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	<title>Ungewissheit &#8211; Psychologie Guide</title>
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		<title>Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jan 2023 02:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Konsum]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Ungewissheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität ... <a title="Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-sexualitaet-ist-teil-der-oekonomie-geworden.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Sexualität ist heute Teil der Ökonomie">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kommt es, dass die sexuelle Herrschaft von Männern über Frauen trotz bescheidener, aber bedeutsamer Gleichheitsgewinne tief verwurzelt und weit verbreitet geblieben ist? Eva Illouz erklärt: „Die sexuelle Herrschaft manifestiert sich natürlich in Form von männlicher Gewalt. Sie zeigt sich aber auch in diffuseren, schwer fassbaren und vageren Prozessen der Abwertung von Frauen.“ Die Sexualität befördert heute wie am Fließband neue Konsumgepflogenheiten und technologische Praktiken. „Sexuelle Praktiken und Interaktionen sind Teil der Ökonomie geworden“, wie Adam Green zu Recht feststellt. Das sexuelle Objekt, von Sigmund Freud als ein Bündel unbewusster Triebe gefasst, verwandelte später diese Triebe in die Wahrheit der Begierden. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-4194"></span></p>
<p><strong>Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert</strong></p>
<p>Eva Illouz stellt fest: „Im Zuge seiner Vereinnahmung durch den Konsumentenmarkt und die Technologie entwickelte sich der sexuelle Körper zu einem so beeindruckenden wie unzureichend begriffenen Produzenten ökonomischen Mehrwerts.“ Das ökonomisch-sexuelle Subjekt ist das eigentliche Subjekt der Moderne. Es realisiert seine Individualität dadurch, dass es wünscht und begehrt, dass es ständige eine Wahl und immer öfter auch eine Nichtwahl trifft. </p>
<p>Und all dies trägt sich in einer intimitätsgesättigten Konsumsphäre und einer kommodifizierten Privatsphäre zu. Es ist praktisch unmöglich, Sexualität und Liebe von den Arenen des Konsums und der Technologie zu trennen, in denen sie sich entfalten. Das sexuelle Begehren erzeugt ökonomischen Wert, während zugleich Waren mit der Erzeugung sexuellen Begehrens verwoben sind. In ihrer Kombination bringen sexuelle und ökonomische Formeln des Handelns ein Hypersubjekt hervor, wie Eva Illouz es nennen möchte. Nämlich ein Subjekt, das ebenso durch das Haben von Bedürfnissen und Begierden wie durch die Praktiken zu deren Befriedigung definiert ist. </p>
<p><strong>Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt</strong></p>
<p>Die Hypersubjektivität gründet allerdings auf einem Paradox. Sie löst eine ontologische Ungewissheit aus, das heißt eine Ungewissheit über die schiere Natur des Selbst. Die ontologische Ungewissheit wird von drei Prozessen geprägt. Nämlich der Aufwertung, der Bewertung und der Abwertung, die alle drei von der immer noch mächtigen ökonomischen und symbolischen Herrschaft von Männern über Frauen bestimmt werden. Diese drei Prozesse sind gleichermaßen ökonomischer, kognitiver und kultureller Natur.</p>
<p>Sie markieren ein neues Stadium in der Geschichte des Kapitalismus und der Intimbeziehungen. Eva Illouz erläutert: „Aufwertung bezeichnet den Prozess, Wert durch ökonomische oder symbolische Mechanismen zu erzeugen. So wie die Ausstellung der Werke einer Künstlerin in einem bedeutenden Museum deren ökonomischen Wert steigert.“ Eine Bewertung vorzunehmen ist die Aktivität, den Wert eines Gegenstandes abzuschätzen, zu vergleichen und zu messen. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Moderner Sex kennt keinen klaren Kurs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 01:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungewissheit meint nicht die Unklarheit, die damit verbunden ist, dass Worte mehr als eine Bedeutung haben können und die Absichten von Akteuren nicht immer durchsichtig sind. Eva Illouz erklärt: „Der erste Umstand kann unterhaltsam sein, während der zweite normalerweise keine Angst auslöst.“ Ungewissheit rührt vielmehr daher, dass die Grundlagen einer Interaktion nicht als selbstverständlich gelten ... <a title="Moderner Sex kennt keinen klaren Kurs" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/moderner-sex-kennt-keinen-klaren-kurs.html" aria-label="Mehr Informationen über Moderner Sex kennt keinen klaren Kurs">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ungewissheit meint nicht die Unklarheit, die damit verbunden ist, dass Worte mehr als eine Bedeutung haben können und die Absichten von Akteuren nicht immer durchsichtig sind. Eva Illouz erklärt: „Der erste Umstand kann unterhaltsam sein, während der zweite normalerweise keine Angst auslöst.“ Ungewissheit rührt vielmehr daher, dass die Grundlagen einer Interaktion nicht als selbstverständlich gelten können. Deshalb muss sich jeder die Definition einer Situation selbst zusammenreimen. Denn die Verhaltensregeln für Interaktionen sind unklar, obwohl die Akteure Klarheit anstreben. Ungewissheit hat damit direkte psychische Auswirkungen, die von Scham, Unbehagen und Verlegenheit bis zu Angst und Unsicherheit reichen können. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-2762"></span></p>
<p><strong>Die Sexualität entwickelt eine autonome Handlungssphäre</strong></p>
<p>Tatsächlich löst Ungewissheit im Normalfall Angst aus und wird selten auf spielerische Weise behandelt. Ungewissheit kann man als Gefühlsstruktur verstehen, als gelebte Erfahrung eines umfassenden Gefühls von Verletzlichkeit, Angst und Hoffnung. Manche Akteure sind geschickt darin, Ungewissheit zu bewältigen, andere lernen im Dschungel der Selbsthilferatgeber, mit ihr zurechtzukommen, wieder andere ziehen sich entmutigt zurück. Für Erving Goffman sind sämtliche Interaktionen zwischen menschlichen Lebewesen in Rahmen organisiert.</p>
<p>Diese Rahmen sind als ein kognitiver, perzeptiver und sozialer Prozess zu verstehen. Dieser erlaubt es den Akteuren, die Anhaltspunkte, Schemata oder Muster einer Interaktion zu lesen, einzuordnen und sich in ihr zu orientieren. Die Sexualität hat sich heutzutage zu einer autonomen Handlungssphäre entwickelt. Moderne heterosexuelle Beziehungen haben von sich aus kein Ziel mehr und kennen keinen klaren Kurs. Heterosexuelle Begegnungen haben sich in drei mögliche Handlungsregime aufgesplittert, in das eheliche, in das emotionale und in das sexuelle. </p>
<p><strong>Beim Gelegenheitssex gibt es kein Drehbuch</strong></p>
<p>Dies bringt schon eine Ungewissheit über den Rahmen und die Definition einer Interaktion mit sich. Frauen und Männer geben häufig an, dass sich Beziehungen in viele unterschiedliche Richtungen entwickeln können, von denen sie vorher keine Ahnung haben. Beim „etwas miteinander haben“ scheint völlige Ungewissheit darüber zu bestehen, was eigentlich das Ziel und der übergreifende Rahmen der Interaktion ist. Diese Ungewissheit wird durch die Entwicklung neuer Apps wie Tinder noch erheblich verschärft und vergrößert. </p>
<p>Bei Tinder kann es lediglich um schnellen, austauschbaren Sex gehen oder um die Möglichkeit eine „Traumfrau“ kennenzulernen. Daneben gibt es vielförmige und unbestimmte Möglichkeiten zwischen diesen beiden Extremen. Traditionell folgen das Liebeswerben und die Partnersuche sowohl in kognitiver als auch in praktischer Hinsicht eng einem vorgeschriebenen Drehbuch. Dagegen nimmt der moderne Gelegenheitssex den Liebesbeziehungen sozusagen ihren Skriptcharakter. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Vertrauen kann man nicht kalkulieren</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/martin-hartmann-alltaegliches-vertrauen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 01:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ungewissheit]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist für einen Menschen sinnvoll, all das Vertrauen zu wollen, das man von ihm will. Es überfordert ihn nicht, so viel Vertrauen zu schenken. Aber sollte man den Vertrauensbegriff wirklich so breit verwenden? Die Philosophie macht die Dinge gerne kompliziert und antwortet: ja und nein. Martin Hartmann fängt mit dem Ja an: „Ja, weil ... <a title="Vertrauen kann man nicht kalkulieren" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/martin-hartmann-alltaegliches-vertrauen.html" aria-label="Mehr Informationen über Vertrauen kann man nicht kalkulieren">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist für einen Menschen sinnvoll, all das Vertrauen zu wollen, das man von ihm will. Es überfordert ihn nicht, so viel Vertrauen zu schenken. Aber sollte man den Vertrauensbegriff wirklich so breit verwenden? Die Philosophie macht die Dinge gerne kompliziert und antwortet: ja und nein. Martin Hartmann fängt mit dem Ja an: „Ja, weil wir das Gegenteil von Vertrauen selbst erlebt haben oder genug darüber wissen, um es ernst zu nehmen. Fehlendes Vertrauen verändert unser Leben in jeder Hinsicht.“ Irgendeine tiefere Bedeutung muss es doch haben, wenn viele Menschen ständig vom Vertrauen reden. Vielleicht hat sich etwas in unserem Leben verändert, vielleicht sind ganz viele Sicherheiten und Gewissheiten weggebrochen. Martin Hartmann ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Luzern. <span id="more-2672"></span></p>
<p><strong>Nach der Kalkulation beginnt das Vertrauen</strong></p>
<p>Im Jahr 1986 veröffentlichet Ulrich Beck seine berühmte Studie zur „Risikogesellschaft“ und schien schon im Titel auf ähnliches zu zielen. Ist aber die Kategorie des Risikos unserer Zeit noch angemessen? Risiken lassen sich kalkulieren, ihr Eintreten ist, anders als bei prinzipieller Ungewissheit, auf berechenbare Weise mehr oder weniger wahrscheinlich. Vertrauen dagegen kann man nicht kalkulieren. Wie der Risikokalkulation fehlt ihm zwar auch die absolute Gewissheit.</p>
<p>Aber das, worauf man vertraut, scheint nicht angemessen beschrieben, wenn es heißt, sein Eintreten oder Unterbleiben sei mehr oder weniger wahrscheinlich. Risiken kann man kalkulieren, Vertrauen nicht. Der Aufstieg des Vertrauens könnte etwas mit dem Ende der Kalkulierbarkeit und dem Anwachsen genuiner Unsicherheit zu tun haben. Und das heißt: mit dem Ende der Risikogesellschaft. Wo die Kalkulation aufhört, beginnt das Vertrauen, so könnte man sagen, das Vertrauen aber ist die Kategorie der Postrisikogesellschaft.</p>
<p><strong>„Dem Chaos kann man nicht vertrauen“</strong></p>
<p>Man könnte sagen, dass prinzipielle Ungewissheit eher Vertrauen erfordert als Risikokalkulation. Sie erfordert Instanzen, die einem dabei helfen können, mit der Ungewissheit umzugehen, da sie gleichsam näher an den Dingen dran sind, um die es jeweils geht. Somit können sie helfen, Ungewissheit ein wenig zu vertreiben. Das aber heißt, dass die Menschen durch das Anwachsen von Ungewissheit und Unsicherheit in vielerlei Hinsicht deutlich verletzlicher geworden sind.</p>
<p>Wie sagte der deutsche Soziologe und Gesellschaftskritiker Niklas Luhmann so schön: „Dem Chaos kann man nicht vertrauen“, Vertrauen setzt Strukturen voraus und festigt diese gleichzeitig. Martin Hartmann fügt hinzu: „Wächst das Chaos aber, dann verwandelt sich das Vertrauen in das Pfeifen im Walde und gewinnt eine gewisse Naivität. Naives Vertrauen aber ist gefährlich, weil es Wachsamkeit, Vorsicht und Umsicht verringert.“ Viele Menschen sind sich leider des Vertrauens nicht mehr sicher, auf das sie zugleich immer mehr angewiesen zu sein scheinen. Quelle: „Vertrauen“ von Martin Hartmann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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