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	<title>Selbstwertgefühl &#8211; Psychologie Guide</title>
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	<description>Alles über Psychologie</description>
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		<title>Rache soll den Selbstwert wieder herstellen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2025 01:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rache]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbild]]></category>
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					<description><![CDATA[Reinhard Haller weiß: „Da Lieblosigkeiten, Benachteiligungen oder Entwertungen als Angriff auf den Kern der Persönlichkeit empfunden werden, soll durch Rache der Selbstwert wiederhergestellt und das ramponierte Selbstvertrauen verbessert werden.“ Der spätere Rächer, anfangs Opfer, führt sich durch eine gegen ihn gerichtete Ungerechtigkeit tief verletzt und sieht sich durch das Erleben seiner Erniedrigung, Schwächung und Hilflosigkeit ... <a title="Rache soll den Selbstwert wieder herstellen" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/die-rache-soll-den-selbstwert-wieder-herstellen.html" aria-label="Mehr Informationen über Rache soll den Selbstwert wieder herstellen">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Reinhard Haller weiß: „Da Lieblosigkeiten, Benachteiligungen oder Entwertungen als Angriff auf den Kern der Persönlichkeit empfunden werden, soll durch Rache der Selbstwert wiederhergestellt und das ramponierte Selbstvertrauen verbessert werden.“ Der spätere Rächer, anfangs Opfer, führt sich durch eine gegen ihn gerichtete Ungerechtigkeit tief verletzt und sieht sich durch das Erleben seiner Erniedrigung, Schwächung und Hilflosigkeit gedemütigt. Wenn er nicht niedergeschlagen – im wahrsten Sinne des Wortes – bleiben will, muss er alles tun, um seine frühere Stärke wieder zu erlangen. Einer der am meisten begangenen Wege dazu ist jener über die Rache, mit der man das Gleichgewicht zum jetzt mächtiger gewordenen Schädiger einpendeln und die eigene Erniedrigung oder Schwächung beheben will. Prof. Dr. med. Reinhard Haller war als Psychiater, Psychotherapeut und Neurologe über viele Jahre Chefarzt einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik. Heute führt er eine fachärztliche Praxis in Feldkirch (Österreich). <span id="more-6204"></span></p>
<p><strong>Angriffe auf das Selbstbild führen zu Rachehandlungen</strong></p>
<p>Kaum etwas fördert das Selbstgefühl mehr als das Auskosten des Triumphes über den zuvor übermächtig wirkenden Feind. Reinhard Haller erklärt: „Erniedrigung des Selbstwerts wird immer als Anschlag auf den innersten Kern der Persönlichkeit verstanden und weckt die menschliche Urangst: Jene vor Liebesmangel und Liebesentzug.“ Den Angriff auf das Kostbarste verzeiht man nicht leicht, es entsteht das Bedürfnis nach Rache. Dem wird alles geopfert: Das unbeschwerte Dasein, die Freiheit, das ganze Leben.</p>
<p>Am besten lässt sich der Zusammenhang zwischen Selbstwert und Rache anhand des Drei-Säulen-Modells des griechisch-deutschen Psychoanalytikers Stavros Mentzos (1930 – 2015) erklären. Reinhard Haller erläutert: „Rachehandlungen sind demnach ein Angriff auf das Selbstbild, die positive Vorstellung von sich selbst, somit auf die wichtigste Säule. Kommt es u einer Attacke wichtiger Bezugspersonen, von deren Spiegelung die Selbstwertregulierung abhängt, wird gleichsam ein Teil des eigenen Ichs betroffen – die zweite Säule.“</p>
<p><strong>Die Rache dient der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls</strong></p>
<p>Die dritte Säule des Selbstwerts ist nach Mentzos jene des „reifen Gewissens“, die auch für das Gerechtigkeitsgefühl zuständig ist. Reinhard Haller ergänzt: „Zu Erschütterungen des Selbstwerts kommt es nach diesem Modell immer dann, wenn beim Schädigungsopfer eine Diskrepanz zwischen dem realen und dem idealen Selbstbild, dem wirklichen und vorgestellten Bild wichtiger Bezugspersonen, auch zwischen äußeren Vorkommnissen und inneren Gewissenansprüchen eintritt.“</p>
<p>Zu Diskrepanzen in der ersten Säule können Krankheiten, Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg oder andere Schicksalsschläge führen. Reinhard Haller fügt hinzu: „Wird eine zuvor idealisierte Person als nunmehr kränkend erlebt, kommt es zu Turbulenzen in der zweiten Säule. Die dritte Säule des Selbstwerts ist betroffen, wenn man sich schuldig gemacht hat, etwa durch Rächen.“ Rache ist eine Reaktionsmöglichkeit auf eine subjektive narzisstische Verletzung. Sie dient der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls und bedeutet eine Art „magischer Wiedergutmachung“, wie dies Erich Fromm bezeichnet hat. Quelle: „Rache“ von Reinhard Haller</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Depressive leiden an Hoffnungslosigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2024 02:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Grübeln]]></category>
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					<description><![CDATA[Während einer depressiven Phase geht die Kontrolle über die Stimmung verloren. Bei einer leichten depressiven Verstimmung sind noch Fähigkeiten vorhanden, den Schleier etwa durch Ablenkung oder bei bestimmten Ereignissen zu durchbrechen. Bei mittelschwerer und schwerer Depression gelingt dies nicht mehr. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Die Stimmung hat sich der willentlichen Kontrolle entzogen. Sie ist tief im ... <a title="Depressive leiden an Hoffnungslosigkeit" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/depressionen-sind-gepraegt-von-sinnlosigkeit.html" aria-label="Mehr Informationen über Depressive leiden an Hoffnungslosigkeit">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während einer depressiven Phase geht die Kontrolle über die Stimmung verloren. Bei einer leichten depressiven Verstimmung sind noch Fähigkeiten vorhanden, den Schleier etwa durch Ablenkung oder bei bestimmten Ereignissen zu durchbrechen. Bei mittelschwerer und schwerer Depression gelingt dies nicht mehr. Heinz-Peter Röhr erläutert: „Die Stimmung hat sich der willentlichen Kontrolle entzogen. Sie ist tief im Keller, verbunden mit dem starken Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Leere und Sinnlosigkeit.“ Betroffen beschreiben einen Zustand des „Getrenntseins“ und der Gefühllosigkeit. Auch das Feststecken in endlosen Kreisläufen des Grübelns ist eine typische Beschreibung. Ängste und ein starkes Grübeln sind zu beobachten. Meist ist auch das Selbstwertgefühl extrem geschädigt: „Ich bin wertlos, ich fühle mich schuldig …“ Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-5187"></span></p>
<p><strong>Depressive Menschen fühlen sich leer und wie versteinert</strong></p>
<p>Hier stellt sich für Heinz-Peter Röhr mitunter die Frage, führt die Depression zu einer starken Störung des Selbstwertgefühls, oder ist die Selbstwertstörung für die Entstehung der Depression verantwortlich? Vermutlich stimmt beides. Heinz-Peter Röhr weiß: „Die depressive Erkrankung legt die Selbstwertstörung quasi unter eine Lupe und verstärkt diese. Wenn die depressiven Symptome abgeklungen sind, ergibt es Sinn, das Selbstwertgefühl genau zu untersuchen und zu bearbeiten.“</p>
<p>Betroffen glauben meist, selbst die Einzigen zu sein, die an dieser schweren Erkrankung leiden. Oft fühlen sie sich zu Recht falsch verstanden, wenn man ihnen zum Beispiel sagt, dass sie sich zusammenreißen sollen, dass sie nur aktiv werden müssen, weil sie das in diesem Stadium nicht mehr können. Bei einer schweren depressiven Episode fühlen sich Menschen gefühllos, leer und wie versteinert. Die Zeit scheint nicht vorüberzugehen, und der Zustand völliger Hoffnungslosigkeit ist absolut quälend. </p>
<p><strong>Heinz-Peter Röhr kennt sehr viele Symptome einer Depression</strong></p>
<p>Heinz-Peter Röhr stellt fest: „In dieser Phase sind Suizidgedanken häufig und die Gefahr, dass es zum Suizid kommt, ist groß.“ Weitere typische Symptome sind: Innere Unruhe und Zittern, Schlaflosigkeit in Verbindung mit Grübelzwängen sowie frühmorgendliches Aufwachen. Hinzu kommen Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme beziehungsweise Gewichtsverlust, Probleme bei grellem Licht, wodurch manches nur vernebelt zu sehen ist. Weitere Symptome sind Antriebslosigkeit, zum Beispiel nicht lesen zu können und Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis.</p>
<p>Depressive Menschen fühlen sich schlecht und krank, haben keinerlei Lebensfreude, alles ist ihnen zu viel, selbst einfache Telefonate und sie haben Probleme bei Reizüberflutung. Heinz-Peter Röhr kennt noch weitere Symptome einer Depression: „Ein typisches „Morgentief“: sich besonders morgens extrem schlecht fühlen, müde sein und sich nur hinlegen mögen; im Laufe des Tages verbessert sich die Stimmung etwas. Verlust des Selbstwertgefühls: starke Minderwertigkeitsgefühle.“ Dazu kommt die soziale Isolierung: Termine mit der Familie oder Freunden werden zu einem unüberwindlich scheinenden „Berg“. Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Kontrollverlust führt zur Selbstabwertung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 02:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man fragt, warum es bei manchen Menschen immer wieder zu Kontrollverlusten kommt, dann sind Teufelskreise zu beobachten. Heinz-Peter Röher erklärt: „Wer unter einem Kontrollverlust oder den Folgen leidet, tendiert zur Selbstabwertung. Er macht sich Vorwürfe und redet negativ mit sich selbst.“ Durch die Selbstabwertung labilisiert sich die Psyche. Dies ist wiederum die Basis dafür, ... <a title="Kontrollverlust führt zur Selbstabwertung" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/heinz-peter-roehr-selbstabwertung.html" aria-label="Mehr Informationen über Kontrollverlust führt zur Selbstabwertung">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man fragt, warum es bei manchen Menschen immer wieder zu Kontrollverlusten kommt, dann sind Teufelskreise zu beobachten. Heinz-Peter Röher erklärt: „Wer unter einem Kontrollverlust oder den Folgen leidet, tendiert zur Selbstabwertung. Er macht sich Vorwürfe und redet negativ mit sich selbst.“ Durch die Selbstabwertung labilisiert sich die Psyche. Dies ist wiederum die Basis dafür, dass es zu neuen Kontrollverlusten kommt. Der Vorsatz, dass es so etwas nicht mehr geben wird – nie mehr –, gehört in aller Regel auch dazu. Typischerweise gibt es nach dem oder schon während des Kontrollverlustes ein „Erklärsystem“, eine Rechtfertigung, eine Beweisführung, warum alles so kommen musste. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig. <span id="more-3365"></span></p>
<p><strong>Selbstbestimmtes Leben ist eine Illusion</strong></p>
<p>Das „Erklärsystem“ besteht meist aus Ausreden, skurrilen Erklärungen und Schuldzuweisungen. Menschen, die häufiger Kontrollverluste erleben, leiden fast immer an einer grundsätzlichen emotionalen Labilität. Ein nicht gelöster Konflikt, eine Kränkung, die nicht verarbeitet wurde, eine Zurückweisung, eine Störung des Selbstwertentwicklung. Heinz-Peter Röhr rät: „Wenn es zu einer dauerhaften Veränderung kommen soll, gilt, sich mit den Wurzeln dieser Labilität zu beschäftigen, tiefer zu bohren und das Selbstwertgefühl in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, genauer: Die Entwicklung des Selbstwertgefühls.“ </p>
<p>Die meisten Menschen haben das Gefühl, dass sie immer die Kontrolle über ihr Verhalten, ihr Denken und Fühlen haben. Psychologische Experimente beweisen deutlich das Gegenteil. Das subjektive Gefühl, selbstbestimmt zu leben, ist weitgehend eine Illusion, ob einem das passt oder nicht. Was man denkt, wie man sich kleidet, was man isst, wird von vielen Faktoren bestimmt. Heinz-Peter Röhr stellt fest: „Wir leben in einer Zeit, in der bestimmte Denkmuster vorherrschen, die wir unbewusst übernehmen.“ </p>
<p><strong>In den sozialen Medien ist die Manipulation extrem</strong></p>
<p>Wie sehr beispielsweise Werbung manipuliert, weiß eigentlich jeder. Allerdings hat dieses Wissen zum Vergnügen der Werbeindustrie keine große Wirkung, denn viele Menschen lassen sich weiter „einlullen“. Experten gehen davon aus, dass in den sozialen Medien schon jetzt die Manipulation extrem ist und zerstörerische Kräfte die Demokratie gefährden könnten. Was in großem Stil in der Gesellschaft passiert, gelingt auch im persönlichen Bereich. </p>
<p>Bestimmte Auslöser können zum Kontrollverlust führen. Das gilt tragischerweise auch für Gedanken. Heinz-Peter Röhr weiß: „Das Gehirn produziert permanent Gedanken, und man trägt es immer bei sich. Darum ist es eventuell viel schwieriger, von Gedanken, die zu Kontrollverlusten führen, abstinent zu werden, zumal es einen Magneten zu geben scheint, der diese Gedanken förmlich anzieht.“ Aber auch hier ist es ratsam, auf das Problem zuzugehen und genau zu erforschen, welche Auslöser dies sind, wie sie bekannt werden können. Quelle: „Vom klugen Umgang mit Gefühlen“ von Heinz-Peter Röhr</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Die Menschen werden immer älter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2022 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwertgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist eine angenehme Vorstellung, wenn man von der Zeit ab seinem 60. Lebensjahr als „der zweiten Hälfte des Lebens“ redet statt von der letzten Lebensphase, auch wenn das statistisch nicht ganz korrekt ist. Andreas Salcher erklärt: „Vor hundert Jahren war man mit 60 seit 13 Jahren tot, im Jahr 2000 hatte man noch 17 ... <a title="Die Menschen werden immer älter" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/andreas-salcher-zweite-lebenshaelfte.html" aria-label="Mehr Informationen über Die Menschen werden immer älter">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine angenehme Vorstellung, wenn man von der Zeit ab seinem 60. Lebensjahr als „der zweiten Hälfte des Lebens“ redet statt von der letzten Lebensphase, auch wenn das statistisch nicht ganz korrekt ist. Andreas Salcher erklärt: „Vor hundert Jahren war man mit 60 seit 13 Jahren tot, im Jahr 2000 hatte man noch 17 Jahre vor sich. Und wer im Jahr 2018 seinen Sechzigsten feiert, der hat mit etwas Glück und gesunder Lebensweise vielleicht sogar noch 30 Jahre vor sich.“ Spätestens bei diesem Gedanken werden viele Menschen zu rechnen beginnen und sich fragen: Wie lange werde ich mir meinen Lebensstandard mit meiner staatlichen Pension leisten können? Worauf muss ich vielleicht verzichten? Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen. <span id="more-3303"></span></p>
<p><strong>Mit 60 Jahren ist die Zufriedenheit sehr groß</strong></p>
<p>Blickt man aus einer optimistischen Perspektive auf seine „zweite Lebenshälfte“, so bietet diese die einmalige Chance, nicht einfach nur älter zu werden, sondern sich selbst zu vervollkommnen. Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen gerade mit 60 so zufrieden mit ihrem Leben sind wie in keiner Phase davor. Andreas Salcher erläutert: „Sie machen sich weniger Druck, zwanghaft Ziele in der Zukunft zu erreichen, statt Möglichkeiten in der Gegenwart dankbar zu nutzen.“ </p>
<p>Idealerweise hat ein Mensch nach einem fordernden, manchmal mühsamen Aufstieg ein Hochplateau erreicht, und seine weitere Reise erhält den Charakter einer Ausdehnung, Öffnung und Weitung. Wer seine Wertschätzung primär über seine Leistung in einer bestimmten Rolle mait 50 bis 60 Wochenstunden bezogen hat, der sieht sich vor die Aufgabe gestellt, eine neue Identität für sich zu finden. Viele müssen sich erst neue Quellen schaffen, um ihr Selbstwertgefühl zu speisen, andere können bereits vorhandene Quellen, die bisher aber vernachlässigt wurden, besser nutzen. </p>
<p><strong>Vier Fragen kehren immer wieder</strong></p>
<p>Ab dem 60. Lebensjahr bietet sich die Chance, die erste Hälfte seines Lebens nicht einfach zu wiederholen, sondern die eigene Geschichte im zweiten Lebensabschnitt neu zu schreiben. Dabei kann man sich an folgenden vier immer wiederkehrenden Fragen orientieren: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was ist mir wichtig? Was ist mein Lebensziel? Die Frage „Wer bin ich?“ hilft einem, seine Identität zu finden, indem man seine bisherige Geschichte reflektiert, sie auseinandernimmt, um sie anschließend neu zusammenzusetzen. </p>
<p>Andreas Salcher ergänzt: „So wird es uns möglich, die Zeit, welche wir für die falschen Dinge verloren haben, für die richtigen zurückzugewinnen.“ Die Mitte des Lebens ist ein idealer Zeitpunkt, das zu tun. Nicht um sich dort ängstlich einzuschließen, sondern um zu begreifen, wie sehr sich die persönlichen Hoffnungen und Ängste seit dem frühen Erwachsenenalter verändert haben. Wenn man seine Identität erneuert hat, dann bricht man wieder auf zur zweiten Hälfte seiner Geschichte, die genauso lebendig und spannend sein kann wie die erste. Quelle: „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Gelegenheitssex ist ein Nullsummenspiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2021 01:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gelegenheitssex]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwertgefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach Auffassung vieler Frauen, mit denen Eva Illouz gesprochen hat, untergräbt die Sexualität die Möglichkeit, als Person anerkannt zu werden. Gelegenheitssex dagegen verwandelt die Begegnung mitunter in ein Nullsummenspiel: das Streben ihres Partners nach einem sexuellen Vergnügen versus ihr Selbstgefühl, das auf Gegenseitigkeit und Anerkennung beruht. Eva Illouz erläutert: „Während sich der Wert einer Frau ... <a title="Gelegenheitssex ist ein Nullsummenspiel" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/eva-illouz-gelegenheitssex.html" aria-label="Mehr Informationen über Gelegenheitssex ist ein Nullsummenspiel">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Auffassung vieler Frauen, mit denen Eva Illouz gesprochen hat, untergräbt die Sexualität die Möglichkeit, als Person anerkannt zu werden. Gelegenheitssex dagegen verwandelt die Begegnung mitunter in ein Nullsummenspiel: das Streben ihres Partners nach einem sexuellen Vergnügen versus ihr Selbstgefühl, das auf Gegenseitigkeit und Anerkennung beruht. Eva Illouz erläutert: „Während sich der Wert einer Frau in traditionellen patriarchalischen Gesellschaften über ihre Klassenzugehörigkeit und ihre sexuelle Tugend bestimmt, wird der Sitz ihres Werts in einem Regime der sexuellen Freiheit verschwommen und ungewiss.“ Die Autonomisierung der Sexualität führt zu einer eingebauten Ungewissheit über den Ort des Werts selbst und über die Möglichkeit einer emotionalen Interaktion. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne. <span id="more-2861"></span></p>
<p><strong>Gelegenheitssex ist eher eine männliche Form der Sexualität</strong></p>
<p>Frauen stehen Gelegenheitssex insgesamt kulturell ambivalenter gegenüber als Männer. Wie die Forschung zeigt, ist Gelegenheitssex tatsächlich ein Prädikator für sexuelle Reue unter Hochschulstudentinnen, vor allem wenn der Geschlechtsverkehr weniger als 24 Stunden nach dem ersten Kennenlernen stattfand und es keine weitere Begegnung mehr gab. Elaine Eshbaugh und Gary Gute stellen fest: „Die weiblichen Beteiligten verspürten eher als die Männer Reue oder Enttäuschung; sie grübelten auch eher über einen One-Night-Stand nach und verspürten mehr Scham und Selbstzweifel nach dem Erlebnis. Die Männer hingegen fühlten sich eher befriedigt.&#8220;</p>
<p>Diese Befunde scheinen einmal mehr zu bestätigen, dass Gelegenheitssex eher einer männlichen Form von Sexualität entspricht. Eva Illouz fügt hinzu: „Geschlechterunterschiede finden sich auch zwischen lesbischen Frauen und schwulen Männern, und zwar dahingehend, dass lesbische Frauen stärker beziehungsorientiert sind als schwule Männer.“ In einem Aufsatz über Depressionen und Liebesbeziehungen unter Heranwachsenden schreiben Catherine Grello und Kollegen: „Junge halbwüchsige Frauen, die Geschlechtsverkehr gleichermaßen in lockeren wie in festen Beziehungen hatten, zeigten das größte Ausmaß an depressiven Symptomen sowohl bevor als auch nachdem sie sexuell aktiv wurden.“ </p>
<p><strong>Gelegenheitssex stärkt das Selbstwertgefühl von Frauen nicht</strong></p>
<p>Andere Wissenschaftlerinnen haben festgestellt, dass Hochschulstudentinnen, die Erfahrungen mit Gelegenheitssex gemacht hatten, über ein geringeres Selbstwertgefühl verfügten als Frauen in sexuellen Liebesbeziehungen. Und überraschender noch, als Frauen ohne jede sexuelle Erfahrung. Auch vermuteten sie, dass bei Frauen, die bei Gelegenheitssex Schuldgefühle empfanden, diese Schuldgefühle zu Unbehagen und Verwirrung führten. Dies mag wiederum mit einem geringen Selbstwertgefühl zu tun haben.</p>
<p>In zahlreichen Studien zeigt sich die robuste Korrelation zwischen geringem Selbstwertgefühl und Gelegenheitssex. Eva Illouz hält fest, dass Gelegenheitssex das Selbstwertgefühl von Frauen nicht stärkt, und das, obwohl Sex für beide Geschlechter zu einer neuen Form von Kapital geworden ist. Nämlich zu etwas, nach dem man aus Lust und aus Statusgründen strebt. Die Sexualität von Frauen bleibt dabei in soziale Beziehungen eingebettet, während die männliche Sexualität häufiger und mit größerer Wahrscheinlichkeit entbettet wird. Quelle: „Warum Liebe endet“ von Eva Illouz</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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		<title>Das Selbstkonzept beinhaltet das Wissen über das eigene Selbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans Klumbies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2020 05:47:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstkonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwertgefühl]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Begriff „Selbstkonzept“ wird in der Psychologie das Wissen einer Person über sich selbst zusammengefasst. Es bezeichnet die geordnete Menge aller im Gedächtnis gespeicherten selbstbezogenen Kognitionen. Ernst-Dieter Lantermann erläutert: „Ein zentraler Aspekt dieses Selbstwissens ist die „Selbstwirksamkeitsüberzeugung“ – die Erwartung, Hoffnung oder Sorge einer Person, über Handlungen und Ressourcen zu verfügen, die sie dazu ... <a title="Das Selbstkonzept beinhaltet das Wissen über das eigene Selbst" class="read-more" href="https://www.psychologie-guide.de/das-selbstkonzept-beinhaltet-das-wissen-ueber-das-eigene-selbst.html" aria-label="Mehr Informationen über Das Selbstkonzept beinhaltet das Wissen über das eigene Selbst">Weiterlesen ...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Begriff „Selbstkonzept“ wird in der Psychologie das Wissen einer Person über sich selbst zusammengefasst. Es bezeichnet die geordnete Menge aller im Gedächtnis gespeicherten selbstbezogenen Kognitionen. Ernst-Dieter Lantermann erläutert: „Ein zentraler Aspekt dieses Selbstwissens ist die „Selbstwirksamkeitsüberzeugung“ – die Erwartung, Hoffnung oder Sorge einer Person, über Handlungen und Ressourcen zu verfügen, die sie dazu befähigen, in selbstbestimmter Weise ihre Ziele zu erreichen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen.“ Der Lernpsychologe Albert Bandura hat dieses Konzept, dessen Auswirkungen auf individuelles Erleben und Verhalten in den verschiedensten Lebenszusammenhängen nachgewiesen wurden, in die psychologische Forschung eingeführt. Ein zweiter, nicht minder wichtiger Aspekt des Selbstbildes einer Person ist ihre „soziale Identität“, ihre Einbettung in soziale Zusammenhänge. Ernst-Dieter Lantermann war von 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel. <span id="more-2323"></span></p>
<p><strong>Ein positives Selbstwertgefühl stiftet Zuversicht</strong></p>
<p>Wer sie von anderen Menschen wahrgenommen, wertgeschätzt oder abgelehnt wird, welchen Menschen und Gruppen sie sich zugehörig fühlt, welche sozialen Erwartungen, Normen und Verpflichtungen für sie verbindlich sind – das alles sind Momente ihrer sozialen Identität, die die soziale Dimension ihres Selbstbildes bestimmen. Ist man mit dem Bild, das man von sich selber macht, einverstanden, akzeptiert man seine Stärken und Schwächen. Dann ist man stolz und zufrieden mit seinem Können und dies drückt sich in einem positiven „Selbstwertgefühl“ aus.</p>
<p>Als Selbstwertgefühl wird in der Psychologie das Ergebnis einer Gesamtbewertung des Selbstkonzeptes eines Menschen verstanden. Ernst-Dieter Lantermann erklärt: „Ein positives Selbstwertgefühl lässt uns zuversichtlich sein, dass wir die Situation ganz im Sinne unserer Ziele und Bedürfnisse meistern werden. Ohne uns dabei verbiegen und unsere eigenen Vorstellungen von einem „sinnhaften“ Leben preisgeben zu müssen.“ Es ist begleitet von subjektivem Wohlbefinden, Selbstachtung und Optimismus.</p>
<p><strong>Ein niedriges Selbstwertgefühl gilt als Risikofaktor</strong></p>
<p>Ein negatives Selbstwertgefühl lässt einen Menschen dagegen spüren, dass er der Situation nicht gewachsen ist. Der Betroffene sieht sich außerstande, seine Bedürfnisse gegen die Widrigkeiten der Situation durchzusetzen. Es äußert sich in psychischem Unwohlsein, einer hohen Unzufriedenheit mit sich selbst und den Verhältnissen. Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl fühlen sich häufiger als andere unverstanden, abgewertet, vernachlässigt, bloßgestellt oder zu Unrecht kritisiert. Ein hohes Selbstwertgefühl dagegen kann die psychischen Belastungen von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder einer Trennung erheblich mildern und vor depressiven Stimmungen schützen.</p>
<p>Ein positives Selbstwertgefühl erleichtert zudem den Aufbau und die Pflege sozialer Netze. Und es steigert die Bereitschaft und Fähigkeit zum Erwerb neuer Kompetenzen und Fähigkeiten. Es schützt ebenfalls vor verschiedenen Formen selbstschädigenden Verhaltens. Und umgekehrt gilt ein niedriges Selbstwertgefühl als Risikofaktor für Suchtverhalten. Solange beim Tun eines Menschen alles so läuft, wie er es erwartet hat, hält sich sein Selbstwertgefühl im Hintergrund. Es scheint den Gang der Dinge nicht weiter zu beeinflussen. Quelle: „Die radikalisierte Gesellschaft“ von Ernst-Dieter Lantermann</p>
<p><em>Von Hans Klumbies</em></p>
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