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	<title>Über-Ich &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Das Über-Ich zügelt die Destruktivität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 02:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst ... <a title="Das Über-Ich zügelt die Destruktivität" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ueber-ich-gilt-als-gegengewicht-zur-destruktivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Über-Ich zügelt die Destruktivität">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wird das Über-Ich als einziges mögliches Gegengewicht gegen die Destruktivität gepriesen, kehrt die Destruktivität in das Subjekt zurück und gefährdet seine Existenz. Judith Butler fügt hinzu: „In der Melancholie wird die Feindseligkeit nicht externalisiert, aber hier wird das Ich zum Objekt einer potenziell mörderischen Feindseligkeit mit der Macht, das lebendige Ich, den lebenden Organismus selbst zu vernichten.“ Die Manie dagegen bringt dieses unrealistische Begehren, zu existieren und fortzudauern, ins Spiel, das sich scheinbar auf keine wahrnehmbare Realität stützen kann und keine guten Gründe für die Verankerung einer bestimmten politischen Herrschaftsform hat. Von hieraus kann sich die Manie niemals in Politik verwandeln, ohne zugleich eine gefährliche Form von Destruktion anzunehmen. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5727"></span></p>
<p><strong>Eine Stärkung des Gewissens kann den Todestrieb einhegen</strong></p>
<p>Sigmund Freud wie Albert Einstein geht es um die Einhegung der Destruktivität und um die Frage, ob ein anderer Trieb stärker sein kann als der Todestrieb und ob eine Stärkung des Gewissens nötig ist. Judith Butler stellt fest: „Wir haben hier im Wesentlichen zwei Alternativen. Nach der einen müssen wir uns und andere zu Formen des Gewissens erziehen, die uns moralischen Abscheu gegen Gewalt einimpfen. Nach der anderen müssen wir Bande der Liebe stärken, um den Todestrieb und seine Mechanik zu überwinden.“</p>
<p>Gehorsam gegenüber einer tyrannischen Macht erfordert und verfestigt ein Subjekt, für das die Selbstunterwerfung zum moralischen Imperativ wird. Judith Butler ergänzt: „Sich von tyrannischer Kontrolle zu befreien, geht mit dem Risiko der Auflösung dieser Subjektform einher, insbesondere wenn sie die Gestalt des Über-Ich angenommen hat.“ Könnten Menschen schlicht das Feuer der Liebe anfachen und Liebe zur stärkeren Macht machen, dann hätten sie eine Lösung. </p>
<p><strong>Man darf das eigene destruktive Potenzial nicht verleugnen</strong></p>
<p>Aber Liebe ist ambivalent, sie ist die Oszillation zwischen Liebe und Hass. Judith Butler vermutet: „Es scheint hier also um einen Weg zu gehen, mit dieser Ambivalenz zu leben und zu handeln, einen Weg, der Ambivalenz nicht als Zwickmühle, sondern als innere Teilung begreift, die eine ethische Orientierung und Praxis verlangt.“ Denn nur ethisches Handeln, das um sein eigenes destruktives Potenzial weiß, kann diesem widerstehen. Wer Destruktion dagegen immer bloß als Einwirkung von außen sieht, kann die ethische Forderung nach Gewaltlosigkeit weder anerkennen noch nach ihr handeln.</p>
<p>Gleichwohl bleiben Gewalt und Gewaltlosigkeit sowohl soziopolitische als auch psychische Probleme und daher muss die ethische Debatte laut Judith Butler auf der Schwelle von psychischer und sozialer Welt stattfinden. Ebendieses Problem stellt sich in der Korrespondenz zwischen Sigmund Freund und Albert Einstein 1931/32, kurz vor Adolf Hitlers Aufstieg zu Macht und kurz vor beider Exil aus Österreich beziehungsweise Deutschland. Albert Einstein stellt Sigmund Freud die Frage: „Gibt es einen Weg, die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Identifikation birgt auch destruktive Potenziale</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Aug 2024 01:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Identifikation gilt allgemein als wichtig für Empathie und die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen, aber sie birgt auch destruktive Potenziale und ermöglicht ungestrafte Zerstörungsakte. Sicher muss man sich die unterschiedlichen Formen der Internalisierung genauer ansehen, die oft vorschnell als „Identifikation“ bezeichnet werden. Judith Butler erklärt: „Die Internalisierung des verlorenen anderen oder des verlorenen Ideals in der Melancholie ... <a title="Identifikation birgt auch destruktive Potenziale" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-identifikation.html" aria-label="Mehr Informationen über Identifikation birgt auch destruktive Potenziale">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Identifikation gilt allgemein als wichtig für Empathie und die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen, aber sie birgt auch destruktive Potenziale und ermöglicht ungestrafte Zerstörungsakte. Sicher muss man sich die unterschiedlichen Formen der Internalisierung genauer ansehen, die oft vorschnell als „Identifikation“ bezeichnet werden. Judith Butler erklärt: „Die Internalisierung des verlorenen anderen oder des verlorenen Ideals in der Melancholie wahrt und belebt Feindseligkeit mit der Macht zur Zerstörung des lebenden Organismus selbst.“ Auch wenn also das Über-Ich die Externalisierung der Destruktivität begrenzt, bleibt es ein potenziell destruktives Instrument. Denn dieses kann sich in selbstzerstörerischer – suizidaler – Weise in den Dienst eben der mörderischen Absichten stellen, die es in Schach halten soll. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5611"></span></p>
<p><strong>In der Manie geht der Realitätsbezug verloren</strong></p>
<p>Judith Butler stellt fest: „Sigmund Freud zieht daraus den moralistischen Schluss, dass das Über-Ich immer ein schwaches Instrument zur Einhegung von Gewalt sein wird, es sei denn, wir optimieren, ungeachtet der möglicherweise fatalen Folgen, für die Gewalt des Über-Ichs statt für die Alternative, den externalisierten Ausdruck dieser Gewalt.“ Die Manie, wie sie im manischen Lebenswillen zum Ausdruck kommt, eröffnet jedoch eine andere Möglichkeit. Sie ist kein Handlungsmodell – es geht nicht darum, plötzlich manisch zu werden, als würde das direkt zu wirksamem politischem Widerstand führen.</p>
<p>In der Manie überschätzt man die Macht des Subjekts und der Realitätsbezug geht verloren. Judith Butler fügt hinzu: „Die Wirklichkeitsfremdheit der Manie verweist auf die Weigerung, den Status quo zu akzeptieren; sie gründet im und intensiviert bei demjenigen, der sich gegen gesteigerte Selbstvorwürfe wehrt, den Lebenswillen.“ Diese Grausamkeit gegen sich selbst oder diese Selbstzerstörung lässt sich vorübergehend auch mildern auf den Rückgriff auf die soziale Solidarität des Scheiterns. </p>
<p><strong>Gruppenbildung kann die Massenzerstörung von Leben ermöglichen</strong></p>
<p>Dieses gemeinsame Scheitern begründet die Solidarität und den Sinn für Gleichheit. Diese Abschwächung der Gewalt des Über-Ich erweist sich nur als vorübergehend, wenn diese Feindseligkeit in der Organisation einer Gruppe nicht in geordnete Bahnen gelenkt und eingedämmt wird, und sie kann tödliche Forman annehmen. Judith Butler weiß: „Überdies gibt es Gruppenbildungen, die diese destruktive Feindseligkeit gegen einen externalisierten Feind mobilisieren, wodurch die Zerstörung, ja Massenzerstörung von Leben möglich wird.“</p>
<p>Identifikation kann destruktive Potenziale bergen, wo eine Gruppe Bindungen der Identifikation entwickeln, die in der Externalisierung ihrer eigenen Destruktionspotenziale gründen. Judith Butler ergänzt: „Die anderen, mit denen ich eine Gruppe desidentifziert, verkörpern diese Destruktion dann in gespenstischer Form, gleichsam in der Form einer verleugneten Anleihe von der Ausgangsgruppe. Identifikation kann aber auch ganz anders verlaufen. Wo Desidentifikation etwa mit dem Hervortreten eines kritischen Vermögens einhergeht, das mit der Tyrannei bricht, setzt sie ihre eigenen Destruktionskräfte zur zielgerichteten Demontage tyrannischer Herrschaft ein. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 May 2024 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
		<category><![CDATA[Massenpsychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aufgabe, die sich Sigmund Freud in seinen Arbeiten zur Gruppenpsychologie stellt, liegt darin, die Widerstandskraft des kritischen Vermögens zu stärken. Judith Butler stellt fest: „Liebe wird gelegentlich als Gegenkraft zur Destruktion betrachtet, an anderen Stellen scheint es dieses so wichtige „kritische Vermögen“ zu sein.“ In seiner Abhandlung „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beschreibt das ... <a title="Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/selbstbeherrschung-ist-ein-gegengewicht-zur-destruktion.html" aria-label="Mehr Informationen über Selbstbeherrschung dämpft die Destruktion">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aufgabe, die sich Sigmund Freud in seinen Arbeiten zur Gruppenpsychologie stellt, liegt darin, die Widerstandskraft des kritischen Vermögens zu stärken. Judith Butler stellt fest: „Liebe wird gelegentlich als Gegenkraft zur Destruktion betrachtet, an anderen Stellen scheint es dieses so wichtige „kritische Vermögen“ zu sein.“ In seiner Abhandlung „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ von 1921 beschreibt das „kritische Vermögen“ Überlegung und Reflexion in unterschiedlichen Formen, während es in „Das Ich und das Es“ aus dem Folgejahr mit dem Über-Ich als grausamer Instanz gegenüber dem Ich in Verbindung gebracht wird. Schließlich wird das Über-Ich als „Reinkultur des Todestriebes“ identifiziert, und nun ist das Gegengewicht gegen die Destruktion eine wohlerwogene Form der Selbstbeherrschung. Das heißt, die Wendung der Destruktivität gegen die eigenen destruktiven Impulse. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5400"></span></p>
<p><strong>Die ungezügelte Wirkung des Über-Ich kann zum Selbstmord führen</strong></p>
<p>Judith Butler erläutert: „Selbstbeherrschung ist damit eine absichtliche und reflektierte Form von Destruktivität, gerichtet gegen die Externalisierung destruktiver Ziele. Anders gesagt wird die Einhegung der destruktiven Impulse, die früher in Sigmund Freuds Werk durch „Verbote“ erfolgte, mit Einführung des Über-Ichs als psychischer Mechanismus der Grausamkeit verstanden. Die Aufgabe des Über-Ich ist die Umleitung seiner Zerstörungskraft gegen seine destruktiven Impulse. </p>
<p>Das Problem bei dieser Lösung ist natürlich, dass die ungezügelte Wirkung des Über-Ich zum Selbstmord führen kann, indem die Zerstörung des anderen in Selbstzerstörung verwandelt wird. Einerseits scheint das „kritische Vermögen“ durchaus die Handlungsfolgen zu beachten und Ausdrucks- und Handlungsformen zu überwachen, um Schaden zu verhüten. Judith Butler fügt hinzu: „Andererseits ist sein Ziel als Ausdruck des Todestriebes potenziell für das Ich selbstzerstörerisch. Moderate Selbstbeherrschung kann in ungezügelte selbstmörderische Selbstherabsetzung umschlagen, wo der Todestrieb selbst nicht in Schach gehalten wird.“ </p>
<p><strong>Der Eros ist das Gegengewicht zum Todestrieb</strong></p>
<p>Das bedeutet paradoxerweise, dass die kritische Instanz, die destruktive Impulse begrenzen soll, zu einem internalisierten Instrument der destruktiven Impulse werden und das Leben des Ich selbst in Gefahr bringen kann. Judith Butler weiß: „Daher müssen die Selbsterhaltungstendenzen des Eros als Gegengewicht zum Todestrieb und seinem Zerstörungswerk ins Spiel gebracht werden.“ Arbeitet das Über-Ich an der Zerstörung des Ich, um dessen destruktiven Ausdruck zu unterbinden, so ist es doch auch selbst destruktiv.</p>
<p>Das gefährdete Objekt ist nun aber nicht mehr der andere oder die Welt, sondern das Ich selbst. Judith Butler ergänzt: „Das kritische Vermögen ist also für die Eindämmung der Destruktivität nur von begrenztem Nutzen, da es die Destruktivität des Über-Ich nicht kontrollieren kann. Dazu ist eine Gegenkraft im Dienst der Selbsterhaltung und allgemein der Erhaltung des Lebens erforderlich.“ So oder so: Impulse sind strukturiert entweder durch die Macht, die sie unterdrückt, oder durch die Macht, die sie befreit. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Destruktivität ist eine starke Kraft</title>
		<link>https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-gewissen.html</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 01:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ego]]></category>
		<category><![CDATA[Gewissen]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud entwickelte seine Idee des Gewissens in „Das Unbehagen in der Kultur“. Dabei zeigt er, wie sich Destruktivität gegen das eigene Selbst wenden kann. Da man seine eigene Destruktivität nicht vollständig ausschalten kann, entfesselt sie ihre Wirksamkeit als Über-Ich umso stärker. Judith Butler fügt hinzu: „Je nachdrücklicher das Über-Ich dem mörderischen Impuls zu entsagen ... <a title="Destruktivität ist eine starke Kraft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-gewissen.html" aria-label="Mehr Informationen über Destruktivität ist eine starke Kraft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud entwickelte seine Idee des Gewissens in „Das Unbehagen in der Kultur“. Dabei zeigt er, wie sich Destruktivität gegen das eigene Selbst wenden kann. Da man seine eigene Destruktivität nicht vollständig ausschalten kann, entfesselt sie ihre Wirksamkeit als Über-Ich umso stärker. Judith Butler fügt hinzu: „Je nachdrücklicher das Über-Ich dem mörderischen Impuls zu entsagen strebt, desto grausamer wird der psychische Mechanismus.“ In diesem Moment sind Aggression und Gewalt verboten. Aber weder sind sie vernichtet noch ausgeschaltet, da sie weiterhin ein aktives Leben gegen das Ego führen. Sigmund Freud wirft in gewissem Sinn eine ganz ähnliche Frage auf, wie sie auch Judith Butler stellt: „Was bringt uns dazu, das Leben des anderen bewahren zu wollen?“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4501"></span></p>
<p><strong>Man kann sich aktiv um den Schutz anderer Menschen bemühen</strong></p>
<p>Was im psychischen Leben hält Menschen von der Zufügung von Schaden ab, wenn mörderische Wünschen sie im Griff haben. Das psychoanalytische Denken kennt allerdings eine Alternative, welche die Frage positiv zu formulieren erlaubt: Welche Art Motivation wird im psychischen Leben aktiviert, wenn sich ein Mensch aktiv um den Schutz des Lebens eines anderen bemüht? Auf das Problem der Substitution zurückkommend, kann man fragen: Wie können unbewusste Formen der Substitution die „moralischen Gefühle“ beeinflussen und beleben?</p>
<p>Melanie Klein leistet in ihrem Essay „Liebe, Schuldgefühl und Wiedergutmachung“ einen psychoanalytischen Beitrag zur Moralphilosophie. Sie macht eben in der Dynamik von Liebe und Hass den Punkt aus, an dem Individual- und Sozialphilosophie zusammenkommen. Melanie Klein ist der Auffassung, dass der Wunsch, Menschen glücklich zu machen, mit „starken Gefühlen der Verantwortung und Sorge“ einhergeht. Und dass „echte Sympathie zu anderen Menschen“ auch bedeutet, dass man sich selbst „an die Stelle anderer Menschen“ setzt.</p>
<p><strong>Ständig findet eine Interaktion von Liebe und Hass statt</strong></p>
<p>Judith Butler ergänzt: „Identifikation führt uns hier so nahe es geht an die Möglichkeit des Altruismus heran.“ Melanie Klein schreibt: „Wir können nur dann die eigenen Gefühle und Wünsche außer Acht lassen oder bis zu einem gewissen Grade preisgeben, das heißt den Interessen und Emotionen der anderen Person eine Zeit lang die erste Stelle einräumen, wenn wir imstande sind, uns mit der geliebten Person zu identifizieren.“ Dies ist keine vollständige Selbstverneinung, denn indem man das Glück des geliebten Menschen will, teilt man auch seine Zufriedenheit.</p>
<p>Setzt man den anderen an die erste Stelle, gewinnt man auf eine Art wieder, was man auf eine andere geopfert hat. Hier findet sich in Melanie Kleins Text eine Fußnote, die mit der Bemerkung beginnt: „Wie ich anfangs erwähnt habe, findet in uns allen eine ständige Interaktion von Liebe und Hass statt.“ Folglich sollte niemanden überraschen, dass auch äußerst liebensfähige Menschen durchaus jene anderen Gefühle der Aggression und des Hasses zeigen können.“ Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sensibilität ist bindend und trennend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Sensibilität]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Sensibilität ist für Svenja Flaßpöhler ein zweischneidiges Phänomen, denn sie ist nach außen und nach innen gerichtet. Sie ist bindend und trennend. Befreiend und unterdrückend. Svenja Flaßpöhler bringt es auf den Punkt: „Die Sensibilität trägt eine gewaltsame Seite in sich, was sich bereits in ihrer historischen Genese zeigt. Das Herausbilden von Sensibilität setzt nämlich Zwang ... <a title="Sensibilität ist bindend und trennend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/sensibilitaet-ist-bindend-und-trennend.html" aria-label="Mehr Informationen über Sensibilität ist bindend und trennend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sensibilität ist für Svenja Flaßpöhler ein zweischneidiges Phänomen, denn sie ist nach außen und nach innen gerichtet. Sie ist bindend und trennend. Befreiend und unterdrückend. Svenja Flaßpöhler bringt es auf den Punkt: „Die Sensibilität trägt eine gewaltsame Seite in sich, was sich bereits in ihrer historischen Genese zeigt. Das Herausbilden von Sensibilität setzt nämlich Zwang voraus.“ In seinem berühmten Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ (1939) zeichnet der Soziologe Norbert Elias ausdrücklich die Transformation des menschlichen Verhaltens nach. Dieses hat sich durch fortschreitende Disziplinierung zunehmend verfeinert und den Menschen für eigene und fremde Grenzüberschreitungen sichtlich sensibler werden lassen. Die wesentlichen Methoden dieser Verfeinerung sind, so Norbert Elias, die „Dämpfung der Triebe“, „Affektregulation“ und die Ausbildung eines kontrollierenden Über-Ichs. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-3442"></span></p>
<p><strong>Der Mensch muss sich zähmen</strong></p>
<p>Anders gesagt: Um sensiblen zu werden, muss sich der Mensch zähmen. Er muss Fremdzwänge in Selbstzwänge verwandeln und regulierende Scham- und Peinlichkeitsgefühle ausbilden. Deutlich stellt Norbert Elias heraus, dass der Mensch den kulturellen Anforderungen kaum genügen kann, ohne selbst Schaden zu nehmen. Das ist eine Beobachtung, die sich mit zentralen Einsichten der Psychoanalyse deckt: Die zunehmende Zivilisierung hat eine dunkle Seite, die sich auch in ihrer Fragilität zeigt. </p>
<p>Svenja Flaßpöhler stellt fest: „Entsprechend ist die Sensibilisierung als historische Entwicklung gewiss nicht bruch- und widerspruchslos. Im 20. Jahrhundert zeugen zwei verheerende Weltkriege und die Shoah eindrücklich von der Grausamkeit, die im Menschen wohnt und unter bestimmten Bedingungen hervorbricht.“ In seinem Buch „Verhaltenslehren der Kälte“ analysiert der Historiker Helmut Lethen hellsichtig die Handlungsanleitungen zur Distanz und inneren Verpanzerung zwischen den Weltkriegen. Die Schriften von Ernst Jünger aus dieser Zeit dienen Helmut Lethen als Beleg.</p>
<p><strong>Der Faschismus lebt in der Verpanzerung des Mannes fort</strong></p>
<p>Gleichzeitig geben Ernst Jüngers Aufzeichnungen tiefen Einblick in die psychologischen Mechanismen, die den Menschen nicht nur zu unvorstellbarer Gewalt befähigen, sondern ihn auch Unvorstellbares aushalten lassen. Klaus Theweleits berühmter These zufolge lebt der Faschismus in der Verpanzerung des Mannes und der gewaltsamen Abwehr der Frau fort. Das Faschistische sei beschreibbar als eine „Ausgeburt entfesselter Männergewalt“, als Normalfall des Mannes unter kapitalistischen und patriarchalischen Bedingungen.</p>
<p>Aus Klaus Theweleits „soldatischem Mann“ der ersten zwei Weltkriege ist heute der „toxische Mann“ geworden. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Resilienz und Sensibilität: ein, so scheint es, unvereinbarer Gegensatz, der sich im Widerstreit der politischen Positionen spiegelt.“ Widerständig zu sein wird gleichgesetzt mit Gefühllosigkeit. Mit der Unfähigkeit, etwas an sich heranzulassen. Resilienz, so die weit verbreitete Auffassung gerade im linken politischen Spektrum, ist eine männliche, neoliberale Strategie der Selbstoptimierung. Diese ist unvereinbar mit Empathie und Solidarität. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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			</item>
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		<title>Das Über-Ich nimmt an der Figur des Vaters Maß</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jul 2017 07:16:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Über-Ich steuert die moralische Bestimmung des Individuums nicht von außen, sondern entspringt einer subjektiven Idealisierung mit ambivalenten Bezügen. Prägend steht dabei im Hintergrund die Figur des Vaters, an dem das Über-Ich Maß nimmt. Peter-André Alt erläutert: „Im Laufe des Erwachsenwerdens löst es sich von dieser konkreten Bindung, beim Jungen durch die Überwindung des Ödipus-Komplexes, ... <a title="Das Über-Ich nimmt an der Figur des Vaters Maß" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ueber-ich-nimmt-an-der-figur-des-vaters-mass.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Über-Ich nimmt an der Figur des Vaters Maß">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Über-Ich steuert die moralische Bestimmung des Individuums nicht von außen, sondern entspringt einer subjektiven Idealisierung mit ambivalenten Bezügen. Prägend steht dabei im Hintergrund die Figur des Vaters, an dem das Über-Ich Maß nimmt. Peter-André Alt erläutert: „Im Laufe des Erwachsenwerdens löst es sich von dieser konkreten Bindung, beim Jungen durch die Überwindung des Ödipus-Komplexes, beim Mädchen durch die Suche nach einer neuen männlichen Bezugsperson, auf die sich das Liebesbegehren richtet.“ Auch das Über-Ich bleibt im Bann libidinöser Kräfte, weil die Idealisierungsarbeit, der es seine Existenz verdankt, das Resultat einer sexuell aufgeladenen Fixierung auf den Vater ist. Es wäre daher unzutreffend, dem Über-Ich Eigenständigkeit und Freiheit zuzusprechen. Peter-André Alt ist Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Freien Universität Berlin. <span id="more-1687"></span></p>
<p><strong>Das Ich unterwirft sich dem kategorischen Imperativ seines Über-Ichs</strong></p>
<p>Das Über-Ich steht im Bann einer biografischen Prägung, die aus der Kindheit stammt. Sigmund Freud schreibt: „Es ist das Denkmal der einstigen Schwäche und Abhängigkeit des Ichs und setzt seine Herrschaft auch über das reife Ich fort. Wie das Kind unter dem Zwange stand, seinen Eltern zu gehorchen, unterwirft sich das Ich dem kategorischen Imperativ seines Über-Ichs.“ Sigmund Freud fährt fort: „In allen diesen Verhältnissen erweist das Über-Ich seine Unabhängigkeit vom bewussten Ich und seine innigen Beziehungen zum unbewussten Es.“</p>
<p>Was als moralisches Urteil erscheint, verbindet sich bei genauerem Hinsehen in einer geraden Herkunftslinie mit dem Vaterbild und den Schwierigkeiten seiner Überwindung. Der kategorische Imperativ Immanuel Kants Formulierte Sigmund Freud, „ist so der direkte Erbe des Ödipuskomplexes.“ Das sittliche System betrachtete er als schlecht funktioniertes Provisorium, wie er 1918 schrieb: „Ich zerbreche mir nicht viel den Kopf über Gut und Böse, aber ich habe an den Menschen durchschnittlich wenig „Gutes“ gefunden.“</p>
<p><strong>Bei Neurotikern stellt das Über-Ich eine Quelle für Schuldgefühle dar</strong></p>
<p>Sigmund Freud fährt fort: „Die meisten sind nach meiner Erfahrung Gesindel, ob sie sich laut zu dieser, jener oder keiner ethische Lehre bekennen.“ Gerade bei Neurotikern stellt das Über-Ich eine Quelle für Schuldgefühle dar, indem es den seelischen Apparat blockiert und den Trieb massiv, aber erfolglos verdrängt. Anders als bei Gesunden fehlt die Balance zwischen unbewussten Auslöser und unbewussten Agieren des Über-Ich, weil das Es die nicht vollständig unterdrücke Triebregungen immer wieder an die Oberfläche spült.</p>
<p>Vom Arzt verlang der Kranke zumeist die Bestätigung, dass seine Schuldgefühle eingebildet und unberechtigt seien. Sigmund Freud schreibt: „Das hysterische Ich erwehrt sich der peinlichen Wahrnehmung, die ihm von Seiten der Kritik seines Über-Ichs droht, in derselben Weise, wie es sich sonst einer unerträglichen Objektbesetzung zu erwehren pflegt, durch eine Akt der Verdrängung.“ Das Über-Ich bleibt eine Instanz, die nur unter den Bedingungen einer gewissen äußeren Sicherheit besteht. Quelle: „Sigmund Freud“ von Peter-André Alt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jun 2017 06:43:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Während das Ich als steuernde Instanz auf Ordnung und Organisation ausgerichtet ist, bleibt das Es unberechenbar. Der Trieb ist materialistisch und auf Verbrauch ausgerichtet. Er unterliegt weder einer sittlichen noch einer rationalen Lenkung. Sigmund Freud schreibt: „Selbstverständlich kennt das Es keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral.“ Dem Es kann man nur in Vergleichen ... <a title="Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-ich-wird-von-den-maechten-des-unbewussten-beherrscht.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Ich wird von den Mächten des Unbewussten beherrscht">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während das Ich als steuernde Instanz auf Ordnung und Organisation ausgerichtet ist, bleibt das Es unberechenbar. Der Trieb ist materialistisch und auf Verbrauch ausgerichtet. Er unterliegt weder einer sittlichen noch einer rationalen Lenkung. Sigmund Freud schreibt: „Selbstverständlich kennt das Es keine Wertungen, kein Gut und Böse, keine Moral.“ Dem Es kann man nur in Vergleichen nahekommen, denn es ist eigentlich unbenennbar, sofern es sich nicht in Träumen oder Neurosen meldet. Peter-André Alt ergänzt: „Aus diesem Grund repräsentiert es auch kein „Unbewusstes“ – einen bis heute häufige Fehlbenennung, die Sigmund Freud immer rügte –, sondern eine amorphe und unbekannte, nur über Wirkungen erfahrbare Ordnung.“ Als „Kessel voll brodelnder Erregungen“ lässt sich das Es weniger beherrschen als über Umwege sublimieren. Peter-André Alt ist Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Freien Universität Berlin. <span id="more-1663"></span></p>
<p><strong>Das Es folgt seinem eigenen Rhythmus</strong></p>
<p>In einer kurzen Studie aus dem Jahr 1925 verwies Sigmund Freud darauf, dass sich bei Neurotikern das Unbewusste über den Mechanismus der Verneinung artikuliere. Während das rationale Urteil auf einer Verarbeitung des Triebs gründet und dergestalt geistige Freiheit verrät, bleibt der neurotische Mensch seinem Unbewussten verhaftet, indem er es negiert. Dessen Macht bekundet sich in der Unmöglichkeit, seinen Forderungen dauerhaft auszuweichen. Das Ich tritt aus dem Es hervor, indem es dessen wilde Kräfte zu organisieren sucht.</p>
<p>Als Teil des Es bleibt das Ich gleichsam vorgelagert, der Außenwelt ausgesetzt und damit von Wahrnehmung abhängig. Peter-André Alt erläutert: „Während das Es wie ein Monolith seinem eigenen Rhythmus folgt, unterliegt das Ich dem Willen zur aktiven Weltgestaltung, ohne dass es aber von fremden Einflüssen gänzlich unabhängig bleibt.“ Sigmund Freud wiederholte hier Einsichten aus seinem Werk „Jenseits des Lustprinzips“ wenn er mit großem Nachdruck betonte, wie stark das um Freiheit ringende Ich von den Mächten des Unbewussten beherrscht wird.</p>
<p><strong>Das Ich dient dem Es und dem Über-Ich</strong></p>
<p>Selbst intellektuelle Arbeit, so erläutert Sigmund Freud im Gegenzug zu Arthur Schopenhauer, untersteht den Leistungen des Vorbewussten und kann nicht autonom gesteuert werden. Und schließlich gehorchen auf moralische Wertungen nicht selten den Impulsen des Unbewussten, wie gerade bei neurotischen Patienten zu beobachten ist. Das Ich muss, so Sigmund Freud, zwei Herren dienen: dem Es, dessen Wünsche es erfüllt, und dem Gewissen, dessen Gebote es befolgt. Diese zweite Instanz nannte Sigmund Freud in einem Aufsatz von 1923 erstmals Über-Ich.</p>
<p>Das Über-Ich ist gleichsam vom Es geprägt, denn es verdankt sich frühkindlichen Erfahrungen. Es hat anders als das Ich keinen direkten Kontakt zur Außenwelt und kann nur über das Ich mit ihr kommunizieren; was es ist, ist es durch das Ich. Peter-André Alt erklärt: „Die Leistung des Über-Ich besteht darin, dass es eine Umarbeitung des Sexualtriebs in eine stärker narzisstische Objektbesetzung veranlasst. Aus dem direkten libidinösen Begehren, das sich auf fremde Personen richtet, wird eine sublimere, auf das Selbst bezogene Variante.“ Quelle: „Sigmund Freud“ von Peter-André Alt</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2016 08:50:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freuds Modell zufolge besteht die Psyche, also der Geist eines Menschen, aus drei Teilen, nämlich erstens aus dem Ich, also dem Bewusstsein, zweitens aus dem Es, in dem sich die Triebe befinden, und drittens dem Über-Ich, in dem Normen gespeichert sind, in Form von Geboten und Verboten zunächst der Eltern und später der Gesellschaft. ... <a title="Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/philipp-huebl-stellt-sigmund-freuds-modell-der-psyche-vor.html" aria-label="Mehr Informationen über Philipp Hübl stellt Sigmund Freuds Modell der Psyche vor">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freuds Modell zufolge besteht die Psyche, also der Geist eines Menschen, aus drei Teilen, nämlich erstens aus dem Ich, also dem Bewusstsein, zweitens aus dem Es, in dem sich die Triebe befinden, und drittens dem Über-Ich, in dem Normen gespeichert sind, in Form von Geboten und Verboten zunächst der Eltern und später der Gesellschaft. Philipp Hübl konkretisiert: „Das Bewusstsein hat also, Freud zufolge, drei Zugänge. Erstens erhält es Informationen durch die Wahrnehmung, zweitens Wünsche aus dem Es und drittens Warnungen vom Über-Ich, und zwar vermittelt über das Gewissen, wenn die eigenen Normen und Ideale nicht erreicht sind.“ Das Es ist der älteste Teil des Geistes, in dem Triebe und Instinkte wohnen, ein Reich des Unlogischen ohne Begriffe für Raum und Zeit. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-1528"></span></p>
<p><strong>Die zwei Triebe des Menschen heißen Eros und Thanatos</strong></p>
<p>Sigmund Freud schreibt über das Es: „Von den Trieben her erfüllt es sich mit Energie, aber es hat keine Organisation, bringt keinen Gesamtwillen auf, nur das Bestreben, den Triebbedürfnissen unter Einhaltung des Lustprinzips Befriedigung zu schaffen.“ Das Es ist von Geburt an da, während sich das Ich erst davon lösen und abgrenzen muss. Der Mensch hätte zwar den Eindruck, das Ich sei selbstständig und autonom, doch die Übergänge blieben immer fließend und das Es wirke dauerhaft in das Bewusstsein hinein.</p>
<p>Sigmund Freud nahm zumindest in seinem Spätwerk zweit Triebe im Menschen an: Eros und Thanatos, den Geschlechtstrieb und den Todestrieb, Lust und Aggression, Streben nach Sex und das Verlangen nach Zerstörung. Diese Triebe sind laut Sigmund Freud mythische Wesen, großartig in ihrer Unbestimmtheit. Das Es betrachtete er als ein Chaos, einen Kessel voll brodelnder Erregungen. Während es dem Ich um die Realität geht, hat das Es nur die Lust oder allgemeiner die Triebbefriedigung im Sinn.</p>
<p><strong>Zwischen dem Ich und dem Es arbeitet ein Zensor</strong></p>
<p>Philipp Hübl erklärt: „Die unbewussten Prozesse innerhalb des Es folgen zwar keiner klassischen Logik, aber man kann so etwas wie eine Algorithmus der Triebe ausmachen, denn sie zeigen sich oft in verwandelter Form im Bewusstsein.“ Die Sprache des Es ist assoziativ und verdichtet, voller Überlagerungen, Verwechselungen und Erfindungen. Wenn ein Wunsch im Es schlummert, befindet er sich im Zustand der Verdrängung, entweder weil man ihn aktiv dorthin gedrängt hat oder weil er aus dem Es nie herausgelassen wurde.</p>
<p>Zwischen dem Ich und dem Es ist ein Kontrollmechanismus eingebaut, der Zensor, der die Energien des Es bearbeitet, sobald sie ins Bewusstsein vordringen wollen. Wenn er seine Arbeit gut macht, zeigen sich die Wünsche nicht in ihrer ursprünglichen Form, was für das Ich sehr unangenehm wäre, sondern sie erscheinen in einer neuen, symbolischen Umhüllung. Das bekannteste Beispiel dafür sind Umformatierungen von sexuellen Wünschen, die sich als Traumsymbole während des Schlafes offenbaren. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl“</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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