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	<title>Überzeugungen &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Irrationalität erfreut sich großer Beliebtheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 May 2025 01:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Irrationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es scheint, dass Menschen recht anfällig sind für irrationale Überzeugungen. Aber was heißt hier eigentlich anfällig? Philipp Sterzer antwortet: „Vielleicht sollten wir das gar nicht so werten, sondern lieber von einer Neigung sprechen. Rationales Denken mag ein Ideal aufgeklärter, wissenschaftsgeprägter westlicher Gesellschaften sein, aber es ist offenbar nicht der normale Standard.“ Irrationale Überzeugungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Zum Teil ist das sicher ein bewusstes Bekenntnis zur Irrationalität, die für viele vielleicht ein attraktives Gegenmodell zur kühlen und trockenen Vernunft darstellt. Vor allem religiöser Glaube schöpft vermutlich sogar seine besondere Überzeugungskraft daraus, dass er nicht rational begründbar ist. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-6007"></span></p>
<p><strong>Blinde Flecken sind schwer zu entlarven</strong></p>
<p>Irrationalität als Gegenentwurf zur Rationalität ist aber nur ein Teil der Geschichte. Den anderen Teil illustrieren Verschwörungstheorien. Den Vorwurf der Irrationalität würden die meisten Verschwörungsgläubigen entschieden von sich weisen. Philipp Sterzer ergänzt: „Im Gegenteil, sie würden – angesichts den in ihren Augen erdrückenden Beweise für ihre Verschwörungstheorie – die tumbe Schafherde derer, die auf die billigen Theorien der offiziellen Meinungsmacher hereinfallen, nicht nur der Naivität, sondern auch der Irrationalität bezichtigen. </p>
<p>Verschwörungstheoretische Ideen sind ihrem Wesen nach epistemisch irrational. Philipp Sterzer erklärt: „Sie nutzen geradezu unseren blinden Fleck für die eigene Irrationalität aus. Und dieser blinde Fleck ist größer als wir denken. Es gehört zum Wesen von blinden Flecken, dass man sich weder ihrer Existenz noch ihrer Größe bewusst ist.“ Man sieht nicht, dass man nichts sieht. Introspektion und Selbstreflexion sind daher in der Regel nicht geeignet, solche blinden Flecken zu entlarven.</p>
<p><strong>Das visuelle System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf</strong></p>
<p>Nun beschäftigt sich Philipp Sterzer seit vielen Jahren als Wissenschaftler mit visueller Wahrnehmung und hat das schon Hunderte Male an ihm selbst ausprobiert. Er hatte sogar mal eine – wie er fand – geniale Idee für ein Experiment zur Erforschung dieses Phänomens, musste aber dann feststellen, dass andere schon in den 1960er-Jahren genauso genial gewesen waren. Trotz dieser Kränkung seines Wissenschaftleregos ist Philipp Sterzer nach wie vor jedes Mal aufs Neue davon fasziniert, wie blind wir für unsere blinden Flecken sind.</p>
<p>Das liegt an einem Phänomen, das als „Filling-in“ bekannt ist. Philipp Sterzer erläutert: „Unser visuelles System füllt die fehlenden Informationen gleichsam auf. Man könnte meinen, dass dieses Auffüllen einfach jeweils vom anderen Auge erledigt wird.“ Die blinden Flecken der beiden Augen liegen ja an unterschiedlichen Stellen, sodass ein Auge den Job an den Stellen übernehmen kann, an denen das andere Auge blind ist. Bei zweiäugigem – binokularem – Sehen ist das tatsächlich so. Solche blinden Flecken und entsprechende Auffüllmechanismen gibt es auch im menschlichen Denken. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Der Wahn ist eine irrationale Überzeugung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Apr 2024 01:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Wahn ein epistemisch irrationale Überzeugung ist, gilt dann auch im Umkehrschluss, dass epistemisch irrationale Überzeugungen grundsätzlich wahnhaft sind? Philipp Sterzer kann die Antwort auf diese Frage schon jetzt mit einem klaren und eindeutigen Nein beantworten. Er fügt hinzu: „Natürlich hängt die Antwort auf diese Frage stark davon ab, inwieweit wir Wahn als etwas Pathologisches betrachten.“ Man könnte sich ja auch auf den Standpunkt stellen, dass Wahn ohnehin etwas ganz Normales ist, das bei gesunden Menschen einfach nur unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Wer aber einen solchen Standpunkt einnimmt, der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ein Wahn ein epistemisch irrationale Überzeugung ist, gilt dann auch im Umkehrschluss, dass epistemisch irrationale Überzeugungen grundsätzlich wahnhaft sind? Philipp Sterzer kann die Antwort auf diese Frage schon jetzt mit einem klaren und eindeutigen Nein beantworten. Er fügt hinzu: „Natürlich hängt die Antwort auf diese Frage stark davon ab, inwieweit wir Wahn als etwas Pathologisches betrachten.“ Man könnte sich ja auch auf den Standpunkt stellen, dass Wahn ohnehin etwas ganz Normales ist, das bei gesunden Menschen einfach nur unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Wer aber einen solchen Standpunkt einnimmt, der muss sich von der gängigen Wortbedeutung verabschieden und den Begriff „Wahn“ neu definieren. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-5346"></span></p>
<p><strong>Wahnhaftes Denken kann nicht der Normalfall sein</strong></p>
<p>Denn der Wahn hat in der deutschen Sprache eindeutig die Konnotation des Pathologischen, also eines Krankheitssymptoms. Man kann feststellen, dass der Begriff Krankheit im Gegensatz zum Begriff Gesundheit verstanden wird, wobei Gesundheit als der Normalzustand zu verstehen ist und Krankheit als eine Abweichung von dieser Norm. Philipp Sterzer stellt fest: „Wenn Wahn also ein Krankheitssymptom ist, dann kann wahnhaftes Denken nicht der Normalfall sein.“ </p>
<p>Philipp Sterzer möchte nicht den Fehler machen, die Mehrzahl der Menschen als krank zu erklären, indem er Wahn als etwas „Normales“ bezeichnet. Tatsächlich muss man allerdings in der psychisch gesunden Bevölkerung nicht lange nach Überzeugungen suchen, die im epistemischen Sinne eindeutig irrational sind. Philipp Sterzer nennt Beispiele: „Dazu gehören viele Aspekte religiösen Glaubens, Aberglaube, Verschwörungstheorien, rassistische Vorurteile und vieles mehr. Überzeugungen dieser Art sind normal in dem Sinne, dass sie sehr weit verbreitet sind.“ </p>
<p><strong>Die meisten Menschen haben insgeheim seltsame Überzeugungen</strong></p>
<p>Der Harvard-Psychiater Brendan Maher vertrat bereits in den 1980er-Jahren die Ansicht, dass irrationale Überzeugungen eher die Regel als die Ausnahme seien. Er schreibt: „Im Hinblick auf den Wahn gehen wir normalerweise davon aus, das nicht-plausible Erklärungen eher selten sind: aber ich argumentiere, dass sie sogar eher häufig sind. […] Der Standard eines rationalen, deduktiven – also logisch schlussfolgernden – Vorgehens trifft auf normales Denken nicht zu. Viele oder sogar die meisten Menschen haben insgeheim seltsame Überzeugungen, die von Psychiatern als wahnhaft diagnostiziert werden könnten.“ </p>
<p>Philipp Sterzer muss zugeben, dass er diese Aussage zunächst etwas verstörend fand. Seine erste Reaktion war: „Na gut, die meisten Menschen mögen irrationale Überzeugungen haben, aber auf mich trifft das natürlich nicht zu. Aber vielleicht bin ich ja bei dieser Einschätzung Opfer des altbekannten und selbstwertdienlichen „Better-than-Average“-Effekts geworden.“ Menschen denken, dass sie überdurchschnittlich rational sind, so, wie die Mehrzahl der Autofahrer denkt, sie seinen überdurchschnittlich gute Autofahrer. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Philipp Sterzer interessieren Überzeugungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Jan 2024 02:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Konsistenz]]></category>
		<category><![CDATA[Person]]></category>
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					<description><![CDATA[Was Philipp Sterzer sehr interessiert, sind Überzeugungen. Natürlich haben Überzeugungen Theorien und Aussagen zum Inhalt. Bei Überzeugungen kommt aber noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Nämlich der, dass zu einer Überzeugung immer auch eine Person gehört, die diese Überzeugung hat. Philipp Sterzer erklärt: „Die Person muss irgendwie zu dieser Überzeugung gelangt sein. Sie hält an ihr fest, vertritt sie möglicherweise gegenüber anderen Personen und ist mehr oder weniger bereit, sie zu ändern – meistens weniger –, wenn sich die Evidenzlage ändert.“ Der Begriff der Rationalität sieht die Überzeugung als mentalen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was Philipp Sterzer sehr interessiert, sind Überzeugungen. Natürlich haben Überzeugungen Theorien und Aussagen zum Inhalt. Bei Überzeugungen kommt aber noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Nämlich der, dass zu einer Überzeugung immer auch eine Person gehört, die diese Überzeugung hat. Philipp Sterzer erklärt: „Die Person muss irgendwie zu dieser Überzeugung gelangt sein. Sie hält an ihr fest, vertritt sie möglicherweise gegenüber anderen Personen und ist mehr oder weniger bereit, sie zu ändern – meistens weniger –, wenn sich die Evidenzlage ändert.“ Der Begriff der Rationalität sieht die Überzeugung als mentalen Akt oder Zustand einer Person und beleuchtet damit nicht nur eine inhaltliche Aussage auf ihre Wahrhaftigkeit hin, sondern auch die Person im Verhältnis zu dieser Aussage. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-5184"></span></p>
<p><strong>Es gibt ein „Konsistenzprinzip der Rationalität“</strong></p>
<p>Wann aber kann man die Überzeugung einer Person als rational bezeichnen? Philipp Sterzer erläutert: „Die kurze und prägnante Antwort auf diese Frage lautet: Die Überzeugung einer Person ist dann rational, wenn sie durch gute Gründe gestützt ist. Gut sind Gründe dann, wenn ich damit meine Überzeugung plausibel und nachvollziehbar machen kann.“ Ein wichtiger Aspekt ist dabei, inwieweit die Überzeugungen einer Person untereinander konsistent sind.</p>
<p>Es geht hier darum, ob eine Überzeugung mit den anderen Überzeugungen oder Glaubenssätzen einer Person zusammenpasst. Das ist das sogenannte „Konsistenzprinzip der Rationalität“. Philipp Sterzer stellt fest: „Konsistenz ist also ein wichtiges Kriterium der Rationalität. Konsistenz allein reicht aber nicht.“ Für irrational hält man gewisse Überzeugungen deswegen, weil man sie für falsch hält – oder zumindest für hochgradig unwahrscheinlich.</p>
<p><strong>Die menschliche Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt</strong></p>
<p>Die Kriterien für die sogenannte „epistemische Rationalität“ – epidemisch = auf Fakten begründet –, lauten: die Übereinstimmung einer Überzeugung mit der verfügbaren Evidenz und das Ansprechen auf diese. Hier sieht man die Nähe zur Korrespondenztheorie der Wahrheit deutlich. Philipp Sterzer weiß: „Die Korrespondenztheorie bezieht sich auf die Frage, inwieweit Theorien oder Aussagen mit der verfügbaren Evidenz übereinstimmen.“ Bei der epistemischen Rationalität geht es nun darum, inwieweit sich die Überzeugungen einer Person auf die verfügbare Evidenz stützen und sich an diese anpassen.</p>
<p>Wichtig ist dabei, dass es bei der epistemischen Rationalität neben der Wahrhaftigkeit einer Überzeugung, beziehungsweise ihrer Aussagen, auch darum geht, wie ein Mensch diese Überzeugung begründet. Philipp Sterzer betont: „Konsistenzprinzip und epistemische Rationalität schließen sich nicht gegenseitig aus.“ Grundsätzlich kämpft das Prinzip der epistemischen Rationalität mit einem fundamentalen Problem. Dass nämlich die menschliche Erkenntnisfähigkeit begrenzt ist und somit Aussagen über absolute Wahrheiten immer problematisch sind. Quelle: „Die Illusion de Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Manipulation ist so alt wie die Menschheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2023 01:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Albert Kitzler definiert Philosophie wie folgt: „Sie ist die Disziplin, die nach dem Wesen von Mensch und Welt in ihrer Ganzheit fragt.“ Er sagt weiter, dass die Lehren von Menschen wie von Seneca oder auch Aristoteles heute noch genauso anwendbar sind wie zu deren Lebzeiten, ja sie sind bis heute unübertroffen. Das hat Thorsten Havener überzeugt, zumal vor allem Seneca ihn schon seit vielen Jahren begleitet und bereits so einige gute Gedanken in ihm ausgelöst hat. Also hat er sich auf die Suche gemacht, was die Philosophie über Manipulation und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Albert Kitzler definiert Philosophie wie folgt: „Sie ist die Disziplin, die nach dem Wesen von Mensch und Welt in ihrer Ganzheit fragt.“ Er sagt weiter, dass die Lehren von Menschen wie von Seneca oder auch Aristoteles heute noch genauso anwendbar sind wie zu deren Lebzeiten, ja sie sind bis heute unübertroffen. Das hat Thorsten Havener überzeugt, zumal vor allem Seneca ihn schon seit vielen Jahren begleitet und bereits so einige gute Gedanken in ihm ausgelöst hat. Also hat er sich auf die Suche gemacht, was die Philosophie über Manipulation und Überzeugung zu sagen hat. Fündig wurde Thorsten Havener bei Aristoteles. Schon er unterscheidet drei Arten der Überzeugung: Logos, Pathos und Ethos. Oder auch: Überzeugungen durch Logik, Emotionen und Ethik. Thorsten Havener ist Deutschlands bekanntester Mentalist. <span id="more-4857"></span></p>
<p><strong>Manipulation und Überzeugung unterscheiden sich</strong></p>
<p>Eine der Arten der Beeinflussung hat zum Ziel, andere durch Vernunft und Logik zu überzeugen. Thorsten Havener erläutert: „Die Kunst besteht hier darin, den anderen dazu zu bringen, von sich aus zu einer logischen Schlussfolgerung zu kommen – die sich im besten Fall natürlich komplett mit dem Ziel des Einflussnehmenden deckt.“ Man benutzt hierzu Logik und Argumente, um den Gegenüber dazu zu bringen, die Dinge von sich aus aus der Perspektive zu betrachten, die das eigene Ziel und den persönlichen Standpunkt am besten unterstützt.</p>
<p>Thorsten Havener weiß: „Logos funktioniert am besten im Einzelgespräch oder vor kleineren Gruppen. Sie müssen die angesprochene Person – oder die angesprochenen Personen – von einem Thema zum nächsten und in eine Reihe von Zustimmungen führen.“ Der Unterschied zwischen Manipulation und Überzeugung liegt in der Absicht dessen, der spricht. Und jede Kommunikation folgt einer Absicht. Bei der Überzeugung geht es darum, mindestens den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Das ist das Ziel.</p>
<p><strong>Man sollte immer das Ziel des Gesprächs beachten</strong></p>
<p>Je größer die Übereinstimmung ist, desto besser. Wenn man also durch Logos überzeugen will, muss man sich vorab klarmachen, was das Ziel im Gespräch ist. Trainer Ingolf Glabbatz sagte immer: „Wer gut voraussieht, hat selten das Nachsehen.“ Also muss man überlegen: Was will man von sich selbst und was von dem anderen? Was ist die eigene Absicht? Die Kommunikation folgt dann automatisch dieser Absicht. Und je überzeugter man von dieser Absicht ist, desto überzeugender wird man sein. </p>
<p>Man kann Logos natürlich auch für sich selbst anwenden. Bevor man das Gespräch beginnt, sollte man überlegen und sich selbst fragen: „Warum sollte mein Gesprächspartner das tun wollen? Was hat der andere davon?“ Thorsten Havener warnt; „Das hört sich sehr einfach an. Aber glauben Sie mir, ich habe schon sehr viele armselige Überzeugungstaktiken miterlebt. Sie haben alle genau diese Frage missachtet. Wenn der andere das Gefühl habe soll, selbst auf die Lösung gekommen zu sein, dann hilft es ungemein, wenn er dabei das Gefühl hat, durch diese Lösung einen Vorteil zu haben.“ Quelle: „Mach doch, was ich will“ von Thorsten Havener</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt verschiede Arten von Überzeugungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Aug 2023 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Illusion]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verrücktheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei bestimmten Überzeugungen ist die entscheidende Frage, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. „Deskriptive Überzeugungen“ betreffen Aussagen oder Theorien über die Realität. Philipp Sterzer erklärt: „Das heißt, sie können in der Regel durch Überprüfungen bestätigt oder widerlegt werden, zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.“ Deskriptiv sind zum Beispiel Überzeugungen wie die, dass die Erde um die Sonne kreist oder dass regelmäßiger Sport gesund ist. Im Unterschied dazu gibt es aber auch Überzeugungen, deren Wahrhaftigkeit nicht überprüfbar ist. Sie beschäftigen sich gar nicht mit der Frage, ob etwas mit der Realität&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei bestimmten Überzeugungen ist die entscheidende Frage, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. „Deskriptive Überzeugungen“ betreffen Aussagen oder Theorien über die Realität. Philipp Sterzer erklärt: „Das heißt, sie können in der Regel durch Überprüfungen bestätigt oder widerlegt werden, zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit.“ Deskriptiv sind zum Beispiel Überzeugungen wie die, dass die Erde um die Sonne kreist oder dass regelmäßiger Sport gesund ist. Im Unterschied dazu gibt es aber auch Überzeugungen, deren Wahrhaftigkeit nicht überprüfbar ist. Sie beschäftigen sich gar nicht mit der Frage, ob etwas mit der Realität übereinstimmt oder nicht, sondern nur mit der Frage, wie etwas sein „sollte“. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-4813"></span></p>
<p><strong>Man kann „Verrücktheit“ nur mit bestimmten Symptomen beschreiben</strong></p>
<p>In diesem Fall spricht man von „normativen Überzeugungen“. Sie betreffen zum Beispiel die Frage, ob eine Handlung gut oder böse ist oder ob ein Verhalten moralisch richtig oder falsch ist. Normativ wären etwa Überzeugungen wie die, dass alle Menschen ein Recht auf freie Meinungsäußerung haben oder dass sich Frauen in der Öffentlichkeit verschleiern müssen. In seinem Buch „Die Illusion der Vernunft“ beschäftigt Philipp Sterzer mit „deskriptiven Überzeugungen“. Diese Überzeugungen erheben Anspruch auf Wahrhaftigkeit.</p>
<p>Philipp Sterzer beschäftigt sich auf mit der Frage, was mit dem Begriff „verrückt“ gemeint ist. Dabei handelt es sich nicht um einen medizinischen oder psychiatrischen Fachbegriff. Psychiater bezeichnen Menschen in der Regel nicht als „verrückt“, sondern sie beschreiben Symptome und stellen Diagnosen. „Verrücktheit“ ist jedoch kein Symptom und auch keine Diagnose. Man kann „Verrücktheit“ nur mit bestimmten Symptomen beschreiben. Gemeinhin bezeichnet man Personen dann als „verrückt“, wenn sie Überzeugungen haben, die nicht mit der Realität übereinstimmen. </p>
<p><strong>Beim Wahn handelt es sich um eine Überzeugung</strong></p>
<p>Wenn Psychiater zu der Einschätzung gelangen, dass eine Person von Ideen überzeugt ist, die eindeutig nicht mit der Realität in Einklang stehen, dann sprechen sie von dem Symptom „Wahn“. Wahn kann man folgendermaßen definieren: „Eine feste Überzeugung, die auch im Lichte entgegengesetzter Evidenz keiner Änderung zugänglich ist.“ Die Unterscheidung zwischen einem Wahn und einer stark behaupteten Idee ist manchmal schwer zu treffen. Sie hängt von dem Grad der Gewissheit ab, mit der an einer Überzeugung festgehalten wird.</p>
<p>Zunächst einmal stellt Philipp Sterzer fest: „Beim Wahn handelt es sich um eine Überzeugung. Das ist ein wichtiger Punkt, denn häufig wird Wahn mit Wahrnehmungsstörungen verwechselt. Wenn also zum Beispiel eine Person etwas wahrnimmt, das nicht da ist, oder einen vorhandenen Reiz falsch wahrnimmt.“ Man spricht dann von „Halluzinationen“ oder „Illusionen“. Der Begriff Wahn hingegen bezieht sich nicht auf das, was man mit seinen Sinnen wahrnimmt, sondern auf das, was im Kopf eines Menschen vor sich geht: auf Einfälle, Gedanken und Ideen. Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Es gibt viele krankmachende Überzeugungen</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/gerald-huether-krankmachende-ueberzeugungen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 May 2023 01:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Dass es im Leben darauf ankommt, erfolgreich zu sein, ist eine weit verbreitete Vorstellung. Gerald Hüther ergänzt: „Auch die, dass Konkurrenzkampf und Leistungsdruck die entscheidenden Triebfedern allen Fortschritts und jeder Weiterentwicklung sind. Oder dass es in der Natur des Menschen angelegt ist, sich auf Kosten anderer durchzusetzen und zu bereichern.“ Viele Menschen glauben auch immer noch, dass Tiere keine Schmerzen empfinden und sie Fleisch essen müssen, um kräftig und gesund zu bleiben. Und manche halten alles für machbar und betrachten sich selbst als die Krone der Schöpfung. Andere sind davon&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es im Leben darauf ankommt, erfolgreich zu sein, ist eine weit verbreitete Vorstellung. Gerald Hüther ergänzt: „Auch die, dass Konkurrenzkampf und Leistungsdruck die entscheidenden Triebfedern allen Fortschritts und jeder Weiterentwicklung sind. Oder dass es in der Natur des Menschen angelegt ist, sich auf Kosten anderer durchzusetzen und zu bereichern.“ Viele Menschen glauben auch immer noch, dass Tiere keine Schmerzen empfinden und sie Fleisch essen müssen, um kräftig und gesund zu bleiben. Und manche halten alles für machbar und betrachten sich selbst als die Krone der Schöpfung. Andere sind davon überzeugt, dass ihr Leben durch höhere Kräfte gelenkt wird und es deshalb anmaßend ist, es selbst gestalten zu wollen. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Verfasser zahlreicher Sachbücher und Fachpublikationen. <span id="more-4581"></span></p>
<p><strong>Viele Menschen schlucken alle möglichen Pillen</strong></p>
<p>Spaß zu haben und sich alles beschaffen zu können, was ihr Herz begehrt, halten nicht wenige Menschen für ihren wahren Lebenszweck. Und wenn sie krank geworden sind, soll jemand da sein, der sie wieder gesund macht. Sie sind dann auch bereit, alle möglichen Pillen zu schlucken und sämtliche Ratschläge zu befolgen, die ihnen ein langes Leben bei bester Gesundheit versprechen. Aber all das sind eben nur auf der kognitiven Ebene im Frontalhirn verankerte Vorstellungen. </p>
<p>Gerald Hüther erläutert: „Sie helfen den betreffenden Menschen, sich in ihrem Leben zurechtzufinden, und ermöglichen es ihnen, ihre niemals vollständig unterdrückbaren Grundbedürfnisse einigermaßen unter Kontrolle zu bringen.“ Falls sich das Bedürfnis nach eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, nach Autonomie und Freiheit doch noch einmal meldet, gehen sie eben einkaufen oder planen den nächsten Urlaub. Und wenn das Bedürfnis nach Verbundenheit und Zugehörigkeit wieder wach wird, schließen sie sich einer Chatgruppe, dem Karnevalverein oder einer anderen, zu ihren Vorstellungen passenden Gemeinschaft an. </p>
<p><strong>Leiden entsteht durch das Getrenntsein von anderen</strong></p>
<p>Deshalb ist die Frage so schwer zu beantworten, woran viele Menschen leiden. Sicher an dem, was sie verloren haben, was sie im eigenen Hirn weggehemmt und eingewickelt haben, um in die Welt hineinzupassen, in die sie hineingewachsen sind. Was ihnen geholfen hat, dort so gut und so perfekt zu funktionieren, wie es von ihnen erwartet wird. Erwächst also ihr größtes Leiden möglicherweise aus dem Ahnen, dass sie sich von sich selbst abgetrennt, sich also beim Versuch, in die Gemeinschaft der anderen hineinzuwachsen, selbst verloren haben? Es ist so leicht dahergesagt, dass Menschen gesund bleiben und auch schnell wieder gesund werden, wenn sie im Einklang mit sich selbst sind. Aber was heißt es denn, im Einklang mit sich selbst zu sein? </p>
<p>Beim Versuch, Einklang mit anderen herzustellen, läuft man ständig Gefahr, auch etwas von dem abzutrennen, womit man selbst zutiefst verbunden ist. Viele Menschen leiden dann, wenn sie sich getrennt von anderen erleben. Gerald Hüther stellt fest: „Überwinden können wir dieses Gefühl von Getrenntsein, indem wir unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse durch hemmende Netzwerke im Gehirn zu überlagern. Dadurch beginnen wir uns jedoch selbst zunehmend fremd zu werden und so leiden wir fortan an uns selbst.“ Quelle: „Lieblosigkeit macht krank“ von Gerald Hüther</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<item>
		<title>Verrückte haben keinen Kontakt zur Realität</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/philipp-sterzer-verrueckt-eine-begriffsklaerung.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2023 01:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Psychiater]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
		<category><![CDATA[Verrückter]]></category>
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					<description><![CDATA[Philipp Sterzer will darüber sprechen, was „verrückt“ überhaupt bedeutet. Als „verrückt“ bezeichnet man jemanden, der offenbar den Kontakt zur Realität verloren hat und sich in seinem Kopf eine Welt zurechtspinnt, die mit der Welt, wie die anderen Menschen sie kennen, nichts oder nur wenig zu tun hat. Phillip Sterzer ergänzt: „Eine Person, die wir für „verrückt“ erklären, ist also überzeugt von Dingen, die aus unserer Sicht als unwahr oder sogar abwegig sind. Wir erkennen das zum einen an den Äußerungen der Person, aber auch an ihren Handlungen.“ Denn wenn man&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Philipp Sterzer will darüber sprechen, was „verrückt“ überhaupt bedeutet. Als „verrückt“ bezeichnet man jemanden, der offenbar den Kontakt zur Realität verloren hat und sich in seinem Kopf eine Welt zurechtspinnt, die mit der Welt, wie die anderen Menschen sie kennen, nichts oder nur wenig zu tun hat. Phillip Sterzer ergänzt: „Eine Person, die wir für „verrückt“ erklären, ist also überzeugt von Dingen, die aus unserer Sicht als unwahr oder sogar abwegig sind. Wir erkennen das zum einen an den Äußerungen der Person, aber auch an ihren Handlungen.“ Denn wenn man von etwas überzeugt ist, dann handelt man in der Regel auch nach dieser Überzeugung. Im Jahr 2011 berief man Philipp Sterzer zum Professor für Psychiatrie und computationale Neurowissenschaften an die Charité in Berlin. 2022 wechselte er an die Universität Basel. <span id="more-4520"></span></p>
<p><strong>Der Begriff „verrückt“ hat eindeutig einen negativen Beigeschmack</strong></p>
<p>Nicht ohne Grund spricht Philipp Sterzer von Überzeugungen. Nach der Definition des Duden ist eine Überzeugung „eine feste, unerschütterliche […] Meinung oder ein fester Glaube“. Diese subjektive Gewissheit, die im Wesen von Überzeugungen liegt, ist auch bei Menschen anzutreffen, die man für „verrückt“ hält. Es gehört zur „Verrücktheit“ dazu, dass man sich von seinen Überzeugungen nicht so leicht abbringen lässt. „Verrückt“ ist ein allgemeinsprachlicher Begriff und kein medizinischer oder psychologischer Fachterminus. </p>
<p>Der Begriff „verrückt“ hat eindeutig einen negativen Beigeschmack, und wenn man ihn im Zusammenhang mit anderen Personen verwendet, dann will man damit in der Regel sagen, dass mit ihnen etwas grundsätzlich nicht stimmt. Als Psychiater will man genau das aus sehr guten Gründen nicht tun. Philipp Sterzer erklärt: „Um Menschen nicht in dieser Weise abzustempeln, verwenden wir beschreibende Begriffe, um Symptome zu benennen, und geben (manchmal zu schnell) Diagnosen, um die Symptome einzuordnen und auf dieser Grundlage therapeutische Entscheidungen zu treffen.“</p>
<p><strong>Psychische Symptome können sich zurückbilden</strong></p>
<p>Psychische Symptome und psychiatrische Diagnosen sind nicht in Stein gemeißelt und sehr häufig reversibel, das heißt, sie können sich zurückbilden. Schon aus diesem einfachen Grund sollten Psychiater unbedingt Begriffe vermeiden, die Menschen als grundsätzlich „nicht in Ordnung“ abstempeln und damit stigmatisieren. Ulrich Sterzer hält es sogar für eine der wichtigsten Aufgaben eines Psychiaters, dieser Form der Stigmatisierung entschlossen entgegenzutreten.</p>
<p>Philipp Sterzer möchte weder Moralapostel noch Sprachpolizei spielen. Ihm geht es nicht darum, das Wort „verrückt“ zu verbieten. Sondern darum, ein Phänomen zu beschreiben, es zu verstehen und schließlich daraus zu lernen. Das Phänomen, um das es geht, ist dieses: „Wir machen uns ein Bild von der Welt, von dem wir in vielerlei Hinsicht fest überzeugt sind. Wenn die Überzeugungen anderer mit unseren übereinstimmen, halten wir sie für „normal“, wenn nicht, erklären wir sie gern für „verrückt“.“ Quelle: „Die Illusion der Vernunft“ von Philipp Sterzer</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Jeder will seine Überzeugungen bewahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Apr 2023 01:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Komplexität]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Arie Kruglanski ist Professor für Psychologie an der University of Maryland in den USA. Er versucht, die Gedankenprozesse gewalttätiger Extremisten zu entschlüsseln. Dabei hat er das Konzept der „kognitiven Geschlossenheit“ entwickelt, das auch im Nike-Slogan „Just do it!“ zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um das Bedürfnis, etwas zu tun, Dinge zu erledigen und weiterzumachen. Kevin Dutton fragt Arie Kruglanski: „Worin besteht das Geheimnis der Wirklichkeitsklassifizierung? Im Sammeln der richtigen Menge an Informationen, in der richtigen Anzahl an Haufen, der richtigen Größe der Haufen und dem richtigen Zwischenraum zwischen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Arie Kruglanski ist Professor für Psychologie an der University of Maryland in den USA. Er versucht, die Gedankenprozesse gewalttätiger Extremisten zu entschlüsseln. Dabei hat er das Konzept der „kognitiven Geschlossenheit“ entwickelt, das auch im Nike-Slogan „Just do it!“ zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um das Bedürfnis, etwas zu tun, Dinge zu erledigen und weiterzumachen. Kevin Dutton fragt Arie Kruglanski: „Worin besteht das Geheimnis der Wirklichkeitsklassifizierung? Im Sammeln der richtigen Menge an Informationen, in der richtigen Anzahl an Haufen, der richtigen Größe der Haufen und dem richtigen Zwischenraum zwischen ihnen?“ Arie Kruglanski antwortet: „Es ist im Grunde mehr oder weniger der Wunsch von jedem von uns, an festen Überzeugungen festzuhalten.“ Kevin Dutton ist Forschungspsychologe an der University of Oxford und Mitglied der British Psychological Society. <span id="more-4443"></span></p>
<p><strong>Eine zu große Auswahl führt zur Erstarrung</strong></p>
<p>Denn so kann man all die Unsicherheiten, die Verwirrung und die Mehrdeutigkeit, die das Leben für einen bereithält, in Schach halten. Dieser Wunsch hat sich durch die natürliche Auslese entwickelt. Man sollte darüber nachdenken … aber nicht zu viel! Denken ist gut, richtig? Es ist wichtig, sich mit verschiedenen Optionen gebührend zu befassen. Doch man sollte einen Mechanismus besitzen, dieses Denken auszuschalten. Denn es gibt einen Punkt, an dem man genug nachgedacht hat. Dann ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen und zu handeln. </p>
<p>Ist es nicht einfach gesunder Menschenverstand, dass einem etwas umso mehr gefällt, je mehr davon da ist? Kevin Dutton erklärt: „Nun, ehrlich gesagt: nein. Die Wahrheit ist, dass wir vielleicht denken, dass wir es mögen. Doch in Wirklichkeit stresst es uns. Ist die Auswahl zu groß, erstarren wir, brechen zusammen und schalten ab.“ Der sich drehende Ball der Überkategorisierung beginnt im Gehirn herumzukreisen. Arie Kruglanski ergänzt: „Verstehen sie mich nicht falsch.“ </p>
<p><strong>Beim Denken muss es einen Abschluss geben</strong></p>
<p>Der Psychologieprofessor fährt fort: „Die Fähigkeit, gründlich nachzudenken und abzuwägen, gehört zu den wahrhaft großartigen Vorteilen eines großen Gehirns. Logik, Vernunft, Kreativität … wir verdanken all unsere höheren Fähigkeiten unserem Vermögen zu vergleichen. Doch wenn es keinen Aus-Schalter gibt, was dann? Dann stecken wir in einer Grauzone endloser Datenverarbeitung fest.“ Das wäre ein dummer Programmfehler in einem ansonsten brillanten System. </p>
<p>Ein Fehler, der die Menschheit vor mehreren Millionen Jahren kaltgestellt hätte, bevor sie zu ihren großen Entwicklungsschritten ansetzen konnte. Arie Kruglanski hat wiederholt demonstriert, wie das Bedürfnis nach kognitiver Geschlossenheit das Gehirn dazu zwingen kann aufzugeben. Dazu braucht es nicht viel. Erhöhte Lärmpegel, Zeitdruck, Langeweile und Müdigkeit sorgen dafür, dass man früh die Flinte ins Korn wirft. Der springende Punkt ist: Es muss einen Abschluss geben. Quelle: „Schwarz. Weiß. Denken!“ von Kevin Dutton</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die meisten Menschen hören anderen nicht zu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2020 08:53:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Informationen]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Überzeugungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob bei der Arbeit oder zu Hause – die meisten Menschen haben, wenn sie etwas Wichtiges mitteilen möchten, grundsätzlich das Gefühl, dass die Angesprochenen das auch wissen wollen. Dieses Gefühl ist allerdings falsch. Wenn Menschen nicht einmal potenziell lebensrettenden Informationen wie einer Sicherheitseinweisung im Flugzeug Aufmerksamkeit schenken, kann man nicht davon ausgehen, dass sie hören wollen, was man zu sagen hat. Tali Sharot erläutert: „Wir müssen neu darüber nachdenken, was Menschen wirklich dazu bringt, gerne zuzuhören, und dann unsere Botschaft entsprechend verpacken, denn gehört zu werden ist die bei Weitem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ob bei der Arbeit oder zu Hause – die meisten Menschen haben, wenn sie etwas Wichtiges mitteilen möchten, grundsätzlich das Gefühl, dass die Angesprochenen das auch wissen wollen. Dieses Gefühl ist allerdings falsch. Wenn Menschen nicht einmal potenziell lebensrettenden Informationen wie einer Sicherheitseinweisung im Flugzeug Aufmerksamkeit schenken, kann man nicht davon ausgehen, dass sie hören wollen, was man zu sagen hat. Tali Sharot erläutert: „Wir müssen neu darüber nachdenken, was Menschen wirklich dazu bringt, gerne zuzuhören, und dann unsere Botschaft entsprechend verpacken, denn gehört zu werden ist die bei Weitem wichtigste Voraussetzung dafür, Einfluss zu nehmen.“ Tali Sharot wurde an der New York University in Psychologie und Neurowissenschaften promoviert und ist Professorin am Institut für experimentelle Psychologie der University of London. <span id="more-2466"></span></p>
<p><strong>Überzeugungen können glücklich oder traurig machen</strong></p>
<p>Das Verlangen zu wissen, was auf einen zukommt, ist allzu menschlich. Wenn jemand über Informationen verfügt, mit denen sich vorhandene Wissenslücken bei anderen füllen lassen, dann sollte derjenige den Betreffenden diese Lücken bewusst machen. Sobald man einem Menschen sagt, was er nicht weiß, will er es wissen. Dieser Drang ist evolutionär uralt. In der Steinzeit zum Beispiel  waren Informationen in vielen Fällen tatsächlich für das Überleben der Menschen nötig, weil frühzeitiges Wissen ihnen half, bessere Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Was ein Mensch erfährt, beeinflusst nicht allein, was er zu tun beschließt, sondern auch wie er sich fühlt. Das ist so, weil Informationen das Fundament seiner Überzeugungen sind, und weil sich diese Überzeugungen massiv darauf auswirken, wie glücklich er ist. Überzeugungen können Menschen also ebenso glücklich oder traurig machen wie tatsächliche Ereignisse. Tali Sharot erklärt: „Gerüstet mit der lebenslangen Erfahrung, dass uns Wissen der Verzweiflung ebenso nahe bringen kann wie der Glückseligkeit, haben wir gelernt, dass Information Einfluss auf unsere Gefühle hat und dass wir Informationen nutzen können, um unsere Emotionen zu steigern.“</p>
<p><strong>Menschen gehen schlechten Nachrichten gerne aus dem Weg</strong></p>
<p>Infolgedessen versuchen Menschen, sich den Kopf mit Wissen vollzustopfen, das in ihnen angenehme Vorstellungen erzeugt, und Informationen aus dem Weg zu gehen, die ihnen unangenehme Gedanken bescheren. Daher ziehen sie gute Nachrichten schlechten vor. Eine Botschaft in positivem Licht darzustellen erhöht deshalb die Chancen, dass Menschen sie anhören, und daher auch die Chancen, dass sie davon beeinflusst werden. Wenn Menschen argwöhnen, dass die Nachrichten schlecht sein werden, gehen sie der Botschaft mitunter aus dem Weg – auch wenn ihnen ihre Unwissenheit schaden könnte.</p>
<p>Während der Nutzen des Wissens das unangenehme Gefühl der Unsicherheit verringert, bestehen die Kosten des Wissens darin, dass nicht mehr die Möglichkeit besteht zu glauben, was man gerne glauben würde. Solange man beispielsweise Testergebnisse nicht kennt, kann man weiterhin glauben, dass man gesund ist – man kann seinen Geist mit positiven Gedanken beschäftigen. Zu testen gefährdet diese Gedanken, denn wenn man die Ergebnisse einmal hat, ist es unmöglich, sie nicht mehr zu kennen. Wenn die Diagnose unliebsam ist, wird sich das Leben von einem Augenblick auf den anderen verändern. Quelle: „Die Meinung der anderen“ von Tali Sharot</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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