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	<title>Wissen &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Die Ausrede des Unwissens zieht oft nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Oct 2023 02:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Vehikel, wie Menschen ihr Selbstbild vor moralischen Selbstzweifeln schützen können, ist die Behauptung oder Überzeugung, dass sie etwas nicht gewusst haben. Armin Falk erläutert: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts. Eine tolle Geschichte, die wir uns und anderen immer wieder von Neuem erzählen. Und die wir ebenso oft von anderen hören.“ Und ... <a title="Die Ausrede des Unwissens zieht oft nicht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/armin-falk-schutz-des-selbstbildes.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Ausrede des Unwissens zieht oft nicht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Vehikel, wie Menschen ihr Selbstbild vor moralischen Selbstzweifeln schützen können, ist die Behauptung oder Überzeugung, dass sie etwas nicht gewusst haben. Armin Falk erläutert: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts. Eine tolle Geschichte, die wir uns und anderen immer wieder von Neuem erzählen. Und die wir ebenso oft von anderen hören.“ Und es stimmt ja auch; Wie kann man jemanden für etwas verantwortlich machen, wenn der Betroffene nichts wissen konnte? Das Problem für die Moral ist, dass diese Ausrede oft nicht zieht. Die exkulpierende Wirkmacht des Unwissens erklärt die Strategie, warum Menschen wegsehen und nicht wissen wollen. Armin Falk leitet das Institut für Verhaltensökonomik und Ungleichheit (briq). Außerdem ist er Direktor des Labors für Experimentelle Wirtschaftsforschung, sowie Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. <span id="more-4998"></span></p>
<p><strong>Viele verschließen die Augen vor den Konsequenzen ihres Handelns</strong></p>
<p>Armin Falk stellt fest: „Oft könnten wir sehr leicht mehr wissen über die moralisch bedenklichen Folgen unseres Handelns. Aber wir ziehen es vor, die Augen zu verschließen, uns von den Fakten abzuwenden.“ Obwohl sie sehr leicht wissen könnten, was passiert, tauchen viele Menschen in ein selbsterschaffenes Faktenvakuum ein, um vor sich selbst und anderen behaupten zu können, es ja nicht gewusst zu haben. Aber wie funktioniert das? Kann man sich wirklich erst selbst entscheiden wegzusehen und sich dann mit der Ausrede trösten, nichts gewusst zu haben?</p>
<p>Was bedeutet dieses Nicht-wissen-wollen? Es zeigt, dass man manchmal absichtlich die Augen vor den Konsequenzen des eigenen Verhaltens verschließt. Das ermöglicht einem Menschen, den eigenen Vorteil zu maximieren und trotzdem ein gutes Image aufrechtzuerhalten. Denn schließlich ist ja nicht klar, ob eigennütziges Verhalten für den anderen ein Nachteil war. Wird schon gut gehen. Augen zu und durch. Eine besonders eindrückliche Form des angeblichen Nichtwissens war die kollektive Vergewisserung nach dem Zweiten Weltkrieg, von den Gräueltaten der Nazis nichts gewusst zu haben. </p>
<p><strong>Widerstandskämpfer stellten sich gegen die Diktatur</strong></p>
<p>Dass sie von der Judenverfolgung keine Ahnung hatten, ist eine der wichtigsten Entlastungsgeschichten, die sich eine ganze Generation von Zeitzeugen erzählt hat. Armin Falk weiß: „Dabei gilt heute als erwiesen, dass ein großer Teil der Zivilbevölkerung sehr wohl Bescheid wissen konnte. Zahllose Briefe und Augenzeugenberichte legen darüber unmissverständliches Zeugnis ab.“ Die Tatsache, dass nicht jedes Detail bekannt war, ermöglicht den kleinen Raum von Unsicherheit und Plausibilität, um die Augen zu verschließen.</p>
<p>Die Aufarbeitung des Holocaust vollzog sich in Deutschland auch deshalb zunächst so schleppend, weil dies die kollektiv erzählte Geschichte von der Unschuld durch Unwissenheit zu zerstören drohte. Armin Falk betont: „Wenn klar wird, dass man sehr wohl Bescheid wusste oder Bescheid wissen konnte, stellt sich die Frage nach der eigenen Verantwortung sehr viel drängender als hinter dem Schleier der vermeintlichen Ignoranz.“ Widerstandskämpfer werden und wurden auch deshalb von so vielen gehasst: weil sie Zeugnis davon ablegten, dass man sehr wohl wusste, was der Fall war und dass es sehr wohl die Option gab, sich dagegenzustellen. Quelle: „Warum es so schwer ist, ein guter Mensch zu sein“ von Armin Falk</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Viele Menschen korrigieren ihre Fehler nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Aug 2023 01:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Umdenken]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Problem mit dem Besserwisser-Syndrom ist, dass es dem Umdenken im Weg steht. Adam Grant stellt fest: „Wenn wir uns sicher sind, dass wir etwas wissen, haben wir keinen Grund, nach Lücken und Fehlern in unserem Wissen zu suchen. Geschweige denn, die Lücken zu füllen oder die Fehler zu korrigieren.“ In einer Studie überschätzten diejenigen, ... <a title="Viele Menschen korrigieren ihre Fehler nicht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/viele-menschen-korrigieren-ihre-fehler-nicht.html" aria-label="Mehr Informationen über Viele Menschen korrigieren ihre Fehler nicht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Problem mit dem Besserwisser-Syndrom ist, dass es dem Umdenken im Weg steht. Adam Grant stellt fest: „Wenn wir uns sicher sind, dass wir etwas wissen, haben wir keinen Grund, nach Lücken und Fehlern in unserem Wissen zu suchen. Geschweige denn, die Lücken zu füllen oder die Fehler zu korrigieren.“ In einer Studie überschätzten diejenigen, die bei einem Test zur emotionalen Intelligenz am schlechtesten abschnitten, am ehesten ihre Fähigkeiten. Und die Wahrscheinlichkeit, in ein Coaching oder eine Weiterbildung zu investieren, war bei ihnen am geringsten. Ja, einiges davon ist auf das fragile Ego eines Menschen zurückzuführen. Man glaubt, seine Schwächen leugnen zu müssen, wenn man sich in einem positiven Licht sehen oder sich anderen gegenüber im besten Licht darstellen will. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. <span id="more-4827"></span></p>
<p><strong>Ignoranten strotzen oft vor Selbstsicherheit</strong></p>
<p>Ein klassisches Beispiel ist für Adam Grant der korrupte Politiker, der behauptet, einen Kreuzzug gegen Korruption zu führen. Tatsächlich motiviert er sich durch vorsätzliche Blindheit oder Selbstbetrug. Doch Motivation ist nur ein Teil der Geschichte. Es gibt einen weniger offensichtlichen Faktor, der die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten vernebelt. Nämlich die, über das Denken nachzudenken. Mangelnde Kompetenz kann einen Menschen blind gegenüber der eigenen Inkompetenz machen. </p>
<p>Adam Grant weiß: „Wenn uns das Wissen und die Fähigkeiten fehlen, Spitzenleistungen zu erbringen, fehlen uns manchmal das Wissen und die Fähigkeiten, Spitzenleistungen zu beurteilen. Diese Einsicht sollte Ihre Favoriten unter den selbstsicheren Ignoranten sofort in die Schranken weisen.“ Auf vielen Gebieten sind jedoch alle Menschen Anfänger, aber nicht immer blind gegenüber dieser Tatsache. Viele Menschen neigen dazu, sich zu überschätzen, wenn es um wünschenswerte Fähigkeiten geht wie diejenige, eine fesselnde Unterhaltung zu führen.</p>
<p><strong>Ein bisschen Wissen kann gefährlich sein</strong></p>
<p>Menschen sind auch anfällig für Selbstüberschätzung in Situationen, in denen es leicht ist, Erfahrung mit Fachkompetenz zu verwechseln. Als Beispiele nennt Adam Grant Autofahren, Tippen, wissenswerte Kleinigkeiten und den Umgang mit Emotionen. Doch man unterschätzt sich, wenn man leicht erkennen kann, dass es an Erfahrung mangelt. Zum Beispiel beim Malen, beim Fahren eines Rennwagens und dem schnellen Rückwärtshersagen des Alphabets. </p>
<p>Viele Menschen werden zu selbstsicher, wenn sie sich vom Anfänger zum Amateur entwickeln. Adam Grant betont: „Ein bisschen Wissen kann gefährlich sein. In zu vielen Bereichen unseres Lebens erwerben wir nie genug Fachwissen, um unsere Meinung infrage zu stellen oder herauszufinden, was wir nicht wissen.“ Die Entwicklung vom Neuling zum Amateur kann den Zyklus des Umdenkens unterbrechen. Mit zunehmender Erfahrung verlieren viele Menschen ein gewisses Maß an Demut. Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wissenschaftliches Denken sorgt für Demut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jul 2023 01:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Defizite]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer die eigenen Defizite erkennt, öffnet dem Zweifel die Tür. Adam Grant weiß: „Das Infragestellen unserer derzeitigen Einsichten macht uns neugierig darauf, welche Informationen uns fehlen. Diese Suche führt uns zu neuen Entdeckungen, die wiederum dafür sorgen, dass wir demütig bleiben, indem sie untermauern, wie viel wir noch zu lernen haben.“ Wenn Wissen Macht ist, ... <a title="Wissenschaftliches Denken sorgt für Demut" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/adam-grant-persoenliche-defizite.html" aria-label="Mehr Informationen über Wissenschaftliches Denken sorgt für Demut">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die eigenen Defizite erkennt, öffnet dem Zweifel die Tür. Adam Grant weiß: „Das Infragestellen unserer derzeitigen Einsichten macht uns neugierig darauf, welche Informationen uns fehlen. Diese Suche führt uns zu neuen Entdeckungen, die wiederum dafür sorgen, dass wir demütig bleiben, indem sie untermauern, wie viel wir noch zu lernen haben.“ Wenn Wissen Macht ist, dann ist das Wissen darum, dass man nicht weiß, Weisheit. Wissenschaftliches Denken zieht die Demut dem Stolz, den Zweifel der Gewissheit und die Neugier dem Sichverschließen vor. Wenn man den Wissenschaftsmodus verlässt, weicht der Umdenkzyklus einem Zyklus der Selbstüberschätzung. Wer predigt, kann die eigenen Wissenslücken nicht sehen, denn er glaubt, dass er bereits die Wahrheit gefunden hat. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. <span id="more-4729"></span></p>
<p><strong>Viele Politiker drängen dei Wahrheit in den Hintergrund</strong></p>
<p>Stolz erzeugt Überzeugung statt Zweifel, was einen Menschen zu einem Staatsanwalt macht. Man mag vollkommen darauf fokussiert sein, die Meinung anderer Menschen zu ändern, doch die eigene Meinung ist in Stein gemeißelt. Das führt dann zum Bestätigungsfehler und zur Verzerrung der Erwünschtheit. Wer Politiker wird, ignoriert und verwirft alles, was nicht die Gunst der Wähler erlangt. Man ist dann so damit beschäftigt eine Show abzuziehen, dass man die Wahrheit in den Hintergrund drängt.</p>
<p>Und die Bestätigung, die man dafür erhält, kann zur Arroganz führen. Man ruht sich dann auf seinen Lorbeeren aus, statt die eigenen Überzeugungen einer strengen Überprüfung zu unterziehen. Adam Grant stellt fest: „Unsere Überzeugungen können uns in selbst geschaffene Gefängnisse sperren. Die Lösung ist nicht, unser Denken zu verlangsamen – sie besteht darin, es zu beschleunigen.“ Forschungen zeigen, dass es hilft, das hervorzuheben, was gleichbleiben wird, wenn Menschen sich einem Wandel widersetzen.</p>
<p><strong>Umdenken wird eine zunehmend wichtige Gewohnheit</strong></p>
<p>Visionen für einen Wandel sind verlockender, wenn sie Aspekte der Kontinuität mit einschließen. Denn eine Strategie mach sich entwickeln, doch die eigene Identität wird Bestand haben. Der Fluch des Wissens ist, dass sich viele Menschen dem verschließen, was sie nicht wissen. Ein gutes Urteilsvermögen hängt von der Fähigkeit – und dem Willen – ab, aufgeschlossen zu sein. Adam Grant ist sich ziemlich sicher, dass das Umdenken eine zunehmend wichtige Gewohnheit im Leben der Menschen werden wird.</p>
<p>Charles Darwin meinte: „Unwissenheit erzeugt viel häufiger Selbstvertrauen als Wissen.“ Alle Menschen haben blinde Flecken in ihrem Wissen und ihren Meinungen. Die schlechte Nachricht ist, dass sie Menschen blind gegenüber ihrer Blindheit macht. Sie gibt ihnen ein falsches Vertrauen in ihr Urteil und kann sie am Umdenken hindern. Adam Grant erklärt: „Die gute Nachricht ist, dass wir mithilfe der richtigen Art von Selbstvertrauen lernen können, uns selbst klarer zu sehen und unsere Ansichten zu aktualisieren.“ Quelle: „Think Again“ von Adam Grant</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Man kann wegen anderer schuldig werden</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-echte-wahl.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2022 01:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine echte Wahl braucht das Wissen um mögliche Folgen der einzelnen Alternativen. Fahrlässigkeit bedeutet zum Beispiel, nicht genug aufgepasst oder sich nicht informiert zu haben, obwohl man die Möglichkeit beziehungsweise die Pflicht dazu gehabt hätte. Helga Kernstock nennt ein Beispiel: „Wir alle müssen daher einer Operation im Wissen um das Risiko zustimmen und sie somit ... <a title="Man kann wegen anderer schuldig werden" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/helga-kernstock-redl-echte-wahl.html" aria-label="Mehr Informationen über Man kann wegen anderer schuldig werden">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine echte Wahl braucht das Wissen um mögliche Folgen der einzelnen Alternativen. Fahrlässigkeit bedeutet zum Beispiel, nicht genug aufgepasst oder sich nicht informiert zu haben, obwohl man die Möglichkeit beziehungsweise die Pflicht dazu gehabt hätte. Helga Kernstock nennt ein Beispiel: „Wir alle müssen daher einer Operation im Wissen um das Risiko zustimmen und sie somit frei wählen – und entlasten damit das chirurgische Team von einer möglichen Schuld bei Komplikationen.“ Menschen können jedoch nicht wissen, was sie nicht wissen können. Doch das kann man dem Schuldsuchprogramm des Gehirns nur schwer erklären, das unbedingt Kausalzusammenhänge und Mitschuld samt Kontrollillusionen finden will. Genau deshalb ist die Frage nach der Wahlmöglichkeit ein enorm wichtiger Punkt bei der Prüfung von Schuldgefühlen. Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt. <span id="more-3928"></span></p>
<p><strong>Erwachsene haben die volle Verantwortung für sich selbst</strong></p>
<p>Sobald eine andere Person, für die man von Rechts wegen Verantwortung hat, ein Gesetzt übertritt, zu Schaden kommt oder Schaden verursacht, kann man ebenfalls schuldig werden. Vorgesetzte tragen teilweise Verantwortung für die Leistung ihrer Mitarbeiter, Politiker für ihre Ressorts. Ausbilder haften vielleicht für die Aktionen von Auszubildenden und Eltern für ihre Kinder. Gesetze und Verträge geben das manchmal so eindeutig vor. Öfter jedoch bestimmen gesellschaftliche Normen, gewachsene Traditionen oder innerfamiliäre, anerzogene Regeln, wer wofür Verantwortung hat und eventuell die Schuld übernehmen muss. </p>
<p>In der psychologischen Arbeit gilt es zunächst zu klären, wer wofür Verantwortung hat. Helga Kernstock-Redl empfiehlt grundsätzlich, davon auszugehen, dass Erwachsene die volle Verantwortung für sich und das eigene Verhalten zu übernehmen haben. Weil Gefühle in einem Menschen manchmal unvermutet auftauchen, gilt Helga Kernstock-Redls Erfahrung nach: „Wir sind nicht schuld daran, was wir fühlen. Doch wir sind voll verantwortlich dafür, was wir mit einem Gefühl tun, ob wir ihm folgen, ob wir es verstärken oder aktiv schwächer machen, indem wir den Futterkreislauf unterbrechen.“ </p>
<p><strong>Es gibt eine Rangreihung im Sinne eines „höherwertigen Rechtsguts“</strong></p>
<p>Wer sich Geld ausleiht, muss es zurückzahlen, und wer sich vertraglich verpflichtet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, ist schuldig, das auch zu tun. Helga Kernstock-Redl stellt fest: „Der Inhalt einer solchen Vereinbarung muss natürlich der Person, die sich dafür entscheidet, vorher bekannt sein und auch sonst die Kriterien einer echten Wahl erfüllen.“ Juristisch gesehen ist dieser Faktor also einfach. Bei Geschenken ist die Sache schon schwieriger. Also hat der Gesetzgeber das genau definieren müssen. </p>
<p>Es gibt Umstände, durch die eine Person „im Recht“ sein kann, obwohl sie eigentlich ein Gesetz missachtet. Eine der wichtigsten davon ist die Rangreihung im Sinne eines „höherwertigen Rechtsgut“. Der Schutz des Lebens zählt zum Beispiel mehr als der Schutz von Gütern. Rechte können ebenfalls Schuld eindämmen. Bei Gewalt gibt es den Begriff der angemessenen Notwehr, denn man darf sich bei einem verbalen Angriff verbal, bei einem körperlichen Angriff durchaus gewaltsam schützen. Quelle: „Schuldgefühle“ von Karin Kernstock-Redl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wissen alleine führt nicht zur Veränderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2021 01:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Routine]]></category>
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					<description><![CDATA[Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar ... <a title="Wissen alleine führt nicht zur Veränderung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/wissen-alleine-fuehrt-nicht-zur-veraenderung-2.html" aria-label="Mehr Informationen über Wissen alleine führt nicht zur Veränderung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar nicht bewusst gesteuert, sondern unterliegt automatisierten Routinen. Das gilt für Tätigkeiten wie Essen, Reden oder Schuhe zubinden ebenso wie für Denkgewohnheiten. Die Art, wie Menschen auf die Welt blicken ist durch all die Erfahrung geprägt, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, und wie sie ihre Umgebung verstärkt. Und diese Art des Denkens hat sich regelrecht in das Gehirn eingegraben. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. <span id="more-2934"></span></p>
<p><strong>Gewohnheiten sparen Zeit und Energie</strong></p>
<p>Wer sich verändern will, muss daher immer auch sein Gehirn verändern – und das braucht Zeit und immer wiederholte neue Erlebnisse. Ulrich Schnabel erklärt: „Psychologen gehen heute davon aus, dass 30 bis 50 Prozent unseres täglichen Handelns durch Gewohnheiten bestimmt werden.“ Sie helfen einem Menschen, Energie und Zeit zu sparen. Denn in der Regel denkt er nicht mehr über sie nach. Etwa wenn er immer denselben Weg zur Arbeit nimmt oder zu Hause am Küchentisch immer am selben Platz sitzt.</p>
<p>Gewohnheiten sind ebenso bequem wie hartnäckig. Sie funktionieren sogar ähnlich wie kleine Süchte. Der Neurowissenschaftler Wolfram Schultz sagt: „Wenn wir die Erfahrung machen, dass ein bestimmtes Verhalten zu einer Belohnung führt, wiederholen wir es möglichst oft.“ Damit verstärkt das Gehirn jene Verhaltensweisen, die es wiedererkennt. Es schüttet Botenstoffe aus, durch die sich ein Mensch besonders wohl fühlt. Wolfram Schultz ergänzt: „Belohnungen erzeugen ein neuronal verankertes Verlangen, sie verändern das Gehirn.“</p>
<p><strong>Negative Gewohnheiten sind schwer zu verändern</strong></p>
<p>Das heißt: Einmal eingeübte Gewohnheiten haben eine starke Tendenz, sich selbst zu erhalten. Und das funktioniert bei positiven genauso wie bei negativen Gewohnheiten. Deshalb ist es so schwer, Letztere zu verändern. Wie kann man diesen Mechanismus dennoch durchbrechen? Der erste Schritt zur Veränderung von Denkgewohnheiten besteht darin, sich diese bewusst zu machen. Das heißt: sich selbst aufmerksam zu beobachten und festzustellen, was man eigentlich den ganzen Tag so denkt.</p>
<p>Denn die Vorstellungen und Meinungen, die bewussten Bewertungen einer Situation, laufen im Kopf so schnell und automatisiert ab, dass man diesen Prozess in der Regel gar nicht registriert. So entstehen Vorurteile und Denkschubladen, welche die eigene Perspektive einengen, ohne dass man es bemerkt. Deshalb muss man dem automatischen Prozess der persönlichen Gedankenmuster erst einmal auf die Schliche kommen. Ein Anlass dazu sind zum Beispiel starke Gefühle, die einen scheinbar grundlos überschwemmen. Quelle: „Zuversicht“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Wissen alleine führt nicht zur Veränderung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2021 07:42:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gewohnheiten]]></category>
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					<description><![CDATA[Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar ... <a title="Wissen alleine führt nicht zur Veränderung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/wissen-alleine-fuehrt-nicht-zur-veraenderung.html" aria-label="Mehr Informationen über Wissen alleine führt nicht zur Veränderung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ulrich Schnabel warnt vor einem Missverständnis: „Wissen alleine führt noch nicht zur Veränderung.“ Das ist ja gerade eine der Irrtümer einer Wissensgesellschaft. Dass zur Veränderung eines Verhaltens vor allem Wissen notwendig ist. In Wahrheit ist es eher umgekehrt. Erst durch die Veränderung eingefahrener Gewohnheiten entstehen neue Einsichten. Denn der Großteil des menschlichen Handelns wird gar nicht bewusst gesteuert, sondern unterliegt automatisierten Routinen. Das gilt für Tätigkeiten wie Essen, Reden oder Schuhe zubinden ebenso wie für Denkgewohnheiten. Die Art, wie Menschen auf die Welt blicken ist durch all die Erfahrung geprägt, die sie im Laufe ihres Lebens gemacht haben, und wie sie ihre Umgebung verstärkt. Und diese Art des Denkens hat sich regelrecht in das Gehirn eingegraben. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. <span id="more-2532"></span></p>
<p><strong>Gewohnheiten sparen Zeit und Energie</strong></p>
<p>Wer sich verändern will, muss daher immer auch sein Gehirn verändern – und das braucht Zeit und immer wiederholte neue Erlebnisse. Ulrich Schnabel erklärt: „Psychologen gehen heute davon aus, dass 30 bis 50 Prozent unseres täglichen Handelns durch Gewohnheiten bestimmt werden.“ Sie helfen einem Menschen, Energie und Zeit zu sparen. Denn in der Regel denkt er nicht mehr über sie nach. Etwa wenn er immer denselben Weg zur Arbeit nimmt oder zu Hause am Küchentisch immer am selben Platz sitzt.</p>
<p>Gewohnheiten sind ebenso bequem wie hartnäckig. Sie funktionieren sogar ähnlich wie kleine Süchte. Der Neurowissenschaftler Wolfram Schultz sagt: „Wenn wir die Erfahrung machen, dass ein bestimmtes Verhalten zu einer Belohnung führt, wiederholen wir es möglichst oft.“ Damit verstärkt das Gehirn jene Verhaltensweisen, die es wiedererkennt. Es schüttet Botenstoffe aus, durch die sich ein Mensch besonders wohl fühlt. Wolfram Schultz ergänzt: „Belohnungen erzeugen ein neuronal verankertes Verlangen, sie verändern das Gehirn.“</p>
<p><strong>Negative Gewohnheiten sind schwer zu verändern</strong></p>
<p>Das heißt: Einmal eingeübte Gewohnheiten haben eine starke Tendenz, sich selbst zu erhalten. Und das funktioniert bei positiven genauso wie bei negativen Gewohnheiten. Deshalb ist es so schwer, Letztere zu verändern. Wie kann man diesen Mechanismus dennoch durchbrechen? Der erste Schritt zur Veränderung von Denkgewohnheiten besteht darin, sich diese bewusst zu machen. Das heißt: sich selbst aufmerksam zu beobachten und festzustellen, was man eigentlich den ganzen Tag so denkt.</p>
<p>Denn die Vorstellungen und Meinungen, die bewussten Bewertungen einer Situation, laufen im Kopf so schnell und automatisiert ab, dass man diesen Prozess in der Regel gar nicht registriert. So entstehen Vorurteile und Denkschubladen, welche die eigene Perspektive einengen, ohne dass man es bemerkt. Deshalb muss man dem automatischen Prozess der persönlichen Gedankenmuster erst einmal auf die Schliche kommen. Ein Anlass dazu sind zum Beispiel starke Gefühle, die einen scheinbar grundlos überschwemmen. Quelle: „Zuversicht“ von Ulrich Schnabel</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Ein Mensch hat niemals ausgelernt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2020 05:35:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dass Stress besser als sein Ruf ist, konnten Forscher der Universität Bochum belegen. Versuchsteilnehmer, die unter Stress gesetzt worden waren, konnten sich Dinge, die während der Stresssituation auftraten, besser erinnern als entspannte Probanden. Klaus Biedermann stellt fest: „Für das Lernen hieße das, dass ein gesundes Maß an Stress sich positiv auf das Langzeitgedächtnis auswirke, also ... <a title="Ein Mensch hat niemals ausgelernt" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/ein-mensch-hat-niemals-ausgelernt.html" aria-label="Mehr Informationen über Ein Mensch hat niemals ausgelernt">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Stress besser als sein Ruf ist, konnten Forscher der Universität Bochum belegen. Versuchsteilnehmer, die unter Stress gesetzt worden waren, konnten sich Dinge, die während der Stresssituation auftraten, besser erinnern als entspannte Probanden. Klaus Biedermann stellt fest: „Für das Lernen hieße das, dass ein gesundes Maß an Stress sich positiv auf das Langzeitgedächtnis auswirke, also durchaus hilfreich sein könne. Beim Abfragen des Gelernten ist Stress hingegen hinderlich.“ So empfiehlt es sich, Prüfungssituationen so entspannt wie möglich zu gestalten; hierbei kommt es vor allem auf die Atmosphäre des Raumes und das Auftreten des Prüfers an. Das Denken eines Menschen, seine Art zu fühlen und sein Körper interagieren und beeinflussen sich gegenseitig. Dr. phil. Klaus Biedermann leitet seit mehr als 30 Jahren Selbsterfahrungskurse und Burn-In-Seminare in seiner Sommerakademie auf der Insel Korfu. <span id="more-2250"></span></p>
<p><strong>Gefestigtes Wissen ist alles andere als sicher</strong></p>
<p>Wenn man beispielsweise an etwas Unangenehmes denkt, wird dies unmittelbar im Körper messbar sein. Im Leben geht es unter anderem darum, zu lernen. Menschen häufen dabei eine große Menge von Wissen an. Zu der Meinung zu gelangen, man wisse genug und habe ausgelernt, hält Klaus Biedermann jedoch für einen großen Fehler. Viele Menschen sind sich da aber bereits nach der Beendigung des Studiums oder ihrer Lehre sicher. Gefestigtes Wissen wird dann schnell zu einer Art Landkarte der Realität, auf deren Basis anschließend Entscheidungen getroffen werden.</p>
<p>Alles, was dort nicht hineinpasst, wird ignoriert oder abgewehrt. Die einfachste Form, die Landkarte anderer abzuwehren, ist, sich darüber lustig zu machen, zu behaupten, das Ganze sein Spinnerei oder „schlaue“ Gegenargumente zu liefern. Es kann sogar vorkommen, dass eine andere Landkarte das eigene Zutrauen in das persönliche Weltbild massiv stört. Dann versucht man, das Ganze herunterzuspielen, und beruhigt sich wie ein Kind, dem man sagt, dass es die böse Hexe in Wirklichkeit gar nicht gibt.</p>
<p><strong>Neues Wissen sorgt für Veränderung</strong></p>
<p>Obwohl man weiß, dass das nicht stimmt, kann man zunächst einmal ruhig schlafen und das eigene Weltbild ist wieder in Ordnung. Klaus Biedermann weiß: „In tiefer Meditation kann man allerdings erkennen, dass das bisherige Weltbild und das Leben, das man nach diesem geführt hat, so nicht stimmen und dass es ganz anders sein könnte. Manchmal entdeckt man sogar, dass man einer gigantischen Fälschung aufgesessen ist.“ Lässt ein Mensch dagegen neues Wissen zu, kann er Nützliches gestalten.</p>
<p>Wissen und Lernen vertragen sich allerdings nicht immer gut, da man Gelerntem gegenüber in der Regel loyal ist. Die Wiederverwendung alten Wissens verhindert oft Veränderungsprozesse. Wer lernen will, muss neugierig sein wie ein Kind, um zu erfahren, was er noch nicht weiß. Insofern geht es auch hier immer um eine Balance zwischen Wissen und Nichtwissen. Gerade, wer glaubt, etwas zu wissen, muss es aus einer anderen Perspektive betrachten, selbst wenn es Ihm albern vorkommt oder unnötig erscheint. Quelle: „Burn-In statt Burn-Out“ von Klaus Biedermann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Judith Glück rät zu lebenslanger Offenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 05:07:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Offenheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Studien zeigen, dass das durchschnittliche Ausmaß an Offenheit im Laufe des Erwachsenenalters tendenziell abnimmt. Als junger Erwachsener probiert man noch vieles aus, man kann sich viele Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen und ist bestrebt, die Beziehungsform, den Beruf, die Lebensweise zu finden, die am besten zur eigenen Persönlichkeit passt. Judith Glück fügt hinzu: „Dann entscheiden wir uns für ... <a title="Judith Glück rät zu lebenslanger Offenheit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-glueck-raet-zu-lebenslanger-offenheit.html" aria-label="Mehr Informationen über Judith Glück rät zu lebenslanger Offenheit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Studien zeigen, dass das durchschnittliche Ausmaß an Offenheit im Laufe des Erwachsenenalters tendenziell abnimmt. Als junger Erwachsener probiert man noch vieles aus, man kann sich viele Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen und ist bestrebt, die Beziehungsform, den Beruf, die Lebensweise zu finden, die am besten zur eigenen Persönlichkeit passt. Judith Glück fügt hinzu: „Dann entscheiden wir uns für einen Weg, und ab diesem Zeitpunkt steigen die emotionalen Kosten, die mit zu großer Offenheit einhergehen können. Irgendwann wollen wir das Leben leben, für das wir uns entschieden haben, und uns nicht länger fragen, wer wir eigentlich sind.“ Wenn man dazu noch Kinder hat und einen anstrengenden Beruf, ist man oft quasi im Autopilot unterwegs. Judith Glück ist seit 2007 Professorin für Entwicklungspsychologie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. <span id="more-2202"></span></p>
<p><strong>Die eigene Lösung muss nicht die bestmögliche sein</strong></p>
<p>Man hat dann seine Überzeugungen und Werthaltungen und kein großes Interesse daran, sie laufend zu hinterfragen. Es wäre ja auch sehr anstrengend, wenn man sich ständig fragen müsste, ob die Prinzipien, an denen man sich orientiert, auch wirklich berechtigt sind. Nicht selten erlebt man es, dass Menschen geradezu wütend werden, wenn sie das Gefühl haben, dass andere ihre Lebensweise in Frage stellen. Auch wer sich selbst insgeheim manchmal fragt, ob er das Richtige tut, der hat es oft sehr nötig, seine Entscheidungen nach außen hin eisern zu verteidigen.</p>
<p>Heutzutage, wo es fast unbegrenzte Möglichkeiten der Aufteilung von Beruf und Familie gibt, müssen die allermeisten Eltern mit viel Mühe ein Modell entwickeln, das für sie und ihre Kinder funktioniert, und das gelingt nur selten völlig reibungsfrei und problemlos. Judith Glück stellt fest: „Schuldgefühle gegenüber den Kindern und oft auch gegenüber dem Beruf sind Teil des Lebens von fast allen Eltern kleiner Kinder.“ Da es keine perfekte Lösung gibt, hat man ein umso stärkeres Bedürfnis, sich selbst und andere davon zu überzeugen, dass die eigene Lösung die bestmögliche ist.</p>
<p><strong>Weise Menschen sind sich der Grenzen ihres Wissens bewusst</strong></p>
<p>Wie die Arbeiten der amerikanischen Entwicklungspsychologin Jane Loevinger zeigen, verlieren aber nicht alle Menschen mit dem Älterwerden ihre Offenheit. Vielleicht gelingt es weisen Menschen deshalb so gut, offen für andere Perspektiven und neue Erfahrungen zu bleiben, weil sie sich im Kern ihrer selbst sicher sind. Wenn jemand anders lebt oder eine andere Meinung hat als sie, bedeutet das nicht, dass sie etwas falsch machen, sondern nur, dass er einen anderen Erfahrungshintergrund hat oder sich in einer anderen Lebenssituation befindet.</p>
<p>Weise Menschen verhalten sich oft auch etwas paradox: Sehr oft wissen sie tatsächlich etwas, sie können aufgrund ihrer Erfahrungen gut beurteilen, was jemand in einer schwierigen Lebenslage tun sollte, aber zugleich sind sie sich auch der Grenzen ihres Wissens bewusst, denn vielleicht ist das, was sie für gut halten, für diesen Menschen nicht das Richtige. Es kommt deshalb nur selten vor, dass ein weiser Mensch jemandem, der ihn um Rat fragt, einfach sagt, was er tun soll – höchstens vielleicht dann, wenn er den Eindruck hat, dass der Ratsuchende genau das gerade braucht. Quelle: „Weisheit“ von Judith Glück</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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