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	<title>Sensibilität &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Sep 2022 01:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Empathie]]></category>
		<category><![CDATA[Sensibilität]]></category>
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					<description><![CDATA[Der abwertende Begriff „Snowflake“ wendet die psychische Sensibilität – als vermeintliche Hypersensibilität – ins Polemische. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Als „Snowflakes“ werden auf abwertende Weise Menschen bezeichnet, die sich einzigartig wähnen, keine gegenteiligen Meinungen aushalten und extrem empfindlich gegen Reize und Zugriffe von außen sind.“ Unter anderem die Debatte über Trigger-Warnings und Sprachsensibilität, aber auch die ... <a title="MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/4014.html" aria-label="Mehr Informationen über MeToo wäre ohne Sensibilität undenkbar">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der abwertende Begriff „Snowflake“ wendet die psychische Sensibilität – als vermeintliche Hypersensibilität – ins Polemische. Svenja Flaßpöhler erläutert: „Als „Snowflakes“ werden auf abwertende Weise Menschen bezeichnet, die sich einzigartig wähnen, keine gegenteiligen Meinungen aushalten und extrem empfindlich gegen Reize und Zugriffe von außen sind.“ Unter anderem die Debatte über Trigger-Warnings und Sprachsensibilität, aber auch die Tendenz gesellschaftlicher Singularisierung sind hier angesiedelt. Die ethische Sensibilität findet im 18. Jahrhundert ihre philosophische wie literarische Entfaltung und meint, allgemein gesprochen, die Fähigkeit, mit anderen mitzufühlen. Aus Sicht der Historikerin Lynn Hunt ist es alles andere als ein Zufall, dass just in jenem Jahrhundert, in dem die Empathie zum systematischen Gegenstand der Philosophie wurde und die Briefromane Jean-Jacques Rousseaus und Samuel Richardsons tiefe Identifikation mit leidenden Frauenfiguren zu stiften vermochten, auch die Menschenrechte erklärt wurden. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-4014"></span></p>
<p><strong>Die Dämpfung der Triebe ist eine Kulturleistung</strong></p>
<p>Globale Bewegungen wie Black Lives Matter und MeToo oder auch, in kleinerem Maßstab, die verbreitete Solidarität mit der Transgender-Community wären ohne diese Form der Sensibilität undenkbar. Und schließlich gibt es die ästhetische Sensibilität. Sie bezeichnet eine Empfindsamkeit für das Schöne wie das Hässliche, die sublimierte Lust des „Augenmenschen“ und das spätmoderne Begehren nach Besonderheit und Resonanz. IN seinem Buch „Resonanz“ analysiert der Soziologe Hartmut Rosa die Sehnsucht nach einer antwortenden Welt, die den Menschen nicht kaltlässt, sondern berührt. </p>
<p>Svenja Flaßpöhler weiß: „Die Gegenwart mit ihren Verwerfungen hat eine lange Geschichte, in der sich die menschliche Sensibilität nach und nach herausgebildet hat.“ In seinem berühmten Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ beschreibt der Soziologe Norbert Elias diese Entwicklung ausführlich und konkret anhand von Praktiken wie Tischsitten, Hygieneregeln oder Ehebräuchen. Affektregulierung und Dämpfung der Triebe sind Kulturleistungen, die zu einer Veränderung des menschlichen Verhaltens und Empfindens führen. </p>
<p><strong>Der Zwang zur „Affektneutralisierung“ tritt in den Vordergrund</strong></p>
<p>Nämlich zu einer ansteigenden Disziplinierung und Sensibilisierung des Selbst. An die Stelle der äußeren Gewalt trat nach und nach eine innere. Nämlich der Zwang zu rationaler „Langsicht“ und „Affektneutralisierung“. Deren emotionales Pendant war die Etablierung von Scham- und Peinlichkeitsgefühlen. Kühle Vernunft und brennende Scham, Disziplinierung und Empfindsamkeit: „verschiedene Seiten der gleichen, psychischen Transformation“, wie Norbert Elias schrieb.</p>
<p>Der Begriff der Sensibilität erfuhr im 17. Jahrhundert einen neuen Gebrauch. Verwendet wurde er als Bezeichnung der moralischen und sittsamen Eigenschaften von Edelmännern in der höfischen Gesellschaft. Svenja Flaßpöhler fügt hinzu: „Wurden durch Gewaltmonopole und Staatenbildung die Befriedung des Alltagslebens wie auch die Durchmischung der Schichten unaufhaltsam vorangetrieben, schritt entsprechend die Sensibilisierung weiter voran. Aus dem Adel verbreitete sie sich nach unten ins Bürgertum und wirkte von dort als gesteigertes Distinktionsbegehren zurück nach oben. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die positive Psychologie erlebt einen Boom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2022 01:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Soziologe Andreas Reckwitz steht auf der Seite der Evolution. Svenja Flaßpöhler erläutert: „So begrüßt er ausdrücklich die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft und weist allerdings darauf hin, dass diese verfeinerte Wahrnehmung nicht nur positive, sondern auch ambivalente und negative Gefühle hervorbringt.“ Genau diese unangenehmen Gefühle wollen viele Menschen nicht mehr akzeptieren. Andreas Reckwitz verweist zudem ... <a title="Die positive Psychologie erlebt einen Boom" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-sensibilisierung.html" aria-label="Mehr Informationen über Die positive Psychologie erlebt einen Boom">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Soziologe Andreas Reckwitz steht auf der Seite der Evolution. Svenja Flaßpöhler erläutert: „So begrüßt er ausdrücklich die zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft und weist allerdings darauf hin, dass diese verfeinerte Wahrnehmung nicht nur positive, sondern auch ambivalente und negative Gefühle hervorbringt.“ Genau diese unangenehmen Gefühle wollen viele Menschen nicht mehr akzeptieren. Andreas Reckwitz verweist zudem auf problematische Konjunktur der positiven Psychologie: „Sensibilität ja, aber bitte nur verknüpft mit positiven Gefühlen! Sensibilität ja, aber als Sinn für wohlgestaltete ästhetische Formen, als Sinn für rücksichtsvolles Miteinander, als Sinn für die Gestaltung des Wohlbefindens von Körper und Seele. Eine Wohlfühlsensibilität.“ So augenöffend diese Beobachtung ist, kann auch sie Schlagseite bekommen. Einer Person of Colour, die auf dem Weg zur Arbeit aufgrund ihrer Hautfarbe Beschimpfungen erlebt, zu sagen, sie müsse auch offen sein für negative Gefühle, ist sicher nicht das, was Andreas Reckwitz meint. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-3851"></span></p>
<p><strong>Man muss nicht jeden Schmerz aushalten</strong></p>
<p>Die Gemengelage ist bei genauerem Hinsehen komplizierter. Svenja Flaßpöhler betont: „Nicht jeder Schmerz muss ausgehalten, aber auch nicht jeder Schmerz gesellschaftlich verhindert werden.“ Svenja Flaßpöhler geht es in ihrem Buch „Sensibel“ auch darum, das Unzumutbare gerade in den Verabsolutierungstendenzen zu identifizieren, die sich auf beiden Seiten der Frontlinie wiederfinde. Unzumutbar ist zum Beispiel eine verabsolutierte Resilienz, weil sie die Ansprüche der anderen an sich abprallen lässt.  </p>
<p>Unzumutbar ist aber auch eine verabsolutierte Sensibilität, weil sie den Menschen auf ein verletzliches, schützenswertes Wesen reduziert, das sich nicht selbst zu helfen weiß. Die Grenzen des Zumutbaren verläuft im Spannungsfeld dieser beiden Pole und verweist auf ein neues Selbst- und Weltverhältnis, das es noch zu finden gilt. Mehrere Dimensionen spielen bei der Sensibilität eine zentrale Rolle. Sie stehen in einem engen Bedingungsverhältnis zueinander, überlappen sich und durchdringen sich wechselseitig. </p>
<p><strong>Es gibt vier Dimensionen der Sensibilität</strong></p>
<p>Die vier Dimensionen sind: Die leibliche Sensibilität, die psychische Sensibilität, die ethische Sensibilität und schließlich die ästhetische Sensibilität. Svenja Flaßpöhler erklärt die Erstgenannte: „Sie macht uns zunehmend empfindsam für Schmerz und Fremdkörper und lässt uns auch den zumutbaren Abstand zum anderen immer neu vermessen.“ Die Durchschlagskraft der MeToo-Bewegung ist ein ausdrückliches Beispiel dafür, wie sehr sich das Gefühl für Übergriffigkeit in den vergangenen Jahren im Vergleich zum 20. Jahrhundert verfeinert hat. </p>
<p>Durch die Corona-Pandemie erhält die „Berührungsfurcht“, um einen Ausdruck von Elias Canetti zu gebrauchen, virologische Legitimität. Die angemessene Distanz zum anderen wird buchstäblich zu einer Angelegenheit des Zollstocks. Die psychische Sensibilität resultiert historisch gesehen aus der Transformation von Fremdzwängen in Selbstzwänge und geht, wie die leibliche Sensibilität, mit Reizbarkeit und Feinfühligkeit einher. Auch ist die Ausweitung des Gewaltbegriffs auf verletzende Sprache, Bilder etc. hier bedeutsam, führt sie doch unweigerlich zu einer niedrigeren Toleranzschwelle für Außenwirkungen. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Resilienz zeugt von Widerstandsfähigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 May 2022 01:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Sensibilität]]></category>
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					<description><![CDATA[Das deutsche Wort „Resilienz“ stammt vom lateinischen Begriff „resilire“ – zurückspringen, abprallen – ab. Ursprünglich verwendete man das Wort in der Physik. Es bezeichnete die Eigenschaft von Körpern, nach der Verformung durch eine Außenstörung in ihren Ausgangszustand zurückzukehren. Svenja Flaßpöhler will zeigen, dass Resilienz und Sensibilität keineswegs notwendig in Opposition stehen. Das tun sie ihrer ... <a title="Resilienz zeugt von Widerstandsfähigkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/svenja-flasspoehler-resilienz.html" aria-label="Mehr Informationen über Resilienz zeugt von Widerstandsfähigkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das deutsche Wort „Resilienz“ stammt vom lateinischen Begriff „resilire“ – zurückspringen, abprallen – ab. Ursprünglich verwendete man das Wort in der Physik. Es bezeichnete die Eigenschaft von Körpern, nach der Verformung durch eine Außenstörung in ihren Ausgangszustand zurückzukehren. Svenja Flaßpöhler will zeigen, dass Resilienz und Sensibilität keineswegs notwendig in Opposition stehen. Das tun sie ihrer Meinung nach nur, solange sie verabsolutiert werden. So offenbart sich bei dem Versuch, die Schriften Ernst Jüngers mit Sigmund Freud zu lesen, dass sich unterhalb der Kriegs- und Gewaltverherrlichung ein Lebensdrang artikuliert, der bei traumatischen Erfahrungen höchster Ohnmacht rettend sein kann. Svenja Flaßpöhler ergänzt: „Auch das Werk Friedrich Nietzsches zeugt bei näherem Hinsehen nicht einfach von Verpanzerungsfanatismus.“ Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-3546"></span></p>
<p><strong>Ständige Reizüberflutung führt zu Abstumpfung</strong></p>
<p>Hohe Verletzlichkeit und plastische Widerstandsfähigkeit gehen in Friedrich Nietzsches Werken eine unauflösliche Verbindung ein. Solche Berührungspunkte zwischen Sensibilität und Resilienz arbeitet Svenja Flaßpöhler auch in ihrem Buch „Sensibel“ heraus: „Denn wenn es gelänge, die Resilienz mit der Kraft der Empfindsamkeit in ein Bündnis zu bringen, wäre der Konflikt, der gegenwärtig die Gesellschaft spaltet, in etwas Drittem aufgehoben.“ Dass die Beziehung von Sensibilität und Abwehrkraft im allgemeinen Sinn grundsätzlich viel dialektischer ist, als es auf den ersten Blick scheint, zeigt sich auch im Zivilisationsprozess selbst. </p>
<p>Urbanisierung und Technisierung machen den Menschen dünnhäutig und reizbar. Sein Schutz ist die psychische Abschottung. Bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts diagnostiziert der Soziologe Georg Simmel eine „Blasiertheit“ des Großstadtmenschen. Dieser schirmt sich von den vielen Reizen der Außenwelt wie auch gegen etwaige Ansprüche ab, um ihnen überhaupt standhalten und einen Raum innerer Freiheit ausbilden zu können. Paul Valéry stellt eine ganz ähnliche Diagnose: „Nach einer Phase der Verfeinerung“ sei die Sensibilität beim modernen Menschen „im Abnehmen begriffen“, die ständige Reizüberflutung führe schlussendlich zur „Abstumpfung“. </p>
<p><strong>Viele Menschen starren nur noch auf ihr Smartphone</strong></p>
<p>Svenja Flaßpöhler stellt fest: „Eine Feststellung, die sich heute als zutreffender denn je zu erweisen scheint: Schauen doch weite Teile der Bevölkerung, anstatt ihre Umwelt auch nur aus den Augenwinkeln wahrzunehmen, starr und stur auf ihr Smartphone.“ Überreizung und Desensibilisierung sind zwei Seiten einer Medaille. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die Verwerfungen der Gegenwart noch einmal in einem anderen Licht. Teile der Gesellschaft reagieren auf neu formulierte Ansprüche von Minderheiten mit einer ähnlichen Blasiertheit wie Georg Simmels überforderte Großstadtmenschen. </p>
<p>Umgekehrt sind auch die wache (woke) Wahrnehmung von diskriminierenden Implikationen und die entsprechende Beherrschung von politisch korrekten Sprachcodes bisweilen von blasierter Arroganz gezeichnet, die sich wie ein Schutzfilm über die eigene Verletzlichkeit legt. Svenja Flaßpöhler blickt zurück: „Historisch ist zu beobachten, dass gerade auf Phasen extremer Gewalt entscheidende Sensibilisierungsschritte folgen.“ So haben die schwersten weltumspannenden Verbrechen des 20. Jahrhunderts, in denen die Kältelehren ihren schrecklichen Höhepunkt fanden, zu dem menschheitsgeschichtlich vielleicht größten Sensibilisierungsschub geführt. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Sensibilität ist bindend und trennend</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 01:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Psychoanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Sensibilität]]></category>
		<category><![CDATA[Über-Ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Sensibilität ist für Svenja Flaßpöhler ein zweischneidiges Phänomen, denn sie ist nach außen und nach innen gerichtet. Sie ist bindend und trennend. Befreiend und unterdrückend. Svenja Flaßpöhler bringt es auf den Punkt: „Die Sensibilität trägt eine gewaltsame Seite in sich, was sich bereits in ihrer historischen Genese zeigt. Das Herausbilden von Sensibilität setzt nämlich Zwang ... <a title="Sensibilität ist bindend und trennend" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/sensibilitaet-ist-bindend-und-trennend.html" aria-label="Mehr Informationen über Sensibilität ist bindend und trennend">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sensibilität ist für Svenja Flaßpöhler ein zweischneidiges Phänomen, denn sie ist nach außen und nach innen gerichtet. Sie ist bindend und trennend. Befreiend und unterdrückend. Svenja Flaßpöhler bringt es auf den Punkt: „Die Sensibilität trägt eine gewaltsame Seite in sich, was sich bereits in ihrer historischen Genese zeigt. Das Herausbilden von Sensibilität setzt nämlich Zwang voraus.“ In seinem berühmten Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ (1939) zeichnet der Soziologe Norbert Elias ausdrücklich die Transformation des menschlichen Verhaltens nach. Dieses hat sich durch fortschreitende Disziplinierung zunehmend verfeinert und den Menschen für eigene und fremde Grenzüberschreitungen sichtlich sensibler werden lassen. Die wesentlichen Methoden dieser Verfeinerung sind, so Norbert Elias, die „Dämpfung der Triebe“, „Affektregulation“ und die Ausbildung eines kontrollierenden Über-Ichs. Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“. <span id="more-3442"></span></p>
<p><strong>Der Mensch muss sich zähmen</strong></p>
<p>Anders gesagt: Um sensiblen zu werden, muss sich der Mensch zähmen. Er muss Fremdzwänge in Selbstzwänge verwandeln und regulierende Scham- und Peinlichkeitsgefühle ausbilden. Deutlich stellt Norbert Elias heraus, dass der Mensch den kulturellen Anforderungen kaum genügen kann, ohne selbst Schaden zu nehmen. Das ist eine Beobachtung, die sich mit zentralen Einsichten der Psychoanalyse deckt: Die zunehmende Zivilisierung hat eine dunkle Seite, die sich auch in ihrer Fragilität zeigt. </p>
<p>Svenja Flaßpöhler stellt fest: „Entsprechend ist die Sensibilisierung als historische Entwicklung gewiss nicht bruch- und widerspruchslos. Im 20. Jahrhundert zeugen zwei verheerende Weltkriege und die Shoah eindrücklich von der Grausamkeit, die im Menschen wohnt und unter bestimmten Bedingungen hervorbricht.“ In seinem Buch „Verhaltenslehren der Kälte“ analysiert der Historiker Helmut Lethen hellsichtig die Handlungsanleitungen zur Distanz und inneren Verpanzerung zwischen den Weltkriegen. Die Schriften von Ernst Jünger aus dieser Zeit dienen Helmut Lethen als Beleg.</p>
<p><strong>Der Faschismus lebt in der Verpanzerung des Mannes fort</strong></p>
<p>Gleichzeitig geben Ernst Jüngers Aufzeichnungen tiefen Einblick in die psychologischen Mechanismen, die den Menschen nicht nur zu unvorstellbarer Gewalt befähigen, sondern ihn auch Unvorstellbares aushalten lassen. Klaus Theweleits berühmter These zufolge lebt der Faschismus in der Verpanzerung des Mannes und der gewaltsamen Abwehr der Frau fort. Das Faschistische sei beschreibbar als eine „Ausgeburt entfesselter Männergewalt“, als Normalfall des Mannes unter kapitalistischen und patriarchalischen Bedingungen.</p>
<p>Aus Klaus Theweleits „soldatischem Mann“ der ersten zwei Weltkriege ist heute der „toxische Mann“ geworden. Svenja Flaßpöhler erklärt: „Resilienz und Sensibilität: ein, so scheint es, unvereinbarer Gegensatz, der sich im Widerstreit der politischen Positionen spiegelt.“ Widerständig zu sein wird gleichgesetzt mit Gefühllosigkeit. Mit der Unfähigkeit, etwas an sich heranzulassen. Resilienz, so die weit verbreitete Auffassung gerade im linken politischen Spektrum, ist eine männliche, neoliberale Strategie der Selbstoptimierung. Diese ist unvereinbar mit Empathie und Solidarität. Quelle: „Sensibel“ von Svenja Flaßpöhler</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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