"></span></p>
<p><strong>Ein Verlangen kann aus einer Begegnung heraus entstehen</strong></p>
<p>Tatsächlich entdecken Menschen oft erst im Handeln, durch den Kontakt mit anderen einen neuen Wunsch. Charles Pépin erklärt: „Diese Vorstellung widerspricht der Idee, die insbesondere der Psychoanalytiker und Philosoph Jacques Lacan entwickelt hat, wonach unser Begehren schon immer da ist, in unserem Innersten, und dass es in unserem Unbewussten, in unserer Familiengeschichte wurzelt.“ Dieser Theorie zufolge ist das Begehren immer vor der Begegnung da.</p>
<p>Menschen gehen auf die anderen zu, um ein Verlangen zu befriedigen, das dem Tun vorausgeht und dieses determiniert. Charles Pépin weiß: „Im Gegensatz dazu erklärt Jean-Paul Sartre in „Das Sein und das Nichts“, dass ein solches Verlangen nicht notwendigerweise vor der Begegnung da ist; es kann aus ihr heraus entstehen.“ Die Lebenserfahrung scheint ihm recht zu geben. Man denke zum Beispiel an jene Männer oder Frauen, die partout keine Kinder haben wollten, bis sie der oder dem Richtigen begegneten.</p>
<p><strong>Die Ordnung der Dinge ist nicht unverrückbar</strong></p>
<p>„Mein dritter Grundsatz war, immer zu versuchen, […] eher meine Wünsche zu ändern als die Ordnung der Welt“, fasste dies René Descartes in einer Formel mit stoischen Anklängen zusammen. Charles Pépin ergänzt: „Dem Verfasser des „Entwurfs der Methode“ ging es nicht darum, neue Wünsche an sich zu entdecken, sondern eher darum, auf unerfüllbare Wünsche zu verzichten , uns aufzufordern, bescheiden zu sein und hinzunehmen, was wir nicht ändern können.“</p>
<p>„Die Ordnung der Welt ändern, um sie meinen Wünschen anzupassen“, ist im Kern die Antwort des vermessenen Menschen, der unfähig ist, Grenzen zu akzeptieren, und sich in Allmachtsphantasien ergeht. Charles Pépin erläutert: „Wer eine Philosophie der Bereitschaft vertritt, befindet sich auf einer Gratwanderung zwischen resigniertem Hinnehmen und Allmachtwahn, von denen er sich möglichst fernhält. Wer die Ordnung der Dinge für unverrückbar hält, geht nicht mehr aus dem Haus.“ Quelle: „Kleine Philosophie der Begegnung“ von Charles Pépin</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Konflikte binden aneinander</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 01:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[Konflikt kommt vom lateinischen Verb „confligere“. Es bedeutet „kämpfen“, „aneinandergeraten“, „zusammenstoßen“ und sogar „zusammenschlagen“. Es trägt aber auch die Bedeutung von „zusammenbringen“ und „vereinigen“ in sich. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Man muss irgendetwas miteinander zu tun haben, um einen Konflikt zu haben. Hat man nichts miteinander zu tun, hat man auch keinen Konflikt. In ... <a title="Konflikte binden aneinander" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/konflikte-binden-aneinander.html" aria-label="Mehr Informationen über Konflikte binden aneinander">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Konflikt kommt vom lateinischen Verb „confligere“. Es bedeutet „kämpfen“, „aneinandergeraten“, „zusammenstoßen“ und sogar „zusammenschlagen“. Es trägt aber auch die Bedeutung von „zusammenbringen“ und „vereinigen“ in sich. Reinhard K. Sprenger stellt fest: „Man muss irgendetwas miteinander zu tun haben, um einen Konflikt zu haben. Hat man nichts miteinander zu tun, hat man auch keinen Konflikt. In einem übertragenen Sinne binden Konflikte also aneinander.“ Das ist nicht so trivial, wie es zunächst scheint. Erstens muss man etwas Gemeinsames haben, um es als trennend zu erleben. Was immer das Gemeinsame auch ist. Vielleicht ein Raum, eine gemeinsame Zeit, auch die Übereinstimmung, dass man ein Problem hat und ein gemeinsames Interesse, es aus dem Weg zu räumen. Reinhard K. Sprenger zählt zu den profiliertesten Managementberatern und wichtigsten Vordenkern der Wirtschaft in Deutschland. <span id="more-2648"></span></p>
<p><strong>Der Konflikt ist sowohl Dissens als auch Konsens</strong></p>
<p>Ein Konflikt muss nicht unbedingt auf eine Vereinbarung hinauslaufen. Häufig reicht das Ziel, einander besser verstehen zu wollen. Und das heißt keineswegs, einverstanden zu sein! Dieses Gemeinsame ist in einem positiven Sinne bezugsfähig. Es könnte eine gute Basis sein für den konstruktiven Umgang mit einem Konflikt. Sich zunächst auf einen Minimalkonsens zu einigen: „Ja, wir haben etwas Gemeinsames, nämlich dieses …“ Manchmal ist es nur die Liebe zur Sache, im besten uns schwierigsten Fall ist es Liebe.</p>
<p>Und Liebe ist für Reinhard K. Sprenger die natürlichste Form der Magie. Der Konflikt umfasst also immer gleichzeitig beides: sowohl Dissens als auch Konsens! Sie bedingen und ergänzen einander. Das klingt zunächst ungewohnt, ja kontraintuitiv. Auf einer anderen Ebene zeigt sich eine weitere Paradoxie: Uneinigkeit kann eine echte Quelle von Frieden und freundlichem Umgang miteinander sein. Umgekehrt kann Übereinstimmung Konflikt oder sogar Krieg bedeuten.</p>
<p><strong>Die Wünsche eines Menschen sind nicht seine eigenen</strong></p>
<p>Wenn zwei Parteien miteinander streiten, dass setzt das Übereinstimmung auf einer anderen Ebene voraus. Etwa über den Wert von etwas, um das man konkurriert. Ein begehrtes Objekt etwa oder ein gemeinsames Ziel, das nur einer der beiden Konkurrenten erreichen kann. Allerdings macht die Übereinstimmung über den Wert von beispielsweise Marktanteilen, die Konkurrenten nicht unbedingt zu Freunden. Uneinigkeit über diesen Wert hätte sich vertragen. Man hätte einfach verschiedenes gewollt.</p>
<p>Es gibt vielfältige Ansätze, das Entstehen von Erwartungen, Wünschen und Bedürfnissen zu erklären. Einer der interessantesten stammt von dem französischen Kulturanthropologen René Girard: „Unsere Wünsche, so schildert er an vielen Beispielen, sind nicht unseren eigenen Wünsche, sondern sind nachgeahmt.“ Als soziale Wesen lernen die Menschen von anderen, was begehrenswert für sie selbst ist. Daher führt das „mimetische Begehren“ dazu, dass alle dasselbe begehren. Quelle: „Magie des Konflikts“ von Reinhard K. Springer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Weiterentwicklung ist das A und O des Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Dec 2020 09:17:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demut]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstzweifel]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Warum sollte sich ein Mensch weiterentwickeln wollen? Vom individuellen Standpunkt aus liegt die Antwort für John Bargh auf der Hand: „Um glücklicher, gesünder und erfolgreicher zu werden.“ Aber kein Mensch existiert für sich allein. Er entwickelt sich nicht in einem Vakuum. Er schickt kleine Wellen in alle Richtungen, so wie er auch die Wellen anderer ... <a title="Weiterentwicklung ist das A und O des Lebens" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/weiterentwicklung-ist-das-a-und-o-des-lebens.html" aria-label="Mehr Informationen über Weiterentwicklung ist das A und O des Lebens">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Warum sollte sich ein Mensch weiterentwickeln wollen? Vom individuellen Standpunkt aus liegt die Antwort für John Bargh auf der Hand: „Um glücklicher, gesünder und erfolgreicher zu werden.“ Aber kein Mensch existiert für sich allein. Er entwickelt sich nicht in einem Vakuum. Er schickt kleine Wellen in alle Richtungen, so wie er auch die Wellen anderer empfängt. Nur wer sich wirklich weiterentwickelt, hat die Chance, auch seine Gemeinschaft und im weiteren Sinne seine Welt weiterzuentwickeln. Aber für diesen Prozess ist etwas vonnöten, was oftmals Mangelware zu sein scheint: Demut. Die Demut, zu akzeptieren, dass man nicht immer bis ins Kleinste versteht, warum man tut, was man tut. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University. Dort leitet er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory. <span id="more-2460"></span></p>
<p><strong>Selbstzweifel sollte man zulassen</strong></p>
<p>John Bargh sagt nicht, dass es leicht ist, das zu akzeptieren. Das ist es beileibe nicht. Doch sobald man diesen Selbstzweifel zulässt, so unangenehm er auch sein mag, kommen andere Dinge zum Vorschein. Zum Beispiel Neugier, Überraschung, neue Ideen, die Überprüfung bislang nicht hinterfragter Annahmen. Vielleicht sogar harte, aber wichtige Erkenntnisse, und schließlich wundersamerweise Veränderung. Bewusste und unbewusste geistige Prozesse leisten unterschiedliche Dinge.</p>
<p>Würden sie dieselben Dinge leisten beziehungsweise nicht leisten, wäre eine der beiden überflüssig, und der Mensch hätte nicht beide entwickelt. Es ist also nicht so, dass der eine schlecht ist und der andere gut. Sie sind beide gut, aber jeweils nur in ihrem eigenen Bereich. Sie arbeiten meist harmonisch und dynamisch zusammen. Der eine ist die Ursache für den anderen und umgekehrt. So klingen beispielsweise bewusste Erfahrungen in der einen Situation in der nächsten Situation noch nach, ohne dass man es bemerkt.</p>
<p><strong>Man sollte mit seinen Wünschen vorsichtig sein</strong></p>
<p>In unbewussten Prozessen findet eine Arbeit an wichtigen Problemen und Zielen statt. Antworten und Lösungen dringen in das Bewusstsein ein. Unbewusste Ziele lenken die bewusste Aufmerksamkeit auf Dinge, die für das Erreichen dieser Ziele relevant sind und veranlassen einen Menschen, sie sich zunutze zu machen. Beide Teile dieses Prozesses gehören zu einer Person, nicht nur der bewusste. Zusammen bilden sie das reale, innere Ich. Deshalb muss man vorsichtig mit seinen Wünschen sein.</p>
<p>Denn diese bewussten Wünsche können sich auf unbewusste Weise manifestieren, wenn man es am wenigsten erwartet. Und sie können einen Menschen dazu bringen, etwas zu tun, was er besser unterlassen würde. Starke Bedürfnisse können unbeabsichtigte Folgen haben. Etwa wenn man in hungrigem Zustand einkaufen geht. Denn die Umgebung sendet Auslöserreize aus, die sich auf das Verhalten auswirken, und auch Prime-Reize, die Einfluss auf einen Menschen auslösen können, ohne dass er es merkt. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die eigenen Bedürfnisse zählen zuerst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 07:29:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Ziele]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Mensch neigt von Natur aus dazu, seine eigenen Bedürfnisse über das Wohl der Gemeinschaft zu stellen. In der politischen Wissenschaft ist das ein klassisches Problem. Man nennt es Allmende-Klemme und es spielt auch eine Rolle beim globalen Klimawandel. John Bargh weiß: „Meistens gelingt es den Menschen, Hintertürchen zu finden oder persönliche Unannehmlichkeiten zu umgehen.“ ... <a title="Die eigenen Bedürfnisse zählen zuerst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-eigenen-beduerfnisse-zaehlen-zuerst.html" aria-label="Mehr Informationen über Die eigenen Bedürfnisse zählen zuerst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch neigt von Natur aus dazu, seine eigenen Bedürfnisse über das Wohl der Gemeinschaft zu stellen. In der politischen Wissenschaft ist das ein klassisches Problem. Man nennt es Allmende-Klemme und es spielt auch eine Rolle beim globalen Klimawandel. John Bargh weiß: „Meistens gelingt es den Menschen, Hintertürchen zu finden oder persönliche Unannehmlichkeiten zu umgehen.“ Daher ist es schwer, die Zukunft vorauszusagen oder zu gestalten. Vor allem wenn es das menschliche Verhalten betrifft, selbst – oder erst recht – wenn es wichtig ist, einen solchen Versuch zu unternehmen. Das gilt insbesondere für politische Maßnahmen, durch die individuelle Freiheiten zugunsten des Gemeinwohls eingeschränkt werden. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet. <span id="more-2454"></span></p>
<p><strong>Mit seinen Wünschen muss man vorsichtig sein</strong></p>
<p>Wie politische Maßnahmen, die auf die Veränderung von Verhaltensweisen abzielen, können auch persönliche Wünsche und Ziele für die Zukunft einen Menschen auf oftmals unbeabsichtigte Weise – und daher unbewusst – verändern, während er sie zu realisieren versucht. John Bargh erläutert: „Bei der Verfolgung eines gegebenen Ziels tun wir manchmal Dinge, die unserem Selbstverständnis und den für uns wichtigen Werten widersprechen. Nämlich Dinge, die wir normalerweise für unmoralisch, unethisch oder ungesund halten würden.“</p>
<p>Viele Menschen sind dann vielleicht offener als sonst für äußere Einflüsse, sogar für unterschwellige Werbung. Sie geben ihr Geld für Dinge aus, die sie später, wenn sie die Rechnung bekommen, für töricht und unnütz halten. Sie mögen Menschen, die sie ansonsten nicht mögen würden, und lassen sogar die Beziehungen zur ihren Freunden abkühlen. Und all das nur, weil diese Veränderungen ihnen helfen werden, das angestrebte Ziel zu erreichen. Die gegenwärtigen Ziele verändern einen Menschen – sein Denken, sein Herz und seine Werte. Und er merkt nicht einmal, dass diese Veränderungen stattgefunden haben. Deshalb muss man vorsichtig mit seinen Wünschen sein.</p>
<p><strong>Seine Wünsche haben große Macht über einen Menschen</strong></p>
<p>Die Ziele und Antriebe eines Menschen sind auf erwünschte künftige Zustände ausgerichtet. Ihr Einflussbereich liegt in der verborgenen Sphäre des menschlichen Geistes. John Bargh erklärt: „Was, wer und wo wir in der näheren oder ferneren Zukunft sein wollen, prägt unser Denken, unsere Empfindungen und Handlungen in der Gegenwart. Was wir haben möchten, wo und wer wir sein wollen – mit geringerer oder größerer Intensität. All das übt einen starken Einfluss auf unsere augenblicklichen Vorlieben und Abneigungen aus.“</p>
<p>Ein Mensch wird zu dem, wonach er strebt, und beginnt die Welt durch eine „Zielbrille“ zu betrachten, ganz gleich, ob er dieses Ziel nun bewusst verfolgt oder nicht. Seine Wünsche haben eine große Macht über einen Menschen. Es ist, als würde er durch seine Ziele neu konfiguriert, als verwandelte er sich zeitweise in einen anderen Menschen mit anderen Werten, der andere Dinge tut als sonst. Leider erkennen das die meisten Menschen erst im Nachhinein, nachdem sie ihr Ziel erreicht haben oder es nicht mehr verfolgen, und dann fragen sie sich, was sie sich dabei bloß gedacht haben. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wünsche drücken eine positive Wertung aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2020 05:40:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wünsche]]></category>
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					<description><![CDATA[Wünsche mögen sich im Einzelnen ganz unterschiedlich anfühlen und ganz verschiedene Inhalte haben. Ihnen ist aber gemeinsam, dass sie in der Regel eine allgemeine positive Wertung ausdrücken. Wenn man etwas begehrt, schätzt, mag, ersehnt oder erstrebt, dann drückt man damit aus, dass man es gut findet. Philipp Hübl erklärt: „An den vielen Spielarten der Wünsche ... <a title="Wünsche drücken eine positive Wertung aus" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/wuensche-druecken-eine-positive-wertung-aus.html" aria-label="Mehr Informationen über Wünsche drücken eine positive Wertung aus">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wünsche mögen sich im Einzelnen ganz unterschiedlich anfühlen und ganz verschiedene Inhalte haben. Ihnen ist aber gemeinsam, dass sie in der Regel eine allgemeine positive Wertung ausdrücken. Wenn man etwas begehrt, schätzt, mag, ersehnt oder erstrebt, dann drückt man damit aus, dass man es gut findet. Philipp Hübl erklärt: „An den vielen Spielarten der Wünsche erkennt man einen wichtigen Unterschied. Viele drücken ein subjektives, phänomenales Erleben aus wie etwa Verlangen, Sehnen, Lust, Appetit, Drang, Gier oder Begehren.“ Andere sind in dem Punkt eher neutral wie Bedürfnis, Neigung, Hang, Interesse und Wollen. Auch die Inhalte scheinen sich zu unterscheiden. Einige sind ganz grundlegend wie „Schokolade essen“, andere setzen viel Wissen und komplexe Handlungsschritte voraus wie „Karriere machen“. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2256"></span></p>
<p><strong>Ein Wunsch setzt sich aus Modus und Inhalt zusammen</strong></p>
<p>Man kann diese Unterschiede ganz gut anhand zweier Komponenten eines Wunsches verdeutlichen, nämlich am Modus und am Inhalt. Der Modus ist der des Wünschens, der den Inhalt als etwas Positives bewertet. Alle mentalen Zustände, die sich auf Objekte oder Situationen beziehen, heißen traditionell intentionale Zustände. Benannt hat sie so der deutsche Philosoph Franz Brentano. Intentionalität halten viele Philosophen neben Bewusstsein für das zweite definierende Merkmal des Geistes. Welches der beiden primär ist und welches nur abgeleitet, ist bis heute umstritten.</p>
<p>Philipp Hübl erläutert: „Man kann Intentionalität als das Phänomen charakterisieren, dass mentale Zustände sich auf Objekte oder Situationen beziehen, sie darstellen, abbilden oder Informationen über sie liefern. So ist ein Wahrnehmungseindruck intentional, weil er die Welt abbildet, also in Form einer Abbildung repräsentiert.“ Das der Geist die Welt repräsentiert ist im Universum ein seltenes Phänomen. Denn die meisten Dinge wie Planeten, Wolken, Flüsse oder Atome sind nur für sich da und bilden nichts außerhalb ihrer selbst ab.</p>
<p><strong>Viele Wünsche liegen in einer Mischform vor</strong></p>
<p>Seinen Handlungswunsch, beispielsweise zu singen, kann ein Mensch mit Handlungen befriedigen. Viele Wünsche sind allerdings weiter gefasst. Man hegt sie unabhängig von seinen Handlungen, weil man sie gar nicht durch eigenes Zutun erfüllen kann. Dazu zählt zum Beispiel den Wunsch, dass morgen die Sonne scheint. Einen einfachen Wunsch „Ich will das da“ könnten schon Kinder oder vielleicht sogar einige Tiere haben. Denn in diesem Fall ist das Objekt des Wunsches vielleicht ein Stück Melone, dass der Wünschende gar nicht als „Melone“ kategorisieren muss, um es zu wollen.</p>
<p>Viele Wünsche liegen sicherlich in dieser bildhaften, nichtsprachlichen, genauer nicht propositionalen Form vor oder in einer Mischform aus Begriffen und Vorstellungen, zum Beispiel, wenn man von einer Reise zu den Pyramiden träumt. Nicht nur der Inhalt, auch die Art und Weise, wie man die Wünsche spürt, enthält Informationen, leiste also einen Beitrag zum intentionalen Charakter. Ein Interesse an klassischer Musik scheint den Inhalt nur schwach positiv zu bewerten. Eine Leidenschaft für klassische Musik bildet dagegen eine stärkere Bewertung ab. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Macht offenbart den Charakter eines Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2020 06:50:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Charakter]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Faktor, dem es immer wieder gelingt, die Ziele eines Menschen und damit auch seine Werte und sein Verhalten zu verändern, ist Macht. John Bargh weiß: „Die Macht der Macht ist legendär: Macht macht korrupt, wie das Sprichwort lautet, und Machtvollkommenheit macht vollkommen korrupt.“ Bei Staatsbeamten kommen Fälle von Machtmissbrauch und Korruption leider nur allzu ... <a title="Macht offenbart den Charakter eines Menschen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/macht-offenbart-den-charakter-eines-menschen.html" aria-label="Mehr Informationen über Macht offenbart den Charakter eines Menschen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Faktor, dem es immer wieder gelingt, die Ziele eines Menschen und damit auch seine Werte und sein Verhalten zu verändern, ist Macht. John Bargh weiß: „Die Macht der Macht ist legendär: Macht macht korrupt, wie das Sprichwort lautet, und Machtvollkommenheit macht vollkommen korrupt.“ Bei Staatsbeamten kommen Fälle von Machtmissbrauch und Korruption leider nur allzu häufig vor. Korrupte Personen scheinen oftmals gar keinen Sinn dafür zu haben, wie ihr Verhalten auf die Öffentlichkeit wirken muss, als wäre ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie ihre Macht missbrauchen. Macht ermöglicht es ihrem Inhaber, sich das Gewünschte zu verschaffen, trotz der Einwände oder fehlender Zustimmung anderer. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet. <span id="more-2132"></span></p>
<p><strong>Wünsche können die Macht über einen Menschen übernehmen</strong></p>
<p>Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, schrieb: „Unter Zwang kann jeder das Richtige tun. Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht.“ Was sich ein Mensch wünscht, welche Zukunft er sich auf kurze wie auf lange Sicht ersehnt, all das hat beträchtliche und hauptsächlich verborgene Auswirkungen auf ihn und sein Verhalten. Mehr als es einem Menschen vielleicht klar ist, führt sein gegenwärtiges Ziel die Regie, setzt oftmals seine zentralen Überzeugungen und persönlichen Werte außer Kraft und macht ihn, solange es aktiv ist, de facto zu einem anderem Menschen.</p>
<p>John Bargh rät: „Deshalb müssen wir vorsichtig mit unseren Wünschen sein, denn sie können, ohne dass es uns bewusst wäre, die Macht über uns übernehmen. Wir delegieren die Kontrolle an dieses Ziel, und obwohl wir vielleicht nicht merken oder gar billigen, was es im Schilde führt, sind wir nichtsdestoweniger persönlich verantwortlich dafür.“</p>
<p><strong>Das Unbewusste schläft nie</strong></p>
<p>Besondere Vorsicht ist geboten, wenn es um die wichtigsten eigenen und möglicherweise egoistischen Ziele geht, deren Realisierung auf Kosten anderer erfolgen würde. Deshalb ist es so wichtig, ein echtes Interesse an anderen zu kultivieren und sich um sie zu kümmern, denn auch wenn man selbst gar nichts von diesen Neigungen merkt, sie werden sich anderen offenbaren, sobald man die Gelegenheit bekommt, nach ihnen zu handeln.</p>
<p>John Bargh gibt noch folgenden Tipp: „Und vor allem: Wünschen Sie sich selbst oder anderen nie etwas Schlechtes, wie man es manchmal tut, wenn man wütend ist, denn für Ihren Geist ist ein Ziel ein Ziel, und ein solch boshafter Wunsch könnte sich als Bumerang erweisen.“ Andererseits können positive Wünsche, etwa, indem man sich selbst ein wichtiges Ziel setzt, dabei helfen, die eigenen Träume zu verwirklichen – denn das Unbewusste schläft nie, nicht einmal während man träumt. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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