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	<title>Vernunft &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Gefühle sind schneller als der Verstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2025 02:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Gefühle haben eine besondere Macht. Ein aktueller Gefühlszustand hat einen entscheidenden Einfluss auf so essentielle Fragen wie die Gesamteinschätzung des eigenen Lebens. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unser Urteil, denn alles, was an Eindrücken auf uns einwirkt, wird immer auf der Basis unserer gespeicherten Erfahrungen emotional bewertet.“ Gefühle dienen der raschen Reaktion, sind ... <a title="Gefühle sind schneller als der Verstand" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/hans-otto-thomashoff-gefuehl-versus-vernunft.html" aria-label="Mehr Informationen über Gefühle sind schneller als der Verstand">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gefühle haben eine besondere Macht. Ein aktueller Gefühlszustand hat einen entscheidenden Einfluss auf so essentielle Fragen wie die Gesamteinschätzung des eigenen Lebens. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unser Urteil, denn alles, was an Eindrücken auf uns einwirkt, wird immer auf der Basis unserer gespeicherten Erfahrungen emotional bewertet.“ Gefühle dienen der raschen Reaktion, sind schneller als der Verstand, der ja gegebenenfalls den aus einem Gefühl entspringenden Handlungsimpuls hemmen kann. Gefühle sollen Menschen dabei helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sind also wichtige Vereinfachungshilfen. Doch zugleich sind sie fehleranfällig. Aus dem Bauch heraus treffen Menschen Entscheidungen, die im Moment noch ihr Glück bedeuten, ihnen bald darauf schon darauf das Leben zur Hölle machen können. Hans-Otto Thomashoff ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse in eigener Praxis in Wien. <span id="more-5942"></span></p>
<p><strong>Die menschlichen Grundgefühle sind angeboren</strong></p>
<p>Hans-Otto Thomashoff betont: „Nur wenn Gefühl und Verstand in guter Feinabstimmung zusammenarbeiten, kann die menschliche Psyche optimal funktionieren und ein auf die jeweilige Situation zugeschnittenes, zielgerichtetes Handeln bestmöglich steuern.“ Die menschlichen Grundgefühle – etwa Freude, Überraschung, Furcht, Traurigkeit, Angst und Ekel – sind angeboren. Doch wie und in welcher Heftigkeit sie sich in welcher Situation zeigen, wird von der persönlichen Lebenserfahrungen bestimmt, weshalb jeder in seinen Gefühlsäußerungen individuell verschieden ist.</p>
<p>Was oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass das menschliche Gehirn den Umgang mit seinen Gefühlen erst lernen muss. Hans-Otto Thomashoff erklärt: „Je besser es gelingt, die eigenen Gefühle an realen Lebenserfahrungen zu schulen, desto verlässlicher können sie gezielt genutzt werden. Im Lauf der Zeit baut sich so eine Intuition auf, die es erlaubt, situationsangemessene Entscheidungen auch ohne bewusstes Nachdenken zu fällen.“ Jeder, der seinen Beruf seit vielen Jahren routiniert ausübt, weiß um den unschätzbaren Wert dieser Erfahrung. </p>
<p><strong>Bei ungestümen Gefühlen neigt der Verstand zu Fehlinterpretationen</strong></p>
<p>Doch selbst den Routiniertesten fällt es schwer, angemessen zu reagieren, wenn die eigenen Gefühle zu heftig sind. Ein Extrembeispiel dafür sind Massenpaniken, bei denen sogar Menschen zu Tode getrampelt werden. Die Bilder der tragischen Ereignisse anlässlich der Loveparade in Duisburg sind vielen noch vor Augen. Hans-Otto Thomashoff erläutert: „Im heftigen Gefühl der Panik ist der Verstand außer Kraft gesetzt, ist nur noch der gefühlsgesteuerte Drang zum Handeln präsent – ohne Rücksicht auf Verluste.“</p>
<p>Gerade wenn die Gefühle ungestüm sind, neigt der Verstand zu Fehlinterpretationen. Etwa wenn Menschen nach einer durchzechten Nacht morgens mit mieser Laune aufwachen und nach einem Grund für ihren Zustand suchen. Hans-Otto Thomashoff weiß: „Wie sehr Gefühle unser Denken beeinflussen, ist von zentraler Bedeutung für die Politik. Denn wie, wenn nicht durch die Macht der Gefühle, lassen wir Bürger uns manipulieren und instrumentalisieren? Sofern wir nicht bewusst gegensteuern.“ Quelle: „Mehr Hirn in die Politik“ von Hans-Otto Thomashoff</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Mordlust besiegt die Vernunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2023 02:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression ... <a title="Die Mordlust besiegt die Vernunft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-vernunft-kann-die-mordlust-nicht-besiegen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Mordlust besiegt die Vernunft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression wünscht oder fürchtet. Angesichts der Realität destruktiver Triebe war ethische Strenge für Sigmund Freud unabdingbar. Zugleich fragt er sich, ob sie ausreicht. In „Das Unbehagen in der Kultur“ bemerkt Freud zum Über-Ich in seiner ethischen Strenge scherzhaft, dass es „sich nicht genug um die Tatsachen der seelischen Konstitution des Menschen“ kümmert und vielmehr annimmt, „dass dem Ich die unumschränkte Herrschaft über sein Es zusteht.“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4197"></span></p>
<p><strong>Das Unbewusste mordet selbst für Kleinigkeiten</strong></p>
<p>Sigmund Freud fügt hinzu: „Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist die stärkste Abwehr der menschlichen Aggression und ein ausgezeichnetes Beispiel für das unpsychologische Vorgehen des Kultur-Über-Ichs.“ In seinem frühen Text „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“ (1915) heißt es: „Gerade die Betonung des Gebotes: Du sollst nicht töten, macht uns sicher, dass wir von einer unendlich langen Generationsreihe von Mördern abstammen, denen die Mordlust, wie vielleicht noch uns selbst, im Blute lag.“ </p>
<p>Nachdem er die Entwicklungsrichtung der Zivilisation – zugleich mit dem falschen moralischen Versprechen der weißen Herrschaft – infrage gestellt hat, statuiert Sigmund Freud eine unbewusste Dimension des Lebens in allen Kulturen: „Wir beseitigen in unseren unbewussten Regungen täglich und stündlich alle, alle, die uns im Weg stehen […] Ja, unser Unbewusstes mordet selbst für Kleinigkeiten.“ Die Menschen können sich nur wundern, so Sigmund Freud, wie auch bei moralisch Erzogenen „das Böse wieder so tatkräftig zum Vorschein kommt“. </p>
<p><strong>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten</strong></p>
<p>Judith Butler fügt hinzu: „Etwas an den mörderischen Impulsen bleibt bis zu einem gewissen Grad unbelehrbar, ganz besonders, wo Individuen sich Gruppen anschließen.“ Man sollte die Macht dieser „unbeherrschbaren“ Dimension der psychischen Realität, die Sigmund Freud schließlich mit dem Todestrieb in Verbindung bringt, nicht unterschätzen. Vor allem der Begriff des „Kollateralschadens“ steht für Judith Butler wohl für diese Denkweise auf der Basis einer Verleugnung, die faktisch ein Instrument der Zerstörung ist. </p>
<p>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten. Sie muss das destruktive Potenzial ernst nehmen, das konstitutiver Bestandteil Beziehungen oder, wie mache sagen, des „sozialen Bundes“ ist. Wenn man aber den Todestrieb oder seine als Aggression und Destruktivität definierte Spätversion ernst nimmt, muss man sich allgemein dem Dilemma stellen, was moralische Gebote gegen Zerstörung für das psychische Leben bedeuten. Handelt es sich um ein moralisches Gebot, das eine konstitutive Dimension der Psyche aushalten will? Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Die Seele ist ein Raum der Energien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Aug 2022 01:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Was die Seele ist, ist umstritten. Wilhelm Schmids Vorschlag ist, sie als Raum der Energien zu verstehen, von denen Menschen belebt und bewegt werden: „In Form von Gefühlen wühlen sich innere Landschaften auf.“ Auf den Wegen zueinander hin und voneinander weg ist immer wieder dieses schwierige Gelände zu durchqueren. Der Weg der Vernunft, der Gefühle ... <a title="Die Seele ist ein Raum der Energien" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/wilhelm-schmid-gefuehlswelten.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Seele ist ein Raum der Energien">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was die Seele ist, ist umstritten. Wilhelm Schmids Vorschlag ist, sie als Raum der Energien zu verstehen, von denen Menschen belebt und bewegt werden: „In Form von Gefühlen wühlen sich innere Landschaften auf.“ Auf den Wegen zueinander hin und voneinander weg ist immer wieder dieses schwierige Gelände zu durchqueren. Der Weg der Vernunft, der Gefühle hintansetzt, scheint nur ein schmaler Pfad zu sein. Weit häufiger sind Menschen auf den asphaltierten Straßen angenehmer Gefühle unterwegs. Diese können jedoch unvermittelt in unangenehme, steinige Wege übergehen, die zu Fuß begangen werden müssen und nicht selten in einen Engpass, gar in einer Sackgasse münden. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Gefühlswelten sehr unterschiedliche Landschaften in sich bergen, die teils von tropischer Fülle, teils von öder Leere sind. Wilhelm Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin. <span id="more-3841"></span></p>
<p><strong>Die Gefühlswelt ist eine bizarre Welt</strong></p>
<p>In welcher Gegend befinde ich mich? Wo ist hier meine Heimat? Es ist eine bizarre Welt. Wie Geysire brechen unterschwellige Empfindungen plötzlich hervor. Ein Vulkan spukt in hohem Bogen eine Lava der Wut aus, während sich zugleich unter einem Felsvorsprung Liebende an seiner Glut wärmen. Wilhelm Schmid ergänzt: „Gipfel der Gefühle türmen sich im Gebirge wilder Leidenschaften auf. Weite Ebenen alltäglicher Mühen erstrecken sich bis zu Horizont, wo ein Sturm der Entrüstung tobt.“ </p>
<p>Schroff ragen in den Lügengebirgen die Spitzen des Ehrgeizes auf, zu erreichen nur über Hochebenen des Hochmuts. Wer erfolgreich aufsteigt, gerät in akute Gefahr, in tiefe Schluchten von Eifersucht, Verrat und Enttäuschung zu stürzen und in den angrenzenden Sümpfen der Niedertracht zu versinken. Irgendwo in finsteren Gegenden hausen die Feinde, die niemand im Leben braucht, aber die Begegnung mit ihnen unterliegt nicht der freien Wahl, sie ergibt sich ganz ohne eigenes Zutun. </p>
<p><strong>Menschen verheddern sich in ihren subjektiven Gefühlen</strong></p>
<p>Wilhelm Schmid fügt hinzu: „Nachgerade erholsam fühlt sich demgegenüber das Alleinsein am Saum stiller Seen voller Melancholie an. Tränenflüsse lassen sie sporadisch über die Ufer treten, aber dann zeichnet sich wieder ein Land der Sehnsüchte als feiner Nebenstreifen in der Ferne ab, oder ist es eine Fata Morgana?“ Im 21. Jahrhundert verheddern Menschen sich noch immer in ihren subjektiven Gefühlen, auch wenn diese nun digital objektivierbar sind. Mit täuschend echt sprechenden „Chatbots“ teilen sie ihre Träume und Ängste, Sorgen und Freuden.</p>
<p>Mit „Affective Computing“, eingesetzt etwa bei der Auswahl von Bewerbern um einen Arbeitsplatz, lassen sich Emotionen aufspüren, die das Ich bewegen und sich durch Statistik, durch Häufungen von Worten und Silben im Sprachgebrauch verraten. Auch eine Aura ist kein Geheimnis mehr: „Cobots“, kooperierende Roboter, sind darauf programmiert, Rücksicht zu nehmen, wenn charakteristische elektrische Ströme das Herannahen eines Menschen anzeigen. Quelle: „Heimat finden“ von Wilhelm Schmid</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Geist bewegt sich zwischen Vernunft und Traum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2020 05:23:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geist]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeden Tag bewegt sich ein Mensch durch ein Kontinuum körperlicher Zustände abwärts. Von einem ausgeruhten, relativ hellwachen Zustand über Müdigkeit und Schlafbedürfnis bis hin zu Schlaf und Träumen. Diesem Spektrum der körperlichen Zustände entspricht ein Spektrum des Geistes, der Qualitäten des Bewusstseins. David Gelernter erklärt: „Im oberen Teil des Spektrums konzentrieren wir uns auf die ... <a title="Der Geist bewegt sich zwischen Vernunft und Traum" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/der-geist-bewegt-sich-zwischen-vernunft-und-traum.html" aria-label="Mehr Informationen über Der Geist bewegt sich zwischen Vernunft und Traum">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Jeden Tag bewegt sich ein Mensch durch ein Kontinuum körperlicher Zustände abwärts. Von einem ausgeruhten, relativ hellwachen Zustand über Müdigkeit und Schlafbedürfnis bis hin zu Schlaf und Träumen. Diesem Spektrum der körperlichen Zustände entspricht ein Spektrum des Geistes, der Qualitäten des Bewusstseins. David Gelernter erklärt: „Im oberen Teil des Spektrums konzentrieren wir uns auf die Außenwelt, auf Abstraktion und Vernunft. Wenn wir uns allmählich von Aufmerksamkeit über Entspanntheit und Müdigkeit bis zur Schläfrigkeit, Abwesenheit und dem Einschlafen bewegen, nimmt unsere mentale Konzentration immer weiter ab.“ Am Ende brennt die menschliche Fähigkeit, vernünftig zu denken und zu reflektieren, wie eine Kerze herunter, bis sie praktisch völlig erloschen ist. Gleichzeitig beginnt die höchst unberechenbare, tosende, steil hinab über Windungen und Biegungen rasende Achterbahnfahrt durch das Spukhaus der Träume. David Gelernter ist Professor für Computerwissenschaften an der Yale University. <span id="more-2243"></span></p>
<p><strong>Erinnerungen an die frühe Kindheit sind sehr emotional</strong></p>
<p>Aber – und das ist eine der vielen Überraschungen, die der Geist zu bieten hat – das Sinken ist damit nicht zu Ende. David Gelernter erläutert: „Wenn wir vom Äußeren zum Inneren, vom Objektiven zum Subjektiven, vom Wachen zum Schlafen hinuntersinken, sinken wir auch aus der Gegenwart in die Vergangenheit.“ Unwiderstehlich wird man von Gefühlen angezogen – Liebesgeschichten, Horrorgeschichten, das spielt keine Rolle. Was einen Menschen anzieht, ist die Intensität. Rationale Intelligenz wehrt emotionale Erinnerungen, die das geradlinige Denken stören, ab.</p>
<p>Aber die Rationalität ist müde geworden und eingeschlafen, und nun haben die emotionalen Erinnerungen die Möglichkeit, das Bewusstsein zu überfluten. Am emotionalsten sind in der Regel Kindheitserinnerungen, häufig sogar solche aus der frühen Kindheit. Da man nicht mehr in der objektiven Realität zu Hause ist, stellt jede derartige Erinnerung eine alternative Realität dar. Sie zieht einen Menschen völlig aus dem Jetzt in die Vergangenheit. Deshalb sinkt man aus Objektivität, Rationalität, Wachheit hinunter – und taucht ein in die Vergangenheit.</p>
<p><strong>Der Geist ist ein wunderschöner Mechanismus</strong></p>
<p>Im oberen Teil des Spektrums stellt ein Mensch durch Vernunft, Abstraktion und informelle Logik in der Welt Sinn her. Aber das verändert sich allmählich, und das Erzählen von Geschichten wird zur Methode der Wahl. David Gelernter ergänzt: „Gleichzeitig nimmt die Tätigkeit der rationalen Reflexion immer stärker eine emotionale und sinnliche Färbung an und wird zum Sein: Wie wir sind, bestimmt darüber, was wir tun.“ Die Emotionen treten immer mehr in den Vordergrund, wenn das reflektierende Denken verblasst und die Leuchtkraft der Erinnerungen zunimmt.</p>
<p>Die Welt des reinen Seins ist für den Geist des Menschen ebenso wichtig wie die Welt des reinen Denkens im oberen Teil des Spektrums. Und doch nehmen viele Wissenschaftler sie mehr oder weniger nicht zur Kenntnis. Der Geist, der sich durch das Spektrum bewegt, ist für David Gelernter ein komplexer, wunderschöner Mechanismus. Er wechselt zwischen Aktivität und Passivität, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, und währenddessen treten die von Geschichten eingefassten Themen, die das menschliche Leben bestimmen, hervor. Quelle: „Gezeiten des Geistes“ von David Gelernter</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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