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	<title>Todestrieb &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2023 02:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Destruktivität]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen ... <a title="Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-destruktivitaet.html" aria-label="Mehr Informationen über Destruktivität kann selbstzerstörerisch sein">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freuds Überlegungen zur Destruktivität konzentrieren sich auf die Möglichkeit der Zerstörung anderer Leben. Insbesondere ist das im Krieg mit seiner waffentechnologischen Erweiterung menschlichem Zerstörungsfuror der Fall. Die Kriegsneurotiker durchlebten die seelischen Folgen des Krieges immer wieder. Sie erlaubten es Sigmund Freud darüber nachzudenken, wie sich Destruktion nicht nur gegen andere, sondern auch gegen einen selbst richtet. Judith Butler weiß: „In der Kriegsneurose setzen sich die Kriegsleiden als durch unerbittliche Wiederholdung geprägte traumatische Symptome fort.“ Man wird bombardiert, attackiert, belagert – alles Metaphern eines Krieges, der auf dem posttraumatischen Schauplatz weitergeht. Sigmund Freud sieht hier den Wiederholungscharter der Destruktion. Beim Patienten führt das zu Isolation und weiter gefasst nicht nur zur Schwächung des sozialen Bandes, das Gesellschaften zusammenhält, sondern auch zur Selbstzerstörung bis hin zum Suizid. Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-5118"></span></p>
<p><strong>Der Beweis für den Todestrieb findet sich im Sadomasochismus</strong></p>
<p>Judith Butler erläutert: „In dieser Art der Destruktion spielen Libido oder Sexualität eine verminderte oder verschwindende Rolle, und die für das politische Leben zentralen sozialen Bindungen lösen sich auf.“ Gegen Ende seinen Buchs „Jenseits des Lustprinzips“ stellt Sigmund Freud nicht nur fest, dass jeder menschliche Organismus in einem bestimmten Sinn seinen eigenen Tod anstrebt, sondern auch, dass sich diese Neigung nicht auf die Sexualtriebe zurückführen lässt.</p>
<p>Der Beweis für den Todestrieb, sagt Sigmund Freud, findet sich im sexuellen Sadismus und allgemeiner im Phänomen des Sadomasochismus. Obgleich die Sexualisierung des Todestriebes seine Destruktivität den nach Freud nicht destruktiven Zielen der Sexualität unterordnen kann, kann es auch zur Vorherrschaft des Todestriebes kommen, eine Situation, die klar im Fall sexueller Gewalt zum Ausdruck kommt. Sowohl die Selbstzerstörung wie die Zerstörung des anderen sind potenziell im Sadomasochismus am Werk.</p>
<p><strong>Der Sadismus ist ein „Vertreter“ des Todestriebes</strong></p>
<p>Flüchtig und opportunistisch bemächtigt sich der Todestrieb des sexuellen Begehrens, ohne offen zutage zu treten. Judith Butler erklärt: „Eine sexuelle Beziehung mit dem ursprünglichen Begehren der Vereinigung wird von zahllosen Formen der Selbstzerstörung durchbrochen, die in manifestem Gegensatz zu den ausdrücklichen Zielen der Liebenden stehen.“ Das zutiefst Beunruhigende an offensichtlich selbstzerstörerischen Handlungen, die gerade die Bindungen auflösen, die man am meisten beibehalten will, ist nur eine alltägliche Spielart des Scheiterns, im dem sich der Todestrieb im Sexualleben kundtut.</p>
<p>In seinem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ führt Sigmund Freud den Sadismus erneut als „Vertreter“ des Todestriebes ein, verknüpft ihn aber in diesem Spätwerk deutlicher mit den Konzepten der Aggression und der Destruktivität. Darin kann man laut Judith Butler eine zweitere oder spätere Fassung der Todestriebtheorie sehen. Dabei wird die Aggression nicht mehr ausschließlich im Kontext des sexuellen Sadomasochismus gesehen, da man, so Freud, „die Ubiquität der nicht erotischen Aggression und Destruktion nicht länger übersehen und versäumen kann“. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sigmund Freud beschreibt den Todestrieb</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 01:00:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud schreibe an Albert Einstein im Jahr 1932: „Ich habe Bedenken, Ihr Interesse zu missbrauchen, das ja der Kriegsverhütung gilt, nicht unseren Theorien. Doch möchte ich noch einen Augenblick bei unserem Destruktionstrieb verweilen, dessen Beliebtheit keineswegs Schritt hält mit seiner Bedeutung.“ In „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“, verfasst 1915 inmitten des Ersten Weltkrieges, reflektiert ... <a title="Sigmund Freud beschreibt den Todestrieb" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/judith-butler-politische-philosophie-bei-sigmund-freud.html" aria-label="Mehr Informationen über Sigmund Freud beschreibt den Todestrieb">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud schreibe an Albert Einstein im Jahr 1932: „Ich habe Bedenken, Ihr Interesse zu missbrauchen, das ja der Kriegsverhütung gilt, nicht unseren Theorien. Doch möchte ich noch einen Augenblick bei unserem Destruktionstrieb verweilen, dessen Beliebtheit keineswegs Schritt hält mit seiner Bedeutung.“ In „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“, verfasst 1915 inmitten des Ersten Weltkrieges, reflektiert Sigmund Freud über die Bindungen, die eine Gemeinschaft zusammenhalten, und über die destruktiven Mächte, die diese Bindungen zerbrechen. Judith Butler weiß: „Zu der Zeit, als er die Theorie des „Todestriebes“ entwickelt, ab 1920 und dann ausführlicher im folgenden Jahrzehnt, war seine Sorge angesichts der destruktiven Fähigkeiten des Menschen ständig gewachsen.“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4664"></span></p>
<p><strong>Eros schafft menschliche Bindungen</strong></p>
<p>„Sadismus“, „Aggression“ und „Destruktivität“ wurden zu den Hauptvertretern des Todestriebs, der seine reifste Ausformulierung 1930 in „Das Unbehagen in der Kultur“ fand. Was er in „Jenseits des Lustprinzips“ zehn Jahre zuvor einen „unüberwindbaren Teil der menschlichen Natur“ genannt hatte, nimmt mit der Entfaltung einer dualistischen Metaphysik eine neue Form an. Nun steht Eros, die Kraft, die immer komplexere menschliche Bindungen schafft, Thanatos gegenüber, der Kraft, die diese Bindungen zerstört. </p>
<p>Judith Butler stellt fest: „Eine nachhaltige politische Ordnung setzt voraus, dass soziale Bindungen relativ unangetastet bleiben können.“ Wie wird sie dann aber mit der von Sigmund Freud beschriebenen destruktiven Kraft fertig? Destruktivität in einer Form, wie sie im Ersten Weltkrieg angewendet wurde, war bis dahin unbekannt gewesen. Mit neuen Waffen wuchs zwar die Zerstörungskraft gegenüber früheren Kriegen, aber das Ausmaß der Grausamkeit scheint Sigmund Freud das gleiche zu sein.</p>
<p><strong>Grausamkeit allein kann die Destruktivität nicht erklären</strong></p>
<p>Das Problem scheint also nicht darin zu liegen, dass die Menschen grausamer geworden sind, sondern darin, dass die Technik dieser Grausamkeit mehr Zerstörungskraft gibt als zuvor. Ein Krieg ohne diese Waffen wäre weniger zerstörerisch, aber nicht weniger grausam. Sigmund Freud scheint also der Auffassung zu widersprechen, dass die Grausamkeit selbst durch neue Technologien zunimmt. Die Destruktivität nimmt seiner Meinung nach neue und historisch wandelbare Formen an, aber die Grausamkeit bleibt die gleiche.</p>
<p>Menschliche Grausamkeit allein kann also Destruktivität nicht erklären; auch die Technologie spielt dabei eine Rolle. Judith Butler erklärt: „Aber die spezifisch menschliche Fähigkeit zur Zerstörung ist auf die ambivalente psychische Konstitution des menschlichen Subjekts zurückzuführen.“ Für die Frage nach Möglichkeiten der Eindämmung der Destruktivität spielen also, insbesondere im Kontext des Krieges, Ambivalenz und Technologie eine Rolle. Kriegsführung gilt allgemein als für Nationen spezifische Handlung, aber die den Krieg antreibende blinde Wut zerstört eben die sozialen Bindungen, die Nationen erst ermöglichen. Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Hass setzt zerstörerische Energien frei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2023 02:00:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hass wird als Aggressionsaffekt, als zerstörerische Energie, als böse Emotion oder rabenschwarze Leidenschaft bezeichnet. Aber ist er auch eine Krankheit, eine psychische Störung, ein seelisches Leiden? Reinhard Haller weiß: „Die Psychologie gibt darauf eher spärliche Antworten, hat aber einige Konzepte zur Entstehung und Entwicklung des Hasses erarbeitet und liefert verschiedene Modelle zum Verständnis des „normalen“ ... <a title="Hass setzt zerstörerische Energien frei" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/reinhard-haller-ist-hass-eine-psychische-stoerung.html" aria-label="Mehr Informationen über Hass setzt zerstörerische Energien frei">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Hass wird als Aggressionsaffekt, als zerstörerische Energie, als böse Emotion oder rabenschwarze Leidenschaft bezeichnet. Aber ist er auch eine Krankheit, eine psychische Störung, ein seelisches Leiden? Reinhard Haller weiß: „Die Psychologie gibt darauf eher spärliche Antworten, hat aber einige Konzepte zur Entstehung und Entwicklung des Hasses erarbeitet und liefert verschiedene Modelle zum Verständnis des „normalen“ Hasses.“ Zunächst sehen die psychologischen Wissenschaftler im Hass eine aggressive Emotion. Schon das „Universal-Lexicon“ von 1732 zählt Hass zu den „unangenehmen Emotionen, die die Gefühlsruhe stören und zerstörerische Energien freisetzen“. Später hat sich die Forschung vor allem auf den triebhaften Aspekt des Hasses konzentriert. Sigmund Freud (1856 – 1939), der mit der Psychoanalyse die maßgebende Theorie über Entstehung und Auswirkungen unbewusster psychischer Prozesse entwickelte, sieht im Hass einen nach außen gerichteten Teil des dem Leben entgegengesetzten Todestriebes. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender. <span id="more-4282"></span></p>
<p><strong>Hass ist ein „Trieb zur Grausamkeit“</strong></p>
<p>Dieser Todestrieb strebe ständig nach Vernichtung des Lebendigen, nach Rückführung des Vitalen in einen anorganischen und unbelebten Zustand, nach Erstarrung und Tod. In der psychotherapeutischen Praxis kommt es selten vor, dass Patienten wegen eigener Hassprobleme zur Behandlung kommen. Das Hass wohl die konzentrierteste Ausdrucksweise des überhandnehmenden Todestriebs darstelle, sprach Sigmund Freud in treffender Weise von einem „Trieb zur Grausamkeit“. </p>
<p>Dieser Interpretation schlossen sich spätere Psychoanalytiker an. So schreibt der marxistische Literaturtheoretiker Terry Eagleton, der als einer der führenden Intellektuellen Großbritanniens zählt, in seinem Buch „Das Böse“ (2011) von einem nach außen gewandten Todestrieb, welcher „seinen unversöhnlichen Hass an einem Mitmenschen auslässt. Doch dieser wütenden Gewalttätigkeit wohnt ein Mangel inne – das unerträgliche Gefühl des Nichtseins, das an dem anderen gewissermaßen abreagiert werden muss.“ </p>
<p><strong>Hass bezieht sich auf eine vorhergehende Demütigung</strong></p>
<p>Reinhard Haller fasst zusammen: „Hass ist also, so die mehr oder weniger einheitliche Interpretation, eine auf Grausamkeit und Zerstörung ausgerichtete Leidenschaft, ein Trieb zum Tod.“ Eine bereits ganzheitliche Analyse liefert der Münchner Individualpsychologe Prof. Karlheinz Witte. Er interpretiert den Hass, dessen wichtigste Ursachen in Kränkung und Demütigung liege, als Gefühlskomplex und stellt folgende Merkmale in den Mittelpunkt: Dem Hass liegt eine Demütigung zugrunde; Menschen die hassen, sind nicht nur gekränkt oder frustriert, sondern gequält worden. </p>
<p>Der Hass ist nicht nur ein jäh aufflammender Affekt wie die Wut, sondern ein andauernder, inhaltlich analysierbarer Gefühlskomplex. Da sich der Hass auf eine vorhergehende Demütigung bezieht, kennt er weder Skrupel noch Reue, sondern allenfalls Furcht vor selbstschädigenden Folgen, die der Hassende aber unter Umständen auch in Kauf nimmt. Der Hass richtet sich grundsätzlich nicht gegen einen Unterlegenden, sondern bekämpft eine Übermacht. Quelle: „Die dunkle Leidenschaft“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Mordlust besiegt die Vernunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jan 2023 02:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Ich]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
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		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
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					<description><![CDATA[Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression ... <a title="Die Mordlust besiegt die Vernunft" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-vernunft-kann-die-mordlust-nicht-besiegen.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Mordlust besiegt die Vernunft">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Judith Butler betont: „Sigmund Freud war ganz und gar nicht überzeugt, dass die Vernunft mörderische Wünsche im Zaum halten kann. Und er äußerte diese Bemerkung, als die Welt am Rand eines neuen Krieges stand.“ Es ist dabei deutlich, wie sich ein bestimmtes zirkuläres Denken zum Instrument der Aggression verwandelt, ganz gleich, ob man diese Aggression wünscht oder fürchtet. Angesichts der Realität destruktiver Triebe war ethische Strenge für Sigmund Freud unabdingbar. Zugleich fragt er sich, ob sie ausreicht. In „Das Unbehagen in der Kultur“ bemerkt Freud zum Über-Ich in seiner ethischen Strenge scherzhaft, dass es „sich nicht genug um die Tatsachen der seelischen Konstitution des Menschen“ kümmert und vielmehr annimmt, „dass dem Ich die unumschränkte Herrschaft über sein Es zusteht.“ Judith Butler ist Maxine Elliot Professor für Komparatistik und kritische Theorie an der University of California, Berkeley. <span id="more-4197"></span></p>
<p><strong>Das Unbewusste mordet selbst für Kleinigkeiten</strong></p>
<p>Sigmund Freud fügt hinzu: „Das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist die stärkste Abwehr der menschlichen Aggression und ein ausgezeichnetes Beispiel für das unpsychologische Vorgehen des Kultur-Über-Ichs.“ In seinem frühen Text „Zeitgemäßes über Krieg und Tod“ (1915) heißt es: „Gerade die Betonung des Gebotes: Du sollst nicht töten, macht uns sicher, dass wir von einer unendlich langen Generationsreihe von Mördern abstammen, denen die Mordlust, wie vielleicht noch uns selbst, im Blute lag.“ </p>
<p>Nachdem er die Entwicklungsrichtung der Zivilisation – zugleich mit dem falschen moralischen Versprechen der weißen Herrschaft – infrage gestellt hat, statuiert Sigmund Freud eine unbewusste Dimension des Lebens in allen Kulturen: „Wir beseitigen in unseren unbewussten Regungen täglich und stündlich alle, alle, die uns im Weg stehen […] Ja, unser Unbewusstes mordet selbst für Kleinigkeiten.“ Die Menschen können sich nur wundern, so Sigmund Freud, wie auch bei moralisch Erzogenen „das Böse wieder so tatkräftig zum Vorschein kommt“. </p>
<p><strong>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten</strong></p>
<p>Judith Butler fügt hinzu: „Etwas an den mörderischen Impulsen bleibt bis zu einem gewissen Grad unbelehrbar, ganz besonders, wo Individuen sich Gruppen anschließen.“ Man sollte die Macht dieser „unbeherrschbaren“ Dimension der psychischen Realität, die Sigmund Freud schließlich mit dem Todestrieb in Verbindung bringt, nicht unterschätzen. Vor allem der Begriff des „Kollateralschadens“ steht für Judith Butler wohl für diese Denkweise auf der Basis einer Verleugnung, die faktisch ein Instrument der Zerstörung ist. </p>
<p>Keine Position gegen Gewalt kann sich Naivität leisten. Sie muss das destruktive Potenzial ernst nehmen, das konstitutiver Bestandteil Beziehungen oder, wie mache sagen, des „sozialen Bundes“ ist. Wenn man aber den Todestrieb oder seine als Aggression und Destruktivität definierte Spätversion ernst nimmt, muss man sich allgemein dem Dilemma stellen, was moralische Gebote gegen Zerstörung für das psychische Leben bedeuten. Handelt es sich um ein moralisches Gebot, das eine konstitutive Dimension der Psyche aushalten will? Quelle: „Die Macht der Gewaltlosigkeit“ von Judith Butler</p>
<p>Von Hans Klumbies</p>
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		<title>Das Seelenleben wird vom Sexualtrieb und vom Todestrieb dominiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2020 05:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualtrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Sigmund Freud]]></category>
		<category><![CDATA[Todestrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Verdrängung]]></category>
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					<description><![CDATA[Sigmund Freud hat sich sogar über die Supervenienzbasis, also die neuronale Grundlage seines Modells der Psyche, Gedanken gemacht. In mehreren Skizzen des Hirns verortet er die Wahrnehmung im Bereich der Augen, wo die vorbewussten, also leicht zugänglichen Informationen ins Ich gelangen, das ebenfalls im präfrontalen Kortex angesiedelt ist. Philipp Hübl erklärt: „Im Hintergrund liegt das ... <a title="Das Seelenleben wird vom Sexualtrieb und vom Todestrieb dominiert" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-seelenleben-wird-vom-sexualtrieb-und-vom-todestrieb-dominiert.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Seelenleben wird vom Sexualtrieb und vom Todestrieb dominiert">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sigmund Freud hat sich sogar über die Supervenienzbasis, also die neuronale Grundlage seines Modells der Psyche, Gedanken gemacht. In mehreren Skizzen des Hirns verortet er die Wahrnehmung im Bereich der Augen, wo die vorbewussten, also leicht zugänglichen Informationen ins Ich gelangen, das ebenfalls im präfrontalen Kortex angesiedelt ist. Philipp Hübl erklärt: „Im Hintergrund liegt das Es, das nicht klar vom Ich abgetrennt ist. Das Über-Ich lokalisiert Freud im Bereich des linken Schläfenlappens.“ Sigmund Freud wusste aus Forschungsergebnissen, dass die Sprachfähigkeit hinter der linken Schläfe angesiedelt ist. Man kann also daher vermuten, dass Sigmund Freud zwischen Über-Ich und der Sprachfähigkeit eine Verbindung sah, denn Normen und Verbote müssen sprachlich formuliert sein. Philipp Hübl ist Juniorprofessor für Theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. <span id="more-2194"></span></p>
<p><strong>Unterdrückte Wut führt nicht zu Krankheiten</strong></p>
<p>Die Vorgänge zwischen Es und Ich beschreibt Sigmund Freud als „hydraulische Metapher“. Im Es brodelt es, dort schlummern Energien. Aggressionen können unterdrückt, Lust verdrängt sein. Man kennt diese Metaphorik auch aus dem Alltag. Zum Beispiel wenn man davon spricht, mal richtig Dampf abzulassen, wenn der psychische Druck zu groß wird. Sigmund Freuds Modell scheint eine Art psychischer „Energie-Erhaltungssatz“ zugrunde zu liegen. Denn Energien, die ein Mensch nicht herauslässt, bleiben bestehen und können allenfalls umgeleitet werden.</p>
<p>Philipp Hübl erläutert: „Wenn zum Beispiel das Ich Aggressionen aus dem Es unterdrückt, kann seinerseits das Über-Ich diese Energien nutzen, um sie gegen das Ich zu verwenden, etwa indem es Gewissensbisse erzeugt.“ Sigmund Freuds Annahme einer psychischen Energiebilanz hat sich allerdings als falsch erwiesen. In der zeitgenössischen Forschung gibt es keine Hinweise darauf, dass unterdrückte Wut sich aufstaut und zu Krankheiten führt oder dass unterdrückte Wünsche das Druckgefüge verschieben und so durch die Schweißnähte des Unbewussten ins Bewusstsein quellen.</p>
<p><strong>Lust und Aggression befinden sich meist im Zustand der Verdrängung</strong></p>
<p>Sigmund Freud hat die psychischen Phänomene nicht als zufällige Erscheinungsformen angesehen, die von Person zu Person oder Epoche zu Epoche schwanken. Sondern er wollte sie auf wenige Prinzipien zurückführen, die er sowohl dynamisch, also kausal, als auch neurologisch, also strukturell, ausbuchstabiert hat. Bei Sigmund Freud sind die entscheidenden Vorgänge Verdrängung und Symbolisierung. Die wichtigsten zwei Konstanten im Seelenleben sind dabei einerseits der Sexualtrieb. Diesen entwickelt jeder Mensch vor allem in der Auseinandersetzung mit seinen Eltern. Die zweite Konstante ist der Todestrieb.</p>
<p>Was den Menschen ausmacht, ist also nicht kulturell zufällig und damit beliebig. Sondern es ist rückführbar auf etwas, dass alle Menschen haben, nämlich Lust und Aggression. Lust und Aggression befinden sich Sigmund Freud zufolge meist im Zustand der Verdrängung. Sie wirken also unerkannt aus dem Unbewussten heraus. Ein Zustand ist dabei dann unbewusst, wenn er sich immerhin ähnlich wie ein bewusster verhält. Verborgene Wüsche, so Sigmund Freud, seien typischerweise an ihren Auswirkungen abzulesen. Sie zeigen sich in Versprechern, in Träumen und in psychischen Krankheiten wie Neurosen. Quelle: „Der Untergrund des Denkens“ von Philipp Hübl</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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